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Dienstag, 2. Februar 2010

Die Södra Hamngatan in Göteborg

Bei der Gründung Göteborgs erhielt die Södra Hamngatan in Göteborg den Namen Sank Johannes Gata, einen Namen, den die holländischen Baumeister der Straße gaben und einem Straßennamen in Amsterdam entspricht. Später wurde sie in Stora Hamngatan umbenannt und erst im 20. Jahrhundert bekam sie ihre heutige Bezeichnung und wurde die Södra Hamngatan.

Residenset, Södra Hamngatan 1

Die Gebäude an der Södra Hamngatan, die nur durch den Stora Hamnkanalen von der Norra Hamngatan getrennt sind, waren von Beginn an Wohnungen und Büros für bedeutende Persönlichkeiten Göteborgs, zumal sich von hier aus auch das Meer öffnete und der Schiffsverkehr bis vor die Türen der Häuser führte. Die Södra Hamngatan erstreckt sich vom Stenpiren bis zum Slussplatsen am Drottningstorget und beherbergt an ihren 880 Metern Länge seit dem industriellen Niedergang Göteborgs fast ausschließlich Bürogebäude.

Kämpebron und Södra Hamngatan

Das Gebäude mit der Hausnummer 1 der Södra Hamngatan, die Residenset, ist das älteste noch bestehende Privathaus Göteborgs, das zwischen 1648 und 1650 erbaut wurde. Die nächsten Gebäude bis zum Lilla Torget wurden dann erst ab Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und zum Teil erheblich umgebaut, so dass sie nur noch teilweise einen Rückschluss auf die Bauweise des 19. Jahrhunderts zulassen.

Frühere Göteborgs Handelsbank, Södra Hamngatan 19-21

Auch die Gebäude zwischen Lilla Torget bis zum Brunnsparken stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und waren zum Teil Wohnhäuser und Büroräume wohlhabender Göteborger, wo später die ersten Banken der Stadt öffneten. Die Namen der ursprünglichen Eigentümer wie Chalmers oder Gibson sagen viel über die ursprünglich Reputation der Umgebung.


Zwischen Brunnsparken und Drottningstorget findet man heute nur noch wenige Reste der historischen Bauten. Hotels und Geschäfte wie Arkaden haben seit langem die alten Gebäude ersetzt. Dennoch gibt es noch eine Ausnahme, denn das einzige Gebäude der Södra Hamngatan mit einer geraden Hausnummer liegt direkt am Brunnsparken. Das Palacehuset von 1751, das sich von einer Zuckerraffinerie zu einem Nobelhotel verwandelte und heute ein bekanntes Restaurant der Stadt Göteborg ist hat mittlerweile den zentralsten Platz der Södra Hamngatan eingenommen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Januar 2010

Das Thamska Huset an der Norra Hamngatan in Göteborg

Wie die meisten Gebäude an der Norra Hamngatan in Göteborg, so reicht auch das Thamska Huset in das 18. Jahrhundert zurück, in die Glanzzeit Göteborgs, als die Ostinidienkompanie in ihrer Blüte stand und der Kaufmannsstand Göteborgs zu großem Reichtum und Einfluss kam.


Das sogenannte Thamska Huset wurde vom deutschen Einwanderer Volrat Tham erbaut, der damit am Stora Hamnkanalen das luxuriöste private Haus Göteborgs seiner Zeit erbaute. Volrat Tham kam vor allem durch seine Handelstätigkeit zu großem Reichtum, wobei er als Stadtrat auch einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung Göteborgs hatte.


Das Gebäude hatte ursprünglich nur zwei Stockwerke, verfügte jedoch bereits, auch in den beiden Innenflügeln, über jede Art von reichen Ausschmückungen, die jedem Passanten bereits die Bedeutung des Eigentümers vermitteln sollte. Auch wenn das Gebäude sein ursprüngliches Aussehen weitgehend erhalten hat, wurde es sowohl im 19. Jahrhundert als auch im 20. Jahrhundert jeweils erhöht und renoviert, jedoch im alten Stil.


Aber auch später blieb das Haus, an dem selbst die Straßenlaterne künstlerisch gestaltet ist, in den Händen der einflussreichsten Göteborgern, deren Nachfolger noch heute das Stadtbild prägen, denn der nächste Eigentümer wurde Niclas Sahlgren, der damals Direktor der Ostindienkompanie war und dessen Nachlass die Gründung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg ermöglichte.


Bevor das Gebäude Anfang des 20. Jahrhunderts in ein Bürogebäude verwandelt wurde war auch Wilhelm Röhss noch Eigentümer des Thamska Husets Nummer 6, ebenfalls ein deutscher Einwanderer, der ebenfalls als Kaufmann aktiv war und der mehrere Stiftungen in Göteborg ins Leben rief. Der Nachlass seines Sohnes ermöglichte dann die Gründung des Röhsska Museums.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Januar 2010

Das Ostindiska Huset und die Ostindienkompanie an der Norra Hamngatan in Göteborg

Im Jahre 1762 wurde an der Norra Hamngatan in Göteborg das vermutlich größte Gebäude der Stadt fertig gestellt. Es handelt sich um das Gebäude der Ostindiska Kompaniet, der Ostindienkompanie, die hier Büroräume, Ausstellung und Lagerräume hatte. Das 70 mal 50 Meter große Gebäude wurde auf dem Grund mehrerer bei einem Großbrand verstörten Häuser errichtet.


Außer dem Innenhof hat das Ostindiska Huset am Stora Hamnkanalen sein ursprüngliches Aussehen nahezu behalten, wobei die sichtbaren Klinker in Holland hergestellt wurden, da in Schweden zu jener Zeit nur gewöhnlicher Mauerziegel hergestellt werden konnte. Die Verzierungen am Gebäude sollten von der Bedeutung der Firma zeugen.


Im Dezember 1861, etwa 50 Jahre nach dem Konkurs der Ostindienkompaniet, zogen mehrere Museen Göteborgs in dem Gebäude ein, das heute noch, die mittlerweile zusammen gelegten Sammlungen, als Stadsmuseum Göteborg ausstellt. Die ursprünglich fünf Museen stellen heute insgesamt rund eine Million Ausstellungsgegenstände aus.


Als die Ostindienkompanie Göteborgs noch aktiv war, machte sie sich vor allem mit Importen aus China einen Namen. Als Archäologen die Schätze der vor Göteborg gesunkenen Götheborg bargen entdeckten sie einzigartiges Porzellan, Neusilberteile und andere Werte, die in Europa zum Teil kaum bekannt waren. Und selbst der geborgene Tee war nach der langen Zeit unter Wasser noch genießbar.

Die Aktivitäten der Ostindiska Kompaniet in Göteborg waren im 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten Einnahmequellen der Stadt. 132 mal machten die Boote in hundert Jahren eine Reise in den fernen Orient bei denen Sie etwa 50 Millionen Porzellanstücke importierten, die in ganz Europa einen reißenden Absatz fanden. Die gesunkene Götheborg wurde mittlerweile nachgebaut und liegt, nach einer neuen Reise nach China, vor allem in Eriksberg vor Anker.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Postkarte: Stadsmuseum Göteborg

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Das Ostindiska huset, heutiges Stadtmuseum in Göteborgs

Als die Ostindische Kompanie im Jahre 1746 ihre Privilegien für weitere 20 Jahre verlängert bekam, entschieden sich die Direktoren des Unternehmens ein eigenes, zentrales Gebäude zu errichten, das sowohl als Bürohaus, Lagerhalle und Auktionsgebäude dienen sollte. Sie entschieden sich, auf den bei einem Großbrand abgebrannten Gebäuden an der Norra Hamngatan ein Bauwerk in der Größe eines ganzen Quartiers zu errichten.


Nach dem Untergang der Ostinidenkompanie zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das gesamte Gebäude1807 schließlich versteigert und von Niklas Björnberg erworben. Bereits im Dezember 1861 richtete sich das neu gegründete Göteborger Museum in den Räumen des Ostindiska huset ein. In den Jahren 1894 bis 1896 wurden nochmals größere Umbauten und Renovierungsarbeiten ausgeführt, die jedoch die Fassade kaum berührten.


Das Ostindiska huset sollte nach den Plänen des Architekten Bengt Wilhelm Carlberg in vielen Zügen dem Schloss in Stockholm ähneln, was die ursprünglichen Pläne beweisen. Da jedoch die übergeordnete Behörde in Stockholm ein Geschäftshaus nach Schlossmuster als unangebracht erachteten, musste Carlberg die Pläne ändern, was dem Gebäude in großen Linien das heutige Aussahen gab.


Nach den vorgeschriebenen Änderungen entstand daher ein klassisches Gebäude mit französischem Einfluss, was man an der der Stora hamnkanalen zugewandten Fassade deutlich erkennen kann. Vom Innenhof der damaligen Zeit ist heute leider nichts mehr vorhanden.


Nach dem Untergang der Ostindiska kompaniet in Göteborg richtete sich im Jahre 1930 zuerst das Naturhistorische Museum in den Räumen ein, bevor 1961 das Göteborg Museum gegründet wurde. 1863 richtete sich die Slöjdföreningen (heute HDK) in den Gebäuden ein und 1865 der Vorgänger der Kunsthochschule Valand (Rit- och Målarskola). Seit 1993 beherbergt das Ostindiska huset nun das Stadsmuseum Göteborg.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Oktober 2009

Die Norra hamngatan am Stora hamnkanalen in Göteborgs

Es gibt kaum eine Straße Göteborgs an der sich so viele historische Gebäude der Stadt auf kleinstem Raum befinden wie an der Norra hamngatan. Unter all den vorhandenen Bauwerken entlang des Stora hamnkanalen ist nur eines ohne historisches Interesse und ein farbloser neuerer Bau.

Schon am Stora Bommen, der früheren Zufahrt für die Handelsboote der Ostindiengesellschaft, liegt das alte Zollhaus, das heutige Casino Cosmopol. Hier wurde jedes Schiff kontrolliert, das den Stora Hamnkanalen befahren wollte und selbst die Fischerboote, die ihre Waren am Lilla Torget und später am Gustav Adolf Torg anboten mussten hier passieren.


Die Patriziergebäude zwischen dem Zollhaus und dem Gebäude der Ostindienkompanie wurden ursprünglich vor allem von Direktoren des Handelsunternehmens bewohnt und waren immer Eigentum der privilegierten Schicht Göteborgs. Das Gebäude an der Kämpebron war das frühere Zollpackhaus, das bis 1860 im Dienst war.


Das bedeutendste Gebäude an der Norra hamngatan ist unumstritten jenes der Ostindienkompanie, das rund 100 Jahre lang das Leben Göteborgs dominierte und die Stadt zu einer europäischen Metropole machte. Die Ostindienkompanie galt im 18. Jahrhundert als der bedeutendste direkte und indirekte Arbeitgeber Göteborgs und füllte die städtischen Kassen.


Im direkten Anschluss des Monumentalgebäudes steht das prunkvollste Haus Göteborgs, das Sahlgrenska huset, gefolgt von der Deutschen Kirche, wo heute noch ein deutscher Gottesdienst gehalten wird. Abschluss der Norra hamngatan bildet das Verwaltungszentrum Göteborgs, das bis zu seiner Gründung unter Gustav II Adolf zurückreicht, und sich um den Gustav Adolf Torg verteilt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Das Sahlgrenska huset an der Norra hamngatan in Göteborg

Das Sahlgrenska huset an der Norra hamngatan in Göteborg gehört zu den wenigen Gebäuden der Stadt, die noch Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurden. Das Gebäude steht zwischen dem Städtischen Museum und der Deutschen Kirche und ist ein Zeichen des einstigen Reichtums und dem Luxus Göteborgs. Schon seit der Gründung Göteborgs durch Gustav II Adolf gehörten die Norra und die Södra hamngatan zu den Paradestraßen der Stadt in dem sich nur reiche Bürger niederlassen konnten.


Vor allem an der Norra Hamngatan in Göteborg wohnten all jene, die man heute zum Geldadel zählen würde. Hinter den Häusern waren Gärten, Ställe und Vorratsgebäude, die jedoch später dem Hausbau weichen mussten. Die heute sichtbaren Gebäude der Norra Hamngatan stammen überwiegend von Mitte bis Ende des 18. Jahrhundert, da 1746 ein Großbrand die vorherigen Holzgebäude zerstörte.


Das Sahlgrenska huset nahm eine besondere Stelle unter den Gebäuden am Stora hamnkanalen ein, nicht nur wegen seiner Pracht, sondern auch wegen der erlesenen Gäste, die hier weilten. Unter den bedeutendsten Gästen kann man unter anderem Emanuel Svedenborg, König Gustav III und Sofia Magdalena nennen.


Das aktuelle Sahlgrenska huset wurde nach dem genannten Großbrand von Brigitta Sahlgren errichtet, der Witwe Jacob Sahlgrens. Der Keller des Hauses wurde in jener Zeit als Lagerraum verwendet und dient heute dem Göteborgs Vinkällare zu erlesenen Weinproben in einer Atmosphäre des 18. Jahrhunderts.

Das Erdgeschoss diente der kaufmännischen Aktivität und die darüber liegende Etage, zu der eine frei tragende Treppe führt, war als Salon gebaut. Nach dem Tode von Brigitta Sahlgren erbten die Enkel Gustav Adolf Sparre und Jacob Sahlgren das Haus, das Graf Sparre zu einem wahren Kunstmuseum verwandelte. Hier fanden sich Gemälde von Künstlern wie Raphael, Rubens, Rembrandt, van Dyck und anderen Größen. Auch wenn die Gemälde heute nicht mehr vorhanden sind, so wurden jedoch die Räume im ersten Stock im Jahre 1969 restauriert und fanden zurück zum Rokokostil des 18. Jahrhunderts.


Die dem Stora Hamnkanalen zugewandte Fassade ist in neuklassischem Stil erbaut, wobei rechts und links der Treppen zwei reich verzierte gusseisernen Laternen zu sehen sind. Die eingemauerte Plakette über der Tür zeigt Niclas Sahlgren, der Direktor der Ostindischen Kompanie war und auch einer der größten Wohltäter der Stadt, der unter anderem das erste Sahlgrenska Krankenhaus finanzierte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 10. Oktober 2009

Norra Hamngatan Nummer 4 am Stora hamnkanalen in Göteborg

Als Göteborg von Gustav II Adolf gegründet wurde lagen auf der Nordseite des Stora hamnkanalen mit Sicherheit keine Häuser, da dieser Teil der heutigen Stadt ausschließlich Befestigungszwecken und der Verteidigung diente. Und dennoch ist das heute sichtbare Haus nicht mehr das erste Gebäude, das an diesem Platz stand.


Das erste Mal, dass das Haus Nummer 4 in der Norra Hamngatan erwähnt wird war 1720, als der Kommandant Christen Gathenhielm es bewohnte. Da es sich damals um ein einfaches Wohnhaus handelte ist über jene Zeit kaum etwas überliefert. 1784 erwarb bereits Anna Björnberg das Gebäude, das dann längere Zeit in der Familie blieb.


1815 wurde das Haus von Niklas Björnberg erweitert, der von 1806 bis 1813 Direktor der Ostindien Kompanie war. Björnberg war zu jener Zeit einer der reichsten Männer Göteborgs, der sein Vermögen vor allem durch Schnapsbrennerei erwarb, was ihm wenige Jahre zuvor, während der Hungerjahre Göteborgs, erhebliche Probleme einbrachte und das Volk seinen Schnapsvorrat ins Wasser goss.


Vermutlich brannte sein Haus, das entgegen der königlichen Vorschriften in Holz erbaut war, bei einem der zahlreichen Grossbrände dieser Zeit nieder, so dass Max Malm, ein reicher Großhändler Göteborgs, 1882 hier ein Gebäude in Neurenaissance errichten konnte, das er innen und außen bis zum Kitsch dekorieren ließ. Die unteren beiden Etagen dienten als Büro, während die oberen beiden Wohnfläche waren.


Wie man auf einem alten Stich feststellen kann war das Gebäude ursprünglich das höchste in der Häuserreihe. Max Malm bewohnte das Haus jedoch nur bis 1893. Nach dieser Zeit wechselten die Besitzer mehrmals und das Gebäude diente für Mietwohnungen. Verwitterungen machten jedoch im Jahre 1983 bedeutende Renovierungsarbeiten nötig, was den Charakter des Hauses, außer der Fassade, veränderte und ihm auch die Dominanz über die Nachbarhäuser nahm. Seit 1987 ist das Gebäude unter Denkmalschutz.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin (Stich: Göteborgs Stadsmuseum)