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Dienstag, 2. August 2011

Rettungsdienst auf den Schären vor Göteborg

Da es auf den südlichen Schären vor Göteborg keine Krankenhäuser gibt und die Ärzte nur auf dem Festland zu finden sind, hat sich auf den Inseln, die zum Teil nur wenig besiedelt sind, ein dafür geeignetes Rettungssystem entwickelt, das einem Bewohner einer der Inseln bisweilen eine schnellere Hilfe garantiert als jemanden, der mitten in Göteborg wohnt.


Zum einen gibt es natürlich auf einigen der Inseln sowohl einen Rettungsdienst als auch Krankenschwestern, die erste Hilfe leisten und entscheiden können welche Hilfsmaßnahme notwendig ist. Zum anderen gibt es seit 2008 eine Seeambulanz, die mit ihren Schnellbooten auf Öckerö stationiert ist und mit ihren Booten in kurzer Zeit jede der Inseln der südlichen Schären anfahren können. Im Ambulanzraum des Bootes kann eine Frau selbst ihr Kind bekommen oder jemand mit Sauerstoff versorgt werden.


Aber auch bei Kreislaufkollaps, Ertrinken oder Herzversagen sind auf den Schären Ärzte oder Rettungsdienst sehr schnell zur Stelle, denn auf jeder der Inseln ist es möglich, dass ein Rettungs-Helikopter landet und dann in wenigen Minuten bis zum Sahlgrenska Universitätskrankenhaus fliegen kann, von wo aus der Kranke vom Dach unmittelbar in den Operationssaal transportiert werden kann.


Diese schnelle Hilfe funktioniert natürlich nur deshalb, weil es auf den Inseln der südlichen Schären auch Ausnahmen vom Autoverbot gibt. Busse, die Behinderte transportieren, Krankenschwestern, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst dürfen sich dort jederzeit mit dem Auto bewegen um bei Bedarf oder Not schnell vor Ort und Stelle zu sein.


Auf jeder der größeren Inseln findet man auch die Gebäude der Feuerwehr mit Rettungswagen, die Kranke oder Verletzte von jeder Stelle von einer Insel aus zu den Landeplätzen der Hubschrauber oder dem Hafen zu den Rettungsbooten transportieren kann. Ohne diese Dienste wären die Inseln heute kaum noch bewohnt, denn die ärztliche Versorgung, gerade in Notfällen, ist für alle, die sich entscheiden auf einer Insel zu leben, eine wichtige Voraussetzung.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Samstag, 3. April 2010

Osterfeuer in Göteborg und auf den Schären

Niemand weiß, wie weit die Tradition der Osterfeuer (Påskeld) in Göteborg und seiner Umgebung zurückreicht. Sicher ist nur, dass es bereits ein heidnischer Brauch war, der ursprünglich wenig mit Ostern zu tun hatte, bis sich in Schweden Christentum und Heidenbrauch vereinten und die Hexen sich am Abend des Gründonnerstag auf dem Blåkullen trafen um dort ihr jährliches Fest zu feierten.


Das Osterfeuer ist vor allem in Westschweden weit verbreitet nund in grossen Teilen Schwedens abwesend, wobei die größten Feuer auf den Inseln der Schären zu finden sind. Nahezu alle Bewohner der jeweiligen Insel treffen sich dort ab etwa acht Uhr Abends um mit dem Feuer die Hexen, die auf ihren Besen reitend vom Blåkullen zurückkommen, vom Landen auf den Inseln abzuhalten.


Natürlich reicht das Feuer allein nicht aus um alle listigen Hexen zu erschrecken, daher werden auch tausende von Knallfröschen, Schwirrern und Raketen angezündet, denn Krach und Feuer wird selbst den verwegensten Hexen zuviel und sie machen daher einen weiten Bogen um jede der Inseln. Natürlich muss das Feuer bis in die Morgenstunden unterhalten werden, denn die Hexen müssen erst am Morgen des Ostersonntag wieder zurück sein. Viele von ihnen warten daher auf dem Blåkullen bis zum letzten Moment.


Wie kommt man aber auf den Inseln, auf denen Baumwuchs ja nicht gerade üppig ist, an das Reisig und Brennholz. Auch hier fanden die Inselbewohner eine sinnvolle Lösung. Man benutzt einfach die Weihnachtsbäume, die bis dahin im Keller lagen und fügt all das Reisig und die Äste hinzu, das man im Laufe des Jahres gesammelt hat. Damit das Osterfeuer auch so groß wie möglich wird, muss man es natürlich ein Jahr lang vorbereiten.


Weihnachtsbäume und Holz für das Osterfeuer kann man natürlich nicht so einfach im Freien liegen lassen, denn jede Insel will natürlich das größte Feuer, das weit in die Ferne sichtbar ist, entzünden. Es ist daher völlig normal, dass Donsö und Styrsö konkurrieren oder Hönö und Öckerö sich nahezu einen Kampf um Brennmaterial liefern und auch auf den Nachbarinseln nach Brennmaterial suchen. Auf so mancher Insel bei Göteborg muss man daher die vorhergehende Nacht selbst seine Holzzäune bewachen, da sich immer wieder einmal jemand von der Nachbarinsel an einem unbewachten Holzzaun vergreift.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin