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Dienstag, 13. April 2010

Das Riksbankshuset an der Södra Hamngatan in Göteborg

Auch wenn das Gebäude mit der Hausnummer 27 an der Södra Hamngatan in Göteborg heute als das Riksbankshuset bekannt ist, also eine der zahlreichen Banken der Straße beherbergte, so war das Haus im Jahre 1804, wie so viele andere Nobelhäuser der Gegend, als Geschäfts- und Wohnhaus erbaut worden. Architekt war, wie für so viele andere Nobelgebäude der Stadt, C. W. Carlberg, der als Architekt für das Gunneboschloss bei Göteborg bekannt wurde.

Riksbankshuset 1902

Der Erbauer des Hauses war A. Andersson, der im Erdgeschoss Verkauf und Lager eingerichtet hatte und in den beiden oberen Etagen wohnte. Anderson besaß zu jener Zeit eine der bedeutendsten Heringssalzereibetriebe. Er besaß das Haus jedoch nur bis 1811. Zwischen 1811 und 1842 hatte das Gebäude dann zwei unterschiedliche Besitzer, bis es 1842 von der Riksbanken gekauft wurde.

Riksbankshuset 2010

Das heutige Aussehen im Stil der Neurenaissance verdankt das Gebäude der Riksbanken, die die rustikalen Fenster einsetzen ließ und der Fassade den Stil in Neurenaissance gab. Diese Umbauten erfolgten im Jahre 1886, als die Bank ein weiteres Gebäude an der Rückseite des Hauses, Richtung Drottninggatan, errichten ließ, das in etwas einfacherem Stil gehalten ist.


Bis 1943 wurde am Riksbankshuset weder innen noch außen bedeutend verändert. Das Erdgeschoss diente den Bankgeschäften, in der ersten Etage waren die Büroräume für die Geschäftsführung und im dritten Stock hatte der Bankdirektor seine Wohnung. Die Gebäudefront stammt, inklusive der schmiedeeisernen Arbeiten am Eingang, von 1886 und demonstriert die damalige Bedeutung der Reichsbank.


Ab 1943 wurde das Innere des Riksbankshusets mehrmals renoviert und umgebaut. Heute können alle Innenräume als zeitnah und modern betrachtet werden, wobei selbst die künstlerische Ausstattung der Räume von 2001 und stammen und nur noch sehr wenig an die alte Ausstattung der Räume erinnert. Heute findet man im ehemaligen Riksbankshuset erneut eine Bank, nämlich die Swedbank.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Erstes Foto: Stadsmuseum Göteborg

Mittwoch, 7. April 2010

Das Blidbergska Huset in Göteborg

Das Blidbergska Huset an der Södra Hamngatan in Göteborg wurde nicht von Blidberg erbaut, wie der Name vermuten lässt, sondern von Fredrik Magnus Åkerman (1754 - 1830), der ein reicher Gutsbesitzer aus der Nähe von Kungälv war und sich von Michael Balkow, einem Göteborger Baumeister, an dieser Stelle ein Wohnhaus in bester Lage errichten ließ.


Auch wenn das Gebäude bereits damals dem heutigen Aussehen nahe kam, so gilt dies nicht für das Erdgeschoss, das seine Schaufenster erst mit den Umbauarbeiten, die Ende des 19. Jahrhunderts bekam. Wie alle Gebäude jener Zeit wurde die Fassade des Hauses reich verziert. Da es sich um ein Wohnhaus handelt, sind jedoch die Verzierungen ohne jede sinnbildliche Bedeutung, sondern dienen ausschließlich der Ästhetik.


Nach dem Tode von Fredrik Magnus Åkerman wurde im damals als Åkermans Huset bekannten Gebäudes eine Buchhandlung eingerichtet, die nach nur drei Jahren von Nathan Jacob Gumpert übernommen wurde erst 1871 einige Häuser weiter an der selben Straße umzog, an die Kreuzung von Södra Hamngatan und Östra Hamngatan, die in Göteborg heute noch als Gumperts Hörn (Gumperts Ecke) bekannt ist.


Eigentümer das Hauses war ab 1833 jedoch der Göteborger Kaufmann Peter Blidberg, nach dem das Gebäude mittlerweile benannt ist. Peter Blidberg war zu jener Zeit Miteigentümer der bekannten Kleiderfirma Blidberg & Stridsberg, die im Nachbarhaus seine Aktivität hatte. Etwas unverständlich ist dabei, dass Blidberg das Haus besaß - und anfangs dort wohnte - in dem die Gumperts Buchhandlung untergebracht war und Gumpert Eigentümer des Hauses war in dem Blidberg seinen Aktivitäten nachging und auch dort residierte.


Bekannt wurde das Gebäude jedoch vor allem in der Zeit, als der Zollchef Wilhelm Karström den Wohnteil des Hauses von Blidberg gemietet hatte, denn als dieser im Jahre 1847 eine bedeutende Menge an Schmuggelgut beschlagnahmte, brach der sogenannte Zollkrieg in Göteborg aus. Vor dem Gebäude versammelte sich eine große Volksmenge, die sämtliche Fenster des Gebäudes einschlug. Zwischen 1887 und 1897 wurden dann bei Renovierungsarbeiten die Schaufenster im Erdgeschoss hinzugefügt und bei weiteren Renovierungsarbeiten in den 60er Jahren verschwanden auch die Vorbauten im ersten Stock.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Erstes Foto: Stadsmuseum Göteborg

Montag, 5. April 2010

Die Freimaurerloge in Göteborg

Auch wenn die Freimaurerloge in Göteborg weit in die Geschichte zurückreicht und bereits fest in der Ostindienkompanie verankert war, so wurde das Gebäude an der Södra Hamngatan, das heute noch die Loge beherbergt, erst ab 1802 erbaut, im damals vornehmsten und reichsten Teil Göteborgs. Die vorherigen Holzgebäude an der Straße fielen alle einem Großbrand zum Opfer, so dass man heute keinerlei Reste mehr von ihnen findet.


Die Freimaurerloge, die darauf aufbaut, dass eine ständige Arbeit an sich selbst das gesamt menschliche Verhalten verbessert, konnte in Göteborg sehr schnell Fuß fassen, da gerade die Anfänge und die Industrialisierung des heutigen Göteborg sehr stark von schottischen Einwanderer geprägt waren und viele der Namen der damaligen Unternehmer in den alten Listen der Freimaurerloge zu finden sind.


Das Gebäude der Freimaurerloge an der Södra Hamngatan 31 in Göteborg wurde 1806 fertiggestellt und vollständig in neuklassischem Stil erbaut, wobei sich das Gebäude vor allem durch seine sechs Säulen aus Sandstein mit ionischem Kapitell von den umliegenden Häusern der gleichen Epoche absetzt, die jedoch erst bei späteren Renovierungsarbeiten errichtet wurden. Das Restaurant im Erdgeschoss wurde jedoch bereits im Jahre 1807 in der heutigen Form geöffnet.


Als im Jahre 1820 ein Brand in der Frimurarlogen ausbrach, wurde es unter dem Architekten und Freimaurer Weinberg wieder in seinen Originalzustand versetzt. Ende des gleichen Jahrhunderts wurde bei weiteren Umbauten Teile der Innenräume modernisiert. Aber bereits bei den Arbeiten zwischen 1916 und 1918, als auch die Fassade sein heutiges Aussehen bekam, wurden sämtliche Räume wieder in der ursprünglichen Form restauriert.


Während man das Gebäude von außen jederzeit besichtigen kann, wird der Zutritt zu den Innenräumen der Allgemeinheit nur einmal im Jahr und nur einer einzigen kleinen Gruppe gewährt. Außer den Mitgliedern der Loge können daher jedes Jahr nur bis zu 25 Personen auch die prachtvoll geschmückten Räume aus dem 19. Jahrhundert bewundern.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin - Letztes Foto: Stadsmuseum Göteborg

Montag, 22. Februar 2010

Die Handelsbanken an der Södra Hamngatan in Göteborg

Direkt neben dem Gebäude der Köpmansbanken an der Södra Hamngatan in Göteborg mietete sich wenige Jahre nach dem Eröffnen der Köpmansbanken der Vorgänger der Göteborger Handelsbanken ein, die dann 1901 das Gibsonske Huset mit der Hausnummer 17 in der gleichen Straße kaufte und für einige Jahre dort einzog. Da die Bank jedoch immer bedeutender wurde, entschied sich die Leitung der Handelsbank ein für die Geschäfte besser geeignetes Gebäude zu errichten.


Als endgültig entschieden wurde, dass das Konsortium, das Anfang des 19. Jahrhunderts die Geschäfte der Göteborger Handelsbanken betrieb, wieder eine unabhängige Handelsbank werden sollte wurde der Architekt Ernst Krüger damit beauftragt das Gebäude, das heute als alte Göteborgs Handelsbanken bekannt ist, zu erbauen. Im Jahre 1925 wurde dann das Haus mit der Nummer 19 die Göteborgs Handelsbanken.


Gleichzeitig wurde das nebenstehende Gabäude mit der Nummer 17, das Gibsonska Huset abgerissen. Während die ehemalige Göteborgs Handelsbanken zwischen 1921 und 1925 noch mit einer Barockfasade in Granit erbaut wurde und Teil der historischen Architektur Göteborgs ist, entstand am Platz des ehemaligen Gibsonska Huset später eine Bürogebäude ohne besonderes Interesse. Die Göteborgs Handelsbanken war von außen ein imposantes Gebäude der Zeit, die glasüberdachte Bankhalle war jedoch zum Garten hin gebaut und von der Straße aus nicht sichtbar.


Das Haus zwischen der Göteborgs Handelsbanken und der Köpmansbanken beherbergte zu jener Zeit die Industribanken. Als diese mit der Handelsbanken fusionierte, ging auch das Gebäude der Industriebanken an die Göteborgs Handelsbanken über. Das an der Södra Hamngatan mit der Nummer 21 stehende Gebäude war nur wenige Jahre vor der Handelsbanken von Ivar Tengbom erbaut, was erklärt, warum die beiden Gebäude unterschiedlich ausgeschmückt wurden.


Da das Gebäude der Göteborgs Handelsbank auch ein Symbol für die Stadt sein sollte, wurde als Gebäudeschmuck der Göteborger Löwe benutzt. Das Nachbargebäude dagegen sollte, wie noch wenige Jahre vorher üblich, die gesamte Aktivität der Bank symbolisieren. Hier findet man daher noch Muscheln über den Fenstern, ein Boot auf der Fassade und schließlich den Göteborger Löwen über dem Haupteingang.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Erstes Foto: Stadsmuseum Göteborg

Samstag, 20. Februar 2010

Köpmansbanken an der Södra Hamngatan 23 in Göteborg

Entlang des Stora Hamnkanalen befinden sich dominant alte Patrizierhäuser, die noch von den Glanzzeiten Göteborgs sprechen, auch wenn es sich dabei nicht mehr um die ersten Holzgebäude handelt, die sicher nicht weniger aufwendig gebaut waren, aber bei mehreren Großbränden vollständig verstört wurden.


Die Gebäude an der Södra Hamngatan wurden, bis auf wenige Ausnahmen, alle im 19. Jahrhundert erbaut und waren zum Teil Handelshäuser oder eine Mischung aus Handelsgebäude und Wohngebäude. Zwischen dem Lilla Torget und dem Brunnsparken befand sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts die Bankenstraße Göteborgs an der mehrere bedeutende Banken der Stadt ansiedelten.


Das Gebäude mit der Nummer 23 an der Södra Hamngatan wurde im Jahre 1891 im Auftrag der Göteborgs Köpmansbank vom Architekten K. Johansson erbaut. Wie jedes Gebäude, das in diesem Jahrhundert enlang des Kanals gebaut wurde, so sollte auch die Göteborgs Köpmansbank sich durch besonderen Gebäudeschmuck von den anderen Bauwerken unterscheiden.


Der Architekt beauftragte für den Gebäudeschmuck die bedeutendsten Kunsthandwerker ihrer Zeit, die dem Gebäude alle Kennzeichen bieten konnten, die eine internationale Bank kennzeichnet. Im Falle der Göteborgs Köpmansbank wurden daher, in Form von Reliefen, die Verbindungen zu fernen Ländern dargestellt, zumal viele Kunden der Banken als Reedereien oder als internationale Kaufleute tätig waren.


Eine weitere Besonderheit des Gebäudes ist das Gitter am Haupteingang, das von der Firma E. A. Rosengren hergestellt wurde, die seit 1847 vor allem Kassenschränke und Tresore in Göteborg herstellte. Die Göteborgs Köpmansbank überlebte jedoch nur bis zum Jahre 1904, als sie dann von der Skånes Enskilda Bank übernommen wurde, die damit in Göteborg Fuß fassen konnte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Erstes Foto: Stadsmuseum Göteborg

Mittwoch, 17. Februar 2010

Gebäudeschmuck und Architektur in Göteborg

In nur wenigen Städten wurde während der letzten zwei Jahrhunderte soviel Wert auf Gemäudeschmuck gelegt wie in Göteborg. Zum einen mag es sicher daran liegen, dass sehr viele Architekten Göteborgs gleichzeitig eine künstlerische Ausbildung hatten, zum anderen liegt es sicher auch daran, dass einige erste Beispiele an Gebäudeschmuck andere Architekten und Bauherren dazu anregten ihren Gebäuden ebenfalls eine Persönlichkeit zu geben.


Auch wenn der Gebäudeschmuck in der Regel aus Granit oder Marmor gefertigt wurde, so findet man dennoch auch andere Materialien, vor allem aber eine sehr unterschiedliche Ausdrucksweise der einzelnen Künstler. Bisweilen bleibt dem heutigen Betrachter auch der Ursprung eines Werkes unklar, wie die beiden Figuren, die an Romulus und Remus erinnern, die an der Avenyn 13 dabei sind Rom aufzubauen. Möglicherweise war dies auch das Symbol des Architekten.


Weitaus deutlicher sind dabei Symbole die sich am Gebäude der Södra Hamngatan 23 in Göteborg befinden, da das Gebäude ursprünglich für die Köpmansbank errichtet wurde. Die Darstellung Amerikas, Asiens und Afrikas zeigen die weitreichende Verknüpfung im Handel und des Bankenwesens, zumal die Kunden der Göteborger Banken zu jener Zeit vor allem Reedereien und Kaufleute waren, die internationalen Handel betrieben und förderten.


Ähnliches gilt auch für den Gebäudeschmuck der ehemaligen Transatlantics Reederei am Packhusplatsen, denn die Darstellung von Poseidon, der ein Schiff ruhig über die Meere trägt, ist wie geschaffen um die Arbeit einer Reederei auszudrücken, zumal Poseidon auch als Symbol Göteborgs gilt. Da Poseidon hier erst angebracht wurde nachdem das Haus bereits stand kann man hier davon ausgehen, dass die Reederei selbst den Künstler beauftragte und der Architekt nur die vier Figuren über dem Haupteingang direkt in Auftrag gab.


Aber auch in jüngerer Zeit werden in Göteborg Gebäude mit künstlerischen Arbeiten aufgewertet, so auch mehrere Gebäude am Sannegårdshamnen. Um mehrere Eingänge wurden symbolische Steinritzungen des Bohuslän angebracht, die den Aspekt bekamen in Elfenbein geschnitzt zu sein. Während einige der Darstellung verschiedenen historischen Steinritzungen entnommen sind, präsentieren andere wiederum Fische oder andere Wassertiere, die die Nähe der Häuser zum Wasser aufzeigen sollen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Februar 2010

Die Södra Hamngatan in Göteborg

Bei der Gründung Göteborgs erhielt die Södra Hamngatan in Göteborg den Namen Sank Johannes Gata, einen Namen, den die holländischen Baumeister der Straße gaben und einem Straßennamen in Amsterdam entspricht. Später wurde sie in Stora Hamngatan umbenannt und erst im 20. Jahrhundert bekam sie ihre heutige Bezeichnung und wurde die Södra Hamngatan.

Residenset, Södra Hamngatan 1

Die Gebäude an der Södra Hamngatan, die nur durch den Stora Hamnkanalen von der Norra Hamngatan getrennt sind, waren von Beginn an Wohnungen und Büros für bedeutende Persönlichkeiten Göteborgs, zumal sich von hier aus auch das Meer öffnete und der Schiffsverkehr bis vor die Türen der Häuser führte. Die Södra Hamngatan erstreckt sich vom Stenpiren bis zum Slussplatsen am Drottningstorget und beherbergt an ihren 880 Metern Länge seit dem industriellen Niedergang Göteborgs fast ausschließlich Bürogebäude.

Kämpebron und Södra Hamngatan

Das Gebäude mit der Hausnummer 1 der Södra Hamngatan, die Residenset, ist das älteste noch bestehende Privathaus Göteborgs, das zwischen 1648 und 1650 erbaut wurde. Die nächsten Gebäude bis zum Lilla Torget wurden dann erst ab Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und zum Teil erheblich umgebaut, so dass sie nur noch teilweise einen Rückschluss auf die Bauweise des 19. Jahrhunderts zulassen.

Frühere Göteborgs Handelsbank, Södra Hamngatan 19-21

Auch die Gebäude zwischen Lilla Torget bis zum Brunnsparken stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und waren zum Teil Wohnhäuser und Büroräume wohlhabender Göteborger, wo später die ersten Banken der Stadt öffneten. Die Namen der ursprünglichen Eigentümer wie Chalmers oder Gibson sagen viel über die ursprünglich Reputation der Umgebung.


Zwischen Brunnsparken und Drottningstorget findet man heute nur noch wenige Reste der historischen Bauten. Hotels und Geschäfte wie Arkaden haben seit langem die alten Gebäude ersetzt. Dennoch gibt es noch eine Ausnahme, denn das einzige Gebäude der Södra Hamngatan mit einer geraden Hausnummer liegt direkt am Brunnsparken. Das Palacehuset von 1751, das sich von einer Zuckerraffinerie zu einem Nobelhotel verwandelte und heute ein bekanntes Restaurant der Stadt Göteborg ist hat mittlerweile den zentralsten Platz der Södra Hamngatan eingenommen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 2. November 2009

Das Stora Teatern oder Storan in Göteborg

Auch wenn es in Göteborg bereits im Jahre 1816 ein Stora Teatern gab, das noch an der Södra Hamngatan lag, so begann das Theater- und Opernleben des heutigen Göteborgs erst mit dem Bau des heute als Storan bekannten Gebäudes. Treibende Kraft für den Bau des Großen Theaters am Kungsparken war seit 1850 die Göteborgs Handels- och Sjöfarts Tidning.


Schon 1855 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, die sich Nya Theateraktiebolaget nannte und ein Grundstück am Kungsparken erwerben konnte. Es dauerte dann weitere 4 Jahre bis auch ein Gebäude auf dem Grundstück errichtet war, das noch den Namen Nya Theatern trug und mit dem Stück "Konung Carl den Tionde Gustaf" eingeweiht wurde.


Aber auch das Neue Theater hatte nicht den erwarteten Publikumserfolg und tauschte in den folgenden Jahren auch den Besitzer. Unter Wilhelm Åhman begann sich nach einem besonderen Ereignis das Blatt zu wenden. Im November 1872 präsentierte sich August Strindberg bei Åhman, der auch sofort eine kleinere Rolle erhielt. Und 1875 konnte sich das Theater zum ersten Mal ein festes Ensemble leisten.


1880 wurde dann das Nya Theatern das Storan oder Stora Teatern von Göteborg, wo nicht nur Theater gespielt wurde, sondern auch Opern, Operetten und Musicals ihren Platz fanden. Erst im Jahre 1994 änderte sich schließlich, mit dem Bau der Göteborger Oper, das Programm des Stora Teatern, das nun nur noch eine Filiale des Göteborger Stadttheaters war.


Nach dem Jahrhundertwechsel wurde das Storan letztendlich an SAMI (Svenska Artisters och Musikers Interesseorganisation) langfristig vermietet, die das Gebäude modernen Künstler und ihren Konzerten und ein Restaurant öffnete sowie Räume des Gebäudes für Konferenzen vermietet. Das Storan steht seit 1973 unter Denkmalschutz.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin