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Montag, 14. Dezember 2009

Das Luciafest und seine Tradition in Göteborg

Auch wenn die Heilige Lucia aus Sizilien und nicht aus Schweden kommt, so reicht das Luciafest in ganz Schweden dennoch Jahrhunderte zurück, in eine Zeit als noch keine normale Verbindungen zwischen Schweden und Süditalien existierte. Zu Beginn wurde das Luciafest in Schweden auch nicht mit Lucia in Verbindung gebracht, sondern mit der Wintersonnenwende, die in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember lag.


Das Luciafest hatte im Laufe der Jahrhunderte wechselnde Traditionen, die häufig im heidnischen Glauben zu finden waren. Gemeinsam war jedoch allen, dass am Lucienfest vor allem das Licht beschworen wurde zurückzukehren, wobei die weibliche Gestalt mit weißem Kleid und rotem Gürtelschal eine heidnische Göttin, die Göttin des Lichtes, ausdrückt, die am 13. Dezember jeden Jahres den Menschen das Licht zurückbringt.


In Göteborg wurde das heutige große Luciafest im heutigen Sinne im Jahre 1940 von der lokalen Tageszeitung GP erneut ins Leben gerufen, nachdem es mehrere Jahre vor sich hin schlummerte. Für die ausgewählten jungen Frauen zwischen 16 und 25 bedeutet dies, falls sie die Gesangsaudition mit Erfolg absolvierten, dass sie zwischen dem 20. November und dem 17. Dezember eine Rund-um-die-Uhr-Beschäftigung haben, die auch etwa 200 öffentliche Auftritte in Göteborg beinhaltet.


Zwischen dem 20. November und dem Abend des 12. Dezembers hat jede der Luciakandidatinnen die Chance zur Lucia gekrönt zu werden und jede Kandidatin hat die gleichen Aufgaben zu erfüllen. Erst am 12. Dezember wird, nach Auszählung der Stimmen aller Göteborger die mitwählten, in Liseberg die Lucia des Jahres gekrönt und zieht mit ihrem Gefolge zum großen Luciakonzert in der Vasakyrkan ein.


In Göteborg wird das Luciafest jedoch auch, in weitaus kleinerem Rahmen, in jedem Kindergarten und jeder Schule gefeiert, wo die Kinder oder Jugendlichen für Eltern und Verwandte einen Luciaumzug veranstalten, der meist mit einem gemütlichen Beisammensein aller Teilnehmer und Besucher endet. Sowohl beim großen Luciafest als auch bei jedem der kleineren Auftritte wird man während des Einzugs der Lucia das Lucienlied hören, das jeder Schwede auswendig kennt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin Letztes Foto: Irene Kårlin

Freitag, 16. Oktober 2009

Der Vasapark in Göteborg

Der Vasapark mitten in Göteborg hat auf der einen Seite das Hauptgebäude der Göteborger Universität, auf der anderen die Vasakirche und ist eine der grünen Oasen Göteborgs, die leider während der letzten Jahre den Ruf der Unsicherheit bekommen hat, da sich hier zeitweise Punkgruppen Göteborgs trafen. Auch wenn diese Situation der Vergangenheit angehört, so hat es der Park dennoch schwer gegen die Gefühle der Göteborger anzukommen.


Während der warmen Monate ist der Vasapark ein Platz, wo nicht nur die Bewohner der umliegenden Wohnungen im Grünen ausruhen und wo Kinder auf dem Spielplatz herumtollen, sondern auch ein Ort an dem die Schüler des nahen Schillergymnasiums und die Studenten der HDK und der Universität ihre Arbeiten diskutieren oder ganz einfach ein Buch lesen.


Seit Frühjahr 2009 lebt auch das Projekt "I en annan del av Vasaparken", das mehrere Arbeitsgruppen zusammenführte, die, zusammen mit den Stadtarchitekten, über das zukünftige Aussehen des Vasaparkes diskutieren. Hier geht es vor allem um eine verbesserte Beleuchtung, die Anordnung von Sitzgruppen und die Schaffung eines Forums für Graffiti-Künstler. Bereits 2010 könnten einige der Vorschläge realisiert werden.


Wer Kunst im Park sucht wird im Vasapark etwas enttäuscht, denn in der gesamten Anlage findet man unter den verschiedensten Baumarten nur eine einzige Skulptur, die der Charles Felix Lindbergs Donationsfond hier im Jahre 2000 aufstellen ließ. Die Skulptur Acceleration von Ida Isaksson-Sillén kann jedoch nun auch dazu dienen, die Modernisierung des Vasaparkes voranzutreiben und eine künstlerische Aufwertung des Parkes hervorrufen.


Der Vasapark in Götepork ist jedoch auch der Treffpunkt der Friedensbewegung mit einem Gedenkstein (Katsura), der an die Toten von Hiroshima und Nagasaki des Jahres 1943 erinnern soll. Hier beginnen die Aktionen der Friedensbewegung, die oft zusammen mit der Vasakyrkan arbeitet und hier hielten bereits die bedeutendsten Redner der Friedensbewegung vieler Länder ihre Reden gegen Aufrüstung, Krieg und Gewalt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. September 2009

Der Vasaplatsen in Vasastaden in Göteborg

Der Vasaplatsen (Vasaplatz) liegt, wie sein Name schon sagt, im Stadtteil Vasastaden von Göteborg. Er wurde, zusammen mit dem Vasaparken, bereits im Jahre 1892 auf Initiative von Josef Andrén, Ernst Bring und Pontus Fürstenberg angelegt. Auch wenn er zu den kleinsten Grünflachen Göteborgs gehört, so liegt er dennoch an einer zentralen Stelle und ist von den unterschiedlichsten Gruppen bevölkert.


Für viele Göteborger birgt der Vasaplatsen traurige Erinnerung, denn hier geschah im Jahre 1992 das größte Straßenbahnunglück in der Geschichte Göteborgs. Hier entgleiste eine ungebremste Straßenbahn bei 100 km/h und verursachte 13 Tote und 29 zum Teil schwer Verletzte. Auch die Punker, die sich später dort trafen, verhalf dem Platz nicht gerade zu einem positiven Ansehen.


Die Punker sind mittlerweile wieder verschwunden, nicht jedoch der 1897 angelegte Brunnen, der im Zentrum des Parkes von mehreren Bänken umgeben ist und eine neu gewonnene Ruhe ausstrahlt. Nur wenige Schritte vom Vasaplatsen entfernt findet man den Vasaparken, das alte Universitätsgebäude und die Vasakyrkan.


Die Gebäude am Vasaplatsen wurden vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet und tragen die damals üblichen Ausschmückungen, die mittlerweile großenteils restauriert wurden. Es lohnt sich daher hier auch einen Blick nach oben zu werfen und nicht nur das Grün des Platzes zu betrachten.


Am 31. März 1955 wurde am Vasaplatsen ein Erinnerungsmonument an Torgny Segerstedt errichtet, das an den größten schwedischen Kritiker Hitlers erinnern soll. Der zehn Meter hohe dreikantike Monolith in Granit wurde von Ivar Johansson geschaffen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 12. September 2009

Die Vasakyrkan (Vasakirche) in Vasastaden in Göteborg

Die Vasakirche (Vasakyrka) wurde am 4. April 2009 hundert Jahre alt und gehört damit zu den jüngeren Kirchen Göteborgs, deren Mitglieder vor allem von der Domkyrka, der Kathedrale zur neuen Kirche kamen. Die Vasakirche wurde zur gleichen Zeit errichtet wie zahlreiche andere Gebäude im Stadtteil, der heute Vasastaden heißt.


Die Vasakyrkan wurde unter dem Architekten Yngve Rasmussen zwischen 1905 und 1908 errichtet. Das Gebäude wurde in neuromatischem Stil Stil mit Granit aus Stångehuvud, Bohuslän, errichtet und mit Details in Jugendstil versehen. Das Wandgemälde über dem Altar wurde von Albert Eldh gemalt.


Die Vasakirche liegt direkt neben dem Vasapark und gehört zu den größten und bedeutendsten Granitkirchen Schwedens. 5000 Quadratmeter Granit mussten für die Kirche aus dem Bohuslän antransportiert werden.


Das Innere der Vasakyrkan wird von der Wandmalerei Eldhs dominiert, der 1920 in zarten Farben die Himmelfahrt Christis darstellte. Der Altar und der Schmuck des Innenraums sind sehr einfach gehalten und zeigen noch die Vergangenheit der streng an die Predigt angelehnte klassischen Kirche. Die Vasakirche gehörte bis zu den 50er Jahren zu den traditionellsten Kirchen Göteborgs.


Ein weiteres Schmuckstück der Vasakyrkan ist die im Jahre 1909 von Eskil Lundén gebaute Orgel, die schon damals über 40 Stimmen verfügte. Die Orgel wurde mehrmals renoviert und ihre Akustik verbessert. Es ist daher verständlich, dass die Vasakirche über mehrere Chöre verfügt, dass hier regelmäßig Orgelkonzerte veranstaltet werden und selbst einige Musikaufnahmen hier eingespielt wurden. Es gibt in Göteborg keine andere Kirche, wo man Musik in dieser Qualität hören kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert und Irene Kårlin