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Freitag, 13. August 2010

Kunsthandwerksmarkt Upmarket in Göteborg

Vom 13. bis zum 15. August 2010 findet in der Trädgårdsföreningen in Göteborg der 10. Kunsthandwerksmarkt Upmarket statt, der, wie jedes Jahr, vom Konsthantverkscentrum (KHVC) veranstaltet wird und es rund 60 Künstlern erlaubt ihre Werke einem größeren Publik vorzustellen, zumal dieser Kunsthandwerksmarkt gleichzeitig mit dem Göteborger Kulturfest statt findet.

Christina Roos, Öckerö
Erstmals nehmen dieses Jahr auch zehn Studenten der Hochschule für Design und Kunstwerk (HDK) am Upmarket direkt teil und nicht mehr innerhalb einer Sonderausstellung. Sie bekommen damit erstmals die Möglichkeit ihre Werke einem interessierten Publikum direkt anzubieten und damit die Schwelle zwischen reiner Schöpfung und Vermarktung eines Produkts überschreiten, was ihnen in der Zukunft nur nützlich sein kann.

Tommy Hansson, Hällingsjö
Um bei Upmarket teilnehmen zu können müssen die Künstler selbst produzieren, ein eigenes Design aufweisen und ihre Aktivität hauptberuflich ausüben. Die Besucher des Kunsthandwerksmarktes wählen während ihres Besuches die ansprechendste Präsentation aus, die dann auf dem nächsten Plakat präsentiert wird, was in der Regel auch dazu führt, dass der Künstler zu weiteren bedeutenden Ausstellungen eingeladen wird.

Gunilla Ottergren/Vipan, Borgholm
Dieses Jahr nahmen sechzehn Künstler, von den Studenten der HDK abgesehen, beim Göteborger Upmarket teil, was den Besuchern das Spektrum der Schaffenskunst der Göteborger Kunsthandwerker zeigt. Gleichzeitig können die Besucher natürlich auch Werke anderer bedeutender Künstlergruppen wie Nääs oder Not Quite während des Marktes kennen lernen und Kunsthanwerker aus fast ganz Schweden entdecken.

Karin Östberg, Göteborg
Wie jedes Jahr sind natürlich auch bei Upmarket 2010 Keramikarbeiten und Schmuck dominant, wobei es jedoch der Mühe wert ist viele der Werke etwas genauer zu betrachten, da sich die Fähigkeit der Künstler nicht unbedingt in der handwerklichen Fertigung, sondern im Gesamtdesign zeigt. Man sollte nicht vergessen, dass man bei Upmarket von den 800 Mitgliedern des Konsthatverkscentrum nur die besten findet kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Mai 2010

Textil, Keramik und Schmuck in der Stadtbibliothek in Göteborg

Zwischen dem 24. und dem 30. Mai stellen die Studenten des zweiten Jahres der HDK (Hochschule für Design und Kunsthandwerk), Fachbereiche Textil, Keramik und Schmuck, ihre Jahresabschlussarbeiten in Form einer Ausstellung in der Stadtbibliothek in Göteborg einem breiten, kunstinteressierten Publikum vor. Diese Ausstellungen gehören mit zu den Ereignissen der Stadt, wo man die Entwicklung von Kunst und Kunsthandwerk am deutlichsten entdecken kann.


Der ausgestellte Schmuck ist geprägt von regionalen Einflüssen und Natur, wobei die Schüler eine Vorliebe für Metallarbeiten und Emaille zeigen. Die Formen und die Bearbeitung wirken fast roh und neigen daher zu einer Realität, die eine kontrastreiche Natur in Schweden schafft. Künstlerischer Schmuck hat sich wieder von weichem Plastik entfernt und lässt sich wieder fühlen.


Was für Schmuck gilt, gilt in vieler Hinsicht auch für die Keramikarbeiten von Eva Jonson und Anna Lönneborg. Anna wählt für ihre Werke Gegenstände des Alltags und lässt daher Kunst mit dem täglichen Leben verschmelzen. Der Betrachter muss nicht erst zehn Minuten überlegen was ein Werk darstellt. Evas Porzellanfiguren sind fast eine Ergänzung dazu, denn sie blicken alle in ein hoffnungsloses Dasein, eine Zukunft, die kaum Auswege aus einem Routinealltag zeigen.


Selbst Textilarbeiten der HDK-Studenten sind entweder an regionale Element wie die Gestaltung moderner Regionaltrachten oder an Gedanken über die Natur angeknüpft. Immer wieder bricht eine Rationalität durch, die dem Betrachter die Frage stellt, ob das Leben wirklich so weitergehen soll oder ob man nicht anfangen sollte seine Ziele neu zu stecken.


Während nahezu alle Arbeiten, selbst ein Textilspiel und eine Kollage, in die gleiche Richtung gehen, so findet man in der Ausstellung in der Stadtbibliothek in Göteborg dennoch eine Ausnahme, die die Frage nach Besessenheit stellt und vom Betrachter das Nachdenken fordert. Eine Komposition von Bildern lässt den Betrachter in sexuelle Phantasien eintauchen, die durch die Rahmen entfremdet werden und eine persönliche Betroffenheit ausschließen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin