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Sonntag, 21. Februar 2010

Symbole des Meeres in Göteborg

Öffentliche Kunst weist oft auf Verbindungen, die ein Künstler zu einer Stadt verspürt. Während man in Nordschweden dominant Skulpturen findet, die sich durch eine Waldnähe auszeichnen, in der die geheimen Wesen dominieren, die man auch in Sagen und Legenden des hohen Norden findet, sind sehr viele Skulpturen Göteborgs Symbole des Lebens am Meer.


Bezeichnend sind hier weniger die Statuen und Büsten großer Männer, die Göteborg zu einer Seefahrerstadt machten und dabei Werften oder Reedereien gründeten, da grosse Männer einer Stadt immer und überall in Stein und Bronze verewigt werden. Auch nicht die künstlerischen Bildnisse von jenen, die mit dem Ostindienhandel oder den Amerikafahrten in Beziehung gebracht werden, sondern Skulpturen, die mehr von der Geschichte der Stadt Göteborg sprechen und damit auch ein Stück der Stadt ausmachen.


Eines dieser Symbole ist die Skulpturengruppe Skärgårdsfiskare von Svenrobert Lundqvist, die man sowohl an der Feskekörka als auch im Hafen der Schäreninsel Donsö findet. Aber auch wenn diese Gruppe am leichtesten auffällt, so findet man jedoch in ganz Göteborg immer wieder das Symbol der Fische, in Form von Skulpturen wie Fisken, Mosaiken auf der Straße und an Fassaden, aber auch an unzähligen Ausschmückungen der Gebäude des 19. und 20. Jahrhunderts.


Das nächste bedeutende Symbol betrifft die Schifffahrt, denn Schiffe werden in Göteborg in jeder Weise bei öffentlichen Kunstwerken dargestellt, egal ob es sich um den Brunnen am Järntorget handelt, einem Segelschiff oder einem Relief über einem Hauseingang. Künstler sehen Schiffe in Göteborg fast immer als Segelfahrzeuge, was sich selbst an Spielskulpturen der Stadt sehr deutlich ausdrückt.


Künstler drücken die Meeresnähe sehr selten in Form von Seeleuten aus, obwohl man auch solche in Göteborg findet. Meeresnähe bedeutet in Göteborg vielmehr Poseidon, den man an mehreren Stellen der Stadt entdeckt und nicht nur am Poseidonbrunnen am Götaplatsen. Meeresnähe wird auch in Form von den verschiedenen tatsächlichen und sagenhaften Meerestieren ausgedrückt, oder weibliche Figuren die auf einen Seefahrer warten oder als Galionsfigur einem Schiff Glück bringen sollen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Der Linnépark in Haga, Göteborg

Im Jahre 2007 war Linnés 300-jähriger Geburtstag, der an zahlreichen Stellen Göteborgs dazu führte, dass Gartenanlagen in Erinnerung an den großen Botaniker angelegt wurden, nicht zuletzt auch im Botanischen Garten Göteborgs. Aber nicht immer waren es offizielle Anlagen, die zu diesem Geburtstag das Licht sahen. Im Göteborger Stadtteil Haga legte auch die Bostads AB Poseidon einen kleinen Park besonderer Art an.


Wer vom Monument Hagas Historia aus zu den Treppen geht, die zur Skansen Kronan führen entdeckt am Fuße des Risåsbergets den kleinen Linnépark von Haga, in dem Skulptur, Lichteffekt, Information und Pflanzen Hand in Hand gehen. Hier wird Linné nicht nur als Botaniker gezeigt, sondern auch als Heiler, Philosoph, Geologe und Weltreisender. Um den Pflanzenreichtum des Parkes wirklich zu entdecken sollte man den Park jedoch in mehreren Epochen des Jahres besuchen.


Linné arbeitete selbstverständlich nicht allein um alle von ihm beschriebenen Pflanzen-, Tier, und Gesteinsarten zu entdecken. Ihm standen zeitweise 17 Wissenschaftler der Universität Uppsala zur Verfügung, die in seinem Namen die Welt bereisten um unbekannte Arten zu entdecken. Die meisten dieser Reisen hatten in Göteborg ihren Anfang. Die symbolischen Schiffe im Linnépark sollen an diese Reisen erinnern und stellen die Schiffe der Ostindiefararen dar.


Acht der 17 Aposteln, wie Linné seine Helfer nannte, starben in fernen Ländern an schweren Krankheiten. Damit der Einsatz dieser Wissenschaftler nicht vergessen wird verlieh Linné acht Blumen die Namen dieser Helfer. Linnés eigenen Reisen in Schweden gehören vermutlich zu den best beschriebenen Entdeckungsreisen in die Pflanzenwelt, da Linné ausführliche Tagesbuchaufzeichnungen machte, die zum Teil heute noch nachgedruckt werden.


Der Linnépark in Haga zeigt vor allem Pflanzen, die Linné selbst wichtig waren, wie Buchsbaum, Walderbeere oder verschiedene Veilchen. Oder aber zwei Bananen der Art, die er selbst in Uppsala zur Blüte brachte um die Früchte König Adolf Fredrik und Königin Lovisa Ulrika anzubieten. Aber auch der Maulbeerbaum gehört zu der reichhaltigen Sammlung, den er wegen der Seidenraupen nach Schweden brachte, in der Hoffnung, dass Schweden dadurch vom Seidenimport unabhängig werden könnte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. August 2009

Nollning oder Mottagning bei der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg

Chalmers Tekniska Högskola oder die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg gehört mit zu den renommiertesten in Europa. In kaum einer Hochschule Schwedens ist Tradition so ausgeprägt und wichtig wie bei Chalmers in Göteborg. Bevor man daher wirklich Mitglied dieser Studentengemeinde wird stehen einige außeruniversitäre Prüfungen an.


In Göteborg beginnt alles mit einem großen Fest am Götaplatsen, einem als Chalmerist verkleideten Poseidon und einem großen Fest mit Musik, Tanz und Champagner. Hier, im Herzen Göteborgs werden die Neulinge erst einmal von den älteren Studenten der Technischen Hochschule willkommen geheißen.


Die nächsten Tage verwandelt sich Göteborg dann in mancher Hinsicht, denn die „nollor“, also die Neulinge müssen alle möglichen, manchmal auch gegen das Gesetz laufenden Aufträge ausführen. Straßenschilder verändern ihren Platz, Statuen bekommen ein neues Aussehens und die lokale Presse bekommt viel über diese Scherze zu schreiben, die sich fortsetzen bis eines Tages dann die Neulinge zu "avnollade" werden.


Auch wenn bisweilen Ausschreitung bei der Auftragsvergabe vorkommen, so sind echte Kränkungen und Trakasserien heute selten geworden und machten mehr amüsanten Tests Platz, die gerne von den Göteborgern betrachtet werden und die Touristen ihre Fotoapparate zücken lassen.


Göteborg ist eine Stadt am Wasser und daher haben viele Prüfungen auch mit Wasser zu tun und spielen, wenn nicht bei Poseidon, doch an einem der Springbrunnen der Stadt. Aber auch recht amüsante Ideen können von Göteborgern oder ihre Besucher beim nollning ähnlich einem Straßentheater erleben, da jede Fachgruppe seine eigenen Prüfungen abhält.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 24. August 2009

Die Börse (Börsen) am Gustav Adolf Torg in Göteborg

Eines der architektonisch interessantesten Gebäude am Gustav Adolf Torg ist die Börse, die zwischen 1844 und 1849 erbaut wurde. Während die erlesenen Gäste der Stadt Göteborg auch die künstlerisch Wertvolle Innenausstattung und die Originalmöbel des 19. Jahrhunderts bewundern können, kann jeder Besucher die Fassade in Neurenaissance betrachten.


Die Fassade der Börse wurde völlig unter der Leitung des Bildhauers A. Fahlcrantz errichtet, der sich um jedes Detail kümmerte wie die Gestaltung des Balkons oder vor allem auch um die sechs Statuen, die von hoch oben über den Gustav Adolf Torg blicken.


Carl Gustaf Qvarnström erhielt den Auftrag die sechs Friesfiguren zu modellieren und sie anschließend in Zink zu gießen. Die sechs Skulpturen sollten die Eigenschaften Göteborgs ausdrücken: Fleiß, Glück, Handel, Seefahrt, Reichtum und Industrie.


Als Symbole von Handel und Seefahrt benutzte Qvarnström die römischen Gottheiten Mercurius und Neptunus. Merkur ist der Gott des Handels, des Gewerbes, des Reichtums und des Gewinns und reicht Göteborg seine gefüllte Börse. Neptun, der römische Name Poseidons, entscheidet als Gott des Meeres über die Seefahrt Göteborgs und leitet die Schiffe in ferne Gefilden.


Der Fleiß wird in Form einer jungen Frau ausgedrückt, die eine Spindel und eine Sanduhr in ihren Händen hat. Fortuna, die Schicksalsgöttin, stellt das Glück dar und hält in der einen Hand eine Krone, in der anderen einen Palmzweig, das Symbol des Sieges. Den Reichtum drückt eine junge Frau aus, die sich an einen Weinstock lehnt und die reifen Trauben in ihrer Hand hält. Die Industrie schließlich wird Göteborg von einer Göttin überreicht, die in ihrer rechten Hand einen beflügelten Stab hält und die rechte auf ein Ruder stützt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 27. Juli 2009

Der Poseidonbrunnen am Götaplatsen im zentralen Göteborg

Poseidon, der über den gleichnamigen Springbrunnen am Götaplatsen in Göteborg thront hat einen Blick über die Paradestrasse der Stadt, die Kungsprotsavenyn. In seiner nächsten Nähe befinden sich auch einige der kulturell wichtigsten Gebäude der Stadt, so das Kunstmuseum, die Kunsthalle, das Stadttheater oder das Konzerthaus.


Bevor jedoch Poseidon seinen Platz einnehmen konnte kam erst einmal der Brunnen an seine Stelle. Eigentlich sollte dieser Brunnen zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs fertig werden, aber die Administration war langsam, so dass zum Jubiläum im Jahre 1923 nur ein provisorischer Brunnen in Holz zu sehen war und der vorgesehene Brunnen noch nicht am Horizont sichtbar war.


Erst im Jahre 1927 konnte der heute noch sichtbare Brunnen eingeweiht werden, der jedoch schon an sich eine Sehenswürdigkeit ist, da er von zahlreichen mystischen Seelebewesen umgeben ist, die in gewisser Weise Göteborg aus dem Meer entsteigen lassen.


Der Meeresgott Poseidon, der über diese Fabelwesen des Meeres wacht, wurde erst im Jahre 1931 enthüllt. Carl Milles, sein Schöpfer hat mit dieser nackten Figur jedoch etwas viel von den Göteborgern erwartet, die erst einmal geschockt von Poseidon waren und ihn gerne wieder vom Brunnen genommen hätten, denn eine klassische Figur war gewünscht, jedoch nicht so deutlich nackt.


Heute ist Poseidon vom Götaplatsen nicht mehr wegzudenken und er wurde ein Symbol Göteborgs. Aber Poseidon blieb nicht allein mit seinen Untergebenen am Brunnenrand. Milles gab ihm sechs weitere kleiner Figuren mit auf den Weg, die alle, wie schon Poseidon selbst, aus dem Meere kommen und die Nähe der Stadt zum Meer deutlich machen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juli 2009

Der Götaplatsen im Herzen Göteborgs

Bis zum Jahre 1920 befanden sich auf dem heutigen Götaplatsen noch landwirtschaftliche Gebäude und niemand konnte sich damals vorstellen, dass nur zehn Jahre das Gesicht dieses Platzes am oberen Ende der Kungsportsavenyn vollständig verändern würde.


Schon 1921 begannen die Architekten Sigfrid Ericson und Arvid Bjerke den Platz zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs zu planen und nur zwei Jahre später waren das Kunstmuseum und die Kunsthalle bereit zu den ersten Ausstellungen einzuladen.


Im Jahre 1931 schließlich wurde die heutige Version von Carl Milles Poseidon auf dem Götaplatsen enthüllt, der sich in den folgenden Jahren zum Symbol Göteborgs entwickelte und an dem sich Jung und Alt zu jeder bedeutenden Angelegenheit traf.


1934 war auch das Stadttheater fertig gestellt und der Wunsch der 1910 gegründeten Göteborgs Teaterförening konnte in Erfüllung gehen. Heute befindet sich im Gebäude auch ein Cafétheater und das Backa teater, eines der führenden schwedischen Kinder- und Jugendtheater.


Im Jahre 1935 wurde auch die Konzerthalle fertig gestellt das es 1247 Personen gleichzeitig erlaubt den größten Konzerten der Welt zu lauschen und das den Göteborgssymfonikerna die Möglichkeit bot in einem eigenen Gebäude zu üben und zu spielen. Erst im Jahre 1967 reihte sich letztendlich noch die Göteborger Stadtbibliothek zu den kulturellen Gebäuden des Götaplatsen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin