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Montag, 29. November 2010

Weihnachtsmarkt in der Stadtbibliothek in Göteborg

Wie jedes Jahr vor der Weihnachtszeit, so organisiert die Göteborger Hemslöjdföreningen auch dieses Jahr im Ausstellungsraum der Göteborger Stadtbibliothek einen Weihnachtsmarkt an dem jeweils rund 20 Mitglieder des Vereins ihre Werke zum Verkauf anbietet. Der diesjährige Weihnachtsmarkt findet vom 27. November bis zum 12. Dezember statt.


Hemslöjd, was man vereinfacht mit kunstwerklicher Handarbeit übersetzen kann, besteht in Schweden seit rund 100 Jahren und baut nicht nur darauf auf, dass jedes Stück vom Künstler selbst hergestellt wird, sondern auch, dass für die Herstellung nur natürliche Produkte angewendet werden dürfen.


Entsprechend vielseitig ist daher auch der Weihnachtsmarkt der Göteborger Slöjdsföreningen, zumal jeder der Teilnehmer eine eigene, überlieferte, Technik verwendet. In der Stadtbibliothek am Götaplatsen findet man daher alles zwischen Wandteppichen, Schmuck, Strickwaren und den üblichsten Weihnachtsdekorationen, die nahezu jedes schwedische Heim zur Weihnachtszeit schmücken.


Wer als Besucher Göteborgs an alten weihnachtlichen Traditionen Göteborgs und entsprechenden handwerklichen Gegenständen interessiert ist, wird beim Weihnachtsmarkt in der Stadtbibliothek schneller fündig als bei den andern Weihnachtsmärkten in Göteborg, da die Slöjdföreningen, ähnlich der Göteborger Remfabrik, vor allem Traditionen und altes Kulturgut aufrecht halten will.


Auch wenn der Weihnachtsbock aus Stroh heute selbst im Supermarkt verkauft wird, so kann man beim Weihnachtsmarkt in der Stadtbibliothek nicht nur den Strohbock, sondern nahezu die ganze Palette an weihnachtlichen Dekorationsgegenständen aus Stroh finden, angefangen von den Kränzen für die Türen bis zum Lucia-Umzug. Und selbst die gestrickten Mützen oder Handschuhe sind mit alten klassischen Mustern Göteborgs und des Bohuslän angefertigt - und die für Schweden typischen Weihnachtswichtel findet man ebenfalls in jeder Größe.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. September 2010

Afrika in der Stadtbibliothek in Göteborg

Parallel zur 26. Buchmesse Bok & Bibliotek in Göteborg öffnete auch eine Ausstellung über Afrika in der Stadtbibliothek, die jedoch weniger die Literatur und die Kunst Afrikas in der Vordergrund stellt, sondern die Probleme, die in Afrika immer noch von größter Bedeutung sind und trotz internationaler Präsenz, steigenden Einnahmen und Globalisierung teilweise nur größer werden.


Die Ausstellung Afrika in der Stadsbibliotek Göteborg besteht aus Installationen, Fotos und afrikanischem Kunsthandwerk, das die Afrikagrupperna, Emmaus Björka, die Vasaharaföreningen und die Färnebo Folkhögskola zusammengestellt haben und nicht nur als Ausstellung gedacht ist, sondern als Ort der Diskussion. Jede halbe Stunde wird den Besuchern der Afrika-Ausstellung eine ausführliche Führung geboten.


Ein Teil der Ausstellung behandelt das Thema Freiheit in Südafrika, bei der an Hand von Aussagen und Fotos der Austausch der Apartheid gegen staatlich gestützten kapitalistische Unterdrückung gezeigt wird. Wenn dem Leitfaden der Ausstellung folgt, bleibt die Hoffnung auf Freiheit für die südafrikanische Bevölkerung, zumindest für die Mehrheit der Bevölkerung, weiterhin ein Traum, auch wenn in der Politik nun schwarze Gesichter aufgetaucht sind.


Andere Teile der Ausstellung sprechen von Verfolgungen, Folter und Terror, die immer noch in einigen afrikanischen Ländern an der Tagesordnung sind. Und man spricht von den Arbeitsbedingungen auf Baumwollplantagen, auf denen Kinder voll mitarbeiten müssen, ohne dass sich die Familie jedoch ernähren kann, da Amerika die Baumwollpreise diktiert, indem sie eigenen Pflanzern eine Milliardenhilfe gewähren.


Die Ausstellung im Stadtmuseum in Göteborg geht jedoch auch auf die Westsahara ein, wo seit 1975 etwa 160.000 Sahrauis von der Führung Marokkos in Lager gedrängt werden und jedes Aufbegehren unmittelbar unterdrückt wird und so mancher jahrelang in Gefängnissen verschwindet, weil er an einer Demonstration teilnahm. Gleichzeitig wird die Küste für europäische Touristen vorbereitet, die sich dann im gebotenen Luxus wohlfühlen können.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 20. August 2010

Dynamo in der Göteborger Stadtbibliothek

Während des Göteborger Kulturfestes (Kulturkalaset) nahm die Göteborger Stadtbibliothek mit einem besonderen Teil ihr Aktivitäten teil, die sonst im Tiefgeschoss des Gebäudes untergebracht sind. Das Projekt Dynamo der Bibliothek verlängerte nun seinen Aufenthalt in den Ausstellungsräumen um eine Woche, damit eine möglichst große Gruppe an Besuchern darüber informiert werden können.


Dynamo ist ein Jugendprojekt, das die Göteborger Stadtbibliothek seit Jahren verfolgt und sich an die Altersgruppe zwischen 13 und 25 richtet, die jedoch nicht nur an Büchern interessiert ist, sondern an der unterschiedlichsten Art von Kontakten und kulturellen Angeboten oder auch selbst kreativ sein will.


Die Räume von Dynamo, die in der Ausstellungshalle nachempfunden wurden, bieten die Möglichkeit Musik zu hören, jede Art von Video-Spielen zu spielen oder einfach im Internet zu surfen. Die Jugendlichen können hier ihre eigenen Ausstellungen organisieren, Workshops veranstalten oder selbst gedrehte Videos vorführen. Bei Dynamo sind sie unter sich, auch wennsich eine Bibliothekarin mit ihm Raum befindet.


Aber Dynamo überlässt die Aktivitäten nicht nur den Jugendlichen, sondern veranstaltet auch eigene Workshops, die Jugendliche interessieren. Während des Göteborger Kulturfestes hat die Stadtbibliothek hier auch Kleiderproben und Kleiderdesign veranstaltet, wozu sie vom Göteborger Stadttheater eine größere Anzahl an Kostümen als Ausstellungsmodelle zur Verfügung gestellt bekamen.


Mit der steigenden Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bekam Dynamo auch eine zusätzliche Aufgabe, nämlich Jugendliche dabei zu unterstützen eine eigene Firma aufzubauen. Die Aktivität der Stadtbibliothek beschränkt sich hier jedoch nicht nur auf die Vorbereitung, sondern behandelt auch Fragen des Marketing und begleitet Projekte bis sie ins Laufen kommen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Mai 2010

Textil, Keramik und Schmuck in der Stadtbibliothek in Göteborg

Zwischen dem 24. und dem 30. Mai stellen die Studenten des zweiten Jahres der HDK (Hochschule für Design und Kunsthandwerk), Fachbereiche Textil, Keramik und Schmuck, ihre Jahresabschlussarbeiten in Form einer Ausstellung in der Stadtbibliothek in Göteborg einem breiten, kunstinteressierten Publikum vor. Diese Ausstellungen gehören mit zu den Ereignissen der Stadt, wo man die Entwicklung von Kunst und Kunsthandwerk am deutlichsten entdecken kann.


Der ausgestellte Schmuck ist geprägt von regionalen Einflüssen und Natur, wobei die Schüler eine Vorliebe für Metallarbeiten und Emaille zeigen. Die Formen und die Bearbeitung wirken fast roh und neigen daher zu einer Realität, die eine kontrastreiche Natur in Schweden schafft. Künstlerischer Schmuck hat sich wieder von weichem Plastik entfernt und lässt sich wieder fühlen.


Was für Schmuck gilt, gilt in vieler Hinsicht auch für die Keramikarbeiten von Eva Jonson und Anna Lönneborg. Anna wählt für ihre Werke Gegenstände des Alltags und lässt daher Kunst mit dem täglichen Leben verschmelzen. Der Betrachter muss nicht erst zehn Minuten überlegen was ein Werk darstellt. Evas Porzellanfiguren sind fast eine Ergänzung dazu, denn sie blicken alle in ein hoffnungsloses Dasein, eine Zukunft, die kaum Auswege aus einem Routinealltag zeigen.


Selbst Textilarbeiten der HDK-Studenten sind entweder an regionale Element wie die Gestaltung moderner Regionaltrachten oder an Gedanken über die Natur angeknüpft. Immer wieder bricht eine Rationalität durch, die dem Betrachter die Frage stellt, ob das Leben wirklich so weitergehen soll oder ob man nicht anfangen sollte seine Ziele neu zu stecken.


Während nahezu alle Arbeiten, selbst ein Textilspiel und eine Kollage, in die gleiche Richtung gehen, so findet man in der Ausstellung in der Stadtbibliothek in Göteborg dennoch eine Ausnahme, die die Frage nach Besessenheit stellt und vom Betrachter das Nachdenken fordert. Eine Komposition von Bildern lässt den Betrachter in sexuelle Phantasien eintauchen, die durch die Rahmen entfremdet werden und eine persönliche Betroffenheit ausschließen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. Mai 2010

Kunstausstellung in der Stadtbibliothek zum HBT-Festival in Göteborg

Während des vierten HBT-Festivals in Göteborg nimmt sich auch die Ausstellungshalle der Stadtbibliothek des Themas an und präsentiert mehrere bekannte Künstler, die das Thema auf ihre sehr persönliche Weise angehen, sowohl in Form von Fotos, als auch Webarbeiten, Collagen und einer Videoinstallation. Die Ausstellung richtet sich an ein sehr breites Publikum und kann selbst in Schulen eine Aufklärungsarbeit über Homosexualität, Bi-Sexualität und Transsexualität leisten.


Bereits einen Tag vor der Eröffnung des HBT-Festivals konnte man in der Stadtbibliothek die Fotoausstellung Kathoey sehen. Als Kathoey wird in Thailand eine transsexuelle Frau bezeichnet. Die Ausstellung zeigt jedoch nicht nur Fotos transsexueller Frauen, sonder wird durch Texte ergänzt, die dem Betrachter die Situation dieser Frauen in der thailändischen Gesellschaft näher bringt.


Ein weiterer Teil der Ausstellung wird von der Stockholmer Fotografin Sussie Hedlund bestritten, die bereits beim Pridefestival in Stockholm großen Erfolg mit ihrem Werk Fittröra hatte. Sussie Hedlund fotografiert Frauen, was im Prinzip nicht zum denken anregt. Aber sie fotografiert nur Teile von Frauen aus einer bestimmten Warte, was ihre Arbeit zu einem besonderen Erlebnis macht.


Einen weiteren Teil der Ausstelllung in der Göteborger Stadtbibliothek nehmen die Webarbeiten von der 1929 in Blekinge geborenen Gun Nordstrand ein. Ihre Arbeiten sind eine Erzählung der politischen Geschichte Schwedens, wobei die Künstlerin, die heute in Stockholm lebt, auch die Frage der Sexualität sehr häufig in den Vordergrund ihrer Arbeiten stellte.


Außer der Videoinstallation, die vor allem in den Iran führt, findet man noch eine Ausstellung von Bildern und Collagen von Charlotta Norén, die Text und Bild verschmelzen lassen und mehr Fragen stellen als Lösungen bieten. Die Texte auf ihrer Collage muss man einwirken lassen um anschließend darüber nachdenken zu können.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 26. April 2010

Uruguay in der Stadtbibliothek in Göteborg

Die ursprüngliche Idee war, dass die rund 300 Bewohner Göteborgs, die ihre Wurzeln in Uruguay haben, gemeinsam eine Fotoausstellung mit privaten Bildern über Uruguay zusammenstellen und in der Stadtbibliothek ausstellen. Sehr bald zeigte sich, dass die Idee zwar gut war, aber die Menge der Bilder nicht für eine Ausstellung reichte. Dies führte dazu, dass das Fremdenverkehrsamt in Uruguay darum gebeten wurde die Ausstellung in Göteborg mit zusätzlichem Material über das kleine südamerikanische Land zu vervollständigen.


Das Ergebnis war eine einwöchige Ausstellung, das persönliche und offizielle Aspekte über Uruguay vermischte und teilweise einen sehr persönlichen Eindruck über das Land vermittelte. Das staatliche Fremdenverkehrsamt Uruguays setzte vor allem auf den touristischen Aspekt und den Karneval, der seine Wurzeln in Spanien und Afrika hat und den ganzen Februar über das Land zu einem Festplatz verwandelt. Die Fotos und andere Dokumente machten Besucher neugierig auf dieses Land, das nur selten in der Presse erwähnt wird.


Auch der lange Sandstrand Uruguays und vor allem seine Natur und sein Reichtum an Vögeln entlang der Feuchtgebiete und des Rio de la Plata wurden den Besuchern der Ausstellung in der Göteborger Stadsbibliotek sehr deutlich geschildert, wobei einige der gezeigten Fotos von bedeutenden Naturfotografen des Landes geschossen wurden. In dem kleinen Land finden Vogelfreunde rund 30 offizielle Beobachtungsstellen, mehr also, als in den meisten Ländern, die über eine größere Fläche als Uruguay verfügen.


Während der von Uruguay präsentierte Teil sehr informativ war, jedoch die Politik des Landes wenig berührte, zeigten die persönlichen Dokumente und Fotos der Ausstellung weitaus kritischer Aspekte zu diesem südamerikanischen Land, das an Argentinien und Bolivien grenzt. In den Fotos konnte man deutlich das täglichen Leben und den Kampf ums Überleben entdecken, das nur durch Musik, Poesie und traditionelle Feste auch Freude in den Alltag bringt.


Die Uruguay-Ausstellung in der Stadtbibliothek wäre jedoch nicht vollständig, wenn man nicht auch Kunst und wichtige Gegenstände des Lebens in Uruguay finden würde. So konnte man die wichtigsten Instrumente des Karnevals entdecken und die typischen Utensilien, die der Zubereitung des Mate dienen. Eine Mittelstellung nahmen dabei die Masken der Künstlerin Aquila Toufreau ein, die eine sehr persönliche Einstellung zu Uruguay ausdrücken.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Februar 2010

Erinnerung und Auftakt zum Göteborger Kulturfest

Im Jahre 2009 wurden die Besucher des Göteborger Kulturfestes gebeten einfache Bilder zu malen, die in ihren Augen Kultur ausdrücken. Rund 1400 Gäste des Kulturfestes sind der Aufforderung der Veranstalter nachgekommen und haben den Kulturbegriff bildlich wiedergegeben.


Die besten Ergebnisse wurden nun von den Verantwortlichen des Göteborger Kulturfestes und der Zeitung metro ausgewählt und werden während einer einwöchigen Ausstellung vom 10. bis zum 17. Februar im Ausstellungsraum der Stadtbibliothek einem größeren Publikum gezeigt. Um die Werke zu betrachten bleibt daher sehr wenig Zeit und nur sehr wenige Besucher aus anderen Ländern werden daher die Möglichkeit haben den bildlichen Kulturbegriff zu entdecken.


Wenn man die Bilder, die sehr häufig von Kindern gemalt wurden, betrachtet, so muss man so manches Mal nachdenken, was der junge Künstler aussagen wollte, da gerade Kinder unvoreingenommen an ein Thema herangehen und ihr Kulturbegriff wirklich aus dem Innersten kommt und nicht nach eingelernten Pfaden ausgedrückt wird.


Interessant sind vor allem mehrere Gemälde, die ausländische Besucher dem Göteborger Kulturfest (Göteborgs Kulturkalas), bzw. dem Veranstalter des Malerateleliers, der kostenlosen Stadtzeitung metro, hinterlassen haben, denn hier findet man sehr häufig die Verknüpfung Schwedens mit dem Land des Besuchers, was sicher ein sehr bedeutender Kulturaspekt ist und beim Kulturfest im Jahre 2009 auch teilweise verwirklicht wurde.


Die Ausstellung der Bilder zum Göteborger Kulturfest soll jedoch nicht nur die Augen erfreuen, sondern hat auch eine weitere Bedeutung. In der Ausstellungshalle waren nämlich am Donnerstag mehrere Veranstalter des Göteborger Kulturkalas präsent, die, leider vergeblich, auf den Ansturm von Besucher warteten, die ihnen ihre Wünsche und Vorstellungen zum Kulturfest mitteilen sollten. Dass einige ihre Besucher nicht einmal begrüßten, führte sicher auch zu einem gewissen Kommunikationsproblem. An den anderen Tagen sind die Firma Sportson anwesend, die Fahrräder herstellt und während der Ausstellung das Kulturkalasfahrrad 2009 vorführt und der Fördomstolen bei dem man über eigene und fremde Vorurteile diskutieren kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 6. Februar 2010

Ausstellung der Künstlergruppe Art Indigo in Göteborg

Bis zum 8. Februar findet man im Ausstellungsraum der Stadtbibliothek die Sammelausstellung der Gruppe Art Indigo, einer Göteborger Künstlergruppe, die seit ihrem Bestehen in den unterschiedlichsten Lokalen Göteborgs und seiner Umgebung ausstellt und lokale Maler der unterschiedlichsten Gruppen vereint.


Die Göteborger Künstlergruppe Art Indigo besteht aus 18 langjährigen Mitgliedern für die Kunst eine Passion ist und keine Profession. Die Gruppe hat im Restaurant Gåsen eine Dauerausstellung, präsentiert sich jedoch bei zahlreichen kulturellen Gelegenheiten und Kunstfesten in Galerien, Bibliotheken und Ausstellungshallen im Västra Götaland. Jeder angeschlossene Künstler hat seine eigene Technik, wodurch auch die Palette der Motive sehr vielseitig ist.

Leif Rosén

Leif Rosén, geboren 1936 in Surte bei Göteborg, stellt in der Stadtbibliothek Göteborg Gemälde mit Küstenmotiven aus, die er vor allem im nahen Bohuslän fand. Leif Rosén war ursprünglich Dekorateur, besuchte jedoch mehrere Kurse, die ihm die Techniken der Malerei näher brachten, unter anderem die ehemalige Hovendsko Målarskola. Er benutzt für seine Gemälde Aquarell, Acryl und Ölfarbe.

Bo Renhult

Bo Renhult, ein anderes Mitglied der Göteborger Gruppe Art Indigo drückt sich vor allem durch Aquarellmalerei aus. Seine Motive sind sehr vielseitig und haben oft eine mystische Anknüpfung. Nach eigenen Aussagen will er immer 100 Bilder haben, die er unmittelbar ausstellen kann. In der Stadtbibliothek Göteborg findet man seine dokumentierte Sammlung an Bildern, die er im Keillers Park in Ramberget malte.

Ingeborg Wallenbjörk

Unter den 18 weiteren Künstlern der Ausstellung Art Indigo findet man die Stimmungsgemälde Herbst der Hisinger Künstlerin Ingeborg Wallenbjörk, die Tiergemälde von Zita March, aber auch zahlreiche anderen Gemälde der Gruppe Art Indigo, die im Ausstellungssaal der Stadtbibliothek ihr ganzes Spektrum präsentiert und zahlreiche Besucher anzieht, da Art Indigo für viele Bewohner Göteborgs ein Begriff wurde.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Januar 2010

Freie Kunst und Kultur in Göteborg

Seit 1947 kauft die Stadt Göteborg Kunstwerke, die anschließend an öffentliche Gebäude und Schulen verteilt werden, damit diese Gebäude eine Persönlichkeit gewinnen und nicht nur kahle Wände präsentieren. Bisher wurden rund 6000 Kunstwerke von der Stadt erworben, die als freie Kunst und Kultur betrachtet wird, jedoch oft nur Kunstgegenstände für einige Privilegierte werden, da sie die Allgemeinheit nie wieder zu Gesicht bekommt.


Im Jahre 2009 gab die Stadt Göteborg nahezu 800.000 Kronen für Freie Kunst aus, wobei die jüngst erworbenen 32 Werke nun bis zum 19. Januar in der Stadtbibliothek ausgestellt werden, wo sie sowohl von interessierten Göteborgern und Besuchern der Stadt betrachtet werden können als auch von jenen, die das eine oder andere Stück gerne in den eigenen Räumen sehen würden.

"Samla" von Roger Svensson

Die 32 ausgestellten Stücke wurden alle von Künstlern realisiert, die ihre Werke in Göteborg ausgestellt hatten, also nicht unbedingt aus der Stadt kommen. Der Kauf eines ihrer Werke garantiert ihnen in der Regel eine gewisse Anerkennung, aber auch eine finanzielle Hilfe, auch wenn sie nicht wissen wo und ob ihr Werk je jemand sieht, denn 1000 der bisher erworbenen Werke liegen in Lagern und sind daher eher der langsamen Vernichtung geweiht als einer Anerkennung.

"Cul-de-sac" von Stefan Uhlinder

Die in der Stadtbibliothek Göteborg ausgestellten Werke kommen von 25 Galerien Göteborgs, die von der Kulturverwaltung der Stadt regelmäßig besucht werden und jede Art von Kunst ausstellen. Als Kaufobjekt kommt Keramik ebenso in Frage wie eine Bronzeskulptur oder ein abstraktes Gemälde. Nur Arbeiten mit modernen Medien gelten bisher als ausgeschlossen, auch wenn dies kein absolutes Zeichen für die Zukunft sein soll.

"Blenheim Palace" von Martin Larsson

Im nächsten Jahr wurde das Budget für Fri konst och kultur, Freie Kunst und Kultur, wegen Sparmaßnahmen auf 250.000 Kronen reduziert, was natürlich die Frage aufwirft, ob man Kunst und Künstlern mit diesem Geld nicht anderweitig einen größeren Dienst leisten würde, denn auch nächstes Jahr sind immer noch 17% aller erworbenen Kunstwerke in einem der Lager untergebracht.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Weihnachtsmarkt in der Göteborger Stadtbibliothek

Vom 13. bis zum 23. Dezember des Jahres findet der letzte Weihnachtsmarkt in Göteborg statt, der unter dem Thema „Handaslöjd i juletid“ (Handgemacht zur Weihnachtszeit) steht und in der Ausstellungshalle der Göteborger Stadtbibliothek am Götaplatsen untergebracht ist und vom Verein Göteborgsslöjd veranstaltet wird.


Das Wort Slöjd beinhaltet im Schwedischen Handarbeit, Handwerk und Kunsthandwerk und umschließt daher sowohl Stricken wie Teppichknüpfen, Schnitzen oder Emaillearbeiten. Voraussetzung ist im Grunde nur, dass ein Gegenstand für Haus und Heim in Handarbeit nach eigener Idee hergestellt wird.


Während des Weihnachtsmarkts in der Stadtbibliothek findet natürlich keine Ausstellung über Göteborger Slöjdprodukte statt, sondern werden vor allem weihnachtliche Artikel und Geschenkartikel präsentiert, die teils von sehr großem Einfallsreichtum zeugen und sich im Bereiche des Kunsthandwerks ansiedeln. Zahlreiche Mitglieder des Göteborgsslöjd haben Kurse bei Valand oder HDK besucht um ihr Hobby auf berufliches Niveau zu halten.


Der Weihnachtsmarkt „Handaslöjd i juletid“ bietet eine fast unendliche Auswahl an kleineren Geschenkartikeln, die zu und nach Weihnachten ihren Platz in jedem Heim finden können. Geflochtene Kränze und kunstvolle Strohsterne sind ebenso vorhanden wie nach altem Stil geknüpfte schwedische Teppiche oder Wollmützen. Mit etwas Glück kann man selbst an einer der Vorführungen in Holzschnitzerei teilnehmen.


Während Slöjdprodukte noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine bedeutende wirtschaftliche Rolle spielten, interessieren sich heute mehr und mehr Kenner für entsprechende Schaffungen. Göteborgsslöjd entstand im Jahre 1986 um dieses alte schwedische Kulturerbe aufrecht zu erhalten und die handwerklichen Fähigkeiten den nächsten Generationen mit auf den Weg zu geben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 11. September 2009

Göteborgs Internationella Konstbiennal in Göteborg

Vom 5. September bis zum 15. November 2009 findet die fünfte Göteborgs Internationella Konstbiennal statt bei der der Besucher unter anderem 17 moderne Künstler aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt entdecken kann. Die diesjährige Ausstellung wurde von Celia Prado und Johan Pousette unter dem Namen What A Wonderful World präsentiert.


Die bedeutendsten Ausstellungen sind auf mehrere Kunstarenen der Stadt Göteborg verteilt. Es lohnen sich vor allem ein Besuch der Stadtbibliothek, der Kunsthalle, des Kunstmuseums, des Stadtmuseums, des Kulturzentrums Röda Sten und der Galleri Box.


Wie üblich in Göteborg, ist die Ausstellung in der Stadtbibliothek kostenlos, was jedoch nicht heißt, dass hier die unbekannteren Künstler ihren Platz finden. Bei der fünften Internationalen Biennale wird hier eines der bedeutendsten Werke des norwegischen Künstlers Hariton Pushwagner ausgestellt, die Originalzeichnungen seiner gezeichneten satirischen Novelle Soft City.


Der norwegische Künstler Hariton Pushwagner, der mit bürgerlichem Namen Terje Brosof heißt, ist einer der bedeutendsten Avangardkünstler Norwegens, dessen Werke auch Highlights der Berliner Biennale sowie der Biennale in Sydney im Jahre 2008 waren. Sein Werk Soft City entstand in den Jahren 1969 bis 1975, etwa zur gleichen Zeit als Robert Crumb sein Undergroundwork Fritz the Cat verfasste.


In Soft City zeigt Hariton Pushwagner die Zukunft der modernen Stadt mit ihrem Stress und ihrer Anonymität wo das Einzelwesen nur noch ein Puzzlestein ist und jede Individualität verliert. Soft City zeigt jedoch auch wohin diese Anonymität, die immer mit einer Autoritätsgläubigkeit verbunden ist, hinführt, nämlich zu „Sieg Soft“ und „Heil Hilton“.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juli 2009

Der Götaplatsen im Herzen Göteborgs

Bis zum Jahre 1920 befanden sich auf dem heutigen Götaplatsen noch landwirtschaftliche Gebäude und niemand konnte sich damals vorstellen, dass nur zehn Jahre das Gesicht dieses Platzes am oberen Ende der Kungsportsavenyn vollständig verändern würde.


Schon 1921 begannen die Architekten Sigfrid Ericson und Arvid Bjerke den Platz zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs zu planen und nur zwei Jahre später waren das Kunstmuseum und die Kunsthalle bereit zu den ersten Ausstellungen einzuladen.


Im Jahre 1931 schließlich wurde die heutige Version von Carl Milles Poseidon auf dem Götaplatsen enthüllt, der sich in den folgenden Jahren zum Symbol Göteborgs entwickelte und an dem sich Jung und Alt zu jeder bedeutenden Angelegenheit traf.


1934 war auch das Stadttheater fertig gestellt und der Wunsch der 1910 gegründeten Göteborgs Teaterförening konnte in Erfüllung gehen. Heute befindet sich im Gebäude auch ein Cafétheater und das Backa teater, eines der führenden schwedischen Kinder- und Jugendtheater.


Im Jahre 1935 wurde auch die Konzerthalle fertig gestellt das es 1247 Personen gleichzeitig erlaubt den größten Konzerten der Welt zu lauschen und das den Göteborgssymfonikerna die Möglichkeit bot in einem eigenen Gebäude zu üben und zu spielen. Erst im Jahre 1967 reihte sich letztendlich noch die Göteborger Stadtbibliothek zu den kulturellen Gebäuden des Götaplatsen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin