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Dienstag, 12. Oktober 2010

Klöppelkunst im Kulturzentrum Frölunda in Göteborg

Zwischen dem 25. September und dem 31. Oktober kann man im Kulturzentrum Frölunda in Göteborg eine Kunstrichtung entdecken, die heute als nahezu ausgestorben gilt. Es handelt sich dabei um die Kunst Spitzen auf traditionelle Weise zu klöppeln. Diese Ausstellung, bei der 20 Kunsthandwerker teilnehmen, trägt den Namen Trådkunst på sin spets, die perfekte Fadenkunst.


Die Ausstellung im Frölunda Kulturzentrum erklärt die Geschichte der Klöppelkunst vom Beginn bis zu den heutigen Tagen, wobei hier nicht nur das jeweilige Handwerksgerät gezeigt wird, sondern auch die Bedeutung von Spitzenkunst in Mode, Schmuckherstellung und als Kunstform betrachtet wird, denn auch wenn die früheren Spitzenkragen oder Deckchen überwiegend verschwunden sind, so lebt die Klöppelkunst heute in neuer Form als Kunsthandwerk fort.


Bei der Ausstellung Trådkunst på sin spets entdeckt man Kunstwerke der bedeutendsten Textilkünstler und Kunsthandwerker Schwedens, aber auch Leihgaben des Vereins Svenska Spetsar und das Vadstena Spetsmuseum. Vadstena kann als das Zentrum der schwedischen Klöppelkunst betrachtet werden, wo man die Tradition des schwedischen Klöppelns bis ins 17.Jahrhundert zurückverfolgen kann.


Parallel zur Ausstellung Trådkunst på sin spets finden im Kulturzentrum Frölunda auch mehrere Workshops und Einführungskurse ins Klöppeln statt. Drei Vorträge über Klöppelkunst im Verlauf der letzten Jahrhunderte runden das Thema ab, wobei hier auch Goldbroderie, Seide und Weben oder Spitzenkragen zur Zeit von Gustav Adolf als Themen mit aufgenommen werden.


Ebenfalls parallel zur Ausstellung Trådkunst på sin spets kommen die vier historischen Klöppelmaschinen, die sich bisher im kleinen Spitzenmuseum in Gingri bei Borås befanden, nach Göteborg. Seit dem 9. Oktober kann man nun die einsatzfähigen Maschinen in der Göteborger Remfabrik finden. Mit Hilfe dieser Maschinen aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts werden dort bis zu 100 verschiedene Spitzen aus Leinen und Baumwolle auf traditionelle industrielle Weise hergestellt.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Fotos: Irene Kårlin

Samstag, 2. Oktober 2010

Nordstan in Göteborg als Kulturzentrum

Wer bei Göteborg an Nordstan denkt, denkt in erster Linie an das größte Einkaufszentrum Skandinaviens wo man nahezu alles finden kann was man sucht, unabhängig, ob es sich um Kleidung, Schuhe, ein elektronisches Zubehör oder das neueste Handy handelt. Nordstan, bzw. der Hauptgang des Einkaufszentrums dient jedoch auch zahlreichen anderen Ereignissen von Bedeutung.

Gretchen und Christer Fuglesang bei Seamhack in Nordstan

Eines der Ereignisse sind die Modeschauen, die in Zusammenarbeit mehrerer Boutiquen Nordstans veranstaltet werden. So finden vom 1. bis zum 3. Oktober die Modeschauen von zwölf Boutiquen statt, die nun die Herbst- und Wintermode vorstellen. Auch wenn diese Modeschauen zum Verkauf anregen sollen, so kommen viele Besucher nach Nordstan um einfach den Trend zu kennen.

Fotoausstellung The Testament of Tebaran in Nordstan

Auch an allen bedeutenden Tagen des Jahres, an denen die Presse auf besondere Probleme der Welt aufmerksam machen soll, nimmt Nordstan aktiv teil, unabhängig, ob es um Krebsforschung, AIDS, Rheuma oder andere Probleme dieser Welt geht. In Nordstand werden Experten zu entsprechenden Themen eingeladen und Ausstellungen zu den Themen präsentiert. Da sich alles im Hauptgang abspielt, ist niemand gezwungen auch nur ein einziges Geschäft zu betreten um sich zu informieren oder an Aktivitäten teilzunehmen.

Wissenschaftsfestival 2010 in Nordstan

Nordstan nimmt aber auch an bedeutenden kulturellen Ereignissen der Stadt teil, unabhängig, ob es sich um das Tanz- und Theaterfestival handelt, um das Wissenschaftsfestival, das Göteborger Kulturfest oder Veranstaltungen zum HBT-Festival. Hier stehen bisweilen bedeutende Personen Schwedens auf der Bühne, wobei sich hier auch Drag Performanskünstler Gretchen bisweilen zeigt und bisweilen der Göteborger Gospelchor auftritt.

Weihnachtsmarkt 2009 in Nordstan

Im Hauptgang von Nordstand finden auch zahlreiche Märkte statt, unter denen vor allem der Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerk eine bedeutende Menge an Besuchern anzieht. Der Erfolg dieses jährlichen Weihnachtsmarkts führte auch dazu, dass dieses Jahr ein zweitägiger zusätzlicher spanischer Weihnachtsmarkt veranstaltet wird. In Nordstan stellt sich aber auch die Lucia-Truppe erstmals vor, hier singen die Idol-Teilnehmer und hier findet ein Teil des Schokoladenfestivals statt, das vom Stadtmuseum Göteborg veranstaltet wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. März 2010

Ausstellungen, Puppentheater und Workshops im Frölunda Kulturhus in Göteborg

Das Frölunda Kulturhuset in Göteborg bietet im März nicht nur die Ausstellung Next to Neon, sondern parallel auch andere Ausstellungen und Aktivitäten, die das Kulturzentrum im westlichen Göteborg zu einem bedeutenden Treffpunkt für Jung und Alt machen, ganz abgesehen von jenen, die hier das Bad oder die Bibliothek benutzen.


So findet man, unter anderem, vom 1. bis zum 14. März die Ausstellung Neu genäht nach Großmutters Motiven (Nytt sytt av gammalt) von Laila Andersson, die hier Kissen, Taschen, Teppiche und Decken ausstellt, die mit Mustern aus Großmutters Zeit bestickt sind. Laila versucht hier kunstvoll alte schwedische Motive und eine fast vergessene Tradition zu zeigen und die klassische Stickkunst aufrecht zu halten.


Nur wenige Schritte davon entfernt kann man im März die Puppen und die Dekorationen des Figur & Dockteater (Puppentheater) des Frölunda Kulturhusets entdecken. Hier werden nicht nur etwas größere Puppen ausgestellt, sondern auch gesamt Miniaturtheater, die im Kulturzentrum hergestellt werden und sich einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.


Das Frölunda Kulturhuset besitzt die reichste Sammlung an Präsenz- und Leihbüchern über die Geschichte von Puppentheatern. In Göteborg selbst findet man einige der bedeutendsten nordischen Puppentheater von denen einige auch in Frölunda ihre Vorstellungen anbieten. Wer sich mehr für Puppentheater interessiert, findet im Frölundaer Kulturzentrum auch ausführliche Dokumentation, Bildmaterial und Examensarbeiten zu diesem Thema.


Regelmäßig finden im Frölunda Kulturhuset auch Workshops zu den verschiedensten Themen statt, die es dem interessierten Publikum erlauben Kunsthandwerk und seine Materialien zu entdecken. Am 3. März wurde im Kulturzentrum der Workshop Leder angeboten, bei dem unter kundiger Leitung eine Einführung in das Kunsthandwerk Leder geboten wurde.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. Dezember 2009

Klippan, ein Stadteil Göteborgs

Klippan bestand schon zu einer Zeit als Göteborg noch ein Sumpfgebiet war. Es war die Öffnung zum Meer, mit dem Göta Älv ein Schutz gegen die norwegische Invasion und mit der alten Älvsborgsfestung ein Bollwerk gegen die Dänen. Auch die ersten Boote wurden hier bei Klippan gebaut und nicht in der Nähe des heutigen Göteborg.

Wenn man heute von Klippan spricht, so meint man jedoch weniger die alte Geschichte der Stadt, sondern in erster Linie das Kulturzentrum Röda Sten, das moderne zeitnahe Kunst ausstellt, jungen Musikgruppen eine Auftrittsmöglichkeit bietet, Graffitikünstler anzieht und am Kai, wo früher die Boote lagen, zum Picknick oder Fischen einlädt.

Aber nur wenige Schritte vom Kulturzentrum Röda Sten in Klippan entfernt stehen noch die imposanten Bauten der alten Zuckerraffinerie, der Brauerei und die Reste der alten Festung, die an die Zeit erinnern als die Erben der Direktoren der Ostindischen Kompanie hier die Göteborger Industrie aufbauten und zahlreiche Arbeitsplätze schufen.


Wenn man den Göta Älv entlang Richtung Stadt geht, so erscheint bald die Kapelle Sankt Birgitta, die David Carnegie hier nach schottischem Muster erbauen ließ, damit seine Angestellten eine Kirche in ihrer Arbeits- und Wohnnähe fanden. Die Kapelle geht heute, wie alle Gebäude der Umgebung in das Kulturreservat Klippan ein.


Am Älvstrand Klippans kann man dann das Bootsmuseum besichtigen, das einen Einblick in die vergangene Seefahrt bietet und vom Sjömagasinet begrenzt ist, einem der anspruchsvollsten Fischrestaurants Göteborgs. Das Restaurant wurde in einer früheren Lagerhalle der Ostinidienkompanie eingerichtet, wobei das Gebäude heute unter Denkmalschutz steht.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 6. November 2009

Röda Sten in Göteborg - und seine Umgebung

Röda Sten ist in Göteborg ein Begriff für Kunst und junge Kultur mit Ausstellungen, Konzerten und zahlreichen anderen Aktivitäten für ein junges Publikum. Das zentrale Gebäude am Platz, das wie der Platz, nach dem roten Stein (Röda Sten) am Flussufer benannt ist, stammt aus den 40er Jahren und ist weit entfernt von einer architektonischen Schönheit, da hier früher eine Wärmezentrale für die damalig Industrie des Gebietes war und eine rein funktionelle Bestimmung hatte.


Das Kulturzentrum Röda Sten ist heute von wahrer Kunst wie Pseudokunst und skurrilen Gebilden umgeben. Nicht nur bedeutende Künstler haben hier Skulpturen wie Beting oder Havskatt hinterlassen, sondern auch Spontankunst wird rund um das Zentrum konstruiert, wobei auch Holz, Draht und ähnliche Materialien dafür zu Hilfe genommen werden.


Am und um das Kulturzentrum üben sich auch regelmäßig Graffitikünstler, aber auch Vandalen, die mit ihrem Geschmiere Kunstwerke und Gebäude verunzieren. Von der imitierten Bootsbrücke am Göta Älv aus kann man noch, auf der anderen Seite des Göta Älv, die alte Anlegestelle der Flussfähre entdecken, die heute verlassen unter der Götaälvbron verrottet.


Von hier aus kann man jedoch auch die Ausflugsboote zu den Schären wie die Boote der Stena Line und die Kreuzfahrtschiffe nach Göteborg oder die Frachtschiffe vom und zum Vänern beobachten. Im Hintergrund sieht man Eriksberg mit seinem Bockkran und dem Norra Älvstranden mit seinen zahlreichen Kunstwerken entlang des Flusses.


Ein Blick zur Stadt zeigt die alten Gebäude des Carnegie Zuckerraffinerie, die die Ruine der alten Älvsborgfestung auf der Anhöhe hinter dem Gebäude versteckt und, entlang des Flusses entdeckt man Klippan mit seinem Bootsmuseum und dem legendären Sjömagasinet, einem Fischrestaurant der oberen Kategorie.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Mai 2009

Kulturzentrum Röda Sten in Göteborg

Das Kulturzentrum Röda Sten erhielt seinen Namen von einem Stein der noch aus der Eiszeit stammt und heute unter Denkmalschutz steht. Wie er zu seiner roten Farbe kam weiß niemand so genau und zahlreiche Legenden ranken sich daher um seine Farbe und auch seinen Ursprung.

Der Rote Stein, ein Kulturgut am Götaälv

Spricht man in Göteborg von "Röda Sten", so meint man jedoch nicht nur diesen Stein am Ufer des Götaälv sondern auch das Kulturzentrum Röda Sten, das für die Gegenwartskunst Göteborgs steht. Hier finden regelmäßig Konzerte statt und Ausstellungen moderner Kunst sind an der Tagesordnung.

Das Gebäude Röda Sten und Carnegies sockerbruk

Das etwas nüchterne Gebäude Röda Sten stammt aus dem Jahre 1940 und diente damals der umliegenden Industrie als Wärmezentrale. Erst in den 90er Jahren wurde das zu dieser Zeit bereits leer stehende Bauwerk zum Kulturprojekt Röda Sten, Roter Stein.

Ein nicht offizielles Kunstwerk am Röda Sten, das täglich wächst

Heute arbeiten Künstler im Röda Sten in ihren Werkstätten und Graffitikünstler sorgen für die äußere Gestaltung, wobei sie sich bisweilen auch am wirklichen Röda Sten vergreifen. Die Umgebung wurde im Laufe der Zeit zu einem einzigen Kunstprojekt.

Blick auf Eriksberg vom Röda Sten

Werkstätten für Jugendliche laden regelmäßig junge Nachwuchskünstler ein, die auf diese Weise den ersten Zugang zu moderner Kunst finden. Röda Sten ist mittlerweile weit über die Grenzen Göteborgs bekannt und auf dem besten Wege ein internationaler Treffpunkt moderner Kunst zu werden.

Copyright Text: Herbert Kårlin Fotos: Herbert und Irene Kårlin