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Freitag, 4. November 2011

Henrik Vibskov erhält den Torsten & Wanja Söderbergs Preis

Seit 1994 vergibt die Torsten och Ragnar Söderbergs Stiftung jährlich den mit einer Million Kronen dotierten Torsten och Wanja Söderbergs Preis an einen oder mehrere herausragende Design-Künstler des skandinavischen Raums. Während der prestigeträchtige Preis voriges Jahr an die schwedische Designgruppe Front vergeben wurde, wurde der Preis dieses Jahr an den dänische Modedesigner Henrik Vibskov vergeben.


Henrik Vibskov erhielt den Torsten och Wanja Söderbergs Pris insbesondere, weil er eine avantgardistische Mode schafft, die weltweit von einem jungen Publikum gesucht und akzeptiert wird. Aber auch, weil er bei seinen Modeschauen nicht den üblichen Catwalk nutzt, sondern jede Modepräsentation in eine mediale Show mit Musik, Kunst und Lichteffekten hüllt und daher mehr einer künstlerischen Installation aufführt als einer Modeschau.

Henrik Vibskov

Die Preiszeremonie fand, wie jedes Jahr, in der Aula der Göteborger Universität statt und wurde von der Rektorin der Universität, Pam Fredman, eröffnet, wobei der Preis selbst von Landshövding Lars Bäckström, Museumsdirektor Ted Hesselbom und dem Ehepaar Torsten und Barbro Söderberg vergeben wurde und die Chefin des Designmuseums Kopenhagen, Kirsten Toftegaard, dem anwesenden Publikum den Preisträger Henrik Vibskov näher brachte.


Wie die Kreationen und die Installation von Henrik Vibskov, so hatte auch die Preisvergabe einen avantgardistischen Touch. So stellte der Modeschöpfer sein Atelier, seine Arbeitsräume und auch seine Denkweise in Form eines Kurzfilms vor und die vom Blatt gelesene Rede des Landshövdings war mit Humor verfasst. Selbst die Übergabe des Preises war nachlässig inszeniert, was allerdings auch die Spalte zwischen zwei Welten ausdrückte.

Midaicondo

Die musikalische Unterhaltung war dem Göteborger Duo Midaicondo anvertraut, die musikalisch äußerst gekonnt die Moderichtung von Henrik Vibskov ausdrückten. In einer Mischung aus Jazz, Elektronik, Akustik und Video bewiesen Lisa Nordström und Lisen Rylander Löve die Perfektion moderner Musik, die historische Percussion mit herkömmlichen Instrumenten und modernster Elektronik verbinden kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Februar 2011

PLAY im Röhsska Museum in Göteborg

Vom 12. Februar bis zum 20 März findet man eine besondere Ausstellung im Röhsska Museum in Göteborg, die sich vor allem an Kinder wendet, aber den Eltern dennoch Denkanstöße geben kann. Die interaktive Ausstellung PLAY bietet Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, einen Platz, wo sie neues, kreatives Spielen lernen und damit aus den stereotypen Formen der Spielzeugwelt ausbrechen können.


Die Ausstellung PLAY zeigt Arbeiten der Designausbildung Child Culture Design, die zwölf Stundenten der Hochschule für Design und Kunsthandwerk schufen, einem Studiengang, der bisher nur in Göteborg existiert und nicht nur das ideale Design für Spielzeug im Auge hat, sondern vor allem Spielzeug schafft, das die Kreativität eines Kindes fördert.


Die interaktive Ausstellung PLAY unterscheidet sich in noch einem wichtigen Punkt von üblichen Spielzeug-Design-Ausstellungen, denn die jungen Künstler kommen aus der ganzen Welt und vereinen dadurch das Spielzeug-Verständnis zwischen Schweden, Deutschland, den USA, aber auch China, dem Iran oder Südkorea, was bedeutet, dass die ausgestellten Werke sich jenseits eines religiösen oder kulturellen Verständnisses ansiedeln.


Wer die Kinder zwischen zwei und fünf Jahren im Ausstellungsraum von einer Entdeckung zur nächsten streifen sieht, entdeckt, dass Kinder erst einmal grundsätzlich offen für alles Neue sind und testen, auch wenn sie dann nach einigen Minuten ihr Lieblingswerk unter der Spiegelgiraffe, Wolkengebilden oder großformatigen Puzzles finden, aber auch dies hilft dabei sein eigenes Kind besser zu verstehen.



Aber auch Erwachsene finden einige Anregungen bei der Ausstellung, abseits von den Werken selbst. PLAY wird ergänzt von kleinen Kärtchen auf denen 54 zur Ausstellung angepasste Artikel zum Recht der Kinder der UN-Konvention abgedruckt sind. Diese Artikel erklären auch Eltern in welchen Situation sie ein Kind Kind sein lassen sollen, ohne mit ihren Kommentaren und Einflüssen die Entwicklung eines Kindes einzuschränken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Dezember 2010

Der Weihnachtsmarkt in der HDK in Göteborg

Jedes Jahr veranstalten die Schüler der Hochschule für Design und Kunsthandwerk (HDK) in Göteborg im Dezember einen Weihnachtsmarkt bei dem sie ihre Kreationen verkaufen, was bedeutet, dass man hier nur Einzelstücke geboten bekommt, die in Göteborg während einer künstlerischen Ausbildung hergestellt wurden.


An etwa fünfzig Tischen kann man bei diesem Weihnachtsmarkt nicht nur einmalige Geschenke finden, sondern bekommt auch einen Überblick über die unterschiedlichsten Bereiche der Hochschule und die Schaffenskraft der Studenten, die sich während ihrer Ausbildung mit mehreren unterschiedlichen Materialien und Techniken beschäftigen.


Die Breite des Angebots beim Weihnachtsmarkt in der HDK ist erstaunlich, denn hier findet man alles zwischen Emaille, Keramik, Metallarbeiten und Strickwaren, wobei es auch hier, wie beim Weihnachtsmarkt im Röhsska Museum, auf die Originalität und die künstlerische Kreativität ankommt, wobei der Weihnachtsmarkt in der HDK auch das Thema Weihnachten beim Angebot nicht vergisst.


An den Ständen der Studenten kann man nicht nur die fertigen Arbeiten bewundern und kaufen, sondern vielen der zukünftigen Künstlern auch bei der Kreation zusehen und mit ihnen über ihre Arbeit diskutieren. Auf dem Weihnachtsmarkt der Hochschule für Design und Kunsthandwerk findet man relativ wenig abstraktes Design, das nur der Dekoration dient, sondern überwiegend praktisches Design, das auch im Alltag seine Berechtigung hat.


Auf dem Weihnachtsmarkt der HDK findet man Studenten aus den Bereichen Design, Schmuck, Textil und Keramikkunst der verschiedenen Studienjahren, die alle Produkte, die sie anbieten, auch selbst hergestellt haben. Wer daher in Göteborg künstlerische Einzelwerke preisgünstig erwerben will, für den ist der Weihnachtsmarkt der Hochschule für Design und Kunsthandwerk ein absolutes Muss. Bedauerlicherweise findet dieses Ereignis jeweils nur drei Nachmittage lang statt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. August 2010

Child Culture Design im Röhsska Museum in Göteborg

Vom 1. Juni bis zum 29. August findet ihm Röhsska Museum in Göteborg die Ausstellung „Homo ludens - den lekande människan“, der spielende Mensch, statt, ein Projekt, das unter dem Thema Child Culture Design, einer Ausbildung, die im Herbst 2009 in der HDK eingeführt wurde, steht und von Studenten der Göteborger Hochschule für Design und Kunsthandwerk geschaffen wurde.


Die Kunsthochschule für Design und Kunsthandwerk lud alle Studenten ein sich Gedanken über kindgerechtes Design zu machen und eine Formgebung zu suchen, die die Fantasie und die Kreativität von Kindern zwischen fünf und acht Jahren anregt, da das Lernen mit dem Spiel beginnt und die richtige Stimulation beim Kleinkind auch die spätere Kreativität stützt.


Während ein Teil der Ausstellung bereits bei der Möbelmesse in Stockholm der Öffentlichkeit präsentiert wurde, wurde im Röhsska Museum das Gesamtwerk aufgebaut, das Kindern jeden Freitag auch als Versuchsfeld zur Verfügung steht. Da das Werk Homo ludens versucht die Umgebung aus der Wartung eines Kindes aufzuzeigen, benötigen Erwachsene eine kurze Zeit der Anpassung und reagieren weitaus weniger spontan als Kinder.


Das Röhsska Museum benutzt diese Ausstellung auch an Donnerstagen und Freitagen um verschiedene Generationen zusammenzuführen, zum einen zwischen Pensionären, Eltern und Kindern, zum anderen in einer Art Workshop wo sich in diesem Raum mehrere Eltern mit ihren Kindern treffen und bei der neuen Spielumgebung ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam über kindgerechtes Design sprechen.


Homo Ludens im Röhsska Museum ist eine absolute Weltneuheit, da die Ausbildung Child Culture Design bisher ausschließlich an der Hochschule für Design und Kunsthandwerk in Göteborg angeboten wird. Ziel der Ausbildung ist ein Design zu schaffen, wo das spielende Kind im Zentrum steht und bei der Schaffung eines Spielzeugs die Warte des Kindes berücksichtigt wird. Das Röhsska Museum betritt mit dieser Zusammenarbeit mit der HDK ebenfalls absolutes Neuland.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin