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Donnerstag, 18. August 2011

Kunst und Künstler beim Göteborger Kulturfest

Erstmals dieses Jahr setzt das Göteborger Kulturfest (Göteborgs Kulturkalas) in größerem Masse auch auf Kunst im Öffentlichen Raum, in gewisser Weise als Ergänzung zum Kunstangebot in den Museen der Stadt und auch als Lockmittel für die verschiedenen Museen. Das Kontrast wird besonders deutlich, wenn man zuerst Gemälde an der Straße findet, um anschließend Graffiti in einem Raum des Kunstmuseums zu finden.


Besonders auffällig ist das Werk „Cloned Pudel“ des belgischen Künstlers William Sweetlove, einem Mitglied der Gruppe „The Cracking Art Group“, der einen seiner roten, überdimensionalen Pudel auf dem Götaplatsen präsentiert. William Sweetlove ist weltweit für seine Tierskulpturen bekannt, die durch eine thermochemische Reaktion in Erdöl entstehen und der als postmoderner Künstler die Provokation mit dem Betrachter seiner Werke sucht und die Grenze zwischen Spielzeug und Kunst verschwimmen lässt.


Auch die beiden Werke des amerikanischen Street-Art Künstlers Shai Dahan vor dem Avalon Design-Hotel in Göteborg fallen auf, da der heute in Borås lebende Künstler amerikanische Graffiti mit naiver Malerei von Dalahästar verbindet. Seine Werke, die vor den Augen des Publikums an Straßen und öffentlichen Plätzen, aber auch an Baustellen entstehen, haben mittlerweile auch Zugang zu Galerien und Museen gefunden.


Einen entgegengesetzten Weg nahmen die Werke „The Art Break“ des Stockholmer Künstlers August Sörenson, der erst im Röhsska Museum zu finden war, bevor er nun während des Göteborger Kulturfestes rechts und links der Vasagatan zu entdecken ist. Der Künstler selbst stellt seine Werke zwischen Abstraktion und Realismus, wobei er das Verlorene und Zerbrechliche eines Gegenstandes sucht und damit das Unsichtbare sichtbar machen will.

August Sörenson

Der Kunstspaziergang entlang der Hauptstrecke des Göteborgs Kulturkalas soll natürlich nicht vor den Türen der Museen enden, denn Kunsthalle, Kunstmuseum und das Hasselblad Center laden während des kulturellen Festivals ebenfalls kostenlos zu einem Besuch ein und in der Kunsthochschule Valand findet man zwei Ausstellungen zu experimentaler und grafischer Kunst.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. August 2011

Internationales Essen beim Göteborger Kulturfest

Wie jedes Jahr, so ist auch beim diesjährigen Göteborger Kulturfest, dem Göteborgs Kulturkalas, der Gustav Adolf Torg wieder der Treffpunkt all jener, die internationales Essen jeder Art suchen. Dieses Jahr wird dieser Markt, bei dem die Besucher mit Jazz unterhalten werden, als International Street Market bezeichnet, um den Gästen das Gefühl zu geben eine Vielzahl an multikulturellen Gerichten zu finden.


Einige der Stände findet man jedes Jahr, denn französische Crêpes, deutsche Brezeln, spanische Paella, australische Hamburger und englisches Candy sind seit langem auf allen schwedischen internationalen Festen eingeführt und garantieren hohe Verkaufsziffern. Manche der Unternehmen findet man dieses Jahr mit dem gleichen Angebot zur gleichen Zeit in Göteborg, Malmö und Stockholm, die nahezu gleichzeitig ihre jährlichen Kulturfeste veranstalten.


Nach dem Erfolg des letzten Jahres findet man nahezu überall auf der Strecke zwischen Lilla Bommen und Götaplatsen einen Stand mit den ungarischen Lángos, eine Art Brotfladen aus Hefeteig mit unterschiedlichstem Belag, auch wenn die klassisch ungarische Version mit Lecsó kaum zu finden ist und selbst die zweite Wahl der östlichen Länder, nämlich mit Schafskäse, mehr durch seine Abwesenheit auffällt. Merkwürdigerweise ist am internationalen Gustav Adolf Torg der Lángos-Stand abwesend.


Auch wer am bretonischen oder italienischen Stand wirklich ein typisch bretonisches oder italienisches Gebäck sucht, muss sich mit den Backwaren der Länder bereits auskennen, denn durch die Globalisierung der Backwaren findet man die Mehrheit des Angebots heute auch in den verschiedenen Konditoreien Schwedens, nur eben erheblich billiger als auf dem International Street Market. Nur der Kenner und Feinschmecker entdeckt in der Vielfalt des Angebots auch die zwei typisch bretonischen Backwerke oder die gefüllten Röllchen aus Sizilien, die Cannoli.


Während sich die bayerischen Brezeln mit ihrem Belag jedes Jahr mehr dem schwedischen Geschmack anpassen und mit unterschiedlichem Belag angeboten werden, so wird der Liebhaber deutscher Würste jedes Jahr aufs Neue fündig, auch wenn sie gegen etwa 5 Euro pro Stück auf mehr schwedischen als deutschen Brötchen angeboten werden, da die internationalen Verkäufer mittlerweile feststellten, was bei Schweden am besten ankommt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 15. August 2011

Der Göteborger Kulturkalas, ein kostenloses Festival

Zwischen dem 16. und dem 21. August findet in Göteborg das diesjährige Kulturfestival (Kulturkalas) statt, das wegen Way out West um einige Tage verschoben wurde, da sich in den Vorjahren gewisse Konflikte zwischen den beiden Ereignissen zeigten. Wie jedes Jahr, so sind auch 2011 alle Veranstaltungen im Rahmen des Göteborger Kulturfestes kostenlos und finden an den verschiedensten Stellen der Innenstadt statt.

Ein Tag vor dem Start

Dieses Jahr lädt der Göteborger Kulturkalas zu rund 1000 Programmpunkten ein, die sich zwischen Liseberg, Götaplatsen, Gustav Adolf Torg, Lilla Bommen und dem Stenpiren abspielen, oder mit anderen Worten an über 40 verschiedenen Stellen, die auch thematisch voneinander abgegrenzt sind. Da auch sämtliche städtischen Museen der Stadt Veranstaltungen zum Kulturfest anbieten, bietet sich während der fünf Tage auch die Möglichkeit kostenlos die Sammlungen der verschiedenen Museen zu besuchen und zusätzlich an Kultur zu schnuppern.

Ein Tag vor dem Kulturfestival

Eines der wichtigsten Themen des diesjährigen Kulturkalaset ist Kunst und insbesondere Straßenkunst,, denn entlang der Vasagatan werden Plakate ausgestellt, die Teil des Projektes „The Art Break“ sind. Vor dem Avalon Hotel wird der New Yorker Künstler Shai Dahan in einer Performance Street Art schaffen, dessen Entstehung jeder Besucher des Kulturfestes folgen kann.

Johan Wellton, Strassenkünstler und
Künstlerischer Leiter der Varietégatan

Eine weitere Neuerung des Kulturfestes sind die Restaurants und Cafés, die während des Göteborger Kulturfestes ihre Dienste anbieten, denn jedes angeschlossene Restaurant musste sich verpflichten mindestens zwei ökologische Gerichte anzubieten und die Cafés benutzen ebenfalls ökologische Bohnen, die nicht von Kindern geerntet wurden. Herausragend ist dabei im Schatten gepflanzter Kaffee aus der Karibik.

Billy Kidd, erstmals in Schweden

Kunst anderer Art wird natürlich wieder von den unterschiedlichsten Straßenkünstlern geboten, so den legendären Flying Dutchmen oder einer der wenigen weiblichen Magikern Billy Kidd. Kunsthandwerk wird erneut in der Trädgårdsföreningen geboten und im legendären Kaufhaus NK stellen fünf Göteborger Möbeldesigner ihre Werke aus, wobei sie den Besuchern auch gerne ihre Arbeitsweise erklären.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 20. August 2010

Dynamo in der Göteborger Stadtbibliothek

Während des Göteborger Kulturfestes (Kulturkalaset) nahm die Göteborger Stadtbibliothek mit einem besonderen Teil ihr Aktivitäten teil, die sonst im Tiefgeschoss des Gebäudes untergebracht sind. Das Projekt Dynamo der Bibliothek verlängerte nun seinen Aufenthalt in den Ausstellungsräumen um eine Woche, damit eine möglichst große Gruppe an Besuchern darüber informiert werden können.


Dynamo ist ein Jugendprojekt, das die Göteborger Stadtbibliothek seit Jahren verfolgt und sich an die Altersgruppe zwischen 13 und 25 richtet, die jedoch nicht nur an Büchern interessiert ist, sondern an der unterschiedlichsten Art von Kontakten und kulturellen Angeboten oder auch selbst kreativ sein will.


Die Räume von Dynamo, die in der Ausstellungshalle nachempfunden wurden, bieten die Möglichkeit Musik zu hören, jede Art von Video-Spielen zu spielen oder einfach im Internet zu surfen. Die Jugendlichen können hier ihre eigenen Ausstellungen organisieren, Workshops veranstalten oder selbst gedrehte Videos vorführen. Bei Dynamo sind sie unter sich, auch wennsich eine Bibliothekarin mit ihm Raum befindet.


Aber Dynamo überlässt die Aktivitäten nicht nur den Jugendlichen, sondern veranstaltet auch eigene Workshops, die Jugendliche interessieren. Während des Göteborger Kulturfestes hat die Stadtbibliothek hier auch Kleiderproben und Kleiderdesign veranstaltet, wozu sie vom Göteborger Stadttheater eine größere Anzahl an Kostümen als Ausstellungsmodelle zur Verfügung gestellt bekamen.


Mit der steigenden Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bekam Dynamo auch eine zusätzliche Aufgabe, nämlich Jugendliche dabei zu unterstützen eine eigene Firma aufzubauen. Die Aktivität der Stadtbibliothek beschränkt sich hier jedoch nicht nur auf die Vorbereitung, sondern behandelt auch Fragen des Marketing und begleitet Projekte bis sie ins Laufen kommen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. August 2010

Das Göteborger Kulturfest 2010

Das diesjährige Göteborger Kulturfest geht dem Ende entgegen und zeigt überwiegend zufriedene Gesichter, denn das Angebot war breit gefächert, wobei man jedoch ohne Programm ziemlich verloren war, da zwischen den einzelnen Festplätzen keine klare Linie zu sehen war und Nicht-Göteborger ohne verbindende Linie so manchen Ort verpassten.

Langos, ein Erfolg beim Kulturkalaset

Auch am Gustav Adolf Torg waren nicht alle Teilnehmer restlos begeistert, denn während alle die Schönheit der Stadt lobten, so klagten manche über die extremen Auflagen beim Lebensmittelverkauf. Während sie in ganz Schweden keinerlei Probleme mit ihren Ständen und der Zubreitung von Speisen haben, empfinden sie die Situation in Göteborg kleinlich und übertrieben.

Kinderfest in der Trädgårdsföreningen

Von Seiten der Besucher galten vor allem der internationale Lebensmittelmark, das Kinderfest im Gartenverein und die abendlichen Veranstaltungen am Götaplatsen als sehr gelungen. Die städtischen Museen konnten dagegen kaum ein größeres Publikum anbieten, was jedoch weniger eine Mangel des Angebots war als vielmehr die schlechte Promotion der laufenden Ausstellungen.

Straßenkunst am Kungsportsplatsen

Wer den Göteborger Kulturkalaset, das Kulturfest, ab den Mittagsstunden besuchte, musste sich mit einigen wenigen Straßenkünstlern zufrieden geben, wobei die Avenyn dabei kaum eine Rolle spielte und die kostenlosen Veranstaltungen dieses Jahr von zahlreichen Bezahlt-Diensten unterbrochen wurden, was ausländische Touristen nicht unbedingt schätzten, da ihnen im Göteborger Verkehrsbüro erzählt wurde, dass „alles“ umsonst sei.

Ein Foto mit einem der Ostindiefararen

Die abendlichen Veranstaltungen mit bekannten schwedischen Künstlern zogen selbst bei Regen noch eine außerordentliche Besucherzahl an. Nur die Tanzband-Bühne am Packhuskajen wurde von vielen ab 22 Uhr gemieden, da viele der Tänzer ihre Tanzbeine erst nach einer Mindestmenge an Alkohol schwingen wollten, was die Liebhaber dieser Art von Veranstaltungen wenig schätzten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. August 2010

Kinderfest während des Göteborger Kulturfestes

Wie bereits im Jahre 2009 wurde auch dieses Jahr die Trädgårdsföreningen während des Göteborger Kulturfestes (Kulturkalaset) zum Paradies für Kinder, was bei der Wärme des ersten Tages bedeutete, dass man während der Vorstellungen im Kindertheater kaum bis zur Bühne durchkam und kleinere Kinder nur noch eine Chance hatten etwas zu sehen, wenn sie auf den Schultern der Eltern Platz nahmen.


Einen sehr großen Erfolg, nicht nur bei Kindern, haben die großen Plastikbälle mit denen man sich auf dem Wasser des Kanals vergnügen kann ohne nass zu werden. Auch wenn das Erlebnis nur jeweils sieben Minuten dauert, so bildete sich bereits kurz nachdem der Gartenverein seine Tore öffnete, eine Warteschlange, denn wer will nicht auf Wasser gehen können.


Unübertroffen ist auch der Erfolg der Gesichtsmaler. Geduldig warten jeweils bis zu zehn Kinder auf ihre Tour, wobei Mädchen hier absolut dominieren. Andere Kinder klettern in einem Hubschrauber und einem Ballonkorb herum, den das Flugmuseum Aeroseum auf der Wiese aufgestellt hat und wieder andere warten darauf, dass Hunde ihre Kunststücke zeigen und zum Beispiel durch einen Reifen springen.


Kinder der unterschiedlichen Kulturen und Länder findet man im Gewächshaus der Trädgårdsföreningen, da man hier, unter der Anleitung von Erwachsenen, malen kann, sich im Töpfern versuchen darf oder auch Karnevalsmasken und Schmuck herstellt. Keiner der Plätze bleibt am Nachmittag leer und die Fläche scheint fast zu klein für die vielen Nachwuchskünstler zu sein.


Ein Abenteuer besonderer Natur war das handgemachte Karussell, das von Muskelkraft angetrieben wird und wo die Musik noch nicht aus einem Lautsprecher kommt. Die Möglichkeiten für Kinder ist während des Göteborger Kulturfestes so umfangreich, dass viele Familien den ganzen Tag im Gartenverein verbringen und zwischen den Attraktionen irgendwann auch ein Familienpicknick auf den Wiesen des Gartenvereins einlegen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. August 2010

Vergabe des Göteborg Companipris

Seit 1994 vergibt der westschwedische Wirtschaftsverband den Göteborger Companipris an Firmen, die mit herrausragenden Leistungen einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Westschwedens leisten. Der Preis in Höhe von 25.000 Kronen ist mehr symbolischer Natur als dass er den gut gehenden Firmen eine finanzielle Unterstützung bieten würde.


Dieses Jahr wurde der Göteborg Companipris unmittelbar nach der Eröffnung des Göteborger Kulturfestes von Göran Johansson, dem Präsident von Göteborg & Co und Birgitta L-Öfverholm, der Geschäftsführerin des westschwedischen Wirtschaftsverbands vor geladenen Gästen feierlich im Cabaret-Restaurant Kajskjul 8 übergeben.


Der Göteborg Companipris wurde dieses Jahr an zwei Firmen vergeben. Der erste Preisträger war die Firma NetClean, die an Sicherheitslösungen arbeitet, die die Verbreitung von pädophilen Bildern und Filmen über Internet unterbinden und blockieren. Das Unternehmen wurde im Jahre 2003 vom Chalmers-Absolventen Christian Sjöberg gegründet und erreichte im Jahr 2009 einen Jahresumsatz von 24 Millionen Kronen.


Als zweiter Preisträger wurde das Familienunternehmen Lecor aus Kungälv ausgewählt, das nun bereits in der dritten Generation mit Stahlkonstruktionen im Bau arbeitet. Die Firma mit 30 Angestellten verzeichnete im vorigen Jahr einen Umsatz von 130 Millionen Kronen.


Die Preisvergabe wurde bei ausgewähltem Essen mit Showeinlage im Kajskjul 8 vorgenommen. Die Gäste konnten beim Essen, unter anderem, dem Göteborger Opernchor und dem Göteborger Popsänger Timo Räisänen lauschen, wurden jedoch auch von einer Geschmacksprobe des Cabaret Lorensberg mit der neuen Show En sanslös Variété verwöhnt und entdeckten mehrere Künstler, die auch am Göteborger Kulturfest teilnehmen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. August 2010

Internationales Essen beim Kulturfest in Göteborg

Während des Göteborger Kulturfestes (Kulturkalaset) vom 10. bis zum 15. August 2010 ist der Gustav Adolf Torg erneut der Ort, an dem man kulinarische Spezialitäten aus mehreren Ländern kosten und neue Entdeckungen machen kann. Natürlich kann man hier auch Schinken, Würste oder Käse für die nächsten Wochen kaufen, die den Geschmack eines anderen Landes tragen und so manche Träume erwachen lassen.


So manche Stände, die jedes Jahr einen großen Verkaufserfolg haben, können bereits am ersten Tag mit ihrer Stammkundschaft rechnen. Wer sich zum Beispiel dem Stand mit englischen Süßigkeiten bei Eröffnung des Kulturfestes nähert, entdeckt bereits in den ersten fünf Minuten wie Stammkunden aus den 74 verschiedenen Produkten ihre Wahl treffen.


Sweet and Dreams aus Manchester ist jedoch nur einer der Stände, die sich auf treue Käufer verlassen können, denn auch der Stand mit Schinken und Würsten aus dem katalanischen Girona wird von vielen Göteborgern bereits erwartet, die hier die echten Chorizos des Südens kaufen oder ihre Gäste mit echt spanischem Schinken überraschen wollen.


Andere Besucher des Göteborger Kulturfestes 2010 warteten nicht vergebens auf die Stände mit spanischer Paella, französischen Crêpes, holländischem Käse und englischem Geschirr, wobei man unter den Käufern auch zahlreiche Einwanderer und Touristen findet, die den Kulturkalaset zum ersten Mal entdecken und damit Göteborg im Festtagskleid sehen können.


Einen Ansturm erlebte jedoch auch ein Stand aus Deutschland, der erstmals beim Göteborger Kulturfest zu finden ist und eine Vielzahl an Strudel anbietet, weitaus mehr Arten als selbst eine Konditorei in Österreich, dem Land des Strudel, im Laden hat. Nur den Laugenbrezeln mit und ohne Käse stehen die Göteborger, zumindest am ersten Tag, etwas kritisch gegenüber.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 9. August 2010

Styr och Ställ Fahrradverleih in Göteborg

Gleichzeitig mit der Eröffnung des Göteborger Kulturfestes 2010 wird am 10. August auch das neue städtische Fahrradverleihsystem Styr och Ställ eröffnet. Nach Kauf einer Drei-Tages-Karte oder einer Dauerkarte kann man an vorerst 20 verschiedenen Stellen der Innenstadt ein Fahrrad leihen um sich von einer Bushaltestelle zu einem der anderen Orte mit Verleihstelle begeben.


Der Fahrradverleih Styr och Ställ wird am 10. August um 17 Uhr vor dem Storan eröffnet. Nachdem Anneli Hulthén und Kia Andréasson dieses Ereignis mit positiven Reden eröffnen, radelt der Chor der Göteborger Oper mit den neuen Fahrrädern die Avenyn entlang bis zum Götaplatsen, wo dann das Göteborger Kulturfest eröffnet wird. Während dieser Fahrt singt der Chor, bei Begleitung von Fahrradglocken, Opernarien.


Der Opernchor wird anschließend, erneut im Beisein von Anneli Hülthén, bei der Preisvergabe des Göteborgs Companipris im Kajskjul vor den geladenen Gästen erneut eine Opernarie singen und für den Fahrradverleih Styr och Ställ Reklame machen, der als Zusatz zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gesehen werden soll.


Um die Fahrräder von Styr och Ställ benutzen zu können, muss man vorher entweder eine Drei-Tages-Karte für 10 Kronen oder eine Jahreskarte für 100 Kronen erwerben, die mit einer Kreditkarte gekoppelt ist, damit eventuelle Zusatzkosten oder vom Fahrer verursachte Schäden direkt vom Bankkonto abgebucht werden können.


Das für Göteborg geschaffene System sieht die Benutzung der Räder von 30 Minuten vor, die im Kaufpreis der Karte enthalten sind. Zusatzzeiten werden dann gestaffelt berechnet, was bedeutet, dass die zweite halbe Stunde mit 10 Kronen zu Buche schlägt, die dritte mit 20 Kronen und ab der vierten halben Stunde alle 30 Minuten 40 Kronen fällig werden. Für acht Stunden kommt daher die stolze Summe von 550 Kronen zu Stande, was die Benutzung der Räder für einen Einkauf oder eine Stadtbesichtigung ausschließt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Februar 2010

Erinnerung und Auftakt zum Göteborger Kulturfest

Im Jahre 2009 wurden die Besucher des Göteborger Kulturfestes gebeten einfache Bilder zu malen, die in ihren Augen Kultur ausdrücken. Rund 1400 Gäste des Kulturfestes sind der Aufforderung der Veranstalter nachgekommen und haben den Kulturbegriff bildlich wiedergegeben.


Die besten Ergebnisse wurden nun von den Verantwortlichen des Göteborger Kulturfestes und der Zeitung metro ausgewählt und werden während einer einwöchigen Ausstellung vom 10. bis zum 17. Februar im Ausstellungsraum der Stadtbibliothek einem größeren Publikum gezeigt. Um die Werke zu betrachten bleibt daher sehr wenig Zeit und nur sehr wenige Besucher aus anderen Ländern werden daher die Möglichkeit haben den bildlichen Kulturbegriff zu entdecken.


Wenn man die Bilder, die sehr häufig von Kindern gemalt wurden, betrachtet, so muss man so manches Mal nachdenken, was der junge Künstler aussagen wollte, da gerade Kinder unvoreingenommen an ein Thema herangehen und ihr Kulturbegriff wirklich aus dem Innersten kommt und nicht nach eingelernten Pfaden ausgedrückt wird.


Interessant sind vor allem mehrere Gemälde, die ausländische Besucher dem Göteborger Kulturfest (Göteborgs Kulturkalas), bzw. dem Veranstalter des Malerateleliers, der kostenlosen Stadtzeitung metro, hinterlassen haben, denn hier findet man sehr häufig die Verknüpfung Schwedens mit dem Land des Besuchers, was sicher ein sehr bedeutender Kulturaspekt ist und beim Kulturfest im Jahre 2009 auch teilweise verwirklicht wurde.


Die Ausstellung der Bilder zum Göteborger Kulturfest soll jedoch nicht nur die Augen erfreuen, sondern hat auch eine weitere Bedeutung. In der Ausstellungshalle waren nämlich am Donnerstag mehrere Veranstalter des Göteborger Kulturkalas präsent, die, leider vergeblich, auf den Ansturm von Besucher warteten, die ihnen ihre Wünsche und Vorstellungen zum Kulturfest mitteilen sollten. Dass einige ihre Besucher nicht einmal begrüßten, führte sicher auch zu einem gewissen Kommunikationsproblem. An den anderen Tagen sind die Firma Sportson anwesend, die Fahrräder herstellt und während der Ausstellung das Kulturkalasfahrrad 2009 vorführt und der Fördomstolen bei dem man über eigene und fremde Vorurteile diskutieren kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 14. September 2009

Das Signspotting Project am Världskulturmuseet in Göteborg

Das Signspotting Project des amerikanischen Journalisten Doug Lansky wurde anlässlich des jährlichen Göteborger Kulturfestes am Gustav Adolf Torg präsentiert. Auch wenn diese erste Ausstellung bereits als Erfolg betrachtet werden kann, so verhinderte jedoch die große Volksmenge dieses etwas besondere Kunstwerk wirklich in Ruhe betrachten zu können.


Noch bis zum 30. September kann nun das Signspotting Projekt, das in Zusammenarbeit mit Kilroy entstand vor dem Eingang des Världskulturmuséets in Göteborg eingehend betrachtet werden. Wer dann vor den zahlreichen merkwürdigen Schildern steht wird sich natürlich die Frage stellen, ob es sich dabei um Kunst, Kultur oder ganz einfach um einen Scherz handelt.


Mit Sicherheit ist das Wort Kunst im Zusammenhang mit dem Signspotting Project falsch angewandt, denn die Ausstellung zeigt Schilder, die Doug Lansky oder ein Supporter des Signspotting Projects irgendwo auf der Welt fotografierte und denen eigentlich der Sinn abgeht, denn ein Hinweis auf einen heimlichen Schutzraum oder eines, das sich nur an Blinde richtet, gibt eher zu denken als einen Sinn zu erfüllen.


Jeder, der schon die Welt bereiste hat Schilder, die sich oft an Touristen wenden, gefunden, die jene entworfen haben, die zwar ein Wort im Wörterbuch nachschlagen können, deren Sinn und Zusammenhang allerdings nicht verstehen oder auch nicht darüber nachdenken. Doug Lansky hat diese Schilder auf seinen Reisen nicht nur gesehen, sondern sich seine eigenen Gedanken darüber gemacht und sie fotografiert, so wie wir sie heute am Weltkulturmuseum in Göteborg sehen.


Die Zusammenstellung von Doug Lansky, der inzwischen Schweden zu seiner Wahlheimat machte, lässt den Betrachter jedoch nicht nur lachen, sondern gibt auch einen Denkanstoß, denn diese Schilder wurden für den Reisenden geschaffen, von Menschen, die es nicht gelernt haben sich in Englisch auszudrücken, und sie wollen dem Besucher helfen, der sich keine Mühe gemacht hat die Sprache des Landes, das er bereist, auch nur ansatzweise zu lernen. Vielleicht ist die Ausstellung statt Kunst auch nur die Frage nach einer universellen Verständigung.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 7. September 2009

Die Trädgårdsföreningen, der Gartenverein, eine Parkanlage in Göteborg

Die Trädgårdsföreningen, der Gartenverein Göteborgs, wurde im Jahre 1842 auf Grund eines Beschlusses von Karl XIV. Johan gegründet und sollte, wie auch der Schlosspark, den englischen Vorbildern gleichen. Die Trädgårdsföreningen konnte bis 1975 auf Grund von Spenden und vor allem dem Verkauf von Samen unabhängig bleiben, wurde dann jedoch auf Grund seiner finanziellen Lage von der Stadt Göteborg übernommen.


Die Trädgårdsföreningen ist eine der Oasen Göteborgs, die Ruhe ausstrahlen und jederzeit zu einem Picknick auf den ausläufigen Wiesen entlang des Vallgravens einladen. Der Göteborger Gartenverein verfügt jedoch auch über ein Restaurant, ein Café, eine Bühne, wo immer wieder die bedeutendsten Künstler auftreten, und ein bedeutendes Gewächshaus aus dem Jahre 1878 in dem immer wieder Ausstellungen zur Gartenkultur stattfinden.


Von internationaler Bedeutung ist die Rosensammlung der Trädgårdsföreningen, die mit zu den größten Europas gehört und einen Rosenliebhaber zum Staunen bringt, da er hier Raritäten findet, die kaum im Handel zu finden sind. Die jährliche Rosenschau zieht Besucher aus ganz Europa an und gehört mit zu den bedeutendsten grünen Ereignissen Göteborgs.


Die Parkanlage des Gartenvereins beherbergt auch einen kleinen Skulpturenpark mit bedeutenden Skulpturen schwedischer Bildhauer. Hier findet man Skulpturen wie Dimman, Den hemlighetsfulla porten, Totem, Monolyt i fyra delar und Klättraren, um nur einige Beispiele an Skulpturen zu nennen, die entlang der Wege der Trädgårdsföreningen zu finden sind.


Die Wiesen der Parkanlage laden jedoch nicht nur Rosen- und Blumenliebhaber zu sich ein, denn im Laufe des Jahres werden hier auch Freiluftmessen abgehalten und während des Göteborger Kulturfestes können die Jüngsten der Stadt hier feiern, basteln, toben, über Clowns lachen oder im Puppenkrankenhaus ihre Schmusetiere reparieren lassen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. August 2009

UPMARKET, der Mark für Kunsthandwerk in der Trädgårdsföreningen Göteborg

Zum neunten Mal finden anlässlich des Göteborger Kulturfestes auch der Mark für Kunsthandwerk, UPMARKET, statt. Während der Markt für Kunsthandwerk bisher immer in den Kronhus Bodarna stattfand, wurden seine Zelte dieses Jahr in der Trädgårdsföreningen aufgeschlagen, wo auch gleichzeitig ein großes Kinderfest stattfindet.


Am neunten Konsthantverksmarknad in Göteborg, dem Mark für Kunsthandwerk, konnte man in 43 Ausstellungszelten die Schaffenskraft von rund 60 Künstlern entdecken, wovon rund die Hälfte aus Göteborg oder seiner Umgebung kamen.


Der Besucher konnte auf dem Kunsthandwerksmarkt nahezu die ganze Breite dieser Gebrauchskunst entdecken. Die einzelnen Künstler präsentierten Keramik, Textil, Metall, Schmuck, Glas und Holzprodukte. Einige von ihnen zeigten, dass auch ein Gebrauchsgut wie eine Mütze, eine Obstschale oder ein Schlüsselhalter künstlerisch bearbeitet sein kann.


In einem eigenen Zelt wurden die Examensarbeiten 2009 von fünf Absolventen der HDK Göteborg, der Högskolan för Design och Konsthantverk, präsentiert. Die HDK gilt als eine der führenden Ausbildungsstellen für Kunsthandwerk in Europa und arbeitet eng mit dem Röhsska Museum in Göteborg zusammen.


Der Konsthantverksmarknad in Göteborg wird von der Stiftung KHVC (Konsthantverkscentrum) veranstaltet, das über rund 800 Mitglieder verfügt und die Aufgabe hat das schwedische Kunsthandwerk einer möglichst breiten Masse näher zu bringen und den Mitgliedern bei Weiterbildungsmaßnahmen zu unterstützen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin