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Sonntag, 28. August 2011

Die Klippandagarna in Göteborg

Jedes Jahr Ende August verwandelt sich das Kulturreservat Klippan in ein Schlachtfeld mit Kanonenschüssen und Gewehrsalven, die zwei Tage lang an die Geschichte diesen Teiles Göteborgs erinnert, eine Zeit, als diese Gegend noch als die Stadt Älvsborg bezeichnet wurde, für größere Schiffe hier noch Endstation war und das heutige Zentrum Göteborgs noch ein morastiges Sumpfgebiet war, auch wenn einige der heutigen Parkanlagen bereits vom Herrscher der Umgebung für Jagd und Landwirtschaft genutzt wurde.


Dieses Jahr konnte man am Samstag, den 27. August und am folgenden Sonntag einen Einblick in die Geschichte von Älvsborg und Klippan gewinnen, als man zu Füssen der Kapelle Sankta Birgitta ein mittelalterliches Zeltlager fand, in dem sich die Vereinsmitglieder von Gustav II. Adolfs Fotfänika und Westgiöta Gustavianer in ihre Kleidung des 17. Jahrhunderts geworfen hatten und verschiedene Produkte und Vorführungen anboten.


Der Höhepunkt der beiden Klippandagarna des Jahres 2011 war natürlich die Schlacht um die Ävsborgsfästning des Jahres 1612, als Dänemark erneut die Festung einnahm und damit die schwedische Zufahrt zum Kattegat beherrschte. Die Kämpfer standen sich mit Pferd und zu Fuß gegenüber, wobei die Gewehre nur so rauchten und die besiegten Schweden sich schließlich zurückziehen mussten.


Während der beiden Klippandagarna wird jedoch auch die spätere Geschichte der Umgebung hervorgerufen, denn im heutigen Klippan Kulturreservat wurde auch Zucker raffiniert und vor allem Bier gebraut, das Göteborg in ganz Europa bekannt werden ließ. Das Original Porter kann während der Klippandagarna im Halbstundenrhythmus im einzig erhaltenen Porterfass und bei historischen Erzählungen im Fass selbst gekostet werden.


Und auch die kleine Kirche Sankta Birgitta, die einst von David Carnegie für seine Angestellten nach schottischem Modell gebaut wurde, ist während der beiden Tage geöffnet. Auch wenn der Name Sankta Birgitta an die Heilige Birgitta von Vadstena erinnert, so ist der Bau jedoch der irisch-schottischen Saint Bridget gewidmet, die in Schweden ebenfalls Birgitta genannt wird. Zu Füssen der Kapelle konnte man regelmäßig alten schottischen Tänzen folgen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. August 2009

Die alte Festung Älvsborg in Klippans Kultureservat in Göteborg

Auch wenn man immer wieder sagt, dass Gustav II Adolf Göteborg im Jahre 1619 angelegt hat, so ist diese Aussage doch nur zur Hälfte wahr, denn auch wenn Gustaf II Adolf den heutigen Kern Göteborgs geschaffen hat und der Stadt die Stadtrechte verlieh, so waren große Teile des heutigen Göteborg jedoch schon lange vor Gustav II Adolf besiedelt.


Und auch die Nya Älvsborgs fästning die in den Jahren 1653 bis 1668 errichtet wurde ist nicht die erste Befestigungsanlage, die sich auf dem Grunde des heutigen Göteborg befindet, denn bereits im 14. Jahrhundert hatte die vorhergehende Festung Älvsborg, Gamla Älvsborgs fästning, eine bedeutende Rolle in der Verteidigung der Stadt gegen Dänemark.


Die alte Älvsborgs fästning, genauer genommen seine Ruine, kann heute noch in Klippans Kulturreservat in Göteborg besichtigt werden. Die Reste der alten Burg stammen jedoch nicht mehr von 1366, als die Festung das erste Mal in Dokumenten erwähnt wurde, sondern vom späteren Renaissanceschloss zu dem auch der Kungsladugård und der Slottsskogen in Göteborg gehörten.


Die alte Älvsborgs fästning an der Mündung des Göta älvs schützte über 300 Jahre lang den einzigen Hafen Schwedens, da nur wenige Kilometer im Norden der Mündung die Norweger herrschten und südlich davon das Reich der Dänen begann. Der gewählte Ort war eigentlich auch eine Neugründung der Stadt Älvsborg, da sich das noch ältere und unbefestigte Göteborg im heutigen Stadtsteil Gamlestaden befand.


Da das alte Göteborg und damit auch die Gamla Älvsborgs fästing sowohl 1563 als auch 1612 von den Dänen erobert worden war und nur nach sehr hohen Lösegeldzahlungen an Schweden zurückgegeben wurden, entschieden die Stadtherren des heutigen, von Gustav II Adolf gegründeten Göteborg die alte Festung aufzugeben und die Nya Älvsborgs fästning zu errichten. Noch bevor die neue Festung im Jahre 1668 fertig gestellt war wurde die alte Festung nahezu dem Erdboden gleich gemacht. Ab 1661 wurden zum Weiterbau der Nya Älvsborgs fästning die Steine der alten Festung benutzt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin