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Samstag, 26. Dezember 2009

Das Världskulturmuseet oder Weltkulturmuseum in Göteborg

Das Weltkulturmuseum in Göteborg hat den Auftrag historische und ethnographische Zusammenhänge zu knüpfen und einem breiten Publikum eine globale Weltgemeinschaft in Form von Ausstellungen aufzuzeigen. Gleichzeitig sollen durch Ausstellungen, Filmvorträge, Musik und Diskussionen Völker zueinander und damit zu einem neuen Verständnis finden, das Vorurteile abbauen kann.


Im Jahre 2009 wurde das Världskulturmuseet in Göteborg zum Museum des Jahres gewählt, unter anderem auch deshalb, weil es nach nur fünf Jahren bestehens bereits das meistbesuchte Museum Göteborgs wurde und 60% seiner Besucher unter 30 Jahren sind, und sich damit für aktuelle Kulturdebatten interessieren und damit einen Schritt zu einer neuen Gesellschaftsordnung machen.

Vodou - Magiska Paket
Foto: Jonathan Watts, Världskulturmuseet Göteborg

Die meistbesuchte Ausstellung des Jahres war Vodou (Voodoo), die noch bis zum 28. Januar seine Türen offen hat. Die Ausstellung stellt Voodoo in seiner Gesamtheit dar und nicht nur in Hinblick auf seine negative Seite. Voodoo ist auch ein Ausdruck in künstlerischer Form und eine Ausdruck von Armut und Unterdrückung. Indem die Ausstellung Vodou das Gute und das Böse dieses „Geheimwissens“ zeigt, hilft sie auch Vorurteile abzubauen und fremde Kulturer besser zu verstehen.

En stulen värld - Fiskfigur
Foto: Håkan Berg, Världskulturmuseet Göteborg

Die vielleicht meist diskutierte Ausstellung des Jahres, die auch im Jahre 2010 noch gezeigt werden soll, handelt um die Paracas-Textilien und die seit 2000 Jahren ausgestorbene Kultur der Paracas-Indios in Peru. Das Thema „En stulen värld“ (Eine gestohlene Welt) erklärt auch den Leitfaden, denn die 89 Textilien kamen über mysteriöse Wege nach Göteborg, denn auch wenn das Världskulturmuseum die Stücke auf legalem Weg erworben hat, so wurden die Fundstücke jedoch kurz nach den Ausgrabungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts gestohlen. Ende 2009 forderte nun die neue Regierung Perus sämtliche Paracas-Textilien zurück.

Bollywood - Filmplakat
Foto: Världskulturmuseet Göteborg

Die dritte bedeutende Ausstellung des Jahres läuft unter dem Namen Bollywood und setzt sich bis zum 30. Mai 2010 fort. Hier wird die Geschichte des indischen Hollywood gezeigt und erlaubt es dem Besucher eine in Europa noch kaum bekannte Filmfabrik kennenzulernen. Bollywood ist die Geschichte von Stars, Glamour und ein Gegenstück der amerikanischen Filmfabrik Hollywood. Allerdings mit dem Unterschied, dass das indische Bollywood täglich bedeutender wird und bereits ein Markenzeichen wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. Juni 2009

En stulen värld, im Weltkulturmuseum in Göteborg

Das Världskulturmuséet oder Weltkulturmuseum in Göteborg macht es sich zur Aufgabe Kulturen zu verbinden und die Besucher in eine fremde Welt, fremde Kulturen und eine in Europa fast unbekannte Kulturgeschichte einzuführen.


Die Ausstellung "En stulen värld", eine gestohlene Welt, bleibt der Tradition des Museums treu und führt den Besucher mit seinen Ausstellungsstücken in die alte Welt Perus. In zwei Sälen werden Stoffe, Gürtel und andere Paracas-Textilien ausgestellt. Paracas-Textilien konnten sich auf Grund des dortigen Klimas über 2000 Jahre hinweg erhalten und sind mit ihren eingearbeiteten Symbolen eines der bedeutendsten Zeichen dieser vergangenen Kultur Perus.


Das Ica-Tal aus dem die Paracas-Stoffe kommen war um die Jahrtausendwende dicht besiedelt und Stoffe waren der größte Reichtum der Indios. Die in den Gräber von Archäologen gefundenen Textilien, Krüge und Vasen wurden skrupellos in die Museen der ganzen Welt verteilt. Die Paracas-Keramik übernahm in der Regel die Motive der Stoffe auf Vasen und Krügen.


Auch Göteborgs Museen haben 75 Jahre lang mit dieser "gestohlenen Kultur" Werbung betrieben und Peru damit seiner Identität beraubt, ohne sich darüber irgendwelche Gedanken zu machen. Viele der Ausstellungsstücke waren gestohlen, illegal importiert oder von skrupellosen Politikern in andere Länder verkauft worden. Kultur, die 2000 Jahre lang i der Wüste Perus begraben war wird nun, im Weltkulturmuseum in Göteborg, in seinem ursprünglichen Rahmen dargestellt.


Die Ausstellung kann bis 2010 im Världskulturmuséet besichtigt werden, wobei vor dem Eingang ein "stolen stone" mit alter Bildhauerei des Bohuslän zur kostenlosen Ausstellung einlädt. Ein Symbol dafür, dass man überall eine "gestohlene Welt" findet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin