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Freitag, 5. März 2010

150 Jahre Avenyn in Göteborg

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand man an der heutigen Avenyn oder Kungsportsavenyn, der fast einen Kilometer langen Paradestraße Göteborgs nur eine landwirtschaftliche Bauten. Wo heute Nightclubs, Hotels, Restaurants, Museen und andere Bauten zu finden sind, fand man damals nur Wiesen und Tabakplantagen. Erst im Jahre 1867 entschied sich der Stadtrat an dieser Stelle eine Prachtstraße zu errichten.


Von Beginn an war jedoch der Name umstritten, den man der Straße geben sollte. Ursprünglich dachte man an Gustav Adolfgatan, um damit den Gründer der Stadt zu würdigen. Später schlug man Kungsportsgatan vor, da die Avenyn an der alten Kungsporten ihren Anfang findet. Problem machte der Begriff Avenyn, mit dem die Straße heute in ganz Europa bekannt ist, denn Avenyn war kein schwedisches Wort.


Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden an der Avenyn schließlich Patrizierhäuser im Renaissancestil errichtet, von denen man heute noch einige betrachten kann. Die heutigen Fußgängerwege waren vor allem Vorgärten und als Promenierstraße diente daher die Fahrbahn. Gegen 1923, als Göteborg sein 300-jähriges Bestehen feierte, wurde der Götaplatsen erbaut und die Avenyn hatte ihre Blütezeit erreicht.


Während mehrere Gebäude an der Kungsportsavenyn, wie sie eigentlich heißt, von architektonischem Interesse sind, ist Kunst kaum an der Strasse zu finden und keines der Werke weist auf die Geschichte der vielleicht bedeutendsten Straße der Stadt hin. Nach einer Verordnung des Stadtrates sind auch die Straßenkünstler, vor allem die Musiker, mittlerweile verschwunden und lassen bisweilen den Alkoholikern der Stadt ihren Platz.


Während bereits ab der 60er Jahre mehr und mehr Geschäfte an der Avenyn einzogen, die man überall in der Stadt findet, so ist die Avenyn am Abend noch ein bedeutender Anziehungspunkt mit seinen zahlreichen Restaurants und vor allem Nightclubs. Dem Niedergang der Avenyn sollen nun mehrere Projekte Abhilfe schaffen. Es sind zwei Hochhäuser im Gespräch, verbesserte Beleuchtung, ein Kampf gegen die Verschmutzung und mehr, aber bisher zeichnet sich keine einheitliche Linie ab, die der Avenyn wieder ihren alten Glanz geben könnte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Alte Fotos: Stadsmuseum Göteborg

Samstag, 15. August 2009

Musik während des Göteborger Kulturfestes (kulturkalas) 2009

Natürlich kann man während des Göteborger Kulturfestes, das unter dem Motto "Upptäck något nytt", Entdecke etwas Neues, steht auch bekannten Künstlern auf großen, lautstarken Bühnen erleben, die so laute Musik ausstrahlen, dass unter 15jährigen der Zutritt im Nahbereich verboten ist.


Aber es gibt auch unbekanntere Gruppen, die am Nachmittag für ein reduziertes Publikum spielen und während des Kulturfestes in Göteborg versuchen ein neues Publikum anzusprechen oder mit ihrem Können einen Organisator auf sich aufmerksam zu machen, der ihnen den Weg in die professionelle Musikwelt ebnet.


Und es gibt Musiker, die Kinder als Publikum ansprechen wie die Saxophon spielenden Bauernbrüder Bröderne Berg beim Kinderfest in der Trädgårdsföreningen, die während des Göteborger Kulturkalaset täglich die jüngsten Bürger Göteborgs einlädt. Die vier Brüder schaffen es auch als Nichtprofis ihr junges Publikum zu begeistern.


Und dann findet man während des Kulturfestes natürlich auch zahlreiche Straßenmusikanten, die jedoch selbst während dieser Tage die Kungsportsavenyn meiden oder wegen einem Göteborger Erlass vermeiden müssen. Wer daher anspruchsvolle Amateurmusik sucht muss die Künstler abseits der Avenyn suchen und sich dem Bältespännareparken und der Kungsportsbron nähern.


Vermutlich wird der Besucher zuerst einmal berufsmäßige Straßenmusiker finden, die, wie die verschiedenen Südamerikanischen Gruppen, über Szenekleidung verfügen, eine gut geregelte Tonanlage mit sich führen - und am Ende des kurzen Konzertes ihre CDs anbieten. Das Motto des Kulturfestes ist jedoch ein anderes.


Und auch neue Stimmen kann man während des Göteborger Kulturfestes entdecken, denn mitten im Trubel, den Rufen und dem Quietschen der Straßenbahn stehen Straßenmusikanten, die ihr bestes für ein kleines Publikum geben, ein Publikum, das nicht von einer Attraktion zur nächsten hastet und sich den Künstlern nähert um Klassik, Country oder Rock nach dem Motto des Kulturfestes wirklich genießen zu können.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 14. August 2009

Das Kulturfest (kulturkalas) 2009 in Göteborg: Neues entdecken

Das Göteborger Kulturfest des Jahres 2009 bietet seinen Besuchern über 800 Ereignisse in nur sechs Tagen. Die Innenstadt Göteborgs mit seinen zahlreichen Plätzen hat sich in ein einziges Festgebiet verwandelt. Jeder, der sich nur im entferntesten für Kultur interessiert kann etwas finden, das ihn zufrieden stellt.


Wahre Neuerungen des Jahres sind der Dancewalk, eine besondere Führung vom Packhuskajen bis zum Älvsrummet am Lilla Bommen mit Hilfe eines MP3-Players, der den Stadtwanderer dazu animieren soll Göteborg zu hören und zu fühlen. Oder auch der besondere Laden Bytiken, in dem man nichts kaufen kann und zum Tauschen eingeladen ist.


Der Kanaltorget neben dem Älvrummet bietet jedoch mehr als nur Bytiken oder einige andere traditionelle Verkaufsstände. Hier wird auch Kreativität gefördert. Theater, DJ-Schule, Videos oder die Aktion No Smoking laden ebenfalls zur Diskussion ein. Die Ausstellung im Älvrummet selbst steht unter dem Motto Umwelt und überall trifft man auf Freude und Kontakte.



Vor dem Storan, dem Stora Teatern an der Kungsportsavenyn hat dqas Repslagsmuseet aus Älvängen sein Zelt aufgeschlagen und ein kleines Museum eingerichtet. Der Besucher kann hier in direkt miterleben wie ein alter Beruf ausgeübt wird und Seile geflochten werden und auch für Diskussionen bleibt Platz und Zeit.


Zu Füßen des Kopparmärran und an der Avenyn werden Zaubertricks und Straßentheater geboten wobei bei Vorstellungen häufig auch das Publikum mit in das Geschehen eingebunden wird. So bietet, zum Beispiel, Shirlee Sunflower aus Australien eine einstündige Vorstellung, die Tanz, Akrobatik und Comedy verbindet, eine Mischung, die man sonst kaum auf den Straßen Göteborgs findet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 27. Juli 2009

Der Poseidonbrunnen am Götaplatsen im zentralen Göteborg

Poseidon, der über den gleichnamigen Springbrunnen am Götaplatsen in Göteborg thront hat einen Blick über die Paradestrasse der Stadt, die Kungsprotsavenyn. In seiner nächsten Nähe befinden sich auch einige der kulturell wichtigsten Gebäude der Stadt, so das Kunstmuseum, die Kunsthalle, das Stadttheater oder das Konzerthaus.


Bevor jedoch Poseidon seinen Platz einnehmen konnte kam erst einmal der Brunnen an seine Stelle. Eigentlich sollte dieser Brunnen zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs fertig werden, aber die Administration war langsam, so dass zum Jubiläum im Jahre 1923 nur ein provisorischer Brunnen in Holz zu sehen war und der vorgesehene Brunnen noch nicht am Horizont sichtbar war.


Erst im Jahre 1927 konnte der heute noch sichtbare Brunnen eingeweiht werden, der jedoch schon an sich eine Sehenswürdigkeit ist, da er von zahlreichen mystischen Seelebewesen umgeben ist, die in gewisser Weise Göteborg aus dem Meer entsteigen lassen.


Der Meeresgott Poseidon, der über diese Fabelwesen des Meeres wacht, wurde erst im Jahre 1931 enthüllt. Carl Milles, sein Schöpfer hat mit dieser nackten Figur jedoch etwas viel von den Göteborgern erwartet, die erst einmal geschockt von Poseidon waren und ihn gerne wieder vom Brunnen genommen hätten, denn eine klassische Figur war gewünscht, jedoch nicht so deutlich nackt.


Heute ist Poseidon vom Götaplatsen nicht mehr wegzudenken und er wurde ein Symbol Göteborgs. Aber Poseidon blieb nicht allein mit seinen Untergebenen am Brunnenrand. Milles gab ihm sechs weitere kleiner Figuren mit auf den Weg, die alle, wie schon Poseidon selbst, aus dem Meere kommen und die Nähe der Stadt zum Meer deutlich machen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juli 2009

Der Götaplatsen im Herzen Göteborgs

Bis zum Jahre 1920 befanden sich auf dem heutigen Götaplatsen noch landwirtschaftliche Gebäude und niemand konnte sich damals vorstellen, dass nur zehn Jahre das Gesicht dieses Platzes am oberen Ende der Kungsportsavenyn vollständig verändern würde.


Schon 1921 begannen die Architekten Sigfrid Ericson und Arvid Bjerke den Platz zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs zu planen und nur zwei Jahre später waren das Kunstmuseum und die Kunsthalle bereit zu den ersten Ausstellungen einzuladen.


Im Jahre 1931 schließlich wurde die heutige Version von Carl Milles Poseidon auf dem Götaplatsen enthüllt, der sich in den folgenden Jahren zum Symbol Göteborgs entwickelte und an dem sich Jung und Alt zu jeder bedeutenden Angelegenheit traf.


1934 war auch das Stadttheater fertig gestellt und der Wunsch der 1910 gegründeten Göteborgs Teaterförening konnte in Erfüllung gehen. Heute befindet sich im Gebäude auch ein Cafétheater und das Backa teater, eines der führenden schwedischen Kinder- und Jugendtheater.


Im Jahre 1935 wurde auch die Konzerthalle fertig gestellt das es 1247 Personen gleichzeitig erlaubt den größten Konzerten der Welt zu lauschen und das den Göteborgssymfonikerna die Möglichkeit bot in einem eigenen Gebäude zu üben und zu spielen. Erst im Jahre 1967 reihte sich letztendlich noch die Göteborger Stadtbibliothek zu den kulturellen Gebäuden des Götaplatsen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Juli 2009

Kungsportsplatsen mit Kopparmärran (Karl IX.) in Göteborg

Der Kungsportsplatsen liegt im zentralen Göteborg und erhielt seinen Namen im Jahre 1852 nach der Kungsporten, dem Stadttor, das sich vorher etwa an der Stelle der heutigen Kungsportsbron befand. Die Kungsporten gab später auch der Kungsportsavenyn, allgemein als Avenyn bekannt, ihren Namen.


Der Kungsportsplatsen ist, neben dem Götaplatsen, einer der bedeutendsten Treffpunkte der Stadt, wobei man sich jedoch nicht am Kungsportsplatsen trifft, sondern am Kopparmärran, wie die Göteborger die Statue nennen, die den Platz dominiert.


Kopparmärran ist die Reiterstatue von Karl IX. (1550 - 1611), dem Vorgänger des Stadtgründers König Gustav II. Adolf von Schweden. Die Statue wurde vom schwedischen Skulpteur John Börjeson geschaffen und wurde am 7. September 1904 etwa 10 Meter von der heutigen Stelle entfernt enthüllt. Erst am 5. März 1936 bekam sie ihren heutigen Platz mit Blick nach Westen.


Die Reiterstatue wiegt 6659 Kilogramm und besteht zu 88% aus Kupfer, der Sockel dazu wurde in Bronze gegossen. Auf den vier Seiten des Bronzefundamentes findet man Teile der königlichen Privilegien, die der König der Stadt Göteborg verlieh. Auch das ursprüngliche Wappen der Stadt ist deutlich sichtbar.


Der Name Kopparmärra entstammt dem Göteborger Humor, denn auch wenn Karl IX. deutlich sichtbar auf einem Hengst sitzt, so sagten die Göteborger, das Pferd sei eine märr, was die alte Bezeichnung für eine Stute ist. Grund für diese Bezeichnung ist, dass Pferd und Reiter eben nicht zu 100% aus Kupfer bestehen, sondern zu 22% aus Bronze, also auch weibliche Eigenschaften in sich trägt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 17. Juli 2009

Die Avenyn oder Kungsportsavenyn in Göteborg

Zwischen dem Storan (Stora Teatern) und dem Götaplatsen mit der Kunsthalle, dem Kunstmuseum, dem Konzerthaus und dem weltbekannten Poseidonbrunnen liegt die wohl meistbesuchte Flanierstrasse Göteborgs, die jeder Besucher der Stadt mindestens einmal auf und ab geht.


Die Avenyn, wie die Kungsportsavenyn von allen Göteborgern genannt wird, ist einer der zentralsten Plätzen der Stadt. Hier findet man mehrere kulturell wichtige Gebäude, hier finden alle Demonstrationen statt, hier gibt es jede Art von Restaurant, Nachtclub oder Café und rund 200 Butiken bieten an der Avenyn ihre Waren an.


Am obersten Ende der Avenyn findet man den Götaplatsen mit dem Poseidonbrunnen, der wegen seiner Nacktheit früher die Göteborger schockte und heute ein Treffpunkt Göteborgs wurde. Hier müssen die neuen Studenten ihre Rituale ableisten, hier wird das Abitur gefeiert und täglich fotografieren hunderte den von Carl Milles geschaffenen Brunnen mit seinen Skulpturen.


Auch wenn die Parkmöglichkeiten für Autos an der Avenyn sehr begrenzt sind, so finden jedoch Fahrräder und Motorräder eine Vielzahl an kostenlosen Parkmöglichkeiten. Wer will an einer Promenierstrasse auch sein Auto parken? Entweder man fährt die Strasse entlang um mit seinem Auto gesehen zu werden oder man geht eben zu Fuß.


Seit die Straßenmusik von der Avenyn verbannt wurde hat die Strasse sicher eine ihre bedeutenden Tourismusattraktionen verloren, aber noch sind leisere Straßenkünstler vorhanden, die dem Besucher das Gefühl einer pulsierenden Strasse und einer modernen Weltstadt geben. Auch das Bier in einer der zahlreichen Kneipen schmeckt wie immer.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. Mai 2009

Abitur (tar studenten) in Göteborg

Am 27. Mai verlassen die ersten Abiturienten ihr Gymnasium für immer um anschließend ins Berufsleben einzusteigen oder sich an einer Hochschule einzuschreiben. Am 12. Juni schließlich werden auch die letzten Abiturienten die Schule verlassen können.


Zwei Wochen sind daher geprägt von den 5700 Schülern, die nun "tar studenten", was mit zahlreichen Feiern und einer Fahrt entlang der Kungsportsavenyn verbunden ist. Die Feier beginnt, sobald sich die Schultore hinter den Schülern schließen, mit Sekt, Champagner, Bier und oft einem tagelangen Feiern.


Die ersten, die die Schule endgültig hinter sich lassen konnten waren diejenigen, die sich für die Zweige Friseur, Restaurant- und Hotelberufe entschieden hatten. Auf mehreren Lastwagen und mit lautstarken Personenwagen zogen die Gruppen durch die Stadt.


Abitur zu machen ist in ganz Schweden eine etwas kostspielige Angelegenheit und liegt im Schnitt bei 1500 Euros (15.000 Kronen) pro Schüler. Der Gesamtumsatz für den Handel in Verbindung mit Abiturfeiern, Bällen und Kleidung liegt jährlich bei 1,5 Milliarden Kronen, wobei 60 Millionen auf die Schüler Göteborgs fallen. Allein die obligatorische Studentenmütze kosten zwischen 400 und 600 Kronen.


Abitur machen bedeutet aber auch gut zu essen, zu trinken und zum Teil beträchtliche Geschenke an die neu gebackenen Studenten. Das Ereignis trifft nun nur einmal im Leben eines Menschen ein und fordert daher seine Opfer.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Mai 2009

Fahrräder in Göteborg

Göteborg verfügt über ein sehr gutes, wenn auch noch etwas lückenhaftes Netz an Fahrradwegen. Um sein Fahrrade dann auch zentral parken zu können findet jeder Radfahren an zentralen Stellen der Innenstadt und nahe bedeutender Bauwerke auch entsprechende Fahrradparkplätze.

Fahrradparkplatz an der Kungsportsavenyn

Ab heute bietet die Stadt Göteborg allen Radfahrern auch eine Hilfe bei kleineren Reparaturen oder einem platten Reifen. 38 Fahrradverkäufer, Fahrradreparaturen und Tankstellen haben einen zweijährigen Vertrag mit der Stadt geschlossen, der einen kostenlosen "Aufpumpservice" an den Fahrradwegen garantiert. Die meisten dieser Servicestellen stellen auch einfacheres Werkzeug kostenlos zur Verfügung um einen Reifen wechseln zu können, den Sattel besser zu befestigen oder andere kleinere Reparaturen selbst auszuführen.

Das Erkennungszeichen der Servicestellen

Die erste Hilfe Stellen für Fahrräder werden demnächst auch über den Fahrradplaner der Stadt zu finden sein, wo alle Radwege der Stadt verzeichnet sind. Die Aufpumpstellen wurden mit einem eigenen Zeichen versehen, damit auch jeder Radfahren ohne Schwierigkeit die Servicestellen erkennen kann. Göteborg plant das System stufenweise weiter auszubauen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin