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Sonntag, 3. Oktober 2010

Nostalgiemesse in den Eriksbergshallen in Göteborg

Am 3. Oktober trafen sich alle, die sich für Spielwaren und andere Erinnerungen aus den 50er bis den 70er Jahren interessieren, bei der diesjährigen Nolstalgiemesse in den Eriksbergshallen in Göteborg. Auf 1700 Quadratmetern wurde alles geboten, was früher die Herzen vieler Kinder höher schlagen ließ und heute bei der gleichen Schicht eine Renaissance erlebt.


Die Nostalgiemesse in Göteborg darf nicht mit einem Trödelmarkt oder einer Antiquitätenmesse verwechselt werden, denn hier findet man keine Möbel und nur wenige der Gegenstände kommen direkt vom Speicher, sondern das Angebot kommt überwiegend von Sammlern oder kleineren Firmen, die Restposten aufbewahrt haben, in der Hoffnung, dass diese eines Tages einen Wert erringen können.


Wie bereits bei der ersten Messe im Jahre 1983 findet man auf der Nostalgiemesse in den Eriksbergshallen am Norra Älvstranden immer noch Automodelle von Fahrzeugen, die schon lange nicht mehr hergestellt werden und auf der Straße mit Sicherheit die Aufmerksamkeit aller Passanten anziehen, aber heute sind diese Automodelle fast schon Accessoires und zählen nicht mehr zu den großen Attraktionen. Weitaus interessanter sind bereits Modelleisenbahnen, die schon Jahre lang nicht mehr im Handel zu finden sind. Auf der Göteborger Nostalgiemesse kann man jedoch nicht nur fehlende Eisenbahnen oder Wagen nachkaufen, sondern auch jedes Zubehör zwischen Gleisen, Signalen und selbst die Faller-Häuschen aus den 60er Jahren.


Wenn man entlang der 170 Stände der Göteborger Nostalgiemesse geht, so macht man eine Reise in die Vergangenheit, entdeckt Puppenstuben mit den einst so zierlichen und zerbrechlichen Möbeln mit denen man große Puppenhäuser ausstatten konnte, aber auch Tretautos, Spiele und Bausteine, die die Phantasie der Kinder in den 50er und 60er Jahren anregten. So manches liegt heute noch in der Originalverpackung und wurde noch nie geöffnet.

Eine Sonntagsbeilage aus dem Jahre 1914

Auf der Nostalgiemesse in Göteborg findet man alles, was die Vergangenheit in ein rosa Licht setzt, da hier Erinnerungen und Gedanken verkauft werden, wobei so mancher Gegenstand heute bereits ein Vielfaches des früheren Preis kostet, vor allem, wenn die Schreibmaschine der 40er Jahre noch funktioniert, die Kaffeedose in einwandfreiem Zustand ist, die Schallplatten von Elvis kaum Kratzer haben oder alte Zeitungen, die seit Jahrzehnten nicht mehr erscheinen, die Lücke eines Sammlers schließen können.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. November 2009

Eriksberg, ein Teil des Norra Älvstranden in Göteborg

Bis Ende der 70er Jahren war Eriksberg weniger ein Wohngebiet als vielmehr eine Arbeitsstelle für sehr viele Göteborger. Eriksberg war bekannt für seinen Schiffbau, der gegen die 60er Jahre seinen Höhepunkt erreichte bevor wegen falschen Entscheidungen der Gewerkschaften und des Staates ein bedeutender Industriezweig Göteborgs zu Grunde gerichtet wurde.


Als die Werft in Eriksberg im Jahre 1979 das letzte Schiff gebaut hatte begann sich das Blatt zu wenden. Einige der früheren Fabrikhallen, wie die Eriksbergs Mekaniska Verkstad AB, bekamen eine neue Bestimmung und die Stadtplaner begannen zu überlegen wie man aus dem öde liegenden Industriegebiet ein attraktives Wohngebiet machen konnte.


Das Ergebnis war der Bau von modernen Wohnungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die um die Hafenanlagen herum gebaut wurden und deren Entwicklung fortsetzt. Eigentumswohnungen mit Sicht auf den Göta Älv und einem Freizeitboothafen vor der Tür zogen ein Publikum an, das es sich leisten konnte in ein Gebiet zu ziehen, das weitab vom Geschehen Göteborgs lag aber Ruhe versprach.


Außer dem Bockkran der früheren Werft war bald kaum noch ein Zeichen des früheren Industriegebietes Eriksberg zu sehen. Weiträumige Plätze und eine lange Strandpromenade mit zahlreichen Kunstwerken, die von den Bauunternehmen finanziert wurden, sollen aus dem neuen Stadtteil Leben in den Norra Älvstranden hauchen, der Abends oft noch ausgestorben wirkt.


Während auf der gegenüber liegenden Seite des Göta Älv noch der alte Fischereihafen und die Anlegestellen für die Stena Boote die Aussicht dominieren entstand aus der Eriksbergs Mekaniska Verkstad AB, neben einem modernen Hotel, ein Messezentrum, das heute Eriksbergshallen heißt und in dem ab März das neu entdeckte Werk La Bella Principessa von Leonardo da Vinci ausgestellt wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 5. Oktober 2009

Die Geschichte der Göteborger Werften in Frölunda

Die Werften spielten im 19. und 20. Jahrhundert eine bedeutende Rolle für Göteborg und verhalfen der Stadt zu Ansehen und Reichtum. Heute bleibt von dieser bedeutenden Epoche nur noch die Cityvarvet, die jedoch keine Schiffe mehr baut, sondern sich auf Reparaturen spezialisiert hat. Was geblieben ist ist jedoch die Geschichte dieser Zeit, die heute von der Varvshistoriska Föreningen in Göteborg wach gehalten wird.


Da die Hauptausstellung des Vereins nur einmal die Woche für drei Stunden besucht werden kann, lädt die Varvshistoriska Föreningen nun vom 5. Oktober bis zum 8. November zu einer historischen Ausstellung im Kulturhaus in Frölunda ein. In Bildern, mit Ausstellungsgegenständen und Vorträgen kann der Besucher hier täglich die Werftgeschichte von 1840 bis 1990 miterleben.


Der fotografische Teil der Ausstellung betrifft vor allem die Werft in Eriksberg, in Lindholmen und die Götaverken. Die Fotos zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen ein Bild des Norra Älvstranden, das schon lange der Vergangenheit angehört. Die Fabriken und Wiesen haben mittlerweile dem modernsten Teil Göteborgs Platz gemacht.


Wer die Bilder der Hafenbecken in Eriksberg und Lindholmen genauer betrachtet kann jedoch noch ihre Lage erkennen und entdeckt ihren ursprünglichen Zweck. Niemand konnte sich noch nach dem Zweiten Weltkrieg vorstellen, dass auf dieser Flussseite eines Tages wissenschaftliche Einrichtungen, Luxuswohnungen und eine Strandpromenade entstehen sollten. Diese Seite des Göta Älv war ausschließlich der Arbeit gewidmet.


Eine besondere Rolle der Ausstellung spielen die Götaverken, die nicht nur als Werft tätig waren, sondern deren Stempel heute noch einen Teil Göteborgs prägt. Wer sich, zum Beispiel, die Straßenlampen der Kungsportsbron etwas genauer ansieht, entdeckt dort die Stempel der Götaverken, wie auf zahlreichen anderen Stahl- und Gussarbeiten der Stadt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. September 2009

Der Norra Älvstranden entlang des Göta Älv in Göteborg

Der Norra Älvstranden (nördlicher Älvstrand) war seit dem 14. Jahrhundert mit Sicherheit bewohnt, da sich dort zu jener Zeit das Linholmens Schloss befand. Schon Anfang des 16. Jahrhunderts siedelte sich dann auch die erste Schiffswerft dort an, jedoch ohne weiteren Erfolg. Erst ab 1840 wurde der Norra Älvstranden, und damit auch der Göta Älv, bedeutend für die Industrialisierung Göteborgs.


Der Norra Älvstranden befindet sich in Hisingen und beschreibt das Flussufer des Göta Älvs von der Älvsborgsbron bis zum Tingstadstunnel. Der Name Norra Älvstranden wurde erstmals 1923 verwendet und bezeichnet die als Eriksberg, Sannegårdshamnen, Lindholmen, Lundbystrand, Frihamnen und Ringön bekannten Stadtteile.


Eriksberg, Sannegårdshamnen, Lindholmen und Lundbystrand haben sich seit Ende des 20. Jahrhunderts zu einem der modernsten Stadtteile Göteborgs entwickelt und sind auf dem Wege die Nobelgegend der Stadt zu werden. Der ältere Stadtteil Göteborgs, auf der anderen Seite des Flusses, ist von hier aus am einfachsten mit den Älvsnabben zu erreichen.


Die Promenade am Norra Älvstranden von Eriksberg bis Lundbystrand hat sich seit 1993 mit über 40 öffentlichen modernen Kunstwerken zu einem Skulpturenpark entwickelt, der die moderne Bauweise dieses Teiles der Stadt noch unterstreicht und eine Art Exklusivität vermittelt.


Ein Spaziergang entlang des Norra Älvstranden ist jedoch nicht nur ein Kunstspaziergang entlang des Göta Älv. Es laden auch mehrere Cafés ein, am Pier liegt die Götheborg, rote Sjöbodar am Freizeitboothafen ziehen die Blicke an und schließlich führt noch der Lindholmen Science Park zum Lundbystrandskai und den Universitäts- und Bürobauten, die die Bohuslänsk Krönika umschließen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 10. August 2009

Eriksberg, die Älvpromenade und der Norra Älvstranden von Göteborg

Eriksberg ist heute einer der modernsten Stadtteile Göteborgs und wurde in den letzten Jahren auf dem Gebiet der früheren Eriksbergwerft errichtet. Ein letztes Denkmal dieser Zeit ist der 84 Meter hohe Bockkran. Da Eriksberg auf der Nordseite des Göta Älvs liegt, nennt man das Gebiet in der Regel den nördlichen Älvstrand (Norra Älvstranden).


Eriksberg kann von Lilla Bommen aus mit den Älvsnabben erreicht werden und verdankt seinen Besucherstrom nicht nur den gemütlichen Cafés oder der sonnigen Älvpromenade, sondern vor allem dem Nachbau der Ostindiefararen Götheborg, die hier am Kai liegt und von der interessanten Vergangenheit Göteborgs erzählt.


Wer Eriksberg von Lindholmens Seite aus besucht stößt als erstes auf ein Ziegelbauwerk, das Göteborg dem dänischen Künstler Per Kirkeby verdankt. Das abstrakte poetische Bauwerk in dänischem Ziegel gehört zu den größten öffentlichen Kunstwerken Göteborgs und nennt sich Vindarnas Tempel, der Tempel der Winde.


Wer in Lindholmen die Bohuslänsk Krönika gesehen hat kann nun in Eriksberg weitere Werke der Künstlerin Ivana Machackova entdecken, aber auch die Granitskulpturen des Göteborgers Künstler Pal Svensson, der auf der gleichen Seite des Göta Älvs sein Atelier hat.


Aber Eriksberg ist nicht nur dem modernen Wohnen, dem Spaziergang oder dem Picknick gewidmet, denn neben den farbenprächtigen Holzschnitzereien von Torsten Jurell hat man einen Blick über das Zentrum Göteborgs mit dem Fischhafen, der Göta Älvbron und der Masthuggskyrkan.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin