Samstag, 14. November 2009

Weihnachten in Liseberg, Tradition in Göteborg

Weihnachten und Weihnachtsmarkt lässt bei vielen die Herzen höher schlagen, aber ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt, auch jenem in Liseberg, ist auch mit Erwartungen verknüpft, mit Gerüchen, Produkten und einer bestimmten Stimmung. Für einen so internationalen Weihnachtsmarkt wie jenen in Göteborg ist es natürlich nicht ganz einfach alle Erwartungen zu erfüllen.


Auf dem Weihnachtsmarkt in Liseberg treffen sich sehr verschiedene Kulturen aus den verschiedensten Ländern. Das Problem mit dem meist schneefreien Göteborg ist noch das geringste Problem für den Vergnügungspark, da es Filmschnee und Schneekanonen gibt. Aber um eine weihnachtliche Stimmung zu gestalten mussten in Liseberg auch 850 Weihnachtsbäume aufgestellt werden, die für viele einfach zu Weihnachten gehören und wenig zum sommerlichen Vergnügen passen würden.


Die lebensgroße Weihnachtskrippe in der bereits die heiligen drei Könige angekommen sind gehört auch mehr zu den internationalen als zu den schwedischen Eigenheiten eines Weihnachtsmarkts zumal Krippen in schwedischen haushalten kaum noch ihren Platz haben. Das schwedische Weihnachtssymbol, der Weihnachtsbock, findet in mehreren Ausgaben seinen Platz auf dem Weihnachtsmarkt in Liseberg, eine Tradition, die mehrere Jahrhunderte zurückreicht.


Die Zahlreichen Geschäfte Lisebergs haben zu Weihnachten ebenfalls ihre Gestalt verändert, denn jedes Detail, von den Schildern bis zum Inhalt, hat sich Weihnachten angepasst. Hier kann man bis zum 23. Dezember jede Art von Christbaumschmuck, Weihnachtsmänner und auch Waldtrolle erwerben. Allein der Blick durch die Fenster lässt beim Besucher eine weihnachtliche Welt entstehen.


Was deutsche Besucher auf den Göteborger Weihnachtsmärkten mit Sicherheit vermissen ist der Geruch nach Glühwein, da Alkoholausschank im Freien in Schweden verboten ist. Aber gerade dies bietet die Möglichkeit einmal etwas anderes zu versuchen, zum Beispiel den schwedischen Glögg mit seinem würzigen Geschmack, schwedischen Weihnachtsschinken, der zu Weihnachten in kaum einem schwedischen Haushalt fehlt, weiches lapländisches Brot, die Lussekatter, ein typisches Gebäck zum Lucientag, oder aber die schwedischen Pfefferkuchen, die sehr wenig mit jenen in Deutschland zu tun haben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 13. November 2009

Eis auf dem Weihnachtsmarkt Liseberg in Göteborg

Ein Weihnachtsmarkt ohne Eis und Schnee ist beim Göteborger Weihnachtsmarkt in Liseberg kaum vorstellbar, obwohl das Klima der Stadt dies kaum ermöglicht. Um dennoch das Gefühl des hohen Nordens im Lichterpark zu verbreiten muss Liseberg nach anderen Lösungen suchen, die auch ein immer anspruchsvolleres Publikum befriedigen.


Während das Problem mit echtem Schnee auf dem Skihügel noch relativ einfach mit einer Schneekanone gelöst werden konnte, war es jedoch nicht ganz so einfach Eisschollen auf dem Wasser schwimmen zu lassen und Bäume, Boote, Statuen, Bänke und Wegränder Lisebergs bei Plusgraden in eine Winterlandschaft zu verwandeln. Nur Techniken, die die Filmindustrie bei Dreharbeiten verwendet konnten hier eine interessante Lösung bieten.


Etwas weniger einfach war es schon Eisblöcke von 210 x 75 x 100 cm zum Weihnachtsmarkt nach Liseberg zu schaffen aus denen fünf schwedische Künstler Eisskulpturen schaffen werden. Nur Eis aus Jukkusjärvi hat die notwendige Eigenschaft, die es erlaubt auch Skulpturen zu schaffen. Bevor jedoch der Eisblock sich zu einem Kunstwerk verwandelt muss er vom Künstler vor Ort noch vorbereitet werden. Die Künstler müssen daher unter Stress höchste Leistung bringen.


Bevor jedoch Liseberg öffnete musste bereits eine andere bedeutende Arbeit von zwei Eiskünstlern Jukkajärvis geleistet werden. Der Weihnachtsmarkt in Liseberg wollte seinen Besuchern eine Eisbar bieten, die nur mit geliehenen Thermomänteln betreten werden kann. Hier mussten noch vor der Einweihung des Göteborger Weihnachtsmarkts Bänke, Tische, Kunstwerke, eine Bar, Regale und Gläser aus Eis geschaffen werden, das ebenfalls aus Jukkusjärvi antransportiert werden musste.


Auf dem Weihnachtsmarkt in Liseberg wartet aber noch eine weitere Überraschung auf Eis. Auf der Kunsteisbahn treten mehrere Weltmeister im Eiskunstlauf auf, die Kaninchen Lisebergs haben eine eindrucksvolle Eisshow geschaffen und wenn die Bahn nicht für Vorführungen benötigt wird kann sich das Publikum Schlittschuhe mieten und selbst den Künstlern nacheifern.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. November 2009

Weihnachten im Vergnügungspark Liseberg in Göteborg

Am Freitag den 13. November öffnet zum zehnten Mal der Liseberg Weihnachtsmarkt in Göteborg. Rund 500.000 Besucher werden an den Ständen entlang bummeln, einige Einkäufe tätigen, den hohen Norden entdecken und von den zahlreichen Veranstaltungen profitieren, die den Weihnachtsmarkt in Liseberg zu einem einzigartigen Erlebnis in ganz Skandinavien macht.


Liseberg bieten seinen Besuchern dieses Jahre 850 Weihnachtsbäume und beleuchtet den Park mit 6,5 Kilometer langen Leuchtgirlanden. Über dem künstlichen Weihnachtsbaum des hohen Turmes von Liseberg leuchtet der Weihnachtsstern, der allen Göteborgern den Weg nach Liseberg weist.


Auf dem Weihnachtsmarkt von Liseberg findet man dieses Jahr 80 verschiedene Buden, die ihre Produkte anbieten. Egal, ob man Renfleisch, Elchwurst, Weihnachtsschinken, Birkensaft, Pfefferkuchen oder eingelegten Hering kaufen will oder sich mehr nach Weihnachtsschmuck, Kerzen, Kunstgegenständen oder Süßigkeiten umsieht, in Liseberg wird man zwischen dem 13. November und dem 23. Dezember mit Sicherheit fündig.


Zu den vielen Attraktionen, die das weiße Liseberg zu Weihnachten allen Kinder bietet kommt eine Besonderheit hinzu: Der Schneehügel Sälen, wo Kinder auf 400 Quadratmetern ihre Künste im Skifahren testen können. Eine Schneekanone, die selbst bei 35 Grad Wärme noch Schnee bereiten kann garantiert eine sichere Schneelage und fünf Skilehrer helfen bei den ersten Schritten auf der weißen Fläche.


Wer etwas besonderes sucht kann beim Weihnachtsmarkt in Liseberg auch die Lapplandecke besuchen, wo sie Essen aus aus dem hohen Norden genießen können, das zum Teil vor Ort zubereitet wird, wo sie Künstlern beobachten können, während diese Eisskulpturen schaffen, und sie können in der Eisbar ein kühles Getränk aus Eisgläsern nehmen während sie auf einer Bank aus Eis und in Thermomantel ausruhen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. November 2009

Järntorget in Göteborg im Wandel der Jahrhunderte

Der Järntorget im Göteborger Stadtteil Masthugget war während der letzten Jahrhunderte eine der zentralsten Stellen Göteborgs und hatte bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende politische und kulturelle Rolle, nicht zuletzt in Hinblick auf die Arbeiterbewegung. Sowohl in Masthugget als auch in Haga fand man über 300 Jahre lang fast nur Arbeiterwohnungen.


Der Järntorget war vom 18. Jahrhundert an allein durch seine Lage am Rande der Stadt inom Vallgraven wichtig für die Schifffahrt, den Schiffbau und jede andere handwerkliche Tätigkeit. Hier war eine der bedeutenden Zollstellen, einer der größten Marktplätze der Stadt und selbst an Kneipen mangelte es nicht, was immer wieder zu Klagen führte.


Zwischen 1785 und 1892 befand sich hier die Eisenwage des nahen Zollamtes wo sowohl eingehendes als ausgehendes Eisen gewogen wurde. Dieser Eigenschaft verdankt der Platz seinen Namen Järntorget, Eisenplatz, wobei den Eisenträgern am heutigen Olof Palme Plats, der früher Teil des Järntorgets war, das Monument Järnbärare gewidmet wurde.


Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Platz von Göteborgern meist Möbeltorget oder Trätorget genannt, da hier der Handels und Umschlagplatz von Möbeln und Holzartikeln war. Am Järntoget verkauften die in ganz Südschweden bekannten Lindomesnickare ihre Waren und rund um den Platz entstanden mehrere Schreinereien und Möbelhäuser.


Am Järntorget fand man auch die Zeitung Ny Tid bei der Dan Andersson eine Zeit lang mitarbeitete und die als die bedeutendste Arbeiterzeitung (heute mit neuem Namen) der Stadt Göteborg gilt. Der Platz war einer der ersten, die auch von der Straßenbahn angefahren wurde und der alte Brunnen neben dem Järntorgsbrunnen, der einst als Pferdetränke gebaut wurde, ist eines der letzten Originalzeichen dieser Vergangenheit. Nur eines der alten Häuser hat das 20. Jahrhundert überlebt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Originalstiche: Stadsmuseum Göteborg

Dienstag, 10. November 2009

Skeppsbron innerhalb des Wallgrabens in Göteborg

Skeppsbron ist der Kai am Göta Älv, der den Stora Bommen am Stenpiren (mit dem Delaware Monument und den Kriegsseglern) mit dem Rosenlundskanalen verbindet und gehört daher zum Stadtteil innerhalb des Wallgrabens. Um aus Skeppsbron den ersten bedeutenden Hafen Göteborgs zu machen mussten einst tonnenweise Erde und Gestein angekarrt werden um aus dem Sumpfgebiet eine Anlegestelle für Boot zu schaffen.


Auf Grund seiner Lage war Skeppsbron ursprünglich einer der animiertesten Stadtteile am Göta Älv. Von der bedeutenden Industrie, der Eisenbahnlinie und dem regen Schiffsverkehr ist heute nur noch wenig zu sehen, denn außer dem Fabrikgebäude Merkur und den Ausflugsbooten am Stenpiren lässt kaum noch etwas auf die glorreiche Zeit von Skeppsbron schließen.


Aus Skeppsbron, wo einst der erste Werftkran zu finden war, die ersten Boote der Ostindiefararen wie der Götheborg anlegten und schließlich der Dampfer Lexington seinen Platz fand wird bald ein neues Skeppsbron werden, das Freizeitkapitäne mit ihren Segelbooten anziehen soll und mit einer modernen Strandpromenade und einem Freibad die Göteborger zum Fluss ziehen soll.


Wer sich heute nach Skeppsbron verirrt oder sein Auto im P-Arken, dem einzigen schwimmenden Parkplatz Schwedens, unterstellt, entdeckt noch das erste China-Restaurant Göteborgs, das in den 70er Jahren öffnete und bereits einmal wegen Abrissarbeiten umziehen musste. Das einzige architektonisch interessante Gebäude an Skeppsbron ist die alte Fabrik Merkur, die einen deutlichen Kontrast zum anschließenden Kasten der Göteborg-Energi bildet.


Noch kann niemand sagen welche Gebäude an Skeppsbron den neuen Plänen der Stadtarchitekten weichen müssen um luxuriösen Hochhäusern Platz zu machen, die nicht nur die Aussicht auf den Göta Älv genießen können, sondern auch einen ständigen Blick auf die einzige Werft Göteborgs haben werden. Sicher ist jedoch dass die Tage des heutigen Skeppsbron gezählt sind.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 9. November 2009

Die vier Musen des Stora Teatern in Göteborg

Auch wenn das Stora Teatern oder Storan, wie es in Göteborg allgemein genannt wird, heute keine Opern oder Musicals mehr präsentiert, sondern mit seinen Konzerten eher ein jüngeres Publikum anzieht, so hat das Gebäude dennoch sein Aussehen des 19. Jahrhunderts behalten, inklusive der inneren und äußeren Stuckarbeiten des Bildhauers Carl Ahlborn.


Das Vordach des Großen Theaters (Stora Teatern) wird von den vier der neun griechischen Musen dominiert. Die erste Muse ist Terpsichore, die Tanzfreudige. Ihre Freude am Tanz wird durch eine Lyra ausgedrückt, die sie bei fast allen Abbildungen der Antike in der Hand hält.


Es folgt dann die griechische Muse Polyhymnia, die für Tanz, Pantomime und Hymendichtung bekannt war. Sie gilt als sehr nachdenklich und trägt häufig eine Buchrolle in ihrer Hand. Sie gilt als die intellektuelle Muse der Antike.


Auf dem Vordach des Storan findet sich noch eine weitere der neun Musen der antiken Welt: Thalia, die Muse der komischen Dichtung und der Unterhaltung. Sie galt als die ländlichste der griechischen Musen und wurde früher durch einen Efeukranz, den Schäferstab und eine Maske dargestellt.


Schließlich folgt, etwas im Hintergrund, Melpomene, die Singende. Nach der griechischen Mythologie ist sie die Muse der tragischen Dichtung und des Trauergesangs. Sie wurde fast immer mit einer Maske, einer Keule und Weinlaub auf ihrem Haupt dargestellt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. November 2009

Die Älvsborgsbron in Göteborg

Wer mit dem Boot nach Göteborg will, mit einem Kreuzfahrschiff ankommt, die Stena Line benutzt oder mit einem Boot Richtung Vänern will muss heute unter der Älvsborgsbrun die Stadt anfahren. Und auch die Götheborg wird bei jeder Abfahrt oder Ankunft von hunderten Booten begleitet, die alle unter der längsten Brücke Göteborgs zu ihren Anlegestellen kommen.


Die Älvsborgsbron ist 933 Meter lang, hat sechs Spuren für Fahrzeuge sowie auf beiden Seiten eine Spur für Fahrräder, Mopeds und Fußgänger. Die Brücke hat eine Spannweite von 418 Metern, wobei sie auf 100 Meter Breite eine Segelhöhe von 45 Metern aufweist, was für bedeutende Segler wie die Barken Viking oder einige Kreuzschiffe nicht ausreicht. Die Älvsborgsbron wurde 1966 von Olof Palme eingeweiht.


Heute ist die Älvsborgsbron ein Symbol Göteborgs, vor allem für jene, die sich von den südlichen Schären aus der Stadt nähern. Fast unter der Brücke liegt das Kulturzentrum Röda Sten, das letzte Zeichen bevor man die Stadt Göteborg mit all seinen Fassetten erreicht.


Ein Spaziergang auf der Älvsborgsbrücke bietet auf der einen Seite einen Blick auf den Hafen, die Ölraffinerien und die Schären. Bei gutem Wetter sieht man sowohl die neue Älvsborgsfestung als auch die letzte Insel vor dem freien Meer: Vinga, ein Ort, der noch heute mit Evert Taube in Verbindung gebracht wird.


Die anderen Seite der Älvsborgsbron bieten einen Blick über fast ganz Göteborg. Rechts zu Füßen der Brücke liegt das Kulturreservat Klippan mit dem Bootsmuseum, in der Höhe ragt die Masthuggskyrkan in den Himmel. Der Göta Älv selbst wird von der Cityvarvet und den Trockendocks dominiert und die linke Seite, von der Höhe der Brücke aus gesehen, lässt Eriksberg mit dem Bockkran und der Götheborg erscheinen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin