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Mittwoch, 7. September 2011

Die Älvsnabben im Seefahrtmuseum in Göteborg

Während einer Projektarbeit der Kunsthochschule Valand in Göteborg entstand eine muldimediale Ausstellung im Göteborger Seefahrtmuseum, die vom 7. September 2011 bis zum 8. Januar 2012 besucht werden kann. Die teilnehmenden Künstler gaben der Ausstellung den Titel „Älvsnabben - Drömmen om ett annat Göteborg“, also „Älvsnabben - Der Traum von einem anderen Göteborg“, einer Reise zwischen Wirklichkeit und Traum, eine Reise zwischen zwei oder auch mehreren Göteborg.


Im Grunde sind die Fähren Älvsnabben, die das Festland Göteborg mit der Insel Göteborg verbinden und nahezu im Zigzag vom südlichen Älvstrand zum nördlichen Älvstrand und zurück fahren, nichts anderes als ein tägliches Fortbewegungsmittel für all jene, die auf der „anderen“ Seite des Göta Älv arbeiten, studieren oder auch zur Schule gehen. Nur im Sommer gesellen sich zu dieser Schicht dann auch immer wieder Touristen, die einen „anderen“ Blick über Göteborg gewinnen wollen.


Die Älvsnabben sind eine Art Ruhepol mitten in der Stadt auf denen man in eine neue Zeitzone eintritt, denn man ist nicht mehr in der Stadt und kann seinen Blick auf einige hundert Jahre Geschichte fallen lassen, je nachdem wohin man seinen Blick schweifen lässt und wie viel man von der Stadt weiß. Schließt man dann die Augen, so verschmelzen das Göteborg der Könige mit jenem der Arbeiter und die Geräusche des Wassers und der Boote lassen das nahe Meer ahnen.


Die Valand-Studenten haben für die Realisierung ihres Projekts immer wieder die Älvsnabben benutzt, mit Zeichenpapier, Fotoapparat und um Laute und Töne aufzuzeichnen. Sie haben jede Ecke der Boote erforscht um anschließend im Sjöfartmuseet in Göteborg ihre persönlichen Älvsnabben in Wort, Ton und Bild darzustellen. Ohne seinen Fuß auf eines der Boote zu setzen kann man im Museum in etwa einer Stunde von einem „anderen Göteborg“ träumen.


Es ist nicht wichtig in welcher Reihenfolge man die Werke der Ausstellung Älvsnabben betrachtet, man muss sich nur Zeit nehmen zu lauschen, zu beobachten, zu lesen und seine Augen immer wieder zum Göta Älv schweifen lassen, wobei der Besucher der Ausstellung besonders den sechs Lautsprechern lauschen sollte, die alle eine Haltestelle der Älvsnabben repräsentieren, und einen Flussspaziergang durch Göteborg ermöglichen, eine Reise von Lilla Bommen bis nach Klippan.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. August 2011

Die Klippandagarna in Göteborg

Jedes Jahr Ende August verwandelt sich das Kulturreservat Klippan in ein Schlachtfeld mit Kanonenschüssen und Gewehrsalven, die zwei Tage lang an die Geschichte diesen Teiles Göteborgs erinnert, eine Zeit, als diese Gegend noch als die Stadt Älvsborg bezeichnet wurde, für größere Schiffe hier noch Endstation war und das heutige Zentrum Göteborgs noch ein morastiges Sumpfgebiet war, auch wenn einige der heutigen Parkanlagen bereits vom Herrscher der Umgebung für Jagd und Landwirtschaft genutzt wurde.


Dieses Jahr konnte man am Samstag, den 27. August und am folgenden Sonntag einen Einblick in die Geschichte von Älvsborg und Klippan gewinnen, als man zu Füssen der Kapelle Sankta Birgitta ein mittelalterliches Zeltlager fand, in dem sich die Vereinsmitglieder von Gustav II. Adolfs Fotfänika und Westgiöta Gustavianer in ihre Kleidung des 17. Jahrhunderts geworfen hatten und verschiedene Produkte und Vorführungen anboten.


Der Höhepunkt der beiden Klippandagarna des Jahres 2011 war natürlich die Schlacht um die Ävsborgsfästning des Jahres 1612, als Dänemark erneut die Festung einnahm und damit die schwedische Zufahrt zum Kattegat beherrschte. Die Kämpfer standen sich mit Pferd und zu Fuß gegenüber, wobei die Gewehre nur so rauchten und die besiegten Schweden sich schließlich zurückziehen mussten.


Während der beiden Klippandagarna wird jedoch auch die spätere Geschichte der Umgebung hervorgerufen, denn im heutigen Klippan Kulturreservat wurde auch Zucker raffiniert und vor allem Bier gebraut, das Göteborg in ganz Europa bekannt werden ließ. Das Original Porter kann während der Klippandagarna im Halbstundenrhythmus im einzig erhaltenen Porterfass und bei historischen Erzählungen im Fass selbst gekostet werden.


Und auch die kleine Kirche Sankta Birgitta, die einst von David Carnegie für seine Angestellten nach schottischem Modell gebaut wurde, ist während der beiden Tage geöffnet. Auch wenn der Name Sankta Birgitta an die Heilige Birgitta von Vadstena erinnert, so ist der Bau jedoch der irisch-schottischen Saint Bridget gewidmet, die in Schweden ebenfalls Birgitta genannt wird. Zu Füssen der Kapelle konnte man regelmäßig alten schottischen Tänzen folgen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. April 2010

Das Porterfass im Kulturreservat Klippan in Göteborg

Eine der Attraktionen am Ufer des Göta Älv im Kulturreservat Klippan in Göteborg ist ein Bierfass aus dem Jahre 1820, das ursprünglich in der Brauerei von Abraham Robert Lorent in Klippan stand, später als Attraktion im Freien verweilte und im Jahre 2007 an seine heutige Stelle kam, wo es regelmäßig bei organisierten Bierproben benutzt wird.


Obwohl es sich bei dem Porterfass in Klippan, das einst 93.600 Liter Porter beinhaltete, um ein ganz gewöhnliches Fass handelt, das nur eines unter vielen war, so erlangte es eine gewisse Berühmtheit, da der damalige Besitzer, Abraham Robert Lorent, den schwedisch-norwegischen König Karl XIV Johan im Jahre 1820 in diesem Fass, das eben erst fertig gestellt und daher noch leer war, zum Frühstück einlud. Diesem Ereignis verdankt es auch das Porterfass, dass es bis heute erhalten blieb.


Die Biersorte, die man ursprünglich in diesem Fass fand wurde jedoch nur rund 25 Jahre lang hergestellt da nach dem Tode von Abraham Robert Lorent die Brauerei an David Carnegie überging, der das heute noch existierende Carnegie Porter von England nach Göteborg brachte. David Carnegie kaufte die Brauerei im Jahre 1836 als Konkursmasse, wobei sein Bier von so hoher Qualität war, dass die Firma bereits nach dem ersten Jahr einen Gewinn aufweisen konnte.


David Carnegie verkaufte 1890 die Brauerei, wobei jedoch die Aktivität noch unter dem Namen Carnegie Fondkommission bis 1970 fortsetzte. Erst um diese Zeit gingen dann die Rechte vom Carnegie Porter der Reihe nach auf verschiedene Firmen in verschiedenen Städten über, bis im Jahre 2004 die Firma Carlsberg Sverige in Falkenberg die Rechte am Carnegie Porter erwarb.


Das Porterfass selbst steht heute am Göta Älv im Kulturreservat Klippan und kann nur während der Bierproben von innen betrachtet werden, wobei der Göteborger Künstler Yngve Lundström im Jahre 1949 die Innenwände mit drei Malereien verzierte, die das Frühstück mit König Karl XIV Johan dokumentieren. Das Fass ist als kleine, gemütliche Bierstube eingerichtet, wo man in alter Atmosphäre neun Sorten Bier kosten kann. Die ehemalige Brauerei beherbergt heute das Hotel Novotel.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Nya Varvet, die Werft ohne Schiffbau in Göteborg

Der Stadtteil Nya Varvet in Göteborg war, wie Klippan, bereits aktiv bevor die heutige Stadt Göteborg entstand. Da Schiffe vor dem 18. Jahrhundert den Göta Älv nur bis Klippan befahren konnten, war es logisch, dass bis zu dieser Zeit auch nur Nya Varvet und Klippan eine Bedeutung für Schifffahrt hatten.


Aber Schifffahrt zu jener Zeit hieß nicht nur, vor allem ab dem 17. Jahrhundert, Handel zu betreiben, sondern auch die Zufahrt des Göta Älv gegen Dänemark und Norwegen zu schützen. Die Aktivität bei Nya Varvet war daher sowohl im 17. als auch im 18. Jahrhundert eine Mischung zwischen Industrie, Verteidigung und Handel.


Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die die militärische Lage beruhigt, Handel, Industrie und Schifffahrt hatten sich dem heutigen Göteborg genähert, die Verteidigung war in die Schären verlagert worden, so dass Nya Varvet keinerlei größere Bedeutung mehr hatte. Da man zu jener Zeit jedoch Gefängnisse und Arbeitslager in Göteborg benötigte, wurden diese daher nach Nya Varvet verlagert.


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Nya Varvet ein Stadtteil Göteborgs, wobei jedoch die beiden Weltkriege seiner Entwicklung Grenzen setzten, denn sehr schnell mussten hier Marineeinrichtungen geschaffen werden. So wurde Nya Varvet Militärgebiet, wo Torpedos, Wasserminen, Kriegsschiffe und selbst Wasserflugzeuge Platz finden mussten.


Erst ab 1985 wurde Nya Varvet wieder ein Gebiet zum Arbeiten und Wohnen. Aber auch wenn heute etwa 80 Firmen hier angesiedelt sind, eine Hochschule, Hotel und Restaurant am Wasser errichtet wurden, so ist auch heute noch die Schifffahrt von gewisser Bedeutung, denn hier liegen die Lotsenboote, die Schlepper, das Fahrzeug des Wetterdienstes SMHI, Forschungsschiffe und hin und wieder ein Eisbrecher. Auf der gegenüberliegenden Seite ist auch der Endpunkt für alle Öltanker, die Göteborg anlaufen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Dezember 2009

Klippan, ein Stadteil Göteborgs

Klippan bestand schon zu einer Zeit als Göteborg noch ein Sumpfgebiet war. Es war die Öffnung zum Meer, mit dem Göta Älv ein Schutz gegen die norwegische Invasion und mit der alten Älvsborgsfestung ein Bollwerk gegen die Dänen. Auch die ersten Boote wurden hier bei Klippan gebaut und nicht in der Nähe des heutigen Göteborg.

Wenn man heute von Klippan spricht, so meint man jedoch weniger die alte Geschichte der Stadt, sondern in erster Linie das Kulturzentrum Röda Sten, das moderne zeitnahe Kunst ausstellt, jungen Musikgruppen eine Auftrittsmöglichkeit bietet, Graffitikünstler anzieht und am Kai, wo früher die Boote lagen, zum Picknick oder Fischen einlädt.

Aber nur wenige Schritte vom Kulturzentrum Röda Sten in Klippan entfernt stehen noch die imposanten Bauten der alten Zuckerraffinerie, der Brauerei und die Reste der alten Festung, die an die Zeit erinnern als die Erben der Direktoren der Ostindischen Kompanie hier die Göteborger Industrie aufbauten und zahlreiche Arbeitsplätze schufen.


Wenn man den Göta Älv entlang Richtung Stadt geht, so erscheint bald die Kapelle Sankt Birgitta, die David Carnegie hier nach schottischem Muster erbauen ließ, damit seine Angestellten eine Kirche in ihrer Arbeits- und Wohnnähe fanden. Die Kapelle geht heute, wie alle Gebäude der Umgebung in das Kulturreservat Klippan ein.


Am Älvstrand Klippans kann man dann das Bootsmuseum besichtigen, das einen Einblick in die vergangene Seefahrt bietet und vom Sjömagasinet begrenzt ist, einem der anspruchsvollsten Fischrestaurants Göteborgs. Das Restaurant wurde in einer früheren Lagerhalle der Ostinidienkompanie eingerichtet, wobei das Gebäude heute unter Denkmalschutz steht.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Vom Skeppets Ärans Väg bis Klippan, entlang des Göta Älv in Göteborg

Am Skepets Ärans Väg in Göteborg liegen noch Eisbrecher, Boote des Seedienstes und der Forschung neben modernen Freizeitbooten. Wer den Göta Älv abwärts blickt entdeckt die neuen Hafenanlagen Göteborgs und auf der Nordseite des Flusses legen Öltanker an. Neben dem Gebäude der Göteborg Energie sieht man die Raffinerien von Stena und Statoil.


Wer seinen Blick flussaufwärts richtet sieht die fast einen Kilometer lange Göta Älvbron, die die Südseite und die Nordseite des Flusses miteinander verbindet. Auf der anderen Seite des Göta Älv kann man auch bereits den Bockkran der früheren Eriksberg-Werft entdecken. Wenn man flussaufwärts geht, so verlässt man das Ufer des Flusses nur für wenige Meter und kann ständig den regen Flussverkehr beobachten.


Kurz bevor man das Kulturzentrum Röda Sten erreicht sieht man am Ufer des Göta Älvs einen rot bemalten Stein, der früher ein Kennzeichen für Schiffe war, heute jedoch mit zahlreichen Legenden umwoben ist. Auch wenn der Stein unter Denkmalschutz steht, so hat er nicht immer seine rote Farbe, denn Graffitianfänger machen sich einen Spaß daraus den Stein regelmäßig zu beschmieren.


Die großen Gebäude nach dem Kulturzentrum Röda Sten weisen noch auf die Geschichte der Zuckerverabeitung Göteborgs. Die roten Ziegelbauten gehörten früher zur Zuckerraffinerie Carnegie, wo 1839 David Carnegie neue Methoden entwickelte, die noch heute bei der Reinigung und Veredlung von Zucker angewendet werden. Etwas versteckt hinter den Gebäuden befindet sich die Ruine des alten Schlosses Älvsborg.


Weiter entlang des Flusses kommt man zum Schiffsmuseum neben dem Restaurant Sjömagasinet, die sich beide im Kulturreservat Klippan befinden. Auf einer Anhöhe dominiert Birgittas Kapelle von 1857 mit seinem freistehenden Kirchturm. Die Kapelle ist eine Kopie jener, die sich im schottischen Heimatort David Carnegies befand und sollte den Arbeitern der Zuckerraffinerie die Möglichkeit bieten eine Messe zu besuchen ohne erst kilometerweit laufen zu müssen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. August 2009

Mit der Älvsnabben in Göteborg unterwegs: Von Klippan bis Lilla Bommen

Für viele Göteborger sind die Älvsnabben nichts anderes als eine Möglichkeit den Göta älv zu überqueren, sei es um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen, sei es um auf der anderen Seite des Flusses spazieren zu gehen oder sich zu einem Picknick am nördlichen Älvstrand zu treffen. Nur wenige wissen, dass die Älvsnabben auch, ähnlich den Paddan, eine Möglichkeit bieten Göteborg zwischen Klippan und Lilla Bommen zu entdecken.


Die Älvsnabben können mit einer einfach Bus- oder Straßenbahnkarte benutzt werden und verkehren bei starkem Verkehr alle 30 Minuten und sonst einmal die Stunde, wobei sechs Haltestellen angefahren werden. Da man innerhalb von 90 Minuten umsteigen kann so oft man will (die Reise kann auch länger dauern), ist es möglich auch die eine oder andere Stelle etwas genauer zu betrachten oder einen Spaziergang zwischen zwei Haltestellen einzulegen.


Bereits bevor man sich auf ein Älvsnabban begibt kann man die Umgebung vom Kulturzentrum Röda Sten oder Lilla Bommen erkunden und ein Stück Göteborg entdecken. Falls man in Klippan zur Reise aufbricht, so entdeckt man zuerst Klippans Kulturreservat mit dem Bootsmuseum, hat einen Blick auf die Älvsborgsbron und kann bereits während der ersten Minuten den alten Anlegesteg der Älvfähren und den alten Werftkran in Eriksberg etwas genauer betrachten.


Nachdem man dann zwei Skulpturen von Ivana Machackova am nördlichen Älvstranden betrachtet hat und an Eriksberg entlangfährt, taucht zuerst die Götheborg, die Ostindiefararen, auf, um dann dem Monument Vindarnas Tempel mit dem Slottsberget (Schlossberg) Platz zu machen. Und in Lindholmen kann man von der Älvsnabben selbst einen Blick auf eine Seite der Bohuslänsk Krönika werfen.


Zurück auf der Seite des Stadtzentrums taucht dann das Stenpiren mit dem Delaware Monument von Milles und dem alten Zollhaus auf. Nachdem die Älvsnabben dann am Museum Maritiman vorbei fuhr tauchen schließlich die Oper mit der Skulptur Källan (die Quelle), die Barken Viking und der Läppstiftet, der Lippenstift, auf.


Aber bei einer Fahrt hat man kaum alles gesehen und es bietet sich daher eine zweite Reise an, in entgegengesetzter Richtung, um die Fischauktion, die Werft, die Frau am Hafen und die Stena-Boote genauer zu betrachten, oder auch um einfach etwas mehr Zeit zu haben das Leben am Älvstranden von Lindholmen oder Eriksberg etwas genauer zu betrachten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. August 2009

Das Bootsmuseum und das Ångbåtscafét in Klippan, Göteborg

Das Bootsmuseum in Klippans Kulturreservat in Göteborg verfügt über zahlreiche Boote unterschiedlicher Größe und unterschiedlichsten Alters, die kostenlos zu besichtigen sind.


Die Boote an den Brücken sind teils in schlechtem Zustand, da Gelder für die Aufrechthaltung des Museuma nicht zur Verfügung stehen. Direkt hinter den Anlegestellen der Boote befindet sich eines der renommiertesten Fischrestaurants Göteborgs in dem Mick Jagger und Bruce Springsteen bereits gegessen haben.


In den Sommermonaten kan der Besucher auch häufig mit den Besitzern einiger Museumsboote in Klippan ins Gespräch kommen, die dort ihre Boote reparieren oder auch mal einen Mast austauschen.


Die ausgestellten Boote werden von einer Dokumentation begleitet, die Bootliebhabern auch die Geschichte des Seglers oder eines Dampfers erklären. So mancher Bootsname erinnert an die Mythologie oder eine Persönlichkeit der Filmgeschichte.


Für all jene, denen die Gerichte des Sjömagasinets zu teuer sind, finden an Klippans Bootsmuseum eine andere Attraktion. Der alte Dampfer s/s Eduard Melin von 1881 wurde zu einem Café umgebaut, wo man mit Blick auf den Göta älv, Eriksberg und Lindholmen günstig eine Tasse Kaffe mit Zimtschnecke geniessen kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. August 2009

Die alte Festung Älvsborg in Klippans Kultureservat in Göteborg

Auch wenn man immer wieder sagt, dass Gustav II Adolf Göteborg im Jahre 1619 angelegt hat, so ist diese Aussage doch nur zur Hälfte wahr, denn auch wenn Gustaf II Adolf den heutigen Kern Göteborgs geschaffen hat und der Stadt die Stadtrechte verlieh, so waren große Teile des heutigen Göteborg jedoch schon lange vor Gustav II Adolf besiedelt.


Und auch die Nya Älvsborgs fästning die in den Jahren 1653 bis 1668 errichtet wurde ist nicht die erste Befestigungsanlage, die sich auf dem Grunde des heutigen Göteborg befindet, denn bereits im 14. Jahrhundert hatte die vorhergehende Festung Älvsborg, Gamla Älvsborgs fästning, eine bedeutende Rolle in der Verteidigung der Stadt gegen Dänemark.


Die alte Älvsborgs fästning, genauer genommen seine Ruine, kann heute noch in Klippans Kulturreservat in Göteborg besichtigt werden. Die Reste der alten Burg stammen jedoch nicht mehr von 1366, als die Festung das erste Mal in Dokumenten erwähnt wurde, sondern vom späteren Renaissanceschloss zu dem auch der Kungsladugård und der Slottsskogen in Göteborg gehörten.


Die alte Älvsborgs fästning an der Mündung des Göta älvs schützte über 300 Jahre lang den einzigen Hafen Schwedens, da nur wenige Kilometer im Norden der Mündung die Norweger herrschten und südlich davon das Reich der Dänen begann. Der gewählte Ort war eigentlich auch eine Neugründung der Stadt Älvsborg, da sich das noch ältere und unbefestigte Göteborg im heutigen Stadtsteil Gamlestaden befand.


Da das alte Göteborg und damit auch die Gamla Älvsborgs fästing sowohl 1563 als auch 1612 von den Dänen erobert worden war und nur nach sehr hohen Lösegeldzahlungen an Schweden zurückgegeben wurden, entschieden die Stadtherren des heutigen, von Gustav II Adolf gegründeten Göteborg die alte Festung aufzugeben und die Nya Älvsborgs fästning zu errichten. Noch bevor die neue Festung im Jahre 1668 fertig gestellt war wurde die alte Festung nahezu dem Erdboden gleich gemacht. Ab 1661 wurden zum Weiterbau der Nya Älvsborgs fästning die Steine der alten Festung benutzt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin