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Sonntag, 31. Oktober 2010

Sophie Calle im Hasselblad Center in Göteborg

Gleichzeitig mit der Verleihung des Hasselblad-Preises an Sophie Calle präsentiert das Hasselblad Center in Göteborg die Ausstellung „True Stories“ der französischen Fotografin, die sich selbst weniger als Fotografin sondern die Fotografie als eine der Möglichkeiten sich auszudrücken sieht. Eine Besonderheit der aktuellen Ausstellung ist daher auch, dass jedes Foto von einem erklärenden Text begleitet ist und „True Stories“ mehr als eine erzählende Installation als als Fotoausstellung zu sehen ist.


Sophie Calles Ausstellung im Hasselblad Center, die bis zum 13. Februar 2011 besucht werden kann, ist eine Art Selbstbiographie, eine Erzählung, bei der man der Künstlerin ab dem Alter von zwei Jahren folgen kann. Natürlich hat Sophie Calle das erste Foto der Serie nicht selbst geschossen, aber für sie ist es nicht wichtig jedes Foto auch selbst zu machen, sondern Geschichten zu verfolgen und zu erzählen.


Wenn man den Fotos chronologisch folgt und die einzelnen Texte liest, so bekommt man als Betrachter das Gefühl Sophie Calle zu entdecken und zu kennen, denn sie gibt eine Unzahl an Geheimnissen preis, die nur sie kennen kann. Und doch bleibt die Frage nach Erzählung, Traum und Wirklichkeit vorhanden, wobei man letztendlich feststellen muss keinen wirklichen Zugang zur Person Sophie Calle gefunden zu haben.


Mit ihrer künstlerischen Offenheit überrascht die Künstlerin Sophie Calle den Betrachter ihrer Werke in verschiedener Hinsicht. So wirft ihr Foto „Young Girl's Dream“, das zwei Vanilleeiskugeln mit einer Banane darstellt, mehr Fragen auf als es Antworten gibt. Allein dieses Foto erzählt mehrere Geschichten, die sicher für irgend jemanden Wahrheit sind. Auch für Sophie Calle?


Die Fotos zu „True Stories“ entstanden ab 1988, wobei die gesamte Ausstellung im Hasselblad Center aus 30 großformatigen Fotografien mit entsprechenden Erklärungen besteht, zu der weitere dreizehn frühe Werke von Sophie Calle kommen. Das Thema der gesamten Ausstellung kreist um Erinnerungen, Phantasie und Liebesbeziehungen von Sophie Calle.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 30. Oktober 2010

Sophie Calle erhält in Göteborg den Hasselblad-Preis

Am 30. November wurde der französischen Künstlerin Sophie Calle im Stadttheater Göteborg der 30. Hasselblad-Preis in Höhe von einer Million Kronen überreicht, einer Künstlerin, die nicht wusste, dass es den Hasselblad Preis gibt, wer Viktor Hasselblad war und von der niemand viel weiß, obwohl sie ihre Persönlichkeit in Ausstellungen und Installationen zur Schau stellt.

Sophie Calle

Sophie Calle ist vermutlich die erste Fotografin, die den prestigeträchtigen Hasselblad-Preis erhielt, obwohl sie die Fotos zu ihren Ausstellungen nicht immer selbst macht, sondern, wie in einem Fall, die Fotos eines Privatdetektivs benutzt, der ihr eine Zeit lang durch die Straßen von Paris folgte und seinerseits wiederum von einem befreundeten Fotografen verfolgt und fotografiert wurde.

Die Gruppe Räfven

Sophie Calle, deren Fotos oft von einem kurzen, erklärenden Text begleitet werden, scheint sich mit ihren Fotografien ständig dem Betrachter auszuliefern, und dennoch lässt sie offen, ob sie die Wahrheit oder die imaginäre Wahrheit darstellt. Aus ihrem Leben ist daher kaum etwas wirklich bekannt, denn sie überlässt die Auswertung ihrer Fotografien und Texten dem Kritiker und dem Betrachter.

Stephan Eicher

Die Preisverleihung im Göteborger Stadttheater war begleitet von einer künstlerischen Umrahmung höchsten Niveaus. Die musikalische Unterhaltung leistete die Göteborger Gruppe Räfven, deren Musik in keine vorgegebene Kategorie passt und daher dem künstlerischen Ausdrucks Sophie Calles sehr nahe kommt. Die französische Musikeinlage leistete Stephan Eicher, der in den letzten Jahren vor allem mit dem französischen Autor Philippe Dijan zusammenarbeitet.

Sophie Calle erhält den Hasselblad-Preis

Der Dokumentarfilmer Ben Lewis zeigte während der Zeremonie der Preisverleihung an Sophie Calle seine persönliche Darstellung der Künstlerin und der Etoile der Pariser Oper, Marie-Agnès Gillot, tanzte Ravels Bolero in einer einzigartigen Form, was zu stehenden Ovationen führte. Zum Abschluss der Vorstellungen zeigte Sophie Calle, dass sie nicht nur fotografieren kann, sondern auch über Humor verfügt, indem sie zusammen mit Stephan Eicher und den Räfven auf die Bühne trat.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin