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Freitag, 3. September 2010

Rosen in der Göteborger Trädgårdsföreningen

Auch wenn die Trädgårdsföreningen (Gartenverein) in Göteborg dem Besucher sehr viele verschiedene Pflanzen bietet, so ist er vor allem für seine Rosensammlung bekannt, die Dank der Stiftung von Göte Haglunds im Jahre 1987 zu einer der bedeutendsten Europas wurde, wo man die ältesten Arten ebenso findet wie moderne Hybriden.

Summer Song (Buschrose)

Auch wenn man zum Rosenfest im Juni die Schönheit der Rosen am besten entdecken kann, so blühen viele Arten auch noch im Spätsommer, so dass sich auch im September ein Besuch in der Trädgårdsföreningen noch lohnt, wenn man die Vielfalt der Königin der Blumen betrachten will und gleichzeitig entdecken will wie einige der Arten bereits in die Ruhephase übergehen.

Trier (Moschata)

Wer jedoch die ideale, optisch perfekte Rose im Gartenverein sucht, wird etwas enttäuscht werden, denn da die Anlagen auf biologische Weise unterhalten werden und daher vor allem Vögel und Insekten Schädlinge beseitigen, haben manche Rosen Flecken und nicht jede Blume eines Busches oder Strauches sieht identisch aus. Der Vorteil ist jedoch, dass man im Gartenverein ursprüngliche, kräftige und natürliche Rosen findet, die keinerlei Gift enthalten.

Eva (Moschata)

Wer über Rosen nicht sehr viel weiß und ihre Schönheit bewundert, findet im Gartenverein eine bedeutende Sammlung an Teehybriden, die auch Edelrosen genannt werden, und nichts mit Tee, sondern vielmehr etwas mit den chinesischen Teerosen zu tun haben und sich durch besonders schön geformte Blüten auszeichnen, wobei sich meist nur eine Blüte an einem Zweig entwickelt.

Breathtaking (Teehybrid)

Eine andere bedeutende Rosengruppe in der Trädgårdsföreningen sind die winterharten Moschate-Rosen, die sich bis zu zwei Meter hohen Sträuchern entwickeln und nur wenige Stacheln haben. Diese Rosen aus China blühen in der Regel sehr spät und zeichnen sich durch ihre relativ einfachen Blüten aus, die noch an Wildrosen erinnern. Da alle Rosen im Gartenverein mit Schildern versehen sind, sind die einzelnen Arten relativ einfach auszumachen und helfen dem Anfänger sich in der Welt der Rosen zurechtzufinden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 13. August 2010

Kunsthandwerksmarkt Upmarket in Göteborg

Vom 13. bis zum 15. August 2010 findet in der Trädgårdsföreningen in Göteborg der 10. Kunsthandwerksmarkt Upmarket statt, der, wie jedes Jahr, vom Konsthantverkscentrum (KHVC) veranstaltet wird und es rund 60 Künstlern erlaubt ihre Werke einem größeren Publik vorzustellen, zumal dieser Kunsthandwerksmarkt gleichzeitig mit dem Göteborger Kulturfest statt findet.

Christina Roos, Öckerö
Erstmals nehmen dieses Jahr auch zehn Studenten der Hochschule für Design und Kunstwerk (HDK) am Upmarket direkt teil und nicht mehr innerhalb einer Sonderausstellung. Sie bekommen damit erstmals die Möglichkeit ihre Werke einem interessierten Publikum direkt anzubieten und damit die Schwelle zwischen reiner Schöpfung und Vermarktung eines Produkts überschreiten, was ihnen in der Zukunft nur nützlich sein kann.

Tommy Hansson, Hällingsjö
Um bei Upmarket teilnehmen zu können müssen die Künstler selbst produzieren, ein eigenes Design aufweisen und ihre Aktivität hauptberuflich ausüben. Die Besucher des Kunsthandwerksmarktes wählen während ihres Besuches die ansprechendste Präsentation aus, die dann auf dem nächsten Plakat präsentiert wird, was in der Regel auch dazu führt, dass der Künstler zu weiteren bedeutenden Ausstellungen eingeladen wird.

Gunilla Ottergren/Vipan, Borgholm
Dieses Jahr nahmen sechzehn Künstler, von den Studenten der HDK abgesehen, beim Göteborger Upmarket teil, was den Besuchern das Spektrum der Schaffenskunst der Göteborger Kunsthandwerker zeigt. Gleichzeitig können die Besucher natürlich auch Werke anderer bedeutender Künstlergruppen wie Nääs oder Not Quite während des Marktes kennen lernen und Kunsthanwerker aus fast ganz Schweden entdecken.

Karin Östberg, Göteborg
Wie jedes Jahr sind natürlich auch bei Upmarket 2010 Keramikarbeiten und Schmuck dominant, wobei es jedoch der Mühe wert ist viele der Werke etwas genauer zu betrachten, da sich die Fähigkeit der Künstler nicht unbedingt in der handwerklichen Fertigung, sondern im Gesamtdesign zeigt. Man sollte nicht vergessen, dass man bei Upmarket von den 800 Mitgliedern des Konsthatverkscentrum nur die besten findet kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. August 2010

Kinderfest während des Göteborger Kulturfestes

Wie bereits im Jahre 2009 wurde auch dieses Jahr die Trädgårdsföreningen während des Göteborger Kulturfestes (Kulturkalaset) zum Paradies für Kinder, was bei der Wärme des ersten Tages bedeutete, dass man während der Vorstellungen im Kindertheater kaum bis zur Bühne durchkam und kleinere Kinder nur noch eine Chance hatten etwas zu sehen, wenn sie auf den Schultern der Eltern Platz nahmen.


Einen sehr großen Erfolg, nicht nur bei Kindern, haben die großen Plastikbälle mit denen man sich auf dem Wasser des Kanals vergnügen kann ohne nass zu werden. Auch wenn das Erlebnis nur jeweils sieben Minuten dauert, so bildete sich bereits kurz nachdem der Gartenverein seine Tore öffnete, eine Warteschlange, denn wer will nicht auf Wasser gehen können.


Unübertroffen ist auch der Erfolg der Gesichtsmaler. Geduldig warten jeweils bis zu zehn Kinder auf ihre Tour, wobei Mädchen hier absolut dominieren. Andere Kinder klettern in einem Hubschrauber und einem Ballonkorb herum, den das Flugmuseum Aeroseum auf der Wiese aufgestellt hat und wieder andere warten darauf, dass Hunde ihre Kunststücke zeigen und zum Beispiel durch einen Reifen springen.


Kinder der unterschiedlichen Kulturen und Länder findet man im Gewächshaus der Trädgårdsföreningen, da man hier, unter der Anleitung von Erwachsenen, malen kann, sich im Töpfern versuchen darf oder auch Karnevalsmasken und Schmuck herstellt. Keiner der Plätze bleibt am Nachmittag leer und die Fläche scheint fast zu klein für die vielen Nachwuchskünstler zu sein.


Ein Abenteuer besonderer Natur war das handgemachte Karussell, das von Muskelkraft angetrieben wird und wo die Musik noch nicht aus einem Lautsprecher kommt. Die Möglichkeiten für Kinder ist während des Göteborger Kulturfestes so umfangreich, dass viele Familien den ganzen Tag im Gartenverein verbringen und zwischen den Attraktionen irgendwann auch ein Familienpicknick auf den Wiesen des Gartenvereins einlegen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 25. Juni 2010

Mittsommer feiern in Göteborg

Mittsommer oder Midsommar, wie es in Schweden heißt, ist das größte Fest des Jahres, wobei vor allem der Midsommarafton, also der Freitag, der dem 24. Juni am nächsten kommt, als der vielleicht bedeutendste Tag des Jahres bezeichnet werden kann, an dem in Göteborg selbst ein Besucher der Stadt nichts anderes tun kann, als an einer der Feiern teilzunehmen, da fast alle Museen geschlossen bleiben, Restaurants und Geschäfte zum Teil gar nicht, zum anderen Teil nur bis Mittag öffnen und die Stadt wie ausgestorben ist.


Auch wenn die Abende am diesem Tag fast ausschließlich unter Freunden oder in der Familie gefeiert werden, und bisweilen mit erhöhtem Alkoholkonsum verbunden sind und man auf fast allen Tellern Schwedens etwa das gleiche Midsommaressen findet, so lohnt es sich, am Nachmittag des Midsommaraftons an einem der zahlreichen öffentlichen Festen teilzunehmen, die an mehreren Stellen Göteborgs angeboten werden.


Wer in Göteborg auf die Midsommarfeuer wartet, warten jedoch vergebens, denn im Raume Göteborgs entzündet man ein Osterfeuer und begrenzt sich zu Mittsommer darauf die Mittsommerstange zu schmücken und zu errichten, Blumenkränze mit den Mittsommerblumen zu flechten und singend um die mit Birkenreisig und Blumen geschmückte Stange zu tanzen.


Wer in Göteborg als Besucher selbst aktiv an den Vorbereitungen zum Mittsommerfest teilnehmen will, sollte jedoch Midsommar weder auf den Schären feiern, noch in den Schlosswald fahren, sondern die Trädgårdsföreningen Göteborgs, den Gartenverein, ab etwa 11 Uhr besuchen. Hier kann jeder Besucher der Grünanlage seinen eigenen Blumenkranz binden und, gemeinsam mit allen anderen, seinen Beitrag beim Schmücken der Midsommarstången leisten.


Wenn gegen zwölf Uhr jedes Mädchen seinen Blumenkranz hat, so wird von den Besuchern der Trädgårdsföreningen die Mittsommerstange geschmückt und errichtet. Bevor dann eine Volkstanzgruppe den Besuchern einen Blick in die Vergangenheit Schwedens liefert, kann jeder noch am Reigentanz um die Stange teilnehmen und die klassischen Sommerlieder singen, die den Sommer in Göteborg endgültig willkommen heißen.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Fotos: Irene Kårlin

Donnerstag, 11. März 2010

Tage Andersens Kamelienausstellung in der Trädgårdsföreningen in Göteborg

Für alle Gartenliebhaber ist der Name Tage Andersen ein Begriff und jeder, der sich für Kamelien interessiert, hat seinen Namen sicher bereits gehört oder gelesen, da der dänische Gartenkünstler und Gartengestalter vermutliche über die bedeutendste Kameliensammlung Europas verfügt, von denen er einen Teil zwischen dem 6. März und dem 5. April in der Trädgårdsföreningen in Göteborg ausstellt.


Tage Andersen öffnete seinen ersten Blumenladen im Jahre 1967, wobei er sich vom ersten Tag an vor allem für Blumendekorationen und Arrangements interessierte. Seine großen Fachkenntnisse und sein Engagement führten dazu, dass er bereits nach wenigen Jahren zum Hoflieferanten des königlichen Schlosses ernannt wurde. 1993 öffnete er unter dem Namen Huset Tage Andersen einen größeren Laden, den er als Museum, Galerie und Blumenboutique einrichtete. In den folgenden Jahren wurde er dann mehr und mehr von bedeutenden Gartenanlagen Skandinaviens eingeladen um dekorative Gartenanlagen zu gestalten oder Ausstellungen zu arrangieren.


Seine Ausstellung Kamelia im Palmhuset der Göteborger Gartenvereinigung ist die erste seiner vier Ausstellungen des Jahres 2010. Im Mai wird er auch im deutschen Schloss Hünnefeld seine Ausstellung Barock eröffnen, fast unmittelbar nachdem seine Ausstellung Gunillaberg in den Nordiska Trädgårdar in Stockholm zu Ende geht.


Als Tage Andersen im Jahre 2004 in der Trädgårdsföreningen eine Kamelienausstellung organisierte, konnte er innerhalb von vier Wochen 20.000 Besucher zählen, die sich für seine Kamelienarrangements interessierten. Dieses Jahr könnte diese Zahl noch gesprengt werden, da außerhalb des Palmhusets noch der Winter gastiert und nur die Ausstellung ein Gefühl von Frühling verbreitet.


Die Ausstellung Kamelia von Tage Andersen nimmt über die Hälfte des Göteborger Palmenhauses ein. In fast jedem der Räume dominieren für vier Wochen die verschiedensten Kamelienarten in unterschiedlicher Farbe und unterschiedlicher Größe. Das Arrangement des Gartenkünstlers integriert dabei die anderen Gewächse des Palmhusets, was den verschiedenen Farnen, Palmen und selbst der Korkeiche eine völlig neue Umgebung bereitet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Februar 2010

Die meist besuchten Einrichtungen in Göteborg

Ein Besucher, der 14 Tage in Göteborg verbringt, kann jeden Tag ein anderes Museum besuchen, die Stadt auf eine andere Art entdecken oder einen Ausflug besonderer Art machen, denn die Kanäle werden mit den Paddan-Booten befahren, zu den Schären oder der Älfsborgsfestung führen Ausflugsboote und auch die Pflanzenwelt kann an den verschiedensten Orten entdeckt werden.


Der Ort, der von fast jedem Besucher Göteborgs besucht wird ist der Vergnügungspark Liseberg. Viele, die Liseberg besuchen, denken dabei entweder an die zahlreichen Attraktionen für Kinder und Erwachsene oder an den jährlichen Weihnachtsmarkt. Aber Liseberg bietet weitaus mehr, denn auch der Lustgarten ist eine Entdeckung wert und die Welt von Evert Taube lässt einen der bedeutendsten Künstler Göteborgs entdecken. Und auch die Sammlung an Skulpturen in Liseberg führt den Besucher in die Welt der Kunst, abseits von den zahlreichen Attraktionen.


An zweiter Stelle hinsichtlich der Besucherzahl steht fast jedes Jahr der Botanische Garten Göteborgs, der mit seiner einzigartigen Sammlung zu unterschiedlichsten Jahreszeiten einen großen Besucherstrom anzieht. Während die Anlagen im Freien von jedem der Besucher eingehend besucht werden, denken viele nicht an die Sammlung an Orchideen, fleischfressenden Pflanzen und Gewächsen aus Australien, die sich im Gewächshaus befinden oder aber an die Ausstellungen und Veranstaltungen, die den Besuchern einen tieferen Einblick in die Welt der Pflanzen gewähren.


Besonders Jugendliche und Kinder werden vor allem vom Universeum angezogen, das den Besuchern in sehr ausführlicher Weise Wissenschaft, Raumfahrt oder das System und das Leben im Regenwald näher bringen. Verständlich, dass das Universeum daher von zahlreichen Schulen Schwedens besucht wird und die Anzahl der touristischen Besucher geringer ist als als bei anderen Einrichtungen der Stadt, was jedoch von den jüngeren wissensinteressierten Besuchern ausgeglichen wird.


Zu den vier Orten, die in Göteborg am meisten Besucher anziehen, gehört schließlich noch die Trädgårdsföreningen, der Gartenverein der Stadt. Auch hier werden jedes Jahr über 500.000 Besucher gezählt, die sich vor allem für die Rosensammlungen des Geländes interessieren und dabei oft die Sammlung an Skulpturen oder auch den Besuch des Gewächshauses mit seinen Ausstellungen versäumen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 25. Januar 2010

Das Wasserhaus der Trädgårdsföreningen in Göteborg

Das Palmenhaus (Palmhuset) der Trädgårdsföreningen in Göteborg ist in fünft unterschiedliche Bereiche mit unterschiedlichem Klima aufgeteilt. Eine dieser Abteilungen ist das sogenannte Wasserhaus, das Vattenhuset. Um diese Abteilung wirklich zu entdecken muss man den Gartenverein, also die Trädgårdsföreningen, mindestens viermal im Laufe des Jahres besuchen.


Einer der Besuche im Palmhuset kann während der Blüte der Kamelien im Januar oder Februar stattfinden, auch wenn zu dieser Zeit nur wenige der Pflanzen des Wasserhauses in voller Blüte stehen. Um den Lebenszyklus einer Vegetation zu verstehen ist es jedoch sinnvoll so manches Gewächs während der Ruhephase oder ganz einfach „grün“ zu entdecken.


Dominiert wird das Wasserhaus auf den ersten Blick von einer Skulptur, vom Däumelinchen, der Tummelisa von Stig Blomberg, einer Figur, die im Märchen eine lange Reise auf dem Wasser machte. In den Sommermonaten und im Herbst kann man sich denken, dass das kleine Mädchen seine Reise auf einem der Seerosenblätter aus dem Amazonas unternimmt, die neben ihr auf dem Wasser schwimmen.


Das Vattenhuset der Trädgårdsföreningen hat ein tropisches Feuchtklima mit einer sommerlichen Temperatur, die 30 Grad übersteigt. Die Pflanzen dieser Abteilung sind daher alle von Wassernähe und Dunst abhängig, was den Aufenthalt für die Besucher manchmal etwas beschwerlich macht. Umso einzigartiger ist es jedoch Pflanzen zu entdecken, die ihre Wurzeln permanent im Wasser haben und dennoch weit in die Höhe ragen können.


Auch Laien, die sich nicht tiefer für die Botanik des Vattenhusets des Gartenvereins Göteborgs interessieren finden im Gebäude sehr interessante Pflanzen wie die schon genannte Riesenseerose aus dem Amazonas, Papyrus, das sonst am Nil wächst, Bromelien, Aralien, Orchideen, Farne und Gewächse, die nur auf einer anderen Pflanzen wachsen können ohne jedoch ein Parasit zu sein.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Januar 2010

Die Kamelienblüte in der Trädgårdsföreningen in Göteborg

Da die Pflanzen im Palmenhauses der Trädgårdsföreningen (Gartenverein) in Göteborg die dort untergebrachten Pflanzen in ihrem ursprünglichen Klima gedeihen lassen, blühen dort Bäume, Sträucher und Pflanzen auch zur gleichen Zeit wie im Heimatland. Es ist daher nicht verwunderlich, dass man im Palmenhaus das ganze Jahr über die Blütenphase eines der Gewächse erleben kann.


Camellia japonica - Zuchtkamelie

Kamelien kommen ursprünglich aus Japan und China, wo völlig andere klimatischen Bedingungen herrschen als bei uns und wo auch die Jahreszeiten nicht unseren entsprechen. In unserer kältesten Zeit, also vor allem im Januar und Februar, blühen daher auch Kamelien, was den Bewohnern Göteborgs erlaubt in der Trädgårdsföreningen die ersten Frühlingsgedanken bei der Kamelienblüte zu sammeln.

Camellia japonica - Kamelie Hagoromo

Kamelien gehören zu den sehr langsam wachsenden Sträuchern, die in ihren Heimatländern im Laufe der Jahrhunderte bis zu zehn Meter hoch werden können. In China findet man einige Kamelien, von denen man annimmt, dass sie bereits über tausend Jahre alt sind. In Europa gezüchtete Arten, die in Wintergärten gepflanzt werden, erreichen meist nur bis zu zwei Meter Höhe und werden, bei idealer Pflege, auch selten älter als 50 bis 100 Jahre.

Camellia x reticulata - Kamelie Dr. Clifford Parks

Die Kamelie, die ihren Namen von Carl von Linné erhalten hat, spielt in Asien eine bedeutende symbolische Rolle und hat auch bei der Teezeremonie eine gewisse Bedeutung. Die Blüten der Kamelie stehen in ganz Asien für Freundschaft, Harmonie und Eleganz. In Japan werden die roten fallenden Blüten der Kamelie als Symbol der Vergänglichkeit gesehen und symbolisieren oft den Tod.

Camellia japonica - Kamelie Elegans

Auch wenn Kamelien in Europa in einigen Gärten gehalten werden, so sollte sich jedoch ein Gartenamateur nicht von der Schönheit der Blüten verführen lassen, denn Kamelien gehören mit zu den am schwierigsten zu haltenden Sträucher und der kleinste Fehler kann sie töten. Ein Liebhaber der Kamelie wird es vorziehen die Blüten dieses Teestrauches in einem Gewächshaus wie dem Palmenhaus der Trädgårdsföreningen zu bewundern.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Der Kungsportsplatsen in Göteborg

Der Kungsportsplatsen in Göteborg ist eine jener Stellen, die wohl jeder Besucher Göteborgs ein- oder mehrmals betritt, auch wenn es vielleicht nur auf dem Weg zu den Paddan-Booten, zur Trädgårdsföreningen, dem Kungsparken, der Saluhallen oder der Avenyn ist. Der Kungsportsplatsen ist zu zentral gelegen als dass man ihn umgehen könnte.


Der Kungsportsplatsen erhielt, wie auch die Kungsportsavenyn und die Kungsportsbron seinen Namen nach dem früheren Stadttor, das der Hauptzugang zur Stadt inom Vallgraven war. Sein Kennzeichen ist der Kopparmärran, der früher mitten auf dem heutigen Verkehrsknotenpunkt stand und den wohl halb Göteborg als bedeutendsten Treffpunkt der Stadt ansieht.


Der Kopparmärran, das Kennzeichen des Kungsportsplatsen soll an ein früheres Göteborg erinnern, das sich weit außerhalb des Vallgravens befunden hat. Karl IX hat daher einen weitaus bedeutenderen Platz eingenommen als Gustav II Adolf, der die Stadt inom Vallgraven wirklich zur Stadt machte und sich heute mit einer Reiterstatue außerhalb des Stadtzentrums zufrieden geben muss.


Eines der bedeutendsten Gebäude des Kungsportsplatsen ist das alte Kino Palladium von 1917, das seine erste Vorstellung am 14. August 1917 mit En piga bland pigor hatte und 1028 Personen einen Platz bot. Am 17. Februar 2008 fand im Gebäude die letzte Kinovorstellung statt und die Zukunft des Gebäudes ist nun ungewiss.


Außer einem Restaurant mit Café findet man auf dem Kungsportsplatsen noch das größte Verkehrsamt der Stadt in dem man nicht nur einen kostenlosen Stadtplan und andere touristische Broschüren bekommt, sondern auch Souvenirs erwerben kann und Plätze für zahlreiche Veranstaltungen buchen kann. Auch die Krimiwanderung auf den Spuren von Irene Huss und Kommissar Winter hat ihren seinen Ausgangspunkt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. September 2009

Das Gewächshaus, genannt Palmhuset, in der Trädgårdsföreningen in Göteborg

Georg Löwegren, der ab 1860 Direktor des Gartenvereins, der Trädgårdsföreningen, in Göteborg war wollte seit seinem Amtsantritt ein Palmhuset, also ein Gewächshaus für Palmen, in der Parkanlage haben. Als Modell nahm er den Crystal Palace, der 1852 in London anlässlich der Weltausstellung eröffnet wurde. Trotz der enormen Kosten konnte er seinen Traum 1878 erfüllen, und das in Schottland gefertigte Gewächshaus konnte in Göteborg aufgestellt werden.


Das Palmhuset in der Trädgårdsföreningen ist heute in fünft Abteilungen untergliedert. Die hohe Eingangshalle dient natürlich den Palmen für die das Gewächshaus ursprünglich auch gebaut wurde. Der Besucher kann hier rund 30 verschiedene Palmarten bewundert und auch ihre Blüte miterleben.


Die Türen nach rechts führen in das Gebäude mit den exotischen tropischen Gewächsen. Hier kann man die Ixore aus Indien betrachten, die Alokasie mit ihren hell gerippten Blättern oder auch einen Kakaubaum, der im Herbst grüne Früchte und neue Blüten gleichzeitig zeigt. Nach einer weiteren Tür gelangt man dann in das Wasserhaus, das Vattenhuset mit den erstaunlichsten Gewächsen und Blüten dieser Welt.


Um in die beiden anderen Räume des Palmhusets zu gelangen muss man zurück bis zur Palmenabteilung, und wieder durch eine Tür gelangt man in einen Raum, der zum Teil für die jährlichen Ausstellungen gedacht ist und im anderen Teil einige der bedeutendsten Mittelmeerpflanzen zeigt. Hier findet man Korkeiche, Baumheide, Myrthe und andere Gewächse, die man sonst nur am Mittelmeer zu sehen bekommt.


Der letzte Raum ist schließlich den Kamelien und artverwandten Gewächsen gewidmet. Hier findet man, außer zahlreichen Kamelias, auch Tee, Hibiscus, Feijoa oder andere Pflanzen, die im Freien den Göteborger Winter nicht überstehen würden. Da es sich im Palmhuset um Pflanzen handelt, die auch von der anderen Seite der Erde kommen kann man im Gewächshaus der Trädgårdsförenigung nahezu das ganze Jahr über Blüten und Früchte entdecken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. September 2009

Die Katholische Kirche Kristus Konungen in Göteborg

Obwohl die katholische Versammlung in Göteborg bis ins Jahre 1862 zurückreicht wurde die Kirche Kristus Konungen erst im Jahre 1938 eingeweiht. Die Kirche, die bei Göteborgern oft Hedendomen genannt wird liegt zwischen Exercisheden und der Trädgårdsföreningen. Die Katholische Kirche wurde in Form einer Basilika erbaut, über ihre Geschichte ist kaum etwas bekannt.


Der Gottesdienst in der Kirche Kristus Konungen wird nach altem katholischem Ritual gehalten, was zum Teil auch Messen in Latein beinhaltet. Ihr Dekor richtet sich ebenfalls gänzlich nach katholischer Tradition, wobei die Wandmalerei über dem Hauptaltar die Kirche dominiert. Jesus, der wie vom Himmel angezogen wird segnet seine Gemeinde, völlig umgeben von Tiefbau, das nach katholischem Glauben die Unschuld ausdrückt.


Zu seiner Rechten und Linken sitzen Maria und Josef über denen die Friedenstauben schweben und die kniend zu ihrem göttlichen Sohn aufsehen, der fast schon zu entschweben scheint. Christus ist in der Kirche überall präsent, in den Glasfenstern und auch am Holzkreuz, das unmittelbar hinter dem Eingang zu sehen ist.


Eine bedeutende Rolle hat auch Maria, die Mutter Gottes, in jeder katholischen Kirche. Ihre Staue mit dem Jesuskind auf dem Arm steht, wie üblich, rechts vor dem Altar. Wie bei jeder klassischen Abbildung Marias trägt sie einen blauen Mantel, der ihre Unschuld symbolisiert und ein Zeichen der unbefleckten Empfängnis ist.


Eine Besonderheit der Katholischen Kirche in Göteborg ist auch ihre Walkerorgel von 1907, die am 16. Januar 2010 eingeweiht wird. Eine Pfeifenorgel darf in keiner katholischen Kirche fehlen, denn nach katholischer Tradition glaubt man, dass der Klang dieses Instruments nicht nur jede kirchliche Zeremonie zu einem Höhepunkt bringt, sondern auch die Gedanken der Gläubigen Gott näher bringen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. September 2009

Verschwundene und zerstörte Kunst in Göteborg

Öffentliche Kunst in Parks, auf öffentlichen Plätzen oder an Gebäuden sind nicht nur ein Kunstwerk und ein Wertgegenstand, der der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird. Plaketten, Skulpturen, Büsten oder Statuen sind auch die wochenlange Arbeit eines Künstler und viele erzählen eine Geschichte, die mit dem Verschwinden des Kunstwerks ebenfalls verschwindet.


Zu den ”kleineren” Übeln gehören fast schon Vandalismus, bei dem Teile eines Kunstwerks beschädigt werden, die anschließend wieder an ihre ursprüngliche Stelle zurückkommen, oder die Schmiererei Jugendlicher, die ihre Farbsprays an Kunstwerken ausprobieren. Nicht dass all dies ein Kunstwerk schöner machen würde, aber dabei werden ja ”nur” die Steuerzahler dazu gezwungen höhere Abgaben zu zahlen, da jede Reinigung, jede Reparatur Geld kostet.


Bei anderen Fällen kann man sich die Frage stellen wie es möglich ist, dass auch offizielle Stellen Kunst vernichten können, denn das Werk Solur von Christian Berg, das von 1973 bis 2007 am Röhsska Museum stand musste dort weichen und beim einfachen Umzug zur Trädgårdsföreningen verschwanden Teile und heute steht nur der Sockel der Skulptur an einer Ecke des Parkes.


Parks sind in Göteborg von Kunstdiebstahl am meisten betroffen, denn die Büste Karl Gerhards von Carina Ari oder eine Bronzeplakette vom Gustav Adolf Torg sind unwiederbringlich verschwunden. Die Büste verschwand erst beim dritten Versuch endgültig, denn das erste Mal fand man sie in den Büschen wieder, da der Dieb vermutlich gestört wurde und das zweite Mal entdeckte man sie im Kofferraum eines Autos. Das dritte Mal war der Dieb jedoch erfolgreich.


Besonders betroffen von Diebstählen ist der Kungsparken, der wegen seiner geringen nächtlichen Beleuchtung und seiner Lage fast schon ideal für Diebe ist. Vom Kunstwerk Johan Fredrik Carpelan des Medaillenkünstlers Gunvor Svensson Lundqvist sieht man seit 2007 nur noch die Steinsetzung, aber die Kupferteil sind für immer verloren. Auch das 50 kg schwere rådjuret von Arvid Knöppel im Kungsparken verschwand im Jahre 2009 endgültig, nachdem ein Diebstahlversuch im Jahre 2003 gescheitert war.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 21. September 2009

Der Gartenverein (Trädgårdsföreningen) in Göteborg

Der Gartenverein, die Trädgårdsföreningen, in Göteborg ist eine der bedeutendsten Parkanlagen Göteborgs die sich am Platz der alten Befestigungsanlagen am Vallgraven befindet. Der Haupteingang liegt gegenüber dem alten Opernhaus Storan und dem Bältesspännareparken.


Den bedeutendsten Punkt des Parks bietet das Rosarium, das im Guide Michelin mit drei Sternen versehen wurde und diesen Teil der Anlage daher zu einer der größten Sehenswürdigkeiten Göteborgs macht. Als besondere Attraktion gilt die jährliche Rosenausstellung, wobei jedoch auch die kleine Rosenanlage des Dänen Jane Schul einen Blick wert ist.


Eine weitere Sehenswürdigkeit der Trädgårdsföreningen in Göteborg ist das Palmhuset, das Palmenhaus, mit seinen fast 1000 Quadratmetern Fläche. Das Palmhuset wurde 1878 nach dem Model des Crystal Palace im Londoner Hyde Park errichtet und ist in mehrere Abteilungen untergliedert. Außer der Palmenabteilung findet man noch Mittelmeerpflanzen, tropische Gewächse sowie das Vattenhuset und das Kameliahuset. Hier veranstaltet die Trädgårdsföreningen auch jedes Jahr Ausstellungen von internationaler Bedeutung.


In der Parkanlage des Gartenvereins Göteborg befindet sich ein weiteres bedeutendes Gebäude, das wegen eines Großbrandes im Jahre 1994 leider nicht mehr das Aussehen des früheren Restaurants von 1858 hat. Im Restaurant Trädgårn, meist nur Trädgår'n genannt, das Restaurant, Konzertsaal und einen Nachtklub beherbergt, traten bereits die bedeutendsten Künstler aller Länder auf und kaum eine Showgröße Schwedens hat hier nicht mindestens ein Konzert gegeben.


Auch jene, die sich nicht für Konzerte interessieren, der Sammlung an Skulpturen keinen Blick schenken, ihre Kinder nicht an einem griechisch inspirierten Kinderspielplatz spielen lassen wollen oder auf einer der Wiesen oder Parkbänken ein Picknick machen finden hier, umgeben von Rosen, Büschen und anderen Zuchtpflanzen, etwas Besonderes. Sie können kleinere Gerichte zu sich nehmen oder ganz einfach eines der Restaurants oder Cafés der Trädgårdsföreningen zu einem Kaffee mit Kanelbulle (Zimtschnecke) besuchen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin