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Montag, 28. November 2011

Reiseunternehmer DerTour besucht Göteborg

Jedes Jahr organisiert der drittgrößte Reiseanbieter Deutschlands, DerTour, eine Reiseakademie, die in eines der zahlreichen Länder dieser Erde führt und dazu dienen soll neue touristische Ziele zu erschließen und den Anbietern der Reisen dabei hilft ein Land besser kennenzulernen. Ende November 2011 war das Ziel der Reise Schweden, genauer genommen Göteborg und Kiruna, zwei Extreme des nordischen Landes.

Ankunft in der Börse am Gustav Adolf Torg

Rund 600 Reiseanbieter und Journalisten, aufgeteilt in zwei Gruppen, begannen ihr Abenteuer in Göteborg, wo sie morgens, unmittelbar nach dem Frühstück, erst einmal in Form einer kleinen Theatervorstellung begrüßt wurden. Am 24. November spielte eine Schauspielerin eine Prostituierte, die Ende des 19. Jahrhunderts von der großen Auswandererwelle profitierte und den einfachen Leuten, die um diese Zeit in Göteborg auf ihre Schiffe warteten, das Geld aus der Tasche zog.

Eine Prostituierte Göteborgs Ende des 19. Jahrhunderts

Die Gruppe am 28. November bekam Gustav II. Adolf geboten, den Gründer der Stadt Göteborg, der weniger gut auf Deutschland zu sprechen war, da er dort beim Kampf mehrmals verletzt und schließlich getötet wurde. Als er dann jedoch entdeckte, dass die Anwesenden noch lebten und daher nichts mit seinem Tod zu tun hatten, wurde er etwas freundlicher und hieß die Besucher der Gruppe DerTour in seiner Stadt willkommen.

Anschließend wurde die Gesamtgruppe in kleine Gruppen zu je 12 Personen aufgeteilt, die dann in Begleitung zweier Führer, wobei jeweils einer deutschsprachig war, zu einer Entdeckungsreise durch die Stadt geschickt. Den Besuchern von DerTour wurde dabei die Welt der Schären und die bedeutendsten öffentlichen Einrichtungen der Stadt gezeigt, aber auch die heimlichen Einkaufstellen in kleineren Straßen. In regelmäßigen Zwischenräumen wurden Ihnen dann auch Spezialitäten Göteborgs geboten, damit sie auch die typischen Fleischröllchen (Köttbullar), Zimtschnecken und Göteborger Schokolade probieren konnten.

Die Eisbar in Liseberg

Zum Tagesabschluss wurden den Teilnehmern der DerTour Academy dann noch ein kleiner Blick auf den Weihnachtsmarkt Liseberg mit seiner weltbekannten Eisshow und der Welt der Weihnachtszwerge geboten, bevor sie dann am Abend, bei einem angenehmen Unterhaltungsprogramm, noch typisch westschwedische Küche geboten bekamen, der es zu verdanken ist, dass Göteborg im kommenden Jahr den Titel der "schwedischen Hauptstadt des guten Essens“ tragen wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. August 2011

Windsurfen in den Schären Göteborgs

Auch wenn man Göteborg und seine Schären im ersten Moment nicht mit Windsurfen in Verbindung bringt, so findet man im Stadtteil Fiskebäck dennoch den drittgrößten Club für Windsurfer von ganz Schweden. Die Lage in Fiskebäck ist sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene Windsurfer ideal, da hier nahezu das ganze Jahr über Wind bläst und der Bootsverkehr nicht über die Massen stört.


Der GWC (Göteborgs Windsurfing Club) wird am 1. Dezember gerade einmal zehn Jahre alt und hat gegenwärtig rund 200 Mitglieder, wobei einige der Mitglieder regelmäßig und mit Erfolg bei den schwedischen Meisterschaften im Windsurfing antreten, andere dagegen den Sport lediglich als etwas Bewegung auf dem Wasser betrachten.


Wer das kleine Clubhaus in Fiskebäck am Wochenende besucht, wird immer eine rege Aktivität feststellen, wobei der Club im Laufe des Jahres auch Aktivitäten an Land anbietet, so zum Beispiel Grillen oder gemeinsam Surfingfilme anzusehen. Einmal im Jahr können die Mitglieder auch an einem Windsurf-Ausflug teilnehmen bei dem man gemeinsam die besten Windsurf-Gegenden erleben kann. Dieses Jahr führt eine Wochenendfahrt ins dänische Skagen.


Anfänger können im GWC in Fiskebäck auch die Geheimnisse des Windsurfing lernen ohne vorher viel investieren zu müssen, wobei sie dabei nicht nur die Technik des Windsurfing lernen, sondern auch alles über Surfbrett, Mast (Rigg) und Segel erfahren, wobei ihnen im Club die besten Lehrer zur Verfügung stehen und selbst der Individualkurs erschwinglich ist, da der Club nicht am Geld verdienen interessiert ist, sondern am Sport selbst.


Der Göteborger Club der Windsurfer hat eine eigene Anlegestelle mit einem etwas geschützten Plateau, wo man seine Ausrüstung vorbereiten kann. Anschließend kommt man über Felsen in ein relativ seichtes Wasser, das selbst einem Anfänger keine Probleme bereitet, wenn er sei Segel erstmals aufrichten soll. Anschließend kann man seine Fahrt zwischen den Schäreninseln aufnehmen und sich ganz seinem Sport widmen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. August 2011

Rettungsdienst auf den Schären vor Göteborg

Da es auf den südlichen Schären vor Göteborg keine Krankenhäuser gibt und die Ärzte nur auf dem Festland zu finden sind, hat sich auf den Inseln, die zum Teil nur wenig besiedelt sind, ein dafür geeignetes Rettungssystem entwickelt, das einem Bewohner einer der Inseln bisweilen eine schnellere Hilfe garantiert als jemanden, der mitten in Göteborg wohnt.


Zum einen gibt es natürlich auf einigen der Inseln sowohl einen Rettungsdienst als auch Krankenschwestern, die erste Hilfe leisten und entscheiden können welche Hilfsmaßnahme notwendig ist. Zum anderen gibt es seit 2008 eine Seeambulanz, die mit ihren Schnellbooten auf Öckerö stationiert ist und mit ihren Booten in kurzer Zeit jede der Inseln der südlichen Schären anfahren können. Im Ambulanzraum des Bootes kann eine Frau selbst ihr Kind bekommen oder jemand mit Sauerstoff versorgt werden.


Aber auch bei Kreislaufkollaps, Ertrinken oder Herzversagen sind auf den Schären Ärzte oder Rettungsdienst sehr schnell zur Stelle, denn auf jeder der Inseln ist es möglich, dass ein Rettungs-Helikopter landet und dann in wenigen Minuten bis zum Sahlgrenska Universitätskrankenhaus fliegen kann, von wo aus der Kranke vom Dach unmittelbar in den Operationssaal transportiert werden kann.


Diese schnelle Hilfe funktioniert natürlich nur deshalb, weil es auf den Inseln der südlichen Schären auch Ausnahmen vom Autoverbot gibt. Busse, die Behinderte transportieren, Krankenschwestern, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst dürfen sich dort jederzeit mit dem Auto bewegen um bei Bedarf oder Not schnell vor Ort und Stelle zu sein.


Auf jeder der größeren Inseln findet man auch die Gebäude der Feuerwehr mit Rettungswagen, die Kranke oder Verletzte von jeder Stelle von einer Insel aus zu den Landeplätzen der Hubschrauber oder dem Hafen zu den Rettungsbooten transportieren kann. Ohne diese Dienste wären die Inseln heute kaum noch bewohnt, denn die ärztliche Versorgung, gerade in Notfällen, ist für alle, die sich entscheiden auf einer Insel zu leben, eine wichtige Voraussetzung.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 30. April 2011

Meeresfrucht-Kreuzfahrt durch die Göteborger Schären

Während der Sommersaison kann man die Schären vor Göteborgs Küste nicht nur mit seinem eigenen Boot oder den Fähren der Göteborger Verkehrsbetriebe Västtrafik entdecken, sondern auch auf eine besondere Art und Weise, nämlich indem man eines der Boote nimmt, das eine Meerestier-Kreuzfahrt anbietet. Hierbei kann man die Gastronomie der Westküste gleichzeitig mit einer mehrstündigen Rundfahrt in Verbindung bringen.


Eines der Boote, das am frühen Abend zu einer Meerestier-Kreuzfahrt aufbricht, ist die M/S Trubaduren, die 1966 als M/S Pellworm im deutschen Husum gebaut wurde und 1994 an die schwedische Skärgårdslinjen in Örnsköldsvik verkauft wurde, wo sie Otilia II getauft wurde, bevor sie nach einem Umbau im Jahre 2004 schließlich nach Göteborg kam und ihren heutigen Namen M/S Trubaduren erhielt.


Eine Kreuzfahrt zwischen den Göteborger Schären auf der M/S Trubaduren bedeutet ein Buffet geboten zu bekommen, auf dem man ausreichend eingelegten Hering, Muscheln, Krabben, Langusten und Garnelen mit den verschiedensten Beilagen geboten bekommt, um dann gesättigt die Schönheiten der südlichen Schären genießen zu können.


Während der über vier Stunden dauernden Fahrt kommt man vor allem an Köpstadsö, Styrsö, Känsö und Brännö vorbei und erfährt über die Lautsprecher einiges über die Geschichte dieser Inseln, wobei man die Schären, nach dem Essen, auf dem Oberdeck am besten bewundern kann, da man dort am meisten vom Leben auf Wasser mitbekommt.


Eine Schären-Kreuzfahrt mit der M/S Trubaduren heißt aber auch ständig Unterhaltung geboten zu bekommen, da vier Besatzungsmitglieder, die auch Getränke servieren, als Showkünstler auftreten, die nicht nur singen können, sondern mit lustigen Einlagen jedem Besucher den Alltag vergessen lassen. Und auch wer seine Tanzbeine schwingen will, wird an Bord des Bootes nicht vergessen, das selbst über eine Diskothek verfügt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 31. Dezember 2010

Winter in den südlichen Schären in Göteborg

Auch wenn die eisigen, langen Winter in denen man mit dem Auto die südlichen Schären erreichen konnte, nur noch in der Erinnerung älterer Göteborger bestehen, so kann man auch heute noch eine eigenartige Winterlandschaft entdecken, wenn man mit den Fähren zu einer der Schäreninseln aufbricht. Eis und Schnee verwandeln alle Ufer in eine Welt der Eisskulpturen und eine märchenhafte Winterlandschaft.


Wenn der Winter, wie dieses Jahr, sehr früh in Göteborg einzieht, so beginnt die Winterreise bereits im Dezember in Saltholmen, wo Eisscholle dicht an dicht liegt und der Hafen für die Freizeitboote für Freizeitseemänner mit dem Boot unerreichbar wird. Wenn man während der Ausfahrt aus dem Hafenbecken im Freien bleibt, so hört man hunderte von Eisschollen an den Schiffsrumpf krachen und erschreckte Seevögel von ihrem kurzen Schlaf aufschrecken.


Die ohnehin karstigen Inseln der südlichen Schären, an denen man mit den Booten vorbei kommt, wirken mit Eis und Schnee verlassen und noch weniger bewachsen als sie ohnehin sind. Fast niemand will nun in den Sommerhäusern wohnen, wenn man selbst über hunderte Meter den Schnee räumen muss, die Feuchtigkeit spiegelglatte Wege hinterlässt und man nicht so genau weiß welche Anlegestelle vielleicht bereits am Abend für den Bootsverkehr gesperrt wird.


An den kleinen Bootsstegen, den Felsen, die aus dem Meerwasser ragen, und am Rande jeder Insel kann man deutlich die Bewegung des Wassers und die Gezeiten erkennen, die auf etwa einem Meter Höhe die verschiedensten Eisgebilde entstehen lassen und jedes Anlegen eines Bootes unmöglich machen. Die meisten der Gebilde kann man jedoch nur vom Wasser aus sehen.


Auf den unzähligen Eisschollen und den zugefrorenen Buchten kann man im Winter eine Vielzahl an Wasservögeln entdecken, die wissen, dass sie auf der fast weißen Fläche sicher sind, die aber, auf der anderen Seite, auch die Wasserstellen im Hinterland verlassen mussten, weil sie auf den zugefroreren Seen keinerlei Nahrung mehr finden und ihnen dort selbst das lebensnotwendige Wasser fehlt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 7. August 2010

Das Hafenfest auf Donsö in Göteborg

Jeden ersten Samstag im August eines Jahres wird auf der Insel Donsö im Schärengarten Göteborgs das Hafenfest eröffnet. Der Andrang ist so groß, dass von Saltholmen ab Mittag zusätzliche Fähren eingesetzt werden müssen. Der Gästehafen Donsös ist meist schon am Freitag Abend bis zum letzten Platz besetzt, denn der Ruf dieses Festes hat sich weit über die Inseln und Göteborg hinaus verbreitet.


Das Hafenfest (hamnfest) auf Donsö wird jedes Jahr mit einem großen Mark und einem noch größeren Trödelmarkt eröffnet. Alles was auf dem Trödelmarkt verkauft wird, wird von den Bewohnern der Insel gespendet, wobei der Gewinn aus dem Verkauf dem Sportklub der Insel zu Gute kommt, der damit seit Jahren seine Aktivitäten finanzieren kann.


Mit Spannung wird von hunderten von Bewohnern und Besuchern der Insel der Startschuss für den Trödelmarkt um zwei Uhr erwartet. Bereits eines Stunde vorher findet man Interessenten, die außerhalb eines gespannten Seiles nach Fundstücken Ausschau halten, um sich dann anschließend strategisch am günstigsten platzieren zu können, denn pünktlich um zwei Uhr, wenn das Seil fällt, stürzt sich die Volksmenge auf die dicht bepackten Stände.


Wer den Trödelmarkt auf Donsö zum ersten Mal besucht, wird von der gebotenen Auswahl und den Preisen überrascht sein, denn hier findet man zwischen selbst neuwertigem Geschirr, Tischdenken, Fernsehgeräten, Sofas und Teppichen alles, was man für einen Haushalt nur brauchen kann. Aber auch wer Antiquitäten oder Sammelgegenstände sucht, wird hier in der Regel fündig. Gardinen kann man in Donsö für 5 Kronen finden, ein komplettes Kaffeeservice für 60 bis 100 Kronen.


Bücher jeder Art und jeden Alters findet man auf einer Länge von etwa 50 Metern dicht an dicht. Kinderbücher sind ebenso vorhanden wie Nachschlagewerke, Kochbücher und Romane. Auch hier sind die Preise rein symbolischer Natur. Drei Taschenbücher findet man ohne Probleme für insgesamt 10 Kronen und ein Paket an Büchern, das man kaum tragen kann, erhält man in Donsö bereits für 100 Kronen, den Preis eines einzigen neuen Buches.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. August 2010

Die verbotene Insel Känsö in Göteborg

Bis 1997 waren sämtliche Insel der südlichen Schären Göteborgs Militärgebiet und ausländische Besucher durften sich dort nicht aufhalten. Selbst für Schweden waren gewisse Gebiete tabu, obwohl sowohl der Zweite Weltkrieg als auch der darauf folgende Kalte Krieg längst zu Ende waren und Göteborg daher auch keine Bedrohung mehr spürte.


Heute können sich alle Besucher Göteborgs frei in den Schären bewegen und alle Inseln besuchen, insoweit keine Beschränkungen wegen Naturschutzgebieten bestehen. Nur eine der Inseln ist nach wie vor tabu für alle Besucher. Känsö ist nach wie vor militärisches Gebiet und darf ohne Sondergenehmigung nicht betreten werden. Auch private Boote dürfen dort nicht anlegen.


Aber gerade diese Insel zieht die Blicke jedes Besuchers mehr an als fast jede andere Insel, denn die roten, vorgelagerten Häuser und der Turm auf der Spitze der bedeutendsten Erhöhung machen neugierig und lassen darauf schließen, dass gerade Känsö eine interessante Vergangenheit birgt, die verbotene Insel der südlichen Schären Göteborgs.


In der Tat blickt Känsö, die nach einem langen juristischen Streit nun endgültig wieder den Bewohnern Brännös gehört, auf eine lange Geschichte zurück, deren Bestimmung im Jahre 1770 gesucht werden muss, als die Pest mit den verschiedensten Handelsschiffen nach Göteborg gebracht wurde. Zu diesem Zwecke wurde auf Känsö eine Quarantänestation eingerichtet und ein Aussichtsturm gebaut, von wo aus man nach ankommenden Schiffen Ausschau hielt.


Als sich dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts auch das Gelbe Fieber aus Spanien näherte, wurden die Anlagen, die mittlerweile zu einer Heringsalzerei umgebaut waren, erneut als Quarantänestation in Gebrauch genommen. Heute ist Känsö noch ein Übungsgebiet für die schwedische Marine, wobei jedoch eines der Gebäude bereits für ein zukünftiges Museum auserkoren ist und nur darauf wartet, dass die Insel wieder frei zugänglich wird.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Juli 2010

Naturerlebnis in den südlichen Schären Göteborg

Nachdem die südlichen Schären Göteborgs bis 1997 militärisches Gebiet waren, durften Touristen anderer Länder bis zu diesem Zeitpunkt keinen Ausflug in die Inselwelt vor Göteborg unternehmen. Dies führte auch dazu, dass sehr wenig in der ausländischen Presse oder in Reiseführern über die Schären Göteborgs zu finden war und noch heute relativ wenig darüber berichtet wird.


Erst seit sehr wenigen Jahren entdecken nun mehr und mehr Besucher Göteborgs diese einzigartige Welt, die man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln für 65 Kronen nahezu vollständig entdecken kann. Naturliebhaber, die sich einen Eindruck über die Vielseitigkeit der Bewachsung und der Tierwelt der südlichen Schären machen wollen, sollten gegen 8 Uhr morgens ein Boot von Saltholmen nach Vrångö nehmen, die Insel, die am weitesten von Göteborg entfernt ist.


Auch wenn es dort zwei verschiedene Wanderwege durch die Naturreservate der Insel gibt, sollte man den südlichen Weg wählen, der vor allem die Vegetation auf einer Klippenlandschaft zeigt und häufig einen Blick auf das Kattegatt frei gibt. Auf Vrångö findet man auch ein reiches Vogelleben, das bei offenen Flächen leichter zu beobachten ist als im nördlichen, bewaldeten Teil.


Von Vrångö aus nimmt man die Fähre nach Donsö um dem dortigen Naturpfad entlang zugehen, wo sich Feucht- und Trockengebiete abwechseln. Auf den Klippen findet man auch noch Reste von Bunkern des Zweiten Weltkriegs. Von Donsö aus kann man natürlich die Fähre zur Nachbarinsel Styrsö nehmen, aber es bietet sich dennoch die Benutzung der Brücke an, die fast geradewegs zum Rundwanderweg führt, wo man Strand- und Waldbewachsung findet und sich an einem Teich auf optische Vogeljagd machen kann.


Zum Abschluss bietet sich dann noch eine Bootsfahrt nach Asperö oder Brännö an. In Asperö reicht die Zeit für eine Rundwanderung um die gesamt Insel, wo man die einzigen Schluchten der südlichen Schären findet. Falls man Brännö als Ziel wählt, so kann man durch bewaldetes Gebiet und den alten Ortskern von einem Fährhafen zum nächsten wandern, bevor man am frühen Abend mit der Fähre nach Saltholmen zurück kommt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. Juli 2010

Haltestelle Saltholmen in Göteborg

Saltholmen ist heute vor allem als Endhaltestelle für die Straßenbahn bekannt, von wo aus man, seit den 60er Jahren, mit den Fähren der Styrsöbolaget in die südlichen Schären kommt. Nur wenige die hier von der Straßenbahn auf die Fähre umsteigen, betrachten auch die Umgebung von Saltholmen und noch weniger kennen die Geschichte dieses Teils von Göteborg, wo auch der Kulturpfad Långedrag endet.


Saltholmen war noch vor rund 100 Jahren eine Insel, die sich vor allem auf den Saltholmsberg beschränkte und zum einen nicht zu Göteborg gehörte, zum anderen auch nur schwer zu erreichen war. Kaum jemand aus Göteborg kam damals über den heutigen Freizeitboothafen Långedrag je hinaus. Dies änderte sich erst, als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschloss ein Warmbadhaus, also ein Hallenbad, in Saltholmen zu errichten, das jenes in Långedrag ersetzen sollte. Dieses Bad wurde 1908 von der schwedischen Olympiamannschaft der Londoner Spiele eingeweiht.


Nur ein Jahr später wurde dann wenige Schritte neben dem Hallenbad auch ein Nacktbadehaus am Strand geplant, wo jedoch Frauen und Männer in getrennten Anlagen badeten und die Männer im Jahre 1923 ein Olympiabecken bekamen, das zur 300-Jahresfeier Göteborgs eingeweiht wurde. Diese beiden Bäder zogen so viele Besucher an, dass es nötig war eine Verkehrsmöglichkeit nach Saltholmen zu schaffen und aus der Insel eine Halbinsel zu machen.


Schon 1907 verkehrte daher eine Straßenbahn von Järntorget nach Saltholmen, wobei diese Strecke damals jedoch noch breitere Wagen besaß und von Långedrag als Eisenbahnlinie gebaut wurde, da die offizielle Straßenbahn nur innerhalb der Stadt Göteborg verkehren durfte. Erst 1972 wurde diese Eisenbahnlinie dann in das Göteborger Straßenbahnnetz integriert und die heutige Spur gebaut.


Heute ist das Hallenbad zwar geschlossen, aber das Gebäude und die Räume wurden vollständig erhalten und restauriert. Nur dass dort, wo früher das Wasser war, heute ein Festsaal eingerichtet wurde. Das Nacktbadehaus dagegen ist heute noch geöffnet, mit dem Unterschied, dass zu den getrennten Abteilungen eine Familienabteilung hinzukam. Die Parkanlage, die einst zum Nacktbadehaus gehörte ist zum Teil noch erhalten und lädt viele Göteborger zum Sonnenbad ein.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Juli 2010

Das Naturschutzgebiet Vargö in Göteborg

Vargö ist eine der kleineren Inseln der Schärengruppe vor Göteborg und, außer einem kleinen bebauten Teil, unter Naturschutz gestellt. Wer jedoch die ursprünglich vorgesehenen Wanderwege sucht, die Kennzeichnung von kulturhistorischen Stellen oder einige Erklärungen über die Vogel- und Pflanzenwelt, wird enttäuscht, denn das außer einer kurzen Erklärung am Fährhafen findet man auf Vargö keine Erklärungen mehr.


Und der einzige deutlich sichtbare und unterhaltene Wanderweg auf Vargö führt von der Fähre direkt zur Badebucht Bälvik. Bereits die Suche nach dem von Europa finanzierten Weidegebiet für Schafe mit einem besonderen Unterhaltungsplan ist ohne geübte Augen eine Unmöglichkeit. Es wird daher sehr schnell deutlich, dass Baden jedem Naturschutz auf der Insel vorgeht.


Wer sich jedoch die Mühe macht ohne Hinweistafeln und Wegweiser die Klippen zu besteigen und durch die Insel zu streifen wird für seine Mühe belohnt, denn der Blick über das Meer auf Vinga, die drei Felsarten oder die Feuchtgebiete mit den weidenden Schafen belohnen diese Mühe und lassen den Wanderer nicht nur die Natur als Ganzes entdecken, sondern auch das Leben der Insekten, die Vargö bewohnen.


Da die kleine Insel Vargö in den südlichen Schären fünfzehn verschiedene Vogel- und Pflanzenarten beherbergt, die in der Roten Liste aufgenommen wurden, also zu den besonders schützenswerten Arten gehören, ist es selbstverständlich, dass jeder Wanderer die gesamte Natur auf Vargö intakt lässt und diese wilde Schönheit nur betrachtet. Um jedoch selbst die Vögel zu entdecken, muss er etwas Geduld mitbringen und die erste Fähre nach Vargö nehmen.


Da man auf Vargö weder im Zelt übernachten darf, noch eine offizielle Übernachtungsmöglichkeit besteht, muss man sich an den Fahrplan der Fähren halten oder die Insel mit einem eigenen Boot anfahren. Die Buchten, an denen man auch einige der seltenen Pflanzen Vargös findet, werden im Sommer von zahlreichen Badegästen benutzt, da die Strände hier nicht überlaufen sind und die Klippen ideal fürs Sonnenbaden sind.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 26. Juli 2010

Kulturwanderung in Göteborgs Stadtteil Långedrag

Der Göteborger Stadtteil Långedrag ist vor allem bekannt für seine luxuriösen Häuser mit Meeresblick, sein fast 200 Jahre altes Nacktbad und seinem Fährhafen Saltholmen, von wo aus die Boote zu den südlichen Schären abgehen. Historisch denkt man vielleicht noch an die ehemalige Heringsalzerei und den Schmugglerweg entlang der Küste.


Nur sehr wenige Göteborger kennen den vor einigen Jahren angelegten Kulturpfad, einen Wanderweg, der über drei Hügel in Långedrag führt und dabei, vermutlich unter Benutzung des Schmugglerpfades, dem Wanderer einen Teil der Geschichte Långedrags näher bringt.


Die ersten beiden Hügel, die man bei der Kulturwanderungen überschreitet, waren ursprünglich Grabhügel, die etwa 1000 Jahre vor Christi Geburt entstanden. Damals war der Wasserstand gute zehn Meter höher als heute und die drei Inseln, die heute mit dem Festland verbunden sind, konnten damals nur mit dem Boot erreicht werden. Niemand weiß, warum man damals diese Inseln als Grabstätte benutzte, da der Zugang relativ schwierig war.


Der dritte Hügel, der am weitesten vom Festland entfernt war, wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts als Parkanlage angelegt, in dem am Wochenende die etwas wohlhabenderen Bürger Göteborgs spazieren gingen, nachdem sie das nach Geschlechtern getrennte Nacktbad Saltholmens besucht hatten. Noch heute ist die Struktur dieser Anlage erhalten, auch wenn von der früheren Allee nicht mehr viel entdeckt werden kann.


Obwohl sich der Kulturwanderweg zwischen bebauten Gebieten befindet, hat man an vielen Stellen das Gefühl sich in der freien Natur zu befinden. Die Bewachsung auf den ersten beiden Hügeln ist typisch für eine Gegend auf der früher Kühe und Schafe weideten. Heide, Heidelbeeren und Vogelbeere gehören daher zu den häufigsten Pflanzen des Gebietes.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Juli 2010

Mit Kanu oder Kajak in den südlichen Schären Göteborgs

Es gibt keine bessere Möglichkeit die südlichen Schären zu entdecken als mit einem Kanu oder einem Kajak, da mehrere Inseln nicht mit den Linienbooten angefahren werden und ein Kajak oder Kanu auch besser in kleinen Buchten anlegen können als größere Boote. Um in den südlichen Schären zu paddeln sollte man jedoch einige Grundregeln beachten.


In den südlichen Schären sollte man sich nie allein auf den Weg machen und nie ohne eine gewisse Erfahrung mit Kanu oder Kajak auf dem Meer, denn Winde können hier schnell wenden und Unwetter tauchen bisweilen innerhalb von fünfzehn Minuten auf. Um die Schären daher voll genießen zu können, sollte man sich auch mit der Gegend vertraut machen und wissen wie man eine Seekarte liest.


Wer nur etwas Spaß auf dem Wasser haben will, kann sich natürlich eine Insel wie Donsö oder Styrsö aussuchen und nur die entsprechende Insel umrunden oder die eine oder andere Bucht erkunden. Hierzu reichen Grundkenntnisse im Paddeln und die Risiken sind relativ gering. Wer nicht sicher ist, ob ihm Kajakpaddeln auf dem Meer Spaß macht, kann auf Styrsö auch erst einmal ein Meereskajak mieten und in ruhigem Wasser üben.


Wer in den südlichen Schären mit Kanu oder Kajak unterwegs ist muss die Naturreservate und vor allem die Vogelschutzgebiete respektieren, die nicht das ganze Jahr über betreten werden dürfen und wo das Jedermannsrecht nicht gilt, man sein Zelt also nicht aufstellen darf. Dies betrifft insbesondere Vrångö, Vargö, Vinga und einige der kleineren unbewohnten Inseln.


Für Kajakfahrer gilt ein Besuch auf der Insel Galterö als ein besonderes Erlebnis, auch wenn Paddeln hier einige Herausforderungen stellen kann, da die Nordseite des Insel starken Winden ausgesetzt sein kann und die vorbeifahrenden Fähren, Frachter und Tanker erhebliche Wellen verursachen können. Die Südseite dagegen hat bei Flut an einigen Stellen nur eine Wassertiefe von 30 Zentimeter, die bei Ebbe aus dem Wasser herausragen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. Juli 2010

Wandern auf der Insel Galterö in Göteborg

Unter Naturliebhabern in Göteborg gehört das Wandern auf der Insel Galterö zu einem Geheimtipp, da diese Insel der südlichen Schären zu mindestens drei Jahreszeiten ein besonderes Erlebnis bietet und dabei, wegen ihrer Lage, nie wirklich überlaufen ist. Allein der Anmarsch von einer der Anlegestellen der Fähren auf Brännö dauert 30 Minuten und ist nicht immer ein reines Vergnügen.


Sowohl von der Anlegestelle Rödsten als auch von Husvik nimmt man die Straße zur Kirche von Brännö, die im Zentrum des historischen Dorfes liegt. Hier nimmt man den Galterövägen, dem man durch ein bewaldetes Gebiet folgt bis der Feldweg zu Ende geht. Dort beginnt dann ein etwa 600 Meter langer Pfad, der gutes Schuhwerk verlangt und nach Regen teilweise sehr schlecht begehbar ist. Dieser Wanderweg ist auf seiner ganzen Länge markiert und endet an einem Tor. Hinter diesem Tor, das immer geschlossen werden muss, beginnt die Landzunge, die Brännö mit Galterö verbindet.


Wer schon die Natur und das Meer auf Brännö genossen hat, wird nach einem kleinen Aufstieg auf die ersten Klippen von Galterö, die zum Rundwanderwg führen, eine völlig neue Landschaft mit Wiesen und einem immensen Feuchtgebiet entdecken. Ab hier beschreitet der Wanderer ein Land, das den Schafen und Vögeln gewidmet ist, zumindest seit sich das Militär aus diesem Gebiet ganz zurückgezogen hat.


Auf Galterö kann man dem markierten Wanderweg folgen, der weitaus einfacher zu begehen ist als der Zugang zur Insel, wobei man jedoch die wahren Entdeckungen macht, wenn man auch die Klippen besteigt und das Leben in den Buchten genauer betrachtet, wobei man die typische Pflanzenwelt Galterös auch neben den Wegen entdecken kann. Am Galterö Huvud stößt man noch auf frühere militärische Bauten, was den Zugang zu diesem Teil der Insel früher unmöglich machte.


Wer sich für die Vogelwelt auf Galterö interessiert, sollte sein Fernglas nicht vergessen, da viele der Watvögel, die hier ihre Heimat haben, nur in den Feuchtgebieten zu finden sind, die vorsichtshalber nicht betreten werden sollten. Bei Ebbe kann man trockenen Fußes auch noch einen Abstecher auf die Nachbarinsel Stora Stårholmen machen. Bei Flut ist der Übergang kaum sichtbar, was wiederum bedeutet, dass der Kulmesund, der die beiden Inseln trennt, eine Gefahr für Kajakfahren und vor allem für etwas tiefer liegende Boote werden kann.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin