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Montag, 8. November 2010

Historische Straßenbahnen in Göteborg

Während in vielen Städten Straßenbahnen und Busse nach einer gewissen Zeit aus dem Verkehr gezogen und dann verschrottet werden, haben die historischen Gefährte in Göteborg eine andere Bestimmung. Der Verein Ringlinien, der im Jahre 1981 gegründet wurde, bewahrt und sammelt diese „alten“ Fahrzeuge in einem eigenen Straßenbahn-Museum, nämlich in den Vagnhallen Gårda.


Dieser Leidenschaft verdanken es die Besucher Göteborgs, dass sie noch heute mit der Ringlinien vom Hauptbahnhof nach Liseberg fahren können oder auch historische Fahrzeuge zu verschiedenen Anlässen mieten können. Die Gesellschaft Ringlinien setzt für den Liseberg-Verkehr in der Regel Straßenbahnen aus dem Jahre 1902 ein, also Fahrzeuge, die bereits eingesetzt wurden, als die Göteborger Straßenbahn gerade elektrifiziert wurde.


In den Vagnhallen Gårda findet man heute eine Vielzahl an historischen Straßenbahnen und Bussen, wobei das älteste Fahrzeug noch aus dem 19. Jahrhundert stammt, als Pferde die Wagen durch die Stadt zogen. Hinzu kommen dann aus nahezu jeder Epoche neuere Straßenbahnen, die jedoch nicht nur zum Transport gedacht waren, sondern auch als Werkstattwagen oder als Schneeräumer benutzt wurden.


Bisher hat der Verein Ringlinien 16 Straßenbahnwagen und drei Busse restauriert, die zu gewissen Gelegenheiten wieder auf den Straßen Göteborgs auftauchen und offiziell für den Personentransport zugelassen sind. Fast 20 Fahrzeuge warten in den Hallen jedoch noch auf ihre Restauration, was jedoch seine Zeit dauert, da Teile nicht immer sofort greifbar sind und alle Mitglieder des Vereins nur in ihrer Freizeit und kostenlos an den Fahrzeugen arbeiten.


In einem Nebenraum des Museums haben die Vereinsmitglieder alte Uniformen, Fahrscheine aus allen Epochen und andere Erinnerungsstücke aus der über hundertjährigen Geschichte der Straßenbahn gesammelt und die lückenlose Geschichte der Göteborger Straßenbahnen in Wort und Bild dokumentiert. Mit den rund 30 verschiedenen Triebwagen und anderen Wagen gehört das Göteborger Straßenbahn-Museum Ringlinien zu den umfangreichsten Europas.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. Juli 2010

Haltestelle Saltholmen in Göteborg

Saltholmen ist heute vor allem als Endhaltestelle für die Straßenbahn bekannt, von wo aus man, seit den 60er Jahren, mit den Fähren der Styrsöbolaget in die südlichen Schären kommt. Nur wenige die hier von der Straßenbahn auf die Fähre umsteigen, betrachten auch die Umgebung von Saltholmen und noch weniger kennen die Geschichte dieses Teils von Göteborg, wo auch der Kulturpfad Långedrag endet.


Saltholmen war noch vor rund 100 Jahren eine Insel, die sich vor allem auf den Saltholmsberg beschränkte und zum einen nicht zu Göteborg gehörte, zum anderen auch nur schwer zu erreichen war. Kaum jemand aus Göteborg kam damals über den heutigen Freizeitboothafen Långedrag je hinaus. Dies änderte sich erst, als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschloss ein Warmbadhaus, also ein Hallenbad, in Saltholmen zu errichten, das jenes in Långedrag ersetzen sollte. Dieses Bad wurde 1908 von der schwedischen Olympiamannschaft der Londoner Spiele eingeweiht.


Nur ein Jahr später wurde dann wenige Schritte neben dem Hallenbad auch ein Nacktbadehaus am Strand geplant, wo jedoch Frauen und Männer in getrennten Anlagen badeten und die Männer im Jahre 1923 ein Olympiabecken bekamen, das zur 300-Jahresfeier Göteborgs eingeweiht wurde. Diese beiden Bäder zogen so viele Besucher an, dass es nötig war eine Verkehrsmöglichkeit nach Saltholmen zu schaffen und aus der Insel eine Halbinsel zu machen.


Schon 1907 verkehrte daher eine Straßenbahn von Järntorget nach Saltholmen, wobei diese Strecke damals jedoch noch breitere Wagen besaß und von Långedrag als Eisenbahnlinie gebaut wurde, da die offizielle Straßenbahn nur innerhalb der Stadt Göteborg verkehren durfte. Erst 1972 wurde diese Eisenbahnlinie dann in das Göteborger Straßenbahnnetz integriert und die heutige Spur gebaut.


Heute ist das Hallenbad zwar geschlossen, aber das Gebäude und die Räume wurden vollständig erhalten und restauriert. Nur dass dort, wo früher das Wasser war, heute ein Festsaal eingerichtet wurde. Das Nacktbadehaus dagegen ist heute noch geöffnet, mit dem Unterschied, dass zu den getrennten Abteilungen eine Familienabteilung hinzukam. Die Parkanlage, die einst zum Nacktbadehaus gehörte ist zum Teil noch erhalten und lädt viele Göteborger zum Sonnenbad ein.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 29. Januar 2010

Geschichte der Göteborger Straßenbahn

Carl Wettergren beantragte im jahre 1873 die Genehmigung für die Betreibung einer Pferdestraßenbahn in Göteborg. Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt, wie auch ein Antrag nur zwei Jahre später. Als dann 1877 ein dritter Antrag von Carl Christian Juell aus Kopenhagen einging, wurde dieser schließlich vom Stadtrat genehmigt. Da Juell jedoch finanziell Probleme hatte wurde das Projekt ebenfalls nicht realisiert und erst zwei Jahre später bekam dann William Barfoot aus Leicester eine Genehmigung für den Betrieb einer Pferdestraßenbahn in Göteborg.


Am 24. September 1879 konnte somit die erste Pferdestraßenbahn in Göteborg unter englischer Führung seinen Dienst aufnehmen. Bis 1899 und dem ersten Plan der Elektrifizierung der Straßenbahn hatte somit The Gothenburg Tramways Company Ltd. Alle Rechte über Göteborger Straßenbahnen. Während sich anfänglich am Brunnsparken die Hauptstation befand, wurde sie 1898 auf den Drottningstorget verlegt.


Am 24. November 1899 kaufte dann die Stadt Göteborg alle Rechte des britischen Betreibers der Straßenbahn. Zu dieser Zeit arbeiteten bereits 180 Personen für das Unternehmen und es konnten 3,5 Millionen Benutzer pro Jahr gezählt werden, was sich später mit der Elektrifizierung vervielfachen sollte und den Rückkauf zu einem rentablen Unterfangen machen.


Ab 1901 wurde dann begonnen das Straßenbahnsystem Göteborgs zu elektrifizieren und bereits ein Jahr später war die gesamte Anlage fertig gestellt und die ersten Wagen nahmen ihren Betrieb auf. Die 160 Pferde der alten Straßenbahn wurden verkauft und von 46 Straßenbahnwagen ersetzt. Hinzu kamen noch sechs Anhänger, die in der Göteborgs Mekaniska Verkstad hergestellt waren. Einige dieser Wagen verkehren heute noch als private Ringlinien nach Liseberg und sind eine Touristenattraktion Göteborgs.


In den 60er Jahren wurden große Teile des bestehenden Straßenbahnnetzes modernisiert und sollte mit einem zu bauenden U-Bahn-Netz verbunden werden. Gleise wurden bereits dem neuen Verkehrsmittel angepasst, aber auf Grund der hohen Kosten von Tunnels in Lehm wurde dann auf die U-Bahn verzichtet. Damalige Gedanken führen heute zum Tunnel Västlänken und der Einführung einer Maut in Göteborg. Der Ausbau des Straßenbahnnetzes setzte sich jedoch fort, wobei die Straßenbahnwagen nun schrittweise von einem italienischen Modell ersetzt werden, das auch Behinderten einen besseren Zugang gewährt.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Postkarten: Stadsmuseum Göteborg

Samstag, 19. Dezember 2009

150 Jahre Brunnsparken in Göteborg

Wenn man heute die letzten einhundertfünfzig Jahre Brunnsparken beleuchtet, so kann man allein an diesem Platz die rasche Entwicklung Göteborgs entdecken, denn noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Brunnsparken wirklich ein kleinerer Park mitten in Göteborg und auch von den Häusern, die hier vor 150 Jahren standen, ist nichts mehr übrig.


Bis vor rund 150 Jahren fand man im Brunnsparken, dem Brunnenpark, tatsächlich einen Brunnen, der den Ruf hatte eine Heilquelle zu sein. Täglich kamen daher Kranke und solche, die sich vor Krankheit schützen wollten um das gesundheitsspendende Wasser zu trinken. Als der Ruf des Brunnens im Jahre 1858 abnahm, wurde ein Teil des Brunnenhauses zu einem Bad umgebaut, das jedoch bereits 1879 endgültig abgerissen wurden.


Die bedeutendsten Veränderungen am Brunnsparken kamen dann mit der Straßenbahn, deren erste Linie im Jahre 1879 zwischen Brunnsparken und Stigbergsliden verkehrte. Natürlich handelte es sich damals noch um eine Pferdestraßenbahn. Am Brunnsparken mussten Pferde gewechselt werden, hier fanden sie eine Wasserstelle und hier wurde das Pferdekot gesammelt.


Mit der Straßenbahn wurde der Brunnsparken wohl zum bedeutendsten Park der Stadt, was dazu führte, dass hier 1883 der Johanna-Brunnen errichtet wurde und 1907 das damals beste Hotel Göteborgs, das Palace Hotel entstand, in dem damals alle bedeutendsten Politiker ,die Göteborg besuchten, übernachteten und dass der Park zur Prunkanlage wurde.


Ab Ende des 20. Jahrhunderts wollte man den Brunnsparken dann, gerade wegen seiner zentralen Lage, künstlerisch aufwerten. Im Jahre 1991 schuf Birgitta Watz hier das Werk Talstenarna, das mittlerweile bereits dem Untergang gewidmet ist und 2008 errichtete die iranische Künstlerin Mandana Moghaddam den sprechenden Brunnen, der eine Direktverbindung nach Seoul erlaubt und aus dem ehemaligen Wasser-Brunnen einen Kommunikations-Brunnen macht.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin - Originalpostkarten: Stadsmuseum Göteborg

Mittwoch, 16. September 2009

Der Drottningtorget am Hauptbahnhof von Göteborg

Der Drottningtorget erhielt seinen Namen nach einem der drei Stadttore, die Zugang zum befestigten Göteborg inom Vallgraven boten. Das ursprüngliche Tor wurde um 1640 aus Holz errichtet, aber schon wenige Jahre danach wieder abgerissen und 1669 schließlich durch ein Tor aus Stein ersetzt, das 1821 ebenfalls abgerissen wurde.


Der Drottningtorget gehört, mit dem Brunnsparken, zum bedeutendsten Straßenbahn-Verkehrsknotenpunkt der Stadt Göteborg. Hier hält auch die Museums-Straßenbahn der Ringlinien, die vom Hauptbahnhof bis nach Liseberg führt. Aber noch bevor die elektrische Straßenbahn zum Drottningtorget kam verkehrte hier bereits die vorhergehende Pferdestraßenbahn.


Das wohl wichtigste Gebäude am Drottningstorget ist die im Jahre 1858 eingeweihte Centralstationen, der Hauptbahnhof der Stadt. Die Centralstationen (Hauptbahnhof) wurde auf den Resten der Bastion Johannes Rex, die Teil der alten Befestigung war errichtet. Täglich benutzen rund 40.000 Reisende einen der Züge, die hier abgehen.


Ein weiteres bedeutendes Gebäude am Drottningtorget ist das heutige Hotel Eggers, das 1894 geöffnet wurde und ebenfalls auf der Festung neben dem alten Stadttor erbaut wurde. Auch hier handelt es sich um die Bastion Johannes Rex, die um 1810 abgerissen wurde. Bereits bevor der Eröffnung des Hotels Eggers fand man an der gleichen Stelle das Järnvägshotell, des Eisenbahnhotel, das im Jahre 1859 öffnete.


Auf der gegenüberliegenden Seite des Drottningtorgets kann man schließlich noch das Gebäude der alten Post sehen, das ab 1917 an der Stelle des Armenhauses Bracka errichtet wurde. Das Postgebäude wurde in neoklassischem Stil erbaut und war nach seiner Fertigstellung das größte Postgebäude Skandinaviens sowie der teuerste Hausbau Schwedens, da zahlreiche Maßnahmen gegen den Lehmgrund Göteborgs getroffen werden mussten.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Freitag, 24. Juli 2009

Der Frölunda Torg im Südwesten von Göteborg

Der Frölunda Torg ist der "kleinere Bruder" von Nordstan und gilt als eines der gemütlichsten Einkaufszentren Göteborgs. Zahlreiche Straßenbahnen und Busse halten direkt vor der Tür und selbst das Parken während der ersten drei Stunden ist kostenlos.


Frölunda Torg verfügt zurzeit über 100 verschiedene Butiken, die alles bieten, was man sich so wünschen kann, weitab vom Stress der großen Geschäfte im Zentrum der Stadt.


Die Architekten von Frölunda Torg haben versucht die Geschäfte in eine gemütliche Atmosphäre zu stecken, wo auch Platz für Pflanzen und Ausstellungen bleibt, wo man auch in Ruhe seinen Kaffee mit einer Zimtschnecke genießen kann.


Aber während man noch den "alten" Frölunda Torg besuchen kann, wird gleich daneben am "neuen" Frölunda Torg gearbeitet, das die Anzahl der Geschäfte verdoppeln wird, ohne dass jedoch die Gemütlichkeit verloren geht.


Frölunda Torg liegt am Rande der Stadt, eingebettet in Grünanlagen und nur wenige Schritte vom Park Ruddalen auf der einen Seite und der Västra Frölunda kyrka von 1866, die von Peter Wieselgren eingeweiht wurde.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Montag, 1. Juni 2009

Der Vergnügungspark Liseberg in Göteborg

Liseberg ist der größte Vergnügungspark Skandinaviens, mit einem Ruf, der weit über die europäischen Grenzen hinausgeht. Vom 27. Mai bis zum 23. August ist Liseberg täglich geöffnet und lädt zu einer Vielzahl an Aktivitäten ein.

Der Taube Lunden in Liseberg

Der ein Quadratkilometer große Vergnügungspark gehört ausschließlich der Stadt Göteborg und wurde am 8. Mai 1923 anlässlich des 300jährigen Jubiläums der Stadt eröffnet. Im Jahre 2008 zählte der Park, Weihnachtszeit eingeschlossen, nahezu 3 Millionen Besucher und ist daher eine bedeutende Einnahmequelle für Göteborg.

Eine Fahrt im Kållerado

Liseberg bietet jedoch nicht nur 35 Vergnügungsattraktionen für Jung und Alt sonder ist eingebettet in einen Park mit Tausenden von Blumen und Grünanlagen, die auch einen "gewöhnlichen" Besucher zufrieden stellen.

Das Geisterhotel in Liseberg

Abends bietet der Vergnügungspark Liseberg auch Tanzveranstaltungen, lädt zu Konzerten bekannter Künstler ein und seit 2004 veranstaltet Liseberg regelmäßig Allsång mit Lotta Engberg, das diesen Sommer auch von TV4 live übertragen wird.

Blick vom Riesenrad

Liseberg liegt im Stadtteil Heden von Göteborg und bietet eine zusätzliche Attraktion, nämlich eine Reise mit der historischen Straßenbahn, die vom Hauptbahnhof direkt vor den Haupteingang des Vergnügungsparks führt.

Eine weitere Attraktion wird in der Bildergalerie vorgestellt.
Die historische Straßenbahn nach Liseberg.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Mai 2009

Straßenbahn und Ringlinien in Göteborg

Göteborg verfügt über das umfangreichste Straßenbahnsystem Schwedens. Die erste Pferde-Straßenbahn wurde bereits 1879 in Betrieb genommen, die dann 1902 von elektrischen Wagen ersetzt wurde. Rund 230 Wagen legen in Göteborg täglich 54.000 Kilometer zurück.


Wagen Nr. 825, Victor Hasselblad, auf der Kungsportsavenyn

Die ältesten Straßenbahnwagen im Normalbetrieb stammen aus den 60er Jahren und sollten zum Teil bereits 2005 von 40 neuen, umwelt- und behindertenfreundlichen Wagen ersetzt werden. Bis heute wurden jedoch nicht alle bestellten Straßenbahnen geliefert, die zudem auch mehrere technische Probleme mit sich nach Göteborg bringen.

Schriftsteller und Herausgeber des Bucher "Göteborgs spårvägar"

Montag, den 18. August werde die erste elektrifizierte Strecke in Betrieb genommen, die Järntorget in Majorna, den damaligen wirtschaftlichen zentralen Punkt Göteborgs, mit dem Slottsskogen verband, eine Strecke von 2,9 Kilometern.

Ältere Modelle dienen der Ausbildung von Straßenbahnfahrern

Fast jeder Straßenbahnwagen trägt den Namen einer bedeutenden schwedischen Persönlichkeit, die in der Regel irgendwie mit Göteborg verknüpft ist. Seit einigen Jahren wird jedoch nur noch ein Name pro Jahr - in Zusammenhang mit dem Kulturpreis der GS (Göteborgs Spårvägar) - vergeben, wodurch vor allem neuere Wagen namenlos bleiben.

Eine historische Straßenbahn auf dem Weg nach Liseberg

Noch heute kann man in Göteborg auch mit den historischen Straßenbahnen fahren, deren ältestes Gefährt noch von 1902 stammt. Die so genannte Ringlinien verbindet den Hauptbahnhof der Stadt mit Liseberg. Diese Linie wird jedoch nicht vom Göteborger Västtrafik betrieben, sondern von der Spårvägssällskapet, einem gemeinnützigen Verein.

Copyright Text und Fotos: Herbert Kårlin