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Sonntag, 19. Dezember 2010

Der Weihnachtsmarkt am Gustav Adolf Torg in Göteborg

Der Gustav Adolf Torg ist einer der bedeutendsten Plätze Göteborgs. Er wird von der Statue des Gründers des heutigen Göteborgs, und zur Weihnachtszeit, auch vom höchsten Weihnachtsbaum der Stadt dominiert. Es ist daher nicht erstaunlich, dass an diesem zentralen Platz auch jedes Jahr, zumindest an den Wochenenden im Dezember, ein Weihnachtsmarkt veranstaltet wird.


Trotz der privilegierten Lage kommt beim Besuch dieses Weihnachtsmarkts jedoch nur wenig weihnachtliches Gefühl auf, da die von der Stadt genehmigten Stände mehr einem der häufigen Märkte ähnelt, die man das ganze Jahr in Göteborg finden kann. Nur dass das Angebot am Gustav Adolf Torg geringer ist als an anderen Stellen.


Auch wenn jeder der ambulanten Händler, die die Stände betreiben auch ein weihnachtliches Gefühl vermitteln darf und es nicht verboten ist Geschenke oder Dekoration für Weihnachten zu verkaufen, so findet man überwiegend Kleidung, die besser zu einem Jahrmarkt passen würde. Importierte, bedruckte T-Shirts mit Hard-Rock-Symbolen scheinen es den Besitzern einiger Stände besonders angetan zu haben.


Auch das Angebot an Imbissständen, die Hot Dogs verkaufen, ist enorm, so dass der einzige Stand mit gebrannten Mandeln fast unbemerkt untergeht. Auch den Geruch von Glögg oder schwedischem Weihnachtsgebäck sucht man am Gustav Adolf Torg vergebens, und dies nicht nur wegen den strengen Auflagen der Stadt in Hinblick auf Lebensmittelverkauf.


Wer die wenigen Reihen an Ständen entlang geht findet dann schließlich dennoch ein klein wenig Weihnachtsmarkt, denn an einem einzigen Stand werden Dekoration für Weihnachtsbaum und Wohnung angeboten und an einem weiteren Stand kann man bestickte Kleidung für Kinder bis etwa sechs Jahren finden, die sicher Freude unter dem Weihnachtsbaum verbreiten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 3. April 2010

Osterfeuer in Göteborg und auf den Schären

Niemand weiß, wie weit die Tradition der Osterfeuer (Påskeld) in Göteborg und seiner Umgebung zurückreicht. Sicher ist nur, dass es bereits ein heidnischer Brauch war, der ursprünglich wenig mit Ostern zu tun hatte, bis sich in Schweden Christentum und Heidenbrauch vereinten und die Hexen sich am Abend des Gründonnerstag auf dem Blåkullen trafen um dort ihr jährliches Fest zu feierten.


Das Osterfeuer ist vor allem in Westschweden weit verbreitet nund in grossen Teilen Schwedens abwesend, wobei die größten Feuer auf den Inseln der Schären zu finden sind. Nahezu alle Bewohner der jeweiligen Insel treffen sich dort ab etwa acht Uhr Abends um mit dem Feuer die Hexen, die auf ihren Besen reitend vom Blåkullen zurückkommen, vom Landen auf den Inseln abzuhalten.


Natürlich reicht das Feuer allein nicht aus um alle listigen Hexen zu erschrecken, daher werden auch tausende von Knallfröschen, Schwirrern und Raketen angezündet, denn Krach und Feuer wird selbst den verwegensten Hexen zuviel und sie machen daher einen weiten Bogen um jede der Inseln. Natürlich muss das Feuer bis in die Morgenstunden unterhalten werden, denn die Hexen müssen erst am Morgen des Ostersonntag wieder zurück sein. Viele von ihnen warten daher auf dem Blåkullen bis zum letzten Moment.


Wie kommt man aber auf den Inseln, auf denen Baumwuchs ja nicht gerade üppig ist, an das Reisig und Brennholz. Auch hier fanden die Inselbewohner eine sinnvolle Lösung. Man benutzt einfach die Weihnachtsbäume, die bis dahin im Keller lagen und fügt all das Reisig und die Äste hinzu, das man im Laufe des Jahres gesammelt hat. Damit das Osterfeuer auch so groß wie möglich wird, muss man es natürlich ein Jahr lang vorbereiten.


Weihnachtsbäume und Holz für das Osterfeuer kann man natürlich nicht so einfach im Freien liegen lassen, denn jede Insel will natürlich das größte Feuer, das weit in die Ferne sichtbar ist, entzünden. Es ist daher völlig normal, dass Donsö und Styrsö konkurrieren oder Hönö und Öckerö sich nahezu einen Kampf um Brennmaterial liefern und auch auf den Nachbarinseln nach Brennmaterial suchen. Auf so mancher Insel bei Göteborg muss man daher die vorhergehende Nacht selbst seine Holzzäune bewachen, da sich immer wieder einmal jemand von der Nachbarinsel an einem unbewachten Holzzaun vergreift.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Weihnachtsmarkt im Kronhuset in Göteborg

Das Kronhuset in Göteborg wurde zwischen 1643 und 1655 nach holländischem Stil in Ziegelbauweise errichtet und ist das älteste öffentliche Gebäude der Stadt. Trotz seiner historischen Bedeutung ist das Kronhuset, im Gegensatz zu den Kronhusbodarne, nicht zu besichtigen. Nur während der Konzerte des Göteborg Wind Orchestra und für den Kronhusets Weihnachtsmarkt werden die Türen geöffnet.


Der Göteborger Weihnachtsmarkt im Kronhuset findet im Jahre 2009 zwischen dem 28. November und dem 13. Dezember statt und gehört zu den Weihnachtsmärkten Göteborgs, die am meisten Volk anziehen, vor allem zu den Wochenenden, wenn auf dem Platz vor den Kronhusbodarna noch weihnachtliche Musik gespielt wird.


Der Weihnachtsmarkt im Kronhuset, nur wenige Schritte vom Gustav Adolf Torg entfernt, ist, wie der Weihnachtsmarkt in Nordstan, den Kunsthandwerkern gewidmet, wobei man in Nordstan mehr die kommerziellen Kunsthandwerker findet und im Kronhuset vor allem Göteborger Künstler Platz finden, die eher ihre Liebe zum Kunsthandwerk ausdrücken und den geschäftlichen Aspekt erst in zweiter Reihe sehen.


Wer die Göteborger Vorweihnachtszeit erleben will muss auf jeden Fall zu den Weihnachsmärkten nach Liseberg, Haga, Kronhuset, Nordstan gehen und entlang der Schaufenster vom NK bummeln, denn nur wer all diese Stellen besucht hat kann von sich sagen das vorweihnachtliche Göteborg zu kennen. Keiner der genannten Weihnachtsmärkte gleicht einem anderen und muss daher entdeckt werden.


Beim Weihnachtsmarkt im Kronhuset in Göteborg sucht man vergebens nach den sonst so üblichen Ständen mit weihnachtlichem Essen oder Glögg, dafür findet man jedoch die zahlreichen Kunsthandwerker in traditionellen Trachten an ihren Ständen und findet, außer an den Wochenenden, auch die Möglichkeit mit ihnen über ihr Handwerk zu diskutieren.


Natürlich hat sich der Weihnachtsmarkt im Kronhuset mittlerweile der heutigen Zeit angepasst und bietet nicht nur klassisches Handwerk oder Weihnachtsdekoration. Hier kann man statt eines Weihnachtsbocks auch ein Weihnachtspferd finden oder einen Weihnachtsbaum aus Stroh. Süßigkeiten für den Weihnachtsbaum sind ebenso vorhanden wie Wollhandschuhe oder Weihnachtsmänner aus Keramik. Aber man findet auch noch die typische schwedische Weihnachtslandschaft mit beleuchteter Kirche, die früher zu Weihnachten in fast jedem Haus zu finden war und die deutsche Weihnachtskrippe ersetzte.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin