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Mittwoch, 22. Februar 2012

Ein Tag vor der Göteborg Horse Show

Zwischen dem 23. und dem 26. Februar findet im Scandinavium erneut die Göteborg Horse Show statt, eines der bedeutendsten Ereignisse Skandinaviens für den Pferdesport. Bevor jedoch am Donnerstag die ersten Ausscheidungen stattfinden können, ist nicht nur die Arena vorzubereiten, sondern es müssen auch hunderte von anderen Vorbereitungen getroffen werden von denen die Zuschauer sehr wenig mitbekommen.


Vieles spielt sich tief unter dem Scandinavium ab, dort, wo sich auch alle Pferde befinden, die an einer der Ausscheidungen teilnehmen werden. Zahlreiche Hilfskräfte sind an den Tagen bevor die Horse Show beginnt damit beschäftigt die Boxen vorzubereiten, sie ständig rein zu halten und auch jene Pferde zu beruhigen, die sich in der neuen Umgebung nicht so recht wohl fühlen oder von Grund auf sehr nervös sind.


Wer je die versteckte Welt des Pferdesports besucht hat, kann feststellen, dass man hinter den Kulissen nicht eine Ansammlung von Pferden findet, sondern einen fast schon gemütlichen Wohnraum, den sich Pferde, Reiter und Helfer viele Stunden teilen, denn nur ein Pferd, das sich auch wohl fühlt und viel menschlichen Kontakt hat, wird eine gute Leistung bringen. Stress wirkt auf Pferde genauso wie auf Menschen. Schon deshalb muss diese Abteilung vom Publikum getrennt werden, denn Pferde mögen nicht ständig neue Gesichter sehen.


An vielen Boxen sieht man Fotos von früheren Ausscheidungen, an manchen Pokale und an den meisten einen Glücksbringer in Form eines Plüschtiers, das Pferd und Reiter durch ganz Europa, von Ausscheidung zu Ausscheidung, begleitet. Wenn man etwas länger in den Ställen unter dem Scandinavium verweilt, so sieht man auch welch enge Beziehungen sich zwischen Pferd und Reiter aufgebaut haben, die nötig sind, damit sich beide jederzeit aufeinander verlassen können.


An den Boxen findet man, einen Tag vor den Ausscheidungen, auch die beiden Spitzensportler Rolf-Göran Bengtsson, der als gegenwärtig weltbester Reiter im Sommer auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen hofft und Angelica Augustsson, die voriges Jahr wie aus dem Nichts auftauchte und Siegerin des Weltcupturniers 2011 in Göteborg wurde. Aber jedes Jahr tauchen natürlich auch einige neue Gesichter auf, die in Göteborg erstmals ihre Leistungen unter Beweis stellen wollen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 6. Februar 2012

Dar Nationaltag der Sami in Göteborg

Vom ersten samischen Kongress im Jahre 1917 in Trondheim bis zur Einführung eines Nationaltages, eigentlich sámi álbmotbeaivi, trafen sich die Vertreter der Sami während 15. Kongressen, bevor dann am 6. Februar 1992 erstmals der samische „Nationaltag“ gefeiert wurde und die samische Flagge neben der schwedischen im Winde flatterte. Aber auch wenn man das Wort álbmotbeaivi mit Nationaltag übersetzt hat, so gibt es keine Nation der Sami, sondern vier Nationen, die den Volksstamm der Sami mehr oder weniger respektieren.

Stadtrat Anna Johansson repräsentiert die Stadt Göteborg

Im vorigen Jahr entschied sich die Stadt Göteborg erstmals am 6. Februar auch die samische Flagge am Gustav Adolf Torg wehen zu lassen und ein kleines Fest mit etwa 70 Teilnehmern sollte zeigen, dass die Stadt alle ihre Minderheiten respektiert und ihr die Chance einer Mitbestimmung bietet. Wenn man bedenkt, dass der samische Verein in Göteborg bereits 1971 gegründet wurde und niemand weiß, wie viele Personen samischen Ursprungs in Göteborg gegenwärtig leben, kam dieser Entschluss relativ spät.

Lásbietheaihkajohánas erklärt die samische Flagge

Dieses Jahr entschloss sich das Röhsska Designmuseum in Göteborg, das seit einigen Jahren Minoritäten einen bedeutenden Platz bietet, den Tag der Sami auch in angemessener Weise zu feiern und damit den Bewohnern der Stadt eine Kultur näher zu bringen, die viele nur als touristische Attraktion betrachten und von der sie weniger wissen als von jener eines Urlaubsortes am Mittelmeer.

Vortrag samischer Gedichte

Das Röhsska Museum hatte für den Nachmittag ein sehr breites Programm vorbereitet, das die Besucher von 14 Uhr 30 bis 18 Uhr 30 voll beschäftigte, an einem Tag, an dem Museen in Göteborg normalerweise geschlossen sind. Nach der Eröffnung duch den Museumschef Ted Hesselbom erzählte Lásbietheaihkajohánas aus Saarivuoma, der im Schwedischen Johannes Marainen genannt wird, von der Kultur der Sami, der Renzucht, den Problemen, die Windkraftwerke, Gruben und Tourismus nach Nordschweden bringen und beantwortete alle Fragen der Besucher.

Monica L. Edmondson in südsamischer Tracht

Nach dieser Einführung in das Leben und die Kultur der Sami wurde der Kurzfilm „Jojkhanden“ von Ella Sofe Henriksen gezeigt, modernes Modedesign und Brautmode der Sami präsentiert und andere Themen der samischen Kultur vorgestellt. Den Abschluss bildete dann die Vernissage der Ausstellung „Murrini à la Gávlos“ von Monica L. Edmondson, einer Glaskünstlerin, die ihr Atelier in Bäcknäs, Tärnaby hat.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Februar 2012

Jan Troell beim Internationalen Filmfestival in Göteborg

Das Göteborg International Film Festival bietet während seiner Workshops und Vorträge auch die Möglichkeit im Rahmen von „Work-in-Progress“ einen Eindruck von kommenden Filmen zu bekommen und dabei mit den Regisseuren, Schauspielern und Produzenten zu diskutieren. Eines dieser Treffen im Jahre 2012 hatte den Film „Dom över död man“ von Jan Troell zum Thema, einen Film, der bisher noch nicht endgültig vertont und geschnitten ist.


Dom över död man“ ist die Verfilmung des vielleicht bedeutendsten Lebensabschnitts von Torgny Segerstedt, eines Journalisten, der nahezu auf verlorenem Posten auf die Gefahren des deutschen Naziregimes aufmerksam machte und dabei mit unzähligen Problemen eines deutschfreundlichen Landes zu kämpfen hatte. Jan Troell will diesen Kampf eines Einzelnen als Kinofilm auch einem jungen Publikum näher bringen, da die Gefahr des Rechtsextremismus auch heute wieder wächst.

Jan Troell

Bevor die Diskussion über Jan Troells Film „Dom över död man“ jedoch begann, wurde den etwa 200 Teilnehmern der Diskussionsrunde ein zwölf Minuten langer Zusammenschnitt des neuen Film gezeigt, damit jeder einen Eindruck vom Film über Torgny Segerstedt bekommen konnte, wobei bereits bei diesem kurzen Auszug die Arbeitsweise Jan Troells deutlich hervortrat, denn der Film geht nicht nur über einen Mann, der sich gegen die Bevormundung von König und Regierung wehrt, sondern auch um die privaten Probleme, die entstehen, wenn man gegen den offiziellen Strom schwimmt.

Jesper Christensen

Jan Troell hat auch mit über 80 Jahren seine kritische Schärfe nicht verloren, die ihn immer wieder dazu verleitet ein ungewöhnliches Bild von Schweden zu zeigen, denn für Troell hat Schweden auch viele dunkle Seiten, was er bereits 1971 bei seinem Film „Die Auswanderer“ sehr deutlich zeigte. Ungewöhnlich für seinen neuen Film „Dom över död man“ ist jedoch, dass er Jesper Christensen für die Rolle Torgny Segerstedt wählte, einen Dänen, der weder Schwedisch spricht, noch aber viel von der Problematik eines Torgny Segerstedts und der damaligen Rechtsbewegung Schwedens weiß. Bei den kurzen Szenen, die im Göteborger Lagerhaus gezeigt werden, wird jedoch sofort deutlich, dass Jan Troell keine bessere Wahl treffen konnte.

Francy Suntinger, Produzentin von "Dom över dös man"

Vielleicht ist die Stärke der Filme von Jan Troell auch in seiner persönlichen Geschichte zu suchen, denn er drehte seine ersten Kurzfilme in den 50er Jahren für seinen persönlichen Unterricht, bevor er sich dann in den 60er Jahren ganz der Kinoindustrie zuwandte, erst als Kameramann und 1966 mit „Här har du ditt liv“ dann als Regisseur. Bereits dieser erste Langfilm Troells ist typisch für seine gesamte Filmwahl, denn der Film ging um Olof, den Reformator der schwedischen Kirche.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 9. Dezember 2011

Der schwedische Tag der Pfefferkuchen

Dass der 9. Dezember der schwedische Tag der Pfefferkuchen wurde, ist noch gar nicht so lange her, denn offiziell eingeführt wurde dieser Tag erst am 9. Dezember 2006 von der Firma Annas Pepparkakor anlässlich eines Wettbewerbs bei dem der netteste Schwede gesucht wurde. Und da am 9. Dezember auch Anna ihren Namenstag feiert, so wurde dieser Tag eben zum Pepparkakans dag, dem Tag der Pfefferkuchen ausgerufen, was mittlerweile selbst viele Kalender in Schweden übernommen haben.


Dass der Pepparkakans Dag in den Dezember fällt, ist natürlich kein Zufall, denn schon seit dem 19. Jahrhundert ist nach der schwedischer Tradition einer der Tage vor dem Lucienfest dem Backen von Pfefferkuchen und dem Herstellen eines Pfefferkuchenhauses gewidmet. 75 Prozent aller Pepparkakor werden in Schweden zwischen Oktober und Dezember gegessen, wobei die Mehrheit dieser Pfefferkuchen zum ersten Advent und zu Lucia auf den Tisch kommen, an den Tagen, zu denen in Schweden eine Unmenge an Pfefferkuchen selbst gebacken werden.


Auch wenn Annas Pepparkakor, sehr dünne und „harte“ Pfefferkuchen, am meisten in Schweden, und in 38 anderen Ländern, verkauft werden und die Firma jedes Jahr 5000 Tonnen davon herstellt, so gibt es zahlreiche andere Hersteller, die sehr ähnliche Pfefferkuchen um die Weihnachtszeit anbieten. Eine Variante aus Skåne sind die etwas dickeren und weichen Pfefferkuchen, die mittlerweile allerdings ebenfalls das ganze Land erobert haben und eine Abwechslung zu den dünnen Pfefferkuchen bieten.


Wenn man bedenkt, dass Annas Fabrik jedes Jahr zusätzlich über eine Million vorgefertigte Pfefferkuchenhäuser anbietet, aber zusätzlich jede Konditorei ihre eigenen Wunderwerke anbietet und tausende von schwedischen Haushalten Anfang Dezember ihr eigenes Pfefferkuchenhaus baut, so kann man sich vorstellen, dass man nahezu in jedem schwedischen Haushalt zu Weihnachten eines der essbaren Kunstwerke findet und selbst mehrere Bücher zu diesem Thema angeboten werden.


Eine schwedische Besonderheit ist allerdings, dass man Pfefferkuchen nicht nur so nebenbei zum Kaffee isst, sondern diese auch mit Käse (insbesondere Schimmelkäse) mit Apfel, Lachs mit Crème fraiche und anderen Spezialitäten isst und dazu Glögg trinkt. Pfefferkuchen gehören in Schweden zur Vorweihnachtszeit und sind Teil einer langen Esskultur, auch wenn sich so mancher Einwanderer erst an den besonderen Geschmack der schwedischen Pepparkakor mit Belag gewöhnen muss.

Copyright Fotos und Text: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Dezember 2011

Finnland feiert in Göteborg seine Selbständigkeit

Das Röhsska Designmuseum in Göteborg betrachtet es als seine Aufgabe auch auf die Minoritäten Schwedens aufmerksam zu machen. Dies ist nicht nur mit entsprechenden Ausstellungen verbunden, sondern auch damit, dass das Röhsska Museum die Nationaltage von Minoritäten feiert und damit einen Beitrag zur Völkerverständigung leistet. Mit über 20.000 finnischsprachigen Bürgern Göteborgs ist es daher selbstverständlich für Ted Hesselbom, den Leiter des Museums, auch den finnischen Nationaltag zu feiern.

Heili van der Valk, Ted Hesselbom

Nach dem persischen Nouruz, dem Nationaltag der Roma und dem finnischen Nationaltag kommt am 6. Februar 2012 auch der samische Nationaltag ins Röhsska. Der finnische Nationaltag geht auf die Unabhängigkeit Finnlands im Jahre 1917 zurück, als sich das Land von Russland unabhängig erklärte. Seither findet man in Finnland an diesem Abend in jedem Fenster des Landes zwei brennende Kerzen. Der Unabhängigkeitstag kann als der bedeutendste Feiertag Finnlands betrachtet werden.


Natürlich konnte das Röhsska Designmuseum an diesem Tag nicht den finnischen Präsidenten begrüßen und erwartete auch nur eine begrenzte Anzahl an finnischsprachigen Besuchern im Museum, da es in Göteborg an diesem Abend zahlreiche Feiern gab, die an die Unabhängigkeit Finnlands erinnerten und zu denen von allen ursprungs-finnischen Organisation eingeladen wurde. Aber die Veranstaltung war stark besucht und konnte den nichtfinnischstämmigen Besuchern einen intimeren Eindruck in die finnisch-schwedische Kultur bieten.


Eine starke Präsenz hatten die Kriegsveteranen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Schweden kamen und dabei zwei Heimaten verloren, denn die ehemaligen Soldaten Finnlands waren nicht immer willkommene Gäste in Schweden und in Finnland waren sie wegen ihrer oft schwedischen Herkunft ebenfalls nicht gern gesehen. Beim Feiern des finnischen Nationaltags spürt man auch im Rhösska das Problem zwischen Finnland-Schweden in Göteborg und der einheimischen Bevölkerung, denn die Sprache des Abends war überwiegend Finnisch und der „Normalgöteborger“ bis auf wenige Ausnahmen abwesend.

Markus Schwarz, Bassbariton der Göteborger Oper

Der finnische Nationaltag wurde im Röhsska von Heili van der Valk, der finnischen Honorarkonsulin in Göteborg und Ted Hesselbom eroffnet, wobei die finnischen Feierlichkeiten in Helsinki gleichzeitig auf mehreren Bildschirmen zu verfolgen waren und Ted Hesselbom über die kommende Zusammenarbeit mit Finnland berichtete. Für die Musikunterhaltung sorgte Markus Schwarz, Bassbariton an der Göteborger Oper mit Ausbildung an der Sibelius-Akademie in Helsinki, der bei seinen finnischen Lieder, unter anderem Sibelius, von zahlreichen Besuchern mit leiser Stimme begleitet wurde.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Dezember 2011

Erlebnis „Så gott som klart“ in Göteborg

Så gott som klart“ gehört, gemeinsam mit den den anderen Lebensmittelpaketen, die seit einiger Zeit in Schweden einen gewissen Erfolg haben, zum Weihnachtsgeschenk des Jahres. Das Ziel dabei ist, einmal die Woche für drei Tage alles für ein gutes Essen ins Haus geliefert zu bekommen, Rezept inklusive, und bei der Zubereitung der Gerichte nur so wenig Zeit wie möglich aufzuwenden, in der Regel maximal 15 Minuten.

Hälleflundra (Heilbutt) bei KitchenWiz

Im Rahmen einer Spot and Tell Veranstaltung hatte ich die Möglichkeit nicht nur das Angebot „Så gott som klart“ eine Woche lang testen zu können, sondern auch bei der Zubereitung einiger Gerichte bei KitchenWiz in Göteborg zusehen zu können und vieles über die Auswahl der Produkte und deren Vorbereitung erfahren zu können. Das Prinzip ist einfach, denn in jedem Paket findet man die notwendigen Rohwaren mit den entsprechenden Rezepten. Gleichzeitig sind alle Gerichte mit einem Farbpunkt markiert, damit man auch darüber informiert wird welche Zutaten zu welchem Tag gehören.

Essen für drei Tage

Bei der Auswahl der Waren zeigt sich das Göteborger Unternehmen KitchenWiz auf höchstem Niveau, denn weder Fisch noch Fleisch dieser Qualität findet man im Supermarkt. Die Auswahl ist vielseitig und der Fisch könnte direkt vom Fischkutter kommen. Fleisch dieser Qualität findet man ebenfalls nur bei einigen wenigen ausgewählten Händlern in Göteborg, was sich allerdings nicht nur auf die Qualität des Essens, sondern auch auf den Preis ausschlägt, denn jedes Essen kostet gute 70 Kronen pro Person.

Biologisches Schweinefilet, Kartoffelpürree, Rotkohl, Salbeisosse

Wer dreimal die Woche zu Hause wie im Restaurant essen will, allerdings weitaus billiger, und wenig Zeit in der Küche verbringen will, wird mit diesen Lebensmittelpaketen in Göteborg vollauf zufrieden sein, denn Qualität wird bei KichenWiz groß geschrieben. Die Gerichte sind gut ausgedacht, reichhaltig und wiederholen sich extrem selten. Wer bisher auf Fertiggerichte in der Mikrowelle setzte, macht sicher einen guten Tausch wenn er auf die Lebensmittelpakete (Matkasse) „Så gott som klart“ aus Göteborg setzt. Aber es gibt auch einige Nachteile.

Sherrymarinerad Fläskytterfilé mit Kartoffelpürree und Rotkohl

Wer gewohnt ist schnell und effektiv in der Küche zu arbeiten, gewinnt mit den Paketen von Kitchenwiz relativ wenig Zeit und wird auch seinen individuellen Geschmack vermissen, denn Restaurantessen muss allen schmecken und kann sich nicht dem einzelnen Gaumen anpassen. In dieser Beziehung könnten Lebensmittelpakete sich etwas weiterentwickeln, zumal man auch als „Zitronenhasser“ riskiert eine Soße auf Zitronenbasis zu erhalten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 28. November 2011

Reiseunternehmer DerTour besucht Göteborg

Jedes Jahr organisiert der drittgrößte Reiseanbieter Deutschlands, DerTour, eine Reiseakademie, die in eines der zahlreichen Länder dieser Erde führt und dazu dienen soll neue touristische Ziele zu erschließen und den Anbietern der Reisen dabei hilft ein Land besser kennenzulernen. Ende November 2011 war das Ziel der Reise Schweden, genauer genommen Göteborg und Kiruna, zwei Extreme des nordischen Landes.

Ankunft in der Börse am Gustav Adolf Torg

Rund 600 Reiseanbieter und Journalisten, aufgeteilt in zwei Gruppen, begannen ihr Abenteuer in Göteborg, wo sie morgens, unmittelbar nach dem Frühstück, erst einmal in Form einer kleinen Theatervorstellung begrüßt wurden. Am 24. November spielte eine Schauspielerin eine Prostituierte, die Ende des 19. Jahrhunderts von der großen Auswandererwelle profitierte und den einfachen Leuten, die um diese Zeit in Göteborg auf ihre Schiffe warteten, das Geld aus der Tasche zog.

Eine Prostituierte Göteborgs Ende des 19. Jahrhunderts

Die Gruppe am 28. November bekam Gustav II. Adolf geboten, den Gründer der Stadt Göteborg, der weniger gut auf Deutschland zu sprechen war, da er dort beim Kampf mehrmals verletzt und schließlich getötet wurde. Als er dann jedoch entdeckte, dass die Anwesenden noch lebten und daher nichts mit seinem Tod zu tun hatten, wurde er etwas freundlicher und hieß die Besucher der Gruppe DerTour in seiner Stadt willkommen.

Anschließend wurde die Gesamtgruppe in kleine Gruppen zu je 12 Personen aufgeteilt, die dann in Begleitung zweier Führer, wobei jeweils einer deutschsprachig war, zu einer Entdeckungsreise durch die Stadt geschickt. Den Besuchern von DerTour wurde dabei die Welt der Schären und die bedeutendsten öffentlichen Einrichtungen der Stadt gezeigt, aber auch die heimlichen Einkaufstellen in kleineren Straßen. In regelmäßigen Zwischenräumen wurden Ihnen dann auch Spezialitäten Göteborgs geboten, damit sie auch die typischen Fleischröllchen (Köttbullar), Zimtschnecken und Göteborger Schokolade probieren konnten.

Die Eisbar in Liseberg

Zum Tagesabschluss wurden den Teilnehmern der DerTour Academy dann noch ein kleiner Blick auf den Weihnachtsmarkt Liseberg mit seiner weltbekannten Eisshow und der Welt der Weihnachtszwerge geboten, bevor sie dann am Abend, bei einem angenehmen Unterhaltungsprogramm, noch typisch westschwedische Küche geboten bekamen, der es zu verdanken ist, dass Göteborg im kommenden Jahr den Titel der "schwedischen Hauptstadt des guten Essens“ tragen wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 23. September 2011

Deutschsprachige Autoren auf der Buchmesse in Göteborg

Die diesjährige Göteborger Buchmesse Bok & Bibliotek sollte nicht nur dem schwedischen Publikum die Vielfalt und die Reichhaltigkeit der deutschsprachigen Literatur aus Österreich, der Schweiz und Deutschland vorstellen, sondern auch bisher unveröffentlichten Autoren einen Einstieg in den schwedischen Buchmarkt bieten. Die Hoffnung mancher Jungautoren war daher auch einen Verleger in Schweden zu finden, der ihre Kunst zu schätzen weiß.

Doron Rabinovici (Österreich)

Unter den anwesenden deutschsprachigen Autoren waren einige, die bereits übersetzt wurden, wenn auch die meisten nur von kleineren Verlagen, die ein sehr enges Publikum ansprechen, wobei Anna Mitgutsch, Ferdinand von Schirach und Malinda Nadj Abonji die Ausnahmen waren, die bereits vor der Buchmesse Zugang zu den größeren schwedischen Verlagen gefunden hatten. Die Mehrheit der etwa 30 anwesenden deutschsprachigen Autoren war jedoch dem schwedischen Publikum bisher unbekannt.

Peter von Matt (Schweiz), Felicitas Hoppe (Deutschland)

Die Bücher der anwesenden Autoren zeigten mit Sicherheit die Bandbreite der deutschsprachigen Literatur, aber man musste sich die Frage stellen, ob die Verlage die Autoren und Bücher auch nach dem Aspekt der Übersetzbarkeit ausgewählt haben oder mehr in der Hinsicht zu zeigen wie ausgefeilt die deutsche Sprache sein kann. Ein Buch, das die deutsche Kritik mit Kusshand akzeptiert, muss kein Buch sein, das sich dann auch in die schwedische Sprache übersetzen lässt, denn man muss bei einem Buch nicht nur an die sprachlichen Schranken denken, sondern auch an die kulturellen.

Anna Mitgutsch (Österreich)

Bereits das Buch „Nytt på tyska Nu“, das während der Messe kostenlos verteilt wurde, zeigte an gut übersetzbaren Werken zahlreiche Grenzen der Übersetzung, da die Übersetzer zu sehr an den Worten und der deutschen Satzstruktur hingen als eine flüssige Übersetzung zu schaffen, die jeder Schwede mit großer Freude lesen will. Um die deutschsprachige Literatur einem schwedischen Publikum schmackhaft zu machen, so muss das übersetze Werk deutsche Mentalität in schwedischen Formulierungen vermitteln und keine steife Übersetzung nach Lehrbuch.

Angelika Reitzer (Österreich)

Auffällig am deutschen Stand war auch die Anzahl deutschsprachiger Kriminalromane, die von deutschsprachigen Besuchern der Buchmesse auch sehr begehrt waren. Aber wird ein Land mit so vielen Autoren von Kriminalromanen wie Schweden, das jedes Jahr zahlreiche Übersetzungen nach Deutschland verkauft, ernsthaft eine deutsche Lizenz kaufen, wenn der Krimi nicht wirklich über das schwedische Niveau hinausreicht? Leider zeigten die deutschsprachigen Verlage während der Messe, dass es noch ein weiter Weg ist um kulturelle Schwellen der verschiedenen Länder wirklich zu überwinden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. September 2011

Drei Länder, eine Sprache - Buchmesse in Göteborg

Die diesjährige Buchmesse in Göteborg, die zwischen dem 22. und dem 25. September in der Svenska Mässan stattfindet, steht unter dem Motto „Drei Länder, eine Sprache“ oder genauer genommen „tre länder, ett språk“ und soll vor allem die deutschsprachige Literatur den schwedischen Verlagen und dem schwedischen Buchpublikum näher bringen, zumal weitaus mehr schwedische Bücher ins Deutsche übersetzt werden als umgekehrt.


Die schweizer Verlage sind vom Motto der Messe wenig begeistert, da die Schweiz das Land der vier Sprachen ist und dadurch in Schweden so vermarktet wird, als würde man in diesem Alpenland ausschließlich deutschsprachige Literatur schaffen. Auch die Frage, ob man bei den drei Ländern wirklich von einer Sprache sprechen kann, ist ein häufig auftauchendes Thema, denn spricht und benutzt man in Österreich und in der Schweiz wirklich einen „deutschen“ Wortschatz oder haben sich hier nicht drei Sprachen entwickelt, die lediglich zur gleichen Familie gehören?

Herta Müller eröffnet die Göteborger Buchmesse

Während der 27. Buchmesse in Göteborg wollen 62 deutschsprachige Verlage und 30 Autoren aus den drei deutschsprachigen Ländern mit einem 170 Quadratmeter großen Stand, 20 Seminaren und 50 Programmpunkten ein schwedisches Publikum von der hohen Qualität der Literatur dreier Länder überzeugen, wobei man auf den ersten Blick den Stempel vom deutschen Börsenverband und dem Goethe Institut bemerkt, der sich weniger auf schwedische Wünsche einstellt, sondern die eigene Politik zur deutschen Literatur darstellt.

Dr. Harald Kindermann, Botschafter in Schweden

Auch wenn man gegenwärtig das Jahr 2011 schreibt, so sind insbesondere bei Autoren, Rednern und Diskussionsleitern aus Österreich und Deutschland der Zweite Weltkrieg und gelegentlich die Wende allgegenwärtig, die die moderne Literatur der beiden Länder geprägt haben sollen. Es mag sein, dass man in Deutschland und der Schweiz die 30er und 40er Jahre noch immer nicht voll verarbeitet hat, aber es ist sehr schwer dem schwedischen Publikum diese Trägheit zu vermitteln, das bei den Themen einiger wirklich jüngerer Autoren den Zusammenhang zwischen literarischer Aussage und Zweitem Weltkrieg kaum finden kann.

Peter Stamm, Anna Mitgutsch, Peter von Matt, Felicitas Hoppe
über deutschsprachige Literatur in drei Ländern

Bereits die Einweihung der diesjährigen Buchmesse zeigte ein gewisses Problem, da die in Schweden bekanntesten deutschen Autoren eine Vier-Wände-Paranoia zu haben scheinen und die Öffentlichkeit scheuen. Für eine Elfriede Jelinek war es natürlich undenkbar sich in Göteborg der Öffentlichkeit zu stellen, weshalb Herta Müller dann die Messe eröffnen durfte. Ihr jüngst übersetztes Buch erinnert an Rumänen und die Eröffnungsrede handelte von den Diktaturen der Welt, von Themen, die mit Sicherheit sehr wichtig sind, aber doch sehr wenig mit deutschsprachiger Literatur zu tun haben. Es bleibt daher die Frage, wie Deutschland unter diesen Voraussetzungen seine Literatur wirklich einem Schweden schmackhaft machen kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 3. September 2011

Vegetarische Messe in Göteborg

Am 3. September 2011 fand in der Svenska Mässan in Göteborg erstmals eine vegetarische Messe statt, die den Titel Bra Mat-Mässan hatte, was soviel bedeutet wie „Gutes Essen-Messe“. Die Veranstalter wollen die Messe in Zukunft zu einem jährlichen Ereignis machen und gleichzeitig die größte vegetarische Essensmesse des Schwedens schaffen.


Auch wenn das Ziel hoch gesteckt scheint, wenn man dieses Jahr den relativ kleinen Messeraum besuchte, so hat jede Messe im ersten Jahr einige Anlaufschwierigkeiten, da die Mehrheit der Unternehmen, die an einer Messe teilnehmen, eine Erfolgsgarantie wollen und daher erst einmal eine oder auch zwei Messen abwarten, bevor sie sich für eine Teilnahme entscheiden.


Auf den ersten Blick konnte man auch entdecken, dass die Messe nicht von professionellen Messearrangeuren veranstaltet wurde, sondern von Liebhabern vegetarischen Essens, denn der Aufbau war zusammengewürfelt und für jemanden, der nicht drängeln wollte, war es es bislang schwierig das Angebot eines gewissen Stands entdecken oder eine Geschmacksprobe erringen zu können. Die Erfahrung diesen Jahres wird jedoch sicher bei der kommenden Messe zu einem etwas besseren Ergebnis führen.


Wer auf der vegetarischen Messe in Göteborg einen Überblick über das Angebot an vegetarischen Produkte gewinnen wollte, wurde nicht enttäuscht, denn an den Messeständen wurde ein breites Angebot geboten, das von den unterschiedlichsten Sojaprodukten über Sauerteigbrote und landwirtschaftliche Produkte bis zu Fleischersatz und Gewürzen für die vegetarische Küche führte.


Trotz der verschiedenen Vorträge für Fachbesucher und für allgemeine Besucher, so mussten die Besucher der diesjährigen Messe auf zwei sehr wichtige Ereignisse verzichten, die eine vegetarische Messe zu einem wirklichen Erfolg machen kann. Es gab keine Stände an denen man neue Ideen zur vegetarischen Küche und Rezepte finden konnte und, es gab auch kein vegetarisches Restaurant, das an diesem Tag einen bedeutenden Umsatz machen können hätte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. August 2011

Windsurfen in den Schären Göteborgs

Auch wenn man Göteborg und seine Schären im ersten Moment nicht mit Windsurfen in Verbindung bringt, so findet man im Stadtteil Fiskebäck dennoch den drittgrößten Club für Windsurfer von ganz Schweden. Die Lage in Fiskebäck ist sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene Windsurfer ideal, da hier nahezu das ganze Jahr über Wind bläst und der Bootsverkehr nicht über die Massen stört.


Der GWC (Göteborgs Windsurfing Club) wird am 1. Dezember gerade einmal zehn Jahre alt und hat gegenwärtig rund 200 Mitglieder, wobei einige der Mitglieder regelmäßig und mit Erfolg bei den schwedischen Meisterschaften im Windsurfing antreten, andere dagegen den Sport lediglich als etwas Bewegung auf dem Wasser betrachten.


Wer das kleine Clubhaus in Fiskebäck am Wochenende besucht, wird immer eine rege Aktivität feststellen, wobei der Club im Laufe des Jahres auch Aktivitäten an Land anbietet, so zum Beispiel Grillen oder gemeinsam Surfingfilme anzusehen. Einmal im Jahr können die Mitglieder auch an einem Windsurf-Ausflug teilnehmen bei dem man gemeinsam die besten Windsurf-Gegenden erleben kann. Dieses Jahr führt eine Wochenendfahrt ins dänische Skagen.


Anfänger können im GWC in Fiskebäck auch die Geheimnisse des Windsurfing lernen ohne vorher viel investieren zu müssen, wobei sie dabei nicht nur die Technik des Windsurfing lernen, sondern auch alles über Surfbrett, Mast (Rigg) und Segel erfahren, wobei ihnen im Club die besten Lehrer zur Verfügung stehen und selbst der Individualkurs erschwinglich ist, da der Club nicht am Geld verdienen interessiert ist, sondern am Sport selbst.


Der Göteborger Club der Windsurfer hat eine eigene Anlegestelle mit einem etwas geschützten Plateau, wo man seine Ausrüstung vorbereiten kann. Anschließend kommt man über Felsen in ein relativ seichtes Wasser, das selbst einem Anfänger keine Probleme bereitet, wenn er sei Segel erstmals aufrichten soll. Anschließend kann man seine Fahrt zwischen den Schäreninseln aufnehmen und sich ganz seinem Sport widmen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 31. Mai 2011

Junge Nordische Fotografie im Hasselbladzentrum in Göteborg

Seit dem Jahre 2006 lädt das Hasselbladzentrum in Göteborg im Sommer zur Ausstellung Junge Nordische Fotografie ein, die dieses Jahr vom 28. Mai bis zum 21. August in den Ausstellungsräumen der Stiftung zu besuchen ist. Neun junge Fotografen, die von der Jury wegen ihrer Themenwahl und ihrer Realisation als die besten Gegenwartsfotografen Skandinaviens betrachtet werden, dürfen während der Sommermonate eine Auswahl ihrer Werke ausstellen.

Nur wenige Stunden vor der Vernissage

Erstaunlich und ein Ereignis besonderer Art ist dieses Jahr, dass sämtliche Fotografen, die ausgestellt werden, Absolventen der Göteborger Hochschule für Fotografie sind, die mittlerweile europaweit als eine der besten Ausbildungsstellen für Fotografen gilt. Kein Wunder daher auch, dass alle ausgewählten Fotografen bereits andere Ausstellungen vorweisen können.

"Bonding" von Casia Bromberg

Ebensowenig erstaunlich ist, dass kaum einer der ausgestellten Fotografen auch in Göteborg geboren wurde und ausschließlich in Göteborg studiert hat, auch wenn die Themen der Ausstellung Ny Nordisk Fotografi 2011 überwiegend typisch schwedisch sind und sehr verschiedene Aspekte des Landes darstellen, gesehen mit den Augen eines Fotografen.

Teil der Installation "Time Fragility" von Joachim Fleinert

Allerdings bedeutet es für zwei der Fotografen, die von einer vierköpfigen Jury ausgewählt wurden weitaus mehr als nur an einer der bedeutendsten skandinavischen Fotoausstellungen teilzunehmen. Zur Eröffnung der Ausstellung erhalten zwei unter ihnen je ein Stipendium, das ihnen die Welt der professionellen Fotografie öffnet.

David Molander vor der Fotoserie "A modern Adventure" (Johannes Samuelsson)

David Molander, der 2010 sein Masterexamen in Göteborg ablegte, erhielt für seine Videoinstallation „Through Bridges“ ein Stipendium für einen fünfmonatigen Aufenthalt im Künstlerzentrum Location One in New York und Joachim Fleinert, der im vorigen Jahr sein Bachelor-Examen ablegte, erhält für seine Foto-Installation „Time Fragility“ ein Stipendium für seine Masterausbildung in London.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Mai 2011

Göteborgs Internationale Kunstbiennale 2011

Zwischen dem 10. September und dem 13. November findet in Göteborg die sechste Kunstbiennale statt, Schwedens bedeutendste und größte internationale Biennale für Gegenwartskunst. Aber auch wenn die tatsächliche Kunstbiennale erst im Herbst stattfinden wird, wurde bereits heute das Getriebe in Gang gesetzt und ein weiterer Teil wird dann im Juni stattfinden, ebenfalls vor dem tatsächlichen Startschuss.

Sarat Maharaj

Die diesjährige Kunstbiennale steht unter der Leitung des bekannten Forschers Sarat Maharaj, der bereits Co-Kurator für die Documenta X1 war und an der Universität Lund Doktoranten betreut und Vorlesungen zum Thema „Critical Studies“ gibt. Seine Forschung umfasst sonic and visual art, wobei er in nahezu allen bedeutenten Universitäten Europas aktiv ist und einer der bedeutendsten Kenner der Gegenwartskunst ist.

Reena Saini Kallat - White Heat

Die Hauptarenen der diesjährigen Göteborger Kunstbiennale sind das Kunst- und Kulturzentrum Röda Sten, die Kunsthalle, das Kunstmuseum und das Bohusläns Museum. Partner der Kunstbiennale, die unter dem Thema „Pandemonium“ steht, sind sowohl die Hochschule für Fotografie als auch die Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg.

Kartoffeln, die in Europa nicht gehandelt werden dürfen

Das Thema „Pandemonium - Art in the Time of Creativity Fever“ wurde aus John Miltons Werk „Paradise Lost“ entnommen, einem Reich, in dem das Chaos herrscht. Aber gerade das Chaos macht es möglich etwas völlig Neues zu entwickeln und zu schaffen. In diesem Sinne soll die Göteborger Kunstbiennale 2011 aus der Gegenwart seine Kreativität schöpfen, eine Kunst, die die Veränderung unserer Welt ausdrückt.

Åsa Sonjasdotter beim Pflanzen

Und gerade in diesem Sinn begann die Künstlerin Åsa Sonjasdotter bereits heute ihren Beitrag zur diesjährigen Kunstbiennale zu schaffen. Åsa macht mit ihrem Werk „Potatisens ordning“ die Betrachter darauf aufmerksam, dass in der Gegenwart ein Produkt, das ursprünglich nur der Ernährung diente ein Politikum wurde. Alle Kartoffelarten, die sie vor Röda Sten setzte und die während der Biennale geerntet werden, dürfen in ganz Europa nicht mehr vermarktet werden, weil sie nicht politisch festgelegten Normen entsprechen, obwohl es sich um sehr gute Kartoffeln handelt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin