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Mittwoch, 20. Oktober 2010

Ein Tag Göteborgspass im Oktober

Viele Besucher Göteborgs, die ein Maximum von der Stadt sehen wollen, erwerben zuerst einmal den Göteborgspass, was im Sommer bisweilen eine bedeutende Ersparnis bedeuten kann, wenn auch weit von entfernt von jener, die die Werbung verspricht. Was aber, wenn man im Oktober, Januar, März oder einem anderen Nebensaison-Monat mitten in der Woche nach Göteborg kommt? Hier entdeckt man in der Regel, dass der Kauf ein Verlustgeschäft ist, da von den versprochenen Aktivitäten kaum eine zur Verfügung steht.

Göteborg im Wintermantel

Die erste Voraussetzung für eine Ersparnis ist bereits, dass man sich den Göteborgspass bereits vor seiner Ankunft in Göteborg kauft, damit man von den kostenlosen Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren kann. Allerdings kostet ein Fahrschein für 24 Stunden ohnehin nur 65 Kronen, der es zudem erlaubt, seine Kinder (bis 20 Jahren!) kostenlos mitzunehmen. Bei einer Drei-Tageskarte sind die Fahrten sogar noch billiger.

Eines der Aquarien um Universeum

Von all den teuren Angeboten, die man mit dem Göteborgspass „kostenlos“ nutzen kann, steht während der Woche nur das Universeum zur Verfügung. Wer sich daher für Naturwissenschaft in abenteuerlicher Atmosphäre interessiert, kann unter Umständen mit dem Göteborgspass einen kleinen Gewinn machen, vorausgesetzt, man interessiert sich noch für andere Museen, die man innerhalb der Öffnungszeit besuchen kann.

Im unterirdischen Flugmuseum Aeroseum

Da es während der Woche keinerlei Rundtouren oder Führungen gibt und selbst das Riesenrad still steht, so sollte man mit dem Göteborgspass, nach dem Universeum, auf jeden Fall den Utkikken im Läppstiftet hoch fahren und den Ausblick über Göteborg genießen. Um jedoch ein kleines Schnäppchen zu machen, muss man dann unmittelbar das Flugmuseum Aeroseum besuchen, da man die fünf städtischen Museen auch ohne Göteborgspass für 40 Kronen ein ganzes Jahr über besuchen kann und der Eintritt bis zum 25. Jahr ohnehin kostenlos ist.

Hommage à Textilia im Röhsska Museum

Da die meisten Museen zur Nebensaison nicht täglich geöffnet sind, das Volvo Museum zu weit außerhalb der Stadt liegt und die städtischen Museen mehrheitlich um 17 Uhr schließen, muss man sich nach dem Aeroseum beeilen noch eines der Museen zu besuchen, damit man vom Göteborgspass auch profitieren kann, wobei die Tagesbesucher, die mit den Booten aus Kiel kommen, bei diesem Programm anschließend vielleicht gerade noch bei einem Afterwork die Atmosphäre der Stadt entdecken können, bevor sie die Straßenbahn zurück zur Fähre nehmen müssen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. August 2010

Die Aeroshow 2010 in Göteborg

Wie zu erwarten, war die dritte Aeroshow des Aeroseums in Göteborg, trotz einiger Regenschauer, ein Ereignis, das man nur selten bei einer Flugshow geboten bekommt. Schweden feierte mit der Aeroshow seine 100-jährige Fluggeschichte, was sich auch an der Liste der Teilnehmer auswirkte, die mit über 70 Luftgefährten zwei Tage lang eine einmalige Show am Himmel zeigten.

Götaverken GV-38

Auch wenn einige ausländische Gäste mit ihren Maschinen für so manchen Besucher den größten Anziehungspunkt der Aeroshow 2010 ausmachten, so bietet für Nicht-Göteborger die Flugshow auch eine lokale Sensation, da während der zwei Tage auch die Götaverken GV-38 des Göteborger Flugveteranenclubs in die Lüfte geht, die einzige noch fliegende Maschine dieser Art, die auch in Göteborg gebaut wurde.

PC-7 (Schweizer Luftwaffe)

Liebhaber von privaten historischen Flugzeugen konnten während der Aeroshow 2010 jedoch auch andere flugtechnische Wunder in der Luft verfolgen, denn sowohl die rund 100 Jahre alte Blériot XI als auch der Nachbau der Tummelisa, die der Pilot selbst baute, starteten an diesem Wochenende. Aerobaticsfreunde konnten auch den Kunststücken folgen, die Jan Emilsson mit seiner Sukhoi Su-29 am Sonntag selbst bei beginnendem Regen noch absolvierte.

Sk 61 Bulldog

Während man den Piloten der Swedish Air Force mit aktuellen Maschinen auch bei früheren Flugshows in Göteborg zusehen konnte, waren 2010 auch die Spezialisten an Formationsflug aus Dänemark (Dänische Flugschule), der Schweiz (Luftwaffe) und Italien (Luftwaffe) bei der Aeroshow vertreten, wobei der Ruf aller drei Equipes weltweit bekannt ist. Während Frecce Tricolore mit zehn Maschinen vertreten war, stiegen die Schweizer Piloten nur mit vier PC-7 in die Lüfte, was die Formation sehr gut verfolgen ließ.

Sukhoi Su-29

Unter den größeren Flugzeugen konnte man, unter anderem, die historischen schwedischen Ausbildungsflugzeuge Sk 16 Harvard, die 75 Jahre alte DC-3 der norwegischen Flugveteranen oder auch den letzten Landeanflug des Hubschraubers „Vertolen“ verfolgen, wobei der Helikopter in Zukunft im Aeroseum zu besichtigen sein wird. Und auch bei Geräuschpegel und Geschwindigkeit konnte man gewisse Unterschiede feststellen, denn während die Blériot XI gerade einmal 75 km/h erreichen kann, konnte die JAS 39 Gripen mit ihren bis zu 1350 km/h kaum mit den Augen verfolgt werden und verlangte beim Start die Anwendung von Ohrenstöpseln.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. August 2010

Kinderfest während des Göteborger Kulturfestes

Wie bereits im Jahre 2009 wurde auch dieses Jahr die Trädgårdsföreningen während des Göteborger Kulturfestes (Kulturkalaset) zum Paradies für Kinder, was bei der Wärme des ersten Tages bedeutete, dass man während der Vorstellungen im Kindertheater kaum bis zur Bühne durchkam und kleinere Kinder nur noch eine Chance hatten etwas zu sehen, wenn sie auf den Schultern der Eltern Platz nahmen.


Einen sehr großen Erfolg, nicht nur bei Kindern, haben die großen Plastikbälle mit denen man sich auf dem Wasser des Kanals vergnügen kann ohne nass zu werden. Auch wenn das Erlebnis nur jeweils sieben Minuten dauert, so bildete sich bereits kurz nachdem der Gartenverein seine Tore öffnete, eine Warteschlange, denn wer will nicht auf Wasser gehen können.


Unübertroffen ist auch der Erfolg der Gesichtsmaler. Geduldig warten jeweils bis zu zehn Kinder auf ihre Tour, wobei Mädchen hier absolut dominieren. Andere Kinder klettern in einem Hubschrauber und einem Ballonkorb herum, den das Flugmuseum Aeroseum auf der Wiese aufgestellt hat und wieder andere warten darauf, dass Hunde ihre Kunststücke zeigen und zum Beispiel durch einen Reifen springen.


Kinder der unterschiedlichen Kulturen und Länder findet man im Gewächshaus der Trädgårdsföreningen, da man hier, unter der Anleitung von Erwachsenen, malen kann, sich im Töpfern versuchen darf oder auch Karnevalsmasken und Schmuck herstellt. Keiner der Plätze bleibt am Nachmittag leer und die Fläche scheint fast zu klein für die vielen Nachwuchskünstler zu sein.


Ein Abenteuer besonderer Natur war das handgemachte Karussell, das von Muskelkraft angetrieben wird und wo die Musik noch nicht aus einem Lautsprecher kommt. Die Möglichkeiten für Kinder ist während des Göteborger Kulturfestes so umfangreich, dass viele Familien den ganzen Tag im Gartenverein verbringen und zwischen den Attraktionen irgendwann auch ein Familienpicknick auf den Wiesen des Gartenvereins einlegen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. August 2010

Flugveteranen und Veteranflugzeuge in Göteborg

Die Göteborgs Veteranflygsällskap, der Verein für Veteranflugzeuge, besteht seit 1980 und wurde von Flugzeugliebhabern gegründet, die die Geschichte der Luftfahrt und vor allem der schwedischen Luftfahrt lebendig halten wollen. Im Laufe der Jahre hat sich dieser Verein zum größten Verein für Veteranflugzeuge Schwedens entwickelt, der sich an zahlreichen nordischen Veranstaltungen beteiligt.


Der Göteborger Verein für Veteranflugzeuge hat seine Flugbahn, seinen Hangar und die Vereinslokale in Alingsås, einem Nachbarort Göteborgs, von wo aus fliegende Mitglieder des Vereins auch zu sehr günstigen Preisen die flugtüchtigen Veteranmaschinen über Land und Meer kreisen lassen können.


Da sich der Verein zur Aufgabe gemacht hat historische Maschinen zu restaurieren und ihnen ihr Flugvermögen zurückzugeben, benötigte die Veteranflygsällskapet auch einen Hangar wo sie Flugzeuge zerlegen und wieder zusammenbauen können. Diese Möglichkeit bot ihnen ein Flügel des unterirdischen Flugmuseums Aeroseum in Säve, wo ständig mehrere Flugzeuge renoviert werden.


Heute verfügt der Verein der Göteborger Veteranflugzeuge über drei historische Maschinen, die voll flugfähig sind und dem interessierten Publikum nicht nur bei kleineren Veranstaltungen präsentiert werden, sondern alle drei Flugzeuge nehmen auch an der jährlichen Aeroshow in Göteborg statt, die dieses Jahr mit besonderen Vorführungen aufwartet, da die schwedische Luftfahrtgeschichte ihre 100 Jahre feiert.


Die drei Maschinen der Veteranfluggesellschaft Göteborgs, die man auch dieses Jahr bei der Aeroshow des Aeroseums bewundern kann, sind eine dänische KZ III Lärkan, die während des Zweiten Weltkriegs in Dänemark hergestellt wurde, eine Piper J-3C Cub aus dem Jahre 1943 und die GV 38, SE-AHG. Die zuletzt genannte Maschine ist weltweit das einzige noch flugfähige Flugzeug, das die Göteborger Götaverken herstellte. Bald wird diese Maschine aus dem Jahre 1938 von einer zweiten ergänzt, die zur Zeit im Aeroseum renoviert wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Juni 2010

Das Flugmuseum Aeroseum in Göteborg

Das Flugmuseum oder Luftfahrtmuseum Aeroseum in Göteborg bietet seinen Besucher einen Einblick in die Geschichte der schwedischen Luftfahrt und die militärische Luftverteidigung bis zu Beginn der 60er Jahre. In etwa zwei Stunden kann man in dem 30 Meter unter der Erdoberfläche liegenden Museum rund 50 Flugzeuge aus nächster Nähe entdecken. Diese Sammlung wird von Modellen, Ausstellungen und Flugmotoren ergänzt.


Die Stiftung Aeroseum in Göteborg liegt in der Nähe des Cityflugplatzes Säve und hat eine Ausstellungsfläche von fast 30.000 Quadratmeter, die 1955 für die schwedische Luftwaffe unter der Erde geschaffen wurden. Das Flugmuseum durfte im Jahre 2003 in diesem Hangar einziehen und gehört seit 2008 zum Netzwerk des schwedischen militärhistorischen Erbes. Für die unterirdischen Hallen läuft ein Antrag auf Denkmalschutz.


Das Luftfahrtmuseum Aeroseum stellt jedoch nicht nur Flugzeuge und Hubschrauber aus, von denen man zum Teil auch das Cockpit besuchen kann, sondern hält auch historische Flugzeuge in Stand, die dann unter anderem bei der jährlichen Flugshow am Flughafen Säve ihre Flugfähigkeit beweisen und die Flugkunst der Piloten unter Probe stellen.


Das nächste Ziel des Göteborger Flugmuseums Aeroseum ist das Schaffen eines oberirdischen Flug-Erlebnisparks, eines Wissenschaftsparks, direkt über den unterirdischen Hallen, wo man die Geschichte des Fluges auch praktisch erleben kann. Besucher werden hier mit einem Ballon in die Lüfte gehen können, an Simulatoren fliegen oder auch den ersten Sprung mit einem Fallschirm wagen können.


Für Gruppen oder Teilnehmer von im Aeroseum veranstaltete Konferenzen bietet das Luftfahrtmuseum bereits heute Aktivitäten, die einen Aufenthalt in Göteborg unvergesslich machen, denn die Stiftung veranstaltet Sightseeing mit Helikopter und Sportmaschinen, Tandemsprung mit Fallschirm und Flüge im Heißluftballon.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin