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Freitag, 16. Juli 2010

Wandern im Naturschutzgebiet von Asperö in Göteborg

Asperö gehört zu den südlichen Schären und hat heute etwa 460 feste Einwohner. Die Insel ist mit der Fähre gerade einmal 10 Minuten von Saltholmen entfernt und das ganze Jahr über ein Ausflugsgebiet für Naturliebhaber, da sowohl die geologische Struktur als auch das Pflanzen- und das Tierleben von großem Interesse sind. Dies führte auch dazu, dass Asperö heute als gesamte Insel unter Naturschutz steht.


Obwohl die gesamte Runde um die Insel nicht einmal drei Kilometer lang ist, so geht man mit den kleinen „Ausflügen“ nach links und rechts doch zwischen vier und fünf Kilometer. Ohne diese kleinen Ausflüge verpasst man einen großen Teil der Gewächse und Tiere, die ihre Heimat nun einmal nicht entlang einem Wanderweg haben, selbst wenn er nicht von vielen begangen wird.


Da ein Großteil des Wanderweges, der nahe der Anlegestelle Asperö Östra beginnt, teilweise durch ein bewachsenes, schluchtartiges Gebiet führt, kann die Runde selbst im Sommer ohne große Anstrengung genommen werden. Der Naturliebhaber entdeckt hier die verschiedensten Pflanzenarten, angefangen von jenen, die Feuchtigkeit lieben bis zu jenen, die in den kleinsten Spalten der Klippen noch Nahrung finden. Asperö verfügt über mehrere Baumarten und ist sehr reich an Flechten und Moosen, wobei im Unterholz überall zahlreiche Heidelbeeren wachsen.


Wer den Naturpfad durch das Naturreservat von Asperö zwischen Mai und Ende September nimmt, wird auch mit Erstauen feststellen, wie reich die Insel an Insekten ist. Vor allem der Artenreichtum an Schmetterlingen, Hummeln und Libellen ist für eine Insel, die von Salzwasser umgeben ist, geradezu erstaunlich. Und selbst Liebhaber von Spinnen kommen bei einer Wanderung um Asperö voll auf ihre Kosten.


Wer nicht nur auf die unterschiedlichsten Möwenarten treffen will, sollte Asperö ebenfalls zwischen Frühling und Herbst besuchen, wobei sich die verschiedenen Gänse- und Entenarten weniger auf Asperö als vielmehr auf den sehr nahen unbewohnten Nachbarinseln aufhalten. Im Sommer findet man hier allein rund 50 Kanadagänse mit ihren Jungen. Auf der Insel selbst findet man die verschiedensten Singvögel und am Süßwasserteich noch einige Wasservögel, die nur auf wenigen anderen der südlichen Schäreninseln zu finden sind.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Der Linnépark in Haga, Göteborg

Im Jahre 2007 war Linnés 300-jähriger Geburtstag, der an zahlreichen Stellen Göteborgs dazu führte, dass Gartenanlagen in Erinnerung an den großen Botaniker angelegt wurden, nicht zuletzt auch im Botanischen Garten Göteborgs. Aber nicht immer waren es offizielle Anlagen, die zu diesem Geburtstag das Licht sahen. Im Göteborger Stadtteil Haga legte auch die Bostads AB Poseidon einen kleinen Park besonderer Art an.


Wer vom Monument Hagas Historia aus zu den Treppen geht, die zur Skansen Kronan führen entdeckt am Fuße des Risåsbergets den kleinen Linnépark von Haga, in dem Skulptur, Lichteffekt, Information und Pflanzen Hand in Hand gehen. Hier wird Linné nicht nur als Botaniker gezeigt, sondern auch als Heiler, Philosoph, Geologe und Weltreisender. Um den Pflanzenreichtum des Parkes wirklich zu entdecken sollte man den Park jedoch in mehreren Epochen des Jahres besuchen.


Linné arbeitete selbstverständlich nicht allein um alle von ihm beschriebenen Pflanzen-, Tier, und Gesteinsarten zu entdecken. Ihm standen zeitweise 17 Wissenschaftler der Universität Uppsala zur Verfügung, die in seinem Namen die Welt bereisten um unbekannte Arten zu entdecken. Die meisten dieser Reisen hatten in Göteborg ihren Anfang. Die symbolischen Schiffe im Linnépark sollen an diese Reisen erinnern und stellen die Schiffe der Ostindiefararen dar.


Acht der 17 Aposteln, wie Linné seine Helfer nannte, starben in fernen Ländern an schweren Krankheiten. Damit der Einsatz dieser Wissenschaftler nicht vergessen wird verlieh Linné acht Blumen die Namen dieser Helfer. Linnés eigenen Reisen in Schweden gehören vermutlich zu den best beschriebenen Entdeckungsreisen in die Pflanzenwelt, da Linné ausführliche Tagesbuchaufzeichnungen machte, die zum Teil heute noch nachgedruckt werden.


Der Linnépark in Haga zeigt vor allem Pflanzen, die Linné selbst wichtig waren, wie Buchsbaum, Walderbeere oder verschiedene Veilchen. Oder aber zwei Bananen der Art, die er selbst in Uppsala zur Blüte brachte um die Früchte König Adolf Fredrik und Königin Lovisa Ulrika anzubieten. Aber auch der Maulbeerbaum gehört zu der reichhaltigen Sammlung, den er wegen der Seidenraupen nach Schweden brachte, in der Hoffnung, dass Schweden dadurch vom Seidenimport unabhängig werden könnte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin