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Samstag, 10. September 2011

Göteborgs Internationella Konstbiennal 2011

Im Jahre 2001 wurde in Göteborg die erste internationale Kunstbiennale arrangiert, eine Biennale, die die moderne Gegenwartskunst aus allen Ländern der Welt ins Zentrum setzt. Die sechste Kunstbiennale in Göteborg seht unter dem Motto „Pandemonium - Art in a Time of Creativity Fever“, wobei sich der Name Pandemonium auf die Hauptstadt des Teufels in Miltons Roman „Das verlorene Paradies“ bezieht, in der der Teufel jedoch nicht das Böse ist, sondern Gott nur herausfordert sein Bestes zu geben.

Sarat Maharaj, Kurator der Kunstbiennale

Dieses Jahr wird die Göteborger Kunstbiennale vom Kunsthistoriker Sarat Maharaj geleitet, einem Professor des Goldsmiths' College in London, der gegenwärtig Visual Art and Knowledge Systems im schwedischen Lund unterrichtet und Ko-Kurator der documenta in Kassel im Jahre 2002 war. Gemeinsam mit seinen drei Ko-Kuratoren holte Sarat Maharaj rund 40 der bedeutendsten Gegenwartskünstler nach Göteborg, die ihrem Publikum in Göteborg und Uddevalla eine Herausforderung an die technisierte Welt bieten.

Ulrika Sten, Projektleiterin der Kunstbiennale

Die Künstler, die ihre Werke unter Pandemonium darstellen, schaffen ebenfalls eine neue Welt und sehen das 20. Jahrhundert als verlorenes Paradies, das von den heutigen Bürgern fordert ihre Existenz neu zu überdenken um nicht in einer robotisierten Welt unterzugehen, sondern mit den erworbenen Kenntnissen eine Alternative zu finden und das Leben neu zu erfinden. Eine Welt im Wandel muss nicht bedeuten Träume zu verlieren, sondern kann auch neue Träume und neue, alternative Wege schaffen.

Åsa Sonjasdotter - The Order of Potatoes

Gerade in diesem Sinne wird Kunst bei der diesjährigen Göteborger Kunstbiennale Pandemonium zu einem Grenzgebiet, die auch abstrakte Abwege unserer Gesellschaft darstellt. Åsa Sonjasdotter mit ihrem Werk „The Order of Potatoes“, das sie bereits im Jahre 2009 begann, ist hier ein deutliches Beispiel der Abstraktion, denn an Hand von einem Grundnahrungsmittel stellt Åsa deutlich dar, dass immer häufiger Politik und Kapital über das Leben entscheiden und unsere Entscheidungsfreiheit, auch die künstlerische, immer mehr eingeschränkt wird.

Jimmie Durham - Mistakes and Plans

Auch das Werk „Mistakes and Plans“ von Jimmie Durham stellt die Rolle der Gesellschaft mit seinem Werk in Frage. Er nimmt dafür die Hitlersteine als Ausgangspunkt, Granitblöcke, die Hitler aus dem Bohuslän bestellte, um damit ein Siegesmonument in Berlin zu errichten, Jahre bevor der Krieg für ihn zu Ende war. Natürlich ist für Jimmie Durham nicht Hitler das Thema, sondern der Wunsch aller Politiker sich in Monumenten unsterblich zu machen und hiermit ihre Siege und ihre Macht ausdrücken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Mai 2011

Göteborgs Internationale Kunstbiennale 2011

Zwischen dem 10. September und dem 13. November findet in Göteborg die sechste Kunstbiennale statt, Schwedens bedeutendste und größte internationale Biennale für Gegenwartskunst. Aber auch wenn die tatsächliche Kunstbiennale erst im Herbst stattfinden wird, wurde bereits heute das Getriebe in Gang gesetzt und ein weiterer Teil wird dann im Juni stattfinden, ebenfalls vor dem tatsächlichen Startschuss.

Sarat Maharaj

Die diesjährige Kunstbiennale steht unter der Leitung des bekannten Forschers Sarat Maharaj, der bereits Co-Kurator für die Documenta X1 war und an der Universität Lund Doktoranten betreut und Vorlesungen zum Thema „Critical Studies“ gibt. Seine Forschung umfasst sonic and visual art, wobei er in nahezu allen bedeutenten Universitäten Europas aktiv ist und einer der bedeutendsten Kenner der Gegenwartskunst ist.

Reena Saini Kallat - White Heat

Die Hauptarenen der diesjährigen Göteborger Kunstbiennale sind das Kunst- und Kulturzentrum Röda Sten, die Kunsthalle, das Kunstmuseum und das Bohusläns Museum. Partner der Kunstbiennale, die unter dem Thema „Pandemonium“ steht, sind sowohl die Hochschule für Fotografie als auch die Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg.

Kartoffeln, die in Europa nicht gehandelt werden dürfen

Das Thema „Pandemonium - Art in the Time of Creativity Fever“ wurde aus John Miltons Werk „Paradise Lost“ entnommen, einem Reich, in dem das Chaos herrscht. Aber gerade das Chaos macht es möglich etwas völlig Neues zu entwickeln und zu schaffen. In diesem Sinne soll die Göteborger Kunstbiennale 2011 aus der Gegenwart seine Kreativität schöpfen, eine Kunst, die die Veränderung unserer Welt ausdrückt.

Åsa Sonjasdotter beim Pflanzen

Und gerade in diesem Sinn begann die Künstlerin Åsa Sonjasdotter bereits heute ihren Beitrag zur diesjährigen Kunstbiennale zu schaffen. Åsa macht mit ihrem Werk „Potatisens ordning“ die Betrachter darauf aufmerksam, dass in der Gegenwart ein Produkt, das ursprünglich nur der Ernährung diente ein Politikum wurde. Alle Kartoffelarten, die sie vor Röda Sten setzte und die während der Biennale geerntet werden, dürfen in ganz Europa nicht mehr vermarktet werden, weil sie nicht politisch festgelegten Normen entsprechen, obwohl es sich um sehr gute Kartoffeln handelt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin