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Samstag, 4. Dezember 2010

Weihnachtsmarkt in der Göteborger Remfabrik

Nur an einem Tag im Jahr kann man die Göteborger Remfabrik besuchen ohne den ohnehin geringen Eintritt bezahlen zu müssen, nämlich dann, wenn in diesem historischen Gebäude, das heute zu den Arbeitsmuseen Schwedens gehört, der jährliche Weihnachtsmarkt stattfindet. Dieser Weihnachtsmarkt im Stadtteil Gårda ist vermutlich der persönlichste Weihnachtsmarkt der Stadt.


Der Weihnachtsmarkt in der Remfabrik findet in der Regel jeweils am ersten Samstag im Dezember statt (dieses Jahr am 4. Dezember), wobei die Stände zwischen den verschiedenen Maschinen der ehemaligen Riemenfabrik aufgebaut werden und alle Standinhaber auch Mitglieder des Vereins sind, der die historische Einrichtung aufrecht hält.


Der gesamte Weihnachtsmarkt spielt sich daher in einem sehr persönlichen Rahmen ab und der Besuchern wird fast als Freund empfangen, dem man auch die Freude am Kunsthandwerk vermitteln will. An den Ständen werden die weihnachtlichen Produkte nicht nur verkauft, sondern man kann die Entstehung vieler Stücke verfolgen und über Tradition im Kunsthandwerk plaudern.


Da während des Weihnachtsmarkts in der Göteborger Remfabrik auch immer die eine oder andere historische Maschine in Gang gesetzt wird und mehrere Führungen stattfinden, wird man bei einem Besuch nahezu in den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückversetzt, als eine Fabrik, Handarbeit und Kunsthandwerk noch eine ganz andere Rolle spielten als heute.


Auf dem Weihnachtsmarkt in der Remfabrik findet man zu sehr günstigen Preisen sowohl die ursprünglichsten Weihnachtskränze und Stroharbeiten Schwedens als auch modernes Kunsthandwerk. Es werden Handtücher und Spitzen angeboten, die mit den Maschinen der Fabrik hergestellt wurden, aber auch Strickwaren in einer Qualität, die man heute kaum noch findet. Und wer beim Besuch etwas Ruhe sucht, kann hausgebackenes Weihnachtsgebäck bei Glögg oder Kaffee genießen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. Oktober 2010

Klöppelkunst im Kulturzentrum Frölunda in Göteborg

Zwischen dem 25. September und dem 31. Oktober kann man im Kulturzentrum Frölunda in Göteborg eine Kunstrichtung entdecken, die heute als nahezu ausgestorben gilt. Es handelt sich dabei um die Kunst Spitzen auf traditionelle Weise zu klöppeln. Diese Ausstellung, bei der 20 Kunsthandwerker teilnehmen, trägt den Namen Trådkunst på sin spets, die perfekte Fadenkunst.


Die Ausstellung im Frölunda Kulturzentrum erklärt die Geschichte der Klöppelkunst vom Beginn bis zu den heutigen Tagen, wobei hier nicht nur das jeweilige Handwerksgerät gezeigt wird, sondern auch die Bedeutung von Spitzenkunst in Mode, Schmuckherstellung und als Kunstform betrachtet wird, denn auch wenn die früheren Spitzenkragen oder Deckchen überwiegend verschwunden sind, so lebt die Klöppelkunst heute in neuer Form als Kunsthandwerk fort.


Bei der Ausstellung Trådkunst på sin spets entdeckt man Kunstwerke der bedeutendsten Textilkünstler und Kunsthandwerker Schwedens, aber auch Leihgaben des Vereins Svenska Spetsar und das Vadstena Spetsmuseum. Vadstena kann als das Zentrum der schwedischen Klöppelkunst betrachtet werden, wo man die Tradition des schwedischen Klöppelns bis ins 17.Jahrhundert zurückverfolgen kann.


Parallel zur Ausstellung Trådkunst på sin spets finden im Kulturzentrum Frölunda auch mehrere Workshops und Einführungskurse ins Klöppeln statt. Drei Vorträge über Klöppelkunst im Verlauf der letzten Jahrhunderte runden das Thema ab, wobei hier auch Goldbroderie, Seide und Weben oder Spitzenkragen zur Zeit von Gustav Adolf als Themen mit aufgenommen werden.


Ebenfalls parallel zur Ausstellung Trådkunst på sin spets kommen die vier historischen Klöppelmaschinen, die sich bisher im kleinen Spitzenmuseum in Gingri bei Borås befanden, nach Göteborg. Seit dem 9. Oktober kann man nun die einsatzfähigen Maschinen in der Göteborger Remfabrik finden. Mit Hilfe dieser Maschinen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts werden dort bis zu 100 verschiedene Spitzen aus Leinen und Baumwolle auf traditionelle industrielle Weise hergestellt.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Fotos: Irene Kårlin

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Die Tuchweberei Remfabrik im Göteborger Stadtteil Gårda

Gårda war während des 20. Jahrhunderts das Fabrikgebiet Göteborgs. Heute findet man dort nur noch einen einzigen Zeugen dieser Zeit, nämlich die Tuchweberei Remfabrik, die sich nach der Schließung im Jahre 1977 zum bedeutendsten Industriemuseums Skandinaviens entwickelte in dessen Räumen die Zeit still stand. Noch heute sehen die Räume und Maschinen aus wie vor 100 Jahren.


Die Göteborger Remfabrik wurde bereits im Jahre 1891 gegründet, wobei das Holzgebäude jedoch schon neun Jahre später bis auf die Grundmauern niederbrannte und dann vom heutigen Ziegelgebäude ersetzt wurde. Bis 1914 arbeitete die Fabrik ausschließlich mit Dampfkraft, wobei der vorbeifließende Mölndalsån zum Transport der notwendigen Kohle diente.


Im Jahre 1914 wurde die Göteborger Remfabrik dann elektrisiert und modernisiert, wodurch auch bedeutendere Webarbeiten möglich wurden wie die Herstellung von Transportbändern für Backmaschinen. Das Fabrikmuseum, das man heute besichtigen kann, entspricht in etwa dem Stand dieser Zeit. Sämtliche Maschinen und Geräte der Remfabrik werden einmal im Monat von früheren Angestellten des Unternehmens und deren Freunde unterhalten.


In der Weberei Remfabrik in Göteborg wurden von Beginn an Riemen hergestellt, die für den Antrieb zahlloser Maschinen des 20. Jahrhunderts nötig waren. Da diese Riemen einem ständigen Verschleiß ausgesetzt waren und häufig ersetzt werden mussten, war der Betrieb bis zu den 50er Jahren eine wahre Goldgrube. Die Weberei in Göteborg verarbeitete vor allem Baumwolle und Kamelhaar.


Das Museum Remfabrik hat mittlerweile auch einige andere alten Industriemaschinen des letzten Jahrhunderts erworben, die im Erdgeschoss ausgestellt werden. Mitglieder des Remfabrik-Vereins bieten während der Öffnungszeiten eigene Webprodukte wie Handtücher, Kissen, Zierbänder und andere handwerkliche Produkte zum Kauf an. Im Dezember findet in der Remfabrik an einem der Samstage ein Weihnachtsmarkt statt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 5. Dezember 2009

Weihnachtsmarkt in der alten Remfabrik in Göteborg

Einmal in der Vorweihnachtszeit findet in Göteborg ein besonderer Weihnachtsmarkt statt. Für nur einige Stunden öffnet dann die alte Remfabrik (Riemenfabrik) und bietet inmitten alter Maschinen Heimarbeitern die Möglichkeit in drei Räumen einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten, der sich von anderen Weihnachtsmärkten der Stadt in vielen Punkten unterscheidet.


Neben Maschinen aus dem 19. Jahrhundert findet man an den Ständen gestrickte Mützen, Handschuhe oder Pullis, aber auch handwerklich gewebte Handtücher und Bänder höchster Qualität die noch im vorigen Jahrhundert überall ihren Platz hatten. Heute gibt es immer weniger Personen, die diese Arbeiten noch verrichten können und noch weniger Orte wo sie diese Produkte verkaufen können.


An anderen Ständen des Weihnachtsmarkts in der Remfabrik findet man handgegossene Kerzen, drahtgeflochtene Dekorationsgegenstände, Bücher, die über den Stadtteil Gårda geschrieben wurden, dem früheren Fabrikgebiet Göteborgs, und selbst gemachten Schmuck, wie man ihn heute kaum noch findet.


Während des Weihnachtsmarkts kann man einigen der künstlerischen Heimarbeitern auch über die Schulter sehen, die den Besuchern gerne erklären wie ein Haarband, ein Schmuckstück oder ein anderer Gegenstand des Weihnachtsmarktes hergestellt wird. Beim Weihnachtsmarkt in der Remfabrik wird man weniger als Besucher behandelt als vielmehr als Mitglied einer Gemeinschaft, die alte handwerkliche Fertigkeiten noch zu schätzen weiß und nicht sterben lassen will.


Wer bei der Besichtigung des Weihnachtsmarkts in der Remfabrik in Gårda Hunger verspürt, findet hier auch selbst gebackene Lussekatter, Pfefferkuchen und Hefezopf mit Glögg, Kaffee, Tee oder Saft. Und für den kleineren Hunger kann man an einigen der Ständen auch frisch gebackene Weihnachtsplätzchen oder andere Süßigkeiten zu sehr günstigen Preisen erwerben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin