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Dienstag, 10. Mai 2011

Das Wissenschaftsfestival (Vetenskapsfestivalen) in Göteborg

Vom 10. bis zum 15. Mai 2011 findet in Göteborg das fünfzehnte Vetenskapsfestivalen (Wissenschaftsfestival) statt, das seinen rund 100.000 Besuchern die unterschiedlichsten aktuellen Forschungen auf anschauliche Weise näher bringt. Dieses Jahr bieten über 300 Wissenschaftler ihr Wissen auf populärwissenschaftliche Weise an. Nahezu ganz Göteborg steht fast eine Woche lang unter dem Zeichen von Wissen.


Dieses Jahr haben sich die Organisatoren des Wissenschaftsfestivals allerdings eine zusätzliche Attraktion ausgedacht, das den Namen „Vetenskapsroulette“ (Wissenschaftsroulette) trägt und sich im Göteborger Riesenrad mit seinen 42 Gondeln abspielt, was in gewisser Weise auch den Begriff Kreativität ausdrückt, dem Motto des diesjährigen Festivals.

Andreas Johnsson erklärt das Größenverhältnis und die Inklination von Erde und Mars

Am Dienstag zwischen 17 und 18 Uhr nimmt in jeder der Gondeln ein Wissenschaftler Platz, der dann auf bis zu sieben interessierte Gäste wartet, die mit ihm rund 20 Minuten verbringen werden um einen Einblick in sein Forschungsthema zu bekommen und die Fragen stellen kann, die ihm schon lange auf dem Herzen liegen.


Allerdings kann man, wie einem Roulette, nicht wählen, sondern wird per Zufall zu einer der Gondeln geführt, um vielleicht ein ganz neues Thema präsentiert zu bekommen, da die Forscher aus allen Bereichen kommen. Fleischfressende Pflanzen, Lasertechnik, Klimaveränderungen oder Pompeji werden ebenso spannend erklärt wie die neuesten Erkenntnisse über Mars und selbst ein Schnellkurs in Japanisch und Chinesisch können auf dem Programm stehen.


Die Wissenschaftler passen ihre Erklärungen natürlich ihrem Publikum an. So beginnt die Geschichte des Planeten Mars von Andreas Johnsson mit zwei verschieden großen Apfelsinen und führt bis zur Entstehung der Kanäle auf Mars. Bei der spannenden Präsentation der Themen bleiben natürlich nur wenige Augenblicke für die Aussicht über Göteborg, aber was zählt ist ja nicht die Aussicht, sondern spannendes Wissen in entspannter Atmosphäre.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 23. April 2010

Vetenskapsfestivalen, das internationale Wissenschaftsfestival in Göteborg

Das internationale Wissenschaftsfestival (Vetenskapsfestivalen) in Göteborg ist die größte europäische Veranstaltung, die die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Arbeiten, Gedanken und Aspekte einem breiten Publikum in allgemeinverständlicher Weise näher bringt. Anerkannte Wissenschaftler aus der ganzen Welt stellen hier Wissenschaft in einen öffentlichen Raum und schaffen damit eine „Wissenschaft zum Anfassen“.


Zwischen dem 20. und dem 25. April stößt man an allen zentralen Stellen Göteborgs auf populärwissenschaftliche Vorträge und Ausstellungen, egal, ob man ein Museum besucht, eine wissenschaftliche Einrichtung, eine Kirche, einen öffentlichen Platz oder gar ein Kaufhaus wie Nordstan. Wobei sich vor allem Nordstan als allgemein wissenschaftliches Forum eignet, da hier sehr viele Kunden des Kaufhaus auch unvorbereitet auf Wissenschaft stoßen und bereit sind fünf oder zehn Minuten eines Tages einem populärwissenschaftlichen Thema zu widmen.


Unter dem sehr breiten Angebot, das man in Nordstan findet, werden vor allem Themen behandelt, die direkt oder indirekt mit dem Warenangebot des Kaufhauses in Verbindung stehen oder von allgemeinem Interesse sind. So fand man am 21. und 22. April „The Complexity Experience“, das an Hand von Spielen das Zusammenwirken von Körperzellen erklärte. Zell- und Molekularbiologen zeigten hier anschaulich wie man die Forschung von Heilmitteln gegen Alzheimer angehen kann.


Neugierde weckt in Nordstan vor allem das „Walk-in Closet“, eine Ausstellung, die dem Laien die Zusammenwirkung von Kleidung und dem Ökosystem erklärt, insbesondere jedoch die Einwirkung von der Wahl bestimmter Stoffe auf Rohstoffressourcen und Klima. In einem kleinen Rundgang entdeckt man alternative Rohstoffe für zukünftige Kleidung, aber auch die Notwendigkeit der Erhaltung des Regenwaldes, der nicht als einfacher Wald zu sehen ist, sondern als komplexes ökologisches Gebilde mit einer Rolle, die die ganze Erde beeinflusst.


Aber auch Themen wie permanentes wirtschaftliches Wachstum, Recycling von elektrischen Geräten, Fragen um Biogas oder Radioaktivität in der Umwelt sind Themen, mit denen sich Besucher des Einkaufzentrums Nordstan konfrontiert sehen. Die Ausstellung „Visual Voltage“ zog ebenfalls zahlreiche Besucher an, die Energie in Bezug zu graphischem Ausdruck verwandelt und Design als „Messgerät“ für Energie benutzt. Mehrere der Ausstellungen sind oder waren nur einen Tag zu finden, was die Präsentation einer Vielzahl von unterschiedlichen Themen ermöglicht.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 19. April 2010

600 Kinder pflanzen und sähen im Göteborger Schlosswald Frühlingsblumen

Im Rahmen des Wissenschaftsfestivals (Vetenskapsfestivalen) in Göteborg sammelten sich heute rund 600 Kinder zwischen Vorschule und Vierter Klasse um zu pflanzen und zu säen. Auf einer Länge von 100 Metern war zu Fuße des Naturwissenschaftlichen Museums, gegenüber dem Spielplatz Plikta, eine Rabatte vorbereitet, die die Kinder zu einem blühenden Paradies gestalten dürfen.


Schon eine halbe Stunde vor dem Auftakt kam eine nach der anderen Kindergruppe im Slottsskogen (Schlosswald) an um sich die Zeit mit verschiedenen Spielen zu vertreiben, auch wenn manchmal etwa ungeduldige Blicke Richtung Rabatte geworfen wurden, wo bereits hunderte von Töpfen mit Osterglocken aufgereiht waren.


Bevor jedoch die Pflanzaktion in Gang kam, wurden die Kinder mit afrikanischer Musik kindgerecht unterhalten. Sehr eifrig tanzten die Kinder, unter die sich auch Anneli Hulthén, die Vorsitzende des Göteborger Stadtrates, gemischt hatte, einen improvisierten Regentanz, der glücklicherweise die Sonne nicht vertreiben konnte, aber den Kindern sichtlich großen Spaß machte.


Nach einer kurzen Rede der Gärtnerin des Schlosswaldes und einigen Worten von Anneli Hulthén durften sich dann die Kinder, an gefüllten Bananenkisten vorbei, aus denen sie sich noch Wegzehrung nehmen konnten, auf den Weg zur Rabatte machen und zu ihren Pflanzschaufeln und Händen greifen, unmittelbar nachdem Anneli Hulthén die ersten Osterglocken gesetzt hatte.


Die 100 Meter lange Rabatte in Plikta wurde erst mit Osterglocken bepflanzt, bevor dann zwischen den Narzissen Sommer- und Herbstblumen gesät wurden, die dann bis zum ersten Frost die Besucher des Schlosswaldes erfreuen werden. Da die Pflanzaktion einen möglichst großen pädagogischen Wert haben soll, wurden auch einige der Stellen der Rabatte für Gemüse reserviert, dessen Samen ebenfalls von den anwesenden Kindern unter die Erde gebracht wurde. Im Laufe des Schuljahres werden die Kinder dann regelmäßig und gruppenweise die Pflanzung besuchen, den Fortschritt sehen und, mit Hilfe ihrer Lehrer, viel über Botanik erfahren.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin