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Samstag, 17. September 2011

Der Cartoonist und Künstler Jan Lööf in Göteborg

Vom 17. September 2011 bis zum 22. Januar 2012 findet man im Göteborger Kunstmuseum eine Ausstellung besonderer Art, die viele nicht in einem Kunstmuseum suchen, denn für viele Kunstliebhaber ist ein Zeichner von Cartoons, Karikaturen und Bilderbüchern mehr ein Handwerker als ein Künstler. Göteborgs Konstmuseum wagt daher einen Schritt in die Zukunft und gibt Jan Lööf den Platz, der er als Künstler auch verdient, nämlich einen Raum einer Kunstausstellung.


Die Ausstellung „Jan Lööf - bildmakaren“, bei der man auch die zahlreichen Bücher, die der Künstler illustriert hat, betrachten und lesen kann und einen alten Film in Ruhe ansehen darf, der noch in einer Epoche gedreht wurde als die Filme noch keine Farben hatten, ist weniger eine historische Darstellung seiner Werke, sondern eine Sammlung, die die Vielfalt seines Könnens in den Vordergrund setzt.


Jan Lööf hat mit seinen Werken Felix (1967 - 1973) und „Ville“ (1975 - 1976) über drei Jahrzehnte hinweg zahlreiche schwedischen Zeichner inspiriert, und die Illustration von Büchern zu einer Kunst erhoben. Seine Kinderbücher findet man noch heute in nahezu allen Ländern, da Jan Lööf mit seinen skurrilen Figuren eine zeitlose Fantasie wachsen lässt, die Kinder in das Reich der Erzählung führt in der sie die Wirklichkeit vergessen.


Den Hauptteil der Ausstellung „Jan Lööf - bildmakaren“ machen die Originalzeichnungen aus seinen verschiedenen Werken aus, die man hier zum ersten Mal aus aller Nähe betrachten kann. Viele seiner in Schweden allgemein bekannten Figuren sind jedoch auch als Modelle ausgestellt, die den Übergang von der gezeichneten zweidimensionalen Welt in eine dreidimensionale Welt ermöglichen in der gesamten aufgebauten Szene zu erfühlen sind.


Die Ausstellung von Jan Lööf, der heute überwiegend in Griechenland lebt, und der eine Hauptrolle in der Kinderserie Tårtan spielte, wird von einem Rahmenprogramm begleitet bei dem Jan Lööfs Welt dem Publikum auf das Anschaulichste näher gebracht wird. Einer der Hauptpunkte wird die dreistündige Marathonvorführung der Serie Tårtan während der Göteborger Kulturnacht am 14. Oktober. Die Ausstellung wird von einem reichhaltigen Ausstellungskatalog begleitet, der im Kunstmuseum erworben werden kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 1. Oktober 2010

Nina Bondeson in der Galleri 1 in Göteborg

Wie in jeder Großstadt, so findet man auch in Göteborg Kunst nicht nur in den Museen, sondern auch in den zahlreichen Galerien, die die Stadt bietet. Eine dieser Galerien in zentraler Lage ist die Galleri 1 in der Erik Dahlbergsgatan, wo man vom 11. September bis zum 2. Oktober die Ausstellung „Hälsa & Friluftsliv“ von Nina Bondeson findet, die hier bereits mehrmals ausstellte.

Safety first. Undantaget den omedelbara erfarenheten (Detail)

Nina Bondeson wurde 1953 in Stockholm geboren und studierte Kunst in Umeå, Stockholm und Göteborg. Sie lebt und arbeitet heute in Mölndal, einem Nachbarort Göteborgs. Ihre Ausstellung in der Galleri 1 hat das Thema „Gesundheit und Leben in frischer Luft“, was der Besucher unmittelbar beim Betreten der Galerie feststellt, selbst wenn er den Titel der Ausstellung nicht kennt.

Yxgull

„Hälsa & Friluftsliv“ ist eine sehr individuelle Ausstellung bei der die Künstlerin verschiedene Techniken verwendet, einen Wert auf dreidimensionale Betrachtung legt und die von einigen Installationen vervollständigt wird. Der Betrachter der Werke muss sich Zeit nehmen um die Feinheiten der Arbeiten zu entdecken und die integrierten Texte zu lesen. Nina Bondeson benutzt einen völlig eigenen Stil, den sie im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Tie me to your apron strings again

Nina Bondeson wählt für die zum Thema gehörigen Werke Menschen und Krankheiten der heutigen Tage, aber lässt die Jahrhunderte verschmelzen. Der Betrachter findet Elemente von Paolo Uccello, aber auch einen Sprung zu den Alchemisten oder der deutschen Naturphilosophie. Für Nina Bondeson scheinen Zeit und Raum keine Rolle zu spielen.

En jävla röra

Zahlreiche Werke Ninas, die man in der Galleri 1 in Göteborg findet werden von Texten begleitet, die jedoch keine Erklärungen zu den Werken sind, sondern eine begleitende Poesie, nach deren Lektüre man zu einer neuen Betrachtung des Kunstwerks findet. Insgesamt werden in der Galerie 42 Werke zu Gesundheit und dem Leben in frischer Luft der Künstlerin ausgestellt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 16. April 2010

Spielskulpturen, Kunst und Kinder in Göteborg

Allen voran führte Egon Möller-Nielsen, der als Architekt, Skulpteur und Bilderbuchautor arbeitete, in den 50er Jahren Spielskulpturen in Schweden ein, die in kurzer Zeit das ganze Land eroberten. In allen Städten des Landes, so auch in Göteborg, setzt diese Bewegung bis heute fort und mehrere bedeutende Künstler werden regelmäßig damit beauftragt Kunstwerke zum Anfassen zu schaffen um dadurch auch Kindern Kunst näher zu bringenn, Werke, die von den üblichen Gerätschaften eines Spielplatzes abweichen.


Spielskulpturen in Göteborg können sehr verschiedene Formen annehmen und haben im Grunde nur den Punkt gemeinsam, dass sie für Kinder gedacht sind und damit das Spiel mit Kunst vereinen. Eines der ungewöhnlichsten Beispiele ist hier das Pflanzenlabyrinth mit 1200 Eiben im Göteborger Schlosswald, wo sich Kinder durch ein lebendes Labyrinth bewegen müssen um am Zielpunkt ein Mosaik mit einem Wolf, einer Schlange und eine Eidechse zu finden.


Die beiden ältesten Spielskulpturen der Stadt wurden vom „Erfinder“ dieser Kunstwerke geschaffen, denn sowohl das Ei als auch Tufsen wurden von Egon Möller-Nielsen geschaffen. Diese beiden Werke kamen so gut bei Kindern an, dass mehrere Städte über identische Kopien verfügen, die alle mit der Originalform des Werkes hergestellt wurden.


Eine ganze Gruppe an Spielskulpturen findet man im Botanischen Garten Göteborgs. Hier schuf der Holzbildhauer Manuel Florencia gleich fünf unterschiedliche Tiere auf denen Kinder ihre Kletterkünste erproben können und dabei gleichzeitig, mit Hilfe von Kindergärtner, Lehrern oder Eltern, etwas über die verschiedenen Tierarten erfahren können, unter anderem über Krokodile, Tintenfische oder Schildkröten.


Unter den sehr zahlreiche Spielskulpturen Göteborgs findet man das vielleicht symbolischste Werk für Göteborg am nördlichen Älvstranden. Hier schuf Bengt Lundin einen alten Segler auf dem Kinder den Mast erklettern können oder einfach Kapitän spielen dürfen. Dieses Werk wurde dann, in abgewandelter Form, von mehreren öffentlichen Spielplätzen der Stadt übernommen, so dass man im Prinzip von einem Spielschiff zum nächsten wandern kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. Januar 2010

Öffentliche Kunst an der Vasagatan in Göteborg

Es gibt keine Straße in Göteborg, die so viele bedeutende Gebäude und öffentliche Kunstwerke beherbergt wie die Vasagatan, die früher den etwas treffenderen Namen Stora Allégatan trug, denn die Vasagatan ist die einzige, fast einen Kilometer lange Allée der Stadt, an der Radfahrer und Fußgänger im Sommer vom Schatten profitieren können.


Wenn man seine Kunstwanderung an der Avenyn beginnt, so findet man zuerst das Valandhuset, das seinen Namen nach der altnordischen Gottheit Völund erhielt und dessen Statue noch heute einen Nebeneingang des Gebäudes bewohnt. Und nur wenige Schritte weiter stößt man bereits auf das Röhsska Museum mit seinen chinesischen Fuhunden.


Aber man sollte nicht nur die bekannteren Gebäude der Vasagaten betrachten, denn nahezu jedes Gebäude an der Allée verfügt über eine Skulptur, ein Relief oder eine Keramikarbeit, die die Straße geradezu zu einer Paradestraße macht. Nirgends in Göteborg wurde Architektur und Kunst mehr zusammengeschweißt als an den Gebäuden der Vasagatan, die überwiegend Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden.


Während man links der Vasagatan weiterhin so bedeutende Gebäude findet wie das Tomtehuset Hedlunds mit den zahlreichen Wandmalereien und das Universitätsgebäude mit seinen Löwen und Eulen, kann man auf der anderen Straßenseite mehrere Stuckarbeiten und Statuen entdecken, deren Künstler zum Teil unbekannt sind, da zu Beginn des letzten Jahrhunderts auch so mancher Architekt Kunst schuf oder entsprechende „Handwerker“ beauftragte.


Bevor man schließlich das Ende der Vasagatan mit der Universitätsbibliothek und der Büste von Sven Adolf Hedlund erreicht und an mehreren reich dekorierten Häusern vorbeigeht findet man auch noch eine besondere künstlerische Rarität Göteborgs, nämlich eine private Straßenlaterne, die nicht nur die Straße, sondern auch die Statue Danserska beleuchtet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. August 2009

Die Trädgårdsföreningen, ein Park für Skulpturen in Göteborg

Die Parkanlagen in Göteborg bieten dem Liebhaber Öffentlicher Kunst ein Vielzahl an Skulpturen. Allein der Botanische Garten, der Schlosswald und die Gartenvereinigung zusammen bilden einen bedeutenden Skulpturenpark. In der Gartenvereinigung Göteborgs, der Trädgårdsföreningen sind vor allem Skulpturen vereint, die vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond finanziert wurden.


Mehrere Skulpturen in der Trädgårdsföreningen fallen dem Besucher nicht auf, da sie fast verloren auf den weitläufigen Grünflächen verteilt sind. Und oft muss man, wie beim Klättraren oder dem Monolith in vier Teilen, die Bedeutung der Skulptur kennen um sie zu verstehen. So auch die Totem von Carina Wallert, die Nahe des Kinderspielplatzes aufgestellt sind.


Die weibliche Skulptur Dimman von Gusten Lindberg gehört zu den wenigen öffentlichen Kunstwerken der Trädgårdsförening, die während eines Spazierganges im Park gut sichtbar sind und inmitten der Bepflanzungen ihre ganze Wirkung entfalten können. Die ausdrucksstarke, an Rodin erinnernde Figur, erhielt anlässlich der Weltausstellung in Paris eine Goldmedaille.


Die Kupferskulptur Pan des deutschen Künstlers Dieter Matzner wirkt wie verlorene Blöcke in einer grünen Umgebung, was der Idee des Künstlers entspricht, aber ohne weitere Erklärung den Betrachter des Kunstwerkes etwas ratlos lässt, da die Mehrheit der Besucher mit der philosophischen Betrachtung des Künstlers von Materie, Zeit und Raum im Wachstum nicht viel anfangen können.


Ein echtes Fragezeichen stellen auch die vernachlässigten Kunstwerke in der Trädgårdsföreningen, die unvollständig wie Schrott an der Seite liegen. Die Soluret von Christian Berg, die sich 1973 im Röhsska Museum befand, und vom Charles Felix Lindbergs Donationsfond erworben wurde, hat sicher ein anderes Schicksal verdient, wie auch die beiden anderen zerlegten Werke an ihrer Seite.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin