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Dienstag, 2. März 2010

Göteborg, die Stadt der Brunnen und Fontänen

Göteborg ist durchzogen von Kanälen und mehrere kleinere Flüsse führen durch die Stadt. Skulpturen werden hier oft mit einem Wasserspiel versehen und fast jeder öffentliche Platz, jede Grünanlage verfügt über eine Wasserquelle, die alle nur im Winter wegen der Kälte ein trauriges Dasein führen. Die meisten Brunnen und Fontänen Göteborgs wurden von sehr renommierten Künstlern geschaffen.


Wenn man jedoch von den bedeutendsten Brunnen oder Fontänen Göteborgs spricht, so meint man in der Regel vier Wasserspeier. Allen voran findet man natürlich den Poseidonbrunnen am Götaplatsen, der als Symbol der Stadt gilt, da er zur 300-Jahresfeier Göteborgs erbaut wurde, an dem auch traditionsgemäß die bedeutendsten Ereignisse Göteborgs beginnen oder enden. Der Poseidonbrunnen gilt als ein Meisterwerk des Künstlers Carl Milles.


Eine ganz andere Bedeutung hat der Springbrunnen im Bältesspännareparken, den Nina Jansson im Jahre 1988 realisierte. Der relativ junge Springbrunnen wirkt auf den ersten Blick sehr einfach und hat unmittelbar die Liebe der Chalmers-Studenten errungen, die hier gerne ihre nassen Nollning stattfinden lassen. Im Winter verwandelt sich die Fläche oft zu einer Eisbahn für Kinder.


Im Brunnsparken findet man den Brunnen, der von Per Hasselbergs Johanna dominiert wird. Dieser Brunnen ist ein beliebter Treffpunkt in Göteborg, da am Park sehr viele Busse und Straßenbahnen ihre Haltestelle haben, die Stelle zentral liegt und von überall aus gut erreichbar ist. Dieser wasserspeiende Brunnen muss in seinen Details betrachtet werden, da er noch im Stil vom Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde und mit seinen Feinheiten überzeugt.


Auch der vierte der „großen“ Brunnen und Fontänen Göteborgs ist ein Treffpunkt, jedoch für all jene, die Haga oder Masthugget entdecken wollen. Dieses Meisterwerk liegt im Zentrum der klassischen Arbeiterbewegung am Järntorget und symbolisiert in sehr eindrucksvoller Weise die fünf alten Erdteile. Das Werk wurde von Tore Strindberg im Jahre 1927 in klassischem Stil geschaffen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. August 2009

Carl Milles und seine Skulpturen in Göteborg

Carl Milles, eigentlich Carl Emil Wilhelm Andersson, wurde 1875 in Lagga geboren und starb 1955 in Lidingö. Carl Milles war vor überall in Europa aktiv und wurde in Paris von den Skulpturen Rodins inspiriert. Während der Weltausstellung in Paris erhielt er für seine Werke eine Silbermedaille und in Paris änderte er auch seinen Familiennamen von Andersson zu Milles, unter dem er weltweiten Ruhm erlangte.


In Göteborg errichtete Milles das Monument, das heute ein Symbol der Stadt ist und zum 300jährigen Museum der Stadt geplant war. Seine Werke findet man jedoch in Göteburg in mehreren Teilen der Stadt und selbst im Kunstmuseum befinden sich mehrere Skulpturen von Milles, unter anderem der Indianerhuvud in Onyx.


Jeder Besucher Göteborgs betrachtet an einem oder anderen Moment den Poseidonbrunnen von Carl Milles am Götaplatsen, am Fuße des Konstmuseum, von dem aus Poseidon, der Wassergott, seinen Blick über die Avenyn schweifen lässt. Weitaus weniger Besucher richten ihre Blicke dabei auch in die Höhe um zwei weitere Werke des Skulpteurs Carl Milles zu betrachten.


Vor dem Kunstmuseum findet man nämlich auch die Tänzer (Danserskorna), die Carl Milles 1915 schuf, 1923 dem Kunstmuseum Göteborgs geschenkt wurden und ihren heutigen Platz im Jahre 1952 fanden. Aber hier steht auch eine Kopie der Skulptur Vingarna (die Flügel), die Carl Milles 1910 fertig gestellt hat und die 1916 nach Göteborg kam.


Zwei weitere bedeutende Skulpturen sind die Najaden, deren Original sich im Botanischen Garten Göteborgs befindet, die Kopie davon im Keillers Park. Und schließlich kann man am Kvilletorget in Lundby noch die Bronzeskulptur Susanna med snäcka, Susanne mit der Muschel, betrachten. Drei Skulpturen, die eine enge Beziehung zu Wasser haben.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 27. Juli 2009

Der Poseidonbrunnen am Götaplatsen im zentralen Göteborg

Poseidon, der über den gleichnamigen Springbrunnen am Götaplatsen in Göteborg thront hat einen Blick über die Paradestrasse der Stadt, die Kungsprotsavenyn. In seiner nächsten Nähe befinden sich auch einige der kulturell wichtigsten Gebäude der Stadt, so das Kunstmuseum, die Kunsthalle, das Stadttheater oder das Konzerthaus.


Bevor jedoch Poseidon seinen Platz einnehmen konnte kam erst einmal der Brunnen an seine Stelle. Eigentlich sollte dieser Brunnen zum 300jährigen Jubiläum Göteborgs fertig werden, aber die Administration war langsam, so dass zum Jubiläum im Jahre 1923 nur ein provisorischer Brunnen in Holz zu sehen war und der vorgesehene Brunnen noch nicht am Horizont sichtbar war.


Erst im Jahre 1927 konnte der heute noch sichtbare Brunnen eingeweiht werden, der jedoch schon an sich eine Sehenswürdigkeit ist, da er von zahlreichen mystischen Seelebewesen umgeben ist, die in gewisser Weise Göteborg aus dem Meer entsteigen lassen.


Der Meeresgott Poseidon, der über diese Fabelwesen des Meeres wacht, wurde erst im Jahre 1931 enthüllt. Carl Milles, sein Schöpfer hat mit dieser nackten Figur jedoch etwas viel von den Göteborgern erwartet, die erst einmal geschockt von Poseidon waren und ihn gerne wieder vom Brunnen genommen hätten, denn eine klassische Figur war gewünscht, jedoch nicht so deutlich nackt.


Heute ist Poseidon vom Götaplatsen nicht mehr wegzudenken und er wurde ein Symbol Göteborgs. Aber Poseidon blieb nicht allein mit seinen Untergebenen am Brunnenrand. Milles gab ihm sechs weitere kleiner Figuren mit auf den Weg, die alle, wie schon Poseidon selbst, aus dem Meere kommen und die Nähe der Stadt zum Meer deutlich machen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 17. Juli 2009

Die Avenyn oder Kungsportsavenyn in Göteborg

Zwischen dem Storan (Stora Teatern) und dem Götaplatsen mit der Kunsthalle, dem Kunstmuseum, dem Konzerthaus und dem weltbekannten Poseidonbrunnen liegt die wohl meistbesuchte Flanierstrasse Göteborgs, die jeder Besucher der Stadt mindestens einmal auf und ab geht.


Die Avenyn, wie die Kungsportsavenyn von allen Göteborgern genannt wird, ist einer der zentralsten Plätzen der Stadt. Hier findet man mehrere kulturell wichtige Gebäude, hier finden alle Demonstrationen statt, hier gibt es jede Art von Restaurant, Nachtclub oder Café und rund 200 Butiken bieten an der Avenyn ihre Waren an.


Am obersten Ende der Avenyn findet man den Götaplatsen mit dem Poseidonbrunnen, der wegen seiner Nacktheit früher die Göteborger schockte und heute ein Treffpunkt Göteborgs wurde. Hier müssen die neuen Studenten ihre Rituale ableisten, hier wird das Abitur gefeiert und täglich fotografieren hunderte den von Carl Milles geschaffenen Brunnen mit seinen Skulpturen.


Auch wenn die Parkmöglichkeiten für Autos an der Avenyn sehr begrenzt sind, so finden jedoch Fahrräder und Motorräder eine Vielzahl an kostenlosen Parkmöglichkeiten. Wer will an einer Promenierstrasse auch sein Auto parken? Entweder man fährt die Strasse entlang um mit seinem Auto gesehen zu werden oder man geht eben zu Fuß.


Seit die Straßenmusik von der Avenyn verbannt wurde hat die Strasse sicher eine ihre bedeutenden Tourismusattraktionen verloren, aber noch sind leisere Straßenkünstler vorhanden, die dem Besucher das Gefühl einer pulsierenden Strasse und einer modernen Weltstadt geben. Auch das Bier in einer der zahlreichen Kneipen schmeckt wie immer.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 29. Juni 2009

Charles Felix Lindbergs Donationsfond in Göteborg

Charles Felix Lindberg war sein ganzes Leben Kaufmann und verbrachte den Grossteil seines Lebens in Göteborg. Seine letzte Firma, Andersson & Lindberg, war das größte Handelsunternehmen der Stadt und betrieb unter anderem umfangreiche Export- und Importtätigkeiten im Redereibereich.


Bei seinem Tode hinterließ Charles Felix Lindberg der Stadt Göteborg ein Vermögen von über zwei Millionen Kronen, mit der Auflage, das Geld für eine Stiftung zu verwenden, deren Zuwachs in Grünflächen, Parkanlagen und öffentliche Kunstwerke investiert werden muss.


Nachdem der Botanische Garten in Göteborg seit Bestehen der Stiftung den größten Anteil des Geldes erhielt, wurde dort am Eingang im Jahre 1991 eine von Ivar Johnsson geschaffene Bronzeplakette angebracht, deren Vorlage die im Jahre 1926 gegossenen Erinnerungsmedaille "Charles Felix Lindberg" war.


Der Kaufmann Charles Felix Lindberg wurde in Form einer Bronzestatue von Jan Steen am Bältespännarparken in Göteborg verewigt. Lindberg spaziert bei diesem Werk durch Göteborg, mit einem Strauss Leberblümchen in seinen Händen, die er einer Unbekannten verehren wird.


Heute findet jeder Besucher Göteborgs über 100 Kunstwerke an den Strassen Göteborgs, die ihre Existenz dem Charles Felix Lindbergs Donationsfond verdanken. Unter den bekanntesten Kunstwerken befinden sich der Poseidonbrunnen am Götaplatsen und der Järntorgsbrunnen. Aber auch Karin Boye vor der Stadtbibliothek und Dan Andersson am Järntorg wurden vom Nachlass Charles Felix Lindberg finanziert.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin