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Samstag, 18. September 2010

Äpfel und andere Früchte im Botanischen Garten in Göteborg

Zwischen dem 18. und dem 26. September findet im Botanischen Garten in Göteborg erneut die Ausstellung mit Äpfeln, Birnen und Pflaumen statt, bei der auch die Besucher die Möglichkeit haben ihre Äpfel von einem Fachmann bestimmen zu lassen. Wer die Ausstellung sehen will, muss sich jedoch täglich zwischen 12 und 16 Uhr zum Stolpboden begeben, da die Ausstellung jeden Tag nur für wenige Stunden geöffnet hat.


Da das Jahr 2010 ein Apfeljahr war, können dieses Mal den Besuchern 226 verschiedene Apfelarten präsentiert werden, die in Schweden vorkommen, wenn auch zum Teil nur in einigen Sammlungen wie jener des Botanischen Garten selbst. Wer sich daher nicht nur für die Früchte, sondern auch für die Bäume interessiert, sollte vor oder nach dem Besuch der Ausstellung auch das Arboretum besuchen, das sich teilweise im Naturschutzgebiet Änggårdsbergen befindet.


Erstmals dieses Jahr wurden die 18 Arten an Kulturäpfel, die in Westschweden angebaut werden, auf einem eigenen Tisch präsentiert, was für viele Gartenliebhaber der Umgebung die Bestimmung der eigenen Sorten vereinfacht, zumal man bei der Ausstellung von Äpfeln, Birnen und Pflaumen im Botaniska Trädgården nicht nur die zur Zeit reifen Arten sehen und fühlen kann, sondern auch die frühen und späten Sorten.


Ein besonderer Blickfang für die Besucher ist natürlich der größte Apfel, der dieses Jahr im Stolpboden gezeigt wird. Es handelt sich dabei um einen Apfel der Sorte Warner's King, der ganze 630 Gramm auf der Waage anzeigt. Diese Größe ist selbstverständlich nur bei jungen Bäumen möglich, die zudem nur wenige Früchte tragen oder bei denen sehr frühzeitig die „Konkurrenzäpfel“ gepflückt wurden, damit alle Nahrung diesem Apfel zugeführt wird.


Unter den rund 3000 Besuchern, die jedes Jahr diese Herbstausstellung besuchen, sind auch viele, die sich um den Tisch mit den kleinsten und exotischsten Äpfel scharen, die überwiegend aus Asien kommen, und jene, die auf der Suche nach alten Sorten sind, so dem Roten Ananasapfel aus Deutschland, den man bereits 1850 in Deutschland anbaute, und Besucher, die mehr über Krankheiten von Apfelbäumen und Schädlinge wissen wollen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. September 2010

Pilze, eine Ausstellung im Botanischen Garten in Göteborg

Vom 7. bis zum 13. September findet im Stolpboden im Botanischen Garten in Göteborg die diesjährige Ausstellung mit Pilzen aus dem Västra Götaland statt, die, wie jedes Jahr, hunderte von Pilzliebhaber aus der ganzen Umgebung anzieht und auch für so manche Schulklasse Göteborgs zu einem Muss wird.


Die diesjährige Ausstellung im Botaniska Trädgården umfasst rund 200 verschiedene Pilzarten, die in den Wäldern und Wiesen um Göteborg gefunden wurden, wobei selbst das Naturschutzgebiet Änggårdsbergen, das sich dem Botanischen Garten anschliesst, das Ruddalen, das Gebiet um die Delsjön und das Naturreservat Sandjöbacka Paradiese für Pilzliebhaber sind.


Die Neuerung des Jahres war, dass die häufigsten, beliebtesten und am leichtesten zu erkennenden Esspilze der Umgebung Göteborgs im Stolpboden, einem kleinen Holzhaus im Botaniska Trädgården, einen eigenen Tisch bekamen, der sich vor allem an Anfänger richtet, die hier die Möglichkeit bekommen die Pilze auch in die Hand zu nehmen und im Detail betrachten zu können.


Wie auch in den Vorjahren, so konnten Pilzsammler, die sich ihrer Ausbeute entweder nicht sicher waren oder aber glaubten einen ganz besonderen Pilz entdeckt zu haben, ihre „Sammlung“ - gegen eine kleine Abgabe - auch von einem Fachmann bewerten lassen, was oft auch zu längeren Gesprächen führt und so manchem Sammler schon das Leben gerettet hat.


Die erklärenden Tafeln, die Teil der jährlichen Pilzausstellung sind, führen den Besucher in die Welt der Pilze ein und beantworten zahlreiche Fragen. Hier findet man die Geschichte der Pilze, Rezepte, Erklärungen zur botanischen Eigenheit von Pilzen und lernt, dass Pilze nicht nur am Boden wachsen, wobei auch auf alte nordische Traditionen eingegangen wird, die ohne entsprechende Ausstellungen vermutlich ins Vergessen geraten würden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 14. Mai 2010

Das systematische Feld im Botanischen Garten in Göteborg

Während man ursprünglich die Pflanzen nach Linnés Idee ordnete, was bedeutet, dass das Aussehen einer Pflanze in der Vordergrund gesetzt wurde, begann man Ende des 19. Jahrhunderts von dieser Einteilungsmethode zu einer neuen überzugehen, die die Evolution der Pflanzen in den Vordergrund stellt. Dieser Idee folgt auch der Botanische Garten in Göteborg, selbst wenn die Büste Linnés das systematische Feld dominiert.

Helleborus Orientalis (Große Weihnachtsrose)

Der Aufbau des systematischen Garten des Botaniska Trädgården in Göteborg folgt einem Diagramm, das Gertrud Dahlgren zwischen den Jahren 1970 und 1980 erstellte. In einzelnen Gruppierungen entdeckt man in diesem Teil des Gartens jeweils Pflanzen des gleichen Geschlechts im Hinblick auf ihre Evolution. Zur Erklärung findet man am Rande des systematischen Feldes eingehende Erklärungen.


Polygala chamaebuxus (Buchs-Kreuzblume)

Wenn man alle Blumen dieses Teiles des Botanischen Gartens sehen will, so muss man ab Anfang April im Abstand von jeweils drei Wochen den Botaniska Trägården besuchen, denn bereits im Mai findet man von den zeitigsten Blumen nur noch die grünen Blätter, über die die Pflanzen neue Kraft für die nächste Blüte bekommen.

Trillium grandiflorum (Großblütiges Dreiblatt)

Ein Teil der Pflanzen des systematischen Feldes kann man natürlich auch an anderen Stellen des Botanischen Gartens finden, denn Krokusse, Schachblumen, Sauerklee, Schafgarbe oder Buxbaum kommen überall in Schweden selbst in freier Natur vor und dienen an dieser Stelle der Anlage mehr der Erklärung der Systematik als außergewöhnliche Blüten zu zeigen.

Uvularia grandiflora (Hänge-Goldglocke)

Das systematische Feld bietet jedoch ab Mai auch Blumen, die man in Schweden nur selten zu Augen bekommt und hier unter den „üblicheren“ Pflanzen Schwedens innerhalb einer Familie entdeckt werden können. Besonders interessant sind hier die Buchs-Kreuzblume, das Großblütige Dreiblatt oder auch die Hänge-Goldglocke.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. März 2010

Frühlingsblumen im Botanischen Garten in Göteborg

Nachdem der Frühling in Göteborg dieses Jahr auf sich warten lässt und etwa mit drei Wochen Verspätung ankommt, fehlen bisher auch die sonst so zahlreichen Frühlingsblumen des Jahres. Um die bunte Pracht dennoch sehen zu können müssen Liseberg und Botanischer Garten bisweilen zu besonderen Hilfsmitteln greifen. An einigen strategischen Stellen wird der Boden daher mit lauwarmem Wasser gegossen, damit der hemmende Frost aus dem Boden verdrängt wird.


Dank dieser Hilfe kann man im Freien des Botanischen Gartens in Göteborg nun, teilweise noch umgeben von Schneebergen, die ersten Schneeglöcken entdecken, die jedoch nicht nur etwas warmes Wasser benötigten, sondern auch den Schutz gegen den noch frostigen Wind. Die ersten Exemplare muss man daher noch unter Bäumen suchen.


Im geschützten Teil der Blumenzwiebelpflanzungen, zumindest dort, wo die Pflanzungen durch ein Glasdach von Schnee geschützt werden, beginnen sich nun auch die ersten Pflanzen zu zeigen. Dort, wo man jedoch voriges Jahr um diese Zeit bereits zahlreiche Blüten finden konnte, kann man gerade einmal einige zeitige Colchichum, die einem Krokus ähneln, finden, die etwas Farbe in der sonst fast kahlen Pflanzung verbreiten.


Um den Besuchern des Botanischen Gartens in Göteborg dennoch einige Frühlingsgefühle zu vermitteln, haben die Gärtner der Anlage daher eine kleine Ausstellung an Frühlingsblumen im Gewächshaus des Botaniska Trädgården aufgebaut. In Töpfen kann man hier Krokusse, Hyazinthen, Anemonen und andere Knollenpflanzen des Frühlings finden. Logischer Weise wurde diese Ausstellung in das kühle Berghaus gestellt.


Wer dann bereits im Gewächshaus ist, sollte nicht vergessen auch die anderen Abteilungen zu besuchen, denn gerade zu dieser Jahreszeit blühen mehrere fleischfressende Pflanzen, Bergblumen anderer Kontinente und natürlich auch zahlreiche Orchideen. Zusammen mit der Wärme einiger Abteilungen kann man sich dann, trotz dem Schnee vor dem Eingang, fast im Sommer wähnen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Januar 2010

Orchideen im Botanischen Garten in Göteborg

Wie alle Schweden, so suchen auch die Bewohner Göteborgs während der Wintermonate Licht, Farbe und Blüten. Während man Licht und Farbe im eigenen Heim schaffen kann, findet die Suche nach Blüten vor allem im Palmenhaus der Trädgårdsföreningen und dem Gewächshaus des Botanischen Gartens statt, wo man auch im Winter von blühenden Pflanzen anderer Kontinente profitieren kann.


Zu den Blumen, die vor allem im Winter blühen gehören auch Orchideen, die im Gewächshaus des Botaniska Trädgården (Botanischer Garten) vier Abteilungen erhielten, damit jede Pflanze in ihrem ursprünglichen Klima gedeihen kann. Natürlich erhält jede Pflanze auch die individuelle Pflege, die für manche Arten nötig sind.


Auch wenn nicht alle Orchideen des Botanischen Gartens im Winter blühen, so sollte man nicht vergessen, dass die Sammlung im Gewächshaus rund 1500 unterschiedliche Orchideenarten aus der ganzen Welt beherbergt und dadurch auch im Winter mehr Arten blühen als man bei einem einzigen Besuch überhaupt entdecken und bewundern kann.


Und auch wenn man im Gewächshaus des Botanischen Garten Göteborgs nicht all die Hintergrundinformationen über Orchideen findet wie bei den entsprechenden Ausstellungen, so kann man dennoch die Vielfalt der Orchideenblüten entdecken. Kaum eine andere Pflanzenfamilie hat so viele unterschiedliche Blüten hinsichtlich Form und Farbe wie Orchideen. Allein die Größe der Blüten geht von wenigen Millimetern bis zu 20 Zentimetern.


Orchideen sind heute in vielen Ländern von der Ausrottung bedroht und auch den rund 250 europäischen Arten droht durch die moderne Land- und Forstwirtschaft das gleiche Schicksal. Dies führt auch dazu, dass gerade ein Botanischer Garten wie jener in Göteborg einen gewissen Artenschutz garantiert.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Januar 2010

Exotische Früchte im Botanischen Garten in Göteborg

Die erste der fünf diesjährigen Ausstellungen im Botanischen Garten in Göteborg steht unter dem Zeichen Exotiska Frukter, Exotische Früchte. Bis zum 18. Februar 2010 haben die Besucher des Botaniska Trädgården die Möglichkeit Früchte aus allen anderen Erdteilen zu entdecken, die man mittlerweile jedoch auch in Göteborg erwerben kann.


Während noch in den 60er Jahren eine exotische Frucht, die man auf einem Foto entdeckte wirklich exotisch wirkte, sind vielen Besuchern der Ausstellung im Botanischen Garten einige der Früchte durch ihre Auslandsreisen bekannt und viele haben sich auch an den Geschmack dieser Früchte gewöhnt und wollen nun auch zu Hause nicht mehr auf die eine oder andere dieser Früchte verzichten.

Rambutan, Lichi, Wasseräpfel

Aber auch wer viele Länder bereiste und dort die unterschiedlichsten Früchte gegessen hat wird im Botanischen Garten noch Fruchtarten finden, von denen er noch nie etwas hörte und die er noch nie zu Gesicht bekommen hat, obwohl sie mittlerweile im einen oder anderen Delikatessenladen oder der Großen Markthalle der Stadt zu kaufen sind.

Große Sapote

Wer sich mehr für die Früchte interessiert oder auch die eine oder andere ausgestellte exotische Frucht probieren will, hat die Möglichkeit, sich an den Wochenenden einer Führung anzuschließen bei der Magnus Neuendorf ihre Geschichte erzählt, zeigt, wie einige der Früchte aufgeschnitten werden und wie man sie isst. Gerne beantwortet er auch die Fragen, die bei den Besuchern der Ausstellung Exotische Früchte (Exotiska Frukter) aufkommen.


Aber auch ohne Führung erfährt man während des Besuches der Ausstellung im Gewächshaus des Botanischen Gartens sehr viel über exotische Früchte, da jede der ausgestellten Arten von einer kurzen Erklärung begleitet ist und einzelne Gruppen auf Ausstellungstafeln ausführlich behandelt wurden. Während der Februarferien veranstaltet der Botanische Garten auch gezielt Führungen für Kinder, die damit entdecken, dass es auch andere exotische Früchte gibt als Bananen, Ananas, Zitronen und Kiwis.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. Januar 2010

Exotische Pflanzen im Gewächshaus des Botanischen Gartens in Göteborg

Während der größte Teil des Botanischen Gartens in Göteborg (Botaniska Trädgården) im Winter relativ wenige Besucher anzieht, so findet man im Gewächshaus dennoch Liebhaber, die die Pflanzenwelt aus fernen Ländern entdecken wollen. Viele Pflanzen der südlichen Halbkugel oder der Tropen haben gerade jetzt ihre Blütezeit und zeigen sich daher im Winter von ihrer schönsten Seite.

Baumwolle (Gossypium hirsutum)

Eine der für Europa als exotisch anmutenden Pflanzen ist die Baumwolle, die auch in der nördlichen Hemisphäre wächst und in der Regel ab März gesät wird. Da die Ernte, je nach Aussaat, zwischen Oktober und Februar statt findet kann man gerade im Winter die ausgewachsene Pflanze im Gewächshaus des Botanischen Gartens entdecken.

Orchidee paphiopedilum glaucophyllum

Aber auch zahlreiche Orchideen blühen gerade im Winter und können dann in den vier Orchideenhäusern des Botaniska Trägården in Göteborg bewundert werden. Da hier jede Orchidee auch mit ihrem Namen versehen ist, hilft ein Besuch auch so manchmal die Orchidee in seinem eigenen Fenster besser kennenzulernen um sie dann artgerecht zu halten.

Zylinderputzer (Callistemon rugulosus)

In einem der anderen Abteilungen des Gewächshauses des Botanischen Gartens findet man die im Winter blühende Myrrhe Callistemon rugulosus, die in Göteborg, wie auch in Australien, bis zu 4 Meter hoch wird. Die Pflanze ist in Deutschland auch als Flaschenputzer oder Pfeifenputzer bekannt und wird wegen ihrer roten Blüten in manchen Wintergärten gehalten.

Australischer Grasbaum (Xanthorroea fulva)

Ein sehr interessanter Baum ist auch der australische Grasbaum, der sich in der Natur nur nach einem Buschfeuer vermehren kann. Der sehr langsam wachsende Baum von bis zu zwei Meter Höhe wird in Australien auch als „Black Boy“ bezeichnet. Der im Winter blühende Baum zeigt seine Blüten nach etwa 15 Jahren und erreicht seine volle Größe erst nach rund 30 Jahren.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. November 2009

Fleischfressende Pflanzen im Botanischen Garten in Göteborg

Das Gewächshaus des Botanischen Gartens (Botaniska Trädgården) in Göteborg birgt in seinen elf Abteilungen zahlreiche Gewächse, die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt, da jede Pflanze ein bestimmtes Klima braucht, nicht auf jedem Boden gedeiht oder sie ganz einfach nur bestimmte Wassermischungen verkraften oder sich auf eine besondere Weise ernähren.


In der warmtemperierten Abteilung Disa des Gewächshauses findet man unter anderem eine reiche Sammlung an fleischfressenden Pflanzen, die nicht nur mit ihren Namensschildern versehen sind, sondern von erklärenden Tafeln über fleischfressende Pflanzen dieser Welt begleitet werden.


Fleischfressende Pflanzen sind hochentwichelte Gewächse, die sehr unterschiedliche Methoden in der Fleischbeschaffung anwenden. Sie verwenden Klebefallen, Saugfallen, Fallgruben, Reusen und fast jede andere mögliche Art des Beutefanges, wobei ihr Verhalten heute zum Großteil bekannt ist. Nur die fleischfressenden Moose haben noch zahlreiche weiße Stellen in der Forschung.


Bei der Zucht und Darstellung der fleischfressenden Pflanzen musste der Botanische Garten in Göteborg so manchen Kompromiss eingehen und auch auf so einige der 3000 bekannten Arten verzichten, denn einige dieser Gewächse benötigen eine besondere Lichtquelle, andere einen Tag-Nach Temperaturunterschied von zehn Grad und wieder andere dürfen keinerlei Minerale in ihrem Wasser finden.


Trotz der umfangreichen Darstellung der zahlreichen Arten an fleischfressenden Pflanzen im Botanischen Garten bleiben für den ernsthaften Interessenten dieser Pflanzenabteilung noch einige Fragen offen, denn der Platz im Gewächshaus reicht einfach nicht dafür, zu erklären, welche fleischfressenden Pflanzen dickere „Wände“ haben als andere, damit Insekten sich nicht durchbeißen können oder welche der Gewächse in Konkurrenz zu Spinnen stehen, die ihr Netz über die Öffnung spannen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. November 2009

Kräuter und Gewürze im Botanischen Garten in Göteborg

Zwischen dem 14. November und dem 6. Januar findet im Botanischen Garten in Göteborg die jährliche Weihnachtsausstellung statt, die dem Besucher das Thema Kräuter und Gewürze näher bringt. Warum diese Ausstellung im Gewächshaus des Botaniska Trådgården gerade zu Weihnachten stattfindet hat seine Logik, denn zu keiner anderen Zeit des Jahres wird soviel gebacken wie zu dieser Jahreszeit und in keinem Monat des Jahres finden mehr verschiedene Gewürze und Kräuter Einzug in Backwaren und Getränken als zu Weihnachten.


Der Besucher des Gewächshauses des Botanischen Gartens findet im Ausstellungsraum rund 60 verschiedene Gewürze und Kräuter. Viele davon kann er als Pflanze, in gemahlenem Zustand und dann noch in einigen der bedeutendsten Fertigprodukte kennen lernen. Nach einem Aufenthalt von etwa einer Stunde bleiben weder Senf, noch Marsala oder eine der scharfen Soßen der asiatischen Küche ein Geheimnis.


Aber auch die Zubereitung von aromatischen, alkoholischen und alkoholfreien Getränken, oder medizinischen Tinkturen, die sich auf Kräuter wie das Johanniskraut aufbauen, werden bei der Göteborger Ausstellung Kräuter und Gewürze behandelt. Sowohl seltene Gewürze, bedeutende Gewürzmischungen oder Aromen wie Vanille sind als Pflanzen, in verarbeitetem Zustand und als Verkaufsprodukt dargestellt. Die Ausstellung ist damit auch eine Reise durch die Welt der Düfte sowie eine optische Reise.


Der Botanische Garten in Göteborg stellt in seiner Weihnachtsausstellung einige der wichtigsten Gewürze oder Gewürzgruppen auch in Schautafeln dar. Safran, eines der teuersten Gewürze dieses Jahrhunderts, wird daher vom Besucher auch in seiner Geschichte verfolgt, von der Ernte bis zum Endprodukt. Selbst Dosen, in denen Safran gesammelt werden, gehören mit zur Weihnachtausstellung.


Aber auch Pflanzengruppen wie Pfeffer oder Chili werden bei Kräutern und Gewürzen in seiner Gesamtheit behandelt und verlieren nach einem Besuch der Göteborger Ausstellung seine Geheimnisse. Liebhaber der indischen, thailändischen oder japanischen Küche finden hier auch einen Tisch, der ihnen die verschiedenen Currys erklärt, wobei der Besucher der Ausstellung hier seine Gewürze auch riechen und sehen kann, also bevor sie Teil eines Gerichtes werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. September 2009

Äpfel, Birnen und Pflaumen im Botanischen Garten in Göteborg

Jeden Herbst lädt der Botanische Garten (Botaniska Trädgården) in Göteborg zu einer Ausstellung besonderer Art ein. Rund 250 verschiedene Obstarten, die zu dieser Zeit in den schwedischen Gärten reifen werden in der Stolpboden einem breiten Publikum präsentiert.


Noch bis zum 1. Oktober können Besucher die unterschiedlichsten Arten an Äpfeln, Birnen und Pflaumen sehen und fühlen, die man in den unterschiedlichsten Nutz- und Ziergärten des Landes findet. Und wer eine unbekannte Sorte in seinem Garten hat kann einige Äpfel oder Birnen zur Bestimmung mitbringen um zu erfahren, woher diese Sorte kommt und wie man den Baum am besten behandelt.


Jede im Botanischen Garten ausgestellte Obstsorte wird bei dieser Ausstellung mit ihrem Namen versehen, wobei die Farbe der Schilder angibt ob sich die Obstart für den Obstgarten eignet, ob die Früchte genießbar sind oder ob der entsprechende Baum nur zu dekorativen Zwecken gepflanzt wird.


Auch Angaben über das Verbreitungsgebiet, die Herkunft, ihre Bedeutung und andere nützliche Informationen zu Äpfeln, Birnen und Pflaumen findet der Besucher auf den zahlreichen Schautafeln. Die Sammlung an Pflaumen ist relativ gering, da sich nur sehr wenige Pflaumenbäume in Schweden wohlfühlen, im Gegensatz zu Apfelbäumen, die hier geradezu auf ein Paradies stoßen.


Auch der Besucher, der ein Kuriosum sucht kommt bei der Ausstellung von Äpfeln, Birnen und Pflaumen im Botanischen Garten auf seine Kosten, denn hier findet er auch die kleinsten Äpfel der Welt, eine japanische Art. Aber auch Krankheiten, Ungeziefer und Pilzbefall von Obst werden bei der Ausstellung dokumentiert, damit der Gartenliebhaber entsprechende Vorkehrungen treffen kann oder auch ganz einfach das Problem bestimmter Jahre erkennen lernt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. September 2009

Pilzausstellung im Botanischen Garten von Göteborg

Pilze ziehen jedes Jahr und in allen Ländern eine Unmenge an Pilzliebhabern in die Wälder ihrer nahen und ferneren Umgebung. Kenner mischen sich mit Amateuren und so manche Pilzjagd endet im Krankenhaus und verdirbt den vorherigen Genuss dieser einzigartigen Gewächse, die nur in Symbiose existieren können.


Damit man sich im Dschungel dieser Gewächse etwas zurechtfindet, veranstaltet der Botanische Garten (Botaniska Trädgården) in Göteborg jedes Jahr eine Ausstellung bei der der Besucher die Mehrheit der einheimischen Pilze auch einmal tatsächlich betrachten kann. Zu gewissen Zeiten steht auch ein Fachmann für Fragen und die Pilzbestimmung zur Verfügung.


Die meisten Pilze, die man bei der Ausstellung im Botanischen Garten aus der Nähe betrachten kann sind natürlich jene Arten, die man auch in Pilzbüchern findet und in sehr gute Pilze, essbare Pilze und giftige Pilze eingeteilt werden. Jeder Pilz, der im Botanischen Garten gezeigt wird, verfügt über eine kurze Erklärung auf einem Etikette, wo schon die Farbe anzeigt um welche Sorte von Pilz es sich handelt.


Wie es sich jedoch für einen Botanischen Garten gehört, so findet man auch andere Arten von Pilzen, die man häufig in der Natur findet, die aber eine eigene Nische einnehmen. Es handelt sich um Baumpilze, Pilze also, die sich nur an Stämmen, Stümpfen und Ästen von Bäumen ansiedeln können. Auch hier findet man auf zusätzliche Informationstafeln weiter Informationen zu diesen Pilzarten.


Der Botanische Garten geht jedoch noch weiter mit seiner Ausstellung und zeigt auch einige der wichtigsten Pilzarten, die man gerne vermeiden möchte. Es handelt sich um Pilze, die sich in Häusern und Wohnungen ansiedeln und um Pilze, die Lebensmittel befallen. Natürlich kann eine Ausstellung im Stolpboden des Botanischen Gartens nicht alle Fragen über Pilze beantworten, aber sie kann einen übergreifenden Einblick in die Welt der Pilze bieten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. September 2009

Der Botanische Garten, eine Entdeckungsreise in Göteborg

Mit seinen 175 Hektar ist der Botanische Garten in Göteborg einer der größten Europas, wobei sich allein in der ständig unterhaltenen Abteilung, die etwa 25 Hektar ausmacht, rund 16.000 Pflanzenarten entdecken lassen. Der Botanische Garten verdankt seine Existenz in der Hauptsache dem Charles Felix Lindbergs Donationsfond, der die Anlage, die im Jahre 1919 eröffnet wurde, zum Hauptteil finanzierte.


Eine der Besonderheiten des Botaniska Trädgården, wie er auf Schwedisch heißt, ist die Eingliederung des anschließenden Naturreservates Änggården mit seinem Arboretum, den mit Heide überwachsenen Hügeln, den verschiedenen Moosarten und den morastigen Seen, die ein Paradies für die Vogelwelt Göteborgs bieten.


Das tropische Gewächshaus im Botanischen Garten beherbergt, mit rund 1600 Arten, die größte Orchideensammlung Schwedens, bietet jedoch auch eine ausgedehnte Sammlung an Kakteen, Kaffeepflanzen, Kakao oder Bananen und den extrem selten Baum der Osterinseln. Hier finden auch regelmäßig Ausstellung zu tropischen Gewächsen statt.


Auch die Gebäude des Botanischen Gartens in Göteborg kann man nahezu als Museum bezeichnen, denn das Hauptgebäude mit den Büros wurde 1926 fertig gestellt, das sogenannte Blaue Haus wurde 1794 erbaut, das Lusthaus im Gemüsegarten stammt aus dem 18. Jahrhundert und die gelbe Villa Stora Änggården, neben dem Gewächshaus, wurde 1812 erbaut.


Wie schon die Trädgårdsföreningen ist auch der Botanische Garten eine Art Skulpturenpark, wo sich die verschiedenen Skulpturen nahezu unbemerkt in die Natur des Gartens eingliedern. Hier findet man die Verschwundene Braut, Flora, den Lichtbogen, Najad, die Tulpe und zahlreiche andere Kunstwerke schwedischer und internationaler Künstler.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. Juli 2009

Vanille, eine Orchidee im Botanischen Garten in Göteborg

Vanille ist die einzige Orchidee, die dem Menschen auch als Gewürz dienen kann und ein fester Bestandteil vieler Backwerke oder Süssigkeiten ist. Vanille in Stangenform wird oft auch als die Königin der Gewürze bezeichnet und gehört mit zu den teuersten Gewürzen der Welt.


Man kennt heute etwa 100 verschiedene Arten von Vanille und nur einige wenige von ihnen dienen als Geschmacksaroma. Die Fruchtmasse der meisten Vanillearten ist zu schwach um eine Anwendung in der Küche zu finden, dienen aber gewissen Insekten als Nahrung.


Die Orchideenausstellung im Botanischen Garten (Botaniska Trädgården) in Göteborg verfügt über einige der Vanillearten, die in verschiedenen Stadien präsentiert werden, wobei auch die Herstellung der echten Vanille auf einfache Weise erklärt wird.


Die industriell wichtigsten Vanilleschoten entstammen der Gewürzvanille (Vanilla planifolia), die ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika stammt, heute jedoch überwiegend auf Madagaskar und der Insel Réunion angebaut wird.


Während die wilde Vanille von einigen wenigen Insektenarten bestäubt werden können, muss die angebaute Vanille künstlich befruchtet werden. Der Herstellungsprozess der Vanille ist sehr langwierig und aufwendig, was den hohen Preis rechtfertigt und viele Vanillebenutzer seit dem Jahre 1874 zu synthetischer Vanille greifen lässt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin