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Montag, 11. Oktober 2010

Einen Tag Urlaub in Göteborg

Immer mehr Besucher nutzen die günstigen Angebote von Stena Line um für einen Tag Göteborg zu besuchen. Da die Fähre für 12 Stunden in Göteborg am Kai liegt, haben die Besucher rund 10 Stunden Zeit die Stadt zu erkunden. Zwischen Mai und September reicht diese Zeit kaum aus um alles zu entdecken, was sich dann jedoch ab Oktober vollständig ändert.


Da die Deutschland-Fähre aus Kiel bei Klippan anlegt, so bietet sich ein kurzer Ausflug in das dortige Kulturreservat an, wo man die Ruinen der ersten Älvborgsfästning findet, aber auch die früheren Anlagen der ersten Brauerei Göteborgs und der Carnegie Zuckerfaffinerie, die heute Hotel und Ausbildungszentren sind. Hier liegt auch das Veteranbootsmuseum Göteborgs, das man kurz besuchen sollte, bevor man sich zur Anlegestelle der Älvsnabben macht, die sich zwischen Stena-Pier und dem Kulturreservat Klippan befindet.


Von Klippan aus nimmt man die Älvsnabben nur bis zur nächsten Haltestelle Eriksberg, von wo aus man, flussaufwärts, einen herrlichen Spaziergang entlang des Göta Älv machen kann. Die Uferpromenade gleicht einem Skulpturenpark, am Kai liegt die Götheborg und vom nördlichen Ufer aus hat man einen hervorragenden Blick auf die Stadt, die von der Masthuggskyrkan dominiert wird. An der nächsten Haltestelle sollte man jedoch zurück auf die Älvfähre und die Reise bis zur Endhaltestelle Lilla Bommen fortsetzen.


Bei Lilla Bommen liegt die Barken Viking, dort steht das Riesenrad und man kann mit dem Aufzug auf die Spitze des Hochhauses Läppstiftet fahren, einem der beeindruckendsten Aussichtspunkte Göteborgs. Bei Lilla Bommen beginnt auch das Kai der Träumer, die Oper und das größte Einkaufszentrum Skandinaviens, Nordstan, das man zumindest einmal kurz durchstreifen soll.


Von Lilla Bommen aus sollte man nun den Weg zum Gustav Adolf Torg und dem Brunnsparken nehmen, die eines der Zentren Göteborgs ausmachen. Wenn man dann weiterhin der Östra Hamngatan folgt, so erreicht man bald den Kungsportsplatzen und die Stora Saluhallen, die ebenfalls einen Besuch Wert sind. Nachdem man die Kungsportsbron überschritten hat, gelangt auf die die Paradestraße Avenyn, an der man um die Mittagszeit günstig essen und gleichzeitig das rege Leben an der Straße verfolgen kann.


Am Ende der Avenyn liegt der Götaplatsen mit einigen der bedeutendsten kulturellen Gebäude der Stadt. Wenn man etwa 300 Meter zurück geht, sollte man entlang der Vasagatan bummeln um das Zwergenhaus zu sehen und letztendlich zur Hagakyrkan zu gelangen. Nach einer Besichtigung der Kirche setzt man durch die Haga Nygatan fort, das frühere Arbeiterviertel mit den typischen Landshövdingehus Göteborgs und einer gemütlichen Atmosphäre. Hier laden auch kleinere Cafés mit schwedischen Leckereien zu einer kurzen Pause ein.


Vom Järntorget aus, den man am Ende der Haga Nygatan findet, kann man die Allée bis zur Feskekôrka nehmen und dann entlang des Rosenlundkanals und durch den Kungsparken zurück zum Kungsportsplatsen gelangen. Falls die Zeit noch reicht, so kann man dann im Fremdenverkehrsamt oder wenig später in Nordstan noch eine Erinnerung an Göteborg kaufen bevor man mit den Älvsnabben oder der Straßenbahn zurück zur Fähre nach Kiel muss.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. März 2010

Sannegården am nördlichen Älvstranden in Göteborg

Sannegården ist ein Neubaugebiet am nördlichen Älvstranden, das von einem größeren Innenhafen für kleinere Boote dominiert wird und vor allem etwas wohlhabendendere Bewohner Göteborgs anzieht, zumal es sich um ein reines Wohngebiet handelt, das nachts wie ausgestorben wirkt. Zukünftige Planungen sollen natürlich auch Schulen und bessere Einkaufsmöglichkeiten schaffen.

Slottsberget

Das Gebiet Sannegården liegt auf einem früheren Werftgebiet und ist eingebettet zwischen drei historischen Hügeln. Auf der Seite Eriksberg liegt der Sörhallsberget mit seiner Grünfläche und seinen historischen Funden, auf der Seite Lindholmen liegt der Slottsberget, der bereits befestigt war als das heutige Göteborg noch ein morastisches Gebiet war, wo niemand wohnen wollte und auf der dritten Seite findet man Ramberget mit dem Keillers Park.

Sannegårdshamnen im Sommer

Sannegården wurde im Rahmen der Entwicklung des Norra Älvstranden in einem Programm aufgenommen, das Architektur und Kunst zusammenführt. Auch wenn hier weniger Kunstwerke zu finden sind als in Eriksberg oder Lindholmen, so erfreut sich dennoch jeder, der sich für öffentliche Kunst interessiert, an den Werken schwedischer Künstler und Architekten, die am Hafen und in den Gebäuden eingebettet wurden.

Västra Sannegårdskaj im Winter

Auch wenn Sannegården geografisch sehr nahe am Zentrum Göteborgs liegt, so sind die Verkehrsverbindungen, vor allem nachts, relativ eingeschränkt. Die Älvsnabben verkehren nur alle 30 Minuten und legen nur am Fuße des Slottsbergets an und Busse müssen grundsätzlich über eine der verkehrsreichen Brücken fahren, um das Zentrum Göteborgs zu erreichen.

Sälgubbe von Jill Lindström

In jüngster Zeit wird mehr und mehr auch über die Einfahrt zum Sanngårdshamnen diskutiert, wobei sich zwei fast entgegengesetzte Projekte herauskristallisieren. Entweder sollen hier elf Hausboote mit je 111 bis 240 Quadratmetern Wohnfläche fest verankert und verkauft werden oder aber der zur Zeit nur als Fußgängerzone benutze Kai zu einem Freizeitboothafen umgewandelt werden, an dem sich dann Cafés und andere Vergnügungseinrichtungen ansiedeln sollen. Sicher ist im Grunde nur, dass der bisher öffentliche Platz in irgend einer Weise privatisiert wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. November 2009

Eriksberg, ein Teil des Norra Älvstranden in Göteborg

Bis Ende der 70er Jahren war Eriksberg weniger ein Wohngebiet als vielmehr eine Arbeitsstelle für sehr viele Göteborger. Eriksberg war bekannt für seinen Schiffbau, der gegen die 60er Jahre seinen Höhepunkt erreichte bevor wegen falschen Entscheidungen der Gewerkschaften und des Staates ein bedeutender Industriezweig Göteborgs zu Grunde gerichtet wurde.


Als die Werft in Eriksberg im Jahre 1979 das letzte Schiff gebaut hatte begann sich das Blatt zu wenden. Einige der früheren Fabrikhallen, wie die Eriksbergs Mekaniska Verkstad AB, bekamen eine neue Bestimmung und die Stadtplaner begannen zu überlegen wie man aus dem öde liegenden Industriegebiet ein attraktives Wohngebiet machen konnte.


Das Ergebnis war der Bau von modernen Wohnungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die um die Hafenanlagen herum gebaut wurden und deren Entwicklung fortsetzt. Eigentumswohnungen mit Sicht auf den Göta Älv und einem Freizeitboothafen vor der Tür zogen ein Publikum an, das es sich leisten konnte in ein Gebiet zu ziehen, das weitab vom Geschehen Göteborgs lag aber Ruhe versprach.


Außer dem Bockkran der früheren Werft war bald kaum noch ein Zeichen des früheren Industriegebietes Eriksberg zu sehen. Weiträumige Plätze und eine lange Strandpromenade mit zahlreichen Kunstwerken, die von den Bauunternehmen finanziert wurden, sollen aus dem neuen Stadtteil Leben in den Norra Älvstranden hauchen, der Abends oft noch ausgestorben wirkt.


Während auf der gegenüber liegenden Seite des Göta Älv noch der alte Fischereihafen und die Anlegestellen für die Stena Boote die Aussicht dominieren entstand aus der Eriksbergs Mekaniska Verkstad AB, neben einem modernen Hotel, ein Messezentrum, das heute Eriksbergshallen heißt und in dem ab März das neu entdeckte Werk La Bella Principessa von Leonardo da Vinci ausgestellt wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. November 2009

Die Älvsborgsbron in Göteborg

Wer mit dem Boot nach Göteborg will, mit einem Kreuzfahrschiff ankommt, die Stena Line benutzt oder mit einem Boot Richtung Vänern will muss heute unter der Älvsborgsbrun die Stadt anfahren. Und auch die Götheborg wird bei jeder Abfahrt oder Ankunft von hunderten Booten begleitet, die alle unter der längsten Brücke Göteborgs zu ihren Anlegestellen kommen.


Die Älvsborgsbron ist 933 Meter lang, hat sechs Spuren für Fahrzeuge sowie auf beiden Seiten eine Spur für Fahrräder, Mopeds und Fußgänger. Die Brücke hat eine Spannweite von 418 Metern, wobei sie auf 100 Meter Breite eine Segelhöhe von 45 Metern aufweist, was für bedeutende Segler wie die Barken Viking oder einige Kreuzschiffe nicht ausreicht. Die Älvsborgsbron wurde 1966 von Olof Palme eingeweiht.


Heute ist die Älvsborgsbron ein Symbol Göteborgs, vor allem für jene, die sich von den südlichen Schären aus der Stadt nähern. Fast unter der Brücke liegt das Kulturzentrum Röda Sten, das letzte Zeichen bevor man die Stadt Göteborg mit all seinen Fassetten erreicht.


Ein Spaziergang auf der Älvsborgsbrücke bietet auf der einen Seite einen Blick auf den Hafen, die Ölraffinerien und die Schären. Bei gutem Wetter sieht man sowohl die neue Älvsborgsfestung als auch die letzte Insel vor dem freien Meer: Vinga, ein Ort, der noch heute mit Evert Taube in Verbindung gebracht wird.


Die anderen Seite der Älvsborgsbron bieten einen Blick über fast ganz Göteborg. Rechts zu Füßen der Brücke liegt das Kulturreservat Klippan mit dem Bootsmuseum, in der Höhe ragt die Masthuggskyrkan in den Himmel. Der Göta Älv selbst wird von der Cityvarvet und den Trockendocks dominiert und die linke Seite, von der Höhe der Brücke aus gesehen, lässt Eriksberg mit dem Bockkran und der Götheborg erscheinen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 6. November 2009

Röda Sten in Göteborg - und seine Umgebung

Röda Sten ist in Göteborg ein Begriff für Kunst und junge Kultur mit Ausstellungen, Konzerten und zahlreichen anderen Aktivitäten für ein junges Publikum. Das zentrale Gebäude am Platz, das wie der Platz, nach dem roten Stein (Röda Sten) am Flussufer benannt ist, stammt aus den 40er Jahren und ist weit entfernt von einer architektonischen Schönheit, da hier früher eine Wärmezentrale für die damalig Industrie des Gebietes war und eine rein funktionelle Bestimmung hatte.


Das Kulturzentrum Röda Sten ist heute von wahrer Kunst wie Pseudokunst und skurrilen Gebilden umgeben. Nicht nur bedeutende Künstler haben hier Skulpturen wie Beting oder Havskatt hinterlassen, sondern auch Spontankunst wird rund um das Zentrum konstruiert, wobei auch Holz, Draht und ähnliche Materialien dafür zu Hilfe genommen werden.


Am und um das Kulturzentrum üben sich auch regelmäßig Graffitikünstler, aber auch Vandalen, die mit ihrem Geschmiere Kunstwerke und Gebäude verunzieren. Von der imitierten Bootsbrücke am Göta Älv aus kann man noch, auf der anderen Seite des Göta Älv, die alte Anlegestelle der Flussfähre entdecken, die heute verlassen unter der Götaälvbron verrottet.


Von hier aus kann man jedoch auch die Ausflugsboote zu den Schären wie die Boote der Stena Line und die Kreuzfahrtschiffe nach Göteborg oder die Frachtschiffe vom und zum Vänern beobachten. Im Hintergrund sieht man Eriksberg mit seinem Bockkran und dem Norra Älvstranden mit seinen zahlreichen Kunstwerken entlang des Flusses.


Ein Blick zur Stadt zeigt die alten Gebäude des Carnegie Zuckerraffinerie, die die Ruine der alten Älvsborgfestung auf der Anhöhe hinter dem Gebäude versteckt und, entlang des Flusses entdeckt man Klippan mit seinem Bootsmuseum und dem legendären Sjömagasinet, einem Fischrestaurant der oberen Kategorie.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 5. Oktober 2009

Die Geschichte der Göteborger Werften in Frölunda

Die Werften spielten im 19. und 20. Jahrhundert eine bedeutende Rolle für Göteborg und verhalfen der Stadt zu Ansehen und Reichtum. Heute bleibt von dieser bedeutenden Epoche nur noch die Cityvarvet, die jedoch keine Schiffe mehr baut, sondern sich auf Reparaturen spezialisiert hat. Was geblieben ist ist jedoch die Geschichte dieser Zeit, die heute von der Varvshistoriska Föreningen in Göteborg wach gehalten wird.


Da die Hauptausstellung des Vereins nur einmal die Woche für drei Stunden besucht werden kann, lädt die Varvshistoriska Föreningen nun vom 5. Oktober bis zum 8. November zu einer historischen Ausstellung im Kulturhaus in Frölunda ein. In Bildern, mit Ausstellungsgegenständen und Vorträgen kann der Besucher hier täglich die Werftgeschichte von 1840 bis 1990 miterleben.


Der fotografische Teil der Ausstellung betrifft vor allem die Werft in Eriksberg, in Lindholmen und die Götaverken. Die Fotos zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen ein Bild des Norra Älvstranden, das schon lange der Vergangenheit angehört. Die Fabriken und Wiesen haben mittlerweile dem modernsten Teil Göteborgs Platz gemacht.


Wer die Bilder der Hafenbecken in Eriksberg und Lindholmen genauer betrachtet kann jedoch noch ihre Lage erkennen und entdeckt ihren ursprünglichen Zweck. Niemand konnte sich noch nach dem Zweiten Weltkrieg vorstellen, dass auf dieser Flussseite eines Tages wissenschaftliche Einrichtungen, Luxuswohnungen und eine Strandpromenade entstehen sollten. Diese Seite des Göta Älv war ausschließlich der Arbeit gewidmet.


Eine besondere Rolle der Ausstellung spielen die Götaverken, die nicht nur als Werft tätig waren, sondern deren Stempel heute noch einen Teil Göteborgs prägt. Wer sich, zum Beispiel, die Straßenlampen der Kungsportsbron etwas genauer ansieht, entdeckt dort die Stempel der Götaverken, wie auf zahlreichen anderen Stahl- und Gussarbeiten der Stadt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. September 2009

Der Norra Älvstranden entlang des Göta Älv in Göteborg

Der Norra Älvstranden (nördlicher Älvstrand) war seit dem 14. Jahrhundert mit Sicherheit bewohnt, da sich dort zu jener Zeit das Linholmens Schloss befand. Schon Anfang des 16. Jahrhunderts siedelte sich dann auch die erste Schiffswerft dort an, jedoch ohne weiteren Erfolg. Erst ab 1840 wurde der Norra Älvstranden, und damit auch der Göta Älv, bedeutend für die Industrialisierung Göteborgs.


Der Norra Älvstranden befindet sich in Hisingen und beschreibt das Flussufer des Göta Älvs von der Älvsborgsbron bis zum Tingstadstunnel. Der Name Norra Älvstranden wurde erstmals 1923 verwendet und bezeichnet die als Eriksberg, Sannegårdshamnen, Lindholmen, Lundbystrand, Frihamnen und Ringön bekannten Stadtteile.


Eriksberg, Sannegårdshamnen, Lindholmen und Lundbystrand haben sich seit Ende des 20. Jahrhunderts zu einem der modernsten Stadtteile Göteborgs entwickelt und sind auf dem Wege die Nobelgegend der Stadt zu werden. Der ältere Stadtteil Göteborgs, auf der anderen Seite des Flusses, ist von hier aus am einfachsten mit den Älvsnabben zu erreichen.


Die Promenade am Norra Älvstranden von Eriksberg bis Lundbystrand hat sich seit 1993 mit über 40 öffentlichen modernen Kunstwerken zu einem Skulpturenpark entwickelt, der die moderne Bauweise dieses Teiles der Stadt noch unterstreicht und eine Art Exklusivität vermittelt.


Ein Spaziergang entlang des Norra Älvstranden ist jedoch nicht nur ein Kunstspaziergang entlang des Göta Älv. Es laden auch mehrere Cafés ein, am Pier liegt die Götheborg, rote Sjöbodar am Freizeitboothafen ziehen die Blicke an und schließlich führt noch der Lindholmen Science Park zum Lundbystrandskai und den Universitäts- und Bürobauten, die die Bohuslänsk Krönika umschließen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. August 2009

Der Rosenlundskanalen in Göteborg von der Vasabron bis zur Göta älv Mündung

Der Rosenlundskanalen ist im Grunde die begradigte Verlängerung des früheren Vallgravens, der auch hier in zickzackform war. Er erhielt seinen Namen nach den zahlreichen wilden Rosen, die hier bis etwa 1840 wuchsen. Diese Rosen verschwanden jedoch bei den Begradigungsarbeiten des Kanals und anderen Bauarbeiten vollständig.


Der Rosenlundskanal war in der Blütezeit Göteborgs der zweitwichtigste Hafen der Stadt und ist der einzige, der heute noch als kleinerer Freizeithafen dient, auch wenn es bei Hochwasser teilweise unmöglich ist unter den Brücken zu passieren.


Das bekannteste Gebäude am Rosenlundskanalen innerhalb des Vallgravens ist die 1874 erbaute Feskekörka, der vom Lilla Torget hierher verlagerte Fischmarkt Göteborgs. Am Kai in der Nähe der Feskekörka und, gegenüber des Rosenlundsplatsens mit den Mosaikpelare, ankert auch ein Restaurantboot, das für immer im Kanal „gefangen“ ist.


Näher am Hafen, innerhalb des Wallgrabens, und als Übergang zum Skeppsbronkajen liegt der Esperatoplatz, der in den 50er und 60er Jahren ein Zentrum für Esperanto war. Seit dem Jahre 2000 findet man auf dem Platz, fast in der Tradition von Esperanto, das Språkcaféet, in dem die Angestellten alle mehrsprachig sind und regelmäßig Gespräche in mehreren Sprachen animiert werden.


Wenn man den Rosenlundskanal verlässt, so entdeckt man auf dem Göta älv unmittelbar die Trockendocks der Cityvarvet, die letzten Zeugen der Geschichte der Göteborger Werften. Unmittelbar außerhalb der „Stadt innerhalb des Vallgravens“ legen auch die Älvsnabben an, die einen Besuch von Eriksberg und Lindholmen, auf der anderen Seite des Göta älvs, ermöglichen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. August 2009

Die Werft in Göteborg und seine lange Geschichte

Schiffbau ist in Göteborg bis zum 16. Jahrhundert zurückkzuverfolgen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden hier Passagierfahrzeuge, Tanker, Eisbrecher, militärische Schiffe und jede andere Art von Wasserfahrzeug gebaut. Während der 70er Jahre jedoch wurde der Schiffbau in Göteborg völlig eingestellt und heute findet man nur noch eine letzte Werft auf den Gewässern Göteborgs, die sich auf die Reparation von Schiffen verlegt hat.


Im Jahre 1853 begann die Werft in Eriksberg ihre Tätigkeit und wurde damit die erste schwedische Galvanisierungswerft. Hier wurden bis 1978 auch die größten Schiffe Göteborgs gebaut. Am 31. März 1979 lief hier jedoch das letzte Schiff vom Stapel und 105 Jahre Schiffbau wurde zu Grabe getragen. Nur ein Bockkran erinnert noch an die glorreiche Zeit der Werft in Eriksberg.


In Lindholmen wurden vermutlich die ersten Boote Göteborgs gebaut. Diese Werft hatte bis zu den 60er Jahren keine wirtschaftlichen Probleme, aber es fehlte der Platz, der den Ausbau der Werft in Lindholmen ermöglicht hätte. Hier wurden weltweit die vermutlich schönsten Stahlschiffe gebaut. Die Werft hat während ihres Bestehens etwa 600 Schiffe gebaut, bevor sie 1970 von der Eriksberg-Werft aufgekauft wurde und 1976 das letzte Schiff vom Stapel laufen konnte.


Die Arendalswerft hatte nur eine kurze Geschichte, da sie nur von 1963 bis 1989 existiere und nach dem Bau von 140 Schiffen und Trockendocks mit dem Bau des Eisbrechers Oden seine Tätigkeit einstellte. Die Arendalswerft wurde vor allem mit dem Bau des Trockendocks für Murmansk bekannt, das dem Bau von russischen Atom-U-Booten diente und anlässlich eines Unglücks durch die Weltpresse ging.


Die heute noch existierende Werft wurde 1841 von Alexander Keiller gegründet, die vor allem zu Beginn seiner Aktivität sehr unterschiedlichen mechanischen Tätigkeiten nachging. Das erste Boot der Keillers Verkstad (später AB Götaverken) lief 1847 vom Stapel. 1976 übernahm Göteborg die damalige Werft und zerstückelte sie in zahlreiche kleinere Unternehmen aus denen die heutige Cityvarvet hervorging, das einzige Unternehmen, das noch mit der Schifffahrt, als Reparationswerft, eine Beziehung hat.

Copyright Text und Fotos: Herbert Karlin

Dienstag, 18. August 2009

Mit der Älvsnabben in Göteborg unterwegs: Von Klippan bis Lilla Bommen

Für viele Göteborger sind die Älvsnabben nichts anderes als eine Möglichkeit den Göta älv zu überqueren, sei es um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen, sei es um auf der anderen Seite des Flusses spazieren zu gehen oder sich zu einem Picknick am nördlichen Älvstrand zu treffen. Nur wenige wissen, dass die Älvsnabben auch, ähnlich den Paddan, eine Möglichkeit bieten Göteborg zwischen Klippan und Lilla Bommen zu entdecken.


Die Älvsnabben können mit einer einfach Bus- oder Straßenbahnkarte benutzt werden und verkehren bei starkem Verkehr alle 30 Minuten und sonst einmal die Stunde, wobei sechs Haltestellen angefahren werden. Da man innerhalb von 90 Minuten umsteigen kann so oft man will (die Reise kann auch länger dauern), ist es möglich auch die eine oder andere Stelle etwas genauer zu betrachten oder einen Spaziergang zwischen zwei Haltestellen einzulegen.


Bereits bevor man sich auf ein Älvsnabban begibt kann man die Umgebung vom Kulturzentrum Röda Sten oder Lilla Bommen erkunden und ein Stück Göteborg entdecken. Falls man in Klippan zur Reise aufbricht, so entdeckt man zuerst Klippans Kulturreservat mit dem Bootsmuseum, hat einen Blick auf die Älvsborgsbron und kann bereits während der ersten Minuten den alten Anlegesteg der Älvfähren und den alten Werftkran in Eriksberg etwas genauer betrachten.


Nachdem man dann zwei Skulpturen von Ivana Machackova am nördlichen Älvstranden betrachtet hat und an Eriksberg entlangfährt, taucht zuerst die Götheborg, die Ostindiefararen, auf, um dann dem Monument Vindarnas Tempel mit dem Slottsberget (Schlossberg) Platz zu machen. Und in Lindholmen kann man von der Älvsnabben selbst einen Blick auf eine Seite der Bohuslänsk Krönika werfen.


Zurück auf der Seite des Stadtzentrums taucht dann das Stenpiren mit dem Delaware Monument von Milles und dem alten Zollhaus auf. Nachdem die Älvsnabben dann am Museum Maritiman vorbei fuhr tauchen schließlich die Oper mit der Skulptur Källan (die Quelle), die Barken Viking und der Läppstiftet, der Lippenstift, auf.


Aber bei einer Fahrt hat man kaum alles gesehen und es bietet sich daher eine zweite Reise an, in entgegengesetzter Richtung, um die Fischauktion, die Werft, die Frau am Hafen und die Stena-Boote genauer zu betrachten, oder auch um einfach etwas mehr Zeit zu haben das Leben am Älvstranden von Lindholmen oder Eriksberg etwas genauer zu betrachten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 10. August 2009

Eriksberg, die Älvpromenade und der Norra Älvstranden von Göteborg

Eriksberg ist heute einer der modernsten Stadtteile Göteborgs und wurde in den letzten Jahren auf dem Gebiet der früheren Eriksbergwerft errichtet. Ein letztes Denkmal dieser Zeit ist der 84 Meter hohe Bockkran. Da Eriksberg auf der Nordseite des Göta Älvs liegt, nennt man das Gebiet in der Regel den nördlichen Älvstrand (Norra Älvstranden).


Eriksberg kann von Lilla Bommen aus mit den Älvsnabben erreicht werden und verdankt seinen Besucherstrom nicht nur den gemütlichen Cafés oder der sonnigen Älvpromenade, sondern vor allem dem Nachbau der Ostindiefararen Götheborg, die hier am Kai liegt und von der interessanten Vergangenheit Göteborgs erzählt.


Wer Eriksberg von Lindholmens Seite aus besucht stößt als erstes auf ein Ziegelbauwerk, das Göteborg dem dänischen Künstler Per Kirkeby verdankt. Das abstrakte poetische Bauwerk in dänischem Ziegel gehört zu den größten öffentlichen Kunstwerken Göteborgs und nennt sich Vindarnas Tempel, der Tempel der Winde.


Wer in Lindholmen die Bohuslänsk Krönika gesehen hat kann nun in Eriksberg weitere Werke der Künstlerin Ivana Machackova entdecken, aber auch die Granitskulpturen des Göteborgers Künstler Pal Svensson, der auf der gleichen Seite des Göta Älvs sein Atelier hat.


Aber Eriksberg ist nicht nur dem modernen Wohnen, dem Spaziergang oder dem Picknick gewidmet, denn neben den farbenprächtigen Holzschnitzereien von Torsten Jurell hat man einen Blick über das Zentrum Göteborgs mit dem Fischhafen, der Göta Älvbron und der Masthuggskyrkan.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. August 2009

Das Bootsmuseum und das Ångbåtscafét in Klippan, Göteborg

Das Bootsmuseum in Klippans Kulturreservat in Göteborg verfügt über zahlreiche Boote unterschiedlicher Größe und unterschiedlichsten Alters, die kostenlos zu besichtigen sind.


Die Boote an den Brücken sind teils in schlechtem Zustand, da Gelder für die Aufrechthaltung des Museuma nicht zur Verfügung stehen. Direkt hinter den Anlegestellen der Boote befindet sich eines der renommiertesten Fischrestaurants Göteborgs in dem Mick Jagger und Bruce Springsteen bereits gegessen haben.


In den Sommermonaten kan der Besucher auch häufig mit den Besitzern einiger Museumsboote in Klippan ins Gespräch kommen, die dort ihre Boote reparieren oder auch mal einen Mast austauschen.


Die ausgestellten Boote werden von einer Dokumentation begleitet, die Bootliebhabern auch die Geschichte des Seglers oder eines Dampfers erklären. So mancher Bootsname erinnert an die Mythologie oder eine Persönlichkeit der Filmgeschichte.


Für all jene, denen die Gerichte des Sjömagasinets zu teuer sind, finden an Klippans Bootsmuseum eine andere Attraktion. Der alte Dampfer s/s Eduard Melin von 1881 wurde zu einem Café umgebaut, wo man mit Blick auf den Göta älv, Eriksberg und Lindholmen günstig eine Tasse Kaffe mit Zimtschnecke geniessen kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin