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Mittwoch, 19. Oktober 2011

Frida Kahlo & Diego Rivera im Göteborger Kunstmuseum

Zwischen dem 23. Oktober 2011 und dem 22. Januar 2012 findet man im Göteborger Kunstmuseum in drei Räumen eine Ausstellung, die die beiden mexikanischen Künstler Frida Kahlo und Diego Rivera zum ersten Mal in Schweden in künstlerischem Rahmen vereint und es daher ermöglicht tiefer in das Leben des Künstlerpaares einzusteigen. Sämtliche ausgestellten Werke gehören der Jacques and Natasha Gelman Collection of Mexican Art.

Mertin Munkacsi, Frida und Diego, 1934

Der erste, der in den fast naiv scheinenden Bildern Frida Kahlos den künstlerischen Wert sah, war Diego Rivera, der in einer Zeit, als er selbst als einer der bedeutendsten Künstler Mexikos angesehen wurde, bereits sagte, dass Frida eigentlich der größere Künstler ist, auch wenn die Welt der Kunst dies bisher nicht sehen kann. Und tatsächlich wurden die Werke Frida Kahlos erst lange nach ihrem Tod im Jahre 1954 als Meisterwerke betrachtet.

Diego Rivera, Portrait von Natasha Gelman, 1943

Der erste Saal der Ausstellung ist überwiegend Diego Rivera gewidmet, wobei man hier vor allem seine Portraits und seine späteren Werke findet und weniger jene Kunst, die ihn zu einer Symbolfigur des sozialistischen Mexikos machte, denn nach seiner Rückkehr aus Spanien, Frankreich und Italien im Jahre 1921 hatte nahezu jedes seiner Bilder und seiner zahlreichen Fresken eine gesellschaftliche Aussage, die den politischen Umbruch Mexikos darstellte.

Frida Kahlo, La Frontera Entre el Abrazo de Amor de el Universo

Frida Kahlo, die nach einem schweren Unfall und Polio nur wenige Stunden am Tag arbeiten konnte, nimmt die anderen beiden Räume ein, wobei das Göteborger Kunstmuseum vor allem einige ihrer Selbstportraits ausstellt, die, wie auch ihre anderen Gemälde, ihre Nähe zum mystischen Mexiko zeigen in der Realität und mexikanischer traditioneller Glaube ineinander verschmelzen. Frida Kahlos Werke wurden ab den 80er Jahren in Europa bekannt, wobei es nahezu weitere zehn Jahre dauerte, bis ihre Kunst auch in Schweden entdeckt wurde.

Nickolas Muray, Frida Kahlo in Tehuantracht

Eingebettet in die Werke der beiden Künstler findet man in allen drei Ausstellungsräumen auch Kollagen, Lithografien und Fotos des japanischen Künstlers Yasumasa Morimura und vier Fotoportraits, die Frida Kahlo in den traditionellen Tehuanatrachten zeigen, die die Künstlerin vor allem ab 1933 trug um ihre Zugehörigkeit zu dieser Volksgruppe auszudrücken. Selbstverständlich ist daher auch das Autoportrait der Künstlerin als Tihuana an einem Ehrenplatz der Ausstellung zu finden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 17. September 2011

Der Cartoonist und Künstler Jan Lööf in Göteborg

Vom 17. September 2011 bis zum 22. Januar 2012 findet man im Göteborger Kunstmuseum eine Ausstellung besonderer Art, die viele nicht in einem Kunstmuseum suchen, denn für viele Kunstliebhaber ist ein Zeichner von Cartoons, Karikaturen und Bilderbüchern mehr ein Handwerker als ein Künstler. Göteborgs Konstmuseum wagt daher einen Schritt in die Zukunft und gibt Jan Lööf den Platz, der er als Künstler auch verdient, nämlich einen Raum einer Kunstausstellung.


Die Ausstellung „Jan Lööf - bildmakaren“, bei der man auch die zahlreichen Bücher, die der Künstler illustriert hat, betrachten und lesen kann und einen alten Film in Ruhe ansehen darf, der noch in einer Epoche gedreht wurde als die Filme noch keine Farben hatten, ist weniger eine historische Darstellung seiner Werke, sondern eine Sammlung, die die Vielfalt seines Könnens in den Vordergrund setzt.


Jan Lööf hat mit seinen Werken Felix (1967 - 1973) und „Ville“ (1975 - 1976) über drei Jahrzehnte hinweg zahlreiche schwedischen Zeichner inspiriert, und die Illustration von Büchern zu einer Kunst erhoben. Seine Kinderbücher findet man noch heute in nahezu allen Ländern, da Jan Lööf mit seinen skurrilen Figuren eine zeitlose Fantasie wachsen lässt, die Kinder in das Reich der Erzählung führt in der sie die Wirklichkeit vergessen.


Den Hauptteil der Ausstellung „Jan Lööf - bildmakaren“ machen die Originalzeichnungen aus seinen verschiedenen Werken aus, die man hier zum ersten Mal aus aller Nähe betrachten kann. Viele seiner in Schweden allgemein bekannten Figuren sind jedoch auch als Modelle ausgestellt, die den Übergang von der gezeichneten zweidimensionalen Welt in eine dreidimensionale Welt ermöglichen in der gesamten aufgebauten Szene zu erfühlen sind.


Die Ausstellung von Jan Lööf, der heute überwiegend in Griechenland lebt, und der eine Hauptrolle in der Kinderserie Tårtan spielte, wird von einem Rahmenprogramm begleitet bei dem Jan Lööfs Welt dem Publikum auf das Anschaulichste näher gebracht wird. Einer der Hauptpunkte wird die dreistündige Marathonvorführung der Serie Tårtan während der Göteborger Kulturnacht am 14. Oktober. Die Ausstellung wird von einem reichhaltigen Ausstellungskatalog begleitet, der im Kunstmuseum erworben werden kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Mai 2011

Göteborgs Internationale Kunstbiennale 2011

Zwischen dem 10. September und dem 13. November findet in Göteborg die sechste Kunstbiennale statt, Schwedens bedeutendste und größte internationale Biennale für Gegenwartskunst. Aber auch wenn die tatsächliche Kunstbiennale erst im Herbst stattfinden wird, wurde bereits heute das Getriebe in Gang gesetzt und ein weiterer Teil wird dann im Juni stattfinden, ebenfalls vor dem tatsächlichen Startschuss.

Sarat Maharaj

Die diesjährige Kunstbiennale steht unter der Leitung des bekannten Forschers Sarat Maharaj, der bereits Co-Kurator für die Documenta X1 war und an der Universität Lund Doktoranten betreut und Vorlesungen zum Thema „Critical Studies“ gibt. Seine Forschung umfasst sonic and visual art, wobei er in nahezu allen bedeutenten Universitäten Europas aktiv ist und einer der bedeutendsten Kenner der Gegenwartskunst ist.

Reena Saini Kallat - White Heat

Die Hauptarenen der diesjährigen Göteborger Kunstbiennale sind das Kunst- und Kulturzentrum Röda Sten, die Kunsthalle, das Kunstmuseum und das Bohusläns Museum. Partner der Kunstbiennale, die unter dem Thema „Pandemonium“ steht, sind sowohl die Hochschule für Fotografie als auch die Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg.

Kartoffeln, die in Europa nicht gehandelt werden dürfen

Das Thema „Pandemonium - Art in the Time of Creativity Fever“ wurde aus John Miltons Werk „Paradise Lost“ entnommen, einem Reich, in dem das Chaos herrscht. Aber gerade das Chaos macht es möglich etwas völlig Neues zu entwickeln und zu schaffen. In diesem Sinne soll die Göteborger Kunstbiennale 2011 aus der Gegenwart seine Kreativität schöpfen, eine Kunst, die die Veränderung unserer Welt ausdrückt.

Åsa Sonjasdotter beim Pflanzen

Und gerade in diesem Sinn begann die Künstlerin Åsa Sonjasdotter bereits heute ihren Beitrag zur diesjährigen Kunstbiennale zu schaffen. Åsa macht mit ihrem Werk „Potatisens ordning“ die Betrachter darauf aufmerksam, dass in der Gegenwart ein Produkt, das ursprünglich nur der Ernährung diente ein Politikum wurde. Alle Kartoffelarten, die sie vor Röda Sten setzte und die während der Biennale geerntet werden, dürfen in ganz Europa nicht mehr vermarktet werden, weil sie nicht politisch festgelegten Normen entsprechen, obwohl es sich um sehr gute Kartoffeln handelt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Februar 2011

Martin Gustavsson im Kunstmuseum in Göteborg

Zwischen dem 12. Februar und dem 8. Mai 2011 kann der Besucher des Göteborger Kunstmuseums die Ausstellung „In No Particular Order“ des Göteborger Künstlers Martin Gustavsson entdecken, eines Künstlers, der im Jahre 2007 mit seiner Ausstellung „Wrath of God“ seinen Durchbruch hatte, mit Bildern zum Alten Testament, die mit einer dramatisch erotischen Darstellung zum Nachdenken anregten und Kritiker herausforderten.


Bei der Ausstellung „In No Particular Order“ im Göteborger Kunstmuseum findet der Betrachter die gleiche Stärke in allen 120 ausgestellten Bildern, die jedoch nicht in einer vorgegebenen Reihenfolge dicht an dicht an der Wand hängen, sondern ihren Platz willkürlich fanden. Sie wurden weder nach Motiven, nach Farben oder der Entstehung geordnet.


Martin Gustavsson will mit dieser Art der Präsentation den Betrachter dazu einladen seine eigene Geschichte in der Zusammenstellung zu finden, oder aber auch mehrere Geschichte, je nachdem an welchem der Bilder man seine Reise beginnt. Und tatsächlich erzählt die Bilderwand, die zum Teil nur durch das Außenfenster des Museums zu sehen ist, tausende von verschiedenen Geschichten.


Martin Gustavsson greift bei seinen Motiven auch dieses Mal wieder zu Körperteilen, Blumenfragmenten und nahezu abstrakten Darstellungen, denen man sich nähern muss wenn man auch die versteckten Details sehen will und tiefer in eine Geschichte eindringen will. Einige der Bilder verbergen so viele Geheimnisse, dass es unmöglich scheint das gesamte Bild zu lesen.


Martin Gustavsson wurde 1964 in Göteborg geboren und studierte dann sowohl in Stockholm als auch in London Kunst. Er hat seit den 90er Jahren sein Atelier in London, wobei „In No Particular Order“ seine erste größere Separatausstellung in Schweden ist.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Dezember 2010

Der Weihnachtsfilm am Kunstmuseum in Göteborg

Seit dem Jahre 2004 arbeitet das städtische Tourismusunternehmen Göteborg & Co (heute Go:teborg & Co) daran Göteborg auch im Winter für Besucher attraktiv zu machen und ein Ereignis zu schaffen, das ab dem 10. Dezember Göteborg zu einem wahren Weihnachtserlebnis macht, das andere Ereignisse Schwedens in den Schatten stellt, was jedoch nicht bedeutet, dass nur Göteborg & Co. Weihnachtsgefühl in der Stadt verbreitet.


Eines der größten und am meisten erwarteten Ereignisse der Weihnachtszeit ist die Präsentation des jährlichen Weihnachtsfilms, der auf 1500 Quadratmetern Fläche, jeden Abend mehrmals auf der Fassade des Göteborger Kunstmuseums zu sehen ist. Der diesjährige Film heißt „En sagolik jul“ (Ein märchenhaftes Weihnachten) und muss, wie jedes Jahr, mehrmals gesehen werden muss, wenn man alle Details fassen will.


Natürlich ist eines der wichtigsten Themen des teils animierten Kurzfilms die Frage, ob Weihnachten überhaupt stattfindet, ob die gute Weihnachtsfee des Fest retten kann oder nicht, ein Thema, das in Schweden bei vielen Adventskalendern in Radio, Fernsehen und der geschriebenen Presse ein wichtiges Thema ist, da es im Leben jedes Menschen immer wieder Ereignisse gibt, die ein frohes Weihnachtsfest bedrohen.


Die Geschichte „En sagolik jul“ spielt sich filmisch auf verschiedenen Szenen ab, denn außer den Ereignissen auf der zentralen Hauptbühne sind weitere Handlungen links, rechts und über dem dominanten Handlungsplatz zu finden, wobei dieses Jahr nicht nur die nordische Schneelandschaft, Birken und Tannen eine Rolle spielen, sondern der Besucher auch in das Reich des Sandes und Aladins geführt wird.


Die ineinandergefügten Geschichten des Filmes kommen alle aus dem Märchen- und Sagenreich, wobei Gnome und Hexen ebenso eine Rolle spielen wie Dornröschen und ihr Prinz. Im Laufe der Geschichte tauchen selbst Alice aus dem Wunderland und der verrückte Hase in der Geschichte auf. Leider können wir die Geschichte hier nicht ganz erzählen, denn sonst ist die Überraschung am Götaplatsen nur noch halb so groß.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 6. Dezember 2010

Sten Olssons Kulturstipendium in Göteborg

Anlässlich der Verleihung des Sten Olssons Kulturstipendiums in Göteborg, das 1996 erstmals vergeben wurde, stellt das Kunstmuseum Göteborg im Stenasalen zwischen dem 4. Dezember 2010 und dem 9. Januar 2011 bedeutende Werke von drei Preisträgern aus, die dieses Jahr in den Bereichen Malerei, Skulptur und Schmuckkunst ausgezeichnet wurden.


Die Sten A. Olsson Stiftung für Forschung und Kultur in Höhe von jeweils 150.000 Kronen soll Künstlern, Musikern und Autoren die Möglichkeit bieten sich in ihrem Bereich weiterzubilden und zu perfektionieren. Gleichzeitig stützt die Stiftung jedoch auch Forschungsprojekte der Universität Göteborg insbesondere in den Bereichen Kultur und Gesundheit.

Patrik Andiné, Karin Johansson, Johan Linton

Im Stenasaal des Göteborger Kunstmuseum werden im sechs Wochen lang Werke des Malers Patrik Andiné, der Schmuckdesignerin Karin Johansson und des Architekten Johan Linton ausgestellt, die alle drei in Göteborg leben und arbeiten. Die ausgestellten Werke aller drei Künstler zeigen eigene Wege in der Kunst und drücken damit auch die Persönlichkeiten der Künstler aus.

Ohrringe von Karin Johansson

Karin Johansson unterrichtet an der Kunsthochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg Sckmuckkunst und ist ebenfalls in der Göteborger Slöjdföreningen aktiv. Karin Johansson erhielt den Preis vor allem für ihre Forschungsttätigkeit innerhalb der Anwendung verschiedener Materialien in der Schmuckherstellung und die Suche nach der Grenze, die ein Material dem Künstler setzt.

Detail eines Werkes von Patrik Andiné

Patrik Andiné studierte an der Kunsthochschule Valand in Göteborg und der Kungliga Konsthögskolan in Stockholm und arbeitet heute als freier Künstler. Patrik Andiné arbeitet mit Wehmut und Kontrast und der Betrachter eines Werkes wird vor eine ambivalente Situation gestellt in der das Objekt eines Bildes vergebens nach seiner natürlichen Umwelt sucht.

Bicycle dreams von Johan Linton

Johan Linton, der in erster Linie Architekt ist und an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg zur Zeit seine Doktorarbeit in Architektur schreibt, arbeitet mit allem zwischen Kunst, Architektur und der Redaktion von Texten. Seine Werke sind abstrakte Erzählungen in Design und Grafik, die meist einen Ursprung in der Antike haben und letztendlich oft auch einen praktischen Nutzen aufweisen. Für den Betrachter ist es oft schwierig ein Konzept in seinem Schaffen zu finden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Oktober 2010

Carl Hammoud Ausstellung im Kunstmuseum in Göteborg

Zwischen dem 6. Oktober und dem 21. November stellt im Stenasalen des Göteborger Kunstmuseums, der Ausstellungshalle für moderne Künstler, der schwedische Künstler Carl Hammoud seine jüngsten Werke aus. Hammoud gab der Ausstellung den Namen Polygraph, was darauf hinweisen soll, dass beim Betrachten seiner Werke die Sehsinne voll aktiviert werden müssen.

Carl Hammoud

Carl Hammoud zielt beim Begriff Polygraph jedoch nicht nur auf die Aufzeichnung der körperlichen Strömungen im allgemeinen, sondern hat in der Ausstellung einen Lügendetektor aufgebaut, bei dem jeder Teil aus Papier hergestellt ist, selbst die feinen Kabel. Er verleiht damit dem Kunstwerk ein realistisches Aussehen, das man am liebsten testen würde. Dieser Polygraph ist jedoch das einzige Werk, das an seine früheren künstlerischen Experimente erinnert.


Die Ausstellung Polygraph ist geprägt von Hitchcock, bei dem der Künstler zahlreiche Anregungen fand. Die Gebäude, die Treppen und selbst die verschiedene Betrachtungsweise einer alten, zerschlagenen Kamera könnten direkt einem der Filme Hitchcocks entspringen, lediglich verwandelt durch den persönlichen Stil, den Carl Hammoud in seine Werke legt.

Die Kamera besteht aus fünf Bildern

Der Künstler greift zu einer Technik, in der platte Gegenstände eine dreidimensionale Form annehmen bei der der Betrachter nahezu das Bild betritt und nicht nur betrachtet. Carl Hammoud verlegt die Schärfe auf scheinbar Unwesentliches oder lässt den Betrachter eine kaputte Kamera auf fünf Weisen betrachten, jeweils durch einen anderen Winkel des defekten Objektives.

Detail des Gemäldes

Carl Hammoud wurde 1976 in Stockholm geboren, wo er auch heute noch als Künstler aktiv ist. Zu Göteborg verbinden ihn nicht nur mehrere seiner bisherigen Ausstellungen, sondern auch sein Studium in der Kunsthochschule Valand. Trotz seiner nur 34 Jahre hatte Carl Hammoud bereits, außer in Schweden, mehrere Ausstellungen in den USA, England, Deutschland und sammelte seit dem Jahre 2003 elf bedeutende Preise und Stipendien.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. September 2010

Ivan Ivarson im Kunstmuseum in Göteborg

Ivan Ivarson ist einer der bedeutendsten Koloristen Göteborgs. Die letzte Ausstellung mit einer Kollektion seiner Bilder reicht in das Jahr 1975 zurück und erst 2010 war es nun dem Kunstmuseum in Göteborg möglich eine weitaus komplettere Ausstellung dieses Künstlers auf die Beine zu stellen, ein Ereignis auf die die kunstinteressierte Welt Schwedens seit vielen Jahren wartet.


Zwischen dem 25. September 2010 und dem 16. Januar 2011 findet man im Kunstmuseum Göteborgs 84 Bilder des bedeutenden Koloristen. Zahlreiche der Bilder kommen aus Privatsammlungen und werden nun erstmals einem größeren Publikum gezeigt. Dank der Unterstützung dieser privaten Sammler, aber auch der Unterstützung durch andere Museen Schwedens, kann man im Kunstmuseum dem Werdegang des Künstlers bis zu seinem frühen Tod folgen.


Ivan Ivarson wurde im Jahre 1900 in Göteborg geboren, wo er auch von 1922 bis 1925 die Kunsthochschule Valand besuchte. Die Welt der Farben, die ihn zu einem der bedeutendsten Koloristen Göteborgs machten, entdeckte Ivarson in Südfrankreich. Diese Entdeckung der Farben ist es auch, die ihn später Göteborg und Stenungsund mit neuen Augen sehen ließen, mit einem Leuchten, das keines seiner frühen Bilder aufwies.


Ivan Ivarson soll einst gesagt haben, dass er Farbe essen will. Diese Aussage versteht man, wenn man das alte Zollhaus am Stenpiren betrachtet, das er mit Hilfe der Farben zu einem italienischen Palast machte, wenn er den Stora Hamnkanalen in Venedig verwandelt, wenn er ein einfaches Badehaus in einen Tempel verwandelt oder wenn er Blumen, die er bekam, kurz bevor sie verwelkten, zu wahren Buketts machte. Immer sind es die Farben, die seine Gemälde zu etwas Besonderem macht.


Ivan Ivarson, der mit 38 Jahren in Paris starb, konnte bei der Vernissage im Kunstmuseum eine so große Menge anziehen, dass der Raum nahezu bis zum letzten Platz gefüllt wurde und es schwierig war seine französischen Landschaften, seine Porträts, seine Gemälde Göteborgs oder auch seine Zeichnungen wirklich betrachten zu können. Die technischen Probleme, die der Künstler beim Malen von Händen und Füßen hatte, werden durch die Farben des Koloristen bei weitem ausgeglichen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. August 2010

Mona Petersson im Kunstmuseum in Göteborg

Vom 18. August bis zum 26. September findet im Kunstmuseum in Göteborg die Ausstellung „Jag önskar upprätta förbindelse med er“ (Ich will mit euch Kontakt aufnehmen) von der Stockholmer Künstlerin Mona Petersson statt, die im Stenasalen im Erdgeschoss zu finden ist. Mona Petersson lädt jedoch weniger zu einer Ausstellung ein als vielmehr zu einer Installation, in der man sich als Betrachter seinen Platz suchen muss.


Mona Petersson, die an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg studierte, arbeitet als visuelle Künstlerin nicht nur mit selbst geschaffenen Werken, sondern setzt auch Dinge des Alltagslebens in den Fokus, wobei sie die unterschiedlichsten künstlerischen Techniken anwendet und auch Raum eine Rolle spielt. Ihre Installationen verbinden oft Darstellung, Lyrik, Musik und Video.


Die Installation „Jag önskar upprätta förbindelse med er“ im Göteborger Kunstmuseum drückt den Anfang und das Ende unserer Welt gleichzeitig aus und ist wie ein Aufruf an die Menschheit sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen und miteinander zu kommunizieren statt sich voneinander fortzubewegen, wobei sich der Mensch auch seinen Platz innerhalb der Natur neu suchen muss.


Mona Peterssons Werk in mehreren Teilen aus mehreren Epochen der Erdgeschichte präsentiert vor allem drei Themen des Kontakts, der Reflexion und des Zusammenlebens. Auf einigen Bildschirmen erscheinen die Bilder mehrerer Testexplosionen von Atombomben während gleichzeitig die Explosionen der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki in ihrem optischen Erscheinungsbild geschildert werden.


Auf einem Regal findet man mehrere Samen, die den Ursprung alles Lebens auf Erde darstellen, mit dem Hinweis, dass es kein Wildkraut gibt, das mit dem Buchstaben A beginnt. Und eine ganze Wand schildert in einer Collage das chaotische Zusammenleben der Menschen, Tiere und Pflanzen, die in diesem Chaos dennoch eine gewisse Ordnung verbindet und die Stellung des heutigen Menschen zur Natur in Frage stellt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. August 2010

Rembrandts Ritter im Kunstmuseum in Göteborg

Für viele sind Kunstmuseen heute noch ein Einrichtung in die nur eine kleine Schicht der Bevölkerung geht, die dann an langen Wänden entlang ein Bild nach dem anderen betrachtet und sich Kenntnisse über Künstler und Techniken eben aus der Schule, der künstlerischen Hochschule oder aus Büchern holt. Dieses Vorurteil wird vor allem von jenen verbreitet, die ihre Füße noch nie in ein Kunstmuseum setzten, denn heute haben Kunstmuseen längst weitergehende Aufgaben.


Das Göteborger Kunstmuseum besitzt seit seiner Eröffnung im Jahre 1921 das Gemälde „Der Ritter mit dem Falken“, ein Werk, das Rembrandt vermutlich im Jahre 1661 malte. Das Gemälde stach jedoch bisher in der Gesamtsammlung des Museums kaum ins Auge, bis es vor rund zwei Jahren zur Restauration in das The Getty Conservation Institute nach Los Angeles geschickt wurde.


Als das berühmte Werk Rembrands nun im Frühjahr in neuem Glanz in das Kunstmuseum in Göteborg zurückkehrte, entschloss sich die Leitung des Museums das Gemälde des Künstlers in den Fokus zu setzen, eine Ausstellung um das Bild zu gestalten und ihm einen eigenen Raum zu geben.


Bis zum 9. Januar 2011 wurde dadurch im Kunstmuseum ein Werk aus dem 17. Jahrhundert zu einem Kunstthema. Wer die Ausstellung zum Ritter mit dem Falken besucht, erfährt nicht nur sehr vieles über Rembrandt und kann das Bild im kleinsten Detail betrachten, sonder er erfährt auch sehr vieles über die Art Rembrandts zu malen, die Farbschichten, die er nacheinander auftrug oder seine Pinselführung. Kunst ist damit nicht nur ein Endprodukt, sondern eine Entstehungsgeschichte.


Zum ersten Mal zeigt das Kunstmuseum in Göteborg seinen Besuchern wie ein Bild analysiert wird um es dann einem bestimmten Künstler und einer bestimmten Epoche zuordnen zu können, aber gleichzeitig werden während der Ausstellung auch die unterschiedlichen Theorien behandelt, die klären sollten wer damals Rembrandts Modell war.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Juli 2010

Kulturgeschichte im Kunstmuseum in Göteborg

Viele Besucher Göteborgs setzen ihre Füße nie in das Kunstmuseum Göteborgs, weil sie Kunst mit „langweiligen Porträts“ in Verbindung bringen und Gemälde als tot betrachten. Sie vergessen dabei, dass ein Großteil dieser Porträts jene Personen darstellen, die Geschichte schrieben, die Welt veränderten oder auch manchmal das einzige Bild sind, das uns heute zeigt wie ein bestimmter Künstler aussah.

Karin Parrow - Abend auf den Schären

Wer sich dann trotz seiner Vorbehalte auf den Weg in das Göteborger Kunstmuseum macht, entdeckt, dass er im Göteborgs Konstmuseum sehr viele Bilder findet, die die schwedische Lebensweise der letzten Jahrhunderte beschreiben. Man findet Schilderungen des Wochenendverhaltens, das Arbeitsleben und hunderte von Details, die die Vorfahren der heutigen Schweden auf ihren Tischen, Schreibtischen oder Schränken hatten. Es genügt dabei die Bilder der skandinavischen Abteilung des Kunstmuseums nur etwas genauer zu betrachten.

Julius Paulsen - Sommernachmittag mit Wind

Andere Bilder schildern das Leben vor hundert Jahren auf dem Lande oder die Arbeit an der Küste, aber sie zeigen auch mit welchen Geräten, in welcher Kleidung und auf welche Weise man früher arbeitete. Ohne Gemälde, wie man sie heute im Göteborger Kunstmuseum findet, wären bereits viele Trachten vergessen, die Volkstänze oft so interessant machen und oft würde man nicht wissen wozu ein Gerät, das man in einem technischen Museum oder dem Stadsmuseum Göteborgs findet, einst diente.

Geskel Saloman - Auswanderer auf dem Weg nach Göteborg

Auch die geschichtlichen Szenen der Gemälde des Konstmuseum in Göteborg zeigen nicht nur Kriege und Eroberungen, sondern auch Szenen, die das Leben von über einer Million Schweden Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts für immer veränderte und deren Geschichte in Göteborg heute das Emigranternas Hus füllt. Skandinavische Kunst erzählt bisweilen Ereignisse, die bis heute ihre Auswirkungen haben.

Marcus Larson - Brennender Dampfer

Wer aufmerksam durch die Säle mit den skandinavischen Künstlern im Kunstmuseum geht, findet auch viele Dokumente, die das Leben am und auf dem Meer schildern, Schicksale, die heute noch in Buch- oder Filmform Millionen von Menschen begeistern. Um entsprechende Filme realistisch gestalten zu können benutzen Regisseure oft die Fotografie der Vergangenheit, nämlich Gemälde aus einem Kunstmuseum wie jenem in Göteborg.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 18. Dezember 2009

„Das Herz, das Weihnachten schlägt“ am Kunstmuseum in Göteborg

Zum fünften Mal wird im Jahre 2009 allen Göteborgern und den Besuchern der Stadt ein besonderes Geschenk überreicht, ein Weihnachtsfilm, der auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche des Kunstmuseums Göteborg gezeigt wird und selbst längs der Paradestraße Avenyn betrachtet werden kann, auch wenn die Musik nur am Götaplatsen voll zur Geltung kommt.

Der 10 Minuten lange Film greift mehrere musikalische Szenen auf, die mit Liebe und Weihnachten zu tun haben, die durch eine Weihnachtserzählung des Göteborger Schauspielers Tomas von Brömssen zusammengehalten werden. Allein das Thema Hjärtan som julklappar, (das Herz, das Weihnachten schlägt) lädt auch zur Farbdominanz rosa und rot des Filmes ein.

Um alle Details des Filmes Hjärtan som julklappar, was nicht bedeutet, das das Herz zu Weihnachten schlägt, sondern Weihnachten in sich hat, sollte man den Weihnachtsfilm mindestens zweimal betrachten, denn durch den großen Bildschirm verpasst man sehr schnell Elemente, die nur rechts oder links der „Leinwand“ erscheinen und schwedische Weihnacht symbolisieren.

Der Weihnachtsfilm Hjärtan som julklappar wird vom 13. Dezember bis zum 31. Dezember täglich dreimal gezeigt und dann ein letztes Mal nach dem Mitternachtsschlag, der das Neue Jahr einleitet und mit einem Fest und Feuerwerk am Götaplatsen verbunden ist.


Für jeden, der sich nach dem Film auf den Heimweg macht warten dann Kussstationen entlang der größeren Straßen. Göteborgs Die erste dieser Pusstationen findet man bereits an der Stadtbibliothek, aber andere warten am Kanaltorget, am Kungsportsplatsen, am Storan, der Vasagatan, am Vasaplatsen, am Universeum, vor Liseberg und an der Heden Eisbahn.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Dezember 2009

Der Weihnachtsfilm der Lichterstadt am Götaplatsen in Göteborg

Nachdem die sieben Luciakandidatinnen zwei Lieder vorgetragen hatten, der Astronaut Christer Fuglesang dem Wissenschaftsfestival die Göteborger Karte zurückgegeben hatte, die er bei seiner Raumfahrt mit sich führte und Göran Johansson die Lichterstadt Göteborg symbolisch erleuchtet hatte wurde der diesjährige Weihnachtsfilm erstmals auf die Wand des Kunstmuseums projiziert.


Bis zum Neujahrstag wird hier dreimal täglich auf 1500 Quadratmeter Fläche der Weihnachtsfilm „Hjärtan som julklappar“ (Herzen als Weihnachtsgeschenk) vorgeführt, der nur am Götaplatsen in Göteborg und nur bis zum 31. Dezember zu sehen ist und Teil der gesamten Lichterstadt der Weihnachtszeit ist.


Der Film, der zum diesjährigen Motto Liebe wie angegossen passt ist der fünfte Film, der zur Weihnachtszeit am Götaplatsen gezeigt wird und spiegelt in mehreren Sequenzen Liebe zueinander, Liebe zu Musik und Liebe zum Tanz und die weihnachtliche Märchen- und Sagenwelt, die Weihnachten für viele zu etwas Besonderem macht.


Der Film benützt für seine Effekte vor allem rot und rosa und lässt immer wieder Herzen auftauchen. Mal fliegt eine Elfe über den Mauerschirm, dann tanzt ein Paar zum Tango oder man sieht eine Menschenmenge gemütlich in einem Café sitzen, wobei man nahezu jedes Detail des Films deutlich auf der Mauer erkennen kann.


Der Weihnachtsfilm „Hjärtan som julklappar“ verfügt über mehrere dreidimensionale Effekte, die den Betrachter teilweise fast zum Teilnehmer des Films machen, wobei auch die musikalischen Effekte bis ins Detail studiert sind. Das einzige kleine Moll des Films ist die Stimme einer der Sängerinnen, die dem sonst hohen Niveau nicht ganz gerecht wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin