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Dienstag, 28. Dezember 2010

Die Lichterstrecke in Göteborg

Jedes Jahr ab der zweiten Dezemberwoche erleuchtet in Göteborg die Lichterstrecke in Göteborg, die dieses Jahr sogar bis zum 9. Januar erhalten bleibt. Diese Lichterstraße beginnt am Gebäude, das in Göteborg als Läppstiftet (Lippenstift) bezeichnet wird, bei Lilla Bommen, und führt dann entlang der Östra Hamngatan und der Avenyn bis nach Liseberg. Insgesamt erstreckt sich die Lichterstraße auf rund drei Kilometer.


Bei Lilla Bommen entdeckt man dieses Jahr einen blinkenden Läppstiftet, mit Lichterketten geschmückte Kräne der Werft, weihnachtlich geschmückte Ausflugsboote und natürlich das in lila erstrahlende Riesenrad, das mit seinen geheizten Gondeln zu Weihnachten und Neujahr täglich in Betrieb ist.


Der Teil zwischen Lilla Bommen bis zum Gustav Adolf Torg wirkt dunkel und trist und erst nachdem man an dem ebenfalls wenig weihnachtlichen Brunnsparken vorbei ist, beginnen Straßen und Häuser wieder zu erstrahlen, wobei die mehrfarbige Weihnachtbeleuchtung dann bis zum Kunstmuseum am obersten Ende der Avenyn fortsetzt.


Bevor man jedoch dort ankommt, muss man vor allem einen Blick auf das alte Theater Storan werfen und unter dem Bogen mit dem beleuchteten Mistelzweig am Bältespännarparken hindurchgehen. Hier kann man unter bunter Weihnachtsbeleuchtung Schlittschuh laufen und dem lebenden Weihnachtsbaum lauschen, der hier jedes Jahr aufgebaut wird.


Von der Avenyn aus sollte man dann zum Näckrosdammen weitergehen, wo sich dieses Jahr die Beleuchtung beim Vorbeigehen an den Bäumen ändert. Von hier aus führt dann die Strecke, die anfangs etwas dunkel bleibt, bis zum hell erstrahlenden Liseberg, das jedoch am 23. Dezember seine Pforten schloss. Wer etwas mehr Zeit aufbringt, darf allerdings auch die Nebenstraßen mit seinen Bauten nicht vergessen, denn insgesamt bietet die Lichterstrecke in diesem Jahr 36 verschiedene Lichterlebnisse.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Symbole Göteborgs

Jede Stadt hat seine Symbole, wobei man jedoch einen Unterschied dazwischen machen muss was touristisch als Symbole betrachtet wird, was ein Besucher der Stadt als Symbol empfindet und was die Bewohner der Stadt selbst als Symbol empfinden. In Göteborg findet man daher vier verschiedene Hauptgruppen an Symbolen, die sich jeweils an eine bestimmte Gruppe richten.


Wenn man die Bewohner Göteborgs fragt, so werden viele die Johanna am Brunnsparken, den Kopparmärran am Kungsportsplatsen, die Statue von Gustav II Adolf und den Schlosswald nennen, da man sich hier trifft, entspannt oder, wie im Fall des Schlosswaldes, auch feiert. Es handelt sich daher um Stellen, an denen das Leben pulsiert.


Verantwortliche für den Tourismus der Stadt sprechen lieber von Liseberg, der Avenyn, dem Riesenrad, der Götheborg, Haga und der Feskekôrkan, da hier der finanzielle Aspekt des Tourismus nicht vergessen werden wird und das Symbol mit einer Aktivität verbunden werden muss, die einen Besucher auch beschäftigt und zum Kauf bewegt.


Wer sich mehr für imposante oder geschichtsträchtige Bauten interessiert, wird bei einem Symbol Göteborgs unmittelbar an die Nya Älvsborgsfestung denken, an die Masthuggskyrkan, sowie an die alte Festungen Skansen Kronan und Skansen Lejonet, obwohl Göteborg über weitaus ältere und architektonisch interessantere Gebäude verfügt, die jedoch in die Stadt eingebettet wurden und daher nicht unmittelbar ins Auge fallen.


Wer jedoch mit eigenem Boot oder einer Fähre aus Deutschland oder Dänemark nach Göteborg kommt, wird erneut andere Bauwerke mit Göteborg verbinden, angefangen von der Insel Vinga, dem ersten Zeichen der Stadt, bis zur Älvsborgsbron und schließlich der wartenden Frau des Seemanns, die auf ihrem Turm neben dem Seefahrtmuseum über den Göta Älv blickt.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Oktober 2010

Herbstliches Cafémilieu in Göteborg

Göteborg gehört zu den Städten in denen mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühling Cafés ihre Stühle und Tische an die Straße stellen, wo sie dann bis November stehen und Gäste anzuziehen. Jeder Strahl Sonne wird hier mit einem Kaffee verbunden, der im Freien getrunken wird. Aber selbst zu Afterwork um 17 Uhr findet man noch bei Temperaturen von gerade einmal 6 Grad noch jemand, der sein Bier und Essen im Freien einnimmt.


Wer dieses Gefühl der Göteborger zu ihren Straßencafés erleben will, muss an einem Sonnentag nur an der Avenyn, der Vasagatan, der Linnégatan oder der Haga Nygatan suchen, denn hier treffen sich alle Schichten der Bevölkerung und genießen in einem der zahlreichen Cafés die geringste Wärme, die die Sonne nach Göteborg trägt.


Während man während der touristischen Epoche im Sommer oft kaum einen freien Platz an den Tischen der Straßencafés findet, die oft auch kleinere Gerichte anbieten und bisweilen selbst eine Schankgenehmigung haben, findet man im Frühling und Herbst fast immer einen freien Tisch, wobei jedoch, vor allem an einem sonnigen Samstag, in der Haga Nygatan die Schlange zur Theke beträchtlich lang sein kann.


Da es im Oktober oder November jedoch, selbst bei Sonne, nicht mehr so warm in Göteborg ist, dass man sich, ohne besondere Vorkehrung, ungeschützt lange an einen Tisch an der Straße setzen will, bieten die Cafés in Göteborg einen Service, der allen Gästen sehr willkommen ist. Auf jedem Stuhl findet man bei kühler Witterung eine Wolldecke, die man sich auf die Knie legen oder in die man sich einwickeln kann.


Im Gegensatz zu Südfrankreich oder Spanien, wo man die kühle Luft durch die Installationen unterschiedlicher umweltfeindlicher Heizquellen aufwärmt, will die Mehrheit der Göteborger wirklich die Sonne genießen und fühlen und wärmt sich daher mit einer natürlichen Quelle auf, einer Wolldecke. Mit dieser Methode kann man in Göteborg acht Monate lang im Freien einen Kaffee trinken und von der Sonne profitieren.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 11. Oktober 2010

Einen Tag Urlaub in Göteborg

Immer mehr Besucher nutzen die günstigen Angebote von Stena Line um für einen Tag Göteborg zu besuchen. Da die Fähre für 12 Stunden in Göteborg am Kai liegt, haben die Besucher rund 10 Stunden Zeit die Stadt zu erkunden. Zwischen Mai und September reicht diese Zeit kaum aus um alles zu entdecken, was sich dann jedoch ab Oktober vollständig ändert.


Da die Deutschland-Fähre aus Kiel bei Klippan anlegt, so bietet sich ein kurzer Ausflug in das dortige Kulturreservat an, wo man die Ruinen der ersten Älvborgsfästning findet, aber auch die früheren Anlagen der ersten Brauerei Göteborgs und der Carnegie Zuckerfaffinerie, die heute Hotel und Ausbildungszentren sind. Hier liegt auch das Veteranbootsmuseum Göteborgs, das man kurz besuchen sollte, bevor man sich zur Anlegestelle der Älvsnabben macht, die sich zwischen Stena-Pier und dem Kulturreservat Klippan befindet.


Von Klippan aus nimmt man die Älvsnabben nur bis zur nächsten Haltestelle Eriksberg, von wo aus man, flussaufwärts, einen herrlichen Spaziergang entlang des Göta Älv machen kann. Die Uferpromenade gleicht einem Skulpturenpark, am Kai liegt die Götheborg und vom nördlichen Ufer aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Stadt, die von der Masthuggskyrkan dominiert wird. An der nächsten Haltestelle sollte man jedoch zurück auf die Älvfähre und die Reise bis zur Endhaltestelle Lilla Bommen fortsetzen.


Bei Lilla Bommen liegt die Barken Viking, dort steht das Riesenrad und man kann mit dem Aufzug auf die Spitze des Hochhauses Läppstiftet fahren, einem der beeindruckendsten Aussichtspunkte Göteborgs. Bei Lilla Bommen beginnt auch das Kai der Träumer, die Oper und das größte Einkaufszentrum Skandinaviens, Nordstan, das man zumindest einmal kurz durchstreifen soll.


Von Lilla Bommen aus sollte man nun den Weg zum Gustav Adolf Torg und dem Brunnsparken nehmen, die eines der Zentren Göteborgs ausmachen. Wenn man dann weiterhin der Östra Hamngatan folgt, so erreicht man bald den Kungsportsplatzen und die Stora Saluhallen, die ebenfalls einen Besuch Wert sind. Nachdem man die Kungsportsbron überschritten hat, gelangt auf die die Paradestraße Avenyn, an der man um die Mittagszeit günstig essen und gleichzeitig das rege Leben an der Straße verfolgen kann.


Am Ende der Avenyn liegt der Götaplatsen mit einigen der bedeutendsten kulturellen Gebäude der Stadt. Wenn man etwa 300 Meter zurück geht, sollte man entlang der Vasagatan bummeln um das Zwergenhaus zu sehen und letztendlich zur Hagakyrkan zu gelangen. Nach einer Besichtigung der Kirche setzt man durch die Haga Nygatan fort, das frühere Arbeiterviertel mit den typischen Landshövdingehus Göteborgs und einer gemütlichen Atmosphäre. Hier laden auch kleinere Cafés mit schwedischen Leckereien zu einer kurzen Pause ein.


Vom Järntorget aus, den man am Ende der Haga Nygatan findet, kann man die Allée bis zur Feskekôrka nehmen und dann entlang des Rosenlundkanals und durch den Kungsparken zurück zum Kungsportsplatsen gelangen. Falls die Zeit noch reicht, so kann man dann im Fremdenverkehrsamt oder wenig später in Nordstan noch eine Erinnerung an Göteborg kaufen bevor man mit den Älvsnabben oder der Straßenbahn zurück zur Fähre nach Kiel muss.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. August 2010

Das Göteborger Kulturfest 2010

Das diesjährige Göteborger Kulturfest geht dem Ende entgegen und zeigt überwiegend zufriedene Gesichter, denn das Angebot war breit gefächert, wobei man jedoch ohne Programm ziemlich verloren war, da zwischen den einzelnen Festplätzen keine klare Linie zu sehen war und Nicht-Göteborger ohne verbindende Linie so manchen Ort verpassten.

Langos, ein Erfolg beim Kulturkalaset

Auch am Gustav Adolf Torg waren nicht alle Teilnehmer restlos begeistert, denn während alle die Schönheit der Stadt lobten, so klagten manche über die extremen Auflagen beim Lebensmittelverkauf. Während sie in ganz Schweden keinerlei Probleme mit ihren Ständen und der Zubreitung von Speisen haben, empfinden sie die Situation in Göteborg kleinlich und übertrieben.

Kinderfest in der Trädgårdsföreningen

Von Seiten der Besucher galten vor allem der internationale Lebensmittelmark, das Kinderfest im Gartenverein und die abendlichen Veranstaltungen am Götaplatsen als sehr gelungen. Die städtischen Museen konnten dagegen kaum ein größeres Publikum anbieten, was jedoch weniger eine Mangel des Angebots war als vielmehr die schlechte Promotion der laufenden Ausstellungen.

Straßenkunst am Kungsportsplatsen

Wer den Göteborger Kulturkalaset, das Kulturfest, ab den Mittagsstunden besuchte, musste sich mit einigen wenigen Straßenkünstlern zufrieden geben, wobei die Avenyn dabei kaum eine Rolle spielte und die kostenlosen Veranstaltungen dieses Jahr von zahlreichen Bezahlt-Diensten unterbrochen wurden, was ausländische Touristen nicht unbedingt schätzten, da ihnen im Göteborger Verkehrsbüro erzählt wurde, dass „alles“ umsonst sei.

Ein Foto mit einem der Ostindiefararen

Die abendlichen Veranstaltungen mit bekannten schwedischen Künstlern zogen selbst bei Regen noch eine außerordentliche Besucherzahl an. Nur die Tanzband-Bühne am Packhuskajen wurde von vielen ab 22 Uhr gemieden, da viele der Tänzer ihre Tanzbeine erst nach einer Mindestmenge an Alkohol schwingen wollten, was die Liebhaber dieser Art von Veranstaltungen wenig schätzten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Mai 2010

Abiturfeier auf den Straßen Göteborgs

Dieses Jahr endete für die ersten Schüler der Göteborger Gymnasien das letzte Schuljahr am 26. Mai. Zwei Wochen lang folgen nun täglich andere Gymnasien, wobei für viele Schweden damit nicht unbedingt das Studium beginnt, sonder das Arbeitsleben, da viele Gymnasien auch die deutsche Lehre beinhalten. Köche, Floristen, Friseusen, Maler und andere Berufe beginnen daher direkt nach ihrem Abitur mit der Stellensuche.


Aber mit dem letzten Schultag kommt erst einmal ein Tag der Ausgelassenheit und des Festes. Der Morgen beginnt in der Regel mit einem Sektfrühstück im Elternhaus und oft einem Ticket zu einem kurzem Urlaub im Süden. Nahezu die Hälfte der schwedischen Abiturienten werden am letzten Schultag mit so einer Reise beglückt.


An diesem Feiertag tragen Abiturientinnen ein weißes Kleid und Abiturienten einen dunklen Anzug. Allen gemeinsam ist die Studentenmütze, die sie an diesem Tag zum ersten Mal tragen dürfen. Je nachdem, ob sie anschließend studieren und in welcher Universität, wird diese Mütze dann gegen die entsprechende Universitätsmütze ausgetauscht. Andere behalten dieses Symbol ihr Leben lang und setzen sie zu bestimmten Gelegenheiten wieder auf.


Sobald die Reden in der Schule überstanden sind, das Zeugnis überreicht wurde und mehrere Studentenlieder gesungen sind, die regional voneinander abweichen, beginnt das gemeinsame Abiturientenfest, das bis in den späten Abend hineinreicht. Für viele Abschlussklassen ist das größte Ziel des Tages gemeinsam mit einem offenen Lastwagen durch die Stadt zu fahren.


Mit viel Hurra und Hupen ziehen diese Lastwagen ab etwa ein Uhr die Paradestraße Avenyn auf und ab. Jeder aus Göteborg vermeidet daher diese Straße in diesen zwei Wochen ab der Mittagszeit. Das Hauptgetränk während dieser Fahrt ist Bier und Sekt, was bedeutet, dass auch der eine oder andere Betrunkene auf dem Lastwagen steht und bisweilen den Zuschauern eine Bierdusche verpasst.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 12. April 2010

Straßenmusik in Göteborg

Bereits im zweiten Jahr herrscht nun in Göteborg eine Polemik um Straßenmusik, da der Stadtrat im Jahr 2009 entschied, dass in mehreren Bereichen der Innenstadt Straßenmusik zu bestimmten Stunden verboten ist. Während das Verbot im ersten Monat überwiegend noch akzeptiert wurde, setzten sich in der Folge mehr und mehr Straßenmusiker über das Verbot hinweg, zumal eine Strafverfolgung mehr als zweifelhaft ist und juristisch auf wackeligem Boden steht.


Besonders betroffen von diesen Maßnahmen ist die Paradestraße Avenyn und das Einkaufszentrum Nordstan, wo sich die Mehrheit der Göteborger Straßenmusiker aufhielten, da hier auch das meiste touristische Publikum verkehrt und die Chancen mit seiner Musik etwas zu verdienen am höchsten ist.


Mittlerweile streiten sich mehrere Gruppen in Göteborg um eine neue Regeln und die zukünftige Vorgehensweise, ohne sich jedoch in ihren Argumenten bedeutend zu nähern. Während die Stadt und die Kaufleute der betroffenen Gegenden am liebsten nur die offiziellen und von der Stadt zugelassenen Straßenmusiker akzeptieren würden, wie man sie vor allem während des Göteborger Kulturfestivals überall in der Stadt findet, fordern mehrere Berufsmusiker der Stadt, dass das Verbot aufgehoben wird.


Jeder, der Göteborg bereits besuchte und vielleicht sogar gerne Straßenmusikern lauscht, konnte jedoch sicher ein typisches Problem der Stadt entdecken, den hier ist Straßenmusiker nicht immer gleichzusetzen mit einem Musiker, der eben auf der Straße sein Publikum sucht. Göteborg hat natürlich auch diese Künstler, die singen, ein Instrument spielen und ein gewisses Repertoire haben, dem man gerne lauschen will, aber es gibt eben auch eine weitere Gruppe.


In Göteborg findet man auch zahlreiche, vor allem rumänische, Einwanderer, die mit einem mitgebrachten Instrument Geld verdienen wollen, ihren Instrumenten aber bisweilen kaum fünf saubere Töne entlocken können und dann stundenlang diese Töne in unterschiedlicher Folge spielen. Manchmal können diese Fast-Melodien einen Passanten, der diese Töne gerade einmal 15 Sekunden lang hört, noch erfreuen, sicher aber niemanden, der im Café, das nur zwei Schritte neben dem „Musiker“ ist, in Ruhe seinen Kaffee oder ein Bier trinken will.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 5. März 2010

150 Jahre Avenyn in Göteborg

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand man an der heutigen Avenyn oder Kungsportsavenyn, der fast einen Kilometer langen Paradestraße Göteborgs nur eine landwirtschaftliche Bauten. Wo heute Nightclubs, Hotels, Restaurants, Museen und andere Bauten zu finden sind, fand man damals nur Wiesen und Tabakplantagen. Erst im Jahre 1867 entschied sich der Stadtrat an dieser Stelle eine Prachtstraße zu errichten.


Von Beginn an war jedoch der Name umstritten, den man der Straße geben sollte. Ursprünglich dachte man an Gustav Adolfgatan, um damit den Gründer der Stadt zu würdigen. Später schlug man Kungsportsgatan vor, da die Avenyn an der alten Kungsporten ihren Anfang findet. Problem machte der Begriff Avenyn, mit dem die Straße heute in ganz Europa bekannt ist, denn Avenyn war kein schwedisches Wort.


Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden an der Avenyn schließlich Patrizierhäuser im Renaissancestil errichtet, von denen man heute noch einige betrachten kann. Die heutigen Fußgängerwege waren vor allem Vorgärten und als Promenierstraße diente daher die Fahrbahn. Gegen 1923, als Göteborg sein 300-jähriges Bestehen feierte, wurde der Götaplatsen erbaut und die Avenyn hatte ihre Blütezeit erreicht.


Während mehrere Gebäude an der Kungsportsavenyn, wie sie eigentlich heißt, von architektonischem Interesse sind, ist Kunst kaum an der Strasse zu finden und keines der Werke weist auf die Geschichte der vielleicht bedeutendsten Straße der Stadt hin. Nach einer Verordnung des Stadtrates sind auch die Straßenkünstler, vor allem die Musiker, mittlerweile verschwunden und lassen bisweilen den Alkoholikern der Stadt ihren Platz.


Während bereits ab der 60er Jahre mehr und mehr Geschäfte an der Avenyn einzogen, die man überall in der Stadt findet, so ist die Avenyn am Abend noch ein bedeutender Anziehungspunkt mit seinen zahlreichen Restaurants und vor allem Nightclubs. Dem Niedergang der Avenyn sollen nun mehrere Projekte Abhilfe schaffen. Es sind zwei Hochhäuser im Gespräch, verbesserte Beleuchtung, ein Kampf gegen die Verschmutzung und mehr, aber bisher zeichnet sich keine einheitliche Linie ab, die der Avenyn wieder ihren alten Glanz geben könnte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Alte Fotos: Stadsmuseum Göteborg

Mittwoch, 17. Februar 2010

Gebäudeschmuck und Architektur in Göteborg

In nur wenigen Städten wurde während der letzten zwei Jahrhunderte soviel Wert auf Gemäudeschmuck gelegt wie in Göteborg. Zum einen mag es sicher daran liegen, dass sehr viele Architekten Göteborgs gleichzeitig eine künstlerische Ausbildung hatten, zum anderen liegt es sicher auch daran, dass einige erste Beispiele an Gebäudeschmuck andere Architekten und Bauherren dazu anregten ihren Gebäuden ebenfalls eine Persönlichkeit zu geben.


Auch wenn der Gebäudeschmuck in der Regel aus Granit oder Marmor gefertigt wurde, so findet man dennoch auch andere Materialien, vor allem aber eine sehr unterschiedliche Ausdrucksweise der einzelnen Künstler. Bisweilen bleibt dem heutigen Betrachter auch der Ursprung eines Werkes unklar, wie die beiden Figuren, die an Romulus und Remus erinnern, die an der Avenyn 13 dabei sind Rom aufzubauen. Möglicherweise war dies auch das Symbol des Architekten.


Weitaus deutlicher sind dabei Symbole die sich am Gebäude der Södra Hamngatan 23 in Göteborg befinden, da das Gebäude ursprünglich für die Köpmansbank errichtet wurde. Die Darstellung Amerikas, Asiens und Afrikas zeigen die weitreichende Verknüpfung im Handel und des Bankenwesens, zumal die Kunden der Göteborger Banken zu jener Zeit vor allem Reedereien und Kaufleute waren, die internationalen Handel betrieben und förderten.


Ähnliches gilt auch für den Gebäudeschmuck der ehemaligen Transatlantics Reederei am Packhusplatsen, denn die Darstellung von Poseidon, der ein Schiff ruhig über die Meere trägt, ist wie geschaffen um die Arbeit einer Reederei auszudrücken, zumal Poseidon auch als Symbol Göteborgs gilt. Da Poseidon hier erst angebracht wurde nachdem das Haus bereits stand kann man hier davon ausgehen, dass die Reederei selbst den Künstler beauftragte und der Architekt nur die vier Figuren über dem Haupteingang direkt in Auftrag gab.


Aber auch in jüngerer Zeit werden in Göteborg Gebäude mit künstlerischen Arbeiten aufgewertet, so auch mehrere Gebäude am Sannegårdshamnen. Um mehrere Eingänge wurden symbolische Steinritzungen des Bohuslän angebracht, die den Aspekt bekamen in Elfenbein geschnitzt zu sein. Während einige der Darstellung verschiedenen historischen Steinritzungen entnommen sind, präsentieren andere wiederum Fische oder andere Wassertiere, die die Nähe der Häuser zum Wasser aufzeigen sollen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 18. Dezember 2009

„Das Herz, das Weihnachten schlägt“ am Kunstmuseum in Göteborg

Zum fünften Mal wird im Jahre 2009 allen Göteborgern und den Besuchern der Stadt ein besonderes Geschenk überreicht, ein Weihnachtsfilm, der auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche des Kunstmuseums Göteborg gezeigt wird und selbst längs der Paradestraße Avenyn betrachtet werden kann, auch wenn die Musik nur am Götaplatsen voll zur Geltung kommt.

Der 10 Minuten lange Film greift mehrere musikalische Szenen auf, die mit Liebe und Weihnachten zu tun haben, die durch eine Weihnachtserzählung des Göteborger Schauspielers Tomas von Brömssen zusammengehalten werden. Allein das Thema Hjärtan som julklappar, (das Herz, das Weihnachten schlägt) lädt auch zur Farbdominanz rosa und rot des Filmes ein.

Um alle Details des Filmes Hjärtan som julklappar, was nicht bedeutet, das das Herz zu Weihnachten schlägt, sondern Weihnachten in sich hat, sollte man den Weihnachtsfilm mindestens zweimal betrachten, denn durch den großen Bildschirm verpasst man sehr schnell Elemente, die nur rechts oder links der „Leinwand“ erscheinen und schwedische Weihnacht symbolisieren.

Der Weihnachtsfilm Hjärtan som julklappar wird vom 13. Dezember bis zum 31. Dezember täglich dreimal gezeigt und dann ein letztes Mal nach dem Mitternachtsschlag, der das Neue Jahr einleitet und mit einem Fest und Feuerwerk am Götaplatsen verbunden ist.


Für jeden, der sich nach dem Film auf den Heimweg macht warten dann Kussstationen entlang der größeren Straßen. Göteborgs Die erste dieser Pusstationen findet man bereits an der Stadtbibliothek, aber andere warten am Kanaltorget, am Kungsportsplatsen, am Storan, der Vasagatan, am Vasaplatsen, am Universeum, vor Liseberg und an der Heden Eisbahn.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 12. Dezember 2009

Lichterstadt Göteborg in der Weihnachtszeit

Am Abend des 11. Novembers wurde die Lichterstadt Göteborg eingeweiht. Bis Neujahr erstrahlt nun die Stadt in weihnachtlichem Glanz und lädt zu mehreren Multimediashows ein, die einzigartig für den skandinavischen Raum sind. Tausende von Göteborgern nahmen an der Eröffnungsfeier der Lichterstadt teil und sammelten zwischen 16 und 19 Uhr die ersten Eindrücke des jährlichen Ereignisses.


Ab 16 Uhr konnte man am Harry Hjörnes Plats in Göteborg die ersten Lichterspiele verfolgen, die Weihnachten und Liebe als Thema hatten. Bei der etwa 10-minütigen Vorführung werden Bilder und Filme auf sämtliche Wände der Häuser und den Boden des Platzes projiziert, wobei die Show ab 19 Uhr ihre Schönheit voll entfaltet, sobald die Büros in den Gebäuden geschlossen haben.


Um 17 Uhr begann der Fackelzug vom Gustav Adolf Torg zum Götaplatzen, den die Musikgruppe Göta Lejon anführte, gefolgt von der Gruppe an Astronauten um Christer Fuglesang, einigen Stadtpolitikern, dem Gospelchor Göteborgs und einer fast endlosen Gruppe an Fackelträgern, die die Avenyn entlang zogen.


Bevor am Götaplatsen von Göran Johansson der Startschuss für die Beleuchtung der Stadt fiel, konnte man zwei Weihnachtsliedern der Luciatruppe lauschen, hielt Christer Fuglesong eine kurze Rede, sang der Gospelchor und eine kleinere Gruppe an Zuschauern konnte selbst ein Feuerschauspiel verfolgen. Nachdem die Straßenbeleuchtung vom Götaplatsen bis Lilla Bommen erstrahlte wurde auch der diesjährige Weihnachtsfilm erstmals auf der Fassade des Kunstmuseums vorgeführt.


Wer dann noch die Avenyn entlang bummelte konnte um 18 Uhr 30 noch dem singenden Weihnachtsbaum am Bältesspännareparken lauschen, auf dem auch mehrere Weihnachsstände aufgestellt wurden, wo man sich unter einem Mistelzweig küssend verewigen lassen konnte oder um einfach mit seinen Schlittschuhen eine Runde auf dem künstlichen Eis zu drehen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Der Kungsportsplatsen in Göteborg

Der Kungsportsplatsen in Göteborg ist eine jener Stellen, die wohl jeder Besucher Göteborgs ein- oder mehrmals betritt, auch wenn es vielleicht nur auf dem Weg zu den Paddan-Booten, zur Trädgårdsföreningen, dem Kungsparken, der Saluhallen oder der Avenyn ist. Der Kungsportsplatsen ist zu zentral gelegen als dass man ihn umgehen könnte.


Der Kungsportsplatsen erhielt, wie auch die Kungsportsavenyn und die Kungsportsbron seinen Namen nach dem früheren Stadttor, das der Hauptzugang zur Stadt inom Vallgraven war. Sein Kennzeichen ist der Kopparmärran, der früher mitten auf dem heutigen Verkehrsknotenpunkt stand und den wohl halb Göteborg als bedeutendsten Treffpunkt der Stadt ansieht.


Der Kopparmärran, das Kennzeichen des Kungsportsplatsen soll an ein früheres Göteborg erinnern, das sich weit außerhalb des Vallgravens befunden hat. Karl IX hat daher einen weitaus bedeutenderen Platz eingenommen als Gustav II Adolf, der die Stadt inom Vallgraven wirklich zur Stadt machte und sich heute mit einer Reiterstatue außerhalb des Stadtzentrums zufrieden geben muss.


Eines der bedeutendsten Gebäude des Kungsportsplatsen ist das alte Kino Palladium von 1917, das seine erste Vorstellung am 14. August 1917 mit En piga bland pigor hatte und 1028 Personen einen Platz bot. Am 17. Februar 2008 fand im Gebäude die letzte Kinovorstellung statt und die Zukunft des Gebäudes ist nun ungewiss.


Außer einem Restaurant mit Café findet man auf dem Kungsportsplatsen noch das größte Verkehrsamt der Stadt in dem man nicht nur einen kostenlosen Stadtplan und andere touristische Broschüren bekommt, sondern auch Souvenirs erwerben kann und Plätze für zahlreiche Veranstaltungen buchen kann. Auch die Krimiwanderung auf den Spuren von Irene Huss und Kommissar Winter hat ihren seinen Ausgangspunkt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin