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Mittwoch, 28. Juli 2010

Haltestelle Saltholmen in Göteborg

Saltholmen ist heute vor allem als Endhaltestelle für die Straßenbahn bekannt, von wo aus man, seit den 60er Jahren, mit den Fähren der Styrsöbolaget in die südlichen Schären kommt. Nur wenige die hier von der Straßenbahn auf die Fähre umsteigen, betrachten auch die Umgebung von Saltholmen und noch weniger kennen die Geschichte dieses Teils von Göteborg, wo auch der Kulturpfad Långedrag endet.


Saltholmen war noch vor rund 100 Jahren eine Insel, die sich vor allem auf den Saltholmsberg beschränkte und zum einen nicht zu Göteborg gehörte, zum anderen auch nur schwer zu erreichen war. Kaum jemand aus Göteborg kam damals über den heutigen Freizeitboothafen Långedrag je hinaus. Dies änderte sich erst, als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschloss ein Warmbadhaus, also ein Hallenbad, in Saltholmen zu errichten, das jenes in Långedrag ersetzen sollte. Dieses Bad wurde 1908 von der schwedischen Olympiamannschaft der Londoner Spiele eingeweiht.


Nur ein Jahr später wurde dann wenige Schritte neben dem Hallenbad auch ein Nacktbadehaus am Strand geplant, wo jedoch Frauen und Männer in getrennten Anlagen badeten und die Männer im Jahre 1923 ein Olympiabecken bekamen, das zur 300-Jahresfeier Göteborgs eingeweiht wurde. Diese beiden Bäder zogen so viele Besucher an, dass es nötig war eine Verkehrsmöglichkeit nach Saltholmen zu schaffen und aus der Insel eine Halbinsel zu machen.


Schon 1907 verkehrte daher eine Straßenbahn von Järntorget nach Saltholmen, wobei diese Strecke damals jedoch noch breitere Wagen besaß und von Långedrag als Eisenbahnlinie gebaut wurde, da die offizielle Straßenbahn nur innerhalb der Stadt Göteborg verkehren durfte. Erst 1972 wurde diese Eisenbahnlinie dann in das Göteborger Straßenbahnnetz integriert und die heutige Spur gebaut.


Heute ist das Hallenbad zwar geschlossen, aber das Gebäude und die Räume wurden vollständig erhalten und restauriert. Nur dass dort, wo früher das Wasser war, heute ein Festsaal eingerichtet wurde. Das Nacktbadehaus dagegen ist heute noch geöffnet, mit dem Unterschied, dass zu den getrennten Abteilungen eine Familienabteilung hinzukam. Die Parkanlage, die einst zum Nacktbadehaus gehörte ist zum Teil noch erhalten und lädt viele Göteborger zum Sonnenbad ein.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Juni 2010

Reise in die südlichen Schären von Göteborg

Auch wenn die Schären vor der Küste Göteborgs weniger überlaufen und weniger vermarktet sind als jene vor Stockholm, so ziehen sie dennoch jedes Jahr eine steigende Anzahl von Besuchern an, lassen das Stadtvolk das Inselleben kosten und bieten Touristen die schönsten Badeplätze der Umgebung und eine Landschaft, wie man sie eigentlich nur im Bohuslän findet.


Die größeren Schäreninseln sind noch relativ gut mit den Fähren der Styrsöbolaget zu erreichen, falls man sich vorher für eine bestimmte Insel entschieden hat. Mit den Booten kann man auch eine kleine Rundfahrt mit einer halbstündigen Pause unternehmen, aber auch hier muss man sich vorher für eine Route entscheiden und kann nur einen kleinen Teil der Inselwelt entdecken.


Wer die Wunder der Göteborger Schären wirklich entdecken will muss daher entweder viel Zeit aufwenden, und vor allem über ein eigenes Boot verfügen oder ein solches mieten, denn ein Kanu oder die Ausflüge mit den RIB-Booten nach Vinga sind keine Alternative für jene, die die Schärenwelt wirklich sehen wollen. Wer die Seezeichen nicht deuten kann und keine Erfahrung vom Befahren der südlichen Schären Goteborgs hat, sollte unter Umständen selbst auf das eigene Boot verzichten, damit sein Boot nicht irgendwo aufläuft.


Vor der Küste Göteborgs liegen über hundert von kleinen Inseln. Nur wenige von ihnen werden von Fähren angefahren und die meisten davon verfügen nicht einmal über ein kleines Ferienhaus, die so häufig noch auf dem kleinsten Stück Felsen zu finden ist. Einige der steinigsten Inseln werden von großen Vogelkolonien bevölkert, auf anderen weiden Schafe und wieder andere sind nichts anderes als eine Stelle, an der die Möwen der Umgebung eine Pause einlegen.


Jede der südlichen Schäreninseln hat eine eigene Geschichte, eine eigene Tradition und Feste, die jeweils hunderte von Inselfreunden anziehen. So wie Vinga mit Evert Taube verknüpft ist, denkt man bei Bränno an Lasse Dahlquist, bei Donsö an die Reedereien und Fischfang, bei Köpstadsö an den Transport per Schubkarren und bei Vrångö an die Seeräuberei und Lars Gatenhielm. Wer die Geschichte der Schären vor Göteborg betrachtet, versteht sehr schnell, welche Bedeutung diese Inselkette für die gesamte Entwicklung Göteborgs hatte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Januar 2010

Winter auf den südlichen Schären in Göteborg

Längere Kälteperioden sind in Göteborg selten und Eis sieht man gewöhnlicherweise nur vereinzelt in den südlichen Schären Göteborgs. Nach 25 Jahren kam nun erneut eine Kälteperiode nach Göteborg und Eis behindert mehr und mehr die Schifffahrt. Rettungsboote, die auf den Schären verkehren, müssen durch Hubschrauber ersetzt werden, der Seerettungsdienst muss auf sichere Basen verlegt werden und Kleinboote sind teilweise bereits fest gefroren.


Die südlichen Schären werden von Saltholmen aus mit sechs Booten regelmäßig angefahren, damit Jugendliche zu einem Göteborger Gymnasium kommen, jene, die in der Stadt arbeiten, rechtzeitig ihre Arbeitsplätze erreichen und die restliche Bevölkerung der Inseln zu größeren Einkäufen nach Göteborg kommt.


Den Verkehr zu und von den südlichen Schären garantiert die Firma Styrsöbolaget mit sechs Booten, die täglich mehrmals die größeren Inseln anfahren. Da drei dieser Boote in Aluminum gebaut wurden, können sie bei starker Eisbildung nicht mehr eingesetzt werden und nur noch drei in Eisen gebaute Fähren steuern nun durch die Eisschollen. Auch der Einsatz von Eisbrechern kann Aluminiumbooten keine Sicherheit bieten.


Bei winterlichem Wetter mit starker Eisbildung müssen nun drei Boote den Betrieb garantieren, was natürlich zu Ausfällen und einem eingeschränkten Service führt. Um das Problem für die Bewohner der südlichen Schären noch zu vergrößern sind nun auch einige der Häfen ganz zugefroren und dadurch nicht mehr anzufahren. Die Bewohner müssen daher zu Fuß zu anderen Anlegestellen der gleichen Insel ausweichen, was bisweilen einen längeren Fußmarsch voraussetzt.


Ab Mai, respektive August 2010, werden nun zwei neue Boote ältere Modelle aus Aluminium ersetzen. Es handelt sich dabei um zwei Katamarane, die in Norwegen gebaut werden und nicht nur die doppelte Geschwindigkeit der bisherigen Boote erreichen, sondern auch weniger tief im Wasser liegen und besser gerüstet sind gegen Eisbildung. Es ist daher anzunehmen, dass dieses Jahr das letzte ist, das so starke Behinderungen wegen Eis auf den südlichen Schären verursacht.

Copyright Text: Herbert Kårlin - Fotos: Herbert Kårlin (1), Irene Kårlin (2 - 4)

Donnerstag, 2. Juli 2009

Die südlichen Schären von Göteborg

Die südlichen Schären von Göteborg bestehen aus einer Vielzahl von Inseln wovon nur die größten von den städtischen Booten angefahren werden. Um die kleineren Inseln erreichen zu können benötigt man ein Kanu, ein Kajak oder in manchen Fällen auch ein kleineres Motorboot.


Die südlichen Schären werden dominiert von Klippen aus Granit und viele der kleineren Inseln besitzen weder Bäume noch Sträucher oder andere höher entwickelte Gewächse, was jedoch Wasservögel nicht davon abhält sich dort niederzulassen und zu nisten. Ein Besuch dort sollte also nicht gerade während der Brutzeit stattfinden.


Auf anderen Inseln sieht der Besucher der südlichen Schären bisweilen kleine Häuschen, stugor, die nur im Sommer zur Ferienzeit bewohnt werden und an deren Brücken an schönen Wochenenden hin und wieder ein Motorboot anlegt.


Aber selbst die kleinsten Inseln an denen die Boote der Styrsöbolaget vorbeifahren sind "bebaut": mit Kennzeichen für die Seefahrt und den Fährbetrieb ohne die ein Boot nicht während der Nacht verkehren könnten. Mehrere Tausend Bewohner der größeren Schäreninseln sind jedoch auf einen regelmäßigen Fährdienst angewiesen.


Die bedeutenderen Inseln der südlichen Schären Göteborgs werden von Saltholmen aus angefahren. Allerdings verkehren die Boote, je nach Tageszeit, in einem Rhythmus von 30 Minuten bis zu etwas über einer Stunde. Nur nachts sind die Inselbewohner gezwungen auf der Insel zu verbringen, sollten sie nicht über ein eigenes Boot verfügen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin