Posts mit dem Label Museum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Museum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 4. Februar 2012

Die Modekollektion „The Black Whole“ in Göteborg

Ab dem 4. Februar 2012 stellt das Röhsska Museum in Göteborg seine jüngste Erwerbung aus, nämlich die Modekollektion „The Black Whole“ von Helena Hörstedt, einer der aktuellsten Modeschöpferinnen Schwedens der Gegenwart. Die Ausstellung umfasst die gesamt Kollektion Frühjahr/Sommer des Jahres 2008, was neun einzigartigen Modellen in Schwarz entspricht, oder sechs Monaten an intensivster Arbeit, die man kaum in Stunden rechnen kann.


Die neun Modelle von Helena Hörstedt entstanden nicht, wie bei vielen anderen Modeschöpfern, erst auf dem Papier, sondern entwickelten sich Stück für Stück an einer Puppe. Helena tastete sich langsam von einer Grundidee zu einer Gesamtheit vor, was man nahezu nachempfinden kann, wenn man eines der Modelle betrachtet, die alle wie ein äußerst gelungenes Puzzle wirken.


Auch in einem anderen Punkt unterscheidet sich die schwedische Modedesignerin von vielen ihrer Kollegen, denn ihre Modelle sind nicht einer vorübergehender Mode angepasst, sondern sind völlig zeitlos. Und keines ihrer Modelle kann man in einem der exklusiven Modehäuser dieser Welt kaufen, denn jedes Kleid wird auf Bestellung und auf Maß hergestellt. Da die Herstellung jedes dieser Kunstwerke rund 150 Stunden an reiner Arbeitszeit kostet, muss man sich als Kunde zudem gedulden, bevor man in das Kleid schlüpfen kann.


Helena Hörstedt gehört mit ihren knapp 35 Jahren bereits zu den führenden Modeschöpfern Schwedens, wobei ihre überwiegend schwarzen Modelle, nicht nur ein Kleidungsstück darstellen, sondern Kunstwerke, die man erst im Laufe der Zeit in seiner vollständigen Pracht entdecken kann. „The Black Whole“ ist die vierte Kollektion der Modedesignerin, die 2004 ihre Ausbildung an der Beckmans School of Design in Stockholm abschloss.


Während die Mannequins Helena Hörstedts bei der Präsentation auf der Stockholmer Modemesse 2007 ganz in schwarz gekleidet waren, hat sich das Rhösska Designmuseum dafür entschieden die Modepuppen ausschließlich mit den Schöpfungen Helenas zu bekleiden, da man auf diese Weise von keinem Detail abgelenkt wird während man die Modelle betrachtet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 27. August 2011

Second Hand CoCo Kanel in Göteborg

Second Hand Shops für Kleidung gibt es überall, so auch mehrere in Göteborg. Am heutigen Samstag, den 27. August öffnete jedoch ein Second Hand Shop besonderer Art, wie bereits der einfallsreiche Name des Ladens vermittelt, denn CoCo Kanel bietet exklusive Second Hand, die, trotz der extrem günstigen Preise, als Mode bezeichnet werden kann.


Ein weiteres Plus von CoCo Kanel ist die Auswahl der Kleidung, denn wie schon das angeschlossene Museum Nostalgicum, so bietet auch der kleine Laden in der Altstadt Göteborgs Mode aus den 60er und 70er Jahren, die heute noch so modern ist wie in jener Zeit, an die viele mit nostalgischen Gedanken zurückblicken.


CoCo Kanel bietet in einer Atmosphäre der 60er Jahre ein breites Programm und kann fast schon als eigenes Museum betrachtet werden, das es dem Besucher eben nur ermöglicht die Ausstellungsstücke auch zu erwerben und dann zu tragen. Die „Ausstellungsstücke“ sind Second Hand höchster Qualität, denn jedes Stück sieht ungetragen aus und kann noch am selben Tag „ausgeführt“ werden.


Wer das Verkaufs-Museum CoCo Kanel besucht, kann sich nahezu vollständig neu einkleiden, denn hier findet man Schuhe, Röcke, Blusen, Halstücher, Kleider und auch die dazu passenden Hüte, die aus einem Modemagazin entnommen sein könnten. Aber auch Gürtel verschiedener Art oder Schmuck, der der Epoche angepasst ist, findet seinen Platz bei CoCo Kanel im Zentrum von Gamlestaden.


Was jedoch CoCo Kanel ebenfalls von all den anderen Second Hand Shops Göteborgs unterscheidet, ist die Tatsache, dass alle Angestellte, wie schon bei Nostalgicum, Teil eines Beschäftigungsprogramms sind, das Langzeitarbeitslose zurück in das Berufsleben führt. Der Nachteil ist eigentlich nur, dass bei CoCo Kanel dadurch die Gesichter immer wieder wechseln, weil die Angestellten nach einiger Zeit von kommerziell arbeitenden Unternehmen mit festem Arbeitsvertrag übernommen werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. August 2011

Kunst und Künstler beim Göteborger Kulturfest

Erstmals dieses Jahr setzt das Göteborger Kulturfest (Göteborgs Kulturkalas) in größerem Masse auch auf Kunst im Öffentlichen Raum, in gewisser Weise als Ergänzung zum Kunstangebot in den Museen der Stadt und auch als Lockmittel für die verschiedenen Museen. Das Kontrast wird besonders deutlich, wenn man zuerst Gemälde an der Straße findet, um anschließend Graffiti in einem Raum des Kunstmuseums zu finden.


Besonders auffällig ist das Werk „Cloned Pudel“ des belgischen Künstlers William Sweetlove, einem Mitglied der Gruppe „The Cracking Art Group“, der einen seiner roten, überdimensionalen Pudel auf dem Götaplatsen präsentiert. William Sweetlove ist weltweit für seine Tierskulpturen bekannt, die durch eine thermochemische Reaktion in Erdöl entstehen und der als postmoderner Künstler die Provokation mit dem Betrachter seiner Werke sucht und die Grenze zwischen Spielzeug und Kunst verschwimmen lässt.


Auch die beiden Werke des amerikanischen Street-Art Künstlers Shai Dahan vor dem Avalon Design-Hotel in Göteborg fallen auf, da der heute in Borås lebende Künstler amerikanische Graffiti mit naiver Malerei von Dalahästar verbindet. Seine Werke, die vor den Augen des Publikums an Straßen und öffentlichen Plätzen, aber auch an Baustellen entstehen, haben mittlerweile auch Zugang zu Galerien und Museen gefunden.


Einen entgegengesetzten Weg nahmen die Werke „The Art Break“ des Stockholmer Künstlers August Sörenson, der erst im Röhsska Museum zu finden war, bevor er nun während des Göteborger Kulturfestes rechts und links der Vasagatan zu entdecken ist. Der Künstler selbst stellt seine Werke zwischen Abstraktion und Realismus, wobei er das Verlorene und Zerbrechliche eines Gegenstandes sucht und damit das Unsichtbare sichtbar machen will.

August Sörenson

Der Kunstspaziergang entlang der Hauptstrecke des Göteborgs Kulturkalas soll natürlich nicht vor den Türen der Museen enden, denn Kunsthalle, Kunstmuseum und das Hasselblad Center laden während des kulturellen Festivals ebenfalls kostenlos zu einem Besuch ein und in der Kunsthochschule Valand findet man zwei Ausstellungen zu experimentaler und grafischer Kunst.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 15. August 2011

Der Göteborger Kulturkalas, ein kostenloses Festival

Zwischen dem 16. und dem 21. August findet in Göteborg das diesjährige Kulturfestival (Kulturkalas) statt, das wegen Way out West um einige Tage verschoben wurde, da sich in den Vorjahren gewisse Konflikte zwischen den beiden Ereignissen zeigten. Wie jedes Jahr, so sind auch 2011 alle Veranstaltungen im Rahmen des Göteborger Kulturfestes kostenlos und finden an den verschiedensten Stellen der Innenstadt statt.

Ein Tag vor dem Start

Dieses Jahr lädt der Göteborger Kulturkalas zu rund 1000 Programmpunkten ein, die sich zwischen Liseberg, Götaplatsen, Gustav Adolf Torg, Lilla Bommen und dem Stenpiren abspielen, oder mit anderen Worten an über 40 verschiedenen Stellen, die auch thematisch voneinander abgegrenzt sind. Da auch sämtliche städtischen Museen der Stadt Veranstaltungen zum Kulturfest anbieten, bietet sich während der fünf Tage auch die Möglichkeit kostenlos die Sammlungen der verschiedenen Museen zu besuchen und zusätzlich an Kultur zu schnuppern.

Ein Tag vor dem Kulturfestival

Eines der wichtigsten Themen des diesjährigen Kulturkalaset ist Kunst und insbesondere Straßenkunst,, denn entlang der Vasagatan werden Plakate ausgestellt, die Teil des Projektes „The Art Break“ sind. Vor dem Avalon Hotel wird der New Yorker Künstler Shai Dahan in einer Performance Street Art schaffen, dessen Entstehung jeder Besucher des Kulturfestes folgen kann.

Johan Wellton, Strassenkünstler und
Künstlerischer Leiter der Varietégatan

Eine weitere Neuerung des Kulturfestes sind die Restaurants und Cafés, die während des Göteborger Kulturfestes ihre Dienste anbieten, denn jedes angeschlossene Restaurant musste sich verpflichten mindestens zwei ökologische Gerichte anzubieten und die Cafés benutzen ebenfalls ökologische Bohnen, die nicht von Kindern geerntet wurden. Herausragend ist dabei im Schatten gepflanzter Kaffee aus der Karibik.

Billy Kidd, erstmals in Schweden

Kunst anderer Art wird natürlich wieder von den unterschiedlichsten Straßenkünstlern geboten, so den legendären Flying Dutchmen oder einer der wenigen weiblichen Magikern Billy Kidd. Kunsthandwerk wird erneut in der Trädgårdsföreningen geboten und im legendären Kaufhaus NK stellen fünf Göteborger Möbeldesigner ihre Werke aus, wobei sie den Besuchern auch gerne ihre Arbeitsweise erklären.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 16. Juni 2011

Gefährliche Schönheiten im Göteborger Universeum

Eine der kleineren Abteilungen im vierten Stock des Göteborger Wissenschaftsmuseums Universeum ist Tieren gewidmet, denen man eigentlich nicht in freier Natur begegnen will, da sie eine Waffe besitzen, die tödlich sein kann. Die meisten Tiere dieser Abteilung, die „Tödliche Schönheiten“ heißt, repräsentieren die gefährlichsten Giftschlangen aus der ganzen Welt und können, dank einem Schutz aus Glas, aus nächster Nähe betrachtet werden.


Die vermutlich friedlichste und am wenigsten gefährliche Schlange der Giftschlangensammlung des Universeum ist vermutlich die europäische Hornotter, die besser unter dem Namen Sandviper bekannt ist und vor allem in Südeuropa, insbesondere in Griechenland, vorkommt. Die Sandviper steht in ganz Europa unter Schutz und darf weder gefangen, noch getötet werden.


Im Universeum findet man allerdings auch die gefährlichste Schlange der Welt, nämlich den Inlandtaipan, der hinter Glas fast schon harmlos neben einigen der anderen etwas grösseren Schlangen wirkt. Das Gift, das bei einem einzigen Biss in das Opfer gespritzt wird, könnte im Grunde ungefähr 100 Menschen töten. Auch der Taipan, der in den Wüsten Australiens lebt, gehört zu den nicht aggressiven Schlangen Unfälle sind daher sehr selten.


Eine andere Giftschlange der Sammlung des Universeum in Göteborg, die giftigste Schlange Afrikas, enttäuscht viele der Besucher etwas, da die Kapkobra sich im Grunde nur wenn sie in Gefahr ist in der so typischen Pose zeigt und hinter Glas meist relativ ruhig in der Wärme liegt. Das Besondere dieser Schlange ist, dass sie in freier Natur ihre Eier sehr gerne in Termitenbauten legt, was ihr im Universeum natürlich nicht erlaubt wird.


Sehr interessant ist auch die Jameson Mamba, die auf der Jagd nach Vögeln vor allem in den Bäumen des afrikanischen Regenwaldes zu finden ist und auch im Universeum fast immer auf einem der Äste zu suchen ist. Wie fast alle Giftschlangen, so ist auch die Jameson Mamba nicht aggressiv und in der Natur durch ihr Tarnverhalten zwischen Blättern und Ästen kaum zu entdecken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Mai 2011

Einst- jetzt-in der Zukunft im Röhsska Museum

Wenn man von Design spricht, so denken viele zuerst an Mode und dann an Möbel, obwohl Design nahezu alle Dinge des täglichen Lebens betrifft, denn bevor ein Glas, ein Besteck oder selbst eine Waffe entsteht, beginnt das Design, das einen Gegenstand attraktiv gestaltet, ihm aber auch einen ergonomischen Nutzen gibt. Das Röhsska Design Museum in Göteborg versucht seinem Publikum die gesamte Breite dieser Kunstart Design näher zu bringen.


Die Ausstellung „Einst-jetzt-in der Zukunft“, die vom 12. Mai bis zum 30. September im Röhsska Museum zu finden ist, gehört zu den Randpunkten in Design und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Design-Hotel Avalon im Zentrum Göteborgs. In dieser Ausstellung geht optisches Design zum Betrachten mit taktilem Design zum ausprobieren in einem Hotel Hand in Hand.


Im Röhsska Museum entdeckt man in Form einer Ausstellung nicht nur die Geschichte des Design-Hotels Avalon, sondern erlebt die Verwandlung eines Stadtteils von 1984 bis heute, indem man der Linie des First Hotels Avalon folgt, das heute dem gesamten Kungstorget seinen Stempel gibt. Man folgt den ersten Studien der Architektengruppe Semrén + Månsson bis zum fertigen Gebäude der heutigen Tage.


Das Projekt „Då-nu-framtiden“ (Einst-jetzt-in der Zukunft) überschreitet die Grenzen von Design-Kunst und Hotelbetrieb jedoch noch auf eine andere Weise, da die Geschichte des Avalon nicht nur im Röhsska zu finden ist, sondern das Röhsska auch im Hotel, wo während der gesamten Ausstellungsepoche Kleidung aus den verschiedenen Epochen zwischen 1910 und 2011 ausgestellt wird, inklusive von Hüten oder Schuhen dieser Epochen.


Da es sich beim Avalon um eine Design-Hotel handelt, in dem man überall Kunst und Möbel aus den verschiedenen Design-Epochen findet, wird die Einrichtung des Hotels während der Ausstellungsepoche beschildert, so dass der Besucher, der in keiner Weise ein Gast des Hotels sein muss, sich auch in den Sessel eines der bekanntesten Designers setzen kann, in einen Sessel, den er vorher im Museum noch hinter Glas entdeckt hat.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 8. April 2011

Der Nationaltag der Roma im Röhsska Museum

Auch wenn die Roma ein Volk ohne Staat sind und noch heute zu einer verfolgten Minorität gehören, so haben sie einen Nationaltag, den alle Roma dieser Erde an dem Tag feiern an dem der erste Romakongress in London statt fand. Am 8. April 2011 wird daher der 40. Nationaltag der Roma gefeiert.


Das Röhsska Museum in Göteborg nahm dieses Ereignis zum Anlass zu Mode, Musik, Fotoausstellung, Essen und einem gemütlichen Gesprächsaustausch zwischen Roma und Göteborgern einzuladen, ein Ereignis, das weit über Design, das Hauptthema des Museums, hinausgeht, auch wenn Kultur und Design Hand in Hand gehen.


Im Zentrum der Ausstellung im Röhsska stehen Volkstrachten und Sonntagskleidung der Roma, die vielleicht mehr als vieles andere über die Gruppe der Roma aussagen, denn allein an diesen Kleidern kann man erkennen, aus welcher Region eine Gruppe kommt. Im Röhsska Museum kann der Besucher die Unterschiede an Trachten der polnischen, russischen, schwedischen und Balkanroma eingehend studieren, findet aber auch die Kleidung der reisenden Roma, die noch heute von vielen verächtlich Zigeuner genannt werden.


Bedeutend ist auch die Fotoausstellung „I vårt folk får hela världen plats“ (Bei unserem Volk hat die ganze Welt einen Platz), wobei sich der Betrachter jedes einzelnen Bildes die Frage stellen kann, ob er allein am Aussehen eines Porträts einen Roma erkennen kann oder ob diese Aussage nur eines der vielen Vorurteile ist, mit dem heute noch viele der Volksgruppe der Roma begegnen.


Bedauerlich war, dass gerade am Nationaltag der Roma, selbst das Röhsska Museum nur eine kleine Gruppe an Nicht-Roma zu einem Besuch bewegen konnte, aber gerade dies zeigt, wie viel Arbeit noch zu leisten ist, vielleicht in beiden Gruppen, bis Vorurteile endgültig abgebaut werden, und eine Zukunft geschaffen werden kann, wo nicht mehr die Herkunft eines Menschen die wichtigste Rolle spielt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Februar 2011

Cocktail, 100 Jahre Mode im Röhsska in Göteborg

Zwischen dem 15. Februar und dem 2. Oktober, mit einer sechswöchigen Unterbrechung, stellt das Röhsska Designmuseum in Göteborg 100 Jahre Designermode zum Thema Cocktail aus. Sämtliche ausgestellten Kleider der bedeutendsten Modedesigner dieser Epoche kommen aus der Sammlung des Museums, wobei die Organisatoren hierbei ausschließlich Markenkleider gewählt haben.

John Galliano, Herbst/Winter 2010/2011

Der Begriff Cocktail kommt aus den 30er Jahren der USA, als im ganzen Land bunte Cocktails auftauchten, die versteckten sollten, dass es sich dabei eigentlich um Alkohol handelte. Mit dieser Trinkgewohnheit kamen auch neue Tänze wie Foxtrott oder Quickstep, was wiederum dazu führte, dass auch eine neue Moderichtung das Licht sah, die diesen Festen und Tänzen angepasst war.

Jean-Paul Gaultier, Frühling/Sommer 2007

Diese Mode entwickelte sich dann nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit zu dem, was man heute allgemein als Cocktailkleid versteht, auch wenn das erste Cocktailkleid bereits in den 20er Jahren von Coco Chanel vorgestellt wurde. Cocktailkleid bezeichnet eine Mode, die elegant, etwas sexy und nicht overdressed ist und daher zu jeder Party getragen werden kann.

Zwei Modelle von Issey Miyake

Der Begriff Cocktailkleid ist jedoch sehr schwer einzugrenzen, was zu vielen Theorien führt, denn Mode ist auch davon abhängig in welchem Land sie entsteht. Dies macht auch die Ausstellung Cocktail im Röhsska Museum sehr deutlich, indem Kleider von Christian Dior oder Coco Chanel ebenso gezeigt werden wie Modelle von Mary Quant, Hanae Mori oder Steinunn Sigurdardóttir, was dem Besucher der Ausstellung erlaubt eine sehr breite Palette an Cocktailkleidern zu entdecken.

Ted Hesselbom erklärt die Entstehung eines Kleides

Die Ausstellung an Cocktailkleidung überschneidet sich natürlich auch mit der Flapper-Mode, die eine ganze Epoche ausdrückt, in der Frauen die Mieder zur Seite legten, weiche Kleidung trugen und sich Bequemlichkeit in der Mode durchsetzte, als Kleider entstanden, die es auch erlaubten Charleston zu tanzen. Wenn man die Modeschau im Röhsska genauer betrachten, so findet man in den 100 Jahren Geschichte der Cocktail-Mode vieles was man auch heute bei moderner Kleidung wieder findet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Februar 2011

PLAY im Röhsska Museum in Göteborg

Vom 12. Februar bis zum 20 März findet man eine besondere Ausstellung im Röhsska Museum in Göteborg, die sich vor allem an Kinder wendet, aber den Eltern dennoch Denkanstöße geben kann. Die interaktive Ausstellung PLAY bietet Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, einen Platz, wo sie neues, kreatives Spielen lernen und damit aus den stereotypen Formen der Spielzeugwelt ausbrechen können.


Die Ausstellung PLAY zeigt Arbeiten der Designausbildung Child Culture Design, die zwölf Stundenten der Hochschule für Design und Kunsthandwerk schufen, einem Studiengang, der bisher nur in Göteborg existiert und nicht nur das ideale Design für Spielzeug im Auge hat, sondern vor allem Spielzeug schafft, das die Kreativität eines Kindes fördert.


Die interaktive Ausstellung PLAY unterscheidet sich in noch einem wichtigen Punkt von üblichen Spielzeug-Design-Ausstellungen, denn die jungen Künstler kommen aus der ganzen Welt und vereinen dadurch das Spielzeug-Verständnis zwischen Schweden, Deutschland, den USA, aber auch China, dem Iran oder Südkorea, was bedeutet, dass die ausgestellten Werke sich jenseits eines religiösen oder kulturellen Verständnisses ansiedeln.


Wer die Kinder zwischen zwei und fünf Jahren im Ausstellungsraum von einer Entdeckung zur nächsten streifen sieht, entdeckt, dass Kinder erst einmal grundsätzlich offen für alles Neue sind und testen, auch wenn sie dann nach einigen Minuten ihr Lieblingswerk unter der Spiegelgiraffe, Wolkengebilden oder großformatigen Puzzles finden, aber auch dies hilft dabei sein eigenes Kind besser zu verstehen.



Aber auch Erwachsene finden einige Anregungen bei der Ausstellung, abseits von den Werken selbst. PLAY wird ergänzt von kleinen Kärtchen auf denen 54 zur Ausstellung angepasste Artikel zum Recht der Kinder der UN-Konvention abgedruckt sind. Diese Artikel erklären auch Eltern in welchen Situation sie ein Kind Kind sein lassen sollen, ohne mit ihren Kommentaren und Einflüssen die Entwicklung eines Kindes einzuschränken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Dezember 2010

Weihnachtsmarkt im Röhsska Museum in Göteborg

Zum ersten Mal findet dieses Jahr auch ein dreitägiger Weihnachtsmarkt im Röhsska Designmuseum in Göteborg statt, der unter dem Zeichen Julform (Weihnachtsdesign) steht. Natürlich findet man im Museum nicht die Atmosphäre von gebrannten Mandeln und Glögg, sondern ausschließlich Design und Kunsthandwerk, die zum Teil auch unter dem Zeichen von reinem Weihnachtsdesign stehen.


Im Röhsska Museum stellen 40 Designer und Kunsthandwerker ihre Produkte aus und bieten sie zum Verkauf an. Gemeinsam ist allen Ausstellern dieses Weihnachtsmarkt, dass sie die Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg besucht haben und heute im künstlerischen Bereich aktiv sind. Auch wenn heute nicht mehr jeder der Aussteller in Göteborg wohnt, so kann man dennoch sagen, dass alle Verkaufsstücke den Stempel der Stadt tragen.


Im Gegensatz zum Weihnachtsmarkt in der Hochschule für Design und Kunsthandwerk, der nur 200 Meter entfernt zum gleichen Zeitpunkt abgehalten wird, findet man im Röhsska Designmuseum keine Studenten, sonder ausschließlich ehemalige Alumni, die alle bereits ihren eigenen Stil entwickelt haben, diesen Weihnachtsmarkt jedoch als HDK-Tradition betrachten und auch nächstes Jahr, mit neuen Werken, wieder im Museum zu finden sein werden.


Während man auf dem Weihnachtsmarkt in Nordstan, der Remfabriken oder im Kronhuset eher Gebrauchsdesign und traditionelles Handwerk und Kunsthandwerk findet, so liegt der Schwerpunkt im Röhsska Museum, wie auch dem Weihnachtsmarkt in der HDK, mehr auf reinem Design, bei dem die künstlerische Gestaltung und Entwicklung im Vordergrund steht, was man in gewissem Sinne auch mit Originalität übersetzen kann.


Auch die Gegenstände des Weihnachtsmarkts Julform im Röhsska sind natürlich zum Gebrauch gedacht, denn Schmuck, Textilien oder auch Design-Wollartikel haben einen praktischen Nutzen, auch wenn es sich in vielen Fällen um Einzelstücke handelt. Design-Artikel zu verwenden ist jedoch ein Lebensstil, die Kunstverständnis und Individualität ausdrücken und voraussetzen. Bisweilen hat Design jedoch keinen praktischen Nutzen, sondern dient der Dekoration um einem Raum einen bestimmten Touch zu geben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. November 2010

Parafras im Röhsska Designmuseum in Göteborg

Zwischen dem 24. November 2010 und dem 13. Februar 2011 findet man in der Chinaabteilung des Röhsska Designmuseums in Göteborg die Ausstellung Parafras, für die vier Schüler des dritten Studienjahres der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg alte chinesische Kunst in moderner Weise neu interpretierten. Innerhalb von vier Wochen mussten sie ein Stück aus der Sammlung des Museums auf ihre Weise nachempfinden.


Matilda Haggärde stützte sich bei ihrer Arbeit auf die chinesische Porträtkunst in Ton, indem sie bei ihren beiden Ausstellungsstücken den Aspekt Tanz, Jugend und Alter ausdrücken wollte. Insbesondere war sie fasziniert von den Details des Originals, die sie in moderner und vereinfachter Form wiedergeben wollte, eine Darstellung die den Aspekt berücksichtigt, wie man im Alter Leben und Jugend betrachtet.


Marianne Gerlach ließ sich bei ihrer Arbeit von einer Schale aus der Sung Dynastie beeinflussen, wobei sie bei ihrem Werk auf Glasur und Detailreichtum verzichtete um die Natürlichkeit der Form der Schale in den Vordergrund zu setzen. Sie entschied sich daher dafür, dass in der Kunst der Verzicht auf Glanz manchmal ausdrucksstärker sein kann.


Louise Eklund arbeitete mit chinesischer Keramik und deren Ornamente, „zerlegte“ jedoch das Original in sechs Teile und schafft damit eine Art Bewegung, bei der ein Hirsch sich langsam in einem dekorierten Teller auflöst und damit auch einen Teil der Farbe mit sich nimmt. Die Künstlerin benutzte hier den Kontrast zur klassischen chinesischen Keramik als Ausdrucksmittel.


Karin Karinson Nilsson arbeitete auf Basis eines Massenartikels, der in China nur dekorativen Wert hat, einem Schwanenmotiv. Ihre Gedanken während der Arbeit kreisten darum, was Tradition bedeutet, wenn man ein Werk so verändert, dass der Ursprung kaum noch sichtbar ist und nicht mehr den Erwartungen entspricht. Sie stellt damit auch die Frage, welchen Sinn ein Objekt der Zierde hat.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. November 2010

Strickkunst im Röhsska Museum in Göteborg

Nach acht Jahren Pause kann man im November 2010 erneut die Strickkunst des Bohuslän im Röhsska Museum in Göteborg entdecken, eine Strickkunst, die im Jahre 1939 entstand und nach dem Krieg in ganz Europa bekannt wurde bis diese Heimindustrie im Jahre 1969 dann sein Ende fand. Auch wenn die Muster dieser Strickkunst nicht im Bohuslän entstanden, sondern in Göteborg, Kopenhagen und selbst Paris, so wurden Pullis, Mützen, Socken und Handschuhe grundsätzlich im Bohuslän gestrickt und gaben den Modellen und Mustern ihren Namen.


Die Entstehung der Strickkunst des Bohuslän hatte die extreme Armut der Bevölkerung als Ursache, da in den 30er Jahren die Einnahmen von Fischern und Steinmetzen mehr und mehr rückläufig war. Die Folge davon war, dass die Frauen des Bohuslän eine Einnahmequelle suchten und die unterschiedlichsten Projekte angingen, bis sie Stricken als eine Lösung sahen.

Kerstin Olsson

Sehr früh wandten sie sich daher an Emma Jacobsson, die Ehefrau des damaligen Landshövding in Göteborg, die ursprünglich aus Wien kam, wo sie Kunst studiert hatte. Unter ihrer Initiative und Leitung entstand so 1939 die Föreningen Bohus Stickning, die ihren Sitz in Göteborg hatte, wo die interessierten Frauen auch Strickunterricht erhielten. Von hier aus wurden auch Muster und Wolle an die Heimarbeits-Frauen im Bohuslän geschickt und von hier aus wurden die Produkte vermarktet.

Annika Malmström-Bladini

Emma Jacobsson entwickelte, zusammen mit mehreren ihren künstlerisch aktiven Bekannten, die Muster für Pullis, Handschuhe und andere Wollprodukte, wobei viele der Muster ihren Ursprung in alten Zeichnungen, Dokumenten und Webarbeiten hatten, die die künstlerische Leitung des Vereins in Ethnografischen Museen und auch im Designmuseum Röhsska fanden.

Karin Ivarsson - Kerstin Olsson

In den 50er Jahren stießen einige der bedeutendsten Textilkünstler wie Kerstin Olsson und Karin Ivarsson, die beide die heutige Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg besucht hatten, zur Vereinigung der Strickerinnen des Bohuslän und schufen Muster, die der Strickkunst des Bohuslän endgültig zu einem weltweiten Ruf verhalfen. 1964 wurden ihre Modelle selbst bei der Weltausstellung in New York ausgestellt. Aus den fast 900 heimarbeitenden Strickerinnen des Bohuslän im Jahre 1947 wurden heute noch eine Hand voll Frauen, die im kleinsten Rahmen alte Modelle weiterleben lassen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. November 2010

Die Gruppe FRONT im Röhsska in Göteborg

Vom 6. November 2010 bis zum 27. Februar 2011 präsentiert das Röhsska Museum in Göteborg anlässlich der Preisverleihung des Wanja Söderbergs Preises eine Ausstellung die einige der bedeutendsten Werke der mit dem Preis ausgezeichneten Designergruppe FRONT in den Vordergrund stellt, Werke, die in der ganzen Welt Aufmerksamkeit erregen.


Die Designergruppe FRONT, bestehend aus Charlotte von der Lancken, Anna Lindgren und Sofia Lagerkvist, gingen seit sie gemeinsam am Konstfack in Stockholm Design studierten, einen klaren Weg, der künstlerisches Design, Experiment, Robottechnik und Computeranimation vereint. Die Werke der Gruppe beeinflussen bereits heute zahlreiche Designer des 21. Jahrhunderts.


Jedes Werk der Gruppe FONT, das im Röhsska Museum ausgestellt ist, erzählt eine eigene Geschichte, wobei der Entstehungsprozess einiger der Werke an Hand von Videodokumenten erklärt wird und damit den Weg in die Denkweise der drei Designkünstler weist. Während einige der ausgestellten Werke im künstlerischen Design angesiedelt sind, haben andere ihren Weg zu Keramikfabrikanten, zu Ikea und zu renommierten Möbel- und Designhäusern gefunden.


Für einen Teil der ausgestellten Kollektion arbeitete die Gruppe FRONT mit Magiern und Zauberern zusammen, um Design und Imagination zu vereinen. Hier findet man, unter anderem, einen Lampenschirm mit unsichtbarer Lichtquelle, einen Schreibtisch, der zu schweben scheint und ein bilanzierendes Regal für Zeitschriften, das von der italienischen Firma Porro vermarktet wird.


Unter den zahlreichen Exponaten entdeckt der Betrachter Werke, die von der Lebensweise einiger Tiere beeinflusst wurden, eine Zeitungsablage, die selbständig umzublättern scheint, eine Vase, die in einen „Sturm“ geraten ist, eine künstlerische Designtapete, ein Keramikset, das die Designgruppe FRONT für Höganäs Keramik geschaffen hat und andere Gegenstände, die sich in ein modernes Heim integrieren lassen und ihm eine persönliche Note verleihen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin