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Samstag, 4. September 2010

Das Fischereihafen-Festival in Göteborg

Auch wenn das Fischereiamt in Göteborg jedes Jahr zu Beginn des Herbstes ein Fischereihafen-Festival veranstaltet, so war 2010 dennoch ein besonderes Jahr, das auch besonders würdig gefeiert werden musste, da der Fischereihafen und die Fischauktion in Göteborg dieses Jahr 100 Jahre alt wurden, ein Jahrhundert in dem der Fischfang und der Fischhandel zahlreiche Reformen erlebte, nicht zuletzt durch verschiedene Direktiven Europas und stark veränderte Fischbestände.


Natürlich dient das Fischereihafen-Festival nicht nur dazu ein großes Fest für Jung und Alt zu veranstalten, sondern auch um die Arbeit der Fischauktion, den Fischfang und den Fischgenuss den Besuchern näher zu bringen. An den sonst leeren Piers kann man an diesem Tag eine rege Aktivität entdecken und hat die Möglichkeit auch einen Fischkutter und die Boote der Seerettungsgesellschaft zu besuchen, wobei die Besatzung auch gerne bereit ist über ihre Arbeit zu reden.


Die Attraktion des Fischereihafen-Festivals in Göteborg ist die Tatsache, dass man zwischen 12 und 17 Uhr frischen Fisch und Schaltiere an der längsten Fischtheke der Welt kaufen kann, dass man nachmittags per Ausruf einen besonders schönen Fisch erwerben kann und dass man an den zahlreichen Ständen alle möglichen Fischgerichte genießen kann und Garnelen, zu einem günstigen Preis, direkt vom Fischkutter kaufen kann.


Aber auch alle, die sich mehr für die Geschichte des Fischfangs, für Techniken oder Museen, die sich mit Fischfang beschäftigen, kommen beim Fischereihafen-Festival auf ihre Kosten, denn in den Hallen fand man eine Ausstellung, die 100 Jahre Fischfang in Göteborg dokumentiert und einige der Museen der schwedischen Westküste haben ihre eigenen Zelte aufgeschlagen, wie auch das Fischereiamt, und bieten zahlreiche wertvolle Informationen.


Zur Unterhaltung bietet das Fischereihafen-Festival jedes Jahr unterschiedliche Ausscheidungen und eine musikalische Unterhaltung, wobei sich beim Rekord im Fischfiletschneiden die Zuschauermenge vor der Bühne geradezu drängte und dieses Jahr auch die Klasse 5A der Nygårdsschule in Billdal, einem Stadtteil Göteborgs, beim Festival mit einem Stand anwesend war, da die Klasse die besten Fischstäbchen Schwedens zubereitet, wenn man der Jury in Stockholm Glauben schenkt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 22. August 2009

Der Fischereihafen in Fiskebäck, Göteborg

Der Fischereihafen in Fiskebäck, einem Stadtteil Göteborgs, ist der größte seiner Art in Schweden. Rund 30 Fangschiffe legen hier regelmäßig an um ihren Fang zu entladen. Allein in den Hafenanlagen werden zur Zeit rund 200 Personen beschäftigt, die direkt vom Fischfang der Flotte leben.


Trawler und andere Boote der Fischereiflotte entladen in Fiskebäck ihre Last, die dann anschließend mit Kühllastwagen zum Fiskehamnen am Göta älv transportieren, damit sie dort in der Fischauktion verkauft werden können.


Seit 2001 gibt es Pläne, die die Fischverladung in Fiskebäck wirtschaftlicher gestalten soll und den Ausbau des Hafens nach neuem Standard Rechnung tragen soll. Erst im Jahre 2009 wurden nun nach zahlreichen Einsprüche die Wege zu diesen Arbeiten geebnet und die Zukunft wird zeigen, inwieweit die Pläne von 2001 heute noch anwendbar sind, da der Freizeitboothafen daneben und zahlreiche andere Bauprojekte neue Probleme aufwerfen können.


Seit einigen Jahren wird auch darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoller wäre, den Auktionsverkauf von Fisch dorthin zu verlegen, wo der Fisch auch ankommt, nämlich nach Fiskebäck. In diesem Fall würde man sich die umständliche Verladung auf Kühlwagen und den Transport zur Stadtmitte sparen und Göteborger Fisch könnte sich besser auf dem Markt behaupten.


Ein weiteres Problem für den Fischereihafen in Fiskebäck, aber auch den Frachtverkehr zu den südlichen Schären Göteborgs, ist die schlechte Verkehrssituation, da die Straße vom Söderleden nach Fiskebäck kaum für den umfangreichen LKW-Verkehr geeignet ist, aber eine Verlegung des Fischereihafens ebenfalls unmöglich ist.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 31. Juli 2009

Fiskebäck, der Fischereihafen Göteborgs, Freizeitboote und Schären

Fiskebäck, heute ein Stadtteil von Göteborg, wird in Aufzeichnungen erstmal im Jahre 1550 erwähnt und bedeutet soviel wie "der Bach in dem man fischt". Heute ist dieser Bach unter dem Stora Fiskebäcksvägen verborgen und mündet in Sjöbacka in die heute noch fischreiche See.


Die ehemalige Bucht Sjöbacka in Fiskebäck war in den 60er Jahren eine Abfallstelle in der auch der ganze Bauschutt Göteborgs landete, bis die Bucht zugeschüttet war und heute noch unter dem namen "Tippen" bekannt ist. Im Laufe der Jahre hat sich dieses Gebiet von einer Müllhalde zu einem Naturschutzgebiet mit einem reichen Vogelleben verwandelt und wurde zu einem Ausflugsgebiet vieler Göteborger.


Fiskebäck gehört zu Schwedens kirchenreichster Teile, wenn man Einwohnerzahl und Menge der Kirchen ins Verhältnis setzt. Hier findet man zahlreiche Freikirchen wie zum Beispiel die Missionskyrkan, die Pingstkyrkan oder die Allianskyrkan, die einen großen Beitrag an Jugendaktivität leisten und zahlreiche Mitglieder im Ort haben.


Der Hafen für Freizeitboote in Fiskebäck gehört, wegen seiner Lage (und seinem Preis) mit zu den meist gesuchten Göteborgs, auch wenn, wirtschaftlich gesehen, der Fischereihafen Fiskebäck eine größere Bedeutung für die Stadt spielt, da sich hier, nur wenige Schritte von den Kleinbooten getrennt, der größte Fischereihafen Schwedens befindet wo sich die größte Fischereiflotte Schwedens niedergelassen hat.


Da sich Fiskebäck an den südlichen Schären befindet ist es fast schon logisch, dass hier auch die Lastfähren liegen, die Baumaterial und andere schwere Gegenstände auf die Schären transportieren. Fiskebäck bietet jedoch nicht nur Schiffe jeder Größe, denn hier kann man auch Surfen lernen, sich ganz einfach am Badestrand sonnen oder einen Wanderweg nach Hinsholmen benutzen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Juni 2009

Die Paddan-Boote in Göteborg und dem Göta älv

Die Paddan-Boote Göteborgs feiern dieses Jahr ihren 70. Geburtstag, genau genommen am 15. Juni, da an diesem Tag im Jahre 1939 die erste Fahrt durch den Vallgraven, die Kanäle und einen Teil des Göta älv angeboten wurde.


Die ersten Paddan-Boote konnte gerade einmal 12 Personen an Bord nehmen und die Führungen fanden ausschließlich in Schwedisch statt. Heute finden bis zu 99 Personen Platz in den flachen Paddan und die Führungen erfolgen auch ein Englisch und Deutsch. Von den alten Booten ist heute nur noch ein einziges Exemplar aus den 40er Jahren erhalten.


Die Paddan-Touren beginnen am Kungstorget und dauern im Schnitt 50 Minuten. Sie führen an der Trädgårdsföreningen und der Tyska kyrkan vorbei um dann den Göta älv aufwärts zu nehmen, lassen den Maritiman rechts liegen und kehren erste am Läppstiftet an der Götaälvbron um.


Anschließend gehen die Paddan-Boote am Freihafen und an der Cityvarvet entlang. Die Führer erzählen schließlich die Geschichte von Lindholmen und Eriksberg bis die Paddan, mit Sicht auf die Älvsborgsbro, ihren Weg zurück zum Kungstorget antritt und nach dem Fischereihafen und dem Stenakai einen Blick auf die Feskekôrka erlaubt.


Ein Erlebnis besonderer Natur sind die Julpaddan, die ihre Gäste zum Weihnachtsmarkt nach Liseberg bringen. Den Augen der Besucher zeigt sich nicht nur ein Göteborg mit Weihnachtsbeleuchtung, sondern jeder Fahrgast erhält auch einen heißen typisch schwedischen Glögg und eine "Paddandecke", damit er die Reise auch wirklich genießen kann.

Ein kurzer Film in schwedisch aus den 50er Jahren, eine Paddan-Führung in der Vergangenheit

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. Juni 2009

Die Feskekôrka, der Fischmarkt, in Göteborg

Auch wenn der Name Feskekôrka vielen Besuchern, die Schwedisch sprechen, merkwürdig vorkommt, so ist der Name völlig normal für Göteborg, da der Name in göteborgska benutzt wird und in Führern daher oft als Fiskekyrka (Fischkirche) übersetz wird.


Und alle, die diesen Fischmarkt Göteborgs zum ersten Mal sehen verstehen den Namen auf Anhieb, da das Bauwerk eher einer Kirche ähnelt als einer Fischhalle mit seinen zwei Restaurants.


Die Feskekôrka wurde 1874 errichtet wobei sich der Architekt von den norwegischen Stabkirchen inspirieren und seine Kenntnisse über gotische Steinkirchen mit in das Projekt einfließen ließ. Der Anlass für den Bau dieser Fischhalle war in der Verlagerung des damaligen Fischereihafens und den mangelnden hygienischen Vorrichtungen zu suchen.


Die Fischkirche in Göteborg ist jedoch nicht nur eine Touristenattraktion, sondern bietet auch einen Fischmarkt hoher Qualität, wo man nicht nur Schaltiere und Fisch, sondern auch seine Fischbrötchen oder einen Garnelensalat zum Direktverzehr kaufen kann.


Die Feskekôrka bietet auch zwei Restaurants in denen Fischliebhaber, sei es vor dem Osteingang, sei es in den Höhen der Fischhalle, ihr Mittagsmahl einnehmen können ohne von den ständig um das Gebäude kreisenden Fischmöwen gestört zu werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 4. Mai 2009

Kein frischer Fisch am Montag

In Göteborg kann man, wie überall in Schweden, am Montag keinen frischen Fisch kaufen, und das, obwohl die Stadt den größten Fischereihafen Schwedens hat. Es handelt sich um den Fiskebäcks Fiskhamn.


Fischereiboot in Fiskebäck, Göteborg

Viele Besucher der Stadt sind erstaunt, wenn am Montag jeder Frischfischhandel geschlossen hat, aber dabei muss man nur am Sonntag einen der Fischereihäfen der Stadt besuchen um festzustellen, dass am Sonntag die Fischereiboote alle am Kai liegen.

Eigentlich also logisch, dass dann am Montag auch kein Fisch an der Ladentheke liegen kann, denn ein Boot, das erst am Montag auf Fang geht, kann die Fische auch frühestens am Dienstagmorgen auf dem Fischmarkt anbieten. … Aber der Fischmarkt in Göteborg ist eine Sache für sich, auf die wir ein anderes Mal zu sprechen kommen.