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Mittwoch, 3. Februar 2010

Das Stenpiren am Stora Hamnkanalen in Göteborg

Ursprünglich legten Boote mit Waren und Fisch direkt an den Kais des Stora Hamnkanalen in Göteborg an. Als jedoch die Schiffe größer wurden und tiefer im Wasser lagen, wurde es notwendig, diesen Schiffen einen neuen Anlegeplatz möglichst Nahe der Einfahrt zum Stora Hamnkanalen zu bieten. Am geeignetsten fand man dafür die Stelle, wo man heute das Stenpiren findet, das den Abschluss zu Skeppsbron bildet.


Bevor man jedoch in den Jahren 1844/1845 das Stenpiren (Steinpier) erbaute, begnügte man sich mit einer Anlegestelle aus Holz, von der aus vor allem die Boote zu den Schären gingen, die heute ihren Hafen in Saltholmen haben. Aber auch Handelsschiffe und andere Fahrzeuge legten hier, im Zentrum der Stadt, inom Vallgraven, an.


Schon bald zeigte sich, dass das Stenpiren nicht für die zahlreichen Auswandererschiffe nach Amerika und die wachsende Handelsflotte Göteborgs ausreichte und es wurden sowohl bei Skeppsbron als auch beim Packhusplatsen Kaianlagen mit einer Eisenbahnlinie errichtet. Folge davon war auch, dass sich die bedeutendsten Reedereien jener Zeit am südlichen Älvstranden nieder ließen.


Als die Götaverken, die 1989 ihre Aktivitäten als Schiffsbauwerft einstellten, im Jahre 1973 einen größeren Wendeplatz für ihre Trockendocks brauchten, störte das Stenpiren und es wurde um 42 Meter verkürzt. Heute legen an diesem Kai nur noch einige Ausflugsboote, vor allem zu Schärenrundfahrten, an und hin und wieder ein gemieteter Segler für eine Reisegruppe.


Während früher das Stenpiren ständig eine rege Aktivität zeigte und ständig Boote beladen und entladen wurden, wird das Pier heute nur noch von zwei Monumenten dominiert, zum einen vom Delawaremonument von Carl Milles, das an die Gründung Neuschwedens erinnert und das Krigsseglarnas minnesmärke von Lars Kleen, das in Erinnerung an die toten Seeleute des Zweiten Weltkriegs erbaut wurde.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Postkarte: Stadsmuseum Göteborg

Montag, 16. November 2009

Stenpiren, das Steinpier bei Skeppsbron in Göteborg

Das Stenpiren oder Steinpier, das Skeppsbron am Stora Hamnkanalen abschließt war die erste Kaianlage Göteborgs. Zu Beginn handelte es sich jedoch nur um keine so stabile Anlage wie heute, sondern um eine einfaches Holzpier, das im Laufe der Zeit immer mehr ausgebaut wurde um der wachsenden Schifffahrt auf dem Göta Älv Platz zu schaffen.


In den Jahren 1844/1845 wurde dann das Stenpiren im heutigen Stil erbaut, das jedoch etwas weiter in den Göta Älv hinausragte als das heutige. Hier legten in den folgenden Jahren sämtliche Boote an, die die Göteborger Schären anliefen, aber auch die Passagierboote nach Marstrand, Uddevalla, Lysekil oder Oslo, was schließlich zu einer Überlastung des Piers führte und neue Hafenanalagen an anderen Stellen der Stadt erforderte.


Gegenüber des Piers findet man auch heute noch das frühere Zollgebäude und den Wasserweg zum Stora Hamnkanalen öffnete schon immer eine Drehbrücke, die den Fischern den Zugang erst zum Fischmarkt am Lilla Torget und dann zum Gustav Adolf Torg bot. Hier kamen jedoch auch die Waren für die Ostindische Kompanie an oder verließen Göteborg zu den bedeutendsten Handelsplätzen Europas.


Das Delawaremonument auf dem Stenpiren erinnert an die zahlreichen schwedischen und finnischen Auswanderer, die dieses Pier als letzte Erinnerung an Göteborg haben. Auch wenn das Neuschweden in Amerika keinen langen Bestand hatte, so blieben die Aussiedler, denen das Monument gewidmet ist dennoch im fernen Lande.


Und selbst während des zweiten Weltkrieges hatte das Stenpiren noch seine Bedeutung, denn hier verließen zahlreiche Hilfsschiffe Göteborg in friedlicher Mission, was dennoch für viele Seeleute die letzte Fahrt bedeutete. An all diese Seefahrer richtet sich das Erinnerungsdenkmal Krigsseglare auf dem Pier. In den nächsten Jahren wird das Stenpiren nun seine nächste Verwandlung vornehmen, wenn ganz Skeppsbron eine neue Bedeutung bekommen wird. Vielleicht werden dann die letzten Erinnerung an die Vergangenheit des Stenpiren, wie auch die letzten dort liegenden Ausflugsboote, von hier verschwinden um dem Pier andere Wege zu weisen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Originalstich: Stadsmuseum Göteborg

Dienstag, 10. November 2009

Skeppsbron innerhalb des Wallgrabens in Göteborg

Skeppsbron ist der Kai am Göta Älv, der den Stora Bommen am Stenpiren (mit dem Delaware Monument und den Kriegsseglern) mit dem Rosenlundskanalen verbindet und gehört daher zum Stadtteil innerhalb des Wallgrabens. Um aus Skeppsbron den ersten bedeutenden Hafen Göteborgs zu machen mussten einst tonnenweise Erde und Gestein angekarrt werden um aus dem Sumpfgebiet eine Anlegestelle für Boot zu schaffen.


Auf Grund seiner Lage war Skeppsbron ursprünglich einer der animiertesten Stadtteile am Göta Älv. Von der bedeutenden Industrie, der Eisenbahnlinie und dem regen Schiffsverkehr ist heute nur noch wenig zu sehen, denn außer dem Fabrikgebäude Merkur und den Ausflugsbooten am Stenpiren lässt kaum noch etwas auf die glorreiche Zeit von Skeppsbron schließen.


Aus Skeppsbron, wo einst der erste Werftkran zu finden war, die ersten Boote der Ostindiefararen wie der Götheborg anlegten und schließlich der Dampfer Lexington seinen Platz fand wird bald ein neues Skeppsbron werden, das Freizeitkapitäne mit ihren Segelbooten anziehen soll und mit einer modernen Strandpromenade und einem Freibad die Göteborger zum Fluss ziehen soll.


Wer sich heute nach Skeppsbron verirrt oder sein Auto im P-Arken, dem einzigen schwimmenden Parkplatz Schwedens, unterstellt, entdeckt noch das erste China-Restaurant Göteborgs, das in den 70er Jahren öffnete und bereits einmal wegen Abrissarbeiten umziehen musste. Das einzige architektonisch interessante Gebäude an Skeppsbron ist die alte Fabrik Merkur, die einen deutlichen Kontrast zum anschließenden Kasten der Göteborg-Energi bildet.


Noch kann niemand sagen welche Gebäude an Skeppsbron den neuen Plänen der Stadtarchitekten weichen müssen um luxuriösen Hochhäusern Platz zu machen, die nicht nur die Aussicht auf den Göta Älv genießen können, sondern auch einen ständigen Blick auf die einzige Werft Göteborgs haben werden. Sicher ist jedoch dass die Tage des heutigen Skeppsbron gezählt sind.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin