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Samstag, 10. Oktober 2009

Norra Hamngatan Nummer 4 am Stora hamnkanalen in Göteborg

Als Göteborg von Gustav II Adolf gegründet wurde lagen auf der Nordseite des Stora hamnkanalen mit Sicherheit keine Häuser, da dieser Teil der heutigen Stadt ausschließlich Befestigungszwecken und der Verteidigung diente. Und dennoch ist das heute sichtbare Haus nicht mehr das erste Gebäude, das an diesem Platz stand.


Das erste Mal, dass das Haus Nummer 4 in der Norra Hamngatan erwähnt wird war 1720, als der Kommandant Christen Gathenhielm es bewohnte. Da es sich damals um ein einfaches Wohnhaus handelte ist über jene Zeit kaum etwas überliefert. 1784 erwarb bereits Anna Björnberg das Gebäude, das dann längere Zeit in der Familie blieb.


1815 wurde das Haus von Niklas Björnberg erweitert, der von 1806 bis 1813 Direktor der Ostindien Kompanie war. Björnberg war zu jener Zeit einer der reichsten Männer Göteborgs, der sein Vermögen vor allem durch Schnapsbrennerei erwarb, was ihm wenige Jahre zuvor, während der Hungerjahre Göteborgs, erhebliche Probleme einbrachte und das Volk seinen Schnapsvorrat ins Wasser goss.


Vermutlich brannte sein Haus, das entgegen der königlichen Vorschriften in Holz erbaut war, bei einem der zahlreichen Grossbrände dieser Zeit nieder, so dass Max Malm, ein reicher Großhändler Göteborgs, 1882 hier ein Gebäude in Neurenaissance errichten konnte, das er innen und außen bis zum Kitsch dekorieren ließ. Die unteren beiden Etagen dienten als Büro, während die oberen beiden Wohnfläche waren.


Wie man auf einem alten Stich feststellen kann war das Gebäude ursprünglich das höchste in der Häuserreihe. Max Malm bewohnte das Haus jedoch nur bis 1893. Nach dieser Zeit wechselten die Besitzer mehrmals und das Gebäude diente für Mietwohnungen. Verwitterungen machten jedoch im Jahre 1983 bedeutende Renovierungsarbeiten nötig, was den Charakter des Hauses, außer der Fassade, veränderte und ihm auch die Dominanz über die Nachbarhäuser nahm. Seit 1987 ist das Gebäude unter Denkmalschutz.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin (Stich: Göteborgs Stadsmuseum)

Samstag, 29. August 2009

Der Vallgraven im Kanalsystem von Göteborg

Der sternförmige Vallgraven war Teil der Befestigungsanlage Göteborgs, die die Stadt im 17. und 18. Jahrhundert zur best befestigten Stadt des Nordens machte. Die Stadt innerhalb des Wallgrabens (Vallgravens) hatte nur drei Tore und machte daher Göteborg zu einer hermetisch geschlossenen Stadt. Als man 1807 beschloss die Befestigungen zu rasieren, entschied man sich gleichzeitig das Gebiet außerhalb des Vallgravens zu einem großen Park zu verwandeln.


Wenn man vom Slussplatsen ausgeht, der das Kanalsystem der Stadt teilt, so entdeckt man im alten Göteborg zahlreiche reich geschmückte Häuser des 19. Jahrhunderts und die Synagoge von 1855 neben denen die Skulptur Mandala fast wie ein Eindringling wirkt. Ausserhalb des Vallgravens machen die früheren Befestigungsanlagen heute der Trädgårdsföreningen Platz.


Gegenüber dem Kungsportsplatsen, an dem die Paddan-Boote abfahren und die Kungsportsavenyn zum Göteplatsen führt, strecken sich der Bältespännareplatsen und der Kungsparken. Der Kungsportslatsen mit dem Kopparmärran innerhalb des Vallgravens gehört mit zu den animiertesten Teilen Göteborgs. Hier findet man Straßenmusiker, politische Gruppen sammeln Unterschriften oder man trifft sich einfach zu Füßen von Karl IX.


Nur wenige Schritte später findet man am Kungstorget, auf der abgewandten Seite von Prometheus die Stora Saluhallen mit seinen Restaurants, die zur Mittagszeit oft überfüllt sind. Bei schönem Wetter wird auch Prometheus mit seinem Blick zum Vallgraven und dem Kungsparken von zahlreichen Picknickern belagert.


Nach Floras Kulle, der Vasabron und dem Grönsakstorget wird der Vallgraven zum Rosenlundskanal. Eine besondere Beachtung findet die Vasabron, die 1906 bis 1907 von Yngve Rasmussen geplant wurde und die der Göteborger Kunstschmied A. P. Sjöbergs mit zahlreichen Tieren schmückte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. August 2009

Die alte Festung Älvsborg in Klippans Kultureservat in Göteborg

Auch wenn man immer wieder sagt, dass Gustav II Adolf Göteborg im Jahre 1619 angelegt hat, so ist diese Aussage doch nur zur Hälfte wahr, denn auch wenn Gustaf II Adolf den heutigen Kern Göteborgs geschaffen hat und der Stadt die Stadtrechte verlieh, so waren große Teile des heutigen Göteborg jedoch schon lange vor Gustav II Adolf besiedelt.


Und auch die Nya Älvsborgs fästning die in den Jahren 1653 bis 1668 errichtet wurde ist nicht die erste Befestigungsanlage, die sich auf dem Grunde des heutigen Göteborg befindet, denn bereits im 14. Jahrhundert hatte die vorhergehende Festung Älvsborg, Gamla Älvsborgs fästning, eine bedeutende Rolle in der Verteidigung der Stadt gegen Dänemark.


Die alte Älvsborgs fästning, genauer genommen seine Ruine, kann heute noch in Klippans Kulturreservat in Göteborg besichtigt werden. Die Reste der alten Burg stammen jedoch nicht mehr von 1366, als die Festung das erste Mal in Dokumenten erwähnt wurde, sondern vom späteren Renaissanceschloss zu dem auch der Kungsladugård und der Slottsskogen in Göteborg gehörten.


Die alte Älvsborgs fästning an der Mündung des Göta älvs schützte über 300 Jahre lang den einzigen Hafen Schwedens, da nur wenige Kilometer im Norden der Mündung die Norweger herrschten und südlich davon das Reich der Dänen begann. Der gewählte Ort war eigentlich auch eine Neugründung der Stadt Älvsborg, da sich das noch ältere und unbefestigte Göteborg im heutigen Stadtsteil Gamlestaden befand.


Da das alte Göteborg und damit auch die Gamla Älvsborgs fästing sowohl 1563 als auch 1612 von den Dänen erobert worden war und nur nach sehr hohen Lösegeldzahlungen an Schweden zurückgegeben wurden, entschieden die Stadtherren des heutigen, von Gustav II Adolf gegründeten Göteborg die alte Festung aufzugeben und die Nya Älvsborgs fästning zu errichten. Noch bevor die neue Festung im Jahre 1668 fertig gestellt war wurde die alte Festung nahezu dem Erdboden gleich gemacht. Ab 1661 wurden zum Weiterbau der Nya Älvsborgs fästning die Steine der alten Festung benutzt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin