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Donnerstag, 18. August 2011

Kunst und Künstler beim Göteborger Kulturfest

Erstmals dieses Jahr setzt das Göteborger Kulturfest (Göteborgs Kulturkalas) in größerem Masse auch auf Kunst im Öffentlichen Raum, in gewisser Weise als Ergänzung zum Kunstangebot in den Museen der Stadt und auch als Lockmittel für die verschiedenen Museen. Das Kontrast wird besonders deutlich, wenn man zuerst Gemälde an der Straße findet, um anschließend Graffiti in einem Raum des Kunstmuseums zu finden.


Besonders auffällig ist das Werk „Cloned Pudel“ des belgischen Künstlers William Sweetlove, einem Mitglied der Gruppe „The Cracking Art Group“, der einen seiner roten, überdimensionalen Pudel auf dem Götaplatsen präsentiert. William Sweetlove ist weltweit für seine Tierskulpturen bekannt, die durch eine thermochemische Reaktion in Erdöl entstehen und der als postmoderner Künstler die Provokation mit dem Betrachter seiner Werke sucht und die Grenze zwischen Spielzeug und Kunst verschwimmen lässt.


Auch die beiden Werke des amerikanischen Street-Art Künstlers Shai Dahan vor dem Avalon Design-Hotel in Göteborg fallen auf, da der heute in Borås lebende Künstler amerikanische Graffiti mit naiver Malerei von Dalahästar verbindet. Seine Werke, die vor den Augen des Publikums an Straßen und öffentlichen Plätzen, aber auch an Baustellen entstehen, haben mittlerweile auch Zugang zu Galerien und Museen gefunden.


Einen entgegengesetzten Weg nahmen die Werke „The Art Break“ des Stockholmer Künstlers August Sörenson, der erst im Röhsska Museum zu finden war, bevor er nun während des Göteborger Kulturfestes rechts und links der Vasagatan zu entdecken ist. Der Künstler selbst stellt seine Werke zwischen Abstraktion und Realismus, wobei er das Verlorene und Zerbrechliche eines Gegenstandes sucht und damit das Unsichtbare sichtbar machen will.

August Sörenson

Der Kunstspaziergang entlang der Hauptstrecke des Göteborgs Kulturkalas soll natürlich nicht vor den Türen der Museen enden, denn Kunsthalle, Kunstmuseum und das Hasselblad Center laden während des kulturellen Festivals ebenfalls kostenlos zu einem Besuch ein und in der Kunsthochschule Valand findet man zwei Ausstellungen zu experimentaler und grafischer Kunst.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Dezember 2010

Der Weihnachtsfilm am Kunstmuseum in Göteborg

Seit dem Jahre 2004 arbeitet das städtische Tourismusunternehmen Göteborg & Co (heute Go:teborg & Co) daran Göteborg auch im Winter für Besucher attraktiv zu machen und ein Ereignis zu schaffen, das ab dem 10. Dezember Göteborg zu einem wahren Weihnachtserlebnis macht, das andere Ereignisse Schwedens in den Schatten stellt, was jedoch nicht bedeutet, dass nur Göteborg & Co. Weihnachtsgefühl in der Stadt verbreitet.


Eines der größten und am meisten erwarteten Ereignisse der Weihnachtszeit ist die Präsentation des jährlichen Weihnachtsfilms, der auf 1500 Quadratmetern Fläche, jeden Abend mehrmals auf der Fassade des Göteborger Kunstmuseums zu sehen ist. Der diesjährige Film heißt „En sagolik jul“ (Ein märchenhaftes Weihnachten) und muss, wie jedes Jahr, mehrmals gesehen werden muss, wenn man alle Details fassen will.


Natürlich ist eines der wichtigsten Themen des teils animierten Kurzfilms die Frage, ob Weihnachten überhaupt stattfindet, ob die gute Weihnachtsfee des Fest retten kann oder nicht, ein Thema, das in Schweden bei vielen Adventskalendern in Radio, Fernsehen und der geschriebenen Presse ein wichtiges Thema ist, da es im Leben jedes Menschen immer wieder Ereignisse gibt, die ein frohes Weihnachtsfest bedrohen.


Die Geschichte „En sagolik jul“ spielt sich filmisch auf verschiedenen Szenen ab, denn außer den Ereignissen auf der zentralen Hauptbühne sind weitere Handlungen links, rechts und über dem dominanten Handlungsplatz zu finden, wobei dieses Jahr nicht nur die nordische Schneelandschaft, Birken und Tannen eine Rolle spielen, sondern der Besucher auch in das Reich des Sandes und Aladins geführt wird.


Die ineinandergefügten Geschichten des Filmes kommen alle aus dem Märchen- und Sagenreich, wobei Gnome und Hexen ebenso eine Rolle spielen wie Dornröschen und ihr Prinz. Im Laufe der Geschichte tauchen selbst Alice aus dem Wunderland und der verrückte Hase in der Geschichte auf. Leider können wir die Geschichte hier nicht ganz erzählen, denn sonst ist die Überraschung am Götaplatsen nur noch halb so groß.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. August 2010

Das Göteborger Kulturfest 2010

Das diesjährige Göteborger Kulturfest geht dem Ende entgegen und zeigt überwiegend zufriedene Gesichter, denn das Angebot war breit gefächert, wobei man jedoch ohne Programm ziemlich verloren war, da zwischen den einzelnen Festplätzen keine klare Linie zu sehen war und Nicht-Göteborger ohne verbindende Linie so manchen Ort verpassten.

Langos, ein Erfolg beim Kulturkalaset

Auch am Gustav Adolf Torg waren nicht alle Teilnehmer restlos begeistert, denn während alle die Schönheit der Stadt lobten, so klagten manche über die extremen Auflagen beim Lebensmittelverkauf. Während sie in ganz Schweden keinerlei Probleme mit ihren Ständen und der Zubreitung von Speisen haben, empfinden sie die Situation in Göteborg kleinlich und übertrieben.

Kinderfest in der Trädgårdsföreningen

Von Seiten der Besucher galten vor allem der internationale Lebensmittelmark, das Kinderfest im Gartenverein und die abendlichen Veranstaltungen am Götaplatsen als sehr gelungen. Die städtischen Museen konnten dagegen kaum ein größeres Publikum anbieten, was jedoch weniger eine Mangel des Angebots war als vielmehr die schlechte Promotion der laufenden Ausstellungen.

Straßenkunst am Kungsportsplatsen

Wer den Göteborger Kulturkalaset, das Kulturfest, ab den Mittagsstunden besuchte, musste sich mit einigen wenigen Straßenkünstlern zufrieden geben, wobei die Avenyn dabei kaum eine Rolle spielte und die kostenlosen Veranstaltungen dieses Jahr von zahlreichen Bezahlt-Diensten unterbrochen wurden, was ausländische Touristen nicht unbedingt schätzten, da ihnen im Göteborger Verkehrsbüro erzählt wurde, dass „alles“ umsonst sei.

Ein Foto mit einem der Ostindiefararen

Die abendlichen Veranstaltungen mit bekannten schwedischen Künstlern zogen selbst bei Regen noch eine außerordentliche Besucherzahl an. Nur die Tanzband-Bühne am Packhuskajen wurde von vielen ab 22 Uhr gemieden, da viele der Tänzer ihre Tanzbeine erst nach einer Mindestmenge an Alkohol schwingen wollten, was die Liebhaber dieser Art von Veranstaltungen wenig schätzten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 5. März 2010

150 Jahre Avenyn in Göteborg

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand man an der heutigen Avenyn oder Kungsportsavenyn, der fast einen Kilometer langen Paradestraße Göteborgs nur eine landwirtschaftliche Bauten. Wo heute Nightclubs, Hotels, Restaurants, Museen und andere Bauten zu finden sind, fand man damals nur Wiesen und Tabakplantagen. Erst im Jahre 1867 entschied sich der Stadtrat an dieser Stelle eine Prachtstraße zu errichten.


Von Beginn an war jedoch der Name umstritten, den man der Straße geben sollte. Ursprünglich dachte man an Gustav Adolfgatan, um damit den Gründer der Stadt zu würdigen. Später schlug man Kungsportsgatan vor, da die Avenyn an der alten Kungsporten ihren Anfang findet. Problem machte der Begriff Avenyn, mit dem die Straße heute in ganz Europa bekannt ist, denn Avenyn war kein schwedisches Wort.


Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden an der Avenyn schließlich Patrizierhäuser im Renaissancestil errichtet, von denen man heute noch einige betrachten kann. Die heutigen Fußgängerwege waren vor allem Vorgärten und als Promenierstraße diente daher die Fahrbahn. Gegen 1923, als Göteborg sein 300-jähriges Bestehen feierte, wurde der Götaplatsen erbaut und die Avenyn hatte ihre Blütezeit erreicht.


Während mehrere Gebäude an der Kungsportsavenyn, wie sie eigentlich heißt, von architektonischem Interesse sind, ist Kunst kaum an der Strasse zu finden und keines der Werke weist auf die Geschichte der vielleicht bedeutendsten Straße der Stadt hin. Nach einer Verordnung des Stadtrates sind auch die Straßenkünstler, vor allem die Musiker, mittlerweile verschwunden und lassen bisweilen den Alkoholikern der Stadt ihren Platz.


Während bereits ab der 60er Jahre mehr und mehr Geschäfte an der Avenyn einzogen, die man überall in der Stadt findet, so ist die Avenyn am Abend noch ein bedeutender Anziehungspunkt mit seinen zahlreichen Restaurants und vor allem Nightclubs. Dem Niedergang der Avenyn sollen nun mehrere Projekte Abhilfe schaffen. Es sind zwei Hochhäuser im Gespräch, verbesserte Beleuchtung, ein Kampf gegen die Verschmutzung und mehr, aber bisher zeichnet sich keine einheitliche Linie ab, die der Avenyn wieder ihren alten Glanz geben könnte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Alte Fotos: Stadsmuseum Göteborg

Freitag, 18. Dezember 2009

„Das Herz, das Weihnachten schlägt“ am Kunstmuseum in Göteborg

Zum fünften Mal wird im Jahre 2009 allen Göteborgern und den Besuchern der Stadt ein besonderes Geschenk überreicht, ein Weihnachtsfilm, der auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche des Kunstmuseums Göteborg gezeigt wird und selbst längs der Paradestraße Avenyn betrachtet werden kann, auch wenn die Musik nur am Götaplatsen voll zur Geltung kommt.

Der 10 Minuten lange Film greift mehrere musikalische Szenen auf, die mit Liebe und Weihnachten zu tun haben, die durch eine Weihnachtserzählung des Göteborger Schauspielers Tomas von Brömssen zusammengehalten werden. Allein das Thema Hjärtan som julklappar, (das Herz, das Weihnachten schlägt) lädt auch zur Farbdominanz rosa und rot des Filmes ein.

Um alle Details des Filmes Hjärtan som julklappar, was nicht bedeutet, das das Herz zu Weihnachten schlägt, sondern Weihnachten in sich hat, sollte man den Weihnachtsfilm mindestens zweimal betrachten, denn durch den großen Bildschirm verpasst man sehr schnell Elemente, die nur rechts oder links der „Leinwand“ erscheinen und schwedische Weihnacht symbolisieren.

Der Weihnachtsfilm Hjärtan som julklappar wird vom 13. Dezember bis zum 31. Dezember täglich dreimal gezeigt und dann ein letztes Mal nach dem Mitternachtsschlag, der das Neue Jahr einleitet und mit einem Fest und Feuerwerk am Götaplatsen verbunden ist.


Für jeden, der sich nach dem Film auf den Heimweg macht warten dann Kussstationen entlang der größeren Straßen. Göteborgs Die erste dieser Pusstationen findet man bereits an der Stadtbibliothek, aber andere warten am Kanaltorget, am Kungsportsplatsen, am Storan, der Vasagatan, am Vasaplatsen, am Universeum, vor Liseberg und an der Heden Eisbahn.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Weihnachtsmarkt in der Göteborger Stadtbibliothek

Vom 13. bis zum 23. Dezember des Jahres findet der letzte Weihnachtsmarkt in Göteborg statt, der unter dem Thema „Handaslöjd i juletid“ (Handgemacht zur Weihnachtszeit) steht und in der Ausstellungshalle der Göteborger Stadtbibliothek am Götaplatsen untergebracht ist und vom Verein Göteborgsslöjd veranstaltet wird.


Das Wort Slöjd beinhaltet im Schwedischen Handarbeit, Handwerk und Kunsthandwerk und umschließt daher sowohl Stricken wie Teppichknüpfen, Schnitzen oder Emaillearbeiten. Voraussetzung ist im Grunde nur, dass ein Gegenstand für Haus und Heim in Handarbeit nach eigener Idee hergestellt wird.


Während des Weihnachtsmarkts in der Stadtbibliothek findet natürlich keine Ausstellung über Göteborger Slöjdprodukte statt, sondern werden vor allem weihnachtliche Artikel und Geschenkartikel präsentiert, die teils von sehr großem Einfallsreichtum zeugen und sich im Bereiche des Kunsthandwerks ansiedeln. Zahlreiche Mitglieder des Göteborgsslöjd haben Kurse bei Valand oder HDK besucht um ihr Hobby auf berufliches Niveau zu halten.


Der Weihnachtsmarkt „Handaslöjd i juletid“ bietet eine fast unendliche Auswahl an kleineren Geschenkartikeln, die zu und nach Weihnachten ihren Platz in jedem Heim finden können. Geflochtene Kränze und kunstvolle Strohsterne sind ebenso vorhanden wie nach altem Stil geknüpfte schwedische Teppiche oder Wollmützen. Mit etwas Glück kann man selbst an einer der Vorführungen in Holzschnitzerei teilnehmen.


Während Slöjdprodukte noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine bedeutende wirtschaftliche Rolle spielten, interessieren sich heute mehr und mehr Kenner für entsprechende Schaffungen. Göteborgsslöjd entstand im Jahre 1986 um dieses alte schwedische Kulturerbe aufrecht zu erhalten und die handwerklichen Fähigkeiten den nächsten Generationen mit auf den Weg zu geben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. Dezember 2009

Der Weihnachtsfilm der Lichterstadt am Götaplatsen in Göteborg

Nachdem die sieben Luciakandidatinnen zwei Lieder vorgetragen hatten, der Astronaut Christer Fuglesang dem Wissenschaftsfestival die Göteborger Karte zurückgegeben hatte, die er bei seiner Raumfahrt mit sich führte und Göran Johansson die Lichterstadt Göteborg symbolisch erleuchtet hatte wurde der diesjährige Weihnachtsfilm erstmals auf die Wand des Kunstmuseums projiziert.


Bis zum Neujahrstag wird hier dreimal täglich auf 1500 Quadratmeter Fläche der Weihnachtsfilm „Hjärtan som julklappar“ (Herzen als Weihnachtsgeschenk) vorgeführt, der nur am Götaplatsen in Göteborg und nur bis zum 31. Dezember zu sehen ist und Teil der gesamten Lichterstadt der Weihnachtszeit ist.


Der Film, der zum diesjährigen Motto Liebe wie angegossen passt ist der fünfte Film, der zur Weihnachtszeit am Götaplatsen gezeigt wird und spiegelt in mehreren Sequenzen Liebe zueinander, Liebe zu Musik und Liebe zum Tanz und die weihnachtliche Märchen- und Sagenwelt, die Weihnachten für viele zu etwas Besonderem macht.


Der Film benützt für seine Effekte vor allem rot und rosa und lässt immer wieder Herzen auftauchen. Mal fliegt eine Elfe über den Mauerschirm, dann tanzt ein Paar zum Tango oder man sieht eine Menschenmenge gemütlich in einem Café sitzen, wobei man nahezu jedes Detail des Films deutlich auf der Mauer erkennen kann.


Der Weihnachtsfilm „Hjärtan som julklappar“ verfügt über mehrere dreidimensionale Effekte, die den Betrachter teilweise fast zum Teilnehmer des Films machen, wobei auch die musikalischen Effekte bis ins Detail studiert sind. Das einzige kleine Moll des Films ist die Stimme einer der Sängerinnen, die dem sonst hohen Niveau nicht ganz gerecht wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Dezember 2009

Lichterstadt Göteborg in der Weihnachtszeit

Am Abend des 11. Novembers wurde die Lichterstadt Göteborg eingeweiht. Bis Neujahr erstrahlt nun die Stadt in weihnachtlichem Glanz und lädt zu mehreren Multimediashows ein, die einzigartig für den skandinavischen Raum sind. Tausende von Göteborgern nahmen an der Eröffnungsfeier der Lichterstadt teil und sammelten zwischen 16 und 19 Uhr die ersten Eindrücke des jährlichen Ereignisses.


Ab 16 Uhr konnte man am Harry Hjörnes Plats in Göteborg die ersten Lichterspiele verfolgen, die Weihnachten und Liebe als Thema hatten. Bei der etwa 10-minütigen Vorführung werden Bilder und Filme auf sämtliche Wände der Häuser und den Boden des Platzes projiziert, wobei die Show ab 19 Uhr ihre Schönheit voll entfaltet, sobald die Büros in den Gebäuden geschlossen haben.


Um 17 Uhr begann der Fackelzug vom Gustav Adolf Torg zum Götaplatzen, den die Musikgruppe Göta Lejon anführte, gefolgt von der Gruppe an Astronauten um Christer Fuglesang, einigen Stadtpolitikern, dem Gospelchor Göteborgs und einer fast endlosen Gruppe an Fackelträgern, die die Avenyn entlang zogen.


Bevor am Götaplatsen von Göran Johansson der Startschuss für die Beleuchtung der Stadt fiel, konnte man zwei Weihnachtsliedern der Luciatruppe lauschen, hielt Christer Fuglesong eine kurze Rede, sang der Gospelchor und eine kleinere Gruppe an Zuschauern konnte selbst ein Feuerschauspiel verfolgen. Nachdem die Straßenbeleuchtung vom Götaplatsen bis Lilla Bommen erstrahlte wurde auch der diesjährige Weihnachtsfilm erstmals auf der Fassade des Kunstmuseums vorgeführt.


Wer dann noch die Avenyn entlang bummelte konnte um 18 Uhr 30 noch dem singenden Weihnachtsbaum am Bältesspännareparken lauschen, auf dem auch mehrere Weihnachsstände aufgestellt wurden, wo man sich unter einem Mistelzweig küssend verewigen lassen konnte oder um einfach mit seinen Schlittschuhen eine Runde auf dem künstlichen Eis zu drehen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Oktober 2009

Das Göteborger Stadttheater wurde 75 Jahre

1934 öffnete das heutige Stadttheater am Götaplatsen seine Türen. Noch heute sind zahlreiche mechanische Einrichtungen der damaligen Zeit in Betrieb und noch heute kann das Theater bei einigen Inszenierungen von einigen alten Kulissen und Kleidungen profitieren, die mit großer Sorgfalt aufbewahrt wurden.


Zum 75. Jahrestags des Stadttheaters, das natürlich bereits seine Vorgänger im Lorensbergsteater und im Storan hat, wurden die Göteborger und ihre Besucher einmal eingeladen auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen um den Theaterbetrieb in seiner Einheit erkunden zu können.


Einige Stunden lang konnten die zahlreichen Theaterbesucher einige der 41 Berufsgruppen, die für einen Theaterbetrieb nötig sind aus nächster Nähe bei ihrer Arbeit verfolgen. Für viele war es eine Überraschung, dass Kleider nicht nur genäht werden müssen, sondern dass es auch Fachkräfte gibt, die Kleider alt und zerschlissen aussehen lassen ohne dass sie jeden Abend ihre Form verlieren.


In der Foajébaren konnte der Besucher Lesungen einiger der Schauspieler Göteborgs folgen, kleine Gerichte kosten oder sich sogar einen Schauspieler für einen kurzen persönlichen Plausch leihen. Kinder wurden von den Maskenbildnern des Stadttheaters kunstvoll geschminkt und das Backatheater bot musikalische Einlagen.


Zahlreiche Teilnehmer der Besichtigungstouren waren langjährige Besucher des Stadttheaters, die nun zum ersten Mal sehen konnten wie eine Kulisse entsteht, welche Methoden man anwendet um mit Übertreibung aus 10 Meter Entfernung normal auszusehen und warum man im Theater jemandem eine Vase am Kopf zertrümmern kann ohne dass der Schauspieler zu Boden geht. Aber auch die technischen Möglichkeiten des Neuen Studios konnten mit den Technikern eingehend diskutiert werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. August 2009

Nollning oder Mottagning bei der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg

Chalmers Tekniska Högskola oder die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg gehört mit zu den renommiertesten in Europa. In kaum einer Hochschule Schwedens ist Tradition so ausgeprägt und wichtig wie bei Chalmers in Göteborg. Bevor man daher wirklich Mitglied dieser Studentengemeinde wird stehen einige außeruniversitäre Prüfungen an.


In Göteborg beginnt alles mit einem großen Fest am Götaplatsen, einem als Chalmerist verkleideten Poseidon und einem großen Fest mit Musik, Tanz und Champagner. Hier, im Herzen Göteborgs werden die Neulinge erst einmal von den älteren Studenten der Technischen Hochschule willkommen geheißen.


Die nächsten Tage verwandelt sich Göteborg dann in mancher Hinsicht, denn die „nollor“, also die Neulinge müssen alle möglichen, manchmal auch gegen das Gesetz laufenden Aufträge ausführen. Straßenschilder verändern ihren Platz, Statuen bekommen ein neues Aussehens und die lokale Presse bekommt viel über diese Scherze zu schreiben, die sich fortsetzen bis eines Tages dann die Neulinge zu "avnollade" werden.


Auch wenn bisweilen Ausschreitung bei der Auftragsvergabe vorkommen, so sind echte Kränkungen und Trakasserien heute selten geworden und machten mehr amüsanten Tests Platz, die gerne von den Göteborgern betrachtet werden und die Touristen ihre Fotoapparate zücken lassen.


Göteborg ist eine Stadt am Wasser und daher haben viele Prüfungen auch mit Wasser zu tun und spielen, wenn nicht bei Poseidon, doch an einem der Springbrunnen der Stadt. Aber auch recht amüsante Ideen können von Göteborgern oder ihre Besucher beim nollning ähnlich einem Straßentheater erleben, da jede Fachgruppe seine eigenen Prüfungen abhält.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. August 2009

Carl Milles und seine Skulpturen in Göteborg

Carl Milles, eigentlich Carl Emil Wilhelm Andersson, wurde 1875 in Lagga geboren und starb 1955 in Lidingö. Carl Milles war vor überall in Europa aktiv und wurde in Paris von den Skulpturen Rodins inspiriert. Während der Weltausstellung in Paris erhielt er für seine Werke eine Silbermedaille und in Paris änderte er auch seinen Familiennamen von Andersson zu Milles, unter dem er weltweiten Ruhm erlangte.


In Göteborg errichtete Milles das Monument, das heute ein Symbol der Stadt ist und zum 300jährigen Museum der Stadt geplant war. Seine Werke findet man jedoch in Göteburg in mehreren Teilen der Stadt und selbst im Kunstmuseum befinden sich mehrere Skulpturen von Milles, unter anderem der Indianerhuvud in Onyx.


Jeder Besucher Göteborgs betrachtet an einem oder anderen Moment den Poseidonbrunnen von Carl Milles am Götaplatsen, am Fuße des Konstmuseum, von dem aus Poseidon, der Wassergott, seinen Blick über die Avenyn schweifen lässt. Weitaus weniger Besucher richten ihre Blicke dabei auch in die Höhe um zwei weitere Werke des Skulpteurs Carl Milles zu betrachten.


Vor dem Kunstmuseum findet man nämlich auch die Tänzer (Danserskorna), die Carl Milles 1915 schuf, 1923 dem Kunstmuseum Göteborgs geschenkt wurden und ihren heutigen Platz im Jahre 1952 fanden. Aber hier steht auch eine Kopie der Skulptur Vingarna (die Flügel), die Carl Milles 1910 fertig gestellt hat und die 1916 nach Göteborg kam.


Zwei weitere bedeutende Skulpturen sind die Najaden, deren Original sich im Botanischen Garten Göteborgs befindet, die Kopie davon im Keillers Park. Und schließlich kann man am Kvilletorget in Lundby noch die Bronzeskulptur Susanna med snäcka, Susanne mit der Muschel, betrachten. Drei Skulpturen, die eine enge Beziehung zu Wasser haben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 27. Juli 2009

Der Poseidonbrunnen am Götaplatsen im zentralen Göteborg

Poseidon, der über den gleichnamigen Springbrunnen am Götaplatsen in Göteborg thront hat einen Blick über die Paradestrasse der Stadt, die Kungsprotsavenyn. In seiner nächsten Nähe befinden sich auch einige der kulturell wichtigsten Gebäude der Stadt, so das Kunstmuseum, die Kunsthalle, das Stadttheater oder das Konzerthaus.


Bevor jedoch Poseidon seinen Platz einnehmen konnte kam erst einmal der Brunnen an seine Stelle. Eigentlich sollte dieser Brunnen zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs fertig werden, aber die Administration war langsam, so dass zum Jubiläum im Jahre 1923 nur ein provisorischer Brunnen in Holz zu sehen war und der vorgesehene Brunnen noch nicht am Horizont sichtbar war.


Erst im Jahre 1927 konnte der heute noch sichtbare Brunnen eingeweiht werden, der jedoch schon an sich eine Sehenswürdigkeit ist, da er von zahlreichen mystischen Seelebewesen umgeben ist, die in gewisser Weise Göteborg aus dem Meer entsteigen lassen.


Der Meeresgott Poseidon, der über diese Fabelwesen des Meeres wacht, wurde erst im Jahre 1931 enthüllt. Carl Milles, sein Schöpfer hat mit dieser nackten Figur jedoch etwas viel von den Göteborgern erwartet, die erst einmal geschockt von Poseidon waren und ihn gerne wieder vom Brunnen genommen hätten, denn eine klassische Figur war gewünscht, jedoch nicht so deutlich nackt.


Heute ist Poseidon vom Götaplatsen nicht mehr wegzudenken und er wurde ein Symbol Göteborgs. Aber Poseidon blieb nicht allein mit seinen Untergebenen am Brunnenrand. Milles gab ihm sechs weitere kleiner Figuren mit auf den Weg, die alle, wie schon Poseidon selbst, aus dem Meere kommen und die Nähe der Stadt zum Meer deutlich machen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juli 2009

Der Götaplatsen im Herzen Göteborgs

Bis zum Jahre 1920 befanden sich auf dem heutigen Götaplatsen noch landwirtschaftliche Gebäude und niemand konnte sich damals vorstellen, dass nur zehn Jahre das Gesicht dieses Platzes am oberen Ende der Kungsportsavenyn vollständig verändern würde.


Schon 1921 begannen die Architekten Sigfrid Ericson und Arvid Bjerke den Platz zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs zu planen und nur zwei Jahre später waren das Kunstmuseum und die Kunsthalle bereit zu den ersten Ausstellungen einzuladen.


Im Jahre 1931 schließlich wurde die heutige Version von Carl Milles Poseidon auf dem Götaplatsen enthüllt, der sich in den folgenden Jahren zum Symbol Göteborgs entwickelte und an dem sich Jung und Alt zu jeder bedeutenden Angelegenheit traf.


1934 war auch das Stadttheater fertig gestellt und der Wunsch der 1910 gegründeten Göteborgs Teaterförening konnte in Erfüllung gehen. Heute befindet sich im Gebäude auch ein Cafétheater und das Backa teater, eines der führenden schwedischen Kinder- und Jugendtheater.


Im Jahre 1935 wurde auch die Konzerthalle fertig gestellt das es 1247 Personen gleichzeitig erlaubt den größten Konzerten der Welt zu lauschen und das den Göteborgssymfonikerna die Möglichkeit bot in einem eigenen Gebäude zu üben und zu spielen. Erst im Jahre 1967 reihte sich letztendlich noch die Göteborger Stadtbibliothek zu den kulturellen Gebäuden des Götaplatsen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin