Posts mit dem Label Donsö werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Donsö werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 7. August 2010

Das Hafenfest auf Donsö in Göteborg

Jeden ersten Samstag im August eines Jahres wird auf der Insel Donsö im Schärengarten Göteborgs das Hafenfest eröffnet. Der Andrang ist so groß, dass von Saltholmen ab Mittag zusätzliche Fähren eingesetzt werden müssen. Der Gästehafen Donsös ist meist schon am Freitag Abend bis zum letzten Platz besetzt, denn der Ruf dieses Festes hat sich weit über die Inseln und Göteborg hinaus verbreitet.


Das Hafenfest (hamnfest) auf Donsö wird jedes Jahr mit einem großen Mark und einem noch größeren Trödelmarkt eröffnet. Alles was auf dem Trödelmarkt verkauft wird, wird von den Bewohnern der Insel gespendet, wobei der Gewinn aus dem Verkauf dem Sportklub der Insel zu Gute kommt, der damit seit Jahren seine Aktivitäten finanzieren kann.


Mit Spannung wird von hunderten von Bewohnern und Besuchern der Insel der Startschuss für den Trödelmarkt um zwei Uhr erwartet. Bereits eines Stunde vorher findet man Interessenten, die außerhalb eines gespannten Seiles nach Fundstücken Ausschau halten, um sich dann anschließend strategisch am günstigsten platzieren zu können, denn pünktlich um zwei Uhr, wenn das Seil fällt, stürzt sich die Volksmenge auf die dicht bepackten Stände.


Wer den Trödelmarkt auf Donsö zum ersten Mal besucht, wird von der gebotenen Auswahl und den Preisen überrascht sein, denn hier findet man zwischen selbst neuwertigem Geschirr, Tischdenken, Fernsehgeräten, Sofas und Teppichen alles, was man für einen Haushalt nur brauchen kann. Aber auch wer Antiquitäten oder Sammelgegenstände sucht, wird hier in der Regel fündig. Gardinen kann man in Donsö für 5 Kronen finden, ein komplettes Kaffeeservice für 60 bis 100 Kronen.


Bücher jeder Art und jeden Alters findet man auf einer Länge von etwa 50 Metern dicht an dicht. Kinderbücher sind ebenso vorhanden wie Nachschlagewerke, Kochbücher und Romane. Auch hier sind die Preise rein symbolischer Natur. Drei Taschenbücher findet man ohne Probleme für insgesamt 10 Kronen und ein Paket an Büchern, das man kaum tragen kann, erhält man in Donsö bereits für 100 Kronen, den Preis eines einzigen neuen Buches.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Juli 2010

Naturerlebnis in den südlichen Schären Göteborg

Nachdem die südlichen Schären Göteborgs bis 1997 militärisches Gebiet waren, durften Touristen anderer Länder bis zu diesem Zeitpunkt keinen Ausflug in die Inselwelt vor Göteborg unternehmen. Dies führte auch dazu, dass sehr wenig in der ausländischen Presse oder in Reiseführern über die Schären Göteborgs zu finden war und noch heute relativ wenig darüber berichtet wird.


Erst seit sehr wenigen Jahren entdecken nun mehr und mehr Besucher Göteborgs diese einzigartige Welt, die man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln für 65 Kronen nahezu vollständig entdecken kann. Naturliebhaber, die sich einen Eindruck über die Vielseitigkeit der Bewachsung und der Tierwelt der südlichen Schären machen wollen, sollten gegen 8 Uhr morgens ein Boot von Saltholmen nach Vrångö nehmen, die Insel, die am weitesten von Göteborg entfernt ist.


Auch wenn es dort zwei verschiedene Wanderwege durch die Naturreservate der Insel gibt, sollte man den südlichen Weg wählen, der vor allem die Vegetation auf einer Klippenlandschaft zeigt und häufig einen Blick auf das Kattegatt frei gibt. Auf Vrångö findet man auch ein reiches Vogelleben, das bei offenen Flächen leichter zu beobachten ist als im nördlichen, bewaldeten Teil.


Von Vrångö aus nimmt man die Fähre nach Donsö um dem dortigen Naturpfad entlang zugehen, wo sich Feucht- und Trockengebiete abwechseln. Auf den Klippen findet man auch noch Reste von Bunkern des Zweiten Weltkriegs. Von Donsö aus kann man natürlich die Fähre zur Nachbarinsel Styrsö nehmen, aber es bietet sich dennoch die Benutzung der Brücke an, die fast geradewegs zum Rundwanderweg führt, wo man Strand- und Waldbewachsung findet und sich an einem Teich auf optische Vogeljagd machen kann.


Zum Abschluss bietet sich dann noch eine Bootsfahrt nach Asperö oder Brännö an. In Asperö reicht die Zeit für eine Rundwanderung um die gesamt Insel, wo man die einzigen Schluchten der südlichen Schären findet. Falls man Brännö als Ziel wählt, so kann man durch bewaldetes Gebiet und den alten Ortskern von einem Fährhafen zum nächsten wandern, bevor man am frühen Abend mit der Fähre nach Saltholmen zurück kommt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Juli 2010

Mit Kanu oder Kajak in den südlichen Schären Göteborgs

Es gibt keine bessere Möglichkeit die südlichen Schären zu entdecken als mit einem Kanu oder einem Kajak, da mehrere Inseln nicht mit den Linienbooten angefahren werden und ein Kajak oder Kanu auch besser in kleinen Buchten anlegen können als größere Boote. Um in den südlichen Schären zu paddeln sollte man jedoch einige Grundregeln beachten.


In den südlichen Schären sollte man sich nie allein auf den Weg machen und nie ohne eine gewisse Erfahrung mit Kanu oder Kajak auf dem Meer, denn Winde können hier schnell wenden und Unwetter tauchen bisweilen innerhalb von fünfzehn Minuten auf. Um die Schären daher voll genießen zu können, sollte man sich auch mit der Gegend vertraut machen und wissen wie man eine Seekarte liest.


Wer nur etwas Spaß auf dem Wasser haben will, kann sich natürlich eine Insel wie Donsö oder Styrsö aussuchen und nur die entsprechende Insel umrunden oder die eine oder andere Bucht erkunden. Hierzu reichen Grundkenntnisse im Paddeln und die Risiken sind relativ gering. Wer nicht sicher ist, ob ihm Kajakpaddeln auf dem Meer Spaß macht, kann auf Styrsö auch erst einmal ein Meereskajak mieten und in ruhigem Wasser üben.


Wer in den südlichen Schären mit Kanu oder Kajak unterwegs ist muss die Naturreservate und vor allem die Vogelschutzgebiete respektieren, die nicht das ganze Jahr über betreten werden dürfen und wo das Jedermannsrecht nicht gilt, man sein Zelt also nicht aufstellen darf. Dies betrifft insbesondere Vrångö, Vargö, Vinga und einige der kleineren unbewohnten Inseln.


Für Kajakfahrer gilt ein Besuch auf der Insel Galterö als ein besonderes Erlebnis, auch wenn Paddeln hier einige Herausforderungen stellen kann, da die Nordseite des Insel starken Winden ausgesetzt sein kann und die vorbeifahrenden Fähren, Frachter und Tanker erhebliche Wellen verursachen können. Die Südseite dagegen hat bei Flut an einigen Stellen nur eine Wassertiefe von 30 Zentimeter, die bei Ebbe aus dem Wasser herausragen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 17. Juli 2010

Rundreise in den südlichen Schären in Göteborg

Wer einen besonderen Tag auf den südlichen Schären von Göteborg verbringen will, kann für ein Tagesticket der öffentlichen Verkehrsbetriebe eine Entdeckungsreise durch die Inselwelt vor Göteborg antreten und, falls man sein Picknick dabei hat, für den Preis von nicht einmal sieben Euros. Kaum ein Vergnügen in Göteborg kann man für diese geringe Summe so ausgiebig genießen.

Saltholmen

Bei einer Tagesfahrt zwischen morgens um neun Uhr und abends 20 Uhr kann man etwa zwei Stunden vom Wasser aus die Inselwelt betrachten und dann noch die Natur von vier verschiedenen, bewohnten Inseln der südlichen Schären entdecken. Die erste Fähre kurz nach neun Uhr führt den Besucher entlang einer Vielzahl an Inseln zur Insel Vrångö, der Insel, die am weitesten von Göteborg entfernt ist.

Vrångö

Zwei Stunden auf Vrångö reichen um den südlichen Wanderweg entlang zu gehen und um die Ansiedlung mit dem Lotsenhaus und dem Hafen zu besuchen, bevor man dann gegen 12 Uhr 30 Richtung Donsö aufbricht, wo man den Naturpfad im Süden der Insel mit dem Donsö Huvud und den alten Befestigungen entdecken kann. Bevor man dann kurz vor 15 Uhr die Fähre nach Asperö besteigt, reicht die Zeit noch für ein Picknick und einen Spaziergang durch das Dorf mit seinen bemalten Briefkästen.

Asperö

Die Zeit in Asperö reicht dann um den Naturpfad um die Insel zu nehmen, den Vogelsee Musta zu entdecken und an mehreren Stellen die Aussicht auf den Klippen zu genießen, selbst wenn die Zeit dann nicht mehr für ein kühles Bad im Meereswasser reicht. Von Asperö führt dann um 17 Uhr 32 eine Fähre zur Insel des Dichters Lasse Dahlquist, nach Brännö, wo jeden Donnerstag Abend (im Sommer) eine sehr bekannte Tanzveranstaltung stattfindet.

Brännö

Bevor man dann kurz vor acht Uhr die Fähre zurück nach Saltholmen nimmt, hat man Zeit entweder den Wanderweg durch die Natur im Westen der Insel zu nehmen oder aber um die Ansiedlung im Osten Brännös zu entdecken. Natürlich kann man nun auch im Gasthaus von Brännö zu Abend essen und eine spätere Fähre nehmen, aber dann wird der Aufenthalt jedoch etwas teurer als 7 Euros.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Juni 2010

Reise in die südlichen Schären von Göteborg

Auch wenn die Schären vor der Küste Göteborgs weniger überlaufen und weniger vermarktet sind als jene vor Stockholm, so ziehen sie dennoch jedes Jahr eine steigende Anzahl von Besuchern an, lassen das Stadtvolk das Inselleben kosten und bieten Touristen die schönsten Badeplätze der Umgebung und eine Landschaft, wie man sie eigentlich nur im Bohuslän findet.


Die größeren Schäreninseln sind noch relativ gut mit den Fähren der Styrsöbolaget zu erreichen, falls man sich vorher für eine bestimmte Insel entschieden hat. Mit den Booten kann man auch eine kleine Rundfahrt mit einer halbstündigen Pause unternehmen, aber auch hier muss man sich vorher für eine Route entscheiden und kann nur einen kleinen Teil der Inselwelt entdecken.


Wer die Wunder der Göteborger Schären wirklich entdecken will muss daher entweder viel Zeit aufwenden, und vor allem über ein eigenes Boot verfügen oder ein solches mieten, denn ein Kanu oder die Ausflüge mit den RIB-Booten nach Vinga sind keine Alternative für jene, die die Schärenwelt wirklich sehen wollen. Wer die Seezeichen nicht deuten kann und keine Erfahrung vom Befahren der südlichen Schären Goteborgs hat, sollte unter Umständen selbst auf das eigene Boot verzichten, damit sein Boot nicht irgendwo aufläuft.


Vor der Küste Göteborgs liegen über hundert von kleinen Inseln. Nur wenige von ihnen werden von Fähren angefahren und die meisten davon verfügen nicht einmal über ein kleines Ferienhaus, die so häufig noch auf dem kleinsten Stück Felsen zu finden ist. Einige der steinigsten Inseln werden von großen Vogelkolonien bevölkert, auf anderen weiden Schafe und wieder andere sind nichts anderes als eine Stelle, an der die Möwen der Umgebung eine Pause einlegen.


Jede der südlichen Schäreninseln hat eine eigene Geschichte, eine eigene Tradition und Feste, die jeweils hunderte von Inselfreunden anziehen. So wie Vinga mit Evert Taube verknüpft ist, denkt man bei Bränno an Lasse Dahlquist, bei Donsö an die Reedereien und Fischfang, bei Köpstadsö an den Transport per Schubkarren und bei Vrångö an die Seeräuberei und Lars Gatenhielm. Wer die Geschichte der Schären vor Göteborg betrachtet, versteht sehr schnell, welche Bedeutung diese Inselkette für die gesamte Entwicklung Göteborgs hatte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 3. April 2010

Osterfeuer in Göteborg und auf den Schären

Niemand weiß, wie weit die Tradition der Osterfeuer (Påskeld) in Göteborg und seiner Umgebung zurückreicht. Sicher ist nur, dass es bereits ein heidnischer Brauch war, der ursprünglich wenig mit Ostern zu tun hatte, bis sich in Schweden Christentum und Heidenbrauch vereinten und die Hexen sich am Abend des Gründonnerstag auf dem Blåkullen trafen um dort ihr jährliches Fest zu feierten.


Das Osterfeuer ist vor allem in Westschweden weit verbreitet nund in grossen Teilen Schwedens abwesend, wobei die größten Feuer auf den Inseln der Schären zu finden sind. Nahezu alle Bewohner der jeweiligen Insel treffen sich dort ab etwa acht Uhr Abends um mit dem Feuer die Hexen, die auf ihren Besen reitend vom Blåkullen zurückkommen, vom Landen auf den Inseln abzuhalten.


Natürlich reicht das Feuer allein nicht aus um alle listigen Hexen zu erschrecken, daher werden auch tausende von Knallfröschen, Schwirrern und Raketen angezündet, denn Krach und Feuer wird selbst den verwegensten Hexen zuviel und sie machen daher einen weiten Bogen um jede der Inseln. Natürlich muss das Feuer bis in die Morgenstunden unterhalten werden, denn die Hexen müssen erst am Morgen des Ostersonntag wieder zurück sein. Viele von ihnen warten daher auf dem Blåkullen bis zum letzten Moment.


Wie kommt man aber auf den Inseln, auf denen Baumwuchs ja nicht gerade üppig ist, an das Reisig und Brennholz. Auch hier fanden die Inselbewohner eine sinnvolle Lösung. Man benutzt einfach die Weihnachtsbäume, die bis dahin im Keller lagen und fügt all das Reisig und die Äste hinzu, das man im Laufe des Jahres gesammelt hat. Damit das Osterfeuer auch so groß wie möglich wird, muss man es natürlich ein Jahr lang vorbereiten.


Weihnachtsbäume und Holz für das Osterfeuer kann man natürlich nicht so einfach im Freien liegen lassen, denn jede Insel will natürlich das größte Feuer, das weit in die Ferne sichtbar ist, entzünden. Es ist daher völlig normal, dass Donsö und Styrsö konkurrieren oder Hönö und Öckerö sich nahezu einen Kampf um Brennmaterial liefern und auch auf den Nachbarinseln nach Brennmaterial suchen. Auf so mancher Insel bei Göteborg muss man daher die vorhergehende Nacht selbst seine Holzzäune bewachen, da sich immer wieder einmal jemand von der Nachbarinsel an einem unbewachten Holzzaun vergreift.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 18. Januar 2010

Der Fisketorget am Rosenlundskanalen in Göteborg

Bevor die Fischauktion am Göta Älv zum Marktplatz für Fisch wurde und in jener Zeit, als es in Göteborg noch zahlreiche Marktplätze gab, fand man auch einen bedeutenden Fischmarkt in der Stadt, vor dem die Boote lagen mit denen die Schärenfischer ihre Ware in die Stadt brachten und der ein Treffpunkt für zahlreiche Bewohner der Stadt war.


Heute ist von diesem Fischmarkt nur noch der Name des Platzes und die Feskekôrkan übrig. Während man in der Feskekôrkan heute noch frischen Fisch erwerben kann, liegt der frühere Marktplatz, der Fisketorget, meist relativ einsam am Rosenlundskanalen und nur die Möwen spazieren entlang des Kais.


Am Fisketorget fand man bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die letzte Ruderfähre Göteborgs, die die Bewohner zum Fischkauf über den Rosenlundskanal brachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Fisketorget mehr und mehr an Bedeutung und an der Rosenlundsgatan, die entlang des Fisketorget geht, siedelte sich die Straßenprostitution Göteborgs an, die das Gebiet auch nach der Kriminalisierung von Sexkäufern nicht mehr verlassen hat.


Als Erinnerung an den regen Fischhandel am Fisketorget und der Feskekôrkan schuf Svenrobert Lundquist im Jahre 2003 die fünfteilige Skulpturengruppe Skärgårdsfiskare, Schärenfischer. Auftraggeber waren die Stena Fastigheter, denen mehrere Gebäude am Fisketorget gehören. Eine Replik des Werkes findet man auch auf Donsö, wo heute noch eine Fischereiflotte liegt.


Der Fisketorget in Göteborg animiert sich jedoch im Sommer, wenn Touristen an der Feskekôrkan ihren Lunch essen, wenn die Studenten Göteborgs hier ihr Nollning oder Mottagning bestehen und vor allem, wenn der jährliche Ruderwettbewerb der Göteborger Universitäten und Hochschulen am Rosenlundskanalen statt findet.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Postkarte: Stadsmuseum Göteborg

Dienstag, 11. August 2009

Der Hafen von Göteborg - außerhalb der Älvsborgsbron

Wenn man vom Göteborger Hafen spricht, so denken viele zuerst an die Anlegestelle der Stena Line am südlichen Älvstranden oder den Freihafen mit den luxuriösen Kreuzfahrtbooten, die alle in Stadtnähe anlegen und sich von den Schären aus und unter der Älvsborgsbron Göteborg nähern.


Der größte Hafen Skandinaviens und der bedeutendste Schwedens, was das Handelsvolumen angeht, liegt jedoch jenseits der Älvsborgsbron, auf dem Stadtteil Hisingen. Von der Brücke aus sieht man vor allem die Ölreservoire und, als Symbol, den Containerhafen mit seinen Kränen.


Sämtliche Hafenanlagen werden von der Stadt Göteborg betrieben und zeichnen als Göteborgs Hamn AB. Von der Älvsborgsbron aus sieht man zuerst zwei Ölraffinerien und den Verschiffungshafen für Ölprodukte. Auf der Nordseite der Brücke kann man diese Aktivität auch deutlich riechen, vor allem an windstillen Abenden und Nächten.


Anschließend folgen die Skelette der Kräne mit deren Hilfe jedes Jahr nahezu eine Million Container verladen werden, aber auch Holzprodukte ihren Weg in die verschiedensten Länder der Welt finden. Die Aktivität und der immense Verkehr an Lastwagen, die dem Transport der Waren dienen bleibt in der Stadt selbst fast unbemerkt.


Am weitesten von der Stadt entfernt befindet sich der Hafen für Rohöl, das von hier aus seinen Weg zu den nahen Raffinerien und anschließend nach ganz Schweden findet. Zahlreiche der Öltanker, die hier anlegen gehören den Reedereien mit Sitz auf der Schäreninsel Donsö. Rohöl ist zur Zeit das bedeutendste Handelsgut des Göteborger Hafens.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 1. August 2009

Hafenfest (hamnfest) auf der Schäreninsel Donsö bei Göteborg

Donsö ist mehr bekannt für seine Natur und die Anzahl der Öltanker, die dort ihren offiziellen Standort haben, auch wenn keiner der Tanker je im kleinen Hafen der Insel anlegen kann. Weniger bekannt ist die Schäreninsel bei Göteborg für sein Hafenfest, das jedes Jahr am ersten Samstag des Monats August stattfindet.


Dieser Samstag steht ganz im Zeichen von Donsö und die Gesamteinnahmen des Festes gehen an den Sportverband der Insel in den südlichen Schären. Auf der "Marknadsgata" bieten Einwohner der Insel teils in ihren Seebuden, teils auf Tischen, die unterschiedlichsten handwerklichen Produkte an und verkaufen Lose bei denen der Gewinn selbst gebackene Kuchen oder von den Fischern gefangene Krabben sind.


Eine Attraktion Donsös ist an diesem Tag der Trödelmarkt, der pünktlich um zwei Uhr geöffnet wird und dem Ansturm der Besucher kaum gewachsen ist. Bettgestelle können hier für 10 Euros erworben werden, ganze Tafelservice für 30 Euros und Bücher gibt es für 50 Cents. Hier findet man zwischen Fernsehgeräten, Lampen, Eierbechern, Kerzenhaltern oder alten Dosen alles, was das Herz begehrt. Alle Artikel werden von Bewohnern der Insel dem Sportverband geschenkt, der dann die Einnahmen vor allem für seine Jugendarbeit einsetzt.


Nachdem größere Artikel kaum mit der Fähre transportiert werden können, befinden sich die Käufer der schwereren und unhandlicheren Artikel in der Regel auf Donsö oder der mit einer Brücke verbundenen Nachbarinsel Styrsö - oder besuchen die Insel an diesem Tag mit einem eigenen Boot. Da auf Donsö Autoverkehr nicht zugelassen ist, wird die Fracht auf eines der inseltypischen Fahrzeuge verfrachtet und auf diese Weise nach Hause transportiert.


Der Abend gehört den Musikgruppen der umliegenden Inseln, die die Besucher bis morgens um ein Uhr unterhalten. Am Nachmittag, wenn eine zweite Bühne für die Abendvorstellung vorbereitet wird, findet auf der ersten Bühne eine besondere Attraktion Donsös statt. Kinder der Insel singen Lieder bekannter Künstler und zeigen was Sechs- bis Zwölfjährige auf einer Bühne leisten können.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Juli 2009

Der Naturpfad in Donsö auf den südlichen Schären

Donsö ist eine der Inseln in den südlichen Schären Göteborgs, die von Saltholmen aus mit der Fähre erreichbar sind. Auf Donsö findet der Besucher auch einen fast 2 Kilometer langen Naturpfad, der bei Torholmen, auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens liegt, beginnt.


Der Naturpfad führt teils über angelegte Wege, aber auch über die typischen Klippen der Insel und durch sumpfiges Gebiet, ist aber zu jeder Jahreszeit gut begehbar und auf seiner ganzen Länge beschildert.


Eine Wanderung über Donsö erlaubt es nicht nur die karstige Natur und das Meer zu beobachten, sondern auch zahlreiche Wasservögel wie Austernfischer, Möwen, Enten, Schwäne oder die nördliche Bachstelze.


Auf Klippen entdeckt der aufmerksame Besucher die ersten pflanzlichen Bewohner der Erde, die Lichen. Lichen sind in der Lage sich auf Felsen anzusiedeln um diesen für eine Bewachsung von Moosen vorzubereiten. Der Naturpfad in Donsö ist so in der Lage die ganze Entwicklung der Pflanzenwelt bei nur einer Stunde Wanderung aufzuzeigen.


Vor allem im späten Sommer zeigt die Schäreninsel sein besonders Gesicht mit zahlreichen Herbstpflanzen die in der Lage sind bei hoher Feuchtigkeit, salzhaltiger Luft und Stürmen zu überleben. Die Insel zeigt sich den Besuchern zu dieser Jahreszeit in seiner ganzen Farbenpracht.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 24. Juni 2009

Donsö - Briefkästen auf den Schären in Göteborg

Donsö in den südlichen Schären in Göteborg bietet Bewohnern und Besuchern zahlreiche Attraktionen: Einen Naturpfad, einen sehr interessanter Flohmark im Sommer, ein lokales Museum, Badeplätze, einen Gasthafen und vieles anderes mehr.


Aber die Insel Donsö hat noch eine Art Museum, das völlig frei zugängig ist, mit einer Sammlung, die man ausschließlich auf Donsö findet. Es handelt sich um die Briefkästen der dortigen Bewohner oder, genau genommen, der dort geborenen Bewohner.


Die "klassischen" Briefkästen auf Donsö sind handgemalt und haben in der Regel eine Beziehung zum Bewohner des Hauses. Bisweilen wird sein Beruf in übertragenem Sinne dargestellt, ein anderes Mal eine Aussicht oder eine Erinnerung. Natürlich kann der Besucher diese Symbole oft nur erraten, da nur die Inselbewohner das "Geheimnis" so mancher Malerei kennen.


Bei Fischern finde man oft das Bild eines Bootes auf hoher See und, als Hinweis, auch die Registrierungsnummer des Fischereibootes. Was die Aussichtpunkte oder Gebäude betrifft, so reicht es in der Regel die Insel Donsö zu durchstreifen um die Stelle ausfindig zu machen.


Leider verliert sich dieser Brauch in mehrerer Hinsicht. Es tauchen Bilder auf, die mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms erstellt wurden oder die industriell per Siebdruck hergestellt werden. Wer jedoch ein entsprechendes Unikat als Briefkasten besitzen will muss heute einen der wenigen Künstler, zum Beispiel auf Donsö, ausfindig machen, der bereit ist für einen Nichteinwohner ein entsprechendes Kunstwerk herzustellen.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Juni 2009

Midsommar auf Donsö, den Schären Göteborgs

Auch wenn Midsommar überall in Schweden gefeiert wird, so kommt der Brauch jedoch aus dem Dalsland, das Göteborg weitaus näher liegt als Stockholm. Bis heute findet daher auch die echte Midsommarfeier nur im Dalsland statt: Mit den meisten Tänzern, der höchsten Midsommarstange und den farbenprächtigsten Trachten, die nicht in Verbindung mit einem Volkstanzverein getragen werden.

Privates Midsommarfest auf Donsö

Wie fast überall in Schweden wurde das Midsommarfest auch in Göteborg mittlerweile großteils von kommerziellen Organisatoren übernommen und nur wenige Besucher der Stadt finden einen der zahlreichen Orte, wo man kostenlos und im Lokalkolorit an einer der Feiern teilnehmen nehmen kann. Zu diesen Orten gehört auch die Insel Donsö auf den südlichen Schären.


In Donsö begann die Festlichkeit um 15 Uhr, was so manchem Teilnehmer die Möglichkeit bot bereits sich bereits 5 Stunden früher auf der Nachbarinsel Styrsö auf Gesang und Tanz einzustimmen. Midsommar ist ein Fest für Jung und Alt an dem die Sommersonnenwende, also die kürzeste Nacht des Jahres gefeiert wird.


Midsommar bedeutet auch in Donsö Majstång, Blumenkränze und für viele Sommer- und Urlaubsbeginn. Auch wenn die Majstång ursprünglich aus Deutschland kommt, so kommt das Wort "maj" jedoch nicht vom Monat Mai, sondern von "maja", was soviel bedeutet wie "mit Laub schmücken". Laub bedeutet in Schweden in der Regel Birkenlaub, wobei Birkenreisig auch die klassische Basis für den Blumenkranz darstellt.


In Donsö nimmt etwa die Hälfte der Bewohner am Fest teil, wobei wiederum die Hälfte davon auch um die Majstång zu alten lekvisor (Spielweisen) tanzt. Es geht nicht nur darum im Reigen um die Midsommarstange zu tanzen, sondern die Worte auch bildlich auszudrücken. Der Tanz ist daher eine Mischung zwischen Schauspiel und Tanz.


Auch wenn jeder Besucher am Tanz teilnehmen kann, so ist es dennoch sinnvoll die Worte zu verstehen um wirklich eins zu werden mit der lokalen Bevölkerung. In Schweden lernt jedes Kind bereits im Kindergarten die Lieder und Bewegungen, was auch dazu führt, dass viele Kinder zweimal um eine Majstång tanzen. Einen Tag vorher im Kindergarten oder der Schule, und dann noch einmal am Tag der Midsommarfeier.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 25. Mai 2009

Die südlichen Schären Göteborgs

Alle Inseln der südlichen Schären, außer Vinga, können von Saltholmen aus besucht werden. Mit einer einfachen Bus-Straßenbahn-Boot-Karte kann selbst für ein Einzelticket eine Rundreise zu verschiedenen Inseln angetreten werden, wobei drei verschiedene Touren möglich sind.

Eines der Schären-Boote, die von der Styrsöbolaget betrieben werden

Egal, ob man Brännö, Donsö, Styrsö oder Vrångö besucht, jede der Inseln hat seine eigene Schönheit und bietet Wanderwege, Badeplätze und bietet ruhige Stellen von denen aus das Meer und die Küstenvögel beobachtet werden können.

Fast jede Insel der südlichen Schären hat einen Gasthafen

Um auch die kleineren, unbewohnten Inseln der südlichen Schären (södra skärgård) Göteborgs besuchen zu können braucht man jedoch ein eigenes Boot, mag es noch so klein sein, und sollte eine Seekarte lesen können.

Spaziergang in Donsö

Auf den Inseln der südlichen Schären sind Autos, außer Krankendienst und lokalen Kleinbussen, grundsätzlich verboten und die Bewohner nutzen daher ihre dreirädrigen Mopeds oder elektrischen Golfwagen um längere Strecken zurückzulegen oder Waren zu transportieren.

Sturmmöwen sind auf allen Insel der Schären heimisch

Die südlichen Schären, die wie auch die nördlichen Schären zu Göteborg gehören, bieten sehr wenige Ferienunterkünfte oder stugor, wodurch die Inseln natürlich weitgehend ihren natürlichen Scharm behalten haben und am Abend zu einer ruhigen Wanderung einlädt und alle Feste noch in traditioneller Weise gefeiert werden.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin