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Montag, 8. März 2010

Eisfischen im Stora Hamnkanalen in Göteborg

Üblicherweise gehört Eisfischen normalerweise mehr in das nördlichere Schweden, oder zumindest an den Vänern, wo dieser Sport jeden Winter betrieben wird. Der Stora Hamnkanalen in Göteborg hat normalerweise nur eine sehr dünne Eisdecke oder bleibt im Winter ganz ohne Eis, so dass hier Eisfischen nur sehr selten möglich ist und Fischer bis zu 30 Jahren auf eine entsprechende Gelegenheit warten müssen.


Wenn man vom Eisfischen spricht, so meint ein Fischer in der Regel, dass man Flussbarsch und nicht irgendeinen Fisch angelt, obwohl bisweilen auch zwei weitere Fischarten im Winter geangelt werden können. Während wegen der hohen Wasserverschmutzung viele Jahr über weder im Vallgraven noch dem Stora Hamnkanalen Fische zu finden waren oder einen so hohen Giftgehalt aufwiesen, dass sie ungenießbar waren, kann man heute den Göteborger Fisch sogar wieder genießen.


Während das alljährliche Vallgravsmete, der Göteborger Angelwettbewerb, jedes Jahr hunderte von Freizeitanglern anzieht, kann man die Eisfischer, allein schon wegen der tiefen Temperaturen, in der Regel zählen. Meist schließen sich drei bis fünf Fischer zu einer kleinen Gruppe zusammen, die dann auch den notwendigen Eisbohrer gemeinsam benutzt.


Da tragendes Eis in der Regel mindestens 20 Zentimeter dick sein muss, benötigt man für die Löcher einen Eisbohrer, mit dem man mehrere Löcher bohrt bis ein größeres entsteht, das nicht nur die Angelschnur mit Köder durchlässt, sondern es auch erlaubt die Fische dann an Land zu ziehen. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wird Eisangeln mit sehr kurzen Angeln von nur etwa 20 Zentimeter Länge betrieben.


Nicht Eingeweihte sprechen in Göteborg beim Eisfischen von pilka, was bei Anglern unter Umständen einen Lachanfall auslöst, da dieser Begriff nur verwendet wird, wenn man auf See und vom Boot aus angelt. Ein Fischer spricht in Schweden beim Eisfischen nur von pimpla, auch wenn das Wort sehr zweideutig ist und gleichzeitig „saufen“ bedeutet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Februar 2010

Köpmansbanken an der Södra Hamngatan 23 in Göteborg

Entlang des Stora Hamnkanalen befinden sich dominant alte Patrizierhäuser, die noch von den Glanzzeiten Göteborgs sprechen, auch wenn es sich dabei nicht mehr um die ersten Holzgebäude handelt, die sicher nicht weniger aufwendig gebaut waren, aber bei mehreren Großbränden vollständig verstört wurden.


Die Gebäude an der Södra Hamngatan wurden, bis auf wenige Ausnahmen, alle im 19. Jahrhundert erbaut und waren zum Teil Handelshäuser oder eine Mischung aus Handelsgebäude und Wohngebäude. Zwischen dem Lilla Torget und dem Brunnsparken befand sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Bankenstraße Göteborgs an der mehrere bedeutende Banken der Stadt ansiedelten.


Das Gebäude mit der Nummer 23 an der Södra Hamngatan wurde im Jahre 1891 im Auftrag der Göteborgs Köpmansbank vom Architekten K. Johansson erbaut. Wie jedes Gebäude, das in diesem Jahrhundert enlang des Kanals gebaut wurde, so sollte auch die Göteborgs Köpmansbank sich durch besonderen Gebäudeschmuck von den anderen Bauwerken unterscheiden.


Der Architekt beauftragte für den Gebäudeschmuck die bedeutendsten Kunsthandwerker ihrer Zeit, die dem Gebäude alle Kennzeichen bieten konnten, die eine internationale Bank kennzeichnet. Im Falle der Göteborgs Köpmansbank wurden daher, in Form von Reliefen, die Verbindungen zu fernen Ländern dargestellt, zumal viele Kunden der Banken als Reedereien oder als internationale Kaufleute tätig waren.


Eine weitere Besonderheit des Gebäudes ist das Gitter am Haupteingang, das von der Firma E. A. Rosengren hergestellt wurde, die seit 1847 vor allem Kassenschränke und Tresore in Göteborg herstellte. Die Göteborgs Köpmansbank überlebte jedoch nur bis zum Jahre 1904, als sie dann von der Skånes Enskilda Bank übernommen wurde, die damit in Göteborg Fuß fassen konnte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Erstes Foto: Stadsmuseum Göteborg

Mittwoch, 3. Februar 2010

Das Stenpiren am Stora Hamnkanalen in Göteborg

Ursprünglich legten Boote mit Waren und Fisch direkt an den Kais des Stora Hamnkanalen in Göteborg an. Als jedoch die Schiffe größer wurden und tiefer im Wasser lagen, wurde es notwendig, diesen Schiffen einen neuen Anlegeplatz möglichst Nahe der Einfahrt zum Stora Hamnkanalen zu bieten. Am geeignetsten fand man dafür die Stelle, wo man heute das Stenpiren findet, das den Abschluss zu Skeppsbron bildet.


Bevor man jedoch in den Jahren 1844/1845 das Stenpiren (Steinpier) erbaute, begnügte man sich mit einer Anlegestelle aus Holz, von der aus vor allem die Boote zu den Schären gingen, die heute ihren Hafen in Saltholmen haben. Aber auch Handelsschiffe und andere Fahrzeuge legten hier, im Zentrum der Stadt, inom Vallgraven, an.


Schon bald zeigte sich, dass das Stenpiren nicht für die zahlreichen Auswandererschiffe nach Amerika und die wachsende Handelsflotte Göteborgs ausreichte und es wurden sowohl bei Skeppsbron als auch beim Packhusplatsen Kaianlagen mit einer Eisenbahnlinie errichtet. Folge davon war auch, dass sich die bedeutendsten Reedereien jener Zeit am südlichen Älvstranden nieder ließen.


Als die Götaverken, die 1989 ihre Aktivitäten als Schiffsbauwerft einstellten, im Jahre 1973 einen größeren Wendeplatz für ihre Trockendocks brauchten, störte das Stenpiren und es wurde um 42 Meter verkürzt. Heute legen an diesem Kai nur noch einige Ausflugsboote, vor allem zu Schärenrundfahrten, an und hin und wieder ein gemieteter Segler für eine Reisegruppe.


Während früher das Stenpiren ständig eine rege Aktivität zeigte und ständig Boote beladen und entladen wurden, wird das Pier heute nur noch von zwei Monumenten dominiert, zum einen vom Delawaremonument von Carl Milles, das an die Gründung Neuschwedens erinnert und das Krigsseglarnas minnesmärke von Lars Kleen, das in Erinnerung an die toten Seeleute des Zweiten Weltkriegs erbaut wurde.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Postkarte: Stadsmuseum Göteborg

Dienstag, 2. Februar 2010

Die Södra Hamngatan in Göteborg

Bei der Gründung Göteborgs erhielt die Södra Hamngatan in Göteborg den Namen Sank Johannes Gata, einen Namen, den die holländischen Baumeister der Straße gaben und einem Straßennamen in Amsterdam entspricht. Später wurde sie in Stora Hamngatan umbenannt und erst im 20. Jahrhundert bekam sie ihre heutige Bezeichnung und wurde die Södra Hamngatan.

Residenset, Södra Hamngatan 1

Die Gebäude an der Södra Hamngatan, die nur durch den Stora Hamnkanalen von der Norra Hamngatan getrennt sind, waren von Beginn an Wohnungen und Büros für bedeutende Persönlichkeiten Göteborgs, zumal sich von hier aus auch das Meer öffnete und der Schiffsverkehr bis vor die Türen der Häuser führte. Die Södra Hamngatan erstreckt sich vom Stenpiren bis zum Slussplatsen am Drottningstorget und beherbergt an ihren 880 Metern Länge seit dem industriellen Niedergang Göteborgs fast ausschließlich Bürogebäude.

Kämpebron und Södra Hamngatan

Das Gebäude mit der Hausnummer 1 der Södra Hamngatan, die Residenset, ist das älteste noch bestehende Privathaus Göteborgs, das zwischen 1648 und 1650 erbaut wurde. Die nächsten Gebäude bis zum Lilla Torget wurden dann erst ab Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und zum Teil erheblich umgebaut, so dass sie nur noch teilweise einen Rückschluss auf die Bauweise des 19. Jahrhunderts zulassen.

Frühere Göteborgs Handelsbank, Södra Hamngatan 19-21

Auch die Gebäude zwischen Lilla Torget bis zum Brunnsparken stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und waren zum Teil Wohnhäuser und Büroräume wohlhabender Göteborger, wo später die ersten Banken der Stadt öffneten. Die Namen der ursprünglichen Eigentümer wie Chalmers oder Gibson sagen viel über die ursprünglich Reputation der Umgebung.


Zwischen Brunnsparken und Drottningstorget findet man heute nur noch wenige Reste der historischen Bauten. Hotels und Geschäfte wie Arkaden haben seit langem die alten Gebäude ersetzt. Dennoch gibt es noch eine Ausnahme, denn das einzige Gebäude der Södra Hamngatan mit einer geraden Hausnummer liegt direkt am Brunnsparken. Das Palacehuset von 1751, das sich von einer Zuckerraffinerie zu einem Nobelhotel verwandelte und heute ein bekanntes Restaurant der Stadt Göteborg ist hat mittlerweile den zentralsten Platz der Södra Hamngatan eingenommen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Januar 2010

Das Thamska Huset an der Norra Hamngatan in Göteborg

Wie die meisten Gebäude an der Norra Hamngatan in Göteborg, so reicht auch das Thamska Huset in das 18. Jahrhundert zurück, in die Glanzzeit Göteborgs, als die Ostinidienkompanie in ihrer Blüte stand und der Kaufmannsstand Göteborgs zu großem Reichtum und Einfluss kam.


Das sogenannte Thamska Huset wurde vom deutschen Einwanderer Volrat Tham erbaut, der damit am Stora Hamnkanalen das luxuriöste private Haus Göteborgs seiner Zeit erbaute. Volrat Tham kam vor allem durch seine Handelstätigkeit zu großem Reichtum, wobei er als Stadtrat auch einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung Göteborgs hatte.


Das Gebäude hatte ursprünglich nur zwei Stockwerke, verfügte jedoch bereits, auch in den beiden Innenflügeln, über jede Art von reichen Ausschmückungen, die jedem Passanten bereits die Bedeutung des Eigentümers vermitteln sollte. Auch wenn das Gebäude sein ursprüngliches Aussehen weitgehend erhalten hat, wurde es sowohl im 19. Jahrhundert als auch im 20. Jahrhundert jeweils erhöht und renoviert, jedoch im alten Stil.


Aber auch später blieb das Haus, an dem selbst die Straßenlaterne künstlerisch gestaltet ist, in den Händen der einflussreichsten Göteborgern, deren Nachfolger noch heute das Stadtbild prägen, denn der nächste Eigentümer wurde Niclas Sahlgren, der damals Direktor der Ostindienkompanie war und dessen Nachlass die Gründung des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg ermöglichte.


Bevor das Gebäude Anfang des 20. Jahrhunderts in ein Bürogebäude verwandelt wurde war auch Wilhelm Röhss noch Eigentümer des Thamska Husets Nummer 6, ebenfalls ein deutscher Einwanderer, der ebenfalls als Kaufmann aktiv war und der mehrere Stiftungen in Göteborg ins Leben rief. Der Nachlass seines Sohnes ermöglichte dann die Gründung des Röhsska Museums.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Januar 2010

Das Ostindiska Huset und die Ostindienkompanie an der Norra Hamngatan in Göteborg

Im Jahre 1762 wurde an der Norra Hamngatan in Göteborg das vermutlich größte Gebäude der Stadt fertig gestellt. Es handelt sich um das Gebäude der Ostindiska Kompaniet, der Ostindienkompanie, die hier Büroräume, Ausstellung und Lagerräume hatte. Das 70 mal 50 Meter große Gebäude wurde auf dem Grund mehrerer bei einem Großbrand verstörten Häuser errichtet.


Außer dem Innenhof hat das Ostindiska Huset am Stora Hamnkanalen sein ursprüngliches Aussehen nahezu behalten, wobei die sichtbaren Klinker in Holland hergestellt wurden, da in Schweden zu jener Zeit nur gewöhnlicher Mauerziegel hergestellt werden konnte. Die Verzierungen am Gebäude sollten von der Bedeutung der Firma zeugen.


Im Dezember 1861, etwa 50 Jahre nach dem Konkurs der Ostindienkompaniet, zogen mehrere Museen Göteborgs in dem Gebäude ein, das heute noch, die mittlerweile zusammen gelegten Sammlungen, als Stadsmuseum Göteborg ausstellt. Die ursprünglich fünf Museen stellen heute insgesamt rund eine Million Ausstellungsgegenstände aus.


Als die Ostindienkompanie Göteborgs noch aktiv war, machte sie sich vor allem mit Importen aus China einen Namen. Als Archäologen die Schätze der vor Göteborg gesunkenen Götheborg bargen entdeckten sie einzigartiges Porzellan, Neusilberteile und andere Werte, die in Europa zum Teil kaum bekannt waren. Und selbst der geborgene Tee war nach der langen Zeit unter Wasser noch genießbar.

Die Aktivitäten der Ostindiska Kompaniet in Göteborg waren im 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten Einnahmequellen der Stadt. 132 mal machten die Boote in hundert Jahren eine Reise in den fernen Orient bei denen Sie etwa 50 Millionen Porzellanstücke importierten, die in ganz Europa einen reißenden Absatz fanden. Die gesunkene Götheborg wurde mittlerweile nachgebaut und liegt, nach einer neuen Reise nach China, vor allem in Eriksberg vor Anker.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Postkarte: Stadsmuseum Göteborg

Donnerstag, 7. Januar 2010

Die Residenset am Stora Hamnkanalen in Göteborg

Die Residenset am Stora Hamnkanalen in Göteborg ist das älteste noch vorhandene Wohnhaus der Stadt und dient dem von der Regierung eingesetzten Landshöfding (Präsident der Region Västra Götaland) als Wohnung. Das Gebäude wurde bereits 1651 errichtet und wurde im Jahre 1700 Wohnung des jeweiligen Landshöfding.


Die Residenset ist, außer dem Kronhuset, das historisch wohl bedeutendste Gebäude der Stadt, in dem König Karl X Gustav 1658 den Frieden von Roskilde feierte und in dem er zwei Jahre später starb. Erbaut wurde die Residenset von Graf Lennart Torstenson, dem ersten Generalgouverneur von Västra Götaland, der sich seine Wohnung an der Göteborger Pforte des Westens wünschte.


Die ursprüngliche Residens war ein zweistöckiges Gebäude in holländischem Renaissancestil. Der imposante Eingang wurde jedoch in Stockholm hergestellt und in gotländischen Sandstein geschlagen. Während beim Gebäude Renaissance vorherrschte war der Eingang jedoch deutlich von Barock beeinflusst.


Da der Erbauer des Hauses noch vor der Fertigstellung der Residenset an einer Krankheit starb, wurde das Gebäude erst von der Zollverwaltung benutzt bis dann der Admiral Erik Sjöblad Gouvernör wurde und von der Bohus Fästning in Kungälv im Jahre 1700 nach Göteborg zog. Der Grund war weniger die Stadtnähe, als vielmehr die Tatsache, dass die Schiffe, die er unter Befehl hatte, bei Nya Varvet lagen.


Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Residenset mehrmals renoviert und erweitert. Die jüngsten Arbeiten waren im Jahre 2001 abgeschlossen, zum 350-jährigen Jubiläum der Stadt. Während des EU-Treffens in Göteborg aßen im Speisesaal des Gebäudes König Carl Gustav und Königin Silvia und in der Bibliothek wurden George W. Busch mit Ehefrau Laura bei ihrem Besuch in Schweden empfangen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Postkarte: Stadsmuseum Göteborg

Montag, 16. November 2009

Stenpiren, das Steinpier bei Skeppsbron in Göteborg

Das Stenpiren oder Steinpier, das Skeppsbron am Stora Hamnkanalen abschließt war die erste Kaianlage Göteborgs. Zu Beginn handelte es sich jedoch nur um keine so stabile Anlage wie heute, sondern um eine einfaches Holzpier, das im Laufe der Zeit immer mehr ausgebaut wurde um der wachsenden Schifffahrt auf dem Göta Älv Platz zu schaffen.


In den Jahren 1844/1845 wurde dann das Stenpiren im heutigen Stil erbaut, das jedoch etwas weiter in den Göta Älv hinausragte als das heutige. Hier legten in den folgenden Jahren sämtliche Boote an, die die Göteborger Schären anliefen, aber auch die Passagierboote nach Marstrand, Uddevalla, Lysekil oder Oslo, was schließlich zu einer Überlastung des Piers führte und neue Hafenanalagen an anderen Stellen der Stadt erforderte.


Gegenüber des Piers findet man auch heute noch das frühere Zollgebäude und den Wasserweg zum Stora Hamnkanalen öffnete schon immer eine Drehbrücke, die den Fischern den Zugang erst zum Fischmarkt am Lilla Torget und dann zum Gustav Adolf Torg bot. Hier kamen jedoch auch die Waren für die Ostindische Kompanie an oder verließen Göteborg zu den bedeutendsten Handelsplätzen Europas.


Das Delawaremonument auf dem Stenpiren erinnert an die zahlreichen schwedischen und finnischen Auswanderer, die dieses Pier als letzte Erinnerung an Göteborg haben. Auch wenn das Neuschweden in Amerika keinen langen Bestand hatte, so blieben die Aussiedler, denen das Monument gewidmet ist dennoch im fernen Lande.


Und selbst während des zweiten Weltkrieges hatte das Stenpiren noch seine Bedeutung, denn hier verließen zahlreiche Hilfsschiffe Göteborg in friedlicher Mission, was dennoch für viele Seeleute die letzte Fahrt bedeutete. An all diese Seefahrer richtet sich das Erinnerungsdenkmal Krigsseglare auf dem Pier. In den nächsten Jahren wird das Stenpiren nun seine nächste Verwandlung vornehmen, wenn ganz Skeppsbron eine neue Bedeutung bekommen wird. Vielleicht werden dann die letzten Erinnerung an die Vergangenheit des Stenpiren, wie auch die letzten dort liegenden Ausflugsboote, von hier verschwinden um dem Pier andere Wege zu weisen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Originalstich: Stadsmuseum Göteborg

Freitag, 23. Oktober 2009

Die Norra hamngatan am Stora hamnkanalen in Göteborgs

Es gibt kaum eine Straße Göteborgs an der sich so viele historische Gebäude der Stadt auf kleinstem Raum befinden wie an der Norra hamngatan. Unter all den vorhandenen Bauwerken entlang des Stora hamnkanalen ist nur eines ohne historisches Interesse und ein farbloser neuerer Bau.

Schon am Stora Bommen, der früheren Zufahrt für die Handelsboote der Ostindiengesellschaft, liegt das alte Zollhaus, das heutige Casino Cosmopol. Hier wurde jedes Schiff kontrolliert, das den Stora Hamnkanalen befahren wollte und selbst die Fischerboote, die ihre Waren am Lilla Torget und später am Gustav Adolf Torg anboten mussten hier passieren.


Die Patriziergebäude zwischen dem Zollhaus und dem Gebäude der Ostindienkompanie wurden ursprünglich vor allem von Direktoren des Handelsunternehmens bewohnt und waren immer Eigentum der privilegierten Schicht Göteborgs. Das Gebäude an der Kämpebron war das frühere Zollpackhaus, das bis 1860 im Dienst war.


Das bedeutendste Gebäude an der Norra hamngatan ist unumstritten jenes der Ostindienkompanie, das rund 100 Jahre lang das Leben Göteborgs dominierte und die Stadt zu einer europäischen Metropole machte. Die Ostindienkompanie galt im 18. Jahrhundert als der bedeutendste direkte und indirekte Arbeitgeber Göteborgs und füllte die städtischen Kassen.


Im direkten Anschluss des Monumentalgebäudes steht das prunkvollste Haus Göteborgs, das Sahlgrenska huset, gefolgt von der Deutschen Kirche, wo heute noch ein deutscher Gottesdienst gehalten wird. Abschluss der Norra hamngatan bildet das Verwaltungszentrum Göteborgs, das bis zu seiner Gründung unter Gustav II Adolf zurückreicht, und sich um den Gustav Adolf Torg verteilt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Das Sahlgrenska huset an der Norra hamngatan in Göteborg

Das Sahlgrenska huset an der Norra hamngatan in Göteborg gehört zu den wenigen Gebäuden der Stadt, die noch Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurden. Das Gebäude steht zwischen dem Städtischen Museum und der Deutschen Kirche und ist ein Zeichen des einstigen Reichtums und dem Luxus Göteborgs. Schon seit der Gründung Göteborgs durch Gustav II Adolf gehörten die Norra und die Södra hamngatan zu den Paradestraßen der Stadt in dem sich nur reiche Bürger niederlassen konnten.


Vor allem an der Norra Hamngatan in Göteborg wohnten all jene, die man heute zum Geldadel zählen würde. Hinter den Häusern waren Gärten, Ställe und Vorratsgebäude, die jedoch später dem Hausbau weichen mussten. Die heute sichtbaren Gebäude der Norra Hamngatan stammen überwiegend von Mitte bis Ende des 18. Jahrhundert, da 1746 ein Großbrand die vorherigen Holzgebäude zerstörte.


Das Sahlgrenska huset nahm eine besondere Stelle unter den Gebäuden am Stora hamnkanalen ein, nicht nur wegen seiner Pracht, sondern auch wegen der erlesenen Gäste, die hier weilten. Unter den bedeutendsten Gästen kann man unter anderem Emanuel Svedenborg, König Gustav III und Sofia Magdalena nennen.


Das aktuelle Sahlgrenska huset wurde nach dem genannten Großbrand von Brigitta Sahlgren errichtet, der Witwe Jacob Sahlgrens. Der Keller des Hauses wurde in jener Zeit als Lagerraum verwendet und dient heute dem Göteborgs Vinkällare zu erlesenen Weinproben in einer Atmosphäre des 18. Jahrhunderts.

Das Erdgeschoss diente der kaufmännischen Aktivität und die darüber liegende Etage, zu der eine frei tragende Treppe führt, war als Salon gebaut. Nach dem Tode von Brigitta Sahlgren erbten die Enkel Gustav Adolf Sparre und Jacob Sahlgren das Haus, das Graf Sparre zu einem wahren Kunstmuseum verwandelte. Hier fanden sich Gemälde von Künstlern wie Raphael, Rubens, Rembrandt, van Dyck und anderen Größen. Auch wenn die Gemälde heute nicht mehr vorhanden sind, so wurden jedoch die Räume im ersten Stock im Jahre 1969 restauriert und fanden zurück zum Rokokostil des 18. Jahrhunderts.


Die dem Stora Hamnkanalen zugewandte Fassade ist in neuklassischem Stil erbaut, wobei rechts und links der Treppen zwei reich verzierte gusseisernen Laternen zu sehen sind. Die eingemauerte Plakette über der Tür zeigt Niclas Sahlgren, der Direktor der Ostindischen Kompanie war und auch einer der größten Wohltäter der Stadt, der unter anderem das erste Sahlgrenska Krankenhaus finanzierte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 10. Oktober 2009

Norra Hamngatan Nummer 4 am Stora hamnkanalen in Göteborg

Als Göteborg von Gustav II Adolf gegründet wurde lagen auf der Nordseite des Stora hamnkanalen mit Sicherheit keine Häuser, da dieser Teil der heutigen Stadt ausschließlich Befestigungszwecken und der Verteidigung diente. Und dennoch ist das heute sichtbare Haus nicht mehr das erste Gebäude, das an diesem Platz stand.


Das erste Mal, dass das Haus Nummer 4 in der Norra Hamngatan erwähnt wird war 1720, als der Kommandant Christen Gathenhielm es bewohnte. Da es sich damals um ein einfaches Wohnhaus handelte ist über jene Zeit kaum etwas überliefert. 1784 erwarb bereits Anna Björnberg das Gebäude, das dann längere Zeit in der Familie blieb.


1815 wurde das Haus von Niklas Björnberg erweitert, der von 1806 bis 1813 Direktor der Ostindien Kompanie war. Björnberg war zu jener Zeit einer der reichsten Männer Göteborgs, der sein Vermögen vor allem durch Schnapsbrennerei erwarb, was ihm wenige Jahre zuvor, während der Hungerjahre Göteborgs, erhebliche Probleme einbrachte und das Volk seinen Schnapsvorrat ins Wasser goss.


Vermutlich brannte sein Haus, das entgegen der königlichen Vorschriften in Holz erbaut war, bei einem der zahlreichen Grossbrände dieser Zeit nieder, so dass Max Malm, ein reicher Großhändler Göteborgs, 1882 hier ein Gebäude in Neurenaissance errichten konnte, das er innen und außen bis zum Kitsch dekorieren ließ. Die unteren beiden Etagen dienten als Büro, während die oberen beiden Wohnfläche waren.


Wie man auf einem alten Stich feststellen kann war das Gebäude ursprünglich das höchste in der Häuserreihe. Max Malm bewohnte das Haus jedoch nur bis 1893. Nach dieser Zeit wechselten die Besitzer mehrmals und das Gebäude diente für Mietwohnungen. Verwitterungen machten jedoch im Jahre 1983 bedeutende Renovierungsarbeiten nötig, was den Charakter des Hauses, außer der Fassade, veränderte und ihm auch die Dominanz über die Nachbarhäuser nahm. Seit 1987 ist das Gebäude unter Denkmalschutz.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin (Stich: Göteborgs Stadsmuseum)

Samstag, 5. September 2009

Die Kämpebron (Brücke der Kämpfer) am Lilla Torget in Göteborg

Die erste Kämpebron am Lilla Torget, die über den heutigen Stora Hamnkanalen geht, wurde bereits im Jahre 1631 fertig gestellt, nur wenige Jahre nachdem das Göteborg Inom Vallgraven seine Stadtrechte von Gustav II. Adolf erhalten hatte. Damit gehört die Kämpebron mit zu den ältesten Brücken, die der befestigten Stadt einen Zugang boten.


Die Brücke erhielt ihren Namen im Jahre 1639 als der deutsche Bildschnitzer Hans Swandt vier Holzskulpturen für die Brücke schnitzte. Die Figuren stellten die Kämpfer Starkodder, Vitolff, Arngrim und Halfdan dar, die in der einen Hand eine Lanze hielten und in der anderen ein ovales Schild, wobei zwei der Schilde das Wappen Göteborgs zeigten. Die vier Kämpfer entstammten der nordischen Mythologie.


Die Helden dieser ersten Kämpebron, der Kämpferbrücke, die wegen ihrer Farbe auch als Rote Brücke bezeichnet wurde, benötigte jedoch bereits 1685 einige Reparaturen, da das Holz der Kämpfer verwitterte. Der Holzschnitzer Nils Läser wurde mit den entsprechenden Arbeiten beauftragt.


Aber schon 1705 wurde eine neue Brücke aus Stein errichtet, deren mittlerer Bogen sich für Schiffe öffnen lies. Aber auch die mit Eisen beschlagenen Balken des mittleren Teiles der Brücke hielt der Witterung Göteborgs kaum stand und erforderten regelmäßig Ausbesserungsarbeiten. 1913 wurde diese Kämpebron vom Bildhauer Nils Läsberg mit den Göteborger Löwen versehen, die jedoch etwa hundert Jahre später in den Glockenturm der Domkyrkan gebracht wurden.


Die heutige Kämpebron wurde im Jahre 1925 eingeweiht und sollte in seiner Ausführung an die lange Geschichte der Brücke erinnern, was dazu führte, dass der legendäre schwedische Architekt dieser Zeit, Arvid Fuhre, sowohl Löwen, als auch einen Kämpfer mit in die Konstruktion einarbeiten ließ und selbst an die frühere Schifffahrt auf dem Stora Hamnkanalen erinnert, indem er von der Wasserseite aus vier Windsymbole in die Besfestigung einarbeiten ließ. Auch wenn als Künstler häufig der Name des Architekten Arvid Fuhre auftaucht, der auch am Brunnen der Skogsråfontänen beteiligt war, so ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schmiedearbeit von einem der damals bekannten Kunstschmieden Göteborgs ausgeführt wurde.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 4. September 2009

Lilla Torget am Stora Hamnkanalen in Göteborg

Der älteste Fischmark Göteborgs befand sich am Lilla Torget, der damals noch Fisktorget hieß und sich daher auch im Teil Inom Vallgraven befindet. Am Stora Hamnkanalen, der entlang des Lilla Torget fließt, befand sich hier die sogenannte Fiskebryggan wo die Schärenfischer anlegten und dann direkt vom Boot aus ihren Fang verkauften.


Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Fischverkauf dann mehrmals verlagert und der Lilla Torget verlor an Bedeutung. Erst verlagerte sich der Verkauf zum Stora Bommen, schließlich zum Stora Torget, der heute Gustav Adolf Torg heißt, und 1849 schließlich kam der Fischmarkt an den Rosenlundskanal mit dem neuen Fisktorget, wo 1874 letztendlich die Feskekôrka erbaut wurde.


Die ursprünglichen Holzhäuser am Lilla Torget brannten beim Großbrand im Jahre 1804 nieder, so dass der Platz heute von Bauten des 19. Jahrhunderts dominiert wird. Das bekannteste Gebäude ist das Wijska huset, das Olof Wijk zwischen 1850 und 1853 erbauen ließ und das seit 1971 im Erdgeschoss das Restaurant Fiskekrogen untergebracht ist.


Wie schon das Wijska huset am Lilla Torget, so sind auch die Fassaden der umstehenden Häuser im Stil des 19. Jahrhunderts gehalten, so das Gebäude, das James Dickson, der Gründer der Dicksonska Volksbibliothek, im Jahre 1811 erbauen ließ und das Nachbarhaus, das 1888 für die Göteborgs Enskilda Bank gebaut wurde.


Bekannt ist der Lilla Torget sicher auch wegen der Statue von Jonas Alströmer, der vom Zentrum des Platzes aus auf den Stora Hamnkanalen blickt. Etwas weniger beachtet wird dabei die Kämpebron, die älteste Brücke Göteborgs, mit Arbeiten von Arvid Fuhre, die am Lilla Torget den Stora Hamnkanalen überbrückt. An dieser Stelle befand sich bereits zur Zeit der ersten Fischmärkte, im Jahre 1625, eine Brücke, die jedoch mehrmals erneuert werden musste und 2009 erneut restauriert wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin