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Dienstag, 5. Oktober 2010

Carl Hammoud Ausstellung im Kunstmuseum in Göteborg

Zwischen dem 6. Oktober und dem 21. November stellt im Stenasalen des Göteborger Kunstmuseums, der Ausstellungshalle für moderne Künstler, der schwedische Künstler Carl Hammoud seine jüngsten Werke aus. Hammoud gab der Ausstellung den Namen Polygraph, was darauf hinweisen soll, dass beim Betrachten seiner Werke die Sehsinne voll aktiviert werden müssen.

Carl Hammoud

Carl Hammoud zielt beim Begriff Polygraph jedoch nicht nur auf die Aufzeichnung der körperlichen Strömungen im allgemeinen, sondern hat in der Ausstellung einen Lügendetektor aufgebaut, bei dem jeder Teil aus Papier hergestellt ist, selbst die feinen Kabel. Er verleiht damit dem Kunstwerk ein realistisches Aussehen, das man am liebsten testen würde. Dieser Polygraph ist jedoch das einzige Werk, das an seine früheren künstlerischen Experimente erinnert.


Die Ausstellung Polygraph ist geprägt von Hitchcock, bei dem der Künstler zahlreiche Anregungen fand. Die Gebäude, die Treppen und selbst die verschiedene Betrachtungsweise einer alten, zerschlagenen Kamera könnten direkt einem der Filme Hitchcocks entspringen, lediglich verwandelt durch den persönlichen Stil, den Carl Hammoud in seine Werke legt.

Die Kamera besteht aus fünf Bildern

Der Künstler greift zu einer Technik, in der platte Gegenstände eine dreidimensionale Form annehmen bei der der Betrachter nahezu das Bild betritt und nicht nur betrachtet. Carl Hammoud verlegt die Schärfe auf scheinbar Unwesentliches oder lässt den Betrachter eine kaputte Kamera auf fünf Weisen betrachten, jeweils durch einen anderen Winkel des defekten Objektives.

Detail des Gemäldes

Carl Hammoud wurde 1976 in Stockholm geboren, wo er auch heute noch als Künstler aktiv ist. Zu Göteborg verbinden ihn nicht nur mehrere seiner bisherigen Ausstellungen, sondern auch sein Studium in der Kunsthochschule Valand. Trotz seiner nur 34 Jahre hatte Carl Hammoud bereits, außer in Schweden, mehrere Ausstellungen in den USA, England, Deutschland und sammelte seit dem Jahre 2003 elf bedeutende Preise und Stipendien.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. August 2010

Mona Petersson im Kunstmuseum in Göteborg

Vom 18. August bis zum 26. September findet im Kunstmuseum in Göteborg die Ausstellung „Jag önskar upprätta förbindelse med er“ (Ich will mit euch Kontakt aufnehmen) von der Stockholmer Künstlerin Mona Petersson statt, die im Stenasalen im Erdgeschoss zu finden ist. Mona Petersson lädt jedoch weniger zu einer Ausstellung ein als vielmehr zu einer Installation, in der man sich als Betrachter seinen Platz suchen muss.


Mona Petersson, die an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg studierte, arbeitet als visuelle Künstlerin nicht nur mit selbst geschaffenen Werken, sondern setzt auch Dinge des Alltagslebens in den Fokus, wobei sie die unterschiedlichsten künstlerischen Techniken anwendet und auch Raum eine Rolle spielt. Ihre Installationen verbinden oft Darstellung, Lyrik, Musik und Video.


Die Installation „Jag önskar upprätta förbindelse med er“ im Göteborger Kunstmuseum drückt den Anfang und das Ende unserer Welt gleichzeitig aus und ist wie ein Aufruf an die Menschheit sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen und miteinander zu kommunizieren statt sich voneinander fortzubewegen, wobei sich der Mensch auch seinen Platz innerhalb der Natur neu suchen muss.


Mona Peterssons Werk in mehreren Teilen aus mehreren Epochen der Erdgeschichte präsentiert vor allem drei Themen des Kontakts, der Reflexion und des Zusammenlebens. Auf einigen Bildschirmen erscheinen die Bilder mehrerer Testexplosionen von Atombomben während gleichzeitig die Explosionen der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki in ihrem optischen Erscheinungsbild geschildert werden.


Auf einem Regal findet man mehrere Samen, die den Ursprung alles Lebens auf Erde darstellen, mit dem Hinweis, dass es kein Wildkraut gibt, das mit dem Buchstaben A beginnt. Und eine ganze Wand schildert in einer Collage das chaotische Zusammenleben der Menschen, Tiere und Pflanzen, die in diesem Chaos dennoch eine gewisse Ordnung verbindet und die Stellung des heutigen Menschen zur Natur in Frage stellt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin