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Samstag, 12. Februar 2011

PLAY im Röhsska Museum in Göteborg

Vom 12. Februar bis zum 20 März findet man eine besondere Ausstellung im Röhsska Museum in Göteborg, die sich vor allem an Kinder wendet, aber den Eltern dennoch Denkanstöße geben kann. Die interaktive Ausstellung PLAY bietet Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, einen Platz, wo sie neues, kreatives Spielen lernen und damit aus den stereotypen Formen der Spielzeugwelt ausbrechen können.


Die Ausstellung PLAY zeigt Arbeiten der Designausbildung Child Culture Design, die zwölf Stundenten der Hochschule für Design und Kunsthandwerk schufen, einem Studiengang, der bisher nur in Göteborg existiert und nicht nur das ideale Design für Spielzeug im Auge hat, sondern vor allem Spielzeug schafft, das die Kreativität eines Kindes fördert.


Die interaktive Ausstellung PLAY unterscheidet sich in noch einem wichtigen Punkt von üblichen Spielzeug-Design-Ausstellungen, denn die jungen Künstler kommen aus der ganzen Welt und vereinen dadurch das Spielzeug-Verständnis zwischen Schweden, Deutschland, den USA, aber auch China, dem Iran oder Südkorea, was bedeutet, dass die ausgestellten Werke sich jenseits eines religiösen oder kulturellen Verständnisses ansiedeln.


Wer die Kinder zwischen zwei und fünf Jahren im Ausstellungsraum von einer Entdeckung zur nächsten streifen sieht, entdeckt, dass Kinder erst einmal grundsätzlich offen für alles Neue sind und testen, auch wenn sie dann nach einigen Minuten ihr Lieblingswerk unter der Spiegelgiraffe, Wolkengebilden oder großformatigen Puzzles finden, aber auch dies hilft dabei sein eigenes Kind besser zu verstehen.



Aber auch Erwachsene finden einige Anregungen bei der Ausstellung, abseits von den Werken selbst. PLAY wird ergänzt von kleinen Kärtchen auf denen 54 zur Ausstellung angepasste Artikel zum Recht der Kinder der UN-Konvention abgedruckt sind. Diese Artikel erklären auch Eltern in welchen Situation sie ein Kind Kind sein lassen sollen, ohne mit ihren Kommentaren und Einflüssen die Entwicklung eines Kindes einzuschränken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Dezember 2010

Der Weihnachtsmarkt in der HDK in Göteborg

Jedes Jahr veranstalten die Schüler der Hochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK) in Göteborg im Dezember einen Weihnachtsmarkt bei dem sie ihre Kreationen verkaufen, was bedeutet, dass man hier nur Einzelstücke geboten bekommt, die in Göteborg während einer künstlerischen Ausbildung hergestellt wurden.


An etwa fünfzig Tischen kann man bei diesem Weihnachtsmarkt nicht nur einmalige Geschenke finden, sondern bekommt auch einen Überblick über die unterschiedlichsten Bereiche der Hochschule und die Schaffenskraft der Studenten, die sich während ihrer Ausbildung mit mehreren unterschiedlichen Materialien und Techniken beschäftigen.


Die Breite des Angebots beim Weihnachtsmarkt in der HDK ist erstaunlich, denn hier findet man alles zwischen Emaille, Keramik, Metallarbeiten und Strickwaren, wobei es auch hier, wie beim Weihnachtsmarkt im Röhsska Museum, auf die Originalität und die künstlerische Kreativität ankommt, wobei der Weihnachtsmarkt in der HDK auch das Thema Weihnachten beim Angebot nicht vergisst.


An den Ständen der Studenten kann man nicht nur die fertigen Arbeiten bewundern und kaufen, sondern vielen der zukünftigen Künstlern auch bei der Kreation zusehen und mit ihnen über ihre Arbeit diskutieren. Auf dem Weihnachtsmarkt der Hochschule für Design und Kunsthandwerk findet man relativ wenig abstraktes Design, das nur der Dekoration dient, sondern überwiegend praktisches Design, das auch im Alltag seine Berechtigung hat.


Auf dem Weihnachtsmarkt der HDK findet man Studenten aus den Bereichen Design, Schmuck, Textil und Keramikkunst der verschiedenen Studienjahren, die alle Produkte, die sie anbieten, auch selbst hergestellt haben. Wer daher in Göteborg künstlerische Einzelwerke preisgünstig erwerben will, für den ist der Weihnachtsmarkt der Hochschule für Design und Kunsthandwerk ein absolutes Muss. Bedauerlicherweise findet dieses Ereignis jeweils nur drei Nachmittage lang statt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Dezember 2010

Weihnachtsmarkt im Röhsska Museum in Göteborg

Zum ersten Mal findet dieses Jahr auch ein dreitägiger Weihnachtsmarkt im Röhsska Designmuseum in Göteborg statt, der unter dem Zeichen Julform (Weihnachtsdesign) steht. Natürlich findet man im Museum nicht die Atmosphäre von gebrannten Mandeln und Glögg, sondern ausschließlich Design und Kunsthandwerk, die zum Teil auch unter dem Zeichen von reinem Weihnachtsdesign stehen.


Im Röhsska Museum stellen 40 Designer und Kunsthandwerker ihre Produkte aus und bieten sie zum Verkauf an. Gemeinsam ist allen Ausstellern dieses Weihnachtsmarkt, dass sie die Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg besucht haben und heute im künstlerischen Bereich aktiv sind. Auch wenn heute nicht mehr jeder der Aussteller in Göteborg wohnt, so kann man dennoch sagen, dass alle Verkaufsstücke den Stempel der Stadt tragen.


Im Gegensatz zum Weihnachtsmarkt in der Hochschule für Design und Kunsthandwerk, der nur 200 Meter entfernt zum gleichen Zeitpunkt abgehalten wird, findet man im Röhsska Designmuseum keine Studenten, sonder ausschließlich ehemalige Alumni, die alle bereits ihren eigenen Stil entwickelt haben, diesen Weihnachtsmarkt jedoch als HDK-Tradition betrachten und auch nächstes Jahr, mit neuen Werken, wieder im Museum zu finden sein werden.


Während man auf dem Weihnachtsmarkt in Nordstan, der Remfabriken oder im Kronhuset eher Gebrauchsdesign und traditionelles Handwerk und Kunsthandwerk findet, so liegt der Schwerpunkt im Röhsska Museum, wie auch dem Weihnachtsmarkt in der HDK, mehr auf reinem Design, bei dem die künstlerische Gestaltung und Entwicklung im Vordergrund steht, was man in gewissem Sinne auch mit Originalität übersetzen kann.


Auch die Gegenstände des Weihnachtsmarkts Julform im Röhsska sind natürlich zum Gebrauch gedacht, denn Schmuck, Textilien oder auch Design-Wollartikel haben einen praktischen Nutzen, auch wenn es sich in vielen Fällen um Einzelstücke handelt. Design-Artikel zu verwenden ist jedoch ein Lebensstil, die Kunstverständnis und Individualität ausdrücken und voraussetzen. Bisweilen hat Design jedoch keinen praktischen Nutzen, sondern dient der Dekoration um einem Raum einen bestimmten Touch zu geben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. August 2010

Child Culture Design im Röhsska Museum in Göteborg

Vom 1. Juni bis zum 29. August findet ihm Röhsska Museum in Göteborg die Ausstellung „Homo ludens - den lekande människan“, der spielende Mensch, statt, ein Projekt, das unter dem Thema Child Culture Design, einer Ausbildung, die im Herbst 2009 in der HDK eingeführt wurde, steht und von Studenten der Göteborger Hochschule für Design und Kunsthandwerk geschaffen wurde.


Die Kunsthochschule für Design und Kunsthandwerk lud alle Studenten ein sich Gedanken über kindgerechtes Design zu machen und eine Formgebung zu suchen, die die Fantasie und die Kreativität von Kindern zwischen fünf und acht Jahren anregt, da das Lernen mit dem Spiel beginnt und die richtige Stimulation beim Kleinkind auch die spätere Kreativität stützt.


Während ein Teil der Ausstellung bereits bei der Möbelmesse in Stockholm der Öffentlichkeit präsentiert wurde, wurde im Röhsska Museum das Gesamtwerk aufgebaut, das Kindern jeden Freitag auch als Versuchsfeld zur Verfügung steht. Da das Werk Homo ludens versucht die Umgebung aus der Wartung eines Kindes aufzuzeigen, benötigen Erwachsene eine kurze Zeit der Anpassung und reagieren weitaus weniger spontan als Kinder.


Das Röhsska Museum benutzt diese Ausstellung auch an Donnerstagen und Freitagen um verschiedene Generationen zusammenzuführen, zum einen zwischen Pensionären, Eltern und Kindern, zum anderen in einer Art Workshop wo sich in diesem Raum mehrere Eltern mit ihren Kindern treffen und bei der neuen Spielumgebung ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam über kindgerechtes Design sprechen.


Homo Ludens im Röhsska Museum ist eine absolute Weltneuheit, da die Ausbildung Child Culture Design bisher ausschließlich an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg angeboten wird. Ziel der Ausbildung ist ein Design zu schaffen, wo das spielende Kind im Zentrum steht und bei der Schaffung eines Spielzeugs die Warte des Kindes berücksichtigt wird. Das Röhsska Museum betritt mit dieser Zusammenarbeit mit der HDK ebenfalls absolutes Neuland.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 13. August 2010

Kunsthandwerksmarkt Upmarket in Göteborg

Vom 13. bis zum 15. August 2010 findet in der Trädgårdsföreningen in Göteborg der 10. Kunsthandwerksmarkt Upmarket statt, der, wie jedes Jahr, vom Konsthantverkscentrum (KHVC) veranstaltet wird und es rund 60 Künstlern erlaubt ihre Werke einem größeren Publik vorzustellen, zumal dieser Kunsthandwerksmarkt gleichzeitig mit dem Göteborger Kulturfest statt findet.

Christina Roos, Öckerö
Erstmals nehmen dieses Jahr auch zehn Studenten der Hochschule für Design und Kunstwerk (HDK) am Upmarket direkt teil und nicht mehr innerhalb einer Sonderausstellung. Sie bekommen damit erstmals die Möglichkeit ihre Werke einem interessierten Publikum direkt anzubieten und damit die Schwelle zwischen reiner Schöpfung und Vermarktung eines Produkts überschreiten, was ihnen in der Zukunft nur nützlich sein kann.

Tommy Hansson, Hällingsjö
Um bei Upmarket teilnehmen zu können müssen die Künstler selbst produzieren, ein eigenes Design aufweisen und ihre Aktivität hauptberuflich ausüben. Die Besucher des Kunsthandwerksmarktes wählen während ihres Besuches die ansprechendste Präsentation aus, die dann auf dem nächsten Plakat präsentiert wird, was in der Regel auch dazu führt, dass der Künstler zu weiteren bedeutenden Ausstellungen eingeladen wird.

Gunilla Ottergren/Vipan, Borgholm
Dieses Jahr nahmen sechzehn Künstler, von den Studenten der HDK abgesehen, beim Göteborger Upmarket teil, was den Besuchern das Spektrum der Schaffenskunst der Göteborger Kunsthandwerker zeigt. Gleichzeitig können die Besucher natürlich auch Werke anderer bedeutender Künstlergruppen wie Nääs oder Not Quite während des Marktes kennen lernen und Kunsthanwerker aus fast ganz Schweden entdecken.

Karin Östberg, Göteborg
Wie jedes Jahr sind natürlich auch bei Upmarket 2010 Keramikarbeiten und Schmuck dominant, wobei es jedoch der Mühe wert ist viele der Werke etwas genauer zu betrachten, da sich die Fähigkeit der Künstler nicht unbedingt in der handwerklichen Fertigung, sondern im Gesamtdesign zeigt. Man sollte nicht vergessen, dass man bei Upmarket von den 800 Mitgliedern des Konsthatverkscentrum nur die besten findet kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Mai 2010

Textil, Keramik und Schmuck in der Stadtbibliothek in Göteborg

Zwischen dem 24. und dem 30. Mai stellen die Studenten des zweiten Jahres der HDK (Hochschule für Design und Kunsthandwerk), Fachbereiche Textil, Keramik und Schmuck, ihre Jahresabschlussarbeiten in Form einer Ausstellung in der Stadtbibliothek in Göteborg einem breiten, kunstinteressierten Publikum vor. Diese Ausstellungen gehören mit zu den Ereignissen der Stadt, wo man die Entwicklung von Kunst und Kunsthandwerk am deutlichsten entdecken kann.


Der ausgestellte Schmuck ist geprägt von regionalen Einflüssen und Natur, wobei die Schüler eine Vorliebe für Metallarbeiten und Emaille zeigen. Die Formen und die Bearbeitung wirken fast roh und neigen daher zu einer Realität, die eine kontrastreiche Natur in Schweden schafft. Künstlerischer Schmuck hat sich wieder von weichem Plastik entfernt und lässt sich wieder fühlen.


Was für Schmuck gilt, gilt in vieler Hinsicht auch für die Keramikarbeiten von Eva Jonson und Anna Lönneborg. Anna wählt für ihre Werke Gegenstände des Alltags und lässt daher Kunst mit dem täglichen Leben verschmelzen. Der Betrachter muss nicht erst zehn Minuten überlegen was ein Werk darstellt. Evas Porzellanfiguren sind fast eine Ergänzung dazu, denn sie blicken alle in ein hoffnungsloses Dasein, eine Zukunft, die kaum Auswege aus einem Routinealltag zeigen.


Selbst Textilarbeiten der HDK-Studenten sind entweder an regionale Element wie die Gestaltung moderner Regionaltrachten oder an Gedanken über die Natur angeknüpft. Immer wieder bricht eine Rationalität durch, die dem Betrachter die Frage stellt, ob das Leben wirklich so weitergehen soll oder ob man nicht anfangen sollte seine Ziele neu zu stecken.


Während nahezu alle Arbeiten, selbst ein Textilspiel und eine Kollage, in die gleiche Richtung gehen, so findet man in der Ausstellung in der Stadtbibliothek in Göteborg dennoch eine Ausnahme, die die Frage nach Besessenheit stellt und vom Betrachter das Nachdenken fordert. Eine Komposition von Bildern lässt den Betrachter in sexuelle Phantasien eintauchen, die durch die Rahmen entfremdet werden und eine persönliche Betroffenheit ausschließen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. November 2009

Weihnachtsmarkt in Nordstan, mitten in Göteborg

Nordstan ist das größte Einkaufszentrum Skandinaviens und mit seinen 320.000 Quadratmetern an Fläche auch eines der bedeutendsten ganz Europas. Auf drei Etagen findet man hier 180 Geschäfte und 150 Büros zu denen auch noch ein eigenes Parkhaus kommt und oft mehr als hundert Einzelstände verschiedener Kunsthandwerker.


Das ganze Jahr über versucht Nordstan mit Aktionen neue Kunden in ihre Geschäfte zu bringen und auch ein besonderes Angebot zu schaffen, das sowohl Touristen als auch Göteborger zu Konsum anregen soll. Jede dieser Aktionen ist eine gewisse optische Bereicherung und gibt dem Zentrum etwas, das es noch einmaliger macht.


Zwischen dem 13. November und dem 30. Dezember findet in der Galerie von Nordstan nun der Weihnachtsmarkt Handwerk und Design statt bei dem rund 100 Kunsthandwerker traditionelles und modernes Design vorstellen und anbieten. Zahlreiche der Kunsthandwerker, die sich sechs Wochen lang in Nordstan einquartieren, haben in der HDK, in der Hochschule für Kunsthandwerk und Design in Göteborg studiert und bieten daher rein lokale Produkte an.


Das Angebot des Weihnachtsmarkts in Nordstan ist sehr vielseitig und zeigt die gesamte Breite des Gewerbes. Hier findet man Schmuck, Keramik, Kleidung, Geschenkgegenstände, die ihren Platz unter dem Weihnachtsbaum finden können, aber auch Schmiedearbeiten oder Handstickerei haben ihren Platz in der Galerie von Nordstan.


Der Weihnachtsmarkt Handwerk und Design ist jedoch nicht losgelöst von der weihnachtlichen Atmosphäre zu sehen, denn neben den Ständen der Kunsthandwerker streckt sich der voll behangene Weihnachtsbaum in die Kuppel und sämtliche Gänge sind weihnachtlich geschmückt. Während der Wochen vor Weihnachten bietet Nordstan zusätzlich zahlreiche künstlerische Veranstaltungen, die ebenfalls das Gefühl des nahenden Weihnachten vermitteln.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Das Ostindiska huset, heutiges Stadtmuseum in Göteborgs

Als die Ostindische Kompanie im Jahre 1746 ihre Privilegien für weitere 20 Jahre verlängert bekam, entschieden sich die Direktoren des Unternehmens ein eigenes, zentrales Gebäude zu errichten, das sowohl als Bürohaus, Lagerhalle und Auktionsgebäude dienen sollte. Sie entschieden sich, auf den bei einem Großbrand abgebrannten Gebäuden an der Norra Hamngatan ein Bauwerk in der Größe eines ganzen Quartiers zu errichten.


Nach dem Untergang der Ostinidenkompanie zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das gesamte Gebäude1807 schließlich versteigert und von Niklas Björnberg erworben. Bereits im Dezember 1861 richtete sich das neu gegründete Göteborger Museum in den Räumen des Ostindiska huset ein. In den Jahren 1894 bis 1896 wurden nochmals größere Umbauten und Renovierungsarbeiten ausgeführt, die jedoch die Fassade kaum berührten.


Das Ostindiska huset sollte nach den Plänen des Architekten Bengt Wilhelm Carlberg in vielen Zügen dem Schloss in Stockholm ähneln, was die ursprünglichen Pläne beweisen. Da jedoch die übergeordnete Behörde in Stockholm ein Geschäftshaus nach Schlossmuster als unangebracht erachteten, musste Carlberg die Pläne ändern, was dem Gebäude in großen Linien das heutige Aussahen gab.


Nach den vorgeschriebenen Änderungen entstand daher ein klassisches Gebäude mit französischem Einfluss, was man an der der Stora hamnkanalen zugewandten Fassade deutlich erkennen kann. Vom Innenhof der damaligen Zeit ist heute leider nichts mehr vorhanden.


Nach dem Untergang der Ostindiska kompaniet in Göteborg richtete sich im Jahre 1930 zuerst das Naturhistorische Museum in den Räumen ein, bevor 1961 das Göteborg Museum gegründet wurde. 1863 richtete sich die Slöjdföreningen (heute HDK) in den Gebäuden ein und 1865 der Vorgänger der Kunsthochschule Valand (Rit- och Målarskola). Seit 1993 beherbergt das Ostindiska huset nun das Stadsmuseum Göteborg.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 16. Oktober 2009

Der Vasapark in Göteborg

Der Vasapark mitten in Göteborg hat auf der einen Seite das Hauptgebäude der Göteborger Universität, auf der anderen die Vasakirche und ist eine der grünen Oasen Göteborgs, die leider während der letzten Jahre den Ruf der Unsicherheit bekommen hat, da sich hier zeitweise Punkgruppen Göteborgs trafen. Auch wenn diese Situation der Vergangenheit angehört, so hat es der Park dennoch schwer gegen die Gefühle der Göteborger anzukommen.


Während der warmen Monate ist der Vasapark ein Platz, wo nicht nur die Bewohner der umliegenden Wohnungen im Grünen ausruhen und wo Kinder auf dem Spielplatz herumtollen, sondern auch ein Ort an dem die Schüler des nahen Schillergymnasiums und die Studenten der HDK und der Universität ihre Arbeiten diskutieren oder ganz einfach ein Buch lesen.


Seit Frühjahr 2009 lebt auch das Projekt "I en annan del av Vasaparken", das mehrere Arbeitsgruppen zusammenführte, die, zusammen mit den Stadtarchitekten, über das zukünftige Aussehen des Vasaparkes diskutieren. Hier geht es vor allem um eine verbesserte Beleuchtung, die Anordnung von Sitzgruppen und die Schaffung eines Forums für Graffiti-Künstler. Bereits 2010 könnten einige der Vorschläge realisiert werden.


Wer Kunst im Park sucht wird im Vasapark etwas enttäuscht, denn in der gesamten Anlage findet man unter den verschiedensten Baumarten nur eine einzige Skulptur, die der Charles Felix Lindbergs Donationsfond hier im Jahre 2000 aufstellen ließ. Die Skulptur Acceleration von Ida Isaksson-Sillén kann jedoch nun auch dazu dienen, die Modernisierung des Vasaparkes voranzutreiben und eine künstlerische Aufwertung des Parkes hervorrufen.


Der Vasapark in Götepork ist jedoch auch der Treffpunkt der Friedensbewegung mit einem Gedenkstein (Katsura), der an die Toten von Hiroshima und Nagasaki des Jahres 1943 erinnern soll. Hier beginnen die Aktionen der Friedensbewegung, die oft zusammen mit der Vasakyrkan arbeitet und hier hielten bereits die bedeutendsten Redner der Friedensbewegung vieler Länder ihre Reden gegen Aufrüstung, Krieg und Gewalt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. August 2009

UPMARKET, der Mark für Kunsthandwerk in der Trädgårdsföreningen Göteborg

Zum neunten Mal finden anlässlich des Göteborger Kulturfestes auch der Mark für Kunsthandwerk, UPMARKET, statt. Während der Markt für Kunsthandwerk bisher immer in den Kronhus Bodarna stattfand, wurden seine Zelte dieses Jahr in der Trädgårdsföreningen aufgeschlagen, wo auch gleichzeitig ein großes Kinderfest stattfindet.


Am neunten Konsthantverksmarknad in Göteborg, dem Mark für Kunsthandwerk, konnte man in 43 Ausstellungszelten die Schaffenskraft von rund 60 Künstlern entdecken, wovon rund die Hälfte aus Göteborg oder seiner Umgebung kamen.


Der Besucher konnte auf dem Kunsthandwerksmarkt nahezu die ganze Breite dieser Gebrauchskunst entdecken. Die einzelnen Künstler präsentierten Keramik, Textil, Metall, Schmuck, Glas und Holzprodukte. Einige von ihnen zeigten, dass auch ein Gebrauchsgut wie eine Mütze, eine Obstschale oder ein Schlüsselhalter künstlerisch bearbeitet sein kann.


In einem eigenen Zelt wurden die Examensarbeiten 2009 von fünf Absolventen der HDK Göteborg, der Högskolan för Design och Konsthantverk, präsentiert. Die HDK gilt als eine der führenden Ausbildungsstellen für Kunsthandwerk in Europa und arbeitet eng mit dem Röhsska Museum in Göteborg zusammen.


Der Konsthantverksmarknad in Göteborg wird von der Stiftung KHVC (Konsthantverkscentrum) veranstaltet, das über rund 800 Mitglieder verfügt und die Aufgabe hat das schwedische Kunsthandwerk einer möglichst breiten Masse näher zu bringen und den Mitgliedern bei Weiterbildungsmaßnahmen zu unterstützen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Juli 2009

HDK- Högskolan för Design och Konsthantverk - Röhsska muséet

45 Masterstudenten der HDK, der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg zeigen noch bis zum 16. August 2009 ihre Examensarbeiten im Röhsska Muséet in Göteborg.


Die Arbeiten umfassen das ganze Spektrum an Design von Einrichtung über praktisches Design von Taschen bis zu rein künstlerischen Arbeiten. Eine der Fragen ist auch inwieweit Einrichtung Stress abbauen kann oder wie sie bei Konflikten die Spannungen abbauen oder reduzieren kann.


Design und Kunsthandwerk geht in jeder Schaffung den Grenzweg zwischen Kreativität, schaffender Kunst und praktischer Anwendung. Zahlreiche der Exponate stehen auch in direktem Zusammenhang mit dem Stadtbild von Göteborg.


Die drei Bilder des Werkes "Konstellation" zeigen die Examensarbeit von Karin Esbjörnsson, die aus einem Rest an Lehm langsam ein Kunstwerk entstehen lässt, das fast schon ein eigenes Leben führt. Karin Esbjörnsson arbeitet im Bereich Applied Art Master Level Ceramic Art.

Samstag, 16. Mai 2009

Ausstellung "Gleichzeitig" in der Bibliothek in Göteborg

Es bleibt nur noch ein Tag um die Ausstellung Samtidigt ("Gleichzeitig" auf Deutsch) in den Räumen der Göteborger Bibliothek zu sehen. Eine Ausstellung, die vermutlich mehr Fragen aufwirft als zu beantworten.


17 Studenten der HDK (Högskolan för Design och Konsthantverk) stellen hier nicht, wie so häufig, ihre Examenswerke vor, was in Schweden eine sehr häufige Methode ist um von der Ausbildung den Sprung ins künstlerische Leben zu machen. Die Idee war vielmehr dass die Studenten des 2. Jahres innerhalb eines Projektes gemeinsam eine Ausstellung erarbeiten und präsentieren.


Skulpturen, Schmuck und Design werden in etwas ungeordneter Weise und ohne erklärende Dokumentation einem Publikum vorgeführt, das sich über die meisten Ausstellungsstücke seine eigenen Gedanken machen muss, was bei einigen der Objekten nicht leicht fällt.


Wer jedoch die gegenwärtige Kunstbewegung in Göteborg verfolgen will und einen Einblick in das schwedische Verständnis für Kunst und Kunsthandwerk gewinnen will hat hier die einmalige Chance nicht nur die Werke sehen zu können sondern auch mit dem einen oder anderen Künstler reden zu können.