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Montag, 24. Mai 2010

Begonien im Botanischen Garten in Göteborg

Vom 22. Mai bis zum 29. August findet man im Ausstellungsraum des Gewächshauses des Botanischen Gartens in Göteborg, und an so manch anderen Stellen der Anlage, die Jahresausstellung Begonien, die unter dem Titel „Vergessene Schönheiten - die Wiederkehr der Begonien“ steht und etwa 100 verschiedene Arten dieser bereits klassischen Topfgewächse in all ihren Aspekten zeigt.


Begonien gehören nicht zu den einheimischen Gewächsen, sondern kamen erst im 17. Jahrhundert mit Botanisten, die in Westindien und Indien unterwegs waren, in europäische Sammlungen. Später, als die Seefahrt ihren Aufschwung nahm, kamen dann auch die Arten Südamerikas und anderer warmen Länder zu uns. Insgesamt findet man mittlerweile, Kulturarten eingerechnet, über 10.000 verschiedene Begonienarten.


Viele der Begonien, die in Asien oder Südamerika in freier Natur wachsen, wurden von den entsprechenden Völkern seit Jahrhunderten auch als Heilkräuter verwendet. In Europa wurden jedoch nur sehr wenige dieser Pflanzen mit in die Naturmedizin mit aufgenommen, zumal die meisten Arten erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts Europa erreichten und die Pflanzen noch sehr teuer waren.


Bis zum Zeitpunkt, als man in Europa die Vermehrung von Begonien in größerem Stil begann, waren diese so unterschiedlichen Pflanzen sehr teuer. Erst ab den 60er Jahren haben sie es geschafft eine der interessantesten Zimmer- und Balkonpflanzen zu werden. Heute bietet jedes Gartenhaus eine gewisse Anzahl an Begonien an. Um die selteneren oder schwer zu haltenden Pflanzen zu entdecken, muss man man jedoch nach wie vor einen Botanischen Garten besuchen.


Die Ausstellung „Glömda Skönheter - begonians återkomst“ präsentiert jedoch nicht nur 100 Arten an Begonien aus der ganzen Welt, sondern ergänzt die Ausstellung auch mit Samen, Zuchtanlagen und bietet zahlreiche Erklärungen zum Thema. Der Besucher erfährt hier die Geschichte der Begonien, entdeckt ihre Verbreitung und wird selbst in ihre Botanik eingeführt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 20. März 2010

Kakteen und Sukkulenten im Botanischen Garten in Göteborg

Fast etwas abseits von den anderen Abteilungen findet man im Gewächshaus des Botanischen Gartens in Göteborg die Abteilung für Kakteen und Sukkulenten. Viele Besucher der Anlage verpassen diese Abteilung, die nicht beim „üblichen Rundgang“ entdeckt werden kann, sondern etwas abgesondert von den anderen Abteilungen liegt.


Auch wenn die hauptsächliche Blütezeit der Kakteen und Sukkulenten in den Herbst fällt, so bietet jedoch jedem Liebhaber von Kakteen und Sukkulenten jede Jahreszeit hier einen Einblick in die vielschichtige Welt dieser Gewächse, die von vielen als relativ einfach zu halten gelten. Dass ein Kaktus nicht stirbt bedeutet jedoch noch lange nicht, dass es ihm auch gefällt oder dass er zur Blüte kommt.


Direkt am Eingang des Kakteenhauses findet man eine Sammlung an Aloe-Gewächsen, obwohl diese Arten zu den Liliengewächsen gehören und daher nicht mit Kakteen und Agaven zu verwechseln sind. Auch wenn man im Botanischen Garten Göteborgs nicht alle 365 Arten an Aloes finden kann, so kann man dennoch die unterschiedlichsten Arten entdecken und erfährt so manches über die Ausbreitung dieser Pflanzenart und ihre medizinische Anwendung.


Den breitesten Teil des Gewächshauses nimmt natürlich die Kakteensammlung ein, wo man nahezu jede Art und jede Größe dieser Gewächse finden kann. Während man die Welt der Kakteen während des Jahres meist nur selbst entdecken kann, finden im Herbst bisweilen Führungen statt bei denen man selbst einige Kakteenfrüchte kosten kann, die in zahlreichen Ländern als Delikatesse gelten. Die verschiedenen Arten an Kakteen sind gut beschriftet und einzelne Gruppen werden auch in ihrer Gesamtheit erklärt.


Eine eigene Gruppe im Kakteenhaus des Botanischen Gartens in Göteborg bilden die Mittagsblumengewächse, die auch als „Lebende Steine“ bekannt sind. Auch diese Pflanzen, die vor allem im südlichen Afrika und Australien heimisch sind, gehören, genau genommen, nicht zu Kakteen und Sukkulenten, werden aber in ganz Europa zusammen mit Kakteen in Gewächshäusern untergebracht. Die meisten der Mittagsblumengewächse blühen ebenfalls im Herbst.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. März 2010

Frühlingsblumen im Botanischen Garten in Göteborg

Nachdem der Frühling in Göteborg dieses Jahr auf sich warten lässt und etwa mit drei Wochen Verspätung ankommt, fehlen bisher auch die sonst so zahlreichen Frühlingsblumen des Jahres. Um die bunte Pracht dennoch sehen zu können müssen Liseberg und Botanischer Garten bisweilen zu besonderen Hilfsmitteln greifen. An einigen strategischen Stellen wird der Boden daher mit lauwarmem Wasser gegossen, damit der hemmende Frost aus dem Boden verdrängt wird.


Dank dieser Hilfe kann man im Freien des Botanischen Gartens in Göteborg nun, teilweise noch umgeben von Schneebergen, die ersten Schneeglöcken entdecken, die jedoch nicht nur etwas warmes Wasser benötigten, sondern auch den Schutz gegen den noch frostigen Wind. Die ersten Exemplare muss man daher noch unter Bäumen suchen.


Im geschützten Teil der Blumenzwiebelpflanzungen, zumindest dort, wo die Pflanzungen durch ein Glasdach von Schnee geschützt werden, beginnen sich nun auch die ersten Pflanzen zu zeigen. Dort, wo man jedoch voriges Jahr um diese Zeit bereits zahlreiche Blüten finden konnte, kann man gerade einmal einige zeitige Colchichum, die einem Krokus ähneln, finden, die etwas Farbe in der sonst fast kahlen Pflanzung verbreiten.


Um den Besuchern des Botanischen Gartens in Göteborg dennoch einige Frühlingsgefühle zu vermitteln, haben die Gärtner der Anlage daher eine kleine Ausstellung an Frühlingsblumen im Gewächshaus des Botaniska Trädgården aufgebaut. In Töpfen kann man hier Krokusse, Hyazinthen, Anemonen und andere Knollenpflanzen des Frühlings finden. Logischer Weise wurde diese Ausstellung in das kühle Berghaus gestellt.


Wer dann bereits im Gewächshaus ist, sollte nicht vergessen auch die anderen Abteilungen zu besuchen, denn gerade zu dieser Jahreszeit blühen mehrere fleischfressende Pflanzen, Bergblumen anderer Kontinente und natürlich auch zahlreiche Orchideen. Zusammen mit der Wärme einiger Abteilungen kann man sich dann, trotz dem Schnee vor dem Eingang, fast im Sommer wähnen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 31. Januar 2010

Das Gewächshaus im Botanischen Garten in Göteborg

Das Gewächshaus im Botanischen Garten in Göteborg besteht aus elf verschiedenen Abteilungen, die jede für sich eine Entdeckung wert sind. Im Gegensatz zum Botanischen Garten selbst, zu dem man freiwillig Eintritt bezahlen kann, ist der Zugang zum Gewächshaus abgabepflichtig. Der Besuch ist jedoch die zwei Euros Eintritt leicht wert.


Unmittelbar nachdem man vom Vorraum ins Gewächshaus kommt, landet man im tropischen Regenwald mit seinen Gewächsen, seiner Feuchtigkeit und seiner Wärme. Wie überall im Gewächshaus des Botanischen Gartens gelten auch hier die Regeln der biologischen Regelung an Krankheiten, Vermehrung und Düngung der Pflanzen.

Rambutan-Frucht

Unmittelbar links davon findet man den Ausstellungsraum in dem jährlich mehrere thematische Ausstellungen stattfinden. Nach diesem Raum gelangt man zu Begonien, Bromelien, Kaffee und Baumwolle, also Pflanzen, die ein subtropisches Klima bevorzugen und wo man im schwedischen Winter auch relativ wenige Gewächse während der Blüte erleben kann.

Blüte der Heliamphora minus

Im Anschluss gelangt man in die erste der vier Abteilungen, die vor allem Orchideen gewidmet sind. Das Disa-Haus zeigt dem Besucher, außer einigen Orchideen, auch Teesträucher und vor allem die reichhaltige Sammlung an fleischfressenden Pflanzen. Die Runde führt dann erst zu den anderen rund 1500 Orchideenarten und schließlich zur Sammlung an Vanille.

Orchidee

Die meisten Besucher gehen von hier aus, zurück durch den tropischen Regenwald, direkt zu den drei Abteilungen mit Berggewächsen und den Pflanzen aus Australien und Südafrika, um den Grasbaum oder die einzige Baumart der Osterinseln zu entdecken, aber vergessen dabei, dass sich hinter den Orchideenhäusern noch die Sammlung mit Sukkulenten befindet, den Kakteen und Fettpflanzen vor allem aus Amerika und Afrika.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Januar 2010

Orchideen im Botanischen Garten in Göteborg

Wie alle Schweden, so suchen auch die Bewohner Göteborgs während der Wintermonate Licht, Farbe und Blüten. Während man Licht und Farbe im eigenen Heim schaffen kann, findet die Suche nach Blüten vor allem im Palmenhaus der Trädgårdsföreningen und dem Gewächshaus des Botanischen Gartens statt, wo man auch im Winter von blühenden Pflanzen anderer Kontinente profitieren kann.


Zu den Blumen, die vor allem im Winter blühen gehören auch Orchideen, die im Gewächshaus des Botaniska Trädgården (Botanischer Garten) vier Abteilungen erhielten, damit jede Pflanze in ihrem ursprünglichen Klima gedeihen kann. Natürlich erhält jede Pflanze auch die individuelle Pflege, die für manche Arten nötig sind.


Auch wenn nicht alle Orchideen des Botanischen Gartens im Winter blühen, so sollte man nicht vergessen, dass die Sammlung im Gewächshaus rund 1500 unterschiedliche Orchideenarten aus der ganzen Welt beherbergt und dadurch auch im Winter mehr Arten blühen als man bei einem einzigen Besuch überhaupt entdecken und bewundern kann.


Und auch wenn man im Gewächshaus des Botanischen Garten Göteborgs nicht all die Hintergrundinformationen über Orchideen findet wie bei den entsprechenden Ausstellungen, so kann man dennoch die Vielfalt der Orchideenblüten entdecken. Kaum eine andere Pflanzenfamilie hat so viele unterschiedliche Blüten hinsichtlich Form und Farbe wie Orchideen. Allein die Größe der Blüten geht von wenigen Millimetern bis zu 20 Zentimetern.


Orchideen sind heute in vielen Ländern von der Ausrottung bedroht und auch den rund 250 europäischen Arten droht durch die moderne Land- und Forstwirtschaft das gleiche Schicksal. Dies führt auch dazu, dass gerade ein Botanischer Garten wie jener in Göteborg einen gewissen Artenschutz garantiert.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 23. Januar 2010

Exotische Früchte im Botanischen Garten in Göteborg

Die erste der fünf diesjährigen Ausstellungen im Botanischen Garten in Göteborg steht unter dem Zeichen Exotiska Frukter, Exotische Früchte. Bis zum 18. Februar 2010 haben die Besucher des Botaniska Trädgården die Möglichkeit Früchte aus allen anderen Erdteilen zu entdecken, die man mittlerweile jedoch auch in Göteborg erwerben kann.


Während noch in den 60er Jahren eine exotische Frucht, die man auf einem Foto entdeckte wirklich exotisch wirkte, sind vielen Besuchern der Ausstellung im Botanischen Garten einige der Früchte durch ihre Auslandsreisen bekannt und viele haben sich auch an den Geschmack dieser Früchte gewöhnt und wollen nun auch zu Hause nicht mehr auf die eine oder andere dieser Früchte verzichten.

Rambutan, Lichi, Wasseräpfel

Aber auch wer viele Länder bereiste und dort die unterschiedlichsten Früchte gegessen hat wird im Botanischen Garten noch Fruchtarten finden, von denen er noch nie etwas hörte und die er noch nie zu Gesicht bekommen hat, obwohl sie mittlerweile im einen oder anderen Delikatessenladen oder der Großen Markthalle der Stadt zu kaufen sind.

Große Sapote

Wer sich mehr für die Früchte interessiert oder auch die eine oder andere ausgestellte exotische Frucht probieren will, hat die Möglichkeit, sich an den Wochenenden einer Führung anzuschließen bei der Magnus Neuendorf ihre Geschichte erzählt, zeigt, wie einige der Früchte aufgeschnitten werden und wie man sie isst. Gerne beantwortet er auch die Fragen, die bei den Besuchern der Ausstellung Exotische Früchte (Exotiska Frukter) aufkommen.


Aber auch ohne Führung erfährt man während des Besuches der Ausstellung im Gewächshaus des Botanischen Gartens sehr viel über exotische Früchte, da jede der ausgestellten Arten von einer kurzen Erklärung begleitet ist und einzelne Gruppen auf Ausstellungstafeln ausführlich behandelt wurden. Während der Februarferien veranstaltet der Botanische Garten auch gezielt Führungen für Kinder, die damit entdecken, dass es auch andere exotische Früchte gibt als Bananen, Ananas, Zitronen und Kiwis.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. Januar 2010

Exotische Pflanzen im Gewächshaus des Botanischen Gartens in Göteborg

Während der größte Teil des Botanischen Gartens in Göteborg (Botaniska Trädgården) im Winter relativ wenige Besucher anzieht, so findet man im Gewächshaus dennoch Liebhaber, die die Pflanzenwelt aus fernen Ländern entdecken wollen. Viele Pflanzen der südlichen Halbkugel oder der Tropen haben gerade jetzt ihre Blütezeit und zeigen sich daher im Winter von ihrer schönsten Seite.

Baumwolle (Gossypium hirsutum)

Eine der für Europa als exotisch anmutenden Pflanzen ist die Baumwolle, die auch in der nördlichen Hemisphäre wächst und in der Regel ab März gesät wird. Da die Ernte, je nach Aussaat, zwischen Oktober und Februar statt findet kann man gerade im Winter die ausgewachsene Pflanze im Gewächshaus des Botanischen Gartens entdecken.

Orchidee paphiopedilum glaucophyllum

Aber auch zahlreiche Orchideen blühen gerade im Winter und können dann in den vier Orchideenhäusern des Botaniska Trägården in Göteborg bewundert werden. Da hier jede Orchidee auch mit ihrem Namen versehen ist, hilft ein Besuch auch so manchmal die Orchidee in seinem eigenen Fenster besser kennenzulernen um sie dann artgerecht zu halten.

Zylinderputzer (Callistemon rugulosus)

In einem der anderen Abteilungen des Gewächshauses des Botanischen Gartens findet man die im Winter blühende Myrrhe Callistemon rugulosus, die in Göteborg, wie auch in Australien, bis zu 4 Meter hoch wird. Die Pflanze ist in Deutschland auch als Flaschenputzer oder Pfeifenputzer bekannt und wird wegen ihrer roten Blüten in manchen Wintergärten gehalten.

Australischer Grasbaum (Xanthorroea fulva)

Ein sehr interessanter Baum ist auch der australische Grasbaum, der sich in der Natur nur nach einem Buschfeuer vermehren kann. Der sehr langsam wachsende Baum von bis zu zwei Meter Höhe wird in Australien auch als „Black Boy“ bezeichnet. Der im Winter blühende Baum zeigt seine Blüten nach etwa 15 Jahren und erreicht seine volle Größe erst nach rund 30 Jahren.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. November 2009

Fleischfressende Pflanzen im Botanischen Garten in Göteborg

Das Gewächshaus des Botanischen Gartens (Botaniska Trädgården) in Göteborg birgt in seinen elf Abteilungen zahlreiche Gewächse, die man sonst nur selten zu Gesicht bekommt, da jede Pflanze ein bestimmtes Klima braucht, nicht auf jedem Boden gedeiht oder sie ganz einfach nur bestimmte Wassermischungen verkraften oder sich auf eine besondere Weise ernähren.


In der warmtemperierten Abteilung Disa des Gewächshauses findet man unter anderem eine reiche Sammlung an fleischfressenden Pflanzen, die nicht nur mit ihren Namensschildern versehen sind, sondern von erklärenden Tafeln über fleischfressende Pflanzen dieser Welt begleitet werden.


Fleischfressende Pflanzen sind hochentwichelte Gewächse, die sehr unterschiedliche Methoden in der Fleischbeschaffung anwenden. Sie verwenden Klebefallen, Saugfallen, Fallgruben, Reusen und fast jede andere mögliche Art des Beutefanges, wobei ihr Verhalten heute zum Großteil bekannt ist. Nur die fleischfressenden Moose haben noch zahlreiche weiße Stellen in der Forschung.


Bei der Zucht und Darstellung der fleischfressenden Pflanzen musste der Botanische Garten in Göteborg so manchen Kompromiss eingehen und auch auf so einige der 3000 bekannten Arten verzichten, denn einige dieser Gewächse benötigen eine besondere Lichtquelle, andere einen Tag-Nach Temperaturunterschied von zehn Grad und wieder andere dürfen keinerlei Minerale in ihrem Wasser finden.


Trotz der umfangreichen Darstellung der zahlreichen Arten an fleischfressenden Pflanzen im Botanischen Garten bleiben für den ernsthaften Interessenten dieser Pflanzenabteilung noch einige Fragen offen, denn der Platz im Gewächshaus reicht einfach nicht dafür, zu erklären, welche fleischfressenden Pflanzen dickere „Wände“ haben als andere, damit Insekten sich nicht durchbeißen können oder welche der Gewächse in Konkurrenz zu Spinnen stehen, die ihr Netz über die Öffnung spannen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. November 2009

Kräuter und Gewürze im Botanischen Garten in Göteborg

Zwischen dem 14. November und dem 6. Januar findet im Botanischen Garten in Göteborg die jährliche Weihnachtsausstellung statt, die dem Besucher das Thema Kräuter und Gewürze näher bringt. Warum diese Ausstellung im Gewächshaus des Botaniska Trådgården gerade zu Weihnachten stattfindet hat seine Logik, denn zu keiner anderen Zeit des Jahres wird soviel gebacken wie zu dieser Jahreszeit und in keinem Monat des Jahres finden mehr verschiedene Gewürze und Kräuter Einzug in Backwaren und Getränken als zu Weihnachten.


Der Besucher des Gewächshauses des Botanischen Gartens findet im Ausstellungsraum rund 60 verschiedene Gewürze und Kräuter. Viele davon kann er als Pflanze, in gemahlenem Zustand und dann noch in einigen der bedeutendsten Fertigprodukte kennen lernen. Nach einem Aufenthalt von etwa einer Stunde bleiben weder Senf, noch Marsala oder eine der scharfen Soßen der asiatischen Küche ein Geheimnis.


Aber auch die Zubereitung von aromatischen, alkoholischen und alkoholfreien Getränken, oder medizinischen Tinkturen, die sich auf Kräuter wie das Johanniskraut aufbauen, werden bei der Göteborger Ausstellung Kräuter und Gewürze behandelt. Sowohl seltene Gewürze, bedeutende Gewürzmischungen oder Aromen wie Vanille sind als Pflanzen, in verarbeitetem Zustand und als Verkaufsprodukt dargestellt. Die Ausstellung ist damit auch eine Reise durch die Welt der Düfte sowie eine optische Reise.


Der Botanische Garten in Göteborg stellt in seiner Weihnachtsausstellung einige der wichtigsten Gewürze oder Gewürzgruppen auch in Schautafeln dar. Safran, eines der teuersten Gewürze dieses Jahrhunderts, wird daher vom Besucher auch in seiner Geschichte verfolgt, von der Ernte bis zum Endprodukt. Selbst Dosen, in denen Safran gesammelt werden, gehören mit zur Weihnachtausstellung.


Aber auch Pflanzengruppen wie Pfeffer oder Chili werden bei Kräutern und Gewürzen in seiner Gesamtheit behandelt und verlieren nach einem Besuch der Göteborger Ausstellung seine Geheimnisse. Liebhaber der indischen, thailändischen oder japanischen Küche finden hier auch einen Tisch, der ihnen die verschiedenen Currys erklärt, wobei der Besucher der Ausstellung hier seine Gewürze auch riechen und sehen kann, also bevor sie Teil eines Gerichtes werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. September 2009

Das Gewächshaus, genannt Palmhuset, in der Trädgårdsföreningen in Göteborg

Georg Löwegren, der ab 1860 Direktor des Gartenvereins, der Trädgårdsföreningen, in Göteborg war wollte seit seinem Amtsantritt ein Palmhuset, also ein Gewächshaus für Palmen, in der Parkanlage haben. Als Modell nahm er den Crystal Palace, der 1852 in London anlässlich der Weltausstellung eröffnet wurde. Trotz der enormen Kosten konnte er seinen Traum 1878 erfüllen, und das in Schottland gefertigte Gewächshaus konnte in Göteborg aufgestellt werden.


Das Palmhuset in der Trädgårdsföreningen ist heute in fünft Abteilungen untergliedert. Die hohe Eingangshalle dient natürlich den Palmen für die das Gewächshaus ursprünglich auch gebaut wurde. Der Besucher kann hier rund 30 verschiedene Palmarten bewundert und auch ihre Blüte miterleben.


Die Türen nach rechts führen in das Gebäude mit den exotischen tropischen Gewächsen. Hier kann man die Ixore aus Indien betrachten, die Alokasie mit ihren hell gerippten Blättern oder auch einen Kakaubaum, der im Herbst grüne Früchte und neue Blüten gleichzeitig zeigt. Nach einer weiteren Tür gelangt man dann in das Wasserhaus, das Vattenhuset mit den erstaunlichsten Gewächsen und Blüten dieser Welt.


Um in die beiden anderen Räume des Palmhusets zu gelangen muss man zurück bis zur Palmenabteilung, und wieder durch eine Tür gelangt man in einen Raum, der zum Teil für die jährlichen Ausstellungen gedacht ist und im anderen Teil einige der bedeutendsten Mittelmeerpflanzen zeigt. Hier findet man Korkeiche, Baumheide, Myrthe und andere Gewächse, die man sonst nur am Mittelmeer zu sehen bekommt.


Der letzte Raum ist schließlich den Kamelien und artverwandten Gewächsen gewidmet. Hier findet man, außer zahlreichen Kamelias, auch Tee, Hibiscus, Feijoa oder andere Pflanzen, die im Freien den Göteborger Winter nicht überstehen würden. Da es sich im Palmhuset um Pflanzen handelt, die auch von der anderen Seite der Erde kommen kann man im Gewächshaus der Trädgårdsförenigung nahezu das ganze Jahr über Blüten und Früchte entdecken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. September 2009

Der Botanische Garten, eine Entdeckungsreise in Göteborg

Mit seinen 175 Hektar ist der Botanische Garten in Göteborg einer der größten Europas, wobei sich allein in der ständig unterhaltenen Abteilung, die etwa 25 Hektar ausmacht, rund 16.000 Pflanzenarten entdecken lassen. Der Botanische Garten verdankt seine Existenz in der Hauptsache dem Charles Felix Lindbergs Donationsfond, der die Anlage, die im Jahre 1919 eröffnet wurde, zum Hauptteil finanzierte.


Eine der Besonderheiten des Botaniska Trädgården, wie er auf Schwedisch heißt, ist die Eingliederung des anschließenden Naturreservates Änggården mit seinem Arboretum, den mit Heide überwachsenen Hügeln, den verschiedenen Moosarten und den morastigen Seen, die ein Paradies für die Vogelwelt Göteborgs bieten.


Das tropische Gewächshaus im Botanischen Garten beherbergt, mit rund 1600 Arten, die größte Orchideensammlung Schwedens, bietet jedoch auch eine ausgedehnte Sammlung an Kakteen, Kaffeepflanzen, Kakao oder Bananen und den extrem selten Baum der Osterinseln. Hier finden auch regelmäßig Ausstellung zu tropischen Gewächsen statt.


Auch die Gebäude des Botanischen Gartens in Göteborg kann man nahezu als Museum bezeichnen, denn das Hauptgebäude mit den Büros wurde 1926 fertig gestellt, das sogenannte Blaue Haus wurde 1794 erbaut, das Lusthaus im Gemüsegarten stammt aus dem 18. Jahrhundert und die gelbe Villa Stora Änggården, neben dem Gewächshaus, wurde 1812 erbaut.


Wie schon die Trädgårdsföreningen ist auch der Botanische Garten eine Art Skulpturenpark, wo sich die verschiedenen Skulpturen nahezu unbemerkt in die Natur des Gartens eingliedern. Hier findet man die Verschwundene Braut, Flora, den Lichtbogen, Najad, die Tulpe und zahlreiche andere Kunstwerke schwedischer und internationaler Künstler.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 7. September 2009

Die Trädgårdsföreningen, der Gartenverein, eine Parkanlage in Göteborg

Die Trädgårdsföreningen, der Gartenverein Göteborgs, wurde im Jahre 1842 auf Grund eines Beschlusses von Karl XIV. Johan gegründet und sollte, wie auch der Schlosspark, den englischen Vorbildern gleichen. Die Trädgårdsföreningen konnte bis 1975 auf Grund von Spenden und vor allem dem Verkauf von Samen unabhängig bleiben, wurde dann jedoch auf Grund seiner finanziellen Lage von der Stadt Göteborg übernommen.


Die Trädgårdsföreningen ist eine der Oasen Göteborgs, die Ruhe ausstrahlen und jederzeit zu einem Picknick auf den ausläufigen Wiesen entlang des Vallgravens einladen. Der Göteborger Gartenverein verfügt jedoch auch über ein Restaurant, ein Café, eine Bühne, wo immer wieder die bedeutendsten Künstler auftreten, und ein bedeutendes Gewächshaus aus dem Jahre 1878 in dem immer wieder Ausstellungen zur Gartenkultur stattfinden.


Von internationaler Bedeutung ist die Rosensammlung der Trädgårdsföreningen, die mit zu den größten Europas gehört und einen Rosenliebhaber zum Staunen bringt, da er hier Raritäten findet, die kaum im Handel zu finden sind. Die jährliche Rosenschau zieht Besucher aus ganz Europa an und gehört mit zu den bedeutendsten grünen Ereignissen Göteborgs.


Die Parkanlage des Gartenvereins beherbergt auch einen kleinen Skulpturenpark mit bedeutenden Skulpturen schwedischer Bildhauer. Hier findet man Skulpturen wie Dimman, Den hemlighetsfulla porten, Totem, Monolyt i fyra delar und Klättraren, um nur einige Beispiele an Skulpturen zu nennen, die entlang der Wege der Trädgårdsföreningen zu finden sind.


Die Wiesen der Parkanlage laden jedoch nicht nur Rosen- und Blumenliebhaber zu sich ein, denn im Laufe des Jahres werden hier auch Freiluftmessen abgehalten und während des Göteborger Kulturfestes können die Jüngsten der Stadt hier feiern, basteln, toben, über Clowns lachen oder im Puppenkrankenhaus ihre Schmusetiere reparieren lassen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Juni 2009

Der Nutzgarten im Botanischen Garten in Göteborg

Der Botanische Garten in Göteborg bietet dem Besucher jede erdenkliche Möglichkeit die Natur und die europäische sowie exotische Pflanzenwelt zu entdecken und zu verstehen. Aber es gibt auch einen Teil, der sich nur selten in einem botanischen Garten findet: der Köksträdgården.


Im Köksträdgården oder Nutzgarten werden hunderte von Gemüsearten, Bäume und Beerensträucher angebaut, die jedem Gartenbesitzer eine Inspiration geben können. Auch rund 40 verschiedene Kartoffelarten können im Nutzgarten eingehend studiert werden.


Im Köksträdgården bauen die Gärtner des Botanischen Gartens auch jedes Jahr neue Gemüsesorten an um den Besuchern die neuen Trends im Gartenbau näher zu bringen. Gleichzeitig versuchen die dortigen Gärtner jedes Jahr einen Riesenkohl anzubauen.


Der Weißkohl des letzten Jahres wog 11,4 kg ohne dass je künstlicher Dünger verwendet wurde. Die Erde wurde ausschließlich mit einer ausgewogenen Mischung aus Stall- und Hühnerdung angereichert. Diese Mischung wurde durch jahrelange Versuche und Erfahrung vor Ort gefunden.


Im kleinen Gewächshaus des Botaniska Trädgården in Göteborg befinden sich jene Gemüse, die mehr Wärme brauchen, vor allem Gurken, Tomaten und Paprika. Dieses Jahr werden dort auch zwei Arten von Chillipfeffer angebaut: Die scharfe Sorte "De Cayenne" und eine mittelscharfe Art mit leichtem Zitronengeschmack, die "Hot Lemon" heißt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin