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Montag, 1. Februar 2010

Geschichte des Gustav Adolf Torg in Göteborg

Als Göteborg im Jahre 1623 gegründet wurde gab es noch keinen Gustav Adolf Torg im heutigen Sinne noch nicht, da Göteborg von Gustav II. Adolf etwa bei Otterhällan gegründet wurde und die Gegenden außerhalb des Wallgrabens nur wenig bebaut waren und einer eventuellen Verteidigung der neuen Stadt dienen sollte. Nach Kartenauswertung war der Gustav Adolf Torg ab Mitte des 17. Jahrhunderts nichts anderes als eine der Anlegestellen am Stora Hamnkanalen mit vor allem militärischen Gebäuden.

Gustav Adolf Torg gegen 1750

Bis zum Jahre 1730 war der Lilla Torget der bedeutendste Platz außerhalb des Wallgrabens, wo auch der Fischmarkt installiert war. Erst als die Ostindienkompanie ihre Aktivitäten aufnahm und nahe des Gustav Adolf Torgs sein Hauptgebäude errichtete verlagerten sich die Hafenaktivitäten und der Fischmarkt, der sich zu einem gewöhnlichen Marktplatz entwickelte, zum heutigen Gustav Adolf Torg. In jener Zeit bekam er den Namen Stora Torget, Großer Marktplatz.

Gustav Adolf Torg im Jahre 1800

Ab 1672 befand sich jedoch das Rathaus am Gustav Adolf Torg, das ursprünglich an der Kungsporten lag. Da jedoch die damals führende Schicht Göteborgs bereits seit Gründung der Stadt die beiden Seiten des Stora Hamnkanalen besaßen, war es logisch, auch die Regierungsgeschäfte in ihre Nähe zu legen. Die ersten Bürgermeister und Stadträte bestanden vor allem aus Einwanderern, die später auch die Ostindische Kompanie leiteten.

Gustav Adolf Torg im Jahre 1835

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war das einzige öffentliche Gebäude des Gustav Adolf Torg das Rathaus. Die freie Stelle diente als Übungsfeld für das Militär, hier befand sich die Feuerwehr und hier fanden öffentliche Bestrafungen statt. Erst ab 1850 wurde der Gustav Adolf Torg ein Platz, der eine neutrale Rolle einnahm und er wirklich mit Regierungsgeschäften verbunden wurde.

Gustav Adolf Torg gegen 1850

1848 wurde der Marktplatz von hier zum Kungstorget verlagert, ein Jahr später war die Börse erbaut und 1854 wurde der Gustav Adolf Torg mit dem Errichten der Gustav II. Adolf Statue zum symbolischen Zentrum Göteborgs. Auch heute wird der Platz noch ausschließlich mit den Regierungstätigkeiten Göteborgs verknüpft, wo politische Demonstrationen ihren Platz haben und die maßgeblichen Politiker Göteborgs ihre Büros haben.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Stiche und Fotos: Stadsmuseum Göteborg

Freitag, 9. Oktober 2009

Otterhällan und Königin Kristinas Jagdschloss in Göteborg

Otterhällan, eine Erhöhung innerhalb des Vallgravens und nahe dem Lilla Torget ist heute kaum ein Ort, den ein Besucher Göteborgs besichtigt. Berget, der Berg, wie der Otterhällan von vielen Göteborgern genannt wird, ist heute von einförmigen Wohnungen dominiert und nur noch wenig weist auf seine geschichtliche Bedeutung hin.


Und dennoch war es auf dieser Anhöhe, wo Gustav II Adolf mit seinem Finger auf die Stelle zeigte wo die Stadt Göteborg liegen soll. Seine Statue findet sich nicht an der legendären Stelle, sondern auf dem Gustav Adolf Torg. Auch von den Befestigungsanlagen, denen der Eichenwald bereits weichen musste sind nur noch wenige Reste sichtbar. Und selbst eines der ältesten Gebäude Göteborgs auf dem Hügel konnte nur gerettet werden indem es um mehrere hundert Meter verlagert wurde.


Drottning Kristinas Jaktslott, das Jagdschloss von Drottning Kristina aus dem Jahre 1656 wirkt heute fast verloren inmitten der Zementbauten, von denen es umgeben ist. Die Isolierung des Gebäudes liegt natürlich auch daran, dass es sich nicht um ein echtes Schloss handelt und Königin Kristina wohl auch nie ihren Fuß in das Gebäude setzte, aber auch, dass das Café im Erdgeschoss mittlerweile geschlossen wurde und niemand mehr das Gebäude von innen besichtigen kann.


Das Gebäude wurde von Börje Nilsson Drakenberg errichtet nachdem er vom dreißigjährigen Krieg zurückkehrte und ihm ein Regiment in Göteborg zugesagt wurde. Aber auch er wohnte wohl kaum in Drottning Kristinas Jagtslott. Im Laufe der Jahrhunderte wohnten hier Soldaten, Handwerker und Fischer. Zeitweise diente es auch als Wirtschaft für die Soldaten und Diener der nahen Festung Christina Regina und es diente eine Zeit lang selbst vier Familien als Wohnung.


Nachdem sich 1971 der Verein “Kulturminnesföreningen Otterhällan” gründete, war es schließlich möglich das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen und sein Bestand scheint nun garantiert. Die Löwenköpfe über den Fenstern wurden dem Haus erst 1914 bei Renovierungsarbeiten zugefügt. Sie stammen von einer Artilleriekaserne, die 1911 abgerissen wurde um dem Televerket Platz zu machen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin