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Freitag, 20. August 2010

Dynamo in der Göteborger Stadtbibliothek

Während des Göteborger Kulturfestes (Kulturkalaset) nahm die Göteborger Stadtbibliothek mit einem besonderen Teil ihr Aktivitäten teil, die sonst im Tiefgeschoss des Gebäudes untergebracht sind. Das Projekt Dynamo der Bibliothek verlängerte nun seinen Aufenthalt in den Ausstellungsräumen um eine Woche, damit eine möglichst große Gruppe an Besuchern darüber informiert werden können.


Dynamo ist ein Jugendprojekt, das die Göteborger Stadtbibliothek seit Jahren verfolgt und sich an die Altersgruppe zwischen 13 und 25 richtet, die jedoch nicht nur an Büchern interessiert ist, sondern an der unterschiedlichsten Art von Kontakten und kulturellen Angeboten oder auch selbst kreativ sein will.


Die Räume von Dynamo, die in der Ausstellungshalle nachempfunden wurden, bieten die Möglichkeit Musik zu hören, jede Art von Video-Spielen zu spielen oder einfach im Internet zu surfen. Die Jugendlichen können hier ihre eigenen Ausstellungen organisieren, Workshops veranstalten oder selbst gedrehte Videos vorführen. Bei Dynamo sind sie unter sich, auch wennsich eine Bibliothekarin mit ihm Raum befindet.


Aber Dynamo überlässt die Aktivitäten nicht nur den Jugendlichen, sondern veranstaltet auch eigene Workshops, die Jugendliche interessieren. Während des Göteborger Kulturfestes hat die Stadtbibliothek hier auch Kleiderproben und Kleiderdesign veranstaltet, wozu sie vom Göteborger Stadttheater eine größere Anzahl an Kostümen als Ausstellungsmodelle zur Verfügung gestellt bekamen.


Mit der steigenden Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bekam Dynamo auch eine zusätzliche Aufgabe, nämlich Jugendliche dabei zu unterstützen eine eigene Firma aufzubauen. Die Aktivität der Stadtbibliothek beschränkt sich hier jedoch nicht nur auf die Vorbereitung, sondern behandelt auch Fragen des Marketing und begleitet Projekte bis sie ins Laufen kommen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Juli 2010

Der Gothia Cup 2010 in Göteborg

Der Gothia Cup ist weltweit die größte internationale Fußballausscheidung für jugendliche Fußballspieler, der seit 1975 jedes Jahr in Göteborg stattfindet. Während die erste Meisterschaft noch zwischen 275 Gruppen aus sechs Nationen ausgetragen wurde, nehmen mittlerweile jährlich 1600 Mannschaften aus über 60 Ländern daran teil. Bisher konnte Göteborg zum Gothia Cup bereits 125 verschiedene Nationen begrüßen.


Während anfangs 16 Fußballplätze für die Spiele des Gothia Cups ausreichten, benötigt man heute alle 100 Fußballplätze Göteborgs und gerät damit an den Rande der Kapazität. Im Jahre 2010 sind 30% der Spieler bereits weibliche Fußballer und die Tendenz ist steigend. Über 34.000 Spieler, und die gleiche Menge an Begleitern, dominieren für eine Woche Göteborg mit einem Sprachgewirr und einem gemeinsamen Interesse.


Auch wenn der Gothia Cup sehr viel für die Völkerverständigung beiträgt und sich bei den abendlichen Gothia-Discos rund 5000 Jugendliche unterschiedlicher Länder treffen und zur gleichen Musik tanzen, ist eine so große Veranstaltung wie der Gothia Cup nicht ganz ohne Probleme.


So entschieden die Veranstalter bereits vor Spielbeginn keine Jugendlichen im Göteborger Stadtteil Tynnered mehr unterzubringen, da hier in den letzten Jahren die häufigsten Diebstähle verzeichnet wurden und die Veranstalter keine Garantie für die Sicherheit der Besucher leisten konnten, was diesem Stadtteil sicher zu denken geben wird, nachdem hier Unruhen nicht neu sind.


Während des Gothia Cups verschwinden auch immer wieder Jugendliche im Untergrund, Jugendliche, die glauben in Schweden das Goldene Land zu finden und dann in der Prostitution landen oder nach Wochen von der Polizei auf der Straße aufgegriffen werden. Und es kommt, wie am gestrigen Donnerstag, zu einer provokativen, rassistischen Äußerung eines Teilnehmers, was zu einem kleineren Aufruhr mit Polizeieinsatz führte. Auch wenn der jugendliche Spieler unmittelbar gesperrt wurde, so sorgte die Ausschreitung eines einzelnen dennoch für negative Schlagzeilen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Mai 2010

Yrkes-SM, der Berufswettbewerb Schwedens in Göteborg

Als letztes großes Ereignis vor der Sommerpause in der Svenska Mässan in Göteborg findet die Yrkes-SM, der Berufswettbewerb Schwedens statt, bei dem dieses Jahr 300 Jugendliche aus 30 Berufen darum kämpfen, einen Platz in der europäischen Weltmeisterschaft in Berufskunde zu ergattern und damit zur Elite der Berufsbeginner zu gehören.


Im Gegensatz zu Deutschland, wo Schule und Berufsausbildung getrennt sind, kommen die Jugendlichen in Schweden alle aus spezialisierten Gymnasien, die, wie hier üblich, nicht nur zum Abitur führen, sondern parallel auch zu einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Bereits die Wahl des Gymnasiums entscheidet daher über den zukünftigen Beruf und die Qualifikation im Beruf.


Die Veranstaltung Yrkes-SM in der Svenska Mässan ist jedoch nicht nur ein Wettbewerb, sondern dient Schülern auch bei der Wahl der Schule und präsentiert einige der sichersten Zukunftsberufe, wobei die Ausbildungen sehr gestreut sind und von Schweißern und Automechanikern bis zu Webdesignern, Friseuren und Floristen geht.


Der beiden meist umlagerten Bereiche der Yrkes-SM sind jene von Friseuren, wobei es dieses Jahr nur die weibliche Seite geschafft hat zu den besten Nachwuchsfriseuren Schwedens zu gehören und Floristen, wo auch einige männliche Wesen ihre Fähigkeiten zeigten. Das Niveau der Meisterschaft ist sehr hoch, wobei jeder Teilnehmer mehrere vorgegebenen Aufgaben innerhalb der drei Tage erfüllen muss.


Eine bedeutende Präsenz findet man auch unter den Malern, die in sechs Bereichen ausgezeichnete Arbeit leisten müssen, wo unter anderem Dekoration, Design und Schablonenarbeit eingehen und bei Gartengestaltern, die eine kleinere Anlage mit allen Finessen wie Steinplatten, Mosaiksteinsetzung und Wasserspiel unter Zeitdruck und nach vorgegebenem Plan errichten müssen.

Copyright Fotos und Text: Herbert Kårlin