Montag, 1. November 2010

Die Messe Treffpunkt Schule in Göteborg

Am 1. und 2. November findet in der Svenska Mässan in Göteborg eine Messe zum Thema Treffpunkt Schule (Mötesplats Skola) statt, bei der vor allem Lehrer und Rektoren der unterschiedlichsten Schulen all das schulbegleitende Unterrichtsmaterial finden, das Schulunterricht interessanter und zu einer Vorbereitung auf das Leben macht, wo sie aber auch die modernsten technischen Hilfsmittel für zeitnahen Unterricht finden.

Handarbeit in der Schule

Unter den rund hundert Ständen von Mötesplats Skola findet man z.B. die Göteborger Müllverwertungsgesellschaft Renova, die Lehrern mit Schülergruppen eine Art Umweltschule anbietet. Innerhalb von drei Stunden werden Schüler in die Problematik der Müllverwertung, den Zusammenhang zwischen Müll und Energie, auch in Hinsicht von Fernwärme, und die Umweltbelastung durch Haushaltsmüll eingeführt, all dies in den Anlagen des Unternehmens.

Werken und Handwerk in der Schule

Am Stand des Verbraucherschutzes finden Lehrer jede Art von Informationsmaterial, das sie verwenden können, wenn sie ihren Schülern den Wert von Geld und den Umgang mit Krediten oder den Internethandel näher bringen wollen. Hier finden Lehrer jede Art von Unterrichtsmaterial, das man, unter anderem, auch an den Schulcomputern benutzen kann und mit dem Kindern spielerisch die Fallen entdecken, in die man beim täglichen Einkauf geraten kann.

Schule und Landwirtschaft

Andere Stände der Messe Treffpunkt Schule bieten Lehrern Informationsmaterial über Drogen von Alkohol oder Tabak bis zu Haschisch, Ecstasy und Spice. An wieder anderen Ständen findet man Informationsmaterial über eine gesunde Ernährung, das im Unterricht eingebunden werden kann, aber auch eine Vereinigung von Landwirten bietet Schulklassen einen mehrstündigen Aufenthalt auf einem der Höfe, wo Schüler einen Einblick in die aktuelle Landwirtschaft gewinnen können.

Interaktive Schultafeln

In einer eigenen Abteilung der Svenska Mässan wurden die mehr praktischen Stände untergebracht, die mehr den Unterricht selbst betreffen, denn hier werden Schulbänke und Tische mit Geräuschdämmung vorgestellt, Messeinrichtung für CO2 oder Lärm in Klassenzimmern und interaktive Tafeln, die über Bluetooth-Fernbedienungen gesteuert werden, Tafeln mit Touchscreen und interaktives Unterrichtsmaterial jeder Art.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 31. Oktober 2010

Sophie Calle im Hasselblad Center in Göteborg

Gleichzeitig mit der Verleihung des Hasselblad-Preises an Sophie Calle präsentiert das Hasselblad Center in Göteborg die Ausstellung „True Stories“ der französischen Fotografin, die sich selbst weniger als Fotografin sondern die Fotografie als eine der Möglichkeiten sich auszudrücken sieht. Eine Besonderheit der aktuellen Ausstellung ist daher auch, dass jedes Foto von einem erklärenden Text begleitet ist und „True Stories“ mehr als eine erzählende Installation als als Fotoausstellung zu sehen ist.


Sophie Calles Ausstellung im Hasselblad Center, die bis zum 13. Februar 2011 besucht werden kann, ist eine Art Selbstbiographie, eine Erzählung, bei der man der Künstlerin ab dem Alter von zwei Jahren folgen kann. Natürlich hat Sophie Calle das erste Foto der Serie nicht selbst geschossen, aber für sie ist es nicht wichtig jedes Foto auch selbst zu machen, sondern Geschichten zu verfolgen und zu erzählen.


Wenn man den Fotos chronologisch folgt und die einzelnen Texte liest, so bekommt man als Betrachter das Gefühl Sophie Calle zu entdecken und zu kennen, denn sie gibt eine Unzahl an Geheimnissen preis, die nur sie kennen kann. Und doch bleibt die Frage nach Erzählung, Traum und Wirklichkeit vorhanden, wobei man letztendlich feststellen muss keinen wirklichen Zugang zur Person Sophie Calle gefunden zu haben.


Mit ihrer künstlerischen Offenheit überrascht die Künstlerin Sophie Calle den Betrachter ihrer Werke in verschiedener Hinsicht. So wirft ihr Foto „Young Girl's Dream“, das zwei Vanilleeiskugeln mit einer Banane darstellt, mehr Fragen auf als es Antworten gibt. Allein dieses Foto erzählt mehrere Geschichten, die sicher für irgend jemanden Wahrheit sind. Auch für Sophie Calle?


Die Fotos zu „True Stories“ entstanden ab 1988, wobei die gesamte Ausstellung im Hasselblad Center aus 30 großformatigen Fotografien mit entsprechenden Erklärungen besteht, zu der weitere dreizehn frühe Werke von Sophie Calle kommen. Das Thema der gesamten Ausstellung kreist um Erinnerungen, Phantasie und Liebesbeziehungen von Sophie Calle.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 30. Oktober 2010

Sophie Calle erhält in Göteborg den Hasselblad-Preis

Am 30. November wurde der französischen Künstlerin Sophie Calle im Stadttheater Göteborg der 30. Hasselblad-Preis in Höhe von einer Million Kronen überreicht, einer Künstlerin, die nicht wusste, dass es den Hasselblad Preis gibt, wer Viktor Hasselblad war und von der niemand viel weiß, obwohl sie ihre Persönlichkeit in Ausstellungen und Installationen zur Schau stellt.

Sophie Calle

Sophie Calle ist vermutlich die erste Fotografin, die den prestigeträchtigen Hasselblad-Preis erhielt, obwohl sie die Fotos zu ihren Ausstellungen nicht immer selbst macht, sondern, wie in einem Fall, die Fotos eines Privatdetektivs benutzt, der ihr eine Zeit lang durch die Straßen von Paris folgte und seinerseits wiederum von einem befreundeten Fotografen verfolgt und fotografiert wurde.

Die Gruppe Räfven

Sophie Calle, deren Fotos oft von einem kurzen, erklärenden Text begleitet werden, scheint sich mit ihren Fotografien ständig dem Betrachter auszuliefern, und dennoch lässt sie offen, ob sie die Wahrheit oder die imaginäre Wahrheit darstellt. Aus ihrem Leben ist daher kaum etwas wirklich bekannt, denn sie überlässt die Auswertung ihrer Fotografien und Texten dem Kritiker und dem Betrachter.

Stephan Eicher

Die Preisverleihung im Göteborger Stadttheater war begleitet von einer künstlerischen Umrahmung höchsten Niveaus. Die musikalische Unterhaltung leistete die Göteborger Gruppe Räfven, deren Musik in keine vorgegebene Kategorie passt und daher dem künstlerischen Ausdrucks Sophie Calles sehr nahe kommt. Die französische Musikeinlage leistete Stephan Eicher, der in den letzten Jahren vor allem mit dem französischen Autor Philippe Dijan zusammenarbeitet.

Sophie Calle erhält den Hasselblad-Preis

Der Dokumentarfilmer Ben Lewis zeigte während der Zeremonie der Preisverleihung an Sophie Calle seine persönliche Darstellung der Künstlerin und der Etoile der Pariser Oper, Marie-Agnès Gillot, tanzte Ravels Bolero in einer einzigartigen Form, was zu stehenden Ovationen führte. Zum Abschluss der Vorstellungen zeigte Sophie Calle, dass sie nicht nur fotografieren kann, sondern auch über Humor verfügt, indem sie zusammen mit Stephan Eicher und den Räfven auf die Bühne trat.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Oktober 2010

Der Bauernmarkt in der Haga Nygatan in Göteborg

Solange die Witterung es im Herbst zulässt und die Landwirte in der Umgebung Göteborgs noch in Ihren Gärten und auf den Feldern ernten können, findet man jeden Samstag an der Haga Nygatan im Göteborger Stadtteil Haga den Bauernmarkt, der so manches Jahr selbst Ende Oktober noch von Interesse sein kann.


Bauernmarkt in der Haga Nygatan bedeutet für die Bewohner Göteborgs vor allem frisches Gemüse zu finden, das hier direkt von von Bauern verkauft und nicht erst bei Zwischenhändlern in Kühlhallen gelagert wird. Das Angebot ist sehr vielseitig, jedoch immer der Jahreszeit angepasst, was auch dazu führt, dass viele Göteborger bereits sehr früh am Morgen an den Ständen sind und dann für die ganze Woche einkaufen.


Die Idee des Bauernmarkts in der Haga Nygatan entstand vor allem dadurch, dass immer mehr Göteborger Ware suchen, die in nächster Umgebung angebaut wird und nicht erst mit Lastwagen durch mehrere Länder transportiert wird. In der Nähe angebaut ist natürlich ebenfalls relativ, da einige der Landwirte, die man in Haga findet, bis zu 250 Kilometer von Göteborg entfernt ihre Güter haben, wenn auch noch im Västra Götaland.


Auch wenn der Bauernmarkt in Haga nicht den Anspruch stellt biologisch angebautes Gemüse und entsprechende Früchte zu bieten, so wird dennoch etwa die Hälfte der Produkte auf natürliche biologische Weise angebaut. Im Zweifel reicht es den Verkäufer zu fragen auf welche Weise er sein Gut bewirtschaftet. Dort angebotenes Fleisch durchlief natürlich die offiziellen Kontrollen.


Auf dem Bauernmarkt in Haga findet man natürlich nicht nur Gemüse und Früchte, sondern auch andere Produkte, die man sonst nirgends in der Stadt finden kann. Viele der Bauern bieten selbstgemachte Marmelade, frisch gebackenes Brot oder selbst Heidelbeeressig an. Einige von ihnen greifen bei ihren Rezepten zu alten Traditionen und bieten daher Produkte, die man nur noch in Haga findet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Symbole Göteborgs

Jede Stadt hat seine Symbole, wobei man jedoch einen Unterschied dazwischen machen muss was touristisch als Symbole betrachtet wird, was ein Besucher der Stadt als Symbol empfindet und was die Bewohner der Stadt selbst als Symbol empfinden. In Göteborg findet man daher vier verschiedene Hauptgruppen an Symbolen, die sich jeweils an eine bestimmte Gruppe richten.


Wenn man die Bewohner Göteborgs fragt, so werden viele die Johanna am Brunnsparken, den Kopparmärran am Kungsportsplatsen, die Statue von Gustav II Adolf und den Schlosswald nennen, da man sich hier trifft, entspannt oder, wie im Fall des Schlosswaldes, auch feiert. Es handelt sich daher um Stellen, an denen das Leben pulsiert.


Verantwortliche für den Tourismus der Stadt sprechen lieber von Liseberg, der Avenyn, dem Riesenrad, der Götheborg, Haga und der Feskekôrkan, da hier der finanzielle Aspekt des Tourismus nicht vergessen werden wird und das Symbol mit einer Aktivität verbunden werden muss, die einen Besucher auch beschäftigt und zum Kauf bewegt.


Wer sich mehr für imposante oder geschichtsträchtige Bauten interessiert, wird bei einem Symbol Göteborgs unmittelbar an die Nya Älvsborgsfestung denken, an die Masthuggskyrkan, sowie an die alte Festungen Skansen Kronan und Skansen Lejonet, obwohl Göteborg über weitaus ältere und architektonisch interessantere Gebäude verfügt, die jedoch in die Stadt eingebettet wurden und daher nicht unmittelbar ins Auge fallen.


Wer jedoch mit eigenem Boot oder einer Fähre aus Deutschland oder Dänemark nach Göteborg kommt, wird erneut andere Bauwerke mit Göteborg verbinden, angefangen von der Insel Vinga, dem ersten Zeichen der Stadt, bis zur Älvsborgsbron und schließlich der wartenden Frau des Seemanns, die auf ihrem Turm neben dem Seefahrtmuseum über den Göta Älv blickt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Ein Tag Göteborgspass im Oktober

Viele Besucher Göteborgs, die ein Maximum von der Stadt sehen wollen, erwerben zuerst einmal den Göteborgspass, was im Sommer bisweilen eine bedeutende Ersparnis bedeuten kann, wenn auch weit von entfernt von jener, die die Werbung verspricht. Was aber, wenn man im Oktober, Januar, März oder einem anderen Nebensaison-Monat mitten in der Woche nach Göteborg kommt? Hier entdeckt man in der Regel, dass der Kauf ein Verlustgeschäft ist, da von den versprochenen Aktivitäten kaum eine zur Verfügung steht.

Göteborg im Wintermantel

Die erste Voraussetzung für eine Ersparnis ist bereits, dass man sich den Göteborgspass bereits vor seiner Ankunft in Göteborg kauft, damit man von den kostenlosen Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren kann. Allerdings kostet ein Fahrschein für 24 Stunden ohnehin nur 65 Kronen, der es zudem erlaubt, seine Kinder (bis 20 Jahren!) kostenlos mitzunehmen. Bei einer Drei-Tageskarte sind die Fahrten sogar noch billiger.

Eines der Aquarien um Universeum

Von all den teuren Angeboten, die man mit dem Göteborgspass „kostenlos“ nutzen kann, steht während der Woche nur das Universeum zur Verfügung. Wer sich daher für Naturwissenschaft in abenteuerlicher Atmosphäre interessiert, kann unter Umständen mit dem Göteborgspass einen kleinen Gewinn machen, vorausgesetzt, man interessiert sich noch für andere Museen, die man innerhalb der Öffnungszeit besuchen kann.

Im unterirdischen Flugmuseum Aeroseum

Da es während der Woche keinerlei Rundtouren oder Führungen gibt und selbst das Riesenrad still steht, so sollte man mit dem Göteborgspass, nach dem Universeum, auf jeden Fall den Utkikken im Läppstiftet hoch fahren und den Ausblick über Göteborg genießen. Um jedoch ein kleines Schnäppchen zu machen, muss man dann unmittelbar das Flugmuseum Aeroseum besuchen, da man die fünf städtischen Museen auch ohne Göteborgspass für 40 Kronen ein ganzes Jahr über besuchen kann und der Eintritt bis zum 25. Jahr ohnehin kostenlos ist.

Hommage à Textilia im Röhsska Museum

Da die meisten Museen zur Nebensaison nicht täglich geöffnet sind, das Volvo Museum zu weit außerhalb der Stadt liegt und die städtischen Museen mehrheitlich um 17 Uhr schließen, muss man sich nach dem Aeroseum beeilen noch eines der Museen zu besuchen, damit man vom Göteborgspass auch profitieren kann, wobei die Tagesbesucher, die mit den Booten aus Kiel kommen, bei diesem Programm anschließend vielleicht gerade noch bei einem Afterwork die Atmosphäre der Stadt entdecken können, bevor sie die Straßenbahn zurück zur Fähre nehmen müssen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Oktober 2010

Die Gymnasiumtage in Göteborg

Für Schüler, die von der Grundschulstufe in die Gymnasialstufe kommen, ist es in Schweden extrem wichtig die Zukunft zu planen und das geeignete Gymnasium auszuwählen, da es später sehr schwierig wird von einem Bereich in den anderen zu wechseln, da die verschiedenen Gymnasien in Schweden nicht nur auf eine bestimmte Studienrichtung vorbereiten, sondern in sehr vielen Fällen auch eine Berufsausbildung integrieren.


Während der dreitägigen Gymnasiumtage (Gymnasiedagarna) in der Svenska Mässan in Göteborg haben die Schüler aller Schulen des Västra Götalands die Möglichkeit sich über die verschiedenen Schul- und Ausbildungszweige ausführlich zu informieren und mit Lehrern und Schülern der entsprechenden Schulen ausführliche Gespräche führen.


Erst einmal muss man sich als Schüler unter 18 Grundrichtungen entscheiden, wovon sechs auf die verschiedenen Zweige einer weiterführende Hochschulausbildung vorbereiten und zwölf Zweige der beruflichen Ausbildung dienen und zur Fachhochschulreife führen. Jede dieser Grundrichtungen bietet dann noch bis zu fünf Untergruppen, was bedeutet, dass man als Schüler unter etwa 60 verschiedenen Ausbildungen zu wählen hat.


In Göteborg und dem Västra Götaland gibt es zudem einige sehr kleine Privatgymnasien mit sehr spezifischen Einrichtungen wie Bootsbau oder das Seefahrtsgymnasium bei dem man ab dem ersten Schuljahr bereits sehr viel Zeit auf hoher See verbringt und alle grundlegenden Examen ablegt, die unter anderem auch die Möglichkeit bieten, anschließend in 18 zusätzlichen Monaten zum Kapitän auf hoher See aufzusteigen. Oder die International High School bei der der gesamte Unterricht nur in Englisch stattfindet und das Trabgymnasium bei dem Pferdesport und Pferdepflege im Vordergrund stehen.


Gymnasien in Schweden bilden nahezu in jedem Beruf zwischen Häusermakler, Friseur, Automechaniker und Programmierer aus, legen aber auch den Grundstock für Musiker, Sportler und angehende Meeresbiologen. Jede der Schulen bietet einen gewissen Grundstoff an, der dann von einem sehr bedeutenden fachbezogenen Stoff ergänzt wird. Die Gymnasiumtage in Göteborg sind bei so einem reichhaltigen Angebot eine optimale Chance einen Überblick über die Schulen des Västra Götaland zu gewinnen, denn mit der Wahl der Schule stellt man die Weichen für seine Zukunft.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin