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Sonntag, 18. April 2010

Kirchen und Kirchenkunst in Göteborg entdecken

Wer für seinen Urlaub plant die rund 70 kirchlichen Gebäude Göteborgs zu besuchen, steht vermutlich oft vor verschlossenen Türen, da selbst die Angaben der Svenska Kyrkan in ihrem jährlichen Prospekt nicht in allen Einzelheiten zutreffen. Selbst die Website der einzelnen Versammlungen hilft oft nicht weiter, falls die entsprechende Kirche im Verzeichnis überhaupt mit entsprechenden Angaben zu finden ist.

Örgryte gamla kyrka

Unter den acht mittelalterlichen Kirchen, die mittlerweile alle restauriert sind und sowohl von architektonischem Interesse sind als auch über eine einzigartige Ausstattung verfügen, ist keine regelmäßig zu besuchen. Wer des Schwedischen nicht mächtig ist, um mit einem Verantwortlichen der Versammlung einen Termin zu vereinbaren, muss in der Regel auf sein Glück rechnen und hoffen, dass in der Kirche eine Beerdigung oder ein Gottesdienst stattfindet, was jedoch nur schwer einzuplanen ist. Weder die Örgryte Gamla Kyrka noch die Lundby Gamla Kyrka sind zu anderen Zeiten geöffnet.

Hagakyrkan

Da sich unter den Kirchen des 18. und 19. Jahrhundert einige der touristisch aktiven Kirchen befinden, kann etwa die Hälfte unter ihnen zu gewissen Stunden besucht werden, allen voran die Domkyrkan, die Tyska Kyrkan, die Haga Kyrkan und die Oscar Fredriks Kyrkan. Die anderen Kirchen dieser Epoche öffnen nur sehr wenige Stunden für Besucher, so dass ein Besuch rechtzeitig eingeplant werden muss.

Die Kirchen des 20. Jahrhunderts verfügen oft über sehr künstlerische Arbeiten, sind jedoch, außer der Vasakyrkan, ebenfalls nur jeweils während weniger Stunden pro Woche geöffnet, meist am gleichen Tag und zur gleichen Zeit. Eine Ausnahme hier ist noch die Masthuggskyrkan, die im Juli und August täglich öffnet und dabei gleichzeitig zu Ausstellungen einlädt. Die zahlreichen Freikirchen in Göteborg, die alle aus dem 20. und 21. Jahrhundert kommen, bieten in der Regel keine künstlerischen Ausstattungen.

Vasakyrkan

Dass ein Kirchenbesuch selbst für Gläubige mittlerweile ein Problem wird, liegt in Göteborg vor allem an zwei Problemen. Jede Kirche muss während der Öffnungszeiten überwacht werden, da Diebstähle und Sachbeschädigungen in den letzten Jahren überhand nahmen, was wiederum zum zweiten Problem führt. Die Svenska Kyrkan ist finanziell nicht in der Lage 200 Personen zu bezahlen, die nötig wären, um ihre Kirchen überwachen zu können.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 29. März 2010

Die alte Lundby Kirche in Göteborg

Die Lundby gamla kyrka (alte Lundby Kirche) im Ortsteil Kyrkbyn gehört mit zu den wenigen Kirchen Göteborgs aus dem Mittelalter und ist damit eine der ältesten Kirchen im Göteborger Raum. Die heute sichtbare Kirche reicht zum Teil bis ins 14. Jahrhundert zurück, wobei jedoch archäologische Funde nachweisen, dass sich bereits vorher an der gleichen Stelle eine Holzkirche befand, was jedoch nur bestätigt, dass dieser Teil Hisingens bereits zu einer Zeit bewohnt war als das heutige zentrale Göteborg noch ein lehmiges Morastgebiet war.


Die Lundby gamla kyrka in seinem spätgotischen Stil wird wegen ihrem einmaligen Charakter gerne für Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen benutzt. Einmal die Woche findet dort auch ein Gottesdienst statt. Während der Hauptbau noch im 14. Jahrhundert erbaut wurde, kamen der freistehende Kirchturm und die Kircheinrichtung später hinzu. Das Taufbecken stammt jedoch vermutlich sogar noch aus der vorhergehenden Holzkirche und wird auf Beginn des 13. Jahrhunderts datiert.


Die alte Kirche Lundbys hatte ursprünglich auf der Nordseite keine Fenster und keine Gräber, da nach dem damaligen Volksglauben der Norden von den bösen Mächten beherrscht wird, die man logischer Weise von der Kirche fern halten wollte. Erst im 19. Jahrhundert wurde das bis dahin sehr dunkle Gemäuer durch sechs Fenster im Norden erhellt.


Die bemalte Orgelfasade stammt aus dem 18. Jahrhundert, wobei jedoch die ursprüngliche Orgel von 1818 im Jahre 1968 von einer neuen ersetzt wurde. Die Innenmalerei der Kirche wurde 1998 vollständig renoviert, als die Kirche auch ein modernes Ventilationssystem bekam. Die Kirche hatte ursprünglich auch keine Glocke, denn der freistehende Glockenturm wurde erst im 17. Jahrhundert neben dem Hauptgebäude errichtet und, wie üblich zu jener Zeit, mit einer Inschrift versehen.


Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Lundby gamla Kyrka gehören der Altartisch mit Marmorplatte und der Altaraufsatz in Renaissance von 1639, zwei Waffenschilder von 1698 sowie die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert, wo die Prediger des Alten Testaments abgebildet wurden und der von einem sechskantigen Baldachin überdacht wird. Von historischem Interesse sind auch einige der Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert, die heute an der Außenseite der Kirche aufgestellt sind und keinem Grab zugehören.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 22. März 2010

Kyrkbyn im Stadtteil Lundby in Göteborg

Kyrkbyn ist ein relativ klar begrenzter kleinerer Stadtteil des übergreifenden Göteborger Stadtteils Lundby am nördlichen Älvstranden. Kyrkbyn besteht zur Hälfte aus Wohnblocks, vor allem aus den 50er Jahren, und zur anderen Hälfte aus einem Villengebiet. Bereits im 13. Jahrhundert wurde Kyrkbyn schwedisch und war lange Zeit die größte Ansiedlung Hisingens.

Kyrkbytorget (Marktplats) mit "Långa Benet före"

Bis zum 20. Jahrhundert war Kyrkbyn das Zentrum Lundbys, wobei der Ort sich damals jedoch nicht um den Marktplatz Kyrkbytorget schloss, sondern um die alte Kirche Gamla Lundby Kyrka, die im 14. Jahrhundert auf Resten einer vorherigen Kirche erbaut wurde und von architektonischem und kulturhistorischem Interesse ist und heute noch, vor allem für Beerdigungen, genutzt wird.

Lundby Gamla Kyrka, Glockenturm (Alte Kirche)

Das kleine Kyrkbyn mit nicht ganz 2000 Einwohnern ist durchsetzt von Grünanlagen, Sportanlagen und selbst die alten Gräber und Reste der ersten Befestigungsanlagen des Vor-Göteborgs wurden vom Bauboom weitgehend verschont, denn auch wenn diese Stellen geschützt sind, so kümmern sich an anderen Stellen der Stadt weder die Bewohner noch die Baugesellschaften viel um die ursprünglichen Reste Göteborgs.

Lundby Nya Kyrka (Neue Kirche)

Heute hat Kyrkbyn im Grunde drei Zentren. Zum einen den Kyrkbytorget mit Bibliothek und jeder Art von Einkaufsmöglichkeiten, zum anderen die beiden Kirchen. Um die alte Kirche findet man Kleinfamilienhäuser, oft in Holzbauweise, die zum Teil bis ins 19. Jahrhundert zurück reichen. An der neuen Kirche befinden sich die etwas größeren Mehrfamilienhäuser, die dann bereits an den Stadtteil Eriksberg heranreichen.

Gudrun Eduards-Balldin, Vingslag

Für Kunstinteressierte ist das kleine Kyrkbyn fast so etwas wie ein Paradies, denn hier kann man die Göteborger Geschichte der Skulpturen von den 50er Jahren bis heute verfolgen, wobei fast alle Werke zu Fuß vom Kyrkbytorget aus erreicht werden können. Bei einem etwas längeren Spaziergang können dann auch noch die Kunstwerke entlang des nördlichen Älvstranden bis Sannegården erkundet werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Januar 2010

Die Oscar Fredriks Kyrka in Göteborg

Die Oscar Fredriks Kyrka im Stadtteil Olivedal in Göteborg wurde im Jahre 1893 in neugotischem Stil erbaut. Ihren Namen erhielt sie nach dem schwedischen König Oscar II., der sie im Jahre 1898 besuchte und sich dabei im Gästebuch der Kirche verewigte. Die Kirche liegt auf einer Anhöhe, dem sogenannten Dahlinska Berget.


Der Altarschrank der Oscar Fredriks Kyrkan ist ein Triptychon, das von den beiden Skulpteuren Ivar und Lars Lindecrantz geschaffen wurde und von Erik Abrahamsson gemalt wurde. Er stellt in mehreren Szenen die gesamte Geschichte Jesus dar. Während der Passionszeit kann man die Rückseite des Triptychons mit den Leidensmotiven Jesu entdecken.


Die Fenster über dem Altart bekam die Oscar Fredriks Kyrkan erst zwischen 1931 und 1938. Sie wurden wie die vier Wandmalereien rechts und links des Altars von Albert Eldh geschaffen, der die Wandmalerein bereits im Jahre 1915 ausführte. Albert Eldh, ein Bruder des Skulpteurs Carl Eldh, zeichnet für zahlreiche Kirchenfenster in Göteborg.


Die Kanzel wie auch das Taufbecken stammen noch von 1893, als die Kirche gebaut wurde, wobei die Kanzel kunstvoll in Holz geschnitzt wurde. Während die kleine Orgel der Oscar Fredriks Kirche Göteborgs noch von 1953 stammt, wurde die große Orgel jedoch erst 1969 aufgebaut und ermöglicht es heute in der Kirche auch bedeutende Konzerte zu geben.


Die beiden Rosettenfenster der Kirche sind noch die Originalfenster des Jahres 1893 und wurden von Reinhold Callmander geschaffen. Damit man die Geschichte der Kirche verfolgen kann wurden bei den mehrmaligen Restaurationsarbeiten jeweils einzelne Flächen und Malereien der ursprünglichen Kirche erhalten. Es sind daher an einigen Stellen noch Werke von Zettervall und Forsséns sichtbar.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Januar 2010

Minneslundar auf den Friedhöfen in Göteborg

Der erste Minneslund erschien in Göteborg im Jahre 1966 in Kviberg, sieben Jahre nach dem ersten Minneslund in Malmö und in Västerås. Die schwedische Kirche wollte bei diesen auf dem Friedhof abgegrenzten Anlagen ihren Mitgliedern eine Alternative zu den üblichen Beerdigungsmöglichkeiten bieten.


Heute findet man in Göteborg elf Minneslundar, also anonyme Grabstellen, an denen es keine Grabsteine gibt und nirgends der Name eines Verstorbenen zu finden ist. Oft sind es die Toten selbst, die nach ihrem letzten Willen anonym beerdigt werden wollen, sei es, indem die Urne begraben wird, sei es, dass die Asche im Minneslund verteilt wird. Aber auch die Erben können sich noch zu dieser Art an Beerdigung bestimmen.


Obwohl der Minneslund eine besondere Anlage in einem Friedhof ist und kein Angehöriger bei der Beerdigung dabei sein kann, zeigen diese Anlagen sehr viel Persönlichkeit, denn die Besucher versuchen eine Art Erinnerungsstätte, ein Monument, zu schaffen an der Kränze angebracht werden, Blumen die Anlage verschönern und immer die sogenannten ewige Lichter brennen.


Ein Minneslund ist meist eine kleinere Anlage, an der man ein Wasserspiel findet und ein öffentliches Kunstwerk angebracht wird. Im Västra Kyrkogården in Göteborg findet man in einer Umgebung mit Granitblöcken das Werk Tröst von Inger Karlberg, aber auch eine kleine erhöhte Terrasse mit Bänken, was den Minneslund eher wie einen kleinen Park aussehen lässt.


In jüngerer Zeit kommen zu den Minneslundar in Göteborg auch Askgravlundar, wo die Asche verstreut wird, die Angehörigen jedoch eine kleine Erinnerungsplakette anbringen lassen können und wo sie bei der Beerdigung dabei sein können. Ein Minneslund ist meist der häufigst besuchte Ort eines Friedhofes, der nicht nur von Angehörigen besucht wird, sondern als Hort der Ruhe betrachtet wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. November 2009

Neuanlage des Gartens des Gustavdoms in Göteborg

Der Gustavsdom (domkyrkan) in Göteborg, der seinen Namen nach dem Stadtgründer Göteborgs erhielt, wurde am 21. Mai 1815 eingeweiht, obwohl er erst 1827 fertiggestellt war. Von den beiden Kirchen, die vorher hier ihren Platz hatte kann man heute kaum noch etwas sehen, ebensowenig vom Friedhof, der einst die Göteborger Kathedrale umgab und in dem einige bedeutende Göteborger beerdigt wurden.


Nachdem der Gustavidom mittlerweile vollständig renoviert wurde, werden nun auch die Gartenanlagen, die den Dom umgeben, erneuert. Die Geschichte der Domkyrka und die geplanten, begonnenen Gartenumbauten können noch bis zum 27. November in einer Ausstellung in der nördlichen Kapelle des Doms eingehend studiert und betrachtet werden.


Bei den Arbeiten wurde bisher , bis auf einige wenige Bäume, der gesamte Grund neu bearbeitet. An ihrer Stelle bleiben vor allem der Brunnen am Rande des Grundstücks und die Büste von Peter Wieselgren. Die Wiesen, Wege und fast die gesamte Bepflanzung fielen bereits den Renovierungsarbeiten zum Opfer.


Die Gartenanlage wird natürlich weder so zurückverwandelt, dass sie jener gleicht als der Gustavsdom in Göteborg erbaut wurde, denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es keine Gartenanlage um den Dom. Es wird vielmehr versucht eine Gartenanlage zu rekonstruieren, die dem Ende des 19. Jahrhunderts entspricht. Und auch hier soll keine Kopie entstehen, sondern eine Anlage, die die damaligen Gartenarchitekten vermutlich heute erstellen würden.


Die Arbeiten im Garten der Domkyrkan bauen auf alte Stiche, Beschreibungen und Dokumente sowie eine überlieferte Liste der Pflanzen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts dort befanden. Die Anordnung, die ab Mitte 2010 sichtbar sein wird, wird daher zwar die früheren Gewächse berücksichtigen und die Form des Gartens nachempfinden, aber die Pflanzen bekommen den Platz, den die heutigen Gartenbauarchitekten für richtig empfinden. Es wäre daher besser nicht von einer Rekonstruktion zu sprechen, sondern vom Nachempfinden einer früheren Gartenanlage, was durchaus eine beträchtliche Leistung ist und den Gustavidom mit Sicherheit bereichert.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin
Originale: Stadsmuseum Göteborg und Architekturbüro

Sonntag, 18. Oktober 2009

Västra Frölunda kyrka, eine der Kirchen Göteborgs

Die erste Kirche in Västra Frölunda befand sich westlich des heutigen Gebäudes und wurde vermutlich um das Jahr 1200 errichtet. In offiziellen Dokumenten erscheint sie bereits im Jahre 1313, also zu einer Zeit als das heutige Göteborg noch eine Sumpflandschaft war und sein Vorgänger Lödöse sich 40 Kilometer nördlich der heutigen Stadt befand. Frölunda war zu jener Zeit vollkommen unabhängig von Lödöse und eine selbständige Ansiedlung.


Diese erste Västra Frölunda kyrka brannte während des Siebenjährigen Krieges (1563 - 1570) ab und bereits 1622, zur Zeit als das heutige Göteborg gegründet wurde, wurde an der gleichen Stelle eine neue Kirche errichtet, die anschließend mehrmals umgebaut und erweitert wurde. 1866 wurde dann die heutige Kirche erbaut und 1869 konnte das vorherige Gebäude abgerissen werden.


Der Baustil der heutigen Västra Frölunda kyrka kann als neugothisch betrachtet werden, ist jedoch, trotz der imposanten Erscheinung auf ihrem Hügel ohne besondere Bedeutung. Im Inneren der Kirche kann man jedoch einige Kleinode der mittelalterlichen Kirche entdecken. Der Altar stammt noch vom Jahre 1687 und wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrmals restauriert.


Der Altar stellt sowohl das Abendmahl als auch die Kreuzigung dar. Rechts und links der vergoldeten Kolonnen stehen Petrus mit dem Schlüssel zum Himmelreich und Paulus mit seinem Schwert. Neben der Kreuzigungsszene stehen Moses mit seinem Stab und Johannes der Täufer mit einem Buch. Über dem Alter thront Jesus mit einem römischen Kreuz, das jedoch erst später der Skulptur zugefügt wurde.


Die Standuhr neben dem Altar, eine Gouleur, stammt von 1770 und wurde vom Göteborger Uhrmacher Olof Rising hergestellt. Ein Taufbecken des 17. Jahrhunderts sowie ein Archivschrank des 18. Jahrhunderts sind heute in der Sakristei aufbewahrt. Auch der Hostienbehälter, der bei Hochmessen verwendet wird wurde noch Ende des 18. Jahrhunderts vom Göteborger Goldschmied Lars Bergström hergestellt. Die restliche Einrichtung der Kirche stammt vor allem vom Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. September 2009

Die Katholische Kirche Kristus Konungen in Göteborg

Obwohl die katholische Versammlung in Göteborg bis ins Jahre 1862 zurückreicht wurde die Kirche Kristus Konungen erst im Jahre 1938 eingeweiht. Die Kirche, die bei Göteborgern oft Hedendomen genannt wird liegt zwischen Exercisheden und der Trädgårdsföreningen. Die Katholische Kirche wurde in Form einer Basilika erbaut, über ihre Geschichte ist kaum etwas bekannt.


Der Gottesdienst in der Kirche Kristus Konungen wird nach altem katholischem Ritual gehalten, was zum Teil auch Messen in Latein beinhaltet. Ihr Dekor richtet sich ebenfalls gänzlich nach katholischer Tradition, wobei die Wandmalerei über dem Hauptaltar die Kirche dominiert. Jesus, der wie vom Himmel angezogen wird segnet seine Gemeinde, völlig umgeben von Tiefbau, das nach katholischem Glauben die Unschuld ausdrückt.


Zu seiner Rechten und Linken sitzen Maria und Josef über denen die Friedenstauben schweben und die kniend zu ihrem göttlichen Sohn aufsehen, der fast schon zu entschweben scheint. Christus ist in der Kirche überall präsent, in den Glasfenstern und auch am Holzkreuz, das unmittelbar hinter dem Eingang zu sehen ist.


Eine bedeutende Rolle hat auch Maria, die Mutter Gottes, in jeder katholischen Kirche. Ihre Staue mit dem Jesuskind auf dem Arm steht, wie üblich, rechts vor dem Altar. Wie bei jeder klassischen Abbildung Marias trägt sie einen blauen Mantel, der ihre Unschuld symbolisiert und ein Zeichen der unbefleckten Empfängnis ist.


Eine Besonderheit der Katholischen Kirche in Göteborg ist auch ihre Walkerorgel von 1907, die am 16. Januar 2010 eingeweiht wird. Eine Pfeifenorgel darf in keiner katholischen Kirche fehlen, denn nach katholischer Tradition glaubt man, dass der Klang dieses Instruments nicht nur jede kirchliche Zeremonie zu einem Höhepunkt bringt, sondern auch die Gedanken der Gläubigen Gott näher bringen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 8. August 2009

Die Masthuggskyrkan mit Blick über Göteborg

Die Masthuggskyrkan in Stigberget gehört nicht zu den ältesten Kirchen Göteborgs, auch wenn sie eine wahre Sehenswürdigkeit ist und auf der Anhöhe einen weiten Blick über Göteborg gewährt und von großen Teilen der Stadt aus sichtbar ist. Die Masthuggskyran ist heute auf jeden Fall zu einem Symbol Göteborgs geworden.


Die Kirche wurde zwischen 1910 und 1914 von Sigfrid Ericson in notionalromantischem Stil errichtet, wobei die Mashuggskyrkan jedoch schon einige Monate vor seiner Einweihung in Dienst genommen wurde, da die Glocken am 2. August des Jahres zur Mobilisierung läuten mussten.




Der Altar ist ein Tryptichon, das die Himmelfahrt darstellt und wurde vom Architekten Sigrid Erikson für den ausführenden Künstler Ninnan Santesson entworfen. Die Buchstaben I.N.H.S. über dem Altar stehen für "Jesus från Nasaret människornas frälsare". Während Ninnan Santesson für die Skulptur des Altarbildes zuständig war, übernahm Engelbert Bertel-Nordström die Bemalung.



Die Kirchenorgel der Masthuggskyrkan ist die bedeutendste von Göteborg, sowohl was ihre Größe als auch ihre Gestaltung mit zahlreichen bemalten Skulpturen angeht. Während der Sommermonate werden hier regelmäßige Führungen angeboten, die nicht nur die Orgel erklären, sondern den Besuchern auch die Ausstattung der Masthuggskyrkan näher bringen.


Bis zum 31. August findet der Besucher der Masthuggskyrkan auch eine Fotoausstellung, die von der Vergangenheit der Menschen, der Gebäude und ihrer Zivilisation spricht, die einst den Stadtteil um die Kirche prägten. Sämtliche Fotos entstammen dem Buch ”Bilden av Göteborg II” von Robert Garellicks.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin


Freitag, 31. Juli 2009

Fiskebäck, der Fischereihafen Göteborgs, Freizeitboote und Schären

Fiskebäck, heute ein Stadtteil von Göteborg, wird in Aufzeichnungen erstmal im Jahre 1550 erwähnt und bedeutet soviel wie "der Bach in dem man fischt". Heute ist dieser Bach unter dem Stora Fiskebäcksvägen verborgen und mündet in Sjöbacka in die heute noch fischreiche See.


Die ehemalige Bucht Sjöbacka in Fiskebäck war in den 60er Jahren eine Abfallstelle in der auch der ganze Bauschutt Göteborgs landete, bis die Bucht zugeschüttet war und heute noch unter dem namen "Tippen" bekannt ist. Im Laufe der Jahre hat sich dieses Gebiet von einer Müllhalde zu einem Naturschutzgebiet mit einem reichen Vogelleben verwandelt und wurde zu einem Ausflugsgebiet vieler Göteborger.


Fiskebäck gehört zu Schwedens kirchenreichster Teile, wenn man Einwohnerzahl und Menge der Kirchen ins Verhältnis setzt. Hier findet man zahlreiche Freikirchen wie zum Beispiel die Missionskyrkan, die Pingstkyrkan oder die Allianskyrkan, die einen großen Beitrag an Jugendaktivität leisten und zahlreiche Mitglieder im Ort haben.


Der Hafen für Freizeitboote in Fiskebäck gehört, wegen seiner Lage (und seinem Preis) mit zu den meist gesuchten Göteborgs, auch wenn, wirtschaftlich gesehen, der Fischereihafen Fiskebäck eine größere Bedeutung für die Stadt spielt, da sich hier, nur wenige Schritte von den Kleinbooten getrennt, der größte Fischereihafen Schwedens befindet wo sich die größte Fischereiflotte Schwedens niedergelassen hat.


Da sich Fiskebäck an den südlichen Schären befindet ist es fast schon logisch, dass hier auch die Lastfähren liegen, die Baumaterial und andere schwere Gegenstände auf die Schären transportieren. Fiskebäck bietet jedoch nicht nur Schiffe jeder Größe, denn hier kann man auch Surfen lernen, sich ganz einfach am Badestrand sonnen oder einen Wanderweg nach Hinsholmen benutzen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 16. Juli 2009

Gustavi Domkyrka, die Kathedrale in Göteborg

Mit der Stadtgründung im Jahre 1621 durch König Gustav II. Adolf bekam Göteborg auch eine Kathedrale, die bereits im Jahre 1633 eingeweiht und nach dem Stadtgründer benannt wurde: Gustavi Domkyrka.


Auch wenn die heutige Kathedrale noch immer am gleichen Platz steht wie die ursprüngliche Domkyrka, so handelt es sich jedoch bereits um die dritte Kirche, denn die erste Kathedrale brannte 1721, nur hundert Jahre nach der Stadtgründung vollständig nieder und die nachfolgende Kathedrale erlebte bereits 1802 das gleiche Schicksal.


Die Domkyrkan, die wir heute in Göteborg finden, wurde vom Architekten Carl Wilhelm Carlberg erbaut und am 21. Mai 1815 von Bischof Johan Wingård eingeweiht, obwohl sie erst im Jahre 1827 fertig gestellt war.


Es ist daher auch verständlich, dass nur wenige Elemente der Kathedrale noch auf ihr wahres Alter hinweisen. Nur der Altar ist eine Rekonstruktion der ursprünglichen Kirche und besteht aus vergoldeter Holzschnitzerei. Die beiden Rokokoengel wurden noch von Jacques Adrien Masreliez im Jahre 1755 geschaffen.


Die Gustavi Domkyrka ist natürlich, wie jede Kirche, vor allem ein Ort der Ruhe und der Überlegung wo auch täglich eine Messe oder eine Andacht stattfindet. Während des Sommers kann jedoch an einigen wenigen Tagen der Kirchturm erklommen werden und regelmäßige Konzerte erfreuen Liebhaber von Jazz, Gospel oder kirchlicher Orgelmusik.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin und Irene Kårlin