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Freitag, 4. Juni 2010

Der Ramberget und der Keillers Park in Göteborg

Ramberget und Keillers Park drücken im Grunde das Gleiche aus, nämlich die höchste Erhebung Göteborgs, die bewaldet ist und den Keillers Park ausmacht. Genau genommen dehnt sich der Park etwas weiter aus als der Ramberget, der seinen Namen nach den Raben und Dohlen, die hier früher in großer Menge nisteten, bekam. Ram war das altschwedische Wort für Rabe und Berget bedeutet ganz einfach „Der Berg“.


Der Keillers Park ist heute die einzige bedeutende Hinterlassenschaft der urspünglich schottischen Familie Keillers, die einst die bedeutendste Werft Göteborgs betrieb und erst unter dem Namen Göteborgs Mekanisk Verkstad und dann unter der Bezeichnung Götaverken bekannt wurde. Als James Keiller im Jahre 1906 die Werke verkaufte und sich zurückzog, schenkte er der Stadt den Ramberget und seine nächste Umgebung, unter der Auflage, dass die gesamte Fläche ein Naturpark bleiben muss. Diese Aussage ist auch ein bedeutendes Argument der Gegner des Moscheebaus zu Füßen des Berges.


Dank des Charles Felix Lindbergs Donationsfondes konnte die Parkanlage zwischen 1912 und 1915 dann noch ausgeweitet werden und sich der Naturpark mit seinen beiden Aussichtspunkten zu einem der bedeutendsten Ausflugsstellen Göteborgs entwickeln. Der etwas tiefer liegende Aussichtspunkt heißt Ättestupan, was soviel bedeutet als dass man hier, nach einer Legende, alte Leute, die keine nützliche Arbeit mehr verrichten konnten, über die Felskante ins Tiefe stieß.


Außer dem Ättestupan findet man auf 87 Meter Höhe einen weiteren Aussichtspunkt an dem Pfeile zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Göteborgs weisen. Eingebettet in einen Wald aus Buchen, Eichen und einer Rosskastanie liegt eine große Wiese mit künstlichem Teich und der Skulptur Najade von Carl Milles. Diese Wiese ist das ganze Jahr über eine Stelle, an der sich jedes Alter trifft. Hier machen viele ihre Mittagspause, andere lassen sich in der Sonne bräunen, Kinder spielen wie in früheren Zeit und im Winter baut man gemeinsam Schneemänner.


Aber der Ramberget oder Keillers Park ist auch von geologischem Interesse, denn hier sieht man deutlich die Einwirkungen der Eiszeit, sowohl in den Felsformationen als auch in der Gesamtstruktur des Berges, der vor 12.000 Jahren seine heutige Form erhielt und damals noch unter Wasser lag. Es gibt kaum eine Stelle in der Stadt, wo man auch den Übergang von zwei Gneisarten so gut beobachten kann wie auf dem Ramberget.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. August 2009

Das Nya Sverige und das Delawaremonument auf dem Stenpiren in Göteborg

Im Jahre 1638 verließen schwedische und finnische Emigranten Schweden um am Fluss Delaware eine Kolonie zu gründen. Die Schiffe Kalmar Nyckel und Fågel Grip verließen daher Göteborg nur wenige Jahre nachdem die englischen Pilger sich in Amerika niedergelassen haben. Die Aussiedler gründenden an der Mündung des Flusses das Nya Sverige, das leider nur knapp zwei Jahrzehnte überlebte.

Die schwedischen Auswanderer kauften das Land von den Delaware-Indianern und lebten in vollkommener Eintracht mit ihnen. Es wurden Waren getauscht und Handel betrieben, wobei das Neue Schweden selbst in seiner Glanzzeit kaum über 800 Bewohner kam. Kein Wunder also, dass sie daher von den Holländern 1655 in deren Kolonie gewaltsam einverleibt wurden.


Diese Geschichte des Nya Sverige wurde von Carl Milles in seinem Delawaremonument verewigt. Das Original wurde im Jahre 1938 in Wilmington, Delaware enthüllt. Dank des Charles Felix Lindbergs Donationsfondes bekam Göteborg im Jahre 1956 eine Kopie dieses Monumentes, das heute auf dem Stenpiren zu sehen ist.


Milles hat auf dem Monument zahlreiche Sequenzen dieser kurzen Besiedlung festgehalten. Um die ganze Geschichte zu entdecken muss man jedoch bei der Abreise in Göteborg beginnen, einem Relief, das ein Schiff darstellt, das Göteborg gerade hinter sich lässt.


Auf mehreren Bildern kann man die Entwicklung der Kolonisation und das freundschaftliche Verhalten zwischen Indianern und Schweden/Finnen sehen. Das Schiff auf der Spitze des Monuments ist keine Nachbildung des Originalschiffes, sondern symbolisiert alle Schiffe, die sich, von Göteborg aus, auf den Weg nach Übersee machten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 21. August 2009

Vom Stenpiren nach Lilla Bommen, entlang am Packhuskajen in Göteborg

Das Packhuskajen in Göteborg diente zwischen 1620 und dem 19. Jahrhundert vor allem der Befestigung der Stadt und den Verteidigungsanlagen. Der Stora Bommen (Eingang des Stora Hamnkanalen) diente der Belieferung der Stadt durch größere Schiffe, während am Lilla Bommen, an der heutigen Oper, die kleineren Boote zur Stadt gelangen konnten.


Sowohl am Lilla Bommen als auch am Stora Bommen befand sich jeweils ein Zollhaus, die den Warenein und -ausgang kontrollierten. Heute ist nur noch das Zollhaus am Stora Bommen vorhanden, das zum Casino Cosmopol umgebaut wurde. Die Postgatan (Poststraße), die hinter dem alten Zollhaus beginnt war ab Ende des 19. Jahrhunderts die Straße der Auswanderer mit entsprechenden Büros, Hotels und Pensionen.


Das Stenpiren am Skeppsbroplatsen wurde 1844/1845 errichtet und erhielt seinen Namen 1883. Von hier aus legten alle Boote zu den Schären Göteborgs ab, was jedoch, wegen der Länge des Kais, den Ausbau der Werft Götaverken behinderte. 1973 mussten daher 42 Meter des Stenpiren weichen. Viele schwedische Auswanderer nahmen ihre letzten Schritte auf schwedischem Boden ebenfalls auf dem Stenpiren, woran auch das Delawaremonument von Milles am Rande des Piers erinnert.


Das Packhuskajen hat sich von einer Befestigung zu einer Promenadestrecke entwickelt an dessen einer Seite die Boote des Museums Maritiman verankert sind und auf der anderen das Restaurant Kajskjul8, in dem das ganze Jahr über anspruchsvollere Veranstaltungen und Konzerte stattfinden, entstanden ist. Selbst ein kleiner Abenteuerspielplatz für die jüngsten Göteborger fand hier seinen Platz.


Aus den früheren Befestigungen und dem Zollhaus am Lilla Bommen entstand die Göteborger Oper und aus der Hafenanlage entwickelte sich Lisebergs Hafen für Freizeitboote der oberen Klasse. Der Kanal, der einst von zahlreichen Booten benutzt wurde um Waren zu transportieren wurde zugeschüttet und ließ die Östra Hamngatan entstehen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. August 2009

Mit der Älvsnabben in Göteborg unterwegs: Von Klippan bis Lilla Bommen

Für viele Göteborger sind die Älvsnabben nichts anderes als eine Möglichkeit den Göta älv zu überqueren, sei es um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen, sei es um auf der anderen Seite des Flusses spazieren zu gehen oder sich zu einem Picknick am nördlichen Älvstrand zu treffen. Nur wenige wissen, dass die Älvsnabben auch, ähnlich den Paddan, eine Möglichkeit bieten Göteborg zwischen Klippan und Lilla Bommen zu entdecken.


Die Älvsnabben können mit einer einfach Bus- oder Straßenbahnkarte benutzt werden und verkehren bei starkem Verkehr alle 30 Minuten und sonst einmal die Stunde, wobei sechs Haltestellen angefahren werden. Da man innerhalb von 90 Minuten umsteigen kann so oft man will (die Reise kann auch länger dauern), ist es möglich auch die eine oder andere Stelle etwas genauer zu betrachten oder einen Spaziergang zwischen zwei Haltestellen einzulegen.


Bereits bevor man sich auf ein Älvsnabban begibt kann man die Umgebung vom Kulturzentrum Röda Sten oder Lilla Bommen erkunden und ein Stück Göteborg entdecken. Falls man in Klippan zur Reise aufbricht, so entdeckt man zuerst Klippans Kulturreservat mit dem Bootsmuseum, hat einen Blick auf die Älvsborgsbron und kann bereits während der ersten Minuten den alten Anlegesteg der Älvfähren und den alten Werftkran in Eriksberg etwas genauer betrachten.


Nachdem man dann zwei Skulpturen von Ivana Machackova am nördlichen Älvstranden betrachtet hat und an Eriksberg entlangfährt, taucht zuerst die Götheborg, die Ostindiefararen, auf, um dann dem Monument Vindarnas Tempel mit dem Slottsberget (Schlossberg) Platz zu machen. Und in Lindholmen kann man von der Älvsnabben selbst einen Blick auf eine Seite der Bohuslänsk Krönika werfen.


Zurück auf der Seite des Stadtzentrums taucht dann das Stenpiren mit dem Delaware Monument von Milles und dem alten Zollhaus auf. Nachdem die Älvsnabben dann am Museum Maritiman vorbei fuhr tauchen schließlich die Oper mit der Skulptur Källan (die Quelle), die Barken Viking und der Läppstiftet, der Lippenstift, auf.


Aber bei einer Fahrt hat man kaum alles gesehen und es bietet sich daher eine zweite Reise an, in entgegengesetzter Richtung, um die Fischauktion, die Werft, die Frau am Hafen und die Stena-Boote genauer zu betrachten, oder auch um einfach etwas mehr Zeit zu haben das Leben am Älvstranden von Lindholmen oder Eriksberg etwas genauer zu betrachten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. August 2009

Carl Milles und seine Skulpturen in Göteborg

Carl Milles, eigentlich Carl Emil Wilhelm Andersson, wurde 1875 in Lagga geboren und starb 1955 in Lidingö. Carl Milles war vor überall in Europa aktiv und wurde in Paris von den Skulpturen Rodins inspiriert. Während der Weltausstellung in Paris erhielt er für seine Werke eine Silbermedaille und in Paris änderte er auch seinen Familiennamen von Andersson zu Milles, unter dem er weltweiten Ruhm erlangte.


In Göteborg errichtete Milles das Monument, das heute ein Symbol der Stadt ist und zum 300jährigen Museum der Stadt geplant war. Seine Werke findet man jedoch in Göteburg in mehreren Teilen der Stadt und selbst im Kunstmuseum befinden sich mehrere Skulpturen von Milles, unter anderem der Indianerhuvud in Onyx.


Jeder Besucher Göteborgs betrachtet an einem oder anderen Moment den Poseidonbrunnen von Carl Milles am Götaplatsen, am Fuße des Konstmuseum, von dem aus Poseidon, der Wassergott, seinen Blick über die Avenyn schweifen lässt. Weitaus weniger Besucher richten ihre Blicke dabei auch in die Höhe um zwei weitere Werke des Skulpteurs Carl Milles zu betrachten.


Vor dem Kunstmuseum findet man nämlich auch die Tänzer (Danserskorna), die Carl Milles 1915 schuf, 1923 dem Kunstmuseum Göteborgs geschenkt wurden und ihren heutigen Platz im Jahre 1952 fanden. Aber hier steht auch eine Kopie der Skulptur Vingarna (die Flügel), die Carl Milles 1910 fertig gestellt hat und die 1916 nach Göteborg kam.


Zwei weitere bedeutende Skulpturen sind die Najaden, deren Original sich im Botanischen Garten Göteborgs befindet, die Kopie davon im Keillers Park. Und schließlich kann man am Kvilletorget in Lundby noch die Bronzeskulptur Susanna med snäcka, Susanne mit der Muschel, betrachten. Drei Skulpturen, die eine enge Beziehung zu Wasser haben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Juli 2009

Kunst im Botanischen Garten in Göteborg

Der Besucher des Botanischen Gartens (Botaniska Trädgården) kann auf seinen Spaziergängen unzählige Pflanzen, Bäume und Büsche aus aller Welt entdecken. Zu jeder Jahreszeit bietet sich ein anderes Bild. Aber der Botanische Garten verfügt auch über zahlreiche Kunstwerke, die, bis auf wenige Ausnahmen, in direktem Zusammenhang mit der Anlage stehen.


So entdeckt der Besucher schon wenige Meter nach dem Eingang in den Botanischen Garten von Göteborg das Kunstwerk "Najad" von C. Milles, der auch den Poseidonbrunnen am Götaplats und Susanna, Das Mädchen mit der Muschel geschaffen hat.


Gegenüber dem tropischen Gewächshaus entdeckt der naturinteressierte Besucher die 2 Tonnen schwere Granitskulptur "Ljusbåge", Lichtbogen, des Künstlers Erik Åkerlund, die 1996 ihren Platz im Botanischen Garten fand.


Von vielen Besuchern fast unbemerkt bleibt das Werk "Tulpan", Tulpe, am Rande der großen Liegewiese, das Eva Lange geschaffen hat, eine überdimensionale Tulpe die die Stadt Göteborg im Jahre 1995 erwarb.


Die jüngst erworbene Skulptur "Bruden som försvann", Die verschwundene Braut, des Künstlers Lars Stocks aus Göteborg befindet sich am Restaurant des Botanischen Gartens. Das Kunstwerk zog im Juni 2009 von der Trädgårdsföreningen an den jetzigen Platz.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. Juni 2009

Seerosen (Nymphaea) in Göteborg und seiner Umgebung

Seerosen (Nymphaea) spielen in allen Teichen, ob künstlich oder natürlich, und in allen anderen Gewässern Göteborgs und seiner Umgebung eine wichtige Rolle. Überall ziehen weiße und rote Seerosen die Besucher in ihren Bann. Vermutlich handelt es sich bei den Seerosen um die meist fotografierten Pflanzen der Stadt.


So kennt man, zum Beispiel, den Renströmsparken in ganz Göteborg nur unter dem Namen Näckrosdammen, also Seerosenteich. Und ein Besuch am dortigen Teich bestätigt seinen Ruf, denn seit 1923 ist der Näckrosdammen fast vollständig mit Seerosen überzogen in denen sich auch zahlreiche Vögel sehr wohl fühlen.


Aber auch im Botanischen Garten in Göteborg "stolpert" der Besucher, kurz nachdem er Drehschranke am Eingang hinter sich gelassen hat, fast schon über einen Seerosenteich, an dessen Ende sich die Bronzeskulptur Najad von Carl Milles befindet. Rote und weiße Seerosen in allen Vegetationsformen schmücken den Dammenpond.


Und auch der Natursteig im westlichen Göteborg, im Ruddalen, führt an mehreren Gewässern mit Seerosen vorbei. Selbst die Lachmöwe und die Stockente fühlen sich dort so wohl, dass sie einen der moorigen Teiche als Brut- und Niststelle ausgewählt haben.


Auch Marstrand hat seine Seerosenteiche, die am Rande des Rundwanderwegs liegen und die sonst ziemlich karste Natur in ein kleines Paradies verwandeln wo sich auch unzählige Kleintiere und Insekten ansiedeln.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. Juni 2009

Göteborg, die Stadt der Statuen und Skulpturen

Grosse Linien der Geschichte Göteborgs lassen sich an Hand der fast unzähligen Statuen aufzeigen, die jeden Park, jeden Straßenzug und zahlreiche öffentliche Gebäude schmücken. Bedeutende Künstler haben in der Stadt nicht nur ihre Unterschrift hinterlassen, sonder erzählen auch ihre Entwicklung. Aber auch Legenden, Mytologie und Gegenwartskunst kommen in Göteborg nicht zu kurz. Jede Reise in die öffentliche Kunst der Stadt lässt ihre Eindrücke zurück.


Unter den zahlreichen Statuen des Botanischen Gartens (Botaniska trädgården), die alle in Zusammenhang mit der Natur stehen, entdeckt der Besucher zuerst die Statue Najad, Carl Milles Wassernymphe, die der griechischen Mythologie entstammt. Aber auch die Poseidonstatue am Götaplatsen und Susanna, "Flicka med snäcka" am Kvilletorget in Göteborg wurden von Carl Milles geschaffen.


Auch in der Trädgårdsföreningen befinden sich zahlreiche, zum Teil modernere Skulpturen, so die Bronzestatue "Klättraren" von Björn Therkelson, die Göteborg 1986 anlässlich der Ausstellung "Skulptur i parken" erworben hat.


Der Göteborger Künstler Johan Peter Molin schuf das erzählende Meisterwerk Bältespännarna, das am Bältespännarparken steht und in vier Bronzetafeln und einer Statue die Geschichte einer unglücklichen Liebe erzählt, die mit dem Tode eines Kämpfers endet.


Aber auch am Järntorget in Majorna, einem Stadtteil Göteborgs, findet man mehrere bedeutende Statuen. Das bedeutendste Meisterwerk des Platzes ist vermutlich der Järntorgsbrunnen von 1927 von Tore Strindberg. Das Kunstwerk "De fem världsdelarna" besteht, unter anderem, aus fünf weiblichen Bronzeskulpturen, die die fünf Kontinente darstellen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin