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Samstag, 24. Juli 2010

Wandern in der Natur von Styrsö in Göteborg

Wenn man in Styrsö am Fährhafen Skäret an Land geht, so sieht man zuerst auf die Anhöhen das Waldgebiet der Insel, das von einigen Bergen unterbrochen wird, zum Teil aber auch fast undurchdringlich scheint und einem Urwald gleicht, wo aber auch Feuchtgebiete des Durchstreifen der Landschaft außerhalb der Wanderwege zu einem Abenteuer machen kann.


Da man alle historischen Funde auf dieser südlichen Hälfte von Styrsö machte, ist anzunehmen, dass dieser Teil der Insel zuerst bewohnt war, zumal er zum Großteil höher liegt als die andere Hälfte von Styrsö und man daher den höheren Wasserstand während der Bronzezeit beachten muss. Auf dem Südteil der Insel findet man relativ wenig Gebäude, dafür aber die schönsten Strände und mehrere Wanderwege.


Die nicht beschilderten Wanderwege führen teilweise entlang der Küste und vor allem entlang der Brännholmsviken, wo man außer einem außerordentlichen Leben im Wasser und einer Pflanzenwelt, die man auf anderen Inseln nicht findet, auch auf zahlreiche Reste früherer Siedlungen stößt, was belegt, dass Styrsö auf jeden Fall ab dem 13. Jahrhundert regelmäßig bewohnt war.


Im Wald, den man auf mehreren Wanderwegen durchstreifen kann, findet man zahlreiche importierte Baumarten, deren Herkunft nicht eindeutig geklärt ist, die sich jedoch nach dem Niedergang der Schafszucht ungehindert verbreiten konnten. Inmitten des Waldes findet man auch den Korsedammen, an dem die Vogelfreunde Styrsös bisher das Vorkommen von 80 verschiedenen Vogelarten rezensiert haben, was mit Sicherheit auch auf der Ausdehnung des Waldes und dessen Artenreichtum beruht.


Nach isländischen Legenden war Styrsö einst ein Handelsplatz der Wikinger, wobei jedoch der sogenannte Wikinger-Friedhof auf der Insel, der direkt am Hauptwanderweg liegt, erst später entstanden ist und der Platz ist, wo vermutlich die erste Kapelle Styrsös stand. Ein ähnliches Rätsel bietet der Grabhügel Stora Rös aus der Bronzezeit, der seit Beginn der schwedischen Seefahrt als Seezeichen diente und der Insel Styrsö auch ihren Namen gab.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 19. Oktober 2009

Historische Gräber bei der Mikaelskyrkan in Askim, Göteborg

Der Stadtteil Askim war bis 1974 eine eigene Gemeinde und verfügt daher auch über eine eigene Geschichte, die nicht immer mit der von Göteborg parallel läuft, auch wenn die alte Älvsborg und der Göta Älv für Askim von Bedeutung waren, nicht zuletzt wegen der Wikingeransiedlungen, die sich auf dem Gebiet Askims befanden.


Eine besondere historische Bedeutung hat das Gebiet um die neue Mikaelskyrkan, die nachweislich bereits im Mittelalter existierte. Von der mittelalterlichen Mikaelskyrkan findet man heute nur noch einige wenige Steine, da die alte Kirche im Jahre 1876 bei einem Brand völlig zerstört wurde. Der Friedhof birgt jedoch nach wie vor einen Schatz besonderer Art.


Zum einen findet man auf einer Anhöhe eine Grabstelle aus der Wikingerzeit. Inmitten eines Haines kann man hier mehrere Grabarten sehen, wobei es sich in Askim um einen der bedeutendsten Grabstellen dieser Epoche handelt, auch wenn man über jene Zeit, mangels schriftlicher Aufzeichnungen, nur sehr wenig weiß und sich unsere Kenntnisse nur auf ausländische Aufzeichnungen und archäologische Funde beschränken.


Der alte Friedhof der Mikaelskyrka Askims ist durch zwei Tore zugängig und völlig von einem Steinmauer umgeben. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts durften Selbstmörder nicht durch eines der beiden Tore getragen werden. Um ihnen daher die letzte Ruhestätte zu gewähren, mussten die Särge über die Mauern gehoben werden.


Auf dem Friedhof findet man auch einen Grabstein von 1753, der über dem sogenannten kapargraven, dem Grab des Piraten, liegt. Tatsächlich liegt jedoch kein Seemann im Grab, sonder ein Gutsbesitzer, der Kirchendiener und eine 1 1/2 jähriges Kinde, die an Lungenentzündung starben. Möglicherweise fuhr jedoch einer der Begrabenen auf einem der Schiffe der Gathenhielms Flotte mit und hat daher zumindest ein Kaperschiff betreten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin